Archivradio – Geschichte im Original

SWR
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Jul 15, 2020 • 27min

Trauerfeier für Gustav Stresemann im Reichstag

Am 3. Oktober 1929 starb Reichsaußenminister Gustav Stresemann. Stresemann, der auch Vorsitzender der Deutschen Volkspartei war, genoss hohes Ansehen. Auch wegen seiner Politik gegenüber Frankreich, die auf Verständigung abzielte. Stresemann hatte den Vertrag von Locarno ausgehandelt. Der sah, vereinfacht, vor, dass Deutschland die Grenzen mit Frankreich anerkennt, also auch keine Ansprüche auf Elsass-Lothringen mehr erhebt. Im Gegenzug hat Frankreich die besetzen Gebiete im Rheinland früher als geplant geräumt. Für diese Politik bekam Stresemann mit seinem französischen Amtskollegen Aristide Briand den Friedensnobelpreis. Auf diese Leistungen bezieht sich Reichskanzler Hermann Müller in seiner Trauerrede am 6. Oktober 1929 im Reichstag. Nach ihm spricht der Vizepräsident des Reichstags Siegfried von Kardoff. Anschließend beginnt ein Trauerzug. Am Ende dieser Aufnahme kündigt Reporter Alfred Braun den zweiten Teil der Trauerfeier an, nämlich den Trauerzug, über den Alfred Braun etwas später vom Auswärtigen Amt aus berichtet. Dieser Bericht vom Trauerzug ist die älteste am Stück erhaltene Reportage der deutschen Rundfunkgeschichte.
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Jul 15, 2020 • 16min

Älteste Radioreportage: Trauerzug für Gustav Stresemann | 6.10.1929

Alfred Braun berichtet von der Trauerfeier für den verstorbenen Außenminister Gustav Stresemann. Es ist die älteste erhaltende Hörfunkreportage. Als 1923 der Rundfunk begann, war alles live. Denn Sendungen aufzuzeichnen war sehr aufwendig. Das begann erst richtig im Jahr 1929. Aus diesem Jahr stammen auch die ersten Live-Übertragungen und Reportagen. Alfred Braun war einer der ersten, die mit dem legendären Ruf „Achtung Achtung, hier ist Berlin“ über den Äther zu hören waren. Eigentlich war Alfred Braun Schauspieler, ein Mann des Theaters. Zum Rundfunk kam er in den 1920er-Jahren nur widerwillig aber die Leidenschaft packte ihn schnell.
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Jul 4, 2020 • 10min

Wie Alfred Braun die Rundfunkreportage erfand | 18.10.1952

Achtung, Achtung, hier ist Berlin – diese Stimme gehört Alfred Braun. Der Rundfunkpionier und Schauspieler war aber nicht nur Ansager, sondern von ihm stammen auch die ältesten erhaltenen Rundfunkreportagen. Im Archivradio etwa haben wir seinen Bericht von der Trauerfeier für den verstorbenen Außenminister Gustav Stresemann 1929 und seine Flüsterreportage von der Nobelpreisverleihung an Thomas Mann 1929. In diesem Interview vom 18. Oktober 1952 erzählt er in einem rückblickenden Zeitfunk- Interview, wie er der erste Hörfunkreporter wurde.
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Jun 29, 2020 • 44min

Ende der Rheinland-Besetzung: "Befreiungsfeier" in Trier

Am 1. Juli 1930 endete die Besatzung des Rheinlandes durch die französische Armee – 12 Jahre nach dem Ersten Weltkrieg. Es war eine Riesenfeier in Trier. Vermutlich mehr als 30.000 Besucher kamen nach Trier um pünktlich um Mitternacht den Abzug der Franzosen zu feiern. Von dieser Feier existiert eine frühe Rundfunkaufnahme – eine der ältesten erhaltenen Ü-Wagen-Außenübertragungen. Es gibt ein Feuerwerk, es wird gesungen und es werden Reden gehalten. Alle bringen ihre Solidarität mit dem Saarland zum Ausdruck – denn das Saarland stand zu diesem Zeitpunkt noch unter dem Mandat des Völkerbunds. Der Reporter ist Bernhard Ernst – einer der großen Reporter des frühen Rundfunks. Verglichen mit anderen Beiträgen aus dieser frühen Zeit ist diese Aufnahme außergewöhnlich lang, fast 45 Minuten. Im Bild: Eine Ansicht des Marktplatzes in Trier aus den 1930er-Jahren
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Jun 28, 2020 • 31min

"Afrikanisches Jahr" 1960: Kolonien werden zu unabhängigen Staaten | 2.7.1960

1960 war das "Afrikanische Jahr". Fast 20 ehemalige Kolonien in Afrika werden zu unabhängigen Staaten, darunter Mali, die Republik Kongo, Nigeria und Madagaskar. Am 1.7.1960 auch Somalia, das aus gleich zwei Kolonien hervorging: Italienisch-Somaliland und Britisch-Somaliland. In diesem Jahr entstand im Südwestfunk eine Sendereihe mit dem Titel "Tribüne der jungen Völker", die sechs Jahre lang über die Situation in den ehemaligen Kolonien berichtete. Diese Folge vom 2. Juli 1960 macht deutlich, wie damals über die Entkolonialisierung berichtet wurde. Im Bild: König Baudouin von Belgien (1930 - 1993) geht am 30. Juni 1960 bei der Unabhängigkeitsfeier in Leopoldville, dem heutigen Kishasa, Hauptstadt der Demokratischen Republik Kongo, durch eine jubelnde Menschenmenge
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May 14, 2020 • 3min

Filbinger setzt sich vor Gericht gegen Hochhuth nur teilweise durch | 23.5.1978

Am 23.5.1978 entscheidet das Stuttgarter Landgericht über die einstweilige Verfügung: Der Schriftsteller Rolf Hochhuth darf bestimmte Äußerungen über Hans Filbinger nicht mehr wiederholen – andere Sätze schon. Es bestätigt die Entscheidung später.
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May 14, 2020 • 6min

Filbingers Parteifreunde gehen auf Distanz – Manfred Rommel noch nicht

Nachdem die Sendung Panorama weitere Todesurteile des Marinerichters Hans Filbinger aufgedeckt hat, gehen manche in CDU und CSU auf Distanz. Vor allem in Bayern und Hessen, wo Wahlen anstehen. Stuttgarts Oberbürgermeister Manfred Rommel zeigt sich dagegen solidarisch. Der Süddeutsche Rundfunk berichtet.
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Apr 30, 2020 • 31min

Radio Beromünster: Deutsche Truppen flüchten in die Schweiz | April 1945

Für die Süddeutschen ist das Schweizer Radio im Krieg eine wichtige Informationsquelle. Radio Beromünster sendet in deutscher Sprache und berichtet auch über den Kriegsverlauf, ohne direkte Gegenpropaganda zum Deutschen Reich. Im Ausschnitt ist eine Reportage aus dem April 1945 zu hören, die im Mai ausgestrahlt wurde. Es geht um die Situation an der Nordgrenze der Schweiz. Hier haben sich viele Flüchtlinge versammelt, die das Land auf dem Rückweg in ihre Heimat durchreisen wollen oder die in der Schweiz Asyl suchen. Während der Reportage trifft auch eine Gruppe deutscher Soldaten an der Grenze ein, die auf der Flucht vor den anrückenden französischen Truppen Schutz suchen. Im Bild: Techniker testen im Landessender Beromünster in Beromünster / Schweiz im Dezember 1948 eine neue Sendeanlage, die ab Frühjahr 1949 in Betrieb sein soll.
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Apr 30, 2020 • 2min

Noch meldet die Wehrmacht Erfolge | 29.5.1940

Der Krieg findet auch im Rundfunk statt. Wichtig sind die Lageberichte der Wehrmacht. Anfangs sind sie noch von Erfolgsmeldungen geprägt und bleiben nah an der Realität. Erst als sich das Blatt wendet, lässt man das wahre Ausmaß der Niederlagen lieber unerwähnt. Im Jahr 1940 ist die Wehrmacht noch auf dem Vormarsch. Der Lagebericht vom 29. Mai 1940 meldet den Sieg gegen das britische Expeditionsheer.
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Apr 30, 2020 • 4min

Heile Welt bei der Reichsgartenschau in Stuttgart

Der Rundfunk soll im „Dritten Reich“ möglichst breite Teile der Bevölkerung ansprechen. Es gibt lange Reportagen und Interviews verschiedener Berufsgruppen, Vereine oder NS-Organisationen. Regionen und Städte werden porträtiert, wichtige Feiern oder Ereignisse. Ein Beispiel ist der Bericht von der Reichsgartenschau in Stuttgart 1939.

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