

Auf den Punkt
Süddeutsche Zeitung
Die Nachrichten des Tages – von der Süddeutschen Zeitung als Podcast auf den Punkt gebracht. Bleiben Sie auf dem Laufenden mit aktuellen Meldungen, Interviews und Hintergrundberichten. Kostenlos und immer aktuell: Jeden Tag um 17 Uhr und samstags um 7 Uhr.
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Aug 9, 2021 • 15min
Klimawandel: "Die ganze Welt muss mit an Bord"
“Die Alarmglocken tönen ohrenbetäubend”, sagt UN-Generalsekretär Antonio Guterres angesichts des neuen Berichts des Weltklimarates IPCC. Demnach erwärmt sich unsere Erde schnell und überall mit zunehmendem Folgen. Der Bericht ist die politische Handlungsgrundlage der Weltklimakonferenz im November in Glasgow.
"Die Studie ist in ihrer Klarheit und Härte einmalig, aber keinesfalls nicht absehbar gewesen", sagt Deutschlands erster Bundesumweltminister Klaus Töpfer. Bereits 1990 sei das fast wörtlich vorausgesagt worden. Es handelt nur derjenige, der einen Vorteil für sich daraus ableiten kann, sagt der ehemalige CDU-Politiker. Die Energieerzeuger aber würden noch aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe ihre Profite ziehen, das müsse dringend geändert werden. "Wir gehen auf eine Welt mit zehn Milliarden Menschen zu" sagt Töpfer, "aber unser Lebensstil ist nicht globalisierungsfähig." Deutschland müsse dabei innovativ sein bei der technologischen Entwicklung alternativer Energiequellen.
"Wir können immer noch gestalten, es ist längst nicht zu spät", meint die Physikerin Marlene Weiß, die das Wissenschaftsressort der SZ leitet. Zwar sei das Ziel der Begrenzung der Erderwärmung nur um 1,5 Grad kaum noch zu erreichen, aber immerhin noch die zwei Grad. Als Einzelner sei man verloren, aber alle Staaten müssten nun dringend und schnell zusammenarbeiten. Schließlich sehe man doch die drastischen Folgen, wenn wir nichts tun würden.
Weitere Nachrichten: Bis zu 30 Milliarden Euro für Flutopfer, Abschlussbericht Anschlag Berliner Weihnachtsmarkt.
Wir freuen uns sehr, wenn Sie bei unserer Umfrage mitmachen. Sie dauert etwa fünf bis zehn Minuten und wir hoffen damit, den Podcast noch besser zu machen. Hier können sie teilnehmen.
Redaktion, Moderation: Lars Langenau
Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb
Produktion: Carolin Lenk
Zusätzliches Audiomaterial über den Livestream des ICPP.

Aug 6, 2021 • 11min
Corona: Hilft die dritte Spritze gegen die vierte Welle?
Aktuell liegt die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland bei 20,4, doch die Werte steigen - und zwar früher und schneller als im letzten Sommer. Gleichzeitig stockt die Impfkampagne. So wenig wie in dieser Woche wurde zuletzt Ende Februar geimpft. Momentan sind erst 54 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft, 62 Prozent zumindest ein Mal.
Um für die nächste Corona-Welle gewappnet zu sein, plant das Bundesgesundheitsministerium ab September Auffrischungsimpfungen für alle Menschen, die zu einer Risikogruppe gehören. Wie sinnvoll so eine Booster-Impfung sein kann und welche Daten wir dazu bisher vorliegen haben, erklärt in dieser Folge Hanno Charisius aus dem SZ-Wissensressort.
Weitere Nachrichten: Waldbrände im Mittelmeerraum, Ermittlungen wegen Hochwasser in Ahrweiler, Olympische Spiele enden am Sonntag.
Produktion: Justin Patchett
Redaktion: Annika Schultz, Antonia Franz
Moderation, Redaktion: Laura Terberl

Aug 5, 2021 • 12min
Belarus: Lukaschenkos Gewaltspirale
Der Fall der belarussischen Sprinterin Kristina Timanowskaja hat diese Woche für viel Aufregung gesorgt. Aber der Fall ist nur ein Beispiel dafür, wie skrupellos das Regime in Belarus gegen Kritikerinnen und Kritiker vorgeht. Über die Methoden des belarussischen Machthabers.
Bei ihrer Ankunft in Warschau zeigt sich Kristina Timanowskaja erleichtert. Sie sei froh, in Sicherheit zu sein, sagt die geflohene belarussische Olympia-Teilnehmerin. Auch ihr Mann ist mittlerweile aus Belarus geflohen und auf dem Weg nach Polen. Wie seine Frau wird auch er ein humanitäres Visum erhalten.
SZ-Korrespondentin Silke Bigalke erklärt im Podcast, wie der Machthaber Lukaschenko systematisch versucht, Kritikerinnen und Kritiker einzuschüchtern - sie sollen sich nirgendwo sicher fühlen können. Eine Methode, die leider aufzugehen scheint.
Silke Bigalke hat vor wenigen Wochen auch mit mehreren Menschen aus Minsk über die jetzige Situation gesprochen. Die Protokolle können Sie unter diesem Link lesen.
Weitere Nachrichten: Rundfunkbeitrag darf erhöht werden, keine Grünen-Landesliste aus dem Saarland, weiterer Prozess im Missbrauchskomplex Münster.
Redaktion, Moderation: Laura Terberl
Redaktion: Antonia Franz und Annika Schultz
Produktion: Justin Patchett

Aug 4, 2021 • 13min
Libanon, ein gescheitertes Land
Beirut galt einst als Paris des Nahen Ostens. Doch das ist es schon lange nicht mehr. Nach einem blutigen Bürgerkrieg und dem Krieg in Syrien besteht dort nur ein kaputter Staat, der auf internationale Hilfe angewiesen ist. Und nachdem am 4. August 2020 fast 3000 Tonnen Ammoniumnitrat im Hafen Beiruts detonierten, ist auch fast nichts mehr von dem berühmten Gelassenheit und weltläufigen Charme der Libanesen zu spüren.
Das sah damals aus wie in einem Kriegsgebiet, erinnert sich SZ-Redakteur Moritz Baumstieger, der kurz nach der Explosion das Land bereiste. Er habe Schockstarre erwartet, aber viele tatkräftige Bürger gesehen, die irgendwie dieser Situation Herr werden wollten. Bis heute sei unklar, wer für die Katastrophe nun eigentlich verantwortlich sei. Lediglich ein paar niedere Beamte würden deshalb in Haft sitzen. Schon vor der Explosion habe das Land am Rand des Kollaps gestanden, jetzt aber herrsche überall wirtschaftliches und politisches Chaos: Keine funktionierende Regierung, horrende Inflation und schlimme humanitäre Auswirkungen auf das Volk. Es dümpelt führungslos dahin. Der Libanon habe ein korruptes System, sagt Baumstieger, sei ein gescheiteres Land.
Weitere Nachrichten: Zugunglück in Tschechien, Belarussische Leichtathletin Timanowskaja in Wien.
Den achtteiligen Podcast "Inside 1860" finden Sie unter sz.de/Inside1860.
Redaktion, Moderation: Lars Langenau
Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb
Produktion: Valérie Nowak
Zusätzliches Audiomaterial über ZDF, Reuters und YouTube.

Aug 3, 2021 • 12min
Hubert Aiwanger: Popstar der Impfskeptiker
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder stellte seinen Vize und Wirtschaftsminister kürzlich bloß: Hubert Aiwanger von den Freien Wählern (FW) will sich nicht impfen lassen. Das sei eine freie Entscheidung, es gebe keine Impfpflicht etcpp, verteidigt der sich. Seine rote Linie sei sein Körper. Dafür aber will Aiwanger nach der Bundestagswahl nach Berlin.
Man unterschätzt die FW, wenn man sie lediglich als Folklore-Phänomen sieht, sagt der landespolitische Korrespondent der SZ in München, Andreas Glas. Tatsächlich würden die FW eine ähnliche Rolle einnehmen wie die CSU: Trotz Regierungsverantwortung einfach so tun, als sei man weiterhin in der Opposition. Es sei aber längst noch nicht ausgemacht, dass die Partei die Fünf-Prozent-Hürde überspringen werde. Aiwangers Impfskepis sei vielleicht mit seiner Herkunft vom Bauernhof zu erklären. Anfangs habe er das auch sehr defensiv vertreten, aber inzwischen wittere er seine Chance. Er habe sich zum Sprachrohr einer "angeblich unterdrückten Minderheit und zum Sprachrohr der Impfskeptiker gemacht." Trotzdem, prophezeit Glas, werde Söder mitten im Wahlkampf nicht mit ihm brechen.
Weitere Nachrichten: Alle Einwohner Wuhans werden getestet, Grüne wollen Klimaschutzministerium.
Redaktion, Moderation: Lars Langenau
Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb
Produktion: Carolin Lenk
Zusätzliches Audiomaterial über MünchenTV, TV aktuell, Dailymotion, BR 24.

Aug 2, 2021 • 12min
Querdenker: "Der politische Arm der Einsamkeit"
Nach Polizeiangaben haben sich am Sonntag etwa 5000 Corona-Leugner in der Hauptstadt versammelt, obwohl ihre Demonstration verboten war. Eine bunte Mischung von Normalos und Esoteriker, Altlinken und Rechtsextremen, die ganz ungehemmt Seite an Seite marschierten. Ein Sammelbecken für Anti-Demokraten und Verdachtsfall für den Verfassungsschutz. Schnell ist die Situation eskaliert. Und wieder gab es tätliche Angriffe auf Polizisten und Journalisten. Fast 600 Festnahmen soll es gegeben haben. Auch ein 49-jähriger Demonstrant ist in Polizeigewahrsam kollabiert und im Krankenhaus gestorben.
Es fing mit der Tea Party in den USA an, die sich beispielsweise mit ihrem Protest gegen Obama Gesundheitsversicherung gegen ihre eigenen Interessen wendete, sagt Nils Minkmar, Feuilleton-Redakteur der SZ. Dieses Phänomen sei auch bei den Gelbwesten in Frankreich oder den Brexitiers in Großbritannien zu beobachten. Soziologen beobachten dabei verstärkt eine Vereinzelung und Radikalisierung, die mit der persönlichen Vereinsamung einhergehe. Zwar wechsele der Feind bei diesen zersplitterten Bewegungen. Aber: "Diese Weltanschauungen gedeihen am besten in der Isolation", meint Minkmar. Im Grund seien diese nicht-koalitionsfähigen Bewegungen der "politische Arm der Einsamkeit". Auch durch virtuellen Austausch verbleibe man nur in seiner eigenen Echokammer. Ähnliches sei dies auch bei dem Ex-Moderator und heutigen Verschwörungstheoretiker Ken Jebsen zu beobachten, wie gerade der Podcast "Cui bono: WTF happened to Ken Jebsen?" sehr schön beleuchtet.
Weitere Nachrichten: Stiko bleibt hart, Hitze und Brände am Mittelmeer.
Hier finden Sie übrigens den Text von Nils Minkmar über die Einsamkeit der Querdenker
Redaktion, Moderation: Lars Langenau
Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb
Produktion: Julia Ongyerth
Zusätzliches Audiomaterial über den Twitter-Account von Antonie Rietzschel und YouTube.

Jul 30, 2021 • 12min
Nach der Flut: Was ist eine Existenz wert?
Vor zwei Wochen hat eine Flutkatastrophe im Westen von Deutschland die Leben von zehntausenden Menschen zerstört. Ihre Häuser und Wohnungen sind eingestürzt oder nicht mehr bewohnbar. Vieles weggeschwemmt, kaputt und voller Schlamm. Wie können sie weitermachen? Und wie viel zahlt die Versicherung?
SZ-Reporter Marcel Laskus war in den zerstörten Gebieten unterwegs mit Menschen, die genau das bewerten sollen und erzählt im Podcast von seiner Recherche. Die Mitarbeiter von der Versicherung werden "sehr sehnlich erwartet von den Leuten", erzählt Laskus. "Manchmal kann man gar nicht einschätzen als Laie, was das bedeutet, wenn ein Keller vollgelaufen ist."
Weitere Themen: Armin Laschets Buch, Corona-Einreiseregeln.
Redaktion, Moderation: Antonia Franz
Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb, Jacqueline Dinser
Produktion: Benjamim Markthaler
Zitiertes Audio-Material über Reuters, Tagesschau, France24, CNN und BBC.

Jul 29, 2021 • 13min
Olaf Scholz, und sonst? - Die SPD im Wahlkampf
Olaf Scholz, und sonst? – Die SPD im Wahlkampf
Zwei Monate vor der Bundestagswahl stimmen die persönlichen Umfragewerte des Vizekanzlers Olaf Scholz: Fragt man Wählerinnen und Wähler danach, ob sie ihm das Kanzleramt zutrauen, stimmen viele zu. Das Problem ist nur: Seine persönlichen Erfolge übertragen sich nur wenig auf die Partei.
Scholz hoffe darauf, knapp vor den Grünen zu landen, sagt Cerstin Gammelin, stellvertretende Leiterin des Berliner Büros der SZ. Dann könnte es für eine Ampel-Koalition mit Grünen und FDP reichen, unter Kanzler Scholz. Was dafür allerdings passieren müsste und welche Themen die SPD aktuell hervorhebt, erklärt Gammelin in dieser Folge.
Weitere Themen: Streit um Inzidenzwerte; Hohe Inflationsrate.
Den angesprochenen Text zu den Inzidenzwerten finden Sie hier.
Redaktion, Moderation: Vinzent-Vitus Leitgeb
Redaktion: Antonia Franz
Produktion: Valérie Nowak
Zitiertes Audio-Material über Brigitte Live. Hier finden Sie das gesamte Gespräch.

Jul 28, 2021 • 12min
"Nebenpräsident Trump": Streit um U-Ausschuss zum Kapitol-Sturm
Seit Dienstag untersucht ein Ausschuss im US-Kongress den Sturm aufs Kapitol. Am ersten Tag erzählen vier Polizisten, was sie am 6. Januar 2021 erleben mussten, wie gefährlich die Ereignisse tatsächlich waren. Der politische Streit rund um und im Vorfeld des Ausschusses zeigt aber nochmal sehr deutlich, wie polarisiert die USA auch Monate nach der Amtszeit von Donald Trump weiterhin sind.
Trump sehe sich selbst als "Nebenpräsident zu Joe Biden", sagt US-Korrespondent Thorsten Denkler. Innerhalb der republikanischen Partei sei er immer noch die bestimmende Figur. Wieso Trump gerade dieser U-Ausschuss stört, erklärt Denkler in dieser Folge.
Was Reisende jetzt wissen müssen: Lesen Sie hier wichtige Fragen und Antworten.
Weitere Nachrichten: Verschärfte Reisebestimmungen; Cum-Ex-Urteil; Explosion in Leverkusen
Redaktion, Moderation: Vinzent-Vitus Leitgeb
Redaktion: Laura Terberl
Produktion: Carolin Lenk

Jul 27, 2021 • 12min
FDP-Wahlkampf: Alles für Jamaika?
Es läuft gerade ganz gut für die FDP: Die Umfragewerte sind stabil über zehn Prozent, Themen und Tonfall kommen offenbar an. Parteichef Christian Lindner hat deswegen sehr selbstbewusst eine Sommer-Wahlkampfreise begonnen und noch selbstbewusster kommuniziert, für welches Regierungsamt er sich am meisten interessiert: Er wäre gerne Finanzminister.
Bis dahin sei es aber noch ein weiter Weg, sagt Daniel Brössler, der Lindner für die SZ im Wahlkampf begleitet. Eine Ampel-Koalition komme derzeit nicht in Frage. Die einzige Chance auf eine Regierungsbeteiligung sei Jamaika. Allerdings würde sich derzeit auch Schwarz-Grün alleine ausgehen. Wen Lindner jetzt als Hauptgegner ausgemacht hat, erklärt Brössler in dieser Folge.
Weitere Nachrichten: Verschärfte Reiseregeln in Deutschland; Einreise in USA; Explosion in Leverkusen.
Die SZ-Datenrecherche über Starkregen in Deutschland finden Sie hier.
Redaktion, Moderation: Vinzent-Vitus Leitgeb
Redaktion: Laura Terberl
Produktion: Carolin Lenk


