Auf den Punkt

Süddeutsche Zeitung
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Sep 3, 2019 • 10min

Wie der Cum-Ex-Prozess ein Zeichen setzen kann

Mit Cum-Ex-Geschäften wurde der deutsche Staat jahrelang ausgenommen, der Schaden für die Steuerzahler geht in die Milliarden. Involviert waren darin wohl mehr als hundert Banken und andere Finanzfirmen, die Fäden gezogen haben unter anderem mehrere Investmentbanker. Gegen zwei dieser Banker beginnt jetzt am Mittwoch der erste Gerichtsprozess, es geht um einen mutmaßlichen Schaden von mehr als 440 Millionen Euro. Mit dem Prozess wird erstmals geklärt, ob Cum-Ex-Geschäfte überhaupt strafbar sind. Viele Beteiligte sind der Meinung, dass der Staat selber Schuld sei, weil er ja ein Schlupfloch offen gelassen habe. Davon zu profitieren, sei keine Straftat. Unser Investigativreporter Klaus Ott hat die Ermittlungen rund um Cum-Ex seit Beginn verfolgt. Er glaubt, dass dieser Prozess sehr lange dauern wird und hofft auf eine Signalwirkung für die ganze Finanzbranche. Weitere Themen: Showdown im Brexit-Streit,Europäische Alternative zu Apple Pay, wie Hilfesuchende im Netz erfasst werden. Redaktion, Moderation: Laura Terberl Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Carlo Sarsky
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Sep 2, 2019 • 9min

Was der AfD jetzt gefährlich werden könnte

In Brandenburg hat die AfD 23,5 Prozent geholt, in Sachsen 27,5 Prozent. Viele bisherige Nichtwähler haben die AfD gewählt, die Wahlbeteiligung war deutlich höher als bei den letzten Landtagswahlen. Damit ist die AfD der große Gewinner der Landtagswahlen. Regieren wird sie aber nicht, da SPD bzw. CDU noch mehr Stimmen erhalten haben und diese nicht mit der AfD koalieren wollen. Die beiden AfD-Landesverbände in Sachsen und Brandenburg stehen weiter rechts als andere Landesverbände. Beide Spitzenkandidaten gehören zu der AfD-Gruppierung "Flügel", die als rechtsextrem gilt. Wie geht es jetzt weiter mit der AfD? Jens Schneider, SZ-Korrespondent in Berlin, berichtet seit Jahren über die AfD. Im Podcast erklärt er, wieso die Partei jetzt womöglich ihren Zenit erreicht haben könnte: Die innerparteilichen Kämpfe machen ihr zu schaffen, es passiere zu wenig inhaltliche Arbeit. Weitere Themen: Hurrikan an der Ostküste der USA, Panda-Babies im Berliner Zoo. Redaktion, Moderation: Laura Terberl Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Justin Patchett Zusätzliches Audio-Material über dpa und Reuters.
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Aug 30, 2019 • 10min

Wahl in Brandenburg: Wieso die SPD wackelt

In Brandenburg wächst die Wirtschaft, die Arbeitslosigkeit ist niedrig, die Bahn wird ausgebaut, die Rot-Rote-Regierung stellt Lehrerinnen und Lehrer sowie Polizistinnen und Polizisten ein. Trotzdem verlieren SPD und Linke in Umfragen. Die SPD muss hart kämpfen, um bei der Landtagswahl am Sonntag auf dem ersten Platz zu landen – nach fast 30 Jahren an der Macht. Warum ist das so? Das erklärt in dieser Folge von "Auf den Punkt" der SZ-Politikredakteur Jan Heidtmann. Er sagt auch, warum der SPD-Slogan "EIN Brandenburg" inzwischen mehr Wunsch als Wirklichkeit ist. Weitere Themen: CSU diskutiert über Steuer auf Billigflüge; Uli Hoeneß hört beim FC Bayern auf. Redaktion, Moderation: Vinzent-Vitus Leitgeb Redaktion: Jean-Marie Magro Produktion: Carolin Lenk Zusätzliches Audio-Material über die Facebook-Seite der SPD-Brandenburg und den YouTube-Kanal des FC Bayern München.
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Aug 29, 2019 • 11min

Italien: Wie Salvini sich verzockte

Vor drei Wochen löste Matteo Salvini eine Regierungskrise in Italien aus. Da erklärte der Chef der rechten Lega die Zusammenarbeit mit den Fünf Sternen für beendet. Salvini wollte Neuwahlen und so selbst zum mächtigsten Mann in Italien aufsteigen. In den Umfragen stand seine Partei richtig gut da, aber er rechnete wohl mit einer Sache nicht. Am Mittwochabend treffen sich Luigi di Maio, der Chef populistischen Fünf-Sterne-Bewegung, und Staatspräsident Sergio Matarella. Di Maio ließ sich in seiner Zeit als Vizepremier und Wirtschaftsminister ständig von Salvini vorführen. Dieses Mal ist es aber umgekehrt. Er erklärt, dass seine Fünf Sterne eine Koalition mit den Sozialdemokraten schließen werden. Salvini, der nun aus der Regierung scheidet, prophezeit, dass die Koalition nicht lange halten werde und Neuwahlen unvermeidbar seien. Doch für die ehemalige SZ-Korrespondentin in Rom, Andrea Bachstein, liegt der Fall nicht so eindeutig. Die Fünf Sterne eine mit den Sozialdemokraten viel mehr als mit Salvinis Lega. Weitere Themen: Widerstand gegen Johnson, Altmaiers Mittelstandsstrategie. Redaktion, Moderation: Jean-Marie Magro Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Carolin Lenk Zusätzliches Audiomaterial über Reuters. Dieser Podcast wird unterstützt von SAP.
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Aug 28, 2019 • 11min

Wie China Unternehmen bestrafen will

China scheint auf dem Weg zur absoluten Kontrolle. 2020 soll ein landesweites Sozialkreditsystem eingeführt werden. Alle Bürgerinnen und Bürger starten bei 1000 Punkten. Wer sich in Anführungsstrichen gut verhält, bekommt Pluspunkte. Also zum Beispiel, wer Blut spendet, wer keine Schulden hat oder die Regierung in sozialen Medien lobt. Wer sich nicht so gut verhält, also womöglich über die Regierung lästert, bekommt Minuspunkte. Wer viele Punkte hat, der soll Privilegien erhalten: Reisen dürfen oder leichter an eine Wohnung kommen. Wer wenige Punkte hat, der kann dann auch mal höhere Steuern zahlen oder öffentlich angeprangert werden. Auch Unternehmen müssen sich ab dem kommenden Jahr auf ein solches Punktesystem einstellen. Schwarze Schafe sollen isoliert werden. Wer gute Bewertungen hat, kann dafür mit niedrigeren Steuersätzen, besseren Kreditbedingungen und mehr Chancen bei öffentlichen Aufträgen rechnen. Doch für Firmen drohen bei vermeintlich kleinen Verstößen schon empfindliche Strafen, warnt Peking-Korrespondent Christoph Giesen. Weitere Themen: Kühnert kandidiert nicht für SPD-Vorsitz, Johnson will Parlament schließen. Redaktion, Moderation: Jean-Marie Magro Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Carlo Sarsky Zusätzliches Audiomaterial über Jusos. Dieser Podcast wird unterstützt von SAP.
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Aug 27, 2019 • 10min

Kulturkampf der AfD

Rechtspopulisten und Rechtsextreme setzen seit Jahren Theater, Museen, Gedenkstätten, Kulturzentren und selbst Schulen unter Druck. Laut einer Chronik von ARD und SZ versuchen Akteure aus dem rechten Milieu von AfD, NPD und "Identitären", Kunstinstitutionen flächendenkend in Ost und West zu diskreditieren. Mal würden sie dazu Hassmails oder selbst Mord- und Bombendrohungen nutzen. Manchmal stellen sie Strafanzeigen, organisieren Störaktionen und Demonstrationen. Oder sie machen mit Anträgen in Parlamenten, Stadträten und Kulturausschüssen Stimmung gegen missliebige Künstler, sagt der Theaterkritiker Peter Laudenbach, der die Recherche ins Rollen gebracht hat. Das sei ein richtiger "Kulturkampf der Rechten" - mit einem ungewissen Ausgang. Weitere Meldungen: Brasilien lehnt Millionenhilfe der G7 ab, Indonesien Haupstadt zieht nach Borneo, Irans Präsident dämpft Erwartungen über mögliches Treffen mit Trump. Redaktion, Moderation: Lars Langenau Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Justin Patchett Zusätzliches Audiomaterial über den Bundestag. Dieser Podcast wird unterstützt von SAP.
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Aug 26, 2019 • 11min

Apokalypse am Amazonas

Die Lunge der Welt brennt. Inzwischen kämpft in Brasilien sogar das Militär gegen die Flammen im Amazonasgebiet. Insgesamt sollen es jetzt rund 80.000 Brände sein, die seit Jahresbeginn im Urwald wüten. Mit dem Regenwald verbrennt nicht nur eine unglaubliche Artenvielfalt, sondern in den Milliarden Bäumen des Amazonasgebietes sind auch gigantische Mengen Kohlenstoff gespeichert. Weil jetzt so viele davon brennen, erhöht sich die CO2-Konzentration in der Luft - und dadurch wird wiederum die globale Erwärmung massiv verstärkt. Brasiliens ultrarechter Präsident Bolsonaro sagt allerdings, dass ihn die Äußerungen aus Europa an den Kolonialismus erinnern - Europa solle sich in diese Angelegenheiten nicht einmischen. Gänzlich falsch liegt er nicht, sagt Sebastian Schoepp, Südamerika-Experte der SZ. Schließlich wurden auch in Europa die Urwälder spätestens zur industriellen Revolution fast vollständig abgeholzt. Es sei deshalb schwer, den Ländern in Lateinamerika genau das zu verbieten. Doch das Weltklima habe sich inzwischen so stark verändert, dass das aktuelle Handelsabkommen ein Druckmittel sein könne, damit Brasiliens Regierung mehr für den Klimaschutz tut. Weitere Nachrichten: Soforthilfe für Amazonas von G7-Gipfel, WM 2006 vor Gericht, SPD für Vermögenssteuer. Redaktion, Moderation: Lars Langenau Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Carlo Sarsky Dieser Podcast wird unterstützt von SAP.
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Aug 23, 2019 • 10min

Wie die AfD Wahlkampf mit der Wende macht

30 Jahre nach der friedlichen Revolution schreibt die AfD in Sachsen, Thüringen und Brandenburg "Wende 2.0" auf Wahlplakate. Vor den Landtagswahlen fordern die Spitzenkandidaten Urban, Höcke und Kalbitz: "Vollende die Wende". Mehr als 100 frühere DDR-Oppositionelle haben ihnen diese Woche deshalb einen offenen Brief geschrieben. Sie werfen der AfD vor, eine "Geschichtslüge" zu verbreiten. Was die AfD mit den Slogans meint und wieso sie bei aller Kritik so gut funktionieren, erklärt die SZ-Korrespondentin Antonie Rietzschel in dieser Folge von "Auf den Punkt". Weitere Themen: Amazonas-Brand als Thema bei den G7; "Ocean Viking" darf in Malta anlegen; Erntebilanz 2019. Redaktion, Moderation: Vinzent-Vitus Leitgeb Redaktion: Laura Terberl, Viktoria Hausmann Produktion: Justin Patchett Zusätzliches Audiomaterial über den YouTube-Kanal der AfD.
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Aug 22, 2019 • 10min

Wieso der Amazonas brennt

Im südlichen Amazonasbecken gibt es die schlimmsten Waldbrände seit Jahren. Sie werden durch Dürre begünstigt, aber ausgelöst wurden sie durch Viehzüchter. Trotzdem macht der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro NGOs verantwortlich, die sich eigentlich für die Erhaltung des Regenwalds einsetzten - ohne Beweise zu haben. Welche Verantwortung Bolsonaro dabei selbst trägt, erklärt SZ-Politikredakteur Benedikt Peters. Weitere Themen: Urteil in Chemnitz, Johnson in Frankreich, mehr tote Fahrradfahrer. Redaktion, Moderation: Vinzent-Vitus Leitgeb Redaktion: Laura Terberl Produktion: Justin Patchett Zusätzliches Audiomaterial über Reuters und dpa.
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Aug 21, 2019 • 9min

Wieso Trump Grönland kaufen will

Weil Dänemark nicht über einen Verkauf Grönlands verhandeln will, verschiebt US-Präsident Trump einen Besuch in dem Land auf unbestimmte Zeit. Das Wall Street Journal hatte vergangene Woche gemeldet, dass Trump Interesse an der Insel hätte, die zwar autonom ist, aber offiziell zu Dänemark gehört. Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen hatte Trump aber direkt eine Absage erteilt: "Ich hoffe wirklich, dass das nicht ernst gemeint ist", sagte sie. Kai Strittmatter ist Korrespondent in Kopenhagen. Im Podcast erklärt er, was hinter Trumps Kaufangebot steckt - und welche Aufregung das in Dänemark ausgelöst hat. Weitere Nachrichten: Bundesregierung möchte Solidaritätszuschlag abschaffen, mutmaßlicher Komplize im Fall Lübcke durfte Waffen besitzen, Markus Söder will Negativzinsen verbieten lassen. Redaktion, Moderation: Laura Terberl Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Julia Ongyerth Zusätzliches Audiomaterial über den Youtube-Kanal des Weißen Hauses.

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