
Lesart Lyrikempfehlungen 2026: "Gedichte vom blauen Jungen" von Aleksandăr Vutimski
Apr 2, 2026
Andreas Tretner, renommierter Übersetzer und Herausgeber bulgarischer Lyrik, stellt Aleksandăr Vutimski vor. Er spricht über Schmerz, Tuberkulose und homosexuelle Liebe als prägenden Stoff. Es geht um biografische Forschung, Archivfunde in Sofia und die Auswahlkriterien für den zweisprachigen Band. Außerdem schildert er die poetischen und zensurbedingten Herausforderungen beim Übersetzen.
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Intime Ich-Perspektive als Träger des Tragischen
- Aleksandăr Vutimski schreibt aus einer intimen Ich-Perspektive, die Liebe, Krankheit und Bedrängung verschränkt.
- Andreas Tretner betont, dass die Kombination von Tuberkulose und homosexueller Liebe die Gedichte besonders tragisch und drängend macht.
Vom Kneipenmythos zum Archivfund
- Vutimski wurde in der Nachkriegszeit als legendärer, früh verstorbener Dichter in Kneipen weitererzählt.
- Tretner fand handschriftliche Abschriften im Nationalbibliotheksarchiv und rekonstruierte so Leben und Werk.
Auswahlprinzipien Beim Übersetzen Offenlegen
- Beim Auswählen und Übersetzen wählte Tretner bewusst Texte, die die homosexuelle Liebe nicht unsichtbar machten.
- Er filterte nach Lebenserkenntnis und übersetzerischer Gelingenswahrscheinlichkeit, um Kitsch zu vermeiden.

