Die Leichtigkeit der Kunst - Kunstpodcast

Claudia Linzel
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Apr 21, 2023 • 47min

Kunst im Tunnel – Zwischen Kunst und Literatur

Kunst im Tunnel – Zwischen Kunst und Literatur | Gertrud Peters & Thea Mantwill Hinweis: Diese Episode entstand in Zusammenarbeit mit der Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda-Bank West. Text und Bild begegnen sich oft als Gegensatz. Lesen gilt als Konzentration, Sehen als unmittelbarer Eindruck. In der Praxis ist es komplizierter. Worte können Bilder erzeugen. Bilder können erzählen. Und manchmal entsteht die stärkste Spannung dort, wo beides nebeneinander steht – ohne sich gegenseitig zu erklären. Diese Folge führt nach Düsseldorf ins Kunst im Tunnel (KIT). Ein Ort, der selbst schon eine Setzung ist: keilförmig, unterirdisch, dunkel, konzentriert. Ein Raum, der nicht dekorativ sein will. Sondern fordernd. Und genau deshalb ein passender Ort für eine Ausstellung, in der Literatur und zeitgenössische Kunst aufeinander treffen. Im Zentrum steht die Ausstellung „13 Morgen“ – eine literarische Ausstellung, die nicht versucht, Text zu illustrieren oder Kunst zu „bebildern“, sondern beide Felder nebeneinander stellt. Als eigene Formen. Als eigene Sprachen. Zu Gast sind Gertrud Peters, Leiterin und Kuratorin des KIT, und Thea Mantwill, beteiligte Künstlerin der Ausstellung. Kunst im Tunnel: Ein Ort, der Konzentration verlangt Gertrud Peters beschreibt das KIT als einen Kunstraum, der durch seine Architektur eine besondere Form von Aufmerksamkeit erzeugt. Wer hier hineingeht, kommt nicht zufällig vorbei. Man steigt hinab, man betritt einen Raum, der die Stadt oben lässt – und eine andere Zeit spürbar macht. Im Gespräch wird deutlich, wie sehr dieser Ort kuratorische Entscheidungen beeinflusst. Ausstellungen werden hier nicht „gehängt“. Sie werden gebaut. Der Raum wirkt mit. Und er stellt Fragen: Wie wird Kunst im Tunnel wahrgenommen? Wie verändert sich Lesen, wenn es nicht im hellen White Cube stattfindet, sondern in einer Raumfolge, die fast wie eine Choreografie wirkt? 13 Morgen: Eine Ausstellung als literarische Struktur „13 Morgen“ ist als Ausstellungstitel zurückhaltend – und zugleich sehr präzise. Er setzt nicht auf Behauptung, sondern auf Rhythmus. Auf Wiederholung. Auf einen Zeitraum, der sich wie eine Serie liest. Gertrud Peters und Thea Mantwill sprechen darüber, wie sich eine Ausstellung anfühlen kann, wenn sie aus mehreren „Räumen“ besteht, die sich wie Kapitel verhalten. Nicht als lineare Erzählung, sondern als Abfolge von Situationen. Die Folge zeigt, wie Literatur im Kunstraum auftauchen kann: nicht als Texttafel, nicht als Begleitprogramm, sondern als gleichwertige Struktur. Und wie Kunst wiederum literarische Verfahren aufnehmen kann: durch Fragment, Wiederholung, Setzung, Andeutung. Künstlerische Praxis: Thea Mantwill im Gespräch Thea Mantwill spricht über ihre Perspektive als beteiligte Künstlerin – über die Frage, wie sich ein Werk im Kontext einer literarischen Ausstellung verhält. Was bedeutet es, wenn ein Raum nicht nur für Bild und Material gedacht ist, sondern auch für Sprache? Und wie verändert sich die Wahrnehmung, wenn Publikum zwischen Lesen und Sehen pendelt? Das Gespräch bleibt nah an der Praxis: an Entscheidungen, an Arbeitsweisen, an der Realität, wie Kunst entsteht und wie sie sich im Ausstellungsraum behauptet. Kulturprogramm und Öffentlichkeit: Sparda-Kunst-Apéro Ein wichtiger Teil der Folge ist auch der Blick auf das Rahmenprogramm. Mit dem Sparda-Kunst-Apéro werden im KIT Formate ermöglicht, die den Besuch vertiefen: Führungen, Gespräche, Abende, die den Kunstraum als sozialen Ort begreifen – ohne ihn zu eventisieren. Auch der Sparda-Tag zum Thema Fotografie wird als Programmpunkt genannt. In der Folge wird damit sichtbar, wie Kulturförderung in der Praxis aussehen kann: nicht abstrakt, sondern konkret, terminlich, zugänglich. Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda-Bank West Diese Episode entstand in Zusammenarbeit mit der Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda-Bank West. Die Stiftung unterstützt Kulturprojekte in Nordrhein-Westfalen mit einem Fokus auf Teilhabe, Bildung und langfristige Sichtbarkeit. Gefördert werden Vorhaben, die kulturelle Orte stärken und neue Formate ermöglichen – in Museen, Institutionen und im öffentlichen Raum. Mit der Unterstützung des KIT und der begleitenden Veranstaltungsformate wird sichtbar, wie Kulturarbeit vor Ort wirkt: als Einladung, als Begegnung und als Möglichkeit, zeitgenössische Kunst im eigenen Alltag zu verankern. Themen dieser FolgeKunst im Tunnel · KIT Düsseldorf · 13 Morgen · Literatur im Kunstraum · zeitgenössische Kunst · Ausstellungsarchitektur · Kuratieren · Sparda-Kunst-Apéro GästeGertrud Peters · Leiterin und Kuratorin, Kunst im Tunnel (KIT)Thea Mantwill · Künstlerin Ausstellung„13 Morgen“ · Kunst im Tunnel (KIT), Düsseldorf · Juni 2023 Links & CreditsKunst im Tunnel · Thea Mantwill · Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda-Bank-West Hören Der Kunstpodcast Die Leichtigkeit der Kunst erscheint seit 2020 kostenfrei auf allen gängigen Plattformen: ︎ Kunstpodcast auf Spotify hörenDie Leichtigkeit der Kunst auf Spotify hören ︎ Kunstpodcast bei Apple PodcastsDie Leichtigkeit der Kunst auf Apple Podcasts hören ︎ Kunstpodcast auf YouTubeDie Leichtigkeit der Kunst auf YouTube hören Weiterhören Weitere Episoden aus der Zusammenarbeit mit der Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda-Bank West finden sich in der Kategorie Sparda-Stiftung x die Leichtigkeit der Kunst.Passend dazu: Kunstmuseum Bonn – Menschheitsdämmerung über Umbruchzeiten · New Talents Ruhr  über Nachwuchsförderung · Kunstmuseen Krefeld – Die Bar über soziale Räume als Kunst.   Gertrud Peters, Thea Mantwill und Claudia Linzel im Gespräch für den Podcast Die Leichtigkeit der Kunst.
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Apr 14, 2023 • 1h 19min

Technik und Kunst | Dr. Claudia Emmert | Zeppelin Museum Friedrichshafen

Technik und Kunst mit Dr. Claudia Emmert im Zeppelin Museum Friedrichshafen Eine Leerstelle, die sichtbar wird Technik wird oft als Fortschritt erzählt, Kunst als Reflexion.Zwischen beiden entsteht eine Leerstelle, in der Fragen nach Verantwortung, Gestaltung und gesellschaftlicher Wirkung verhandelt werden – leise, strukturell, dauerhaft. Dr. Claudia Emmert Dr. Claudia Emmert, Direktorin des Hauses.Sie arbeitet an der Schnittstelle von Kunst, Technik und Museumspraxis und beschäftigt sich mit der Frage, wie Sammlungen heute vermittelt, gelesen und weitergedacht werden können. Zeppelin Museum Friedrichshafen Das Gespräch ist vor Ort entstanden.Das Haus vereint Technik- und Kunstsammlung unter einem Dach und stellt beide Bereiche gleichberechtigt nebeneinander – als gemeinsame kulturelle Praxis, nicht als Gegenüber. Technik und Kunst Im Mittelpunkt steht das Verhältnis von Technik und Kunst im musealen Kontext.Besprochen wird, wie das Zeppelin Museum diese Verbindung historisch entwickelt hat, wie sie sich heute zeigt und welche Rolle sie für Sammlung, Ausstellung und Vermittlung spielt. Warum ist dieses Thema jetzt relevant? Technologische Innovationen prägen Alltag, Wahrnehmung und gesellschaftliche Debatten.Museen stehen damit vor der Aufgabe, Technik nicht nur zu erklären, sondern kulturell einzuordnen.Das Gespräch setzt hier an: bei der Verantwortung von Institutionen, technische Entwicklungen im Zusammenhang von Gestaltung, Kunst und Geschichte sichtbar zu machen – ohne Fortschrittsnarrative zu reproduzieren. Zur Folge Diese Episode nähert sich dem Zeppelin Museum aus einer institutionellen Perspektive.Sie beschreibt, wie Kunst und Technik gemeinsam gedacht, gesammelt und vermittelt werden – getragen von konkreten Beispielen aus der Museumspraxis. Themen Technik und Kunst · Museumspraxis · Sammlung · Vermittlung · Zeppelin Museum · Friedrichshafen · Kunstgeschichte · Innovation · Institutionen Weiterhören Anknüpfende Gespräche finden sich im Bereich Bild und Macht | Zeppelin Museum FriedrichshafenMuseen & Institutionen Links & Credits Zeppelin Museum Friedrichshafen Hören Website · Spotify · Apple Podcasts · YouTube Diese Episode ist als persönliches Gespräch vor Ort entstanden.Im direkten Gegenüber, ohne digitale Distanz, entwickelt sich ein Austausch, der fachliche Einordnung, institutionelle Perspektiven und Zwischentöne zulässt. Herzlichen Dank an: ARTPRESS Ute Weingarten Letzte redaktionelle Überarbeitung: Januar 2026.    
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Apr 7, 2023 • 42min

Lev Khesin: "The medium is the massage"

The medium is the massage äh – entschuldigt, da ist mir scheinbar wohl ein Fehler passiert – wie unaufmerksam. Ich meinte natürlich the medium is the message. Das Medium ist die Botschaft. Findet ihr mein kleines, nicht herausgeschnittenes Malheur provozierend oder amüsant? Frech oder großartig? Oder vielleicht sogar ganz und gar richtig? Wenn ihr euch für großartig und richtig entschieden habt, dann handelt ihr im Sinne des Philosophen Herbert Marshall McLuhan und Autor des 1967 erschienenen Buches the medium is the massage. Natürlich meinte er message, doch seinem Buchsetzer hatte sich wahrscheinlich völlig unbeabsichtigt ein kleiner Fehlerteufel eingeschlichen, der für große Freude beim Verfasser sorgte. McLuhan soll, als er die Druckfahnen sah, begeistert ausgerufen haben: ‚Lasst es so. Es ist großartig und genau richtig.‘ McLuhan untersuchte, wie sehr Massenmedien unseren Alltag prägen und stellte die damals revolutionäre These auf: Alle Medien sind die Ausdehnung menschlicher Fähigkeiten – seien sie psychisch oder physisch. Als Beispiel, das Fahrrad ist die Erweiterung des Fußes und der Computer die Erweiterung des Gehirns. Münzen wir dies auf die Kunst… welche Erweiterung stellt denn dann Leinwand dar?  Beziehungsweise anders herum gedacht… welches Medium könnte die Erweiterung der Leinwand sein? Und welche Botschaft würde diese Erweiterung vermitteln? Fragen wir doch am besten einen Künstler, der sich von der klassischen Leinwand verabschiedet hat und mit einem Material arbeitet, welches vermutlich den ein oder anderen erstmal an Badezimmer denken lässt. Doch weit gefehlt… Ich freue mich, zu Gast bei Lev Khesin sein zu dürfen, der mich mit seinen vielschichtigen Silikonarbeiten ganz schön in seinen Bann gezogen hat und nur zu gerne möchte ich in meinem Schubladendenken wissen, Bilder oder Objekt? Diese Folge ist zugunsten von Desideria Care e.V. – Demenz menschlich begleiten Der Verein Desideria Care unterstützt die Angehörigen von Menschen mit Demenz und trägt zu einem Bewusstseinswandel zum Thema Demenz in der Gesellschaft bei. Desideria Care ist ein von Desirée von Bohlen und Halbach 2017 gegründeter, gemeinnütziger und eingetragener Verein mit Sitz in München. Der Verein finanziert sich über Stiftungsgelder, Spenden und Mitgliedsbeiträge. Lev Khesin unterstützt mit einem Kunstwerk die Charity-Auktion zugunsten von Desideria Care, organisiert von Michael Schmidt-Ott. Die Auktion findet am 05.Oktoer 2023 im Palais Oppenheim in Köln statt.    
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Mar 31, 2023 • 1h 12min

Johann Moser, Clemens Foschi und Gabriela Sonnleitner: Savoir Vivre im Magdas

Savoir Vivre… das französische Codewort für eine bewusste und gute Art zu leben, das geflügelte Wort für: die Kunst, das Leben mit all seinen Reizen zu genießen, die kleinen Besonderheiten in all ihrer Anmut wahrnehmen zu dürfen und dem Alltag auch mal eine Brise Charme und Leichtigkeit zu verleihen. In meiner Sonderreihe Savoir Vivre stelle ich euch zauberhafte Orte, ihre Geschichten und die Menschen dahinter vor, in denen geschmackvolle Höhepunkte gefeiert werden können – natürlich immer mit festem Bezug zur Kunst – und dennoch ceci n‘est pas un musée.  Also lasst euch überraschen in welches Restaurant, in welche Bar, zu welchen Menschen oder gar in welches Hotel ich euch ab und zu mitnehmen werde… Ich mag das. In welchem Zusammenhang, bzw wann, zu wem und vor allem wie sagt ihr „ich mag das“? Sagt ihr manchmal sogar nur „mmmh mag das“ Vielleicht sogar in genau den Momenten, in denen es euch ganz besonders gut geht? Zum Beispiel bei Menschen, die euch das Gefühl geben, besonders willkommen zu sein, in Räumen, die ganz besonders behaglich und gleichzeitig ausgesprochen ästhetisch sind und dazu noch eine spannende Geschichte erzählen? Also… bei mir trifft das schon zu … und darum nehme ich euch mit diesem Savoir Vivre Ausflug mit nach Wien, in ein Hotel mit dem treffenden Namen „magdas“, in dem eine zeitlose asketische wie spirituelle und gleichzeitig eine durch und durch willkommenschenkende Atmosphäre herrscht. Und warum gerade dieses Hotel in dieses Savoir vivre passt, warum es ins Herz geschlossen bzw gemocht werden sollte, finden wir nun heraus – zusammen mit den kreativen Köpfen: Gabriela Sonnleitner, Geschäftsführerin des magdas hotels, Clemens Foschi Bauprojektmanager und Johann Moser, Partner von BWM Architekten.
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Mar 24, 2023 • 1h 55min

Dr. Letizia Ragaglia: Kunstmuseum Liechtenstein

Im Dialog. Im Dialog? Warum denn dieser Titel? Entspricht denn nicht jeder Podcast dieser Serie einem Dialog? Warum lege ich gerade in dieser Einleitung den Schwerpunkt auf den Gedankenaustausch in Rede und Gegenrede? Ich verrate es euch… mit dieser Episode nehme ich euch mit in den viertkleinsten Staat Europas und zeitgleich in zwei wunderbare Kunstinstitutionen. Wie mir das gelingen will? Ganz einfach: Im Dialog natürlich;-) Und zwar in diesem Fall zwischen Letizia Ragaglia, Direktorin des Kunstmuseums Liechtenstein und Uwe Wieczorek, Kurator der Hilti Art Foundation. Genau, heute nehme ich euch mit in das bezaubernde Fürstentum Liechtenstein, um dort die Hilti Art Foundation und das Kunstmuseum Liechtenstein, die jeweiligen Sammlungen und auch ihre erste gemeinsame Ausstellung „Candida Höfer. Liechtenstein. Im Dialog mit den Sammlungen“ näher kennenzulernen. Ebenfalls gewährt uns Letizia Ragaglia einen Einblick in die neue Ausstellungsreihe des Kunstmuseums „Artist’s Choice“. In diesem Format werden Künstler:innen eingeladen, Werke aus der Sammlung des Kunstmuseum Liechtenstein auszuwählen, um eine Ausstellung zu kuratieren. Den Auftakt zu dieser Veranstaltung setzt die Performance- und Multimediakünstlerin Martina Morger, die sich in ihren Arbeiten kritisch mit gesellschaftlichen Themen unserer Zeit auseinander setzt. Ihre Ausstellung trägt den Titel Are We Dead Yet?  Als besonderes Überraschung dieser Episode, schenkt euch Martina Morger spontan ein paar Gedanken zu ihrer kuratorischen Tätigkeit, den ausgewählten Werken und die Hintergründe zu Are We Dead Yet?. Herzlichen Dank an: ARTPRESS Ute Weingarten  
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Mar 17, 2023 • 1h 1min

Maurin Dietrich: Im Lauf der Zeit

Könnt ihr euch an den Prolog des Roadmovies „im Lauf der Zeit“ von Wim Wenders erinnern? In diesem berichtet ein älterer Herr über die traurige Entwicklung vom erfolgreichen Stummfilm-Kinomusiker in den 30er Jahren hin zum Noch-Kinobetreiber in den 70er Jahren… Im Lauf der Zeit kann aber auch für etwas ganz und gar positives stehen. Nehmen wir doch mal einen Zeitraum von nicht 40 Jahren, sondern von 200 Jahren… und blicken nach … München. Hier feiert in diesem Jahr der Kunstverein München sein 200-jähriges Bestehen. Und was sich hier im Lauf der Zeit so alles getan und entwickelt hat, erfahren wir nun…  Und zwar von Maurin Dietrich, seit 2019 Direktorin des Münchner Kunstvereins. Als schönes, spontanes „Geschenk“ nimmt uns Jonas von Lenthe mit in das Archiv des Kunstvereins München und gewährt uns einen Blick hinter die Kulissen des Hauses in der Galeriestraße am Hofgarten.  
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Mar 3, 2023 • 49min

BWM Architekten - Johann Moser: Kunst und Bau

Wenn ihr durch ein Museum streift, gehört selbstverständlich die volle Aufmerksamkeit den sorgfältig kuratierten Werken… wir genießen das Gefühl einer geküssten Netzhaut, von animierten Sinnen, blicken in das bildliche Archiv unserer kulturellen Vergangenheit oder stellen uns zeitgenössischen Fragen… doch habt ihr auch schon mal auf die Flächen hinter, unter oder über den Werken geachtet… meist unterstreichen doch die Wahl der Farbe an den Wänden, die Arrangements der Podeste und Vitrinen und die Einstellung des Lichts unsere tiefsten Gefühle… wir fühlen uns eingeladen, tief in ein Werk zu versinken, wenn die Sitzbänke davor auch recht bequem sind…Doch wer ist eigentlich für das Kuratieren der subtil wahrgenommenen Raumgestaltung verantwortlich? Ob das ganz generell und von Haus zu Haus gleich gehandhabt wird, weiß ich noch gar nicht, wohl aber weiß ich, dass es in Wien ein Expertenteam gibt, dass sich ganz besonders auf den Bau um Kunst und Kultur spezialisiert hat. Im Repertoire finden wir erlesene Namen wie das kunsthistorische Museum, die Parlamentsbibliothek, den Österreich Pavillon der Expo 2017, das Besucherzentrum der Wiener Staatsoper, das Papyrusmuseum und auch den Salon Sacher… Ganz gespannt bin ich nun mehr über Kunst und Bau von Johann Moser, Gründer und Partner von BWM Architekten in Wien zu erfahren. Doch vorab lieber Johann, möchte ich natürlich dich und deinen Weg hin zur Architektur und Ausstellungsgestaltung näher kennenlernen.
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Feb 24, 2023 • 1h 48min

Dr. Annette Bhagwati, Museum Rietberg: Frieden und Gewaltfreiheit

Krieg, Klimawandel und ausufernder Konsum. Ignoranz, Intoleranz und machthungrige Ausbeutung. Reine Dystopie oder zeichnet dies, den uns prägenden Alltag ab, das Schicksal des Menschen und seiner Umwelt? Diese Folge möchte ich daher gerne der Achtsamkeit und Nachhaltigkeit sowie Gedanken zum Verzicht und zur absoluten Gewaltlosigkeit widmen. Diese Folge möchte ich ganz und gar… dem Frieden widmen. Welches Bild bzw Zeichen verbindet ihr symbolisch mit Frieden?… Denkt ihr an die Lithografie „Die Taube“ von Pablo Picasso oder denkt ihr vielmehr an die PACE Fahne des italienischen Pazifisten Aldo Capitini? Denkt ihr möglicherweise sofort an das ikonografische Friedenszeichen des Künstlers Gerald Holtom oder denkt ihr an die Papierkraniche des Atombombenopfers Sadako Sasaki? Zeichen des Friedens zu setzen ist so wichtig, doch vielmehr sollten wir uns mit der herausfordernden Frage – und ihrer Antwort  – beschäftigen: Was bin ich bereit zu geben, um Frieden – zumindest in meinem kleinen Kosmos – aufrecht zu halten? Um Antworten zu finden, um weiter zu wachsen und neue Impulse kennenzulernen, wage ich mich – zusammen mit euch – aus meiner bekannten Umgebung hinaus und reise in eine den wahrscheinlich meisten von uns völlig unbekannte Kultur und lerne deren Kunst des Friedens näher kennen. Ich nehme euch mit in das Zürcher Museum Rietberg, um dort Tugenden wie Achtsamkeit, Nachhaltigkeit, Verzicht und Gewaltfreiheit der Jains zu begegnen – holen wir diese Tugenden in unsere Realität und setzen ein Zeichen für den Frieden. Ich bedanke mich ganz herzlich bei Dr. Annette Bhagwati, Dr. Johannes Beltz und Michaela Blaser für ihre Zeit und Freude mit mir ein Gespräch über diese jahrtausendealte Kultur zu führen und den Jainismus ins Hier und Heute zu holen. Und ich bedanke mich ganz herzlich bei Anita Jain, die uns im Anschluss an diese Folge, persönliche Einblicke in das Leben einer Jain schenken wird. Doch vorab werfen wir erst einen Blick hinter die Kulissen des Museum Rietberg.
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Feb 17, 2023 • 1h

Werner Murrer - Im Rahmen der Möglichkeiten

Werner Murrer – Im Rahmen der Möglichkeiten Wenn vom „Rahmen der Möglichkeiten“ die Rede ist, klingt das meist nach einer Redewendung. Nach Grenzen. Nach dem, was eben machbar ist.In dieser Folge bekommt dieser Satz eine zweite Ebene: eine handwerkliche, eine kunsthistorische – und eine überraschend persönliche. Denn wer sich einmal intensiver mit Rahmen beschäftigt, merkt schnell: Der Rahmen ist kein Nebenschauplatz. Er verändert die Präsenz eines Werks. Er beeinflusst Proportionen. Er lenkt den Blick. Und er entscheidet im Zweifel darüber, ob ein Bild als „fertig“ wahrgenommen wird – oder als etwas, das noch nicht ganz angekommen ist. Zu Gast ist Werner Murrer: Rahmenbauer, Rahmenforscher und eine Koryphäe in seinem Gebiet. Werner Murrer und Rahmen: Warum dieses Gespräch so selten ist Rahmen tauchen in Ausstellungen ständig auf – und werden trotzdem fast nie wirklich thematisiert.Sie wirken selbstverständlich. Als wären sie einfach da. Im Gespräch mit Werner Murrer wird klar, wie trügerisch diese Selbstverständlichkeit ist. Denn ein Rahmen ist nicht automatisch „passend“. Und ein Rahmen ist auch nicht einfach Dekoration. Ein Rahmen ist eine Entscheidung.Und manchmal ist er die Entscheidung, die ein Werk überhaupt erst in seine Form bringt. In der Werkstatt: Wo Rahmen nicht laut sind – aber präzise Das Gespräch entsteht in Werners Werkstatt. Und genau das macht diese Episode so stark: Wir sind nicht in einem White Cube, nicht in einer Ausstellung, nicht im Museum. Wir sind an dem Ort, an dem Rahmen wirklich entstehen. Hier geht es um: Holz, Oberflächen, Profile historische Vorbilder Rekonstruktion und Restaurierung Maß, Rhythmus und Proportion die Frage, wie sich ein Werk im Raum „hält“ Werner Murrer spricht über Rahmen mit einer Mischung aus Genauigkeit und Respekt. Nicht als Selbstdarstellung, sondern als Haltung. Und genau darin liegt die Qualität dieser Folge. Wann braucht ein Werk einen Rahmen – und wann nicht? Eine der zentralen Fragen des Gesprächs ist erstaunlich schlicht:Braucht jedes Werk einen Rahmen? Und sofort öffnet sich daraus ein ganzes Feld:Was ist eigentlich ein „Werk“?Wo beginnt es – und wo endet es?Was passiert, wenn Bild und Rahmen getrennt werden?Und was passiert, wenn beides wieder zusammenkommt? In dieser Folge wird deutlich, dass Rahmung nicht nur eine technische Frage ist, sondern eine kulturelle:Rahmen erzählen von Epochen, von Sehgewohnheiten, von Institutionen, von Sammlungen. Und auch von Macht – allerdings nicht als Schlagwort, sondern als konkrete Realität im Ausstellungsbetrieb. Werner Murrer als Gesprächspartner Werner Murrer bringt in dieser Episode ein Wissen ein, das selten so zugänglich erzählt wird.Er spricht über Rahmenforschung, über das Wiederfinden von Originalrahmen, über Rekonstruktionen – und über das, was in Archiven, Depots und Sammlungen oft übersehen wird. Man merkt: Hier spricht jemand, der die Kunst nicht „umrahmt“, sondern ernst nimmt.Und der genau weiß, wie unsichtbar sein Beitrag oft bleibt – obwohl er in vielen Ausstellungen eine entscheidende Rolle spielt. Warum diese Folge auch für Nicht-Kunsthistoriker:innen spannend ist Diese Episode funktioniert auf zwei Ebenen: Für Kunstmenschen: als seltenes Werkstattgespräch über Rahmen, Forschung und Ausstellungspraxis. Für alle anderen: als Blick in ein Feld, das plötzlich sehr menschlich wirkt: Es geht um Präzision, um Geduld, um Verantwortung, um das richtige Maß. Ein wertvoller Gedanke klingt besonders nach… vielleicht ist der Rahmen weniger Rand – und mehr Teil dessen, was wir überhaupt als „Kunst“ wahrnehmen. Themen dieser Folge Werner Murrer Rahmen · Werkstattgespräch · Rahmenforschung · Restaurierung · Rekonstruktion · Künstlerrahmen · Ausstellungspraxis · Materialität · Blickschulung Gäste Werner Murrer – Rahmenexperte und Rahmenforscher Links & Credits Werner Murrer Hören ︎ Kunstpodcast auf Spotify hören Die Leichtigkeit der Kunst auf Spotify hören ︎ Kunstpodcast bei Apple Podcasts Die Leichtigkeit der Kunst auf Apple Podcasts hören ︎ Kunstpodcast auf YouTube Die Leichtigkeit der Kunst auf YouTube hören Weiterhören Ernst Ludwig Kirchner und seine Rahmen – Wiederentdeckt & WiedervereintDie inhaltliche Fortsetzung: Hier wird an Kirchner konkret sichtbar, wie Rahmen und Werk zusammengehören – und wie sich Expressionismus auch über Präsentation und Materialität erzählt. Kunstmuseum BaselEin starker Anschluss, weil diese Folge Kirchner und den Expressionismus in den größeren Kontext der Klassischen Moderne setzt: Sammlung, Umbrüche, Brüche der Zeit – und die Frage, wie moderne Kunst sichtbar wurde. Diese Episode ist als persönliches Gespräch vor Ort in der Werkstatt von Werner Murrer in München entstanden. Letzte redaktionelle Überarbeitung: Februar 2026.
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Feb 10, 2023 • 40min

Beatrice Richter: Eine Rose ist...

Eine Rose ist eine Rose ist eine Rose Ein vielzitierter Satz der amerikanischen Schriftstellerin, Verlegerin und Kunstsammlerin Gertrude Stein, die sich 1903 in Paris niederließ. In ihrem mit zeitgenössischer Kunst ausgestattetem Salon trafen sich auf persönliche Einladung damals noch unbekannte avantgardistische Künstler wie Picasso, Matisse und Braque mit Schriftstellern der Moderne wie F. Scott Fitzgerald und Ernest Hemingway. Sie selbst zählte zu den ersten Frauen der klassischen literarischen Moderne und schrieb experimentelle Romane und Bühnenwerke. Sie studierte u.a. in England Biologie und Philosophie s am Radcliffe College, der Harvard Abteilung für Frauen. Picasso fertigte von ihr das Bildnis Gertrude Stein an, welches als erstes Werk von Picasso in die Sammlung eines Museums des Metropolitan Museum of Art in New York. Doch warum erzähle ich euch das? Zu Gast bei Gertrude Stein bin ich heute nicht, diese verstarb bereits vor über 75 Jahren… In ihrem Gedicht geht es um Identitätssuche, doppelte Bedeutung und dass der Name eines Sujets gleichzeitig Bild und die damit verbundenen Gefühle ausdrückt. Eine poetische und zugleich sinnliche Reise in die Welt der Natur und Emotion. Etwas, dass man sammeln und bewahren möchte, wie in einem Herbarium. Und auf eine solche Reise möchte ich euch heute mitnehmen. Und zwar zu der wunderbaren Malerin Beatrice Richter aus Düsseldorf. In ihren Werken meint man vermeintlich getrocknete und gepresste Pflanzen, umrahmt von ovalen Passepartouts, zu erkennen. Während andere Werke an altmeisterliche Stilleben erinnern. Ob man damit richtig liegt… erfahren wir nun von Beatrice selbst. Diese Folge ist zugunsten von Desideria Care e.V. – Demenz menschlich begleiten Der Verein Desideria Care unterstützt die Angehörigen von Menschen mit Demenz und trägt zu einem Bewusstseinswandel zum Thema Demenz in der Gesellschaft bei. Desideria Care ist ein von Desirée von Bohlen und Halbach 2017 gegründeter, gemeinnütziger und eingetragener Verein mit Sitz in München. Der Verein finanziert sich über Stiftungsgelder, Spenden und Mitgliedsbeiträge. Beatrice Richter unterstützt mit einem Kunstwerk die Charity-Auktion zugunsten von Desideria Care, organisiert von Michael Schmidt-Ott. Die Auktion findet am 05.Oktoer 2023 im Palais Oppenheim in Köln statt.

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