Auf den Punkt

Süddeutsche Zeitung
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Jan 23, 2020 • 9min

Prinz MBS und das Handy des reichsten Mannes der Welt

Im April 2018, bei einem Dinner in einer riesigen Villa in Santa Monica, lernen sich Jeff Bezos und Mohammed bin Salman kennen. Der Amazon-Chef und der saudische Kronprinz tauschen dabei Handynummern aus. Knapp einen Monat später bekommt Bezos ein Video von bin Salmans WhatsApp-Konto geschickt. Es scheint, als sei es nur ein PR-Video über Saudi-Arabien. Tatsächlich handelt es sich um eine Schleuse für eine Ausspähsoftware. Ab diesem Moment fließen große Datenmengen aus Bezos Handy ab. Eine solche Spyware kann nur mithilfe von spezialisierten Firmen aufgespielt werden, sagt SZ-Digitalredakteur Valentin Dornis. Doch welches Interesse könnte der Kronprinz daran haben, Jeff Bezos Handy anzuzapfen? Weitere Themen: Innenministerium verbieten Combat 18, Steinmeier-Rede in Yad Vashem. Redaktion, Moderation: Jean-Marie Magro Redaktion: Laura Terberl und Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Justin Patchett Zusätzliches Material über Reuters.
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Jan 22, 2020 • 10min

Davos: Wie Wirtschaft "grüner" werden kann

Donald Trump macht am Dienstag in Davos klar, worum es ihm geht: Geld. Er will Investoren in die USA locken. Die Prämisse dafür ist Wachstum. Die Wörter Klimaschutz oder Klimawandel kommen ihm nicht über die Lippen. Auf der anderen Seite spricht beim Weltwirtschaftsforum in der Schweiz auch Greta Thunberg. "Unser Haus brennt immer noch", warnt die 17-jährige Klimaaktivisten. Und die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen wirbt mit ihrem "European Green Deal". Mit den Worten "Green" und "Deal" findet von der Leyen Gehör bei den Geschäftsleuten, sagt SZ-Wirtschaftsredakteur Bastian Brinkmann. Immer mehr Unternehmen versuchen so schnell wie möglich CO₂-neutral zu werden. Weitere Themen: Datenleck bei Buchbinder, Glücksspiel. Redaktion, Moderation: Jean-Marie Magro Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Carolin Lenk Zusätzliches Material über Reuters und Weltwirtschaftsforum Davos.
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Jan 21, 2020 • 9min

So gefährlich ist das neue Coronavirus

China hat einen massiven Anstieg von Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus gemeldet. Inzwischen haben sich knapp 300 Menschen angesteckt, teilten die Behörden mit. Erstmals sei auch die Hauptstadt Peking betroffen, wo zwei Fälle aufgetreten seien. Den Anfang nahm der Ausbruch in der zentralchinesischen Stadt Wuhan, vermutlich auf einem Fischmarkt. Dieser wurde mittlerweile geschlossen. Die Behörden fürchten eine weitere Ausbreitung des Virus durch die aktuelle Reisewelle zum chinesischen Neujahrsfest. Millionen Chinesen sind dieser Tage quer durch das Land unterwegs zu ihren Familien und könnten so das Virus weiter verbreiten. Berit Uhlmann aus dem Wissensressort erklärt, was man bereits über das Virus weiß - und wieso es wohl ansteckender ist, als man lange dachte. Weitere Themen: Donald Trump und Greta Thunberg in Davos, Renate Künast hat Erfolg mit Beschwerde, Impeachment beginnt. Unter diesem Link finden Sie den im Podcast erwähnten Text über die ETF-Sparpläne. Redaktion, Moderation: Laura Terberl Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Justin Patchett Zusätzliches Material über Reuters.
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Jan 20, 2020 • 10min

Wie der Libyen-Konflikt gelöst werden soll

Bei der Libyen-Konferenz in Berlin hat man sich am Wochenende auf einen 55-Punkte-Plan geeinigt. So soll der libysche Bürgerkrieg langsam entschärft werden. Die zentralen Punkte sind, dass das bereits bestehende Waffenembargo eingehalten wird und die Konfliktparteien keine Unterstützung mehr aus dem Ausland bekommen. Das soll dazu führen, dass der Konflikt austrocknet und die beiden Regierungen in Libyen deshalb mit Friedensverhandlungen beginnen. Das wird aber nur gelingen, wenn sich alle an die Absprachen halten und das auch überwacht wird, so SZ-Hauptstadtkorrespondent Daniel Brössler. Er hat am Wochenende den Gipfel begleitet. Und dafür wird eine deutsche Beteiligung wohl nötig sein. Weitere Themen: IWF veröffentlicht Wachstumsprognose, Urteil im Stromstoß-Prozess, neues Virus in China. Redaktion, Moderation: Laura Terberl Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Julia Ongyerth, Carlo Sarsky Zusätzliches Material über dpa.
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Jan 17, 2020 • 10min

Wie Deutschland in der Libyen-Krise vermitteln will

Seit 2014 ist Libyen zwischen zwei Regierungen aufgeteilt. Die eine sitzt in der Hauptstadt Tripolis und wird angeführt von Fajis al-Sarradsch. Seine Regierung ist von den Vereinten Nationen eigentlich anerkannt. Die andere Regierung ist die des Rebellengenerals Chalifa Haftar. Der sitzt in Bengasi und seine Truppen versuchen schon länger, die Hauptstadt einzunehmen. Weil diese Parteien aber jeweils von internationalen Playern unterstützt werden, ist der Konflikt weitaus komplizierter. Nun lädt die Bundesregierung zu einer großen Libyen-Konferenz nach Berlin. Der Erfolg der Veranstaltung, sagt der SZ-Hauptstadtkorrespondent Daniel Brössler, wird sich daran messen lassen, ob weiterhin Waffen in die Krisenregion geliefert werden. Weitere Themen: Chamenei bezeichnet Trump als "Clown", Seehofer lenkt bei Passfotos ein. Redaktion, Moderation: Jean-Marie Magro Redaktion: Laura Terberl Produktion: Carolin Lenk Zusätzliches Material über dpa.
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Jan 16, 2020 • 13min

Organspende: Das neue Gesetz reicht nicht aus

Fast 10 000 Menschen warten in Deutschland auf ein Organ. Verglichen mit anderen Ländern sind hierzulande relativ wenige Organspender. Gesundheitsminister Spahn machte deswegen den Vorschlag der sogenannten "doppelten Widerspruchslösung". Das heißt, jeder würde als Organspender gelten. Es sei denn, er widerspricht. Durchgesetzt hat sich aber ein anderer Vorschlag, für den unter anderem die Grünen-Vorsitzende Annalena Baerbock und die Linken-Vorsitzende Katja Kipping geworben haben. Sie wollen die bewusste Entscheidung zur Organspende stärken. Niemand soll vom Staat zur Organspende gezwungen werden. Für den SZ-Wissenschaftsredakteur Felix Hütten ist das zu wenig. Manche Leute müssen irgendwann zu einer Entscheidung gezwungen werden, meint er. Seine Kollegin Christina Berndt widerspricht: Menschen sollten auch das Recht haben, sich nicht mit dem Tod beschäftigen zu müssen. Weitere Themen: Einigung bei Kohleausstieg, Neuer russischer Ministerpräsident. Redaktion, Moderation: Jean-Marie Magro Redaktion: Laura Terberl Produktion: Justin Patchett Zusätzliches Audio-Material über Deutscher Bundestag.
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Jan 15, 2020 • 10min

US-Demokraten: Die Suche nach Trumps Gegner

Insgesamt 28 Kandidaten haben sich bei den Vorwahlen der US-Demokraten beworben, von denen schon einige zurückgezogen haben. In sieben riesigen Debatten im landesweiten Fernsehen haben sie sich duelliert. Und bisher ist noch nicht so richtig klar, wer von den Demokraten gegen Donald Trump ins Rennen geschickt wird. In drei Wochen, am 3. Februar, finden im Bundesstaat Iowa die ersten Vorwahlen statt. Passend dazu war dort die letzte Fernsehdebatte. Den giftigsten Schlagabtausch liefern sich dabei ausgerechnet zwei Kandidaten, die sich gegenseitig eigentlich als Freunde bezeichnen. Elizabeth Warren behauptet, Bernie Sanders hätte ihr bei einem Treffen 2018 gesagt, er glaube nicht, dass eine Frau Donald Trump schlagen könne. Sanders sagt, Warrens Darstellung sei lachhaft. Hinter diesem Streit steht eine zentrale Fragen dieses Wahlkampfs, sagt Washington-Korrespondent Hubert Wetzel. Weitere Themen: Russische Regierung tritt zurück, Söder zählt CSU-Minister an. Redaktion, Moderation: Jean-Marie Magro Redaktion: Laura Terberl Produktion: Carolin Lenk Zusätzliches Audio-Material über Reuters und dpa.
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Jan 14, 2020 • 10min

In Thüringen fallen alte Mauern

In Thüringen gestaltet sich die Regierungsbildung seit der Wahl Ende Oktober 2019 mehr als schwierig. Weder gibt es eine Mehrheit für Rot-Rot-Grün, noch für Schwarz-Gelb, geschweige denn für CDU und SPD. Das liegt vor allem an der AfD, die mit ihrem Spitzenkandidaten Björn Höcke auf 23,4 Prozent kam. Anfang Februar will sich Ministerpräsident Bodo Ramelow von der Linken zur Wiederwahl stellen. Im dritten Wahlgang hat er dazu ernsthafte Chancen, sagt die Korrespondentin für Ostdeutschland, Ulrike Nimz. Ramelow wird es mit einer rot-rot-grünen Minderheitsregierung versuchen und sich dabei punktuell die Zustimmung von CDU und FDP einholen müssen. Damit werde sich zeigen, ob 30 Jahre nach dem Mauerfall eine weitere Grenze abgeschafft wird, die zwischen CDU und Linkspartei. Schließlich habe sich dafür auch Alt-Bundespräsident Joachim Gauck eingesetzt. Weitere Nachrichten: Frankreich, Großbritannien und Deutschland erhöhen Druck auf Teheran, "Klimahysterie" ist "Unwort" des Jahres, Filmkritik Sam Mendes’ "1917". Redaktion, Moderation: Lars Langenau Redaktion: Jean-Marie Magro Produktion: Justin Patchett Zusätzliches Audio-Material über Reuters und dpa.
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Jan 13, 2020 • 10min

Irans Lügen provozieren Proteste

Das erste Opfer des Krieges sei die Wahrheit, heißt es. Da leugnet Irans Regierung zwei Tage die wahre Ursache des Absturzes einer ukrainischen Passagiermaschine. Und gibt dann doch zu, dass ihre eigene Abwehr die Maschine versehentlich abgeschossen habe und somit für den Tod von 176 Menschen verantwortlich sei. Seither fordern Tausende Demonstranten in mehr als zehn Städten die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Erschüttert über die Lüge seien nur die Iraner, die noch an die Führung und die Staatsmedien geglaubt haben, sagt der stellvertretende Leiter der SZ-Außenpolitik, Paul-Anton Krüger. Ungeklärt sei aber bis heute, warum der Luftraum über Teheran nicht gesperrt worden sei - oder wer die politische Verantwortung für den Abschuss trägt. Und US-Präsident Trump könnte die Entwicklung zumindest kurzfristig in die Hände spielen. Weitere Nachrichten: Siemens hält an Plänen zum Kohle-Projekt in Australien fest, Oscar-Nominierungen. Redaktion, Moderation: Lars Langenau Redaktion: Anika Blatz, Jean-Marie Magro Produktion: Julia Ongyerth Zusätzliches Audio-Material über Reuters und Global News.
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Jan 10, 2020 • 10min

Flug PS752: Was für einen iranischen Abschuss spricht

Zuerst ließ Donald Trump mit einer Drohne den iranischen General Soleimani töten. Als Vergeltung darauf antwortete Iran mit 22 Raketen auf zwei US-Stützpunkte im Irak. Und dann stürzte auch noch eine Boeing 737 ab. Und zwar in Teheran, also der Hauptstadt von Iran. Über 170 Menschen starben dabei. Viele waren Kanadier oder in Kanada lebende Iraner, die in Kiew umsteigen sollten. Iran sprach und spricht zur Stunde noch von einem technischen Problem. Eines der Triebwerke war ausgefallen. Dann aber hält am Donnerstag der kanadische Premier Justin Trudeau eine Pressekonferenz ab und spricht davon, dass die Maschine - möglicherweise versehentlich - von einer iranischen Rakete abgeschossen wurde. Auch der SZ-Ukrainekorrespondent Florian Hassel denkt, viele Indizien sprechen für einen Abschuss des Flugzeugs. Er sieht einige Parallelen zum Fall MH17 vor fünfeinhalb Jahren. Weitere Themen: Bahncards werden billiger, Studienkosten weiterhin nicht voll absetzbar. Redaktion, Moderation: Jean-Marie Magro Redaktion: Laura Terberl Produktion: Carolin Lenk Zusätzliches Material über Reuters, New York Times, Intel und The Flintstones.

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