

Die Leichtigkeit der Kunst - Kunstpodcast
Claudia Linzel
Kunstpodcast aus Ausstellungen, Ateliers und Sammlungen – über Prozesse, Entscheidungen, Kunstgeschichte und Gegenwart. Verständliche Gespräche, die die Relevanz von Kunst im Alltag greifbar machen.
Episodes
Mentioned books

Jun 27, 2023 • 48min
Dr. Alexander Kunkel x Munich HIGHLIGHTS 01: Das 19. Jahrhundert
Ihr lieben Sammler, Connaisseure, Kunstaficionados und auch alle die, die es werden möchten, bzw. einfach nur interessiert … dank der wunderbaren Kooperation mit der wohl schönsten Boutiquemesse – der HIGHLIGHTS in München – darf ich euch in den kommenden Wochen und Monaten mit außerordentlich spannenden Gesprächspartner:innen tiefe Einblicke in die Sammelgebiete von der Kunst der Antike, der klassischen Moderne bis hin zu junger, zeitgenössischer Kunst genauso wie Gespräche zu Kunst und Kommerz, Mode und Fotografie bieten.
Und gleich mit der ersten Folge reisen wir in das 19. Jahrhundert… Oh, das muss ein vielgestaltiges, widersprüchliches und von der Industrialisierung geprägtes Kunstjahrhundert gewesen sein… Klassizismus, Romantik, Realismus, Impressionismus, Symbolismus und Jugendstil.
Wahnsinnig gerne würde ich mehr über dieses Jahrhundert geprägt durch Aufklärung, Wissenschaft, Erfindungen, Entmachtung von Königen und Anspruch auf Menschenrechte erfahren… und natürlich welche Einflüsse hatten diese historischen Ereignisse auf die Kunst.
Finden wir es doch heraus – gemeinsam mit Dr. Alexander Kunkel, Inhaber der Galerie Kunkel Fine Art.
Doch bevor wir gemeinsam mit Alexander tiefer in das kunsthistorische 19. Jahrhundert einsteigen, möchte ich natürlich gleich in der ersten Folge mehr über die HIGHLIGHTS erfahren… und mit wem könnte dies besser gelingen, als mit der Geschäftsführerin – Juana Schwan.
Die HIGHLIGHTS findet vom 18. – 22. Oktober 2023 in den wirklich beeindrucken Räumlichkeiten der Residenz statt. Die Prämisse in der familiären Atmosphäre lautet stets „Kunst von höchster Qualität“.
Kulturpartnerin: Von ganzem Herzen bedanke ich mich bei der HIGHLIGHTS für das Vertrauen in diese gemeinsame Arbeit.

Jun 23, 2023 • 1h 14min
Lehmbruck Museum – Skulptur, Plastik oder Objekt?
Skulptur, Plastik oder Objekt? | Lehmbruck Museum Duisburg – mit Dr. Söke Dinkla und Mona Hatoum
Kunstpodcast Die Leichtigkeit der Kunst
Hinweis: Diese Episode entstand in Zusammenarbeit mit der Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda-Bank West.
Dreidimensionale Kunst wirkt oft eindeutig – und ist sprachlich doch erstaunlich schwer zu fassen. Skulptur, Plastik, Objekt, Installation, Readymade: Begriffe, die im Alltag schnell austauschbar verwendet werden, obwohl sie unterschiedliche Traditionen, Materialien und Denkweisen markieren. Diese Folge richtet den Blick auf genau diese Unschärfe. Nicht als akademische Begriffsklärung, sondern als Frage, die viele beim Ausstellungsbesuch begleitet: Wovon wird hier eigentlich gesprochen – und warum ist das wichtig?
Im Mittelpunkt steht das Lehmbruck Museum in Duisburg – ein Ort, der historisch eng mit Skulptur verbunden ist und zugleich konsequent in die Gegenwart denkt. Zu Gast ist Dr. Söke Dinkla, Direktorin des Museums. Das Gespräch führt von den klassischen Unterscheidungen zwischen Skulptur und Plastik über Objektbegriffe bis hin zu heutigen Formen, in denen Skulptur mit Raum, Licht, Sound, Bewegung und Alltagserfahrung verschmilzt.
Als besonderer Teil der Episode kommt außerdem die palästinensisch-britische Künstlerin Mona Hatoum zu Wort. Sie gibt Einblick in ihr Werk und in die Installation Map (clear), die im Rahmen des Ausstellungsformats Sculpture 21 in der Glashalle des Lehmbruck Museums gezeigt wurde.
Skulptur, Plastik, Objekt: Warum Begriffe nicht egal sind
Im Gespräch wird deutlich, dass die Begriffe nicht nur unterschiedliche Formen benennen, sondern auch unterschiedliche Herkünfte markieren. Skulptur wird häufig als etwas verstanden, das aus einem Material herausgearbeitet wird – während Plastik stärker auf das Modellieren, Formen und Aufbauen verweist. Das Objekt verschiebt den Fokus erneut: weg von der klassischen Bildhauerei, hin zu Dingen, die in einen neuen Kontext gesetzt werden und dadurch Bedeutung erhalten.
Diese Unterscheidungen sind nicht nebensächlich. Sie prägen, wie Werke gelesen werden, wie sie ausgestellt werden, welche Erwartungen an Material, Dauer, Körperlichkeit oder „Handwerk“ entstehen – und wie dreidimensionale Kunst in Museen und öffentlichen Räumen wahrgenommen wird.
Lehmbruck Museum: Skulptur als Gegenwart
Das Lehmbruck Museum ist kein Ort, an dem Skulptur als abgeschlossenes Kapitel erscheint. Dr. Söke Dinkla spricht über Skulptur als offene Kategorie: als etwas, das sich in den letzten Jahrzehnten erweitert hat – über Materialien, über Produktionsweisen und über das Verhältnis zum Raum.
Ein wichtiger Punkt ist dabei die Frage nach Innen- und Außenraum. Skulptur im öffentlichen Raum hat andere Bedingungen als Skulptur im Museum: Wetter, Dauer, Vandalismus, politische Lesbarkeit, städtische Routinen. Gleichzeitig verändert sich auch der Museumsraum: Er wird nicht nur zur Präsentationsfläche, sondern oft selbst zum Bestandteil der Arbeit.
Installation, Readymade, Objet trouvé
Ein Schwerpunkt der Folge liegt auf Begriffen, die den Skulpturbegriff erweitert haben: Installation, Readymade und Objet trouvé. Diese Formen verändern nicht nur das Werk, sondern auch die Rolle des Museums und der Betrachtenden. Der Raum wird Teil der Arbeit. Das Objekt wird zum Träger einer Entscheidung: Was wird als Kunst gesetzt? Was wird sichtbar gemacht? Und wie verändert sich Bedeutung durch Kontext?
In der Folge wird deutlich: Viele zeitgenössische Positionen arbeiten genau in diesen Übergängen. Dreidimensionale Kunst ist heute oft weniger „Figur“ als Situation. Weniger „Monument“ als Erfahrung. Weniger abgeschlossen als prozesshaft.
Mona Hatoum: Map (clear) und die Erfahrung im Raum
Mit Mona Hatoum kommt eine Stimme hinzu, die Skulptur als körperliche Erfahrung denkt. Im Gespräch geht es um formale Präsenz und um den Moment, in dem eine physische Begegnung eine psychologische Reaktion auslösen kann. Nicht über Erklärungen, sondern über Material, Maßstab, Raum und Bewegung.
Map (clear) wird in der Folge als raumgreifende Arbeit beschrieben, die den Blick auf Weltordnung, Grenzen und Fragilität öffnet. Dabei bleibt das Gespräch nah an der künstlerischen Perspektive: Wie entsteht eine Arbeit, wie wird sie im Raum platziert, wie verändert sich die Erfahrung im Gehen?
Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda-Bank West
Die Präsentation von Mona Hatoums Installation im Lehmbruck Museum wurde durch die Unterstützung der Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda-Bank West ermöglicht. Auch diese Episode entstand in Zusammenarbeit mit der Stiftung. Sie engagiert sich für kulturelle Teilhabe, Bildung und gesellschaftliche Verantwortung und unterstützt Projekte, die Kunst in Nordrhein-Westfalen langfristig sichtbar machen – in Museen, Institutionen und öffentlichen Räumen.
Themen dieser FolgeSkulptur · Plastik · Objekt · Lehmbruck Museum · Dr. Söke Dinkla · Mona Hatoum · Map (clear) · Sculpture 21 · Installation · Readymade · Objet trouvé · Kunst im Raum
GästeDr. Söke Dinkla · Direktorin Lehmbruck Museum, DuisburgMona Hatoum · Künstlerin
Links & CreditsLehmbruck Museum · Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda-Bank West
Hören
Der Kunstpodcast Die Leichtigkeit der Kunst erscheint seit 2020 kostenfrei auf allen gängigen Plattformen:
︎ Kunstpodcast auf Spotify hörenDie Leichtigkeit der Kunst auf Spotify hören
︎ Kunstpodcast bei Apple PodcastsDie Leichtigkeit der Kunst auf Apple Podcasts hören
︎ Kunstpodcast auf YouTubeDie Leichtigkeit der Kunst auf YouTube hören
Weiterhören
Weitere Gespräche aus der Zusammenarbeit mit der Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda-Bank West versammeln sich in der Kategorie Sparda-Stiftung x die Leichtigkeit der Kunst.Diese Episode ist als persönliches Gespräch vor Ort entstanden. Letzte redaktionelle Überarbeitung: Februar 2026.

Jun 16, 2023 • 1h 12min
Lee Miller – Fotografie zwischen Krieg und Alltag | Bucerius Kunst Forum | Kunstpodcast | 2023
Lee Miller – Fotografie zwischen Krieg und Alltag | Bucerius Kunst Forum
Eine Leerstelle, die sichtbar wird
Lee Miller ist präsent in Bildern, Ausstellungen und Erzählungen.Und doch bleibt oft offen, wie ihre Fotografien heute gelesen werden können – jenseits von Biografie, Mythos oder spektakulären Einzelmotiven.Diese Folge setzt genau hier an: bei den Bildern selbst, bei ihren Entstehungskontexten und bei der Frage, wie fotografische Zeugnisse aus Extremsituationen im musealen Raum verortet werden.
Dr. Kathrin Baumstark
Direktorin des Bucerius Kunst Forum.Sie arbeitet kuratorisch an der Schnittstelle von Fotografie, Zeitgeschichte und öffentlicher Verantwortung und beschäftigt sich mit der Frage, wie historische Bildbestände heute gezeigt und gelesen werden können.
Bucerius Kunst Forum
Das Gespräch ist im Bucerius Kunst Forum in Hamburg entstanden.Das Ausstellungshaus stellt Werke in einen historischen wie gesellschaftlichen Zusammenhang, ohne sie narrativ zu überformen.
Ausgangspunkt des Gesprächs ist die Ausstellung „Lee Miller. Fotografien zwischen Glamour und Krieg“, die Millers Werk in seiner gesamten Spannbreite sichtbar macht.
Thema der Folge
Im Mittelpunkt steht Lee Miller und ihr fotografisches Werk:Fotografien aus dem Krieg, aus dem Alltag, aus persönlichen und historischen Situationen – betrachtet aus kuratorischer und institutioneller Perspektive.
Lee Miller Fotografie im historischen Kontext
Das Gespräch nähert sich Lee Miller nicht über biografische Zuschreibungen, sondern über ihre fotografische Praxis.Thematisiert werden ihre Arbeiten als Kriegsfotografin, ihre Rolle als Korrespondentin für Vogue während des Zweiten Weltkriegs sowie die Bedingungen, unter denen diese Bilder entstanden sind.
Besprochen wird, wie Miller Situationen festhielt, die zwischen Nähe und Distanz, Beobachtung und Beteiligung oszillieren. Dabei geht es um Entscheidungen hinter der Kamera, um Blickrichtungen, um Auswahl – und um die Frage, wie Fotografien aus Extremsituationen heute ausgestellt werden können, ohne sie zu dramatisieren oder zu vereinfachen.
Auch ikonische Motive werden eingeordnet – nicht als singuläre Bilder, sondern als Teil eines größeren fotografischen Zusammenhangs.
Warum dieses Thema jetzt
Fotografien prägen unser Bild von Geschichte bis heute.Gerade Bilder aus Kriegs- und Krisensituationen stehen immer wieder im Spannungsfeld zwischen Dokumentation, Öffentlichkeit und Verantwortung.
Das Gespräch mit Kathrin Baumstark setzt an diesem Punkt an:Wie lassen sich historische Fotografien zeigen, ohne sie zu aktualisieren?Welche Rolle spielen kuratorische Entscheidungen im Umgang mit Bildern, die Leid, Zerstörung und Alltag zugleich dokumentieren?Und wie kann ein Museum Räume schaffen, in denen diese Fotografien betrachtet werden können, ohne sie festzuschreiben?
Die Folge bleibt nah an der institutionellen Praxis und an den Fotografien selbst.
Zur Folge
Diese Episode nähert sich Lee Miller aus der Perspektive der Ausstellung und der Sammlung.Sie beschreibt, wie Fotografie im musealen Kontext verhandelt wird – zwischen Zeitgeschichte, Bildverantwortung und gegenwärtiger Wahrnehmung.Ohne Bewertung. Ohne Heroisierung. Mit offenem Blick.
Themen
Lee Miller · Fotografie · Kriegsfotografie · Zeitgeschichte · Ausstellungspraxis · Museum · Bucerius Kunst Forum · Bildverantwortung
Weiterhören
Sean Scully | Bucerius Kunst Forum Hamburg
Henri Cartier-Bresson | Bucerius Kunst Forum
Geniale Frauen | Bucerius Kunst Forum Hamburg
Georges Braque | Bucerius Kunst Forum Hamburg
200 Jahre Fotografie
Links & Credits
Bucerius Kunst Forum, HamburgAusstellung: Lee Miller. Fotografien zwischen Glamour und Krieg
Hören
Website · Spotify · Apple Podcasts · YouTube
Diese Episode ist als persönliches Gespräch vor Ort entstanden.Im direkten Gegenüber, ohne digitale Distanz, entwickelt sich ein Austausch, der Gesten, Pausen und Zwischentöne ebenso zulässt wie fachliche Einordnung und institutionelle Perspektiven.
Letzte redaktionelle Überarbeitung: Januar 2026.

Jun 13, 2023 • 51min
Elisabeth Gürtler: Savoir Vivre im Sacher
Mit diesem Savoir Vivre nehme ich euch mit in die Alpen. Dort lassen wir uns von Natur und Kultur auf ziemlich extravagante Weise verwöhnen… Was sich dahinter verbirgt, erfahren wir von der Grand Dame der Hotelerie – von ihr stammt auch das Zitat: „Gut zu leben ist immer eine Kunst“.
Mir zu Seite sitzt Elisabeth Gürtler, ehemalige Organisatorin des Wiener Opernballs, einstige Leiterin der Spanischen Hofreitschule, vormalige Geschäftsführerin der Sacher Hotels in Wien und Salzburg sowie Direktorin des Alpin Resorts Sacher in meinem heißgeliebten, Tiroler Bergdorf Seefeld.
Hier organisiert sie alljährlich das Kulturfestival Bergauf mit Cultour. Zu dem es Schauspieler, Opernsänger und Künstler aus dem ganzen Land zieht. Über dieses Fest sowie natürlich auch über die süßen Geheimnisse rund um die Sachertorte sowie ihren Bezug zur Kunst erfahren wir nun Hintergründe und Anekdoten.
Kulturpartner dieser Episode ist das Wiener Architekturbüro BWM Designers & Architects, herzlichen Dank für euer Engagement.

Jun 9, 2023 • 51min
Benedikt Ernst & Raffaele Horstmann: Kontraste
Neulich habe ich ein sehr schönes Zitat von Aristoteles gelesen, an dem ich euch unbedingt teilhaben lassen möchte. Es lautet: „Freundschaft, das ist eine Seele in zwei Körpern.“
Und kennt ihr wiederum das Gefühl, dass es in euch, eurem Körper und eurer Seele manchmal ganz schön – sagen wir – kontrastreich zu gehen kann? Eben ganz so, als ob ein ausführlicher Dialog zwischen gleich zwei Seelen stattfindet – natürlich in aller Freundschaft… dabei ist die eine Stimme bzw Seele ein bisschen nachdenklicher, vielleicht auch mal ein bisschen nachdrücklicher und die andere sprüht vor fröhlicher Gelassenheit…und besonders stark scheinen die beiden, wenn sie sich vorher großzügig gespiegelt haben.
Und genau darum, um Kontraste, Freundschaft, Spiegelung und faszinierende Seelen geht es in dieser Episode. Was zeichnet Freundschaft zwischen zwei vermeintlich sehr unterschiedlichen Menschen aus und was hat dies in letzter Konsequenz mit Kunst zu tun?
Seid gespannt auf ein spannungsvolles Entgegenstehen zwischen den Fotografen Raffaele Horstmann und Benedikt Ernst, ob Inszenierung oder Ästhetik der Wirklichkeit… findet es nun selbst heraus.
Ich freu mich so, bei Benedikt und Raffaele eingeladen zu sein… und ihren Weg hin zur Fotografie näher kennenzulernen.

Jun 2, 2023 • 49min
Victoria Dejaco - simplify art
Kennt ihr eigentlich Ottilie von Goethe? Noch nicht? Also … Ottilie von Goethe lebte von 1796 -1872 und ist die Schwiegertochter Johann Wolfgang von Goethes. Doch sie leistete viel mehr als die familiäre Verbundenheit zu einem der größten Dichter… Sie dichtete selbst, übersetzte und förderte als Agentin den Kulturtransfer zwischen Deutschland und England. Und sie gründete eine eigene literarische Zeitung mit dem Titel Chaos. Sie schuf mit dem Musenverein kurzerhand einen Raum für Frauen und ihre Freude an intellektueller Betätigung. Ihr könnt euch vorstellen, dass dies damals nicht unbedingt auf allseits große Anerkennung traf… Leider blieb ihr Wirken lange Zeit unbeachtet…
Doch wir befinden uns mit dieser Folge nicht im 19. Jahrhundert, sondern 2023 und wir sind auch nicht in Weimar sondern in Wien bei einer Frau, die ebenfalls bereit ist, unkonventionelle Wege zu beschreiten, um ihren Traum zu verwirklichen. Den Traum eines simpleren Kunstmarkts.
Ich freue mich, zu Gast bei Victoria Dejaco zu sein, ehemalige Sammlungsleiterin und nun Kuratorin, Galeristin von Wonnerth Dejaco und Inhaberin des Start-ups simplify.art, indem sie für einen Transfer zwischen Kunst und künstlicher Intelligenz sorgt.
Wie genau das funktioniert, erfahren wir von Victoria direkt, doch vorab möchte ich natürlich dich, liebe Victoria kennenlernen… erzähl mir von deinem Weg aus Bozen hin zur Unternehmerin in Wien.

May 26, 2023 • 45min
Mondo Mio Kindermuseum – Kleine Geste, große Wirkung | Teresa Grünhage-Bilitza
Mondo Mio Kindermuseum – Kleine Geste, große Wirkung mit Teresa Grünhage-Bilitza
Kunstpodcast Die Leichtigkeit der Kunst
Hinweis: Diese Episode entstand in Zusammenarbeit mit der Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda-Bank West.
Es gibt diese Momente, in denen man merkt: Gesellschaft beginnt nicht in Talkshows. Sie beginnt in kleinen Sätzen. In Fragen, die Kinder stellen. In einer Hand, die ausprobiert, wie etwas funktioniert. Und in einem Raum, in dem Neugier nicht als „süß“ abgetan wird, sondern ernst genommen.
Diese Folge führt nach Dortmund in den Westfalenpark – ins Kindermuseum Mondo Mio. Ein Museum, das sich nicht als „Kinderprogramm“ versteht, sondern als kultureller Ort mit Haltung: für Bildung, für Mitdenken, für Zukunft.
Der Ausgangspunkt dieser Episode ist eine Beobachtung, die fast banal klingt – und doch viel verändert: Eine kleine Geste kann eine große Wirkung haben. Vor allem dann, wenn sie an die Jüngsten gerichtet ist. Denn wer früh erlebt, dass Kultur etwas mit dem eigenen Leben zu tun hat, nimmt dieses Gefühl mit. Still. Selbstverständlich. Und langfristig.
Zu Gast ist Teresa Grünhage-Bilitza, Direktorin des Mondo Mio. Sie arbeitet als Kunst- und Kulturvermittlerin, Kulturmanagerin und auch als freischaffende Künstlerin. Im Gespräch wird schnell klar: Hier geht es nicht um ein pädagogisches „Wir erklären euch die Welt“. Sondern um Räume, in denen Kinder selbst anfangen, Welt zu denken.
Mondo Mio: Ein Kindermuseum als Kulturort
Mondo Mio ist ein Museum, das in seiner Struktur bereits eine Haltung transportiert: Es ist offen, experimentell, körperlich. Kinder sollen nicht still sitzen und zuhören. Sie sollen testen, spielen, hinterfragen. Und vor allem: sich selbst ernst nehmen.
Im Gespräch geht es um die Frage, was kulturelle Bildung heute leisten kann – und was sie vermeiden sollte. Denn Kulturvermittlung funktioniert nicht über Belehrung, sondern über Vertrauen. Über das Gefühl: Hier darf ich etwas ausprobieren, ohne bewertet zu werden.
Kleine Geste, große Wirkung: Warum frühe Kultur zählt
Ein zentraler Gedanke der Folge ist die langfristige Wirkung von Kultur für Kinder. Nicht als „nice to have“, sondern als Teil gesellschaftlicher Zukunft.
Wenn Kinder früh erleben, dass Kunst und Kultur Räume sind, in denen Fragen erlaubt sind, verändert das etwas: im Denken, im Sprechen, in der Art, wie man später mit Unsicherheit umgeht. Und auch darin, wie man anderen begegnet.
Die Folge nimmt diesen Gedanken bewusst positiv: nicht alarmistisch, nicht moralisch, sondern als Einladung, genauer hinzusehen. Vielleicht ist kulturelle Bildung eine der freundlichsten Formen von Zukunftspolitik.
Zukunftsfragen: Wie wollen wir leben?
Ein weiterer Fokus liegt auf den Themen, die im Mondo Mio verhandelt werden: Zukunft, Zusammenleben, Umwelt, Verantwortung.
Die Episode stellt eine stille, starke Frage in den Raum:Wie könnte unsere Welt in 50 oder 100 Jahren aussehen – und wie möchten Kinder dann leben?
Solche Fragen wirken zunächst groß. Im Museum werden sie spielerisch. Und genau darin liegt ihre Kraft. Denn Kinder denken oft klarer über Zukunft als Erwachsene – weil sie weniger Angst vor dem Unfertigen haben.
Draußen sein, experimentieren, digital denken
Im Gespräch wird auch deutlich: Mondo Mio ist kein Ort, der Kultur „drinnen“ einschließt. Der Westfalenpark als Umgebung spielt mit. Frische Luft, Bewegung, Natur – all das gehört zur Erfahrung.
Und gleichzeitig werden digitale Möglichkeiten angesprochen: etwa über Apps oder zeitgemäße Tools, die Kinder nicht von der Welt ablenken, sondern ihnen helfen können, Zusammenhänge zu verstehen. Nicht als Technikspielerei, sondern als Teil moderner Kulturarbeit.
Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda-Bank West
Diese Episode entstand in Zusammenarbeit mit der Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda-Bank West. Die Stiftung unterstützt Kulturprojekte in Nordrhein-Westfalen mit einem Fokus auf Teilhabe, Bildung und langfristige Sichtbarkeit. Gefördert werden Vorhaben, die kulturelle Orte stärken und neue Formate ermöglichen – in Museen, Institutionen und im öffentlichen Raum. Die Unterstützung von Projekten wie Mondo Mio zeigt, wie Kulturförderung ganz konkret wirken kann: als Einladung an Kinder, früh eigene Fragen zu stellen, Kultur als Teil ihres Alltags zu erleben und Zukunft als gestaltbaren Raum wahrzunehmen.
Themen dieser FolgeMondo Mio · Kindermuseum · kulturelle Bildung · Zukunft · Gesellschaft · Zusammenleben · Experimentieren · Kunstvermittlung · Dortmund · Westfalenpark
GastTeresa Grünhage-Bilitza · Direktorin Mondo Mio Kindermuseum
Links & CreditsMondo Mio · Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda-Bank-WestFotos: Raffaele Horstmann
Hören
Der Kunstpodcast Die Leichtigkeit der Kunst erscheint seit 2020 kostenfrei auf allen gängigen Plattformen:
︎ Kunstpodcast auf Spotify hören
Die Leichtigkeit der Kunst auf Spotify hören
︎ Kunstpodcast bei Apple Podcasts
Die Leichtigkeit der Kunst auf Apple Podcasts hören
︎ Kunstpodcast auf YouTube
Die Leichtigkeit der Kunst auf YouTube hören
Weiterhören
Weitere Episoden aus der Zusammenarbeit mit der Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda-Bank West finden sich in der Kategorie Sparda-Stiftung x die Leichtigkeit der Kunst.Passend dazu: Kunst im Tunnel – 13 Morgen über Text und Bild · New Talents Ruhr über Nachwuchsförderung · Kunstmuseen Krefeld – Die Bar über soziale Räume als Kunst.

May 19, 2023 • 54min
Various Others mit Sarah Haugeneder Kunstpodcast 2023
Manchmal, da stöbere ich stundenlang und wahnsinnig gerne durch Zitate von wunderbaren Schriftstellern und Philosophen … und bin völlig fasziniert, wie einfühlsam und gleichzeitig präzise und in wenigen Worten, Gedanken, Ideen und Emotionen zu Papier gebracht werden können. Am liebsten würde ich sie alle auswendig können und zu gegebenem Anlass weise wiedergeben können.
Vor kurzem habe ich z.B. über Motivation und Engagement nachgedacht und folgende Aussagen dazu möchte ich gerne mit euch teilen:
„Nie kann ganz die Spur verlaufen einer starken Tat.“ Von Rainer Maria Rilke und „Zeit, die wir uns nehmen, ist Zeit, die uns etwas gibt.“ Von Ernst Ferstl – von ihm habe ich auch folgendes Zitat behalten können: „Offenheit ist ein Schlüssel, der viele Türen öffnen kann.“
Warum möchte ich euch heute die wohltuende Wirkung von Motivation und Engagement schmackhaft machen? Keine Sorge, ich überrede hier niemanden, zu mehr Ehrenamt… ich bin vielmehr absolut begeistert, welche Türen sich durch Engagement öffnen können, wie Zeit durch Motivation inspirierend gefüllt werden kann und welche nachhaltigen Spuren starke Taten nach sich ziehen.
Mir gegenüber sitzt heute Sarah Haugeneder, Vorstandsmitglied der Kunstinitiative Various Others.
Was es mit Various Others auf sich hat und warum ich so begeistert bin von Sarahs Motivation und Engagement erfahren wir nun…
Kulturpartner:in dieser Episode ist das Zeppelinmuseum in Friedrichshafen, herzlichen Dank für euer Engagement.

May 12, 2023 • 44min
Kronenhalle Zürich - Savoir Vivre mit Dominique Godat
Kronenhalle Zürich – Savoir Vivre mit Dominique Godat
Kunstpodcast Die Leichtigkeit der Kunst
Savoir Vivre… das französische Codewort für eine bewusste und gute Art zu leben, das geflügelte Wort für: die Kunst, das Leben mit all seinen Reizen zu genießen, die kleinen Besonderheiten in all ihrer Anmut wahrnehmen zu dürfen und dem Alltag auch mal eine Brise Charme und Leichtigkeit zu verleihen.
In meiner Sonderreihe Savoir Vivre stelle ich euch zauberhafte Orte, ihre Geschichten und die Menschen dahinter vor, in denen geschmackvolle Höhepunkte gefeiert werden können – natürlich immer mit festem Bezug zur Kunst – und dennoch ceci n‘est pas un musée. Also lasst euch überraschen in welches Restaurant, in welche Bar, zu welchen Menschen oder gar in welches Hotel ich euch (ab und zu) mitnehmen werde…
In meinem heutigen Savoir Vivre nehme ich euch mit in die Schweiz, entführe euch kulinarisch und kredenze euch ein ganz besonderes Trouvaille….
Bei hervorragendstem veganem Geschnetzelten mit Rösti, einem köstlichen Schluck Chardonnay und einem unversperrten Blick auf das Südlicht Pierre Bonnard sitze ich im Marc-Chagall Saal der Kronenhalle in Zürich. Und wundere mich tatsächlich ein bisschen, dass hier im einstigen Hotel de la Couronne unmittelbar beim Bellevue im Zentrum von Zürich Kunst und Kulinarik so nonchalant miteinander wirken.
Ganz neugierig bin ich, wie es zu dieser Verbindung kam und freue mich sehr, dass uns der Direktor des Hauses Dominique Nicolas Godat mehr über die Geschichte des legendären Restaurants und Bar verraten wird.
Doch vorab bin ich sehr gespannt Dominiques Wege vom Hotelier mit internationaler Top Auszeichnung hin zum Direktor der Kronenhalle zu erfahren.

May 5, 2023 • 33min
Frauke Dannert: Schwere & Schweben
Für einen kurzen Moment möchte ich euch heute mit auf einen Ausflug in das Kambodscha des Jahres 1589 mitnehmen. Die Südostasien-Fans werden nun schmunzeln und schon wissen, ahhh… diese Folge wird sich möglicherweise Angkor Wat und indisch-buddhistischen Tempelanlagen widmen. Doch das ist nur zum Teil richtig… eben in diesem Jahr sagte einer der dortigen ersten westlichen Touristen – Antonio de Madelena – über Angkor Wat: „Das hat eine so außergewöhnliche Struktur … es ist unmöglich, mit einem Stift darauf zu schreiben, zumal es nichts mit der Welt zu tun hat. Es hat hohe Türme und Dekorationen und all die Vorzüglichkeit, die sich ein menschliches Genie vorstellen kann.“
Ich selbst durfte mich von diesem verwunschenen Ort vor 20 Jahren verzaubern lassen und war fasziniert, wie scheinbar schwerelos sich die Natur diesen schwer-gigantisch städtischen Bau zurückerobert hat.
So – und warum erzähle ich euch dies nun?
Vor kurzem bin ich auf die Papierarbeiten einer wunderbaren Künstlerin gestoßen, die ihren Fokus auf die Wahrnehmung von Architektur und Raum richtet. Sie wählt Erker, Türme und ganze Fassade, multipliziert diese zu poetischen Collagen, die scheinen als würden sie schweben, wuchern und wirbeln. Gleichzeitig übernehmen ihre abstrakt teils botanisch anmutenden Installationen ganze Räume und ich fühle mich beim Blick ihrer Arbeiten an die Magie der Ruinen Angkor Wats erinnert.
Ich schätze mich sehr glücklich, dass ich heute bei Frauke Dannert zu Gast sein darf, bildende Künstlerin aus Köln. Ich freu mich so sehr, mich mit ihr über ihren Weg, ihre Räume, ihren Umgang mit dem Fotokopierer und außergewöhnliche Strukturen unterhalten darf.
Diese Folge ist zugunsten von Desideria Care e.V. – Demenz menschlich begleiten
Der Verein Desideria Care unterstützt die Angehörigen von Menschen mit Demenz und trägt zu einem Bewusstseinswandel zum Thema Demenz in der Gesellschaft bei. Desideria Care ist ein von Desirée von Bohlen und Halbach 2017 gegründeter, gemeinnütziger und eingetragener Verein mit Sitz in München. Der Verein finanziert sich über Stiftungsgelder, Spenden und Mitgliedsbeiträge.
Frauke Dannert unterstützt mit einem Kunstwerk die Charity-Auktion zugunsten von Desideria Care, organisiert von Michael Schmidt-Ott. Die Auktion findet am 05.Oktoer 2023 im Palais Oppenheim in Köln statt.
Kulturpartner:in dieser Episode ist die Düsseldorfer Galerie Kellermann, herzlichen Dank für euer Engagement.


