

Archivradio – Geschichte im Original
SWR
Historische Aufnahmen und Radioberichte von den ersten Tonaufzeichnungen bis (fast) heute. Das Archivradio der ARD macht Geschichte hör- und die Stimmung vergangener Jahrzehnte fühlbar. Präsentiert von: Gábor Paál, Lukas Meyer-Blankenburg, Maximilian Schönherr und Christoph König. Ein Podcast von SWR, BR, HR, MDR und WDR. https://archivradio.de | Übersicht über alle Beiträge: http://x.swr.de/s/archivradiokatalog
Episodes
Mentioned books

Apr 30, 2020 • 27min
Wie der NS-Rundfunk sein soll – Reichssendeleiter Eugen Hadamovsky | 2.7.1935
In den 1930er-Jahren ist der Rundfunk noch ein neues Medium. Doch die Nationalsozialisten erkennen seine Möglichkeiten. Die Bevölkerung soll sich vor dem Radio versammeln und die nationalsozialistische Weltanschauung verinnerlichen. Doch die Bindung an viele neue Hörer will man nicht nur mit direkter Propaganda erreichen. Die Musik soll leicht sein und eingängig. In Wortbeiträgen und Reportagen sollen sich die Menschen wiederfinden als Kleingärtner, Kraftfahrer oder vielleicht als Mitglied einer nationalsozialistischen Organisation.
Zur 12. Funkausstellung in Berlin skizziert Reichssendeleiter Eugen Hadamovsky die Ideen für den deutschen Rundfunk in seiner Rede an die Mitarbeiter der Reichs-Rundfunk-Gesellschaft am 2. Juli 1935.

Apr 14, 2020 • 12min
Polizeieinsatz im Parlament | 12.5.1932
Eduard Dingeldey (DVP) fordert Aufhebung des Verbots von SA und SS
An diesem 12. Mai ist die Lage im Parlament noch völlig unklar. Parlamentspräsident Paul Löbe eröffnet die Sitzung nach der Unterbrechung erneut. Ab hier beginnt der Mitschnitt. Löbe zeigt sich fassungslos, kann aber noch keine Details nennen. Der DVP-Abgeordnete Eduard Dingelday spricht dem Außenminister das Misstrauen seiner Fraktion aus und plädiert für eine Aufhebung des Verbots von SA und SS.
Breitscheid lehnt Misstrauensanträge ab
Der SPD-Abgeordnete (und quasi Fraktionsvorsitzende) Rudolf Breitscheid lehnt sämtliche Misstrauensanträge ab, erklärt aber trotzdem seine Kritik am Kabinett Brüning. Die Erklärung führt zum Aufruhr im Parlament, Abgeordnete von SPD ("Bluthund!") und NSDAP ("Verbrecher!") werden zur Ordnung gerufen. Breitscheid sagt, dass die SPD einem Sturz der Brüning-Regierung nicht die Hand reichen würde, weil damit die Nationalsozialisten an die Macht kämen.
Turbulente Szenen am Nachmittag
Der frühe Nachmittag in diesem Original-Ton zeigt turbulente Szenen. Alle Anträge werden nach der Abstimmung mit kleiner Mehrheit abgelehnt. Der KPD-Abgeordnete (und quasi Fraktionsführer) Torgler macht sich über die SPD-Fraktion lustig, die sich nach dem Vorfall in der Kantine "wie die geprügelten Hunde" aufführte und sich "alles von denen da drüben gefallen" ließ. Kommunistische Abgeordnete seien immer wieder aus dem Parlament "herausgeschleppt" worden. Es wird eine Stunde Pause erbeten.
Polizeieinsatz im Parlament
Eine Stunde später, 14 Uhr 41, eröffnet Löbe die Sitzung mit der Anmerkung, er habe der Polizei jetzt wegen Verdunkelungsgefahr die Befugnis erteilt, die Straftat zu verfolgen. Ohne Kommentar liest er eine Mitteilung vor, die besagt, "dass die Frau des im Hause Verletzten inzwischen angeläutet worden ist und ihr mitgeteilt worden ist, dass ihr Mann sich im Hause ungebührlich betragen habe, dass er infolgedessen zusammengeschlagen worden wäre und sie herkommen solle, sich seine Knochen abzuholen."
Löbe kann sich gegen NSDAP nicht durchsetzen und schließt die Sitzung
Er schließt wegen Tatverdachts grober Verletzung der Ordnung vier NSDAP-Abgeordnete für 30 Tage von den Parlamentssitzungen aus: Heines, Krause, Weitzel, Stegmann. Die vier verlassen den Saal jedoch nicht. Daraufhin schließt Reichstagspräsident Paul Löbe die ganze Sitzung und behält sich vor, wann er die nächste Sitzung einberufen wolle. Um 14 Uhr 43, also zwei Minuten nach Eröffnung, ist die Sitzung geschlossen.

Apr 14, 2020 • 2h 21min
Diskussion über die Reparationszahlungen | 11.5.1932
Brüning drängt auf rasche Verabschiedung des Gesetzes
Die Aufnahme beginnt mit einer einstündigen Erklärung des Reichskanzlers Brüning (Zentrum), die von vielen im Parlament als Handreichung an die rechten Parteien verstanden wird. Er sagt, das Gold habe sich wegen des verlorenen Kriegs auf die beiden Siegerländer USA und Frankreich verteilt. Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen lehnt Brüning ab, weil sie den Arbeitsmarkt verzerrten und die Währung destabilisierten. Das Verbot der SA sei nötig gewesen, weil an Stelle der staatlichen Autorität keine private treten dürfe. Er drängt darauf, den Gesetzesentwurf rasch zu verabschieden und von Polemik abzusehen. Die Rede endet mit der optimistischen Aussicht, man sei 100 Meter vom Ziel entfernt.
Weil Brüning während seinen Ausführungen offenbar ohne große Störungen der NSDAP vor allem zu diesem Flügel gesprochen und den Linken den Rücken zugekehrt hatte, meldet sich August Siemsen (SAPD) zu Wort und sieht schon eine Koalition von Zentrum und Nationalsozialisten kommen. Dieser Abschnitt reißt ab.
Nicht auf dem Mitschnitt zu hören ist, wie Siemsen darauf hinweist, dass der Herausgeber der Weltbühne, Carl von Ossietzky, gestern seine 1½-jährige Haft antrat. Dem läge ein "ausgesprochenes Racheurteil" zugrunde, weil der Journalist es gewagt hatte, die Klassenjustiz in Deutschland aufs Korn zu nehmen. Siemsen erwähnt auch das Verbot der "proletarischen Friedensorganisation" und sieht darin einen Trend, den auch die letzten Wahlen zeigten: Verluste bei den Linken, Gewinne bei den Rechten.
Der Originalton geht mit einer ausführlichen Rede des Deutschnationalen Fritz Kleiner weiter, der Brüning Schwäche vorwirft. Das Kabinett und Hindenburg stützten sich auf eine politische Mitte, die es nicht mehr gibt. Er lobt das Zentrum, dass es endlich auch einsehe, Versailles sei nichts als "Deutschlands Entrechtung". Solange der Vertrag von Versailles Gültigkeit habe, käme für seine Partei keine Außenpolitik mit Frankreich und Polen infrage.
Auch Rudolf Hilferding (SPD) möchte einen Schlussstrich unter die Reparationszahlungen setzen. Er stellt das Wort "Sozialismus" bei den Nationalsozialisten auseinander und lehnt deren Vorhaben, die "Großbetriebe der Eisenindustrie" zu vergesellschaften, ab.
Hintergrund dieser Äußerung war Hitlers Rede am 27. Januar 1932 vor dem Düsseldorfer Industrieclub. Hilferding weist darauf hin, dass Fritz Thyssen bei der Gelegenheit "Heil Hitler!" gerufen habe.
Der letzte Redner in dem Mitschnitt ist der Kommunist Theodor Neubauer. Er spricht die angebliche Bedrohung "des Ostens" durch Polen an. Diese werde ein friedliches Ende finden, wenn "das Reich der Sowjets bis zum Rhein reicht". Auch er hält Brünings Rede für die Anbahnung einer Koalition mit der NSDAP.
Die Redner:
Heinrich Brüning (Reichskanzler)August Siemsen (SAPD)Fritz Kleiner (DNVP)Rudolf Hilferding (SPD)Theodor Neubauer (KPD)
5. Wahlperiode. 1931/32

Apr 14, 2020 • 1h 29min
Aussprache über die Staatsschulden | 9.5.1932
Bankrotte Betriebe im Osten des Reiches
Die Aussprache über die Staatsschulden dominiert den Tag. Reichsfinanzminister Hermann Dietrich spricht von den bankrotten Betrieben im Osten des Reichs und plädiert für einen Ausbau des freiwilligen Arbeitsdiensts.
Rudolf Breitscheid nimmt Stellung zum Verbot von SA und SS
Der Sozialdemokrat Rudolf Breitscheid warnt vor den "langen Messern" der Nationalsozialisten und möchte die SA- und SS-Formationen auf den Straßen verbieten lassen:
"Es geht nicht an, dass ein einzelner Führer eine Privatarmee nach militärischen Grundsätzen durchorganisiert aufstellt, die in weiten Kreisen des Landes den ungeheuersten Terror gegen politisch Andersdenkende ausübt."
Er gesteht den Nationalsozialisten zu, stärkste Partei im Lande zu sein. Das aber heiße noch lange nicht, dass sie die Regierung übernehmen würde. Die SPD sei auch lange stärkste Partei gewesen und habe nicht mitregiert.
Breitscheid bezeichnet Antisemitismus klar als eine Grundfeste der NSDAP
Er spricht offen den Antisemitismus als eine Grundfeste der NSDAP an. Das hat bisher niemand so deutlich im Parlament gesagt, auch die Nationalsozialisten selber nicht. Breitscheid weist auf Widersprüche hin.
So habe Hitler am 5. Januar 1930 dem New York American ein Interview gegeben, wo er versprach, die Rechte der Juden in Deutschland nicht beschneiden zu wollen.
Im Parlament herrscht zu dem Zeitpunkt dieser Rede laut Protokoll eine auch im Originalton fühlbare Heiterkeit. Göring (NSDAP) ruft dazwischen, diese Darstellung (des Hitler-Interviews) stimme nicht. Breitscheid erwidert: "Ach, Herr Göring, es gibt nichts, was von Ihnen nicht dementiert wird." Breitscheid sagt, Juden dürften in ihren Rechten nicht beschnitten werden, merkt aber an, "dass wir anderen, die wir keine Juden sind, nicht weniger Rechte haben sollen als die Juden. Unter diesem Gesichtswinkel sind wir alle Antisemiten".
Er schließt seine Rede damit, dass der Kapitalismus am Ende sei.
Kommunist Ernst Schneller fordert Zertrümmerung des Staates
Der Kommunist Ernst Schneller greift die SPD-Forderung, den kapitalistischen Staat in einen Arbeiterstaat zu überführen, an und fordert: "Dieser Staat muss zertrümmert werden". Er nennt die Sowjetunion als Vorbild, denn dort gäbe es keine Arbeitslosen. Die Vernichtung des Kapitalismus könne nicht parlamentarisch geschehen, sondern "nur durch den Massenkampf".
Der Nationalsozialist Fritz Reinhardt hält die Notverordnungen der Brüning-Regierung für die Ursache der noch drastischer gewordenen Wirtschaftsdepression. Der Arbeitsmarkt hänge von der Massenkaufkraft ab.
Der Mitschnitt besteht aus mehreren Einzelteilen und ausgeblendeten Reden.
Die Redner:
Hermann Dietrich (Reichsfinanzminister)Rudolf Breitscheid (SPD)Ernst Schneller (KPD)Fritz Reinhardt (NSDAP)

Apr 14, 2020 • 6min
Aufregung um Rundfunk-Übertragung der Brüning-Rede | 26.2.1932
Die Deutschnationale Volkspartei (DNVP) ist empört, dass die Rede von Reichskanzler Heinrich Brüning am Vortag „offenbar“ auf Schallplatten aufgenommen und noch während der Reichstagssitzung im Rundfunk ausgestrahlt wurde – ohne Zustimmung des Ältestenrats! Doch Parlamentspräsident Löbe steht zu seiner Entscheidung.
Löbe verteidigt Mitschnitte und Ausstrahlung der Debatten im Rundfunk
Gottheimer klagt, dass dies ein Verstoß gegen eine Vereinbarung des Ältestenrats gewesen sei, keine Reichstagsdebatten zu übertragen.Paul Löbe, Parlamentspräsident, nimmt die Schuld auf sich:
"Seit geraumer Zeit werden alle Verhandlungen des Reichstags im Rundfunk aufgenommen, nicht zur augenblicklichen Übertragungen in die Öffentlichkeit, sondern zunächst für eine Bibliothek." Er habe auf Wunsch mehrerer Abgeordneter und Vertreter des Rundfunks der Ausstrahlung der Rede stattgegeben.
Misstrauensantrag gegen die Regierung wird abgelehnt
Auf der Agenda des 26. Februar 1932 stehen Misstrauensanträge gegen Regierung und Regierungsvertreter. Auch die Wiederwahl des Reichspräsidenten ist Thema. Es geht um die Sanierung der Banken und die Probleme, Arbeitslose zu versorgen.
Wilhelm Koenen (KPD) befürwortet den Misstrauensantrag gegen Löbe, worauf Tumulte entstehen und die Kommunisten die Internationale singen. Es kommt zur Abstimmung. Der Antrag wird mit nicht überwältigender Mehrheit abgelehnt. Es folgen unmittelbar die Anträge von rechts und links, den Reichstag aufzulösen. Die anschließende Abstimmung ergibt: Der Antrag wird abgelehnt, der Reichstag bleibt.
NSDAP-Abgeordnete verlassen mal wieder den Saal
Der Finanzminister Dietrich, meist eher ruhig, gerät in Rage, als man ihm vorwirft, fahrlässig mit den Staatsschulden umzugehen. Die vorangegangenen Abstimmungen und die spätere Rede des Nationalsozialisten Gregor Strasser, an diesem parlamentarischen "Affentheater" nicht teilzunehmen, führen zu tumultartigen Szenen. Unter höhnischen Sprechchören der Kommunisten verlassen die NSDAP-Abgeordneten, wie schon oft, den Saal. Johann Leicht von der Bayerischen Volkspartei konstatiert, hier seien jetzt "keine Affen" mehr im Saal. Ernst Torgler (KPD) spricht dann über Hitler, der wenige Tage zuvor vor Thyssen-Industriellen eine Rede gehalten hatte. Wilhelm Solmann (SPD) bezeichnet in Anspielung auf die Goebbels-Rede, in der jener die SPD die Partei der Deserteure des Ersten Weltkriegs genannt hatte, die Nationalsozialisten als die "Partei der Deserteure", weil sie das Parlament verlassen haben.
Die Redner:
Paul Löbe (Reichstagspräsident)Georg Gottheiner (DNVP)Alfred Rosenberg (NSDAP)Wilhelm Marx (Zentrum)Thomas Esser (Vizepräsident des Reichstags)Wilhelm Koenen (KPD)Ernst Torgler (KPD)Wilhelm Frick (NSDAP)Gregor Strasser (NSDAP)Johann Leicht (BVP)Wilhelm Sollmann (SPD)Adam Stegerwald (Reichsarbeitsminister)Anton Jadasch (KPD)Hermann Dietrich (Reichsfinanzminister)

Apr 14, 2020 • 2h 34min
Heinrich Brüning stellt sich gegen Adolf Hitler | 25.2.1932
In der 59. Sitzung vom 25. Februar 1932 nimmt der Reichskanzler Heinrich Brüning Stellung zu den Nationalsozialisten. Er stellt sich explizit gegen Hitler, weil jener mit Reden außerhalb des Parlaments Politik mache. Er hält jedoch nichts von Vorstößen, die die Nationalsozialisten zu harsch in ihre Grenzen weisen.
Das, so Brüning, würde ihn an die "Sozialistengesetze" erinnern. Unter den Sozialistengesetzen versteht man das Verbot sozialistischer und kommunistischer Parteien in der letzten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
Heinrich Brüning fühlt sich diffamiert und stellt sich hinter Hindenburg
Brüning spricht davon, sich persönlich dauernd diffamiert zu fühlen. Entgegen gängiger Meinung hinge er nicht an der Macht. Wenn die Nationalsozialisten an die Macht kämen, stünde er nicht zur Verfügung – worauf NSDAP-Abgeordnete rufen: "Sie würden auch von uns nicht akzeptiert!" Brüning stellt sich hinter die Wiederwahl Paul von Hindenburgs zum Reichspräsidenten.
Ernst Thälmann Hoffnungsträger der Kommunisten
Der Kommunist Ernst Torgler weist Brüning auf die Haltung der Zentrumspartei sieben Jahre zuvor hin. 1925 habe das Zentrum in einem Flugblatt Hindenburg als "evangelischen Protestanten, der zwar Soldaten regieren kann, aber nicht ein ganzes Volk" hingestellt. Teile von Torglers Rede fehlen, aber der letzte Satz ist erhalten, wo er die Einheitsfront beschwört, die der einzige Ausweg aus Hunger, Not und Elend sei.
Als Torgler am Ende seiner flammenden Rede Ernst Thälmann als Hoffnungsträger der Kommunisten darstellt, stimmt die KPD-Fraktion die Internationale an. Die Glocken, die man anfangs hört, sind hilflose Versuche des Parlamentspräsidenten, Ruhe zu schaffen. Er muss die Sitzung um eine halbe Stunde (15.38 – 16.12 Uhr) unterbrechen, verweist anschließend Wilhelm Pieck und Hermann Remmele aus dem Saal und gibt Joseph Goebbels das Wort.
Goebbels wirft der Regierung erneut Versagen vor
Goebbels ist an dem Tag heiser. Er rechtfertigt sein viel diskutiertes Statement der vorletzten Sitzung. Er zitiert dabei ausführlich nicht sich selbst, sondern das Stenografie-Protokoll inklusive der Anmerkungen der Stenografen über Beifall und Kommentare. Er zitiert sich auch selbst, indem er auf seine letzte Rede im Sportpalast Bezug nimmt, wo er Hindenburg als Soldat gelobt habe, nimmt sich aber das Recht aus, bei der Reichspräsidentenwahl "in Kampfbereitschaft" gegen Hindenburg zu stehen.
Im Laufe seiner Rede wird Goebbels schärfer und muss mehrfach neu ansetzen, weil die linke Fraktion ihn dauernd unterbricht. Er spricht von der "radikalen Agitation" der Nationalsozialisten, die nur deswegen auf fruchtbaren Nährboden gefallen sei, weil die Regierung so versagt habe. Er führt immer wieder die "15-Millionen-Bewegung" der Parteianhänger an. Auch das Klischee des bösen Juden kommt in der Rede vor, etwa wenn Goebbels von einem "bekannten Berliner Juden" berichtet, der auf einer "Pariser Pazifistenversammlung" dreist erklärt habe: "Hitler, c’est la guerre!"
Laut Goebbels verdiene Hitler die Reichsbürgerschaft, "verlauste Ostjuden" nicht
Hitler begann sieben Jahre später den Zweiten Weltkrieg. Goebbels stellt in seiner Rede die Aussage des "Berliner Juden" als "glatten Landesverrat" hin; implizit spielt er darauf an, dass jemand so etwas frei sagen dürfe, den Hetzblättern der Nationalsozialisten aber die Zensur begegne. So habe der Berliner Polizeipräsident seiner Verwunderung Ausdruck geben dürfen, warum Hitler nicht mit der "Hundepeitsche" aus Deutschland vertrieben würde. Die Zahl der Kommunisten, so Goebbels, habe sich wegen der zwei Jahre langen Notverordnungen verdoppelt. Der Bürgerkrieg könne über Nacht hereinbrechen.
Der NSDAP-Mann zitiert Anhänger von SPD und Zentrum, die sich früher gegen Hindenburg ausgesprochen hätten, diesen aber jetzt wiederwählen wollten. Weil Adolf Hitler auf Bayerischer Seite im Ersten Weltkrieg gekämpft hat, habe er "sich seinen Staatsbürgerschein durch Blut und Einsatz von Leben verdient", ganz im Gegensatz zu "jedem verlausten Ostjuden". Irgendwelche Einwanderer aus Galizien, so Goebbels, könnten sich für 500 Mark die Reichsbürgerschaft erkaufen, "nur um hierher zu kommen und Geschäfte zu machen". Hitler bleibe das verwehrt.
Er droht, der anstehende Wahlkampf werde "kurz, aber hart" werden und spricht von einer "Strukturveränderung im deutschen Volke" beim Wählerverhalten. Es sei kein "Wandern von einer Partei zur anderen" mehr, sondern "Millionen und Millionen Menschen sind dem parlamentarisch-demokratischen Regime an sich verloren gegangen" und kämen nie zurück.
"Reinigung" vor "Einigung" des Volkes
Goebbels erklärt in mehreren Punkten, meist in Negation des "Systems Brüning", wie das System der Nationalsozialistischen Macht funktionieren werde. Das gipfelt in der Aussage, dass "das Volk erst geeinigt werden kann, wenn es innerlich und parteipolitisch gereinigt worden ist. Diese Reinigung soll, so meinen wir, zuerst vorgenommen werden. Ist das Volk durch eine Reinigung und Aushebung der marxistischen Ideologie gereinigt, dann wird es geeinigt, und dann kommt der Augenblick, in dem eine nationale Regierung sich vor die Welt hinstellt. Der Kanzler, der dann mit der Welt verhandelt, ist dann in der Tat der Vertreter des nationalbewussten und tatbereiten jungen Deutschland. Sie mögen lachen und höhnen; die Entwicklung wird uns recht geben."
Im Anschluss spricht Freiherr von Freytagh-Loringhoven von der Deutschnationalen Volkspartei. Die Rede reißt ab.
Die Redner:
Heinrich Brüning (Reichskanzler)Ernst Torgler (KPD)Joseph Goebbels (NSDAP)Axel Freiherr von Freytagh-Loringhoven (DNVP)
5. Wahlperiode. 1931/32

Apr 14, 2020 • 57min
Rudolf Breitscheid wettert gegen "Mein Kampf" | 24.2.1932
Der SPD-Mann kritisiert auch die KPD, weil sie ihren Hauptfeind in den Sozialdemokraten sähe statt in den Nationalsozialisten.
Mehrere Reden drehen sich um Adolf Hitler, obwohl dieser als Österreicher nicht als Abgeordneter im Parlament sitzt. Die Nationalsozialisten betrieben, so die Argumentation der Mitte, mit den Schlägertrupps der SA und großen Propagandaaktionen wie ihren Reden im Sportpalast außerparlamentarischen Widerstand.
Nationalsozialisten sind laut Breitscheid für eine Diktatur der Eliten
Im Zentrum dieses längsten erhaltenen Mitschnitts steht die Rede des SPD-Abgeordneten Rudolf Breitscheid. Breitscheid setzt sich mit Hitlers Buch "Mein Kampf" auseinander und zeichnet eine düstere Zukunft für die parlamentarische Demokratie. Die Nationalsozialisten sprächen sich offen für eine Diktatur der Eliten aus, so Breitscheid. Er stellt alle anderen Themen der aktuellen Politik hinter dem "Kampf gegen den Faschismus" zurück. Er rechnet aus durchaus marxistischer Perspektive mit den Kommunisten im Parlament ab, die seiner Meinung nach das deutsche Großkapital zu stützten, indem sie ihm die Reparationsleistungen an die Alliierten erlassen wollten. Der SPD-Mann hält die KPD für betriebsblind, weil sie ihren Hauptfeind in den Sozialdemokraten sähe statt in den Nationalsozialisten.
Mitglieder der Nationalsozialisten dürfen neuerdings in die Wehrmacht
Nach Breitscheid spricht Reichswehrminister Wilhelm Groener. Er begründet dem Parlament, warum er neuerdings erlaubt habe, auch Mitglieder der Nationalsozialisten zur Wehrmacht einzuziehen: "Der Führer" habe ihm persönlich versichert, dass seine Soldaten "auf jegliche Zersetzungsarbeit in der Wehrmacht" verzichteten. Die Nationalsozialisten quittieren das mit "War nie die Absicht!" Die Fraktion der Kommunisten ist aufgebracht und quittiert diese Äußerung mit Hohn.
Die Redner:
Paul Löbe (Reichstagspräsident)Wilhelm Groener (Reichsinnen- und Reichswehrminister)Wilhelm Frick (NSDAP)Rudolf Breitscheid (SPD)Eugen Bolz (Zentrum)Johann Viktor BredtKuno Graf von WestarpThomas Esser (Vizepräsident des Reichstags)Walter StubbendorffJakob-Ludwig Mollath
5. Wahlperiode. 1931/32

Apr 13, 2020 • 1h 27min
Goebbels keift gegen Hindenburg | 23.2.1932
Die Neuwahl des Reichspräsidenten steht an. Joseph Goebbels (NSDAP) beschreibt Hindenburg als Witzfigur und nutzt die Aussprache für eine "Abrechnung" mit der Regierung. Goebbels wird des Saals verwiesen. Der Rest der Debatte ist von Tumulten geprägt. Kurt Schumacher spricht von einem hohen Grad der Verachtung und "Dummheit" der Nationalsozialisten.
Praktisch alle Parteien sind vertreten, die Flügelkämpfe werden sehr plastisch, ebenso die Bemühung der politischen Mitte (Zentrum, SPD), an diesem Parlament und der Demokratie festzuhalten. Es sind viele prominente Redner zu hören, unter anderem Walter Ulbricht, der später die DDR mit gründen wird.
Goebbels zieht Erfolgsbilanz des Nationalsozialismus
Im Kern der 58. Sitzung steht eine Rede des NSDAP-Abgeordneten Joseph Goebbels, der die SPD und den Reichspräsidenten in einem nie zuvor gehörten Ton angreift. Seine Äußerungen prägen noch die Debatten Tage danach.
Obwohl auf der Tagesordnung die Positionierung der Parteien zur anstehenden Wahl des Reichspräsidenten steht, nutzt Goebbels sie, eine Erfolgsbilanz der Nationalsozialistischen "Bewegung" zu ziehen. Mit diesem Selbstbewusstsein ausgestattet sagte er der Weimarer Demokratie ihr nahestehendes Ende voraus. Er wirft Reichstagspräsident Paul Löbe (SPD; sein Nachfolger wird im August Hermann Göring, NSDAP, werden) vor, gegen die Nationalsozialisten zu hetzen, als dieser gesagt hatte, selbst eine legale Übernahme der Macht durch die Ultrarechte würde für Deutschland den Bürgerkrieg bedeuten.
Goebbels assoziiert Reichspräsident Hindenburg mit einer Witzfigur
Goebbels Rede gipfelt in einer Beleidigung des Reichspräsidenten und der SPD. Er assoziiert Hindenburg mit einer Witzfigur und nennt die Sozialdemokraten die "Partei der Deserteure". Beides waren in der vom Trauma des Ersten Weltkriegs geprägten Republik heikle Punkte; schließlich galt Hindenburg als Kriegsheld, und große Teile der SPD-Fraktion hatten Kriegsdienst geleistet, während Goebbels kriegsuntauglich war. Goebbels meinte mit seiner Polemik die Anerkennung des Versailler Vertrags und die Gründung der Weimarer Republik durch u. a. die SPD.
Goebbels wird aus dem Saal gewiesen, NSDAP hetzt weiter gegen SPD
Er wird der Sitzung verwiesen – und geht tatsächlich, was bei den häufig des Saales verwiesenen anderen Nationalsozialisten nicht unbedingt üblich war.
Der Rest des Tages ist von Tumulten im Parlament geprägt. Der Kommunist Hugo Gräf konstatiert, dass Sozialdemokraten zu den Kriegstreibern gehört hätten und deswegen Vasallen des Kapitalismus seien. Der NSDAP-Abgeordnete Gregor Straßer – parteiintern ein erklärter Gegner von Goebbels – verteidigt Goebbels, nennt die SPD eine "Partei des Landesverrats", weil sie gegen Ende des Krieges einen Zusammenbruch des Reichs habe herbeiführen wollen.
Kurt Schumacher spricht von einem hohen Grad der Verachtung und „Dummheit“ der Nationalsozialisten.
Der spätere erste Staatsratsvorsitzende der DDR Walter Ulbricht nennt die Sozialdemokraten Träger der "faschisierenden bürgerlichen Diktatur". Hindenburg sei das "Programm des imperialistischen Krieges".
Gegen Ende beruhigt sich die außerordentlich turbulente Sitzung wieder. Die Parteivertreter äußern sich zur Wiederwahl Hindenburgs.
Erschließungstext des Deutschen Rundfunkarchivs zu dieser Aufnahme, vermutlich Ende der 1950er Jahre entstanden:
* Ernst Torgler (KPD): Antrag auf Rückziehung der Polizei vom Reichstagsgebiet (D 1'10)
* Paul Löbe (Reichstagspräsident) (D 0'35); Wilhelm Groener (Reichsinnenminister): Aufzählung der gesetzlichen Wahlvorschriften / Erster Wahltag: 13. März (D 3'45); Paul Löbe (D 0'30)
* Joseph Goebbels (NSDAP):
"Wir stellen fest, daß die drakonischen Notverordnungseingriffe, die seitens der Regierung in den letzten zwei Jahren auf dem Gebiete des Steuer- und Finanzwesens vorgenommen worden sind, in Deutschland die Substanz bis zum letzten Rest aufgezehrt und aufgefressen haben ... Darf man sich da nicht wundern, daß im Innern die Gegensätze sich mehr und mehr verschärfen, daß die politischen Fronten in erbitterter Feindschaft gegeneinander und gegenüber aufmarschieren, und daß die Gefahr eines latenten Bürgerkrieges von Tag zu Tag mehr wächst? Die Sanierung der Finanzen ist auf der ganzen Linien mißlungen ... Die Herren, die nun zu merken beginnen, daß sie auch nach den Spielregeln der Demokratie die Macht abgeben müssen, wollen sich nur darauf vorbereiten, die Macht wenn nötig mit Gewalt zu verteidigen. Aber sie täuschen sich. Sie treffen im Jahre 1932 nicht wie im Jahre 1918 auf ein feiges Bürgertum. Ihnen steht das erwachende Deutschland gegenüber...Glaubt der Herr Reichskanzler, daß er mit einem Volke, das innerlich in Streit und Bürgerkrieg verfällt, eine aktive Außenpolitik betreiben könnte? ... Glaubt er, daß seine Position vor dem Ausland begründet sei, wenn er im Rücken nicht mehr von einem großen und geeinten Volk gedeckt ist?" / "Glauben Sie, daß wir, von Ihnen am Rundfunk als illegale Hochverräter angeprangert, uns dazu hergeben, für die höchste Spitze der Verfassung auf parlamentarischem Wege die Amtszeit (des Reichspräsidenten) zu verlängern?"
*Karl Litke (SPD): Zwischenruf, "Wie ist es mit dem Scheck aus Düsseldorf?
* Goebbels: "Hindenburg hat die Sache seiner ehemaligen Wähler im Stich gelassen. Wir haben ihn mit dem höchsten Amt der Republik betraut in dem Glauben, daß er wenigstens in den Grundsätzlichkeiten die Politik vertrete, die das nationale Deutschland erforderte...Er hat sich eindeutig auf die Seite der Mitte, der Seite der Sozialdemokratie gestellt" / "Gelobt von der Berliner Asphaltpresse, gelobt von der Partei der Deserteure ..." / Beifall, Zurufe, Glocke, Ordnungsruf des Präsidenten, weitere Zurufe, Ordnungsruf gegen Dr. Mierendorff / Goebbels: "Die Juden der Berliner Asphaltpresse heben heute den Feldmarschall auf den Schild..." / Erneut erregte Zwischenrufe, Glocke (D 49'00)
* Paul Löbe: Unterbrechung der Sitzung (D 2'35)
* Ernst Lemmer (Deutsche Staatspartei): Protest im Namen mehrerer Reichstagsfraktionen gegen die Beleidigung Hindenburgs durch Goebbels (D 2'40)
* Walter Stubbendorff (DNVP): Diese Erklärung gilt nicht für die DNVP (D 0'50)
* Hugo Gräf (KPD): "Sozialdemokraten ebenso wie die Nationalsozialisten sind die Stützen des kapitalistischen Systems" (D 0'30)
* Gregor Strasser (NSDAP): " Mit dem Ausruf 'Partei der Deserteure' ist eine Partei deswegen gemeint, weil sie gegen Ende des Krieges gemäß ihrer internationalen Einstellung mit allen Mitteln bemüht war, das Kriegsende auch über den gewollten und beabsichtigten Zusammenbruch herbeizuführen. In dieser prinzipiellen Desertierung der Unabhängigen und Sozialdemokratischen Partei Deutschlands ... liegt das Prinzip der Partei als der Partei des Landesverrats" (D 3'15)
* Kurt Schumacher (SPD): "Die Herren bringen auch keinerlei Voraussetzungen mit, um ein kritisches Urteil über uns abgeben zu können. Die ganze nat.soz. Agitation ist ein dauernder Appell an den inneren Schweinehund im Menschen" / "Wenn wir irgendetwas beim Nationalsozialismus anerkennen, dann ist es die Tatsache, daß ihm zum ersten Mal in der deutschen Politik die restlose Mobilisierung der menschlichen Dummheit gelungen ist" (D 5'00)
* Franz Künstler (SPD): "Ich habe immer für den Frieden unter den Völkern gekämpft" (D 1'00)
* Walter Ulbricht (KPD): Die Sozialdemokraten, die hier auftraten, versuchten zu beweisen, daß sie es waren, die die Interessen der Krupp u. Co. am besten vertreten haben / Sozialdemokratie zuverlässigste Stütze der "sich faschisierenden bürgerlichen Diktatur" / Ernst Thälmann, "der rote Arbeiterkandidat" / Auf dem Boden des Programms von Hindenburg stehen sie alle "von Severing bis Hitler" / "Hindenburg ist das Programm des imperialistischen Krieges" (D 9'40)
* Friedrich Baltrusch (Volksnationale Reichsvereinigung): "Im Herrn von Hindenburg sehen wir den zuverlässigen Garanten im Kampfe für die nationale Freiheit des deutschen Volkes, für die Freiheit der christlichen Kultur und Lebensform und für die Sicherheit einer zukünftigen soziale
5. Wahlperiode. 1931/32

Apr 13, 2020 • 21min
Reichskanzler Brüning geht auf Adolf Hitler zu | 16.10.1931
Er wünschte den Tag herbei, wo es durch eine freiwillige gegenseitige Kontrolle der Presse untereinander möglich sein würde, auf solche Dinge zu verzichten.“ Ernst Torgler von der KPD nennt die NSDAP eine "Erfüllungspartei" und "die letzte Reserve des Kapitalismus".
Über die Notwendigkeit zur Einschränkung der Pressefreiheit
Zur Einschränkung der Pressefreiheit durch die Notverordnungen sagt Brüning:
"Es ist keine Freude, der Presse Zwangsauflagen machen zu müssen, und ich wünschte den Tag herbei, wo es durch eine freiwillige gegenseitige Kontrolle der Presse untereinander möglich sein würde, auf solche Dinge zu verzichten."
Er bietet dem Redner des letzten O-Ton-Mitschnitts Eduard Dingeldey von der Deutschen Volkspartei Zusammenarbeit an. Ein Regierungswechsel täte dem Reich gar nicht gut, so Brüning, weil das Ausland dann noch misstrauischer würde.
Brüning kommt ohne zusätzliche Anleihen aus
Der Reichskanzler entschuldigt sich dafür, dass er einen offenen Brief von "Herrn Adolf Hitler" noch nicht gelesen habe, zitiert aber eine Passage, in der ihm Hitler wirtschaftliches Versagen vorwirft, und kontert, er, Brüning, habe mit seiner Regierung erstmals Zahlungen an die Siegermächte ohne zusätzliche Anleihen vorgenommen. Die Kommunisten, die die Rede immer wieder unterbrechen, sprechen hier von "Lohnraub".
KPD nennt NSDAP "Erfüllungspartei"
Ernst Torgler von der KPD tritt ans Pult und nennt die NSDAP eine "Erfüllungspartei" und "die letzte Reserve des Kapitalismus". Wilhelm Sollmann (SPD) schließt sich dem an, indem er mutmaßt, wenn die Nationalsozialisten an die Macht kämen, würden sie "vor dem ausländischen Kapital kriechen".
NSDAP will an Parlamentssitzungen nur noch in Sonderfällen teilnehmen
Nicht in diesem Audio-Mitschnitt enthalten ist Wilhelm Fricks (NSDAP) für das Ende der Weimarer Republik bezeichnendes Statement, an parlamentarischen Sitzungen nur noch in Sonderfällen teilzunehmen. Am 10. Februar 1931, so Frick, habe seine Partei erklärt, man verlasse das Parlament und kehre erst dann zurück, wenn es darum gehe, "eine besonders tückische Maßnahme der volksfeindlichen Mehrheit des Reichstags zu vereiteln". Am 13. Oktober (also vor drei Tagen) sei man zurückgekehrt (im Protokoll ist die NSDAP erst am 14. Oktober wieder verzeichnet), um "der Regierung Brüning ein Ende zu bereiten. Dieser Versuch ist vorerst gescheitert. Wir verlassen daher entsprechend unserer Erklärung vom 10. Februar dieses Haus, um durch unser weiteres Wirken draußen im Volk die letzten Stützen dieses Systems zu beseitigen".
Die Redner:
Heinrich Brüning (Reichskanzler)Ernst Torgler (KPD)Wilhelm Sollmann (SPD)
5. Wahlperiode. 1931/32

Apr 13, 2020 • 5min
DVP setzt sich für die Interessen der Beamten ein
Laut Eduard Dingeldey (DVP) sind den Beamten die einschneidenden Gehaltskürzungen nicht vermittelbar. Ursache der Belastung seien die Reparationszahlungen an die Siegermächte des Ersten Weltkriegs.


