Auf den Punkt

Süddeutsche Zeitung
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Jul 26, 2021 • 13min

Impfpflicht: "Jeder Mensch muss die Wahlfreiheit behalten"

Fast überall steigen gerade wieder die Corona-Inzidenzzahlen. Frankreich, Italien und Griechenland reagieren mit Impfpflicht für bestimmte Berufe und Ausgrenzungen für Nicht-Geimpfte. Deutschlands Gesundheitsminister Jens Spahn hat sich immer wieder dagegen ausgesprochen. Aber gerade verliert die deutsche Impfkampagne an Kraft. Und jetzt hat Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) angekündigt, dass Menschen ohne Impfung im Herbst mit mehr Einschränkungen rechnen müssten. Unterstützung bekommt er von einer illustren Runde von Innenminister Horst Seehofer (CSU), aber auch von der Grünen-Spitze. CDU-Chef Armin Laschet hingegen lehnt das wie Justizministerin Christine Lamprecht (SPD) kategorisch ab. Einig sind sich die beiden da mit der Linken und der FDP. Christina Berndt hingegen hat sich in einem SZ-Kommentar auf die andere Seite gestellt. Ihre Meinung hat wiederum teils harsche Reaktionen in unserem Leserforum ausgelöst. "Angesichts der erwarteten vierten Welle im Herbst halte ich es für richtig einen Unterschied zwischen Geimpften und Nicht-Geimpften machen, sagt die Redakteurin aus der SZ-Wissensredaktion. Nicht-Geimpfte müsste sich dann strenger an Corona-Vorschriften halten, da von ihnen ein viel höheres Risiko ausgeht. In Deutschland werde auch für Menschen, die eine Infektion überstanden und Antikörper gebildet haben, sehr pragmatisch entschieden. Doch durch die Impfung sechs Monaten nach überwundener Krankheit, könnten zumindest die Betroffenen mit einem hohen Anteil von Antikörpern in eine Zwickmühle geraten. Auch seien Familien mit Kindern in einem Dilemma, da die ständige Impfkommission noch keine Impfung für unter Zwölfjährige empfiehlt. Sie jedenfalls wehrt sich gegen den Vorwurf, dass sie sich für eine Impfpflicht durch die Hintertür einsetzen würde: "Jeder Mensch muss die Wahlfreiheit behalten." Weitere Nachrichten: Warnmeldungen via Mobilfunk, IG-Metall-Chef Hofmann kritisiert Union und FDP, Olympiade. Christina Berndts Kommentar finden Sie hier. Die Leserdiskussion hier. Berndts Text über andere Sommer-Infekte finden Sie hier. Redaktion, Moderation: Lars Langenau Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Justin Patchett Zusätzliches Audiomaterial über Deutschlandfunk und ZDF.
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Jul 23, 2021 • 13min

Die "bizarre Privatreligion" des Attentäters von Waldkraiburg

Der Urheber der Anschläge von Waldkraiburg ist zu neuneinhalb Jahren Haft verurteilt worden - unter anderem wegen versuchten Mordes in 26 Fällen und schwerer Brandstiftung. Sein Motiv: Fanatischer Salafismus, Hass auf Türken im Allgemeinen und den „Staatsislam von Erdogan“, wie er ihn nannte, im Speziellen. Der nächtliche Brandanschlag hätte sehr schlimm ausgehen können, sagt SZ-Gerichtsreporterin Annette Ramelsberger. Im Haus über dem von ihm in Brand gesteckten türkischen Gemüseladen haben sich 26 Personen im Tiefschlaf befunden. Nur zufällig sei es nicht zu Toten gekommen. Dieser Anschlag sei aber nur der Höhepunkt einer ganzen Reihe von Anschlägen des Täters gewesen. Eines Mannes, der für die Lehren der Terrorgruppe des Islamischen Staates brannte. Doch leide er unter Schizophrenie und habe etwas für wahr gehalten, was nicht ist. Etwas, das der verantwortliche Richter eine "bizarre Privatreligion" nannte. Er werde jetzt lange in der geschlossenen Psychiatrie bleiben. Weitere Nachrichten: Misstrauensantrag gegen Ramelow gescheitert, Olympische Sommerspiele in Tokio eröffnet, Alfred Biolek ist tot. Redaktion, Moderation: Lars Langenau Redaktion: Antonia Franz Produktion: Justin Patchett Zusätzliches Audiomaterial über TIK Online und Sportschau live.
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Jul 22, 2021 • 12min

Corona: Wie die steigende Inzidenz zu bewerten ist

Die Sieben-Tage-Inzidenz für Deutschland steigt seit mehr als zwei Wochen kontinuierlich an. Und liegt am Donnerstag bei 12,2. Gleichzeitig gibt es aber auch immer mehr Menschen, die geimpft sind. Und damit zumindest meistens vor einem schweren Verlauf geschützt. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sagte am Mittwoch in einer Pressekonferenz bezogen auf die Sieben-Tage-Inzidenz, dass 200 das neue 50 sei: “Also, Stand heute, wenn Sie einfach schauen, wir haben 75 Prozent der über 60-Jährigen, die sind vollständig geimpft. Drei Viertel, ein Viertel nicht. Wenn Sie die Maßzahl nehmen, können Sie sagen, 200 ist das neue 50. Das Vierfache. Wenn Sie es einfach mal herleiten aus dem, was an Belastungen entstehen kann und stehen würde bei einer 50er-Inzidenz für das Gesundheitswesen.” Hanno Charisius aus der Wissensredaktion sieht aber trotzdem noch keinen Grund zur Entspannung: "Wir sehen in Deutschland momentan, dass die Inzidenz vor allem in den jüngeren Altersgruppen stark steigt. Das heißt, da finden gerade sehr viele Kontakte statt, da sind wenige Menschen geimpft und da kann sich das Virus ausbreiten. Und wenn sich wahnsinnig viele aus diesen Altersgruppen anstecken werden, dann werden einige wenige davon auch im Krankenhaus landen. Und aber auch aus kleinen Zahlen kann im Laufe der Wochen dann tatsächlich eine große Zahl werden, die auch das Gesundheitssystem wieder sehr, sehr stark fordert." Im Podcast erklärt Charisius wie die aktuellen Inzidenzen zu bewerten sind und warum wir jetzt nochmal eine ganz neue Corona-Situation vor uns haben, die schwer einzuordnen ist. Weitere Nachrichten: Merkels Sommer-PK, Einigung beim Streit um Nord Stream 2. Redaktion, Moderation: Antonia Franz Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Carolin Lenk Zusätzliches Audiomaterial über Reuters.
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Jul 21, 2021 • 13min

Tokio: Kuriose Reise in die olympische Blase

Wegen Corona wurden die Olympischen Sommerspiele in Tokio um ein Jahr verschoben. Am Freitag beginnen sie jetzt offiziell. Ohne Fans - und nur mit wenigen VIPs. Und das obwohl gerade einmal 23 Prozent der Japaner und Japanerinnen vollständig geimpft sind - und die Infektionszahlen wieder steigen. Einige Wettkämpfe sind bereits am Mittwoch über die leere Bühne gegangen. Doch für Milliarden Fernsehzuschauer und 11 000 Athleten und Athletinnen wird Tokio die kommenden Wochen der Mittelpunkt der Welt sein. Kurios dabei: Damit sich die Sportlerinnen und Sportler in den Stadien nicht allein fühlen, soll ein Soundsystem mit Fanlärm und “virtuelles Fern-Klatschen” für Stimmung sorgen. Vom Olympischen Geist ist gerade noch nicht so viel in Tokio zu spüren, sagt SZ-Japan-Korrespondent Thomas Hahn. Es sei mit den ganzen Corona-Schutzbestimmungen eine sehr seltsame Stimmung. Manche der Vorschriften würden wenig Sinn machen, meint Hahn. Einen Aufwind wie nach den Spielen von 1964 erwarte er jedenfalls nicht. "Olympia wird mit mehr oder weniger desaströsen Folgen vorbei gehen." Weitere Nachrichten: Olympiade 2032 in Brisbane, Kindeswohl immer öfter gefährdet, Soforthilfe für Flutopfer. Redaktion, Moderation: Lars Langenau Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb, Antonia Franz Produktion: Carlo Sarsky Zusätzliches Audiomaterial über Olympics und Guardian.
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Jul 20, 2021 • 14min

Wie die Flutkatastrophe den Wahlkampf verändert

Die Bilder der Zerstörungen nach den verheerenden Wassermassen sind noch omnipräsent. Die Keller noch nicht ausgepumpt. Die Toten noch nicht begraben. Aber die Suche nach den Schuldigen hat längst begonnen. Und so hagelt es Vorwürfe von der Opposition. Gegen den Innenminister, gegen das Bundesamt für Katastrophenschutz. Innenminister Horst Seehofer (CSU) weist die Vorwürfe als “billige Wahlkampfrhetorik” zurück. Aber eine Flut hat 2002 schon einmal eine Bundestagswahl entschieden. Damals konnte Gerhard Schröder (SPD) in Gummistiefeln Edmund Stoiber (CSU) noch auf der Zielgeraden überholen. Damals hat Jens Schneider die Flut und den Wahlkampf in Sachsen begleitet, heute berichtet er aus Berlin. Jetzt, nach der neuen Flutkatastrophe, erhofft sich Schneider eine sehr ernsthafte Diskussion um den Klimaschutz. Was muss man jetzt tun, statt sich nur mit Charakterfragen der grünen Spitzenkandidatin zu beschäftigen. Für eindeutige Schuldzuweisung sei es früh. "Man muss intensiv prüfen, was ist falsch gelaufen und was muss man bei den Meldeketten für Warnungen anders machen?" Armin Laschet, der Spitzenkandidat der Union, müsse sich jetzt als Krisenmanager beweisen. Bei Baerbock hebt Schneider hervor, dass sie zumindest nicht im Weg gestanden habe. Auch SPD-K-Kandidat Olaf Scholz hat mit seinen Hilfsversprechungen als Finanzminister "das geliefert, was man von ihm erwarten kann". Weitere Nachrichten: Ultimaten an Polen und Ungarn, Jeff Bezos im All, Humboldt-Forum eröffnet. Redaktion, Moderation: Lars Langenau Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Benjamin Markthaler Zusätzliches Audiomaterial über Tagesschau.
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Jul 19, 2021 • 13min

Wie Hilfe im Flutgebiet ankommt

Die Hochwasserlage in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und in Bayern entspannt sich leicht. Aber die Folgen der Flutkatastrophe werden uns noch lange beschäftigen. Und bislang sind mehr als 160 Tote zu beklagen. "Wir helfen mit den Organisationen Maltesern, Johannitern und dem ASB an all den betroffenen Flussläufen und Regionen", sagt Manuela Roßbach, Geschäftsführerin der “Aktion Deutschland Hilft”, einem Bündnis von mehr als 20 renommierten Hilfsorganisationen. Derzeit befinde man sich in den Überschwemmungsgebieten noch mit vielen Mitarbeitern in der Rettungsphase. Spenden sei sehr sinnvoll und 87 Prozent jeder Spende komme bei den Betroffenen an, versichert Roßbach. Der Rest werde für die Verwaltung, Koordination und Information benötigt. Roßbach spricht sich im Gespräch gegen Sachspenden aus. Dies verursache in der derzeitigen Situation noch mehr Chaos. Momentan sei das auch so mit fremder, tatkräftiger Hilfe von Außen: "Warten Sie noch ein bisschen bis sich die Lage geklärt hat. Wie brauchen einen sehr sehr langen Atem", appelliert sie. Klimaschutz spiele auch weltweit eine immer größere Rolle beim Katastrophenschutz. Die Website der “Aktion Deutschland Hilft” mit Ihrem Spendenkonto finden Sie hier. Weitere Nachrichten: Reaktionen auf die Pegasus-Recherche, USA werfen China Hackerangriffe vor, "Freedom Day" in Großbritannien. Redaktion, Moderation: Lars Langenau Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Benjamin Markthaler Zusätzliches Audiomaterial über Phoenix.
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Jul 18, 2021 • 13min

Pegasus-Projekt: Cyberangriff auf die Demokratie

Pegasus ist eine mächtige Überwachungssoftware. Sie soll helfen, Terrorismus und Verbrechen zu verhindern. Aber vielen Staaten dient Pegasus als Waffe gegen ganz andere Feinde. Wie Reporter weltweit zu der Überwachungssoftware recherchiert haben, erklärt in dieser Podcastfolge Bastian Obermayer, Leiter des Ressorts für Investigative Recherche. Die Pegasus-Recherche im Überblick Alle Infos zum Hochwasser in Deutschland Weitere Themen: Angela Merkel im Hochwassergebiet, Überschwemmungen in Bayern. Redaktion, Moderation: Laura Terberl Produktion: Carolin Lenk Zusätzliches Audiomaterial über Reuters.
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Jul 16, 2021 • 14min

Extremwetter: Wie wir uns vorbereiten können

Über 24 Stunden lang hat es stark geregnet. Straßen wurden überflutet, Häuser sind eingestürzt und ganze Orte stehen unter Wasser. In Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz sind Stand Freitagnachmittag schon über einhundert Menschen bei einer Hochwasserkatastrophe gestorben. Dutzende weitere werden noch vermisst Wie groß die Schäden sind, wird sich in den nächsten Tagen und Wochen noch genauer zeigen. Aber worin sich Klimaforscherinnen und Klimaforscher schon einig sind: Solche Unwetter werden in Deutschland in Zukunft häufiger passieren. Eine Folge der Klimakrise. Wir sollten uns also auf solche Extremwetterlagen in Deutschland vorbereiten. Aber wie kann das aussehen? Christoph von Eichhorn aus dem SZ-Wissensteam erklärt im Podcast, dass wir dafür vor allem unsere Städteplanung anpassen müssen: "Das Ziel muss sein dieses Wasser so lange wie möglich zurückzuhalten durch Vegetation aber zum Beispiel auch durch begrünte Dächer. Sowas kann helfen, dass der Scheitelpunkt dieser Flut nicht so abrupt kommt, sondern über eine lange Zeit verteilt wird." Der Einzelne könne zwar akut nichts tun zur Vorbereitung, dafür aber dabei helfen die Klimakrise zu bekämpfen. Weitere Themen: Neue Risikogebiete in Europa, Benelux-Staaten auch von Hochwasser betroffen. Redaktion, Moderation: Antonia Franz Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Benjamin Markthaler Zusätzliches Audiomaterial über Reuters und dpa.
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Jul 15, 2021 • 16min

Merkel in USA: Chronik eines besonderen Verhältnisses

Angela Merkel besucht zum letzten Mal die USA als Bundeskanzlerin. Die Höhen und Tiefen eines besonderen Verhältnisses. Ein letztes Mal besucht Angela Merkel als Kanzlerin die USA. In ihren 16 Jahren im Amt hat sie viele Phasen in ihrem Verhältnis mit den Vereinigten Staaten durchgemacht: Angefangen bei Bewunderung, übergehend zum Erkalten bis hin zu Fassungslosigkeit. Das fing nicht erst mit Donald Trump an, sagt der SZ-Politikchef Stefan Kornelius. Und es sind nicht ausschließlich die US-Präsidenten verantwortlich, sondern auch die Kanzlerin selbst. Weiteres Thema: Eindrücke von der Unwetterkatastrophe in NRW. Redaktion, Moderation: Jean-Marie Magro Redaktion: Antonia Franz und Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Valérie Nowak Zusätzliches Audiomaterial über The Independent und bundeskanzlerin.de.
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Jul 14, 2021 • 13min

Warum der Wahlkampf so inhaltsleer ist

Bisher geht es im Wahlkampf um Lebensläufe, Plagiate und verschusselte Klausuren. Ob Inhalte noch eine Rolle spielen werden, erklärt der Politologe Karl-Rudolf Korte. Braucht ein Wahlkampf eigentlich Inhalte? Natürlich, scheint die einzig sinnvolle Antwort. Aber bisher ist von Inhalten in diesem Bundestagswahlkampf nicht viel zu merken. Es geht eher um verschusselte Klausuren, Plagiatsvorwürfe und Lebensläufe. Trotzdem ist der Politikwissenschaftler Karl-Rudolf Korte sicher, dass der Wahlkampf jetzt so richtig losgehen wird. Unterschiede und Ideen, über die gestritten werden kann, gibt es genug. Weitere Themen: EU stellt Klimapaket bis 2030 vor, Söder bekräftigt Widerspruch zu Laschet. Redaktion, Moderation: Jean-Marie Magro Redaktion: Victoria Marciniak, Antonia Franz und Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Justin Patchett Zusätzliches Audiomaterial über Élysée, ZDF und bundeskanzlerin.de.

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