

Auf den Punkt
Süddeutsche Zeitung
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Feb 6, 2020 • 10min
Thüringen bebt
Thomas Kemmerich war bis Mittwochnachmittag wohl fast niemandem in Deutschland ein Begriff. Dann wurde er überraschend Thüringer Ministerpräsident - und ist damit der erste, der mit den Stimmen der AfD gewählt wurde. Pardon, er war der erste, denn Kemmerich hat in der Zwischenzeit seinen Rücktritt angekündigt.
In der ganzen Republik hatten sich Politikerinnen und Politiker sowie einige Tausend Demonstranten über die Wahl Kemmerichs aufgeregt. Der FDP bescherte sie eine Existenzkrise, sagt Daniel Brössler. Der SZ-Hauptstadtkorrespondent schätzt ihre Lage noch bedrohlicher ein als im Jahr 2013. Damals flog die Partei aus dem Bundestag.
Weitere Themen: Lindner stellt Vertrauensfrage im FDP-Vorstand, Impeachment vorbei.
Redaktion, Moderation: Jean-Marie Magro
Redaktion: Laura Terberl
Produktion: Carolin Lenk
Zusätzliches Audio-Material über dpa und Reuters.

Feb 5, 2020 • 10min
Thüringen: Die Brandmauer nach rechts ist gefallen
Völlig überraschend ist der FDP-Politiker Thomas Kemmerich zum neuen Ministerpräsidenten von Thüringen gewählt worden. Mit den Stimmen von FDP, CDU - und der völkisch-nationalistischen AfD von Landeschef Björn Höcke.
"Das ist die größte Wählertäuschung, die ich erlebt habe", sagt Detlef Esslinger, stellvertretender Innenpolitik-Chef der SZ. Kemmerich hätte sich "nie" mit den AfD-Stimmen wählen lassen dürfen, diese Brandmauer nach rechts sei heute gefallen. Noch falscher als in Erfurt könne man nicht regieren.
Weitere Nachrichten: Buttigieg bei Vorwahl der US-Demokraten in Iowa vorn, Heuschreckenplage in Ostafrika und Pakistan.
Redaktion, Moderation: Lars Langenau
Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb
Produktion: Justin Patchett
Zusätzliches Material über Phoenix, dpa und Reuters.

Feb 4, 2020 • 10min
Ein Dinosaurier namens Siemens
In München steht am Mittwoch die Siemens-Hauptversammlung an. Siemens wird von Klimaaktivisten gerade stark kritisiert, weil der Konzern sich am Bau einer riesigen Kohlemine in Australien beteiligt. Joe Kaeser, Chef von Siemens, wird aber auch intern kritisiert.
Siemens ist für die Aktivisten zum Symbol der alten, fossilen Welt geworden, sagt Caspar Busse aus der SZ-Wirtschaftsredaktion. Zu einem Dinosaurier - "unbeweglich und ausgestorben". Dabei wollte Kaeser den Konzern eigentlich grüner und nachhaltiger machen. In jüngster Zeit habe sich Kaeser aber auch als nicht besonders geschickt gezeigt.
Weitere Nachrichten: US-Vorwahlen in Iowa, Chinas Führung rämt Fehler im Umgang mit Coronavirus ein, “Judensau”-Relief darf hängen bleiben.
Redaktion, Moderation: Lars Langenau
Redaktion: Laura Terberl, Vinzent-Vitus Leitgeb
Produktion: Carolin Lenk
Zusätzliches Material über die Facebook-Seite "Offenes Antikapitalistisches Klimatreffen".

Feb 3, 2020 • 9min
Coronavirus: Das Stigma der Webasto-Mitarbeiter
In China sind inzwischen mehr als 360 Menschen am Coronavirus gestorben. Die Zahl der bestätigten Infektionen liegt bei mehr als 17.000 Fällen. In Deutschland sind bis Montagnachmittag zehn Menschen erkrankt. Die meisten von ihnen leben und arbeiten im Landkreis Starnberg beim Automobilzulieferer Webasto in Stockdorf.
Es hat sich schnell herumgesprochen, wer bei Webasto arbeitet, sagt der Leiter der SZ-Landkreisredaktion Starnberg, David Costanzo. Und da sei es bereits zu unschönen Szenen gekommen: Kinder von Webasto-Mitarbeitern sollen nicht in Kindergärten gelassen worden sein oder die Ehepartner von Mitarbeitern seien vom Arbeitgeber wieder nach Hause geschickt worden. Mitarbeiter würden inzwischen stigmatisiert, nur weil sie bei der Firma arbeiten würden. Das sei jedoch "pure Hysterie".
Weitere Nachrichten: Türkei startet
Offensive in Syrien, London und Brüssel stimmen sich auf harte Handelsgespräche ein.
Redaktion, Moderation: Lars Langenau
Redaktion: Laura Terberl
Produktion: Julia Ongyerth
Zusätzliches Material über Reuters.

Jan 31, 2020 • 10min
Bye bye, liebe Briten!
Fast vier Jahre sind seit dem Brexit-Referendum vergangen. Nach langen Verhandlungen, unendlich vielen Wendungen, dem Lebwohl einer Premierministerin und dem Triumph von Boris Johnson sagen die Briten nun Goodbye. Sie scheiden aus der Europäischen Union aus.
Cathrin Kahlweit begleitete die letzten Jahre das Geschehen in London. Die SZ-Korrespondentin schildert in dieser Folge die vielen Wendungen des Brexit, wann sie selbst verzweifelt war und warum die Briten wohl so schnell nicht zurückkehren werden.
Weitere Themen: Coronavirus, Australian Open.
Redaktion, Moderation: Jean-Marie Magro
Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb
Produktion: Justin Patchett
Zusätzliches Material über European Parliament.

Jan 30, 2020 • 10min
Warum die Deutsche Bank so viele Verluste macht
Seit zwei Jahren ist Christian Sewing der Vorstandschef der Deutschen Bank. Und bisher hat er bei jedem Jahresergebnis ein Minus eingefahren. Dieses Jahr sind es 5,7 Milliarden Euro. Einer der größten Verluste in der Geschichte der Deutschen Bank. So richtig beunruhigt wirkt Sewing aber nicht.
Denn die Deutsche Bank stellt sich gerade ganz neu auf. Weltweit fallen über 18 000 Stellen weg. Filialen werden geschlossen, dafür wird das Online-Banking verstärkt. Das Investmentbanking soll eine kleinere Rolle spielen.
Trotz der Verluste zahlen sich die Manager Boni in Höhe von 13,3 Millionen Euro aus. Eine falsche Entscheidung, sagt Meike Schreiber. Die SZ-Bankenkorrespondentin meint, der Vorstand hätte ein starkes Zeichen setzen können, wenn er auf die Boni verzichtet hätte.
Weitere Themen: Bundestag hebt Gaulands Immunität auf,
Coronavirus.
Redaktion, Moderation: Jean-Marie Magro
Redaktion: Laura Terberl
Produktion: Justin Patchett
Zusätzliches Material über Reuters.

Jan 29, 2020 • 11min
Nahost-Friedensplan: Der unfaire Deal
Eine historische Chance sei sein Friedensplan für die Palästinenser, so Donald Trump. Er sei vielleicht ihre letzte Chance, ihren eigenen Staat zu bekommen - mit einer eigenen Hauptstadt im "östlichen Jerusalem". So steht es zwar im Plan drin, doch müssten die Palästinenser dafür riesige Zugeständnisse machen.
Israels Siedlungen im Westjordanland würden anerkannt, das Jordantal annektiert und Jerusalem bliebe die "ungeteilte Hauptstadt Israels". Trumps Plan, so Moritz Baumstieger, würde die faktische Kapitulation der Palästinenser bedeuten. Jeder Punkt darin, so der SZ-Außenpolitikredakteur, würde ihnen unglaublich wehtun.
Weitere Themen: Rivlin im Bundestag, Huawei weist Vorwürfe zurück.
Redaktion, Moderation: Jean-Marie Magro
Redaktion: Laura Terberl
Produktion: Carolin Lenk
Zusätzliches Material über Reuters und Deutscher Bundestag.

Jan 28, 2020 • 10min
Coronavirus in Deutschland: Vorsicht statt Panik
Das Coronavirus aus China hat Deutschland erreicht. Im Landkreis Starnberg hat sich ein Angestellter der Automobilzulieferers Webasto bei einer chinesischen Kollegin angesteckt. Auch wenn es ihm gut geht: Er ist mit mindestens 40 anderen Menschen in Kontakt gekommen.
Ziemlich sicher ist das eine Tröpfchen- und Schmiereninfektion, sagt Hanno Charisius vom Wissensressort der SZ. Mit Abstand zu Erkrankten und gewöhnlichen Hygieneregeln wie regelmäßigem Händewaschen könne eine Infektion meist vermieden werden. Behandelt würden derzeit nur Symptome, die jedoch sehr einer Grippe ähneln würde. Wenn man in jüngster Zeit keinen Kontakt zu Personen aus der Region um Wuhan hatte, solle man nicht in Panik geraten. Charisius bezweifelt zudem die Wirksamkeit von Quarantänemaßnahmen wie sie in China angewendet werden. Solche Isolierungen würden immer auch unterlaufen.
Weitere Nachrichten: Anklage gegen Netanjahu, Briten beteiligen
Huawei an 5G-Netz.
Redaktion, Moderation: Lars Langenau
Redaktion: Laura Terberl
Produktion: Julia Ongyerth
Zusätzliches Material über Reuters.

Jan 27, 2020 • 11min
#WeRemember: Gedenken 75 Jahre nach Auschwitz
Vor 75 Jahren befreite die Rote Armee das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau. Auschwitz ist zum Synonym für den industriellen Massenmord an Juden geworden, zum Symbol für den Holocaust. Denn hier ermordete die SS eine Million Menschen.
Das ist ganz sicher kein "Vogelschiss" in der deutschen Geschichte, wie AfD-Chef Alexander Gauland meint, sagt SZ-Redakteur Oliver Das Gupta. Die industrielle Vernichtung einer ganzen Menschengruppe nach rassistischen Kriterien sei eine bislang singuläre Tat. Da es jedoch immer weniger Zeitzeugen gibt, müsse dem Massenmord der Nazis in Zukunft anders gedacht werden. Dazu gebe es inzwischen aber gute Videodatenbanken, die die Aussagen des Zeitzeugen konserviert haben.
Weitere Nachrichten: Knobloch: AfD mitverantwortlich für Antisemitismus, in Italien unterliegt Salvinis Lega in Emilia-Romagna den Sozialdemokraten, Bolton bringt Trump in Bedrängnis, Tod von Kobe Bryant.
Redaktion, Moderation: Lars Langenau
Redaktion: Laura Terberl
Produktion: Julia Ongyerth
Zusätzliches Material über Reuters.

Jan 24, 2020 • 11min
Nahost-Friedensplan: Trumps größter Deal aller Zeiten
Monatelang hat Donald Trump seinen großen Plan angekündigt, wie er Frieden im Nahen Osten schaffen will. Obama, Bush, Clinton, Reagan und noch ganz andere US-Präsidenten sind daran gescheitert. Aber er, Trump, würde es richten.
Der Deal wurde immer wieder verschoben. Aber jetzt hat Trump angekündigt, er werde den "Deal des Jahrhunderts" am Dienstag zusammen mit Israels Premier Benjamin Netanjahu und dessen Gegenspieler Benny Gantz vorstellen.
Demnach sollen die Palästinenser zwar einen eigenen Staat bekommen, dafür Jerusalem als israelische Hauptstadt anerkennen. Dies ist für Palästina schwer zu akzeptieren. Allerdings haben die Palästinenser kein Druckmittel, das sie in Verhandlungen einbringen können, beschreibt die SZ-Israel-Korrespondentin Alexandra Föderl-Schmid.
Weitere Themen: Schießerei in Rot am See, Gabriel im Aufsichtsrat, ADAC weicht Tempolimit-Position auf.
Redaktion, Moderation: Jean-Marie Magro
Redaktion: Laura Terberl
Produktion: Carolin Lenk
Zusätzliches Material über France24.


