
Die Leichtigkeit der Kunst - Kunstpodcast Lehmbruck Museum – Skulptur, Plastik oder Objekt?
Skulptur, Plastik oder Objekt? | Lehmbruck Museum Duisburg – mit Dr. Söke Dinkla und Mona Hatoum
Kunstpodcast Die Leichtigkeit der Kunst
Hinweis: Diese Episode entstand in Zusammenarbeit mit der Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda-Bank West.
Dreidimensionale Kunst wirkt oft eindeutig – und ist sprachlich doch erstaunlich schwer zu fassen. Skulptur, Plastik, Objekt, Installation, Readymade: Begriffe, die im Alltag schnell austauschbar verwendet werden, obwohl sie unterschiedliche Traditionen, Materialien und Denkweisen markieren. Diese Folge richtet den Blick auf genau diese Unschärfe. Nicht als akademische Begriffsklärung, sondern als Frage, die viele beim Ausstellungsbesuch begleitet: Wovon wird hier eigentlich gesprochen – und warum ist das wichtig?
Im Mittelpunkt steht das Lehmbruck Museum in Duisburg – ein Ort, der historisch eng mit Skulptur verbunden ist und zugleich konsequent in die Gegenwart denkt. Zu Gast ist Dr. Söke Dinkla, Direktorin des Museums. Das Gespräch führt von den klassischen Unterscheidungen zwischen Skulptur und Plastik über Objektbegriffe bis hin zu heutigen Formen, in denen Skulptur mit Raum, Licht, Sound, Bewegung und Alltagserfahrung verschmilzt.
Als besonderer Teil der Episode kommt außerdem die palästinensisch-britische Künstlerin Mona Hatoum zu Wort. Sie gibt Einblick in ihr Werk und in die Installation Map (clear), die im Rahmen des Ausstellungsformats Sculpture 21 in der Glashalle des Lehmbruck Museums gezeigt wurde.
Skulptur, Plastik, Objekt: Warum Begriffe nicht egal sind
Im Gespräch wird deutlich, dass die Begriffe nicht nur unterschiedliche Formen benennen, sondern auch unterschiedliche Herkünfte markieren. Skulptur wird häufig als etwas verstanden, das aus einem Material herausgearbeitet wird – während Plastik stärker auf das Modellieren, Formen und Aufbauen verweist. Das Objekt verschiebt den Fokus erneut: weg von der klassischen Bildhauerei, hin zu Dingen, die in einen neuen Kontext gesetzt werden und dadurch Bedeutung erhalten.
Diese Unterscheidungen sind nicht nebensächlich. Sie prägen, wie Werke gelesen werden, wie sie ausgestellt werden, welche Erwartungen an Material, Dauer, Körperlichkeit oder „Handwerk“ entstehen – und wie dreidimensionale Kunst in Museen und öffentlichen Räumen wahrgenommen wird.
Lehmbruck Museum: Skulptur als Gegenwart
Das Lehmbruck Museum ist kein Ort, an dem Skulptur als abgeschlossenes Kapitel erscheint. Dr. Söke Dinkla spricht über Skulptur als offene Kategorie: als etwas, das sich in den letzten Jahrzehnten erweitert hat – über Materialien, über Produktionsweisen und über das Verhältnis zum Raum.
Ein wichtiger Punkt ist dabei die Frage nach Innen- und Außenraum. Skulptur im öffentlichen Raum hat andere Bedingungen als Skulptur im Museum: Wetter, Dauer, Vandalismus, politische Lesbarkeit, städtische Routinen. Gleichzeitig verändert sich auch der Museumsraum: Er wird nicht nur zur Präsentationsfläche, sondern oft selbst zum Bestandteil der Arbeit.
Installation, Readymade, Objet trouvé
Ein Schwerpunkt der Folge liegt auf Begriffen, die den Skulpturbegriff erweitert haben: Installation, Readymade und Objet trouvé. Diese Formen verändern nicht nur das Werk, sondern auch die Rolle des Museums und der Betrachtenden. Der Raum wird Teil der Arbeit. Das Objekt wird zum Träger einer Entscheidung: Was wird als Kunst gesetzt? Was wird sichtbar gemacht? Und wie verändert sich Bedeutung durch Kontext?
In der Folge wird deutlich: Viele zeitgenössische Positionen arbeiten genau in diesen Übergängen. Dreidimensionale Kunst ist heute oft weniger „Figur“ als Situation. Weniger „Monument“ als Erfahrung. Weniger abgeschlossen als prozesshaft.
Mona Hatoum: Map (clear) und die Erfahrung im Raum
Mit Mona Hatoum kommt eine Stimme hinzu, die Skulptur als körperliche Erfahrung denkt. Im Gespräch geht es um formale Präsenz und um den Moment, in dem eine physische Begegnung eine psychologische Reaktion auslösen kann. Nicht über Erklärungen, sondern über Material, Maßstab, Raum und Bewegung.
Map (clear) wird in der Folge als raumgreifende Arbeit beschrieben, die den Blick auf Weltordnung, Grenzen und Fragilität öffnet. Dabei bleibt das Gespräch nah an der künstlerischen Perspektive: Wie entsteht eine Arbeit, wie wird sie im Raum platziert, wie verändert sich die Erfahrung im Gehen?
Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda-Bank West
Die Präsentation von Mona Hatoums Installation im Lehmbruck Museum wurde durch die Unterstützung der Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda-Bank West ermöglicht. Auch diese Episode entstand in Zusammenarbeit mit der Stiftung. Sie engagiert sich für kulturelle Teilhabe, Bildung und gesellschaftliche Verantwortung und unterstützt Projekte, die Kunst in Nordrhein-Westfalen langfristig sichtbar machen – in Museen, Institutionen und öffentlichen Räumen.
Themen dieser Folge
Skulptur · Plastik · Objekt · Lehmbruck Museum · Dr. Söke Dinkla · Mona Hatoum · Map (clear) · Sculpture 21 · Installation · Readymade · Objet trouvé · Kunst im Raum
Gäste
Dr. Söke Dinkla · Direktorin Lehmbruck Museum, Duisburg
Mona Hatoum · Künstlerin
Links & Credits
Lehmbruck Museum · Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda-Bank West
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Weitere Gespräche aus der Zusammenarbeit mit der Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda-Bank West versammeln sich in der Kategorie Sparda-Stiftung x die Leichtigkeit der Kunst.Diese Episode ist als persönliches Gespräch vor Ort entstanden.
Letzte redaktionelle Überarbeitung: Februar 2026.
