
Die Leichtigkeit der Kunst - Kunstpodcast Werner Murrer - Im Rahmen der Möglichkeiten
Werner Murrer – Im Rahmen der Möglichkeiten
Wenn vom „Rahmen der Möglichkeiten“ die Rede ist, klingt das meist nach einer Redewendung. Nach Grenzen. Nach dem, was eben machbar ist.
In dieser Folge bekommt dieser Satz eine zweite Ebene: eine handwerkliche, eine kunsthistorische – und eine überraschend persönliche.
Denn wer sich einmal intensiver mit Rahmen beschäftigt, merkt schnell: Der Rahmen ist kein Nebenschauplatz. Er verändert die Präsenz eines Werks. Er beeinflusst Proportionen. Er lenkt den Blick. Und er entscheidet im Zweifel darüber, ob ein Bild als „fertig“ wahrgenommen wird – oder als etwas, das noch nicht ganz angekommen ist.
Zu Gast ist Werner Murrer: Rahmenbauer, Rahmenforscher und eine Koryphäe in seinem Gebiet.
Werner Murrer und Rahmen: Warum dieses Gespräch so selten ist
Rahmen tauchen in Ausstellungen ständig auf – und werden trotzdem fast nie wirklich thematisiert.
Sie wirken selbstverständlich. Als wären sie einfach da.
Im Gespräch mit Werner Murrer wird klar, wie trügerisch diese Selbstverständlichkeit ist. Denn ein Rahmen ist nicht automatisch „passend“. Und ein Rahmen ist auch nicht einfach Dekoration.
Ein Rahmen ist eine Entscheidung.
Und manchmal ist er die Entscheidung, die ein Werk überhaupt erst in seine Form bringt.
In der Werkstatt: Wo Rahmen nicht laut sind – aber präzise
Das Gespräch entsteht in Werners Werkstatt. Und genau das macht diese Episode so stark: Wir sind nicht in einem White Cube, nicht in einer Ausstellung, nicht im Museum. Wir sind an dem Ort, an dem Rahmen wirklich entstehen.
Hier geht es um:
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Holz, Oberflächen, Profile
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historische Vorbilder
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Rekonstruktion und Restaurierung
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Maß, Rhythmus und Proportion
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die Frage, wie sich ein Werk im Raum „hält“
Werner Murrer spricht über Rahmen mit einer Mischung aus Genauigkeit und Respekt. Nicht als Selbstdarstellung, sondern als Haltung. Und genau darin liegt die Qualität dieser Folge.
Wann braucht ein Werk einen Rahmen – und wann nicht?
Eine der zentralen Fragen des Gesprächs ist erstaunlich schlicht:
Braucht jedes Werk einen Rahmen?
Und sofort öffnet sich daraus ein ganzes Feld:
Was ist eigentlich ein „Werk“?
Wo beginnt es – und wo endet es?
Was passiert, wenn Bild und Rahmen getrennt werden?
Und was passiert, wenn beides wieder zusammenkommt?
In dieser Folge wird deutlich, dass Rahmung nicht nur eine technische Frage ist, sondern eine kulturelle:
Rahmen erzählen von Epochen, von Sehgewohnheiten, von Institutionen, von Sammlungen. Und auch von Macht – allerdings nicht als Schlagwort, sondern als konkrete Realität im Ausstellungsbetrieb.
Werner Murrer als Gesprächspartner
Werner Murrer bringt in dieser Episode ein Wissen ein, das selten so zugänglich erzählt wird.
Er spricht über Rahmenforschung, über das Wiederfinden von Originalrahmen, über Rekonstruktionen – und über das, was in Archiven, Depots und Sammlungen oft übersehen wird.
Man merkt: Hier spricht jemand, der die Kunst nicht „umrahmt“, sondern ernst nimmt.
Und der genau weiß, wie unsichtbar sein Beitrag oft bleibt – obwohl er in vielen Ausstellungen eine entscheidende Rolle spielt.
Warum diese Folge auch für Nicht-Kunsthistoriker:innen spannend ist
Diese Episode funktioniert auf zwei Ebenen:
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Für Kunstmenschen: als seltenes Werkstattgespräch über Rahmen, Forschung und Ausstellungspraxis.
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Für alle anderen: als Blick in ein Feld, das plötzlich sehr menschlich wirkt: Es geht um Präzision, um Geduld, um Verantwortung, um das richtige Maß.
Ein wertvoller Gedanke klingt besonders nach… vielleicht ist der Rahmen weniger Rand – und mehr Teil dessen, was wir überhaupt als „Kunst“ wahrnehmen.
Themen dieser Folge
Werner Murrer Rahmen · Werkstattgespräch · Rahmenforschung · Restaurierung · Rekonstruktion · Künstlerrahmen · Ausstellungspraxis · Materialität · Blickschulung
Gäste
Werner Murrer – Rahmenexperte und Rahmenforscher
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Diese Episode ist als persönliches Gespräch vor Ort in der Werkstatt von Werner Murrer in München entstanden.
Letzte redaktionelle Überarbeitung: Februar 2026.
