Was denkst du denn?

Nora Hespers und Rita Molzberger
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Jan 5, 2018 • 1h 13min

Du bist nicht, was du denkst

Auf der Suche nach dem Wesenskern Fatih Çevikkollu ist Kabarettist und Schauspieler. Während seiner Ausbildung an der Ernst Busch Schauspielschule hat es ordentlich geknirscht, sagt er. Auch bei der Auseinandersetzung mit sich selbst. Denn Kritik gehört zum Beruf des Schauspielers. Und wenn ständig alles, was man macht in der Kritik steht, stellt sich unweigerlich die Frage: Wer oder was wird hier die ganze Zeit kritisiert? Bin ich das? Und wer bin ich denn eigentlich? Oder was davon? Dieser spannenden Frage nach dem Selbst gehen wir in dieser Episode nach - und landen unweigerlich bei Nietzsche und Kant. Bei Themen wie der vergeblichen Suche nach einem Wesenskern, der damit verbundenen Unsicherheit, aber auch der Freiheit. Es geht um Autonomie und neu zu findendes Miteinander. Denn wo jeder Ich sagt, wo ist dann das Wir? Und wie können wir das gemeinschaftlich verhandeln? Welche Rolle spielt da bei die (digitale) Kommunikation? Shakespeare All the world's a stage, And all the men and women merely players; They have their exits and their entrances, And one man in his time plays many parts, His acts being seven ages. At first, the infant, Mewling and puking in the nurse's arms. Then the whining schoolboy, with his satchel And shining morning face, creeping like snail Unwillingly to school. And then the lover, Sighing like furnace, with a woeful ballad Made to his mistress' eyebrow. Then a soldier, Full of strange oaths and bearded like the pard, Jealous in honor, sudden and quick in quarrel, Seeking the bubble reputation Even in the cannon's mouth. And then the justice, In fair round belly with good capon lined, With eyes severe and beard of formal cut, Full of wise saws and modern instances; And so he plays his part. The sixth age shifts Into the lean and slippered pantaloon, With spectacles on nose and pouch on side; His youthful hose, well saved, a world too wide For his shrunk shank, and his big manly voice, Turning again toward childish treble, pipes And whistles in his sound. Last scene of all, That ends this strange eventful history, Is second childishness and mere oblivion, Sans teeth, sans eyes, sans taste, sans everything. Was ihr wollt. William Shakespeare (1601) Links: Rita und Fatih bei tbd. - to be discussed
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Dec 22, 2017 • 1h 8min

Die Natur will das so!

Tiere züchten, Tiere essen Ein völlig überzüchtetes Araberpferd hat die Gemüter im Netz höher schlagen lassen! Grotesk und ekelhaft fanden die einen, supersüß und perfekt die anderen. In diesem Streit können wir natürlich nicht vermitteln. Aber wir haben uns gefragt: Warum züchtet der Mensch eigentlich Tiere? Und wann ist das in Ordnung? Dürfen wir Tiere züchten, um sie zu essen? Denn dann erschaffen wir leben eigens zu dem Zweck es wieder zu vernichten. Und während wir das immerhin mit der Notwendigkeit der Ernährung noch rechtfertigen können, was ist mit der Zucht aus rein ästhetischen Gründen? Und daraus resultierenden Qualzuchten? Wir wandeln auf den Pfaden Rousseaus, beschäftigen uns mit Douglas Adams - und Ritas Fotosammlung von Dingen, die unbedingt gegessen werden wollen, wie das lecker dicke Schweinchen mit der Gabel im Po - oder die Pommestüte, die sich selbst verzehrt. Links: Experiment öffentliche Schlachtung | Video bei Facebook über 1LIVE Qualzucht: Pimp my dog | Video bei Facebook von Jäger & Sammler Überzüchtetes Seepferchen-Pferd | Beitrag bei Deutschlandfunk Nova Übergriffe des Menschen auf die Natur | Beitrag bei Deutschlandfunk Nova Ritas Literaturliste: Duve, Karen: Anständig essen. Ein Selbstversuch. 2. Auflage. Berlin: Galiani. 2011. Foer, Jonathan Safran: Tiere essen. 6. Auflage. Köln: Kiepenheuer & Witsch. 2010. Ladwig, Bernd: Das Recht auf Leben? Nicht nur für Personen. In: Deutsche Zeitschrift für Philosophie, 1/2007. Berlin: De Gruyter. Nagel, Thomas: Wie ist es, eine Fledermaus zu sein? Eine ganz kurze Einführung in die Philosophie. Stuttgart: reclam. 1990. Rousseau, Jean-Jacques: Emile oder Über die Erziehung. Stuttgart: Reclam. 2001. [Original 1762] Rousseau, Jean-Jacques: Träumereien eines einsamen Spaziergängers. Stuttgart: Reclam. 2003. [1787/88] Singer, Peter: Animal Liberation. Die Befreiung der Tiere. Reinbek: Rowohlt. 1996. Wolf, Ursula/Jens Tuider: Tierethische Positionen. [Mit weitergehenden Literaturhinweisen!] Abrufbar über die Website der Bundeszentrale für politische Bildung: https://www.bpb.de/gesellschaft/umwelt/bioethik/176364/tierethische-positionen?p=all Zitate: Erst, wenn jene einfache und über allen Zweifel erhabene Wahrheit, daß die Thiere in der Hauptsache und im Wesentlichen ganz das Selbe sind, was wir, in´s Volk gedrungen seyn wird, werden die Thiere nicht mehr als rechtlose Wesen dastehn und demnach der bösen Laune und Grausamkeit jedes rohen Buben preisgegeben seyn. (Arthur Schopenhauer, 1851) (aus Arthur Schopenhauer's sämmtliche Werke. Hrsg. von Julius Frauenstädt. Parerga und Paralipomena II. 2. Auflage. Leipzig: Brockhaus. 1919. S. 403.) Die Menschen sind die Teufel der Erde, und die Thiere die geplagten Seelen. (Arthur Schopenhauer, 1860) (aus Arthur Schopenhauer: Senilia. Gedanken im Alter. Hrsg. von Franco Volpi und Ernst Ziegler. München: Beck. 2010. S. 23)
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Dec 8, 2017 • 55min

Hoffnung: Denken Sie groß!

Sich über sich hinaus in Zukunft entwerfen Der Song "Hoffnungsmaschine" der Band Erdmöbel zusammen mit Judith Holofernes Ritas Literaturliste Bloch, Ernst: Das Prinzip Hoffnung. 3 Bände. 10. Auflage. Frankfurt /Main: Suhrkamp. 2013. [Original 1954-1959] Boethius: Trost der Philosophie. Köln: Anaconda. 2006. Comenius, Johann Amos: Das Labyrinth der Welt und das Paradies des Herzens. Weimar: Gustav Kiepenheuer Verlag. 1958 [Original 1631] Marcel, Gabriel: Philosophie der Hoffnung. München: Paul List. 1957. Morus, Thomas: Utopia. Übersetzt von Hermann Kothe. Köln: Anaconda. 2007. [Original 1516]
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Nov 24, 2017 • 1h

Die hässliche kleine Schwester der Muße

Warum Langeweile sinnlos ist Ritas Literaturliste: Bellebaum, Alfred: Langeweile, Überdruss und Lebenssinn. Eine geistesgeschichtliche und kultursoziologische Untersuchung. Opladen: Westdeutscher Verlag. 1990. Decher, Friedhelm: Besuch vom Mittagsdämon. Philosophie der Langeweile. 2. Auflage. Springer: zu Klampen Verlag. 2003. Doehlemann, Martin: Langeweile. Deutung eines verbreiteten Phänomens. Frankfurt/Main: Suhrkamp. 1991. Heidegger, Martin: Die Grundbegriffe der Metaphysik. Freiburger Vorlesung Wintersemester 1929/30. Frankfurt/ Main: Vittorio Klostermann. 2010. King, Vera/ Gerisch, Benigna (Hrsg.): Zeitgewinn und Selbstverlust. Folgen und Grenzen der Beschleunigung. Frankfurt/Main: Campus Verlag. 2009. Safranski, Rüdiger: Zeit. Was sie mit uns macht und was wir aus ihr machen. München: Hanser. 2015. Svendsen, Lars: Kleine Philosophie der Langeweile. Frankfurt/Main und Leipzig: Insel Verlag. 2002.
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Nov 10, 2017 • 58min

Wer sagt da Ich beim Treueschwur?

... von Treue und Loyalität Songs zur Episode: Kraftklub - Wie ich Wise Guys - Romanze Ritas Literaturtipps: Buber, Martin: Zur Verdeutschung der Preisungen. Beilage zu Das Buch der Preisungen. Heidelberg: Lambert Schneider. 1958. Horkheimer, Max/ Adorno, Theodor W.: Dialektik der Aufklärung. Frankfurt/Main: Fischer. 1969. Husserl, Edmund: Die Krisis der europäischen Wissenschaften und die transzendentale Phänomenologie. Hamburg: Meiner. 2007. Knipp, Jens/ Meier, Frank (Hrsg.): Treue zur Wahrheit: Die Begründung der Philosophie Alain Badious. Münster: Unrast Verlag. 2010. Koller, Hans-Christoph: Bildung anders denken. Einführung in die Theorie transformatorischer Bildungsprozesse. Stuttgart: Kohlhammer. 2011. Kraftklub: Wie ich. Album In Schwarz. 2014. Rosa, Hartmut: Resonanz. Eine Soziologie der Weltbeziehung. (Hierin v.a.: Kap. IV.1 Angst und Begehren als elementare Formen der Weltbeziehung.) Berlin: Suhrkamp. 2016. Rosenzweig, Franz: Der Mensch und sein Werk. Gesammelte Schriften, Band IV Sprachdenken im Übersetzen. Dordrecht/Boston/Lancaster: Martinus Nijhoff Publishers. 1984. Wise Guys: Romanze. Album Radio. 2006.
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Oct 27, 2017 • 1h 26min

Digitalisierung: Friss oder stirb!

oder: Heimweh nach Wirklichkeit Links zur aktuellen Episode: Driverless Dilemma | Radiolab Podcast I asked Tinder for my data | Guardian.com vom 17.09.2017 Beutelsbacher Konsens | bpb.de Precob: Entzauberte Vorhersage | Technology Review vom 11.10.2017 Literaturliste: Anders, Günther: Die Antiquiertheit des Menschen. München: Beck. 1956. Arendt, Hannah: vita activa oder Vom tätigen Leben. München: Pieper. 1967. Doctorov, Cory: Little Brother. Doctorov, Cory: For the win. Eggers, Dave: Der Circle. Köln: KiWi. 2013. Elsberg, Marc: Blackout. Morgen ist es zu spät. Berlin: Blanvalet. 2012 Foucault, Michel: Überwachen und Strafen. 9. Auflage. Frankfurt/Main: Suhrkamp. 2008. Graupe, Silja: Die Macht ökonomischer Bildung. Das ökonomische Menschenbild und sein Einfluss auf das Demokratieverständnis. In: Ursula Frost, Markus Rieger-Ladich (Hrsg.): Demokratie setzt aus. Gegen die sanfte Liquidation einer politischen Lebensform. Vierteljahresschrift für wissenschaftliche Pädagogik. Sonderheft. 2013, S. 85-112. Han, Byung-Chul: Im Schwarm des Digitalen. Berlin: Matthes & Seitz. 2013. Haraway, Donna: A Cyborg Manifesto. Simians, Cyborgs, and Women. The Reinvention of Nature. London: Free Association Books. 1984. Hillenbrand, Tom: Drohnenland. Köln: KiWi. 2014 Harris, Michael John: The end of absence. Reclaiming what we've lost in a world of constant connection. London: Penguin. 2014. Horkheimer, Max: Der Begriff der Bildung. In: Ders: Sozialphilosophische Studien. Frankfurt/Main: Suhrkamp. 1972. [Orig. 1952] Jungk, Robert (Hrsg.): Off Limits für das Gewissen. Briefwechsel zwischen Günther Anders und Claude Eatherly. Reinbek: Rowohlt. 1961. Marinetti, Filippo: Das futuristische Manifest. In: Le Figaro. 20.02.1909. Noltze: Die Leichtigkeitslüge. Über Musik, Medien und Komplexität. Hamburg: edition Körber-Stiftung. 2010. Serres; Michel: Erfindet Euch neu! Eine Liebeserklärung an die vernetzte Generation. Frankfurt/Main: Suhrkamp. 2013. Suarez, Daniel: Daemon. Suarez, Daniel: Darknet. Suarez, Daniel: Kill Decision.
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Oct 13, 2017 • 60min

Humor ist ein Saft

... oder die Kunst, sich zu verflüssigen Clips zum Thema Las Vegas Jimmy Kimmel nach dem Attentat in Las Vegas Trevor Responds to the Las Vegas Shooting & Trump Tweets the Weekend Away: The Daily Show Ritas Literaturliste Freud, Sigmund (1925): Der Witz und seine Beziehung zum Unbewußten. In: Gesammelte Schriften, Band 9. Leipzig, Wien, Zürich: Internationaler Psychoanalytischer Verlag Lützeler, Heinrich (1954): Philosophie des Kölner Humors. Honnef/Rh.: Peters. Pleßner, Helmuth (2003): Lachen und Weinen. Eine Untersuchung nach den Grenzen menschlichen Verhaltens. Frankfurt/Main: Suhrkamp. [Original: 1941] Schlegel, Friedrich (1986): Athenäums-Fragmente und andere Schriften. Stuttgart: Reclam. [Original: 1798] Zugänglich auch über http://www.zeno.org/Literatur/M/Schlegel,+Friedrich/Fragmentensammlungen/Fragmente Schmankerl: Friedrich Schlegel, a.a.O., Fragment 37: „Manche witzige Einfälle sind wie das überraschende Wiedersehen zwei befreundeter Gedanken nach einer langen Trennung.“
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Sep 29, 2017 • 1h 11min

Glück ist ein domestiziertes Eichhörnchen

oder: Die erdverbundene Schwere eine Kartoffel zu schälen Dieser Comic war die Grundlage: The Oatmeal: How to be perfectly unhappy Ritas Literaturliste: Aristoteles: Nikomachische Ethik. Übersetzt von Franz Dirlmeier. Stuttgart: Reclam. 2003. Bollnow, Otto Friedrich: Das Wesen der Stimmungen. Studienausgabe in 12 Bänden. Band 1. Würzburg: Könisghausen & Neumann. 2009. Fuchs, Birgitta/ Farokhifar, Karin/ Schütte, André (Hrsg.): Glück. Annäherungen an einen unsteten Zustand. Reihe nachdenken. Band 1. Rheinbach: CMZ. 2012. “Glück/ Glückseligkeit” in: Mittelstraß, Jürgen (Hrsg.): Enzyklopädie Philosophie und Wissenschaftstheorie. Stuttgart, Weimar: Metzler. 1995. Pieper, Annemarie: Glückssache. Die Kunst gut zu leben. 4. Auflage. München: dtv. 2007. Wolf, Ursula: Aristoteles‘ Nikomachische Ethik. PDF verfügbar unter d-nb.info. Han, Byung-Chul: Duft der Zeit. Bielefeld: transcript. 2009.
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Sep 15, 2017 • 54min

Wir werden alle sterben!

oder: Jeder Atemzug bedroht unsere Existenz De Beauvoir, Simone: Das andere Geschlecht: Sitte und Sexus der Frau. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt TB. 2000. [Original: Le Deuxième Sexe. 1949.] Bollnow, Otto Friedrich: Lebensphilosophie und Existenzphilosophie. Schriften. Studienausgabe in zwölf Bänden, Band 4. Würzburg: Königshausen & Neumann. 2009. Camus, Albert: Der Mythos des Sisyphos. Ein Versuch über das Absurde. In neuer Übersetzung. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt TB. 2000. [Original: Le mythe de Sisyphe. 1942.] Fink, Eugen: Der Mensch als Fragment. In: Zur Krisenlage des modernen Menschen. Erziehungswissenschaftliche Vorträge. Würzburg: Königshausen & Neumann. 1989. Sartre, Jean-Paul: Der Existenzialismus ist ein Humanismus und andere philosophische Essays 1943 – 1948. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt TB. 2000. [Original: L’existentialisme est un humanisme. 1946.] Buber, Martin: Ich und Du. Stuttgart: Reclam. 2008. [Original: 1923.] Weitere Links zum Thema: Der Radiolab Podcast über die Voyager: "Where the sun don't shine" (Ab 18'20") Die Liebesgeschichte, die auf der Golden Plate mit der Voyager ins All geschickt wurde: "Voyager's love story"
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Sep 1, 2017 • 57min

Schönheit als Seelenfutter

oder: was passiert, wenn wir unseren Sinn für das Schöne verlieren Ritas Literaturliste: Baumgarten, Alexander: Ästhetik. Hamburg: Meiner. 2009. [Original: Aesthetica. 1750/58] Platon: Symposion. In: Sämtliche Werke, Band 2. 22. Auflage. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt. 1986. Plotin: Enneaden. Hamburg: Meiner. 1990. Schiller, Friedrich: Kallias oder über die Schönheit. Stuttgart: Reclam. 2000. Schiller, Friedrich: Über die ästhetische Erziehung des Menschen in einer Reihe von Briefen. Stuttgart: Reclam. 2000.

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