

Chefgespräch | Der True-Success-Podcast
Varinia Bernau, Konrad Fischer
Varinia Bernau (Ressortleiterin Management & Karriere) und Konrad Fischer (Ressortleiter Unternehmen & Technologie) diskutieren im Wechsel mit den wichtigsten Familienunternehmern, Top-Managerinnen und CEOs Deutschlands, wie es in der aktuellen Situation gelingt, erfolgreich ein Unternehmen zu führen – und wie sie selbst erfolgreich wurden. Dabei geben die Gäste faszinierende und unterhaltsame Einblicke in ihr Leben – als Inspiration für Ihren Karriereweg.
Logodesign: Patrick Zeh
Logodesign: Patrick Zeh
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Dec 3, 2021 • 1h 1min
BSH-Hausgeräte-Chefin Kriwet: „Nachhaltigkeit ist auch in China zunehmend ein Thema“
WirtschaftsWoche Chefgespräch
Die Coronakrise hat uns weiterhin fest im Griff und stellt vieles in Frage. Die Just-in-time-Ökonomie gerät aus den Fugen, die Arbeitswelt wird neu gedacht. Lieferketten reißen, Logistikkosten explodieren, Chips werden knapp, Homeoffice ist der neue Standard. Nur eine alte Gewissheit gilt mehr denn je: My home is my castle – vor allem wenn Hightech alles bequemer macht. Noch nie herrschte in Deutschlands Cocooning-Zonen ein Wettrüsten wie in diesen Pandemiezeiten. Womit wir bei meinem heutigen Gast wären. Sie schwärmte in der Jugend nicht für Popstars, sondern kümmerte sich lieber um Kinder in Burundi, zog als Business-Nomadin durch die halbe Welt und hält die Küche für das neue Mallorca. Carla Kriwet hat im Juli 2020 den CEO-Posten von BSH übernommen, Europas größtem Hausgerätehersteller mit über 60.000 Mitarbeitern und Marken wie Bosch, Siemens oder Gaggenau. Kriwet ist überzeugt, dass die nächste Generation nachhaltig konsumiert und ihre Weißware nicht mehr kauft, sondern mietet.
Kriwet hat mir erzählt, warum sie ursprünglich Entwicklungshelferin werden wollte, gerade extrem viele Geschirrspüler in China verkauft, intelligente Waschmaschinen Teenager zu neuen Menschen machen – und sie auch von deutschen weißen Männern gefördert wurde.
Unsere aktuelle Titelgeschichte:
Als Wirecard-Chef prahlte Markus Braun, er habe „vollen Einblick“ in die Geschäfte. Heute gibt er sich ahnungslos, als Opfer in dem Milliardenskandal. Doch seine Belege sind dünn – und seine Verfehlungen zahlreich.
https://www.wiwo.de/my/unternehmen/dienstleister/affaere-wirecard-dr-ahnungslos/27853756.html (wiwo+)
Wenn Sie mir Feedback geben möchten, Lob, Kritik oder Anregungen loswerden wollen oder eine Frage haben, erreichen Sie mich unter balzli@wiwo.de

Nov 26, 2021 • 1h 9min
Frank Thelen: „Verrückt, wie viel Geld mir Menschen mittlerweile für ein Telefonat bieten“
WirtschaftsWoche Chefgespräch
Deutschland tat sich mit der Moderne schon immer schwer. Früher galt die Republik als Servicewüste, Kännchen gab‘s nur draußen. Heute herrscht die Digitalisierungswüste, faxen ist immer noch erlaubt. Nicht nur der Staat, sondern auch weite Teile des Mittelstands drohen den Anschluss zu verlieren. Aber zum Glück nicht alle. Der kollektive Traum vom deutschen Google ist zwar spätestens mit dem Wirecard-Alptraum geplatzt, aber die deutsche Weltmarktführer-, Tech- und Gründerszene blüht. Internationale Investoren entdecken zunehmend hiesige Start-ups, die Zahl der Unicorns mit einer Milliardenbewertung wächst – wie zum Beispiel das Münchner Flugtaxi-Startup Lilium, das kürzlich an die Börse ging. Womit wir bei meinem heutigen Gast wären. Er trainierte seine Resilienz auf dem Skateboard, schmiss das Informatikstudium hin, ging sehr jung pleite, grillte in der „Höhle der Löwen“ Gründer, will die Currywurst abschaffen, liebt die FDP und hat auf alles eine einfache Antwort. Eine zu einfache, sagen seine Kritiker. Frank Thelen ist Gründer des Lilium-Frühinvestors Freigeist, glühender Anhänger von Elon Musk und neuerdings das Aushängeschild eines Anlagefonds. Manche nennen ihn schon den Dirk Müller der Techaktien. Allerdings will Thelen deutlich erfolgreicher sein.
Er erzählt mir, was ihn mit Herbert Diess verbindet, wer Tesla gefährlich werden könnte, was bei seinem Wirecard-Investment schief lief – und wie ihm Emmanuel Macron einen Brief schrieb.
Hinweis: Das Gespräch wurde vor Bekanntwerden des Koalitionsvertrags aufgezeichnet.
Unsere aktuelle Titelgeschichte:
Pharmakonzerne, Biotech-Start-ups und Hightechfirmen setzen mit riesigem Einsatz auf das Geschäft mit der Pandemie. Deutschland spielt vorne mit, hat aber einen Nachteil.
https://www.wiwo.de/my/unternehmen/industrie/milliardenmarkt-im-kampf-gegen-corona-wer-gewinnt-den-corona-poker/27831986.html (wiwo+)
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Nov 19, 2021 • 1h 3min
Otto-Group-Chef Birken: „Ich habe ein ganz anderes Menschenbild als Jeff Bezos“
WirtschaftsWoche Chefgespräch
Die Disruption spricht englisch. Tesla bringt deutsche Autokönige um den Schlaf. Apple machte Nokia und Co. überflüssig. Google spielte weltweit so gut wie alle Suchmaschinen an die Wand. Facebook beherrscht große Teile des Social-Media-Marktes. Und Amazon hat auch den deutschen Einzelhandel das Fürchten gelehrt. Die Dinosaurier der Branche sind längst tot oder kämpfen ums Überleben – außer einer.
Er wurde von Western-Ikone Old Shatterhand und Astronaut Neil Armstrong sozialisiert, bewundert den Theologen und Widerständler Dietrich Bonhoeffer, findet das Wertegefüge von Amazon-Gründer Jeff Bezos fragwürdig und glaubt nicht an das Highlander-Prinzip im E-Commerce. Alexander Birken ist der Vorstandsvorsitzende der Otto Group, dem zweitgrößten Onlinehändler Deutschlands mit einem Umsatz von über 15 Milliarden Euro. Er glaubt, dass er gegen die Online-Imperien aus den USA und China nicht nur bestehen – sondern auch schneller als sie wachsen kann.
Im Podcast erzählt mir Birken, wie es um das Weihnachtsgeschäft in Zeiten von Lieferengpässen bestellt ist, was er von der Paketsteuer hält, wie er die soziale Marktwirtschaft upgraden würde und warum er nicht an den Tod der Innenstädte glaubt – dafür aber an Gott.
Unsere aktuelle Titelgeschichte:
Der große Städtetest 2021: 71 Kommunen, 105 Kriterien. Wie Ihre Stadt abschneidet bei Jobs, Immobilien, Lebensqualität – und warum Provinzzentren im Kommen sind.
https://www.wiwo.de/my/politik/deutschland/staedteranking-2021-deutschlands-neue-boom-staedte/27809876.html (wiwo+)
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Nov 12, 2021 • 44min
Axa-Personalchefin Sirka Laudon: „Wir wurden um drei Uhr nachts von der Stasi zum Verhör geholt“
WirtschaftsWoche Chefgespräch
Die klassische Arbeitswelt erlebt gerade ihre Disruption. Immer mehr Unternehmen reißen Wände, Hierarchien und Silos ein, schaffen Einzelbüros ab und fordern mehr Diversity. Plötzlich arbeiten alle agil. Plötzlich tragen alle Turnschuhe. Plötzlich ist das Homeoffice nicht die Ausnahme, sondern dank Corona die Regel. Und die künstliche Intelligenz liest die Bewerbungsschreiben. Personalchefs sind von gestern, Human-Resources-Verantwortliche übrigens auch. Heute heißt das People Experience – so wie bei Sirka Laudon. Sie schaute früher übers Meer in den Westen, hält Kunst am Arbeitsplatz für einen Glücklichmacher, möchte am liebsten mit der israelischen Schriftstellerin Zeruya Shalev ein Bier trinken und sagt, dass New Work mehr ist als ein Sofa oder ein Kicker im Büro. Nach Stationen bei Werbeagenturen, Axel Springer, Otto und der Deutschen Bahn ist Laudon heute Personal-Vorständin der Deutschland-Tochter des Versicherungskonzerns AXA. Sie hat mir erzählt, warum sie Sigmund Freud verehrt, wie sie den Diversity-Gedanken lebt, wie viele Jobs die Automatisierung kostet, ob sie die Affäre um den Ex-Bild-Chef Julian Reichelt überrascht hat – und dass ihr größter Traum in Argentinien spielt.
Unsere aktuelle Titelgeschichte:
Finanzkrise, Coronakrise, Klimakrise: Alles kein Problem mehr, oder? Zumindest nicht finanziell, so scheint es. Die Politik will keinen Geldmangel mehr kennen. Immer neue Schulden sollen die Zukunft begrünen. Ein ökonomisches Vabanquespiel.
https://www.wiwo.de/my/politik/deutschland/grosse-probleme-billiges-geld-schulden-sind-egal/27788942.html (wiwo+)
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Nov 5, 2021 • 53min
Lufthansa-Cargo-Chefin von Boxberg: „Bis sich die Lieferketten entspannen, dauert es noch ein halbes Jahr“
WirtschaftsWoche Chefgespräch
Der Ausbruch der Coronakrise wird als perfekter Sturm in die Geschichte der Airline-Industrie eingehen. Das Virus erzwang das Grounding für ganze Flugzeugflotten. Plötzlich ging nichts mehr. Viele Staaten mussten ihre nationalen Fluglinien vor dem Ruin retten. Das ganze Geschäft lag am Boden, zumindest fast. Ein Bereich erlebt seither einen historischen Boom. Das coronabedingte Chaos in den Lieferketten lässt die Just-in-Time-Globalisierung kollabieren und beschert dem Gütergeschäft der Airlines ein nie dagewesenes Wachstum. Und vor allem Traummargen. Ein Kilo Ware fliegt nicht mehr für drei Dollar mit, sondern im Extremfall für beinahe das Siebenfache. Online-Plattformen wie Amazon oder Alibaba betreiben bereits eigene Frachtflotten und machen den traditionellen Anbietern Konkurrenz. Womit wir bei meinem heutigen Gast wären. Sie hat wie ihr Vater Wirtschaftsingenieurwesen studiert, lernt gerne von Haifischen, will dieses Jahr eine Milliarde Gewinn abliefern, verlangt von weiblichen Talenten mehr Sichtbarkeit und kann Dinge auch regeln, ohne auf den Tisch zu hauen oder laut zu werden. Dorothea von Boxberg verantwortet seit diesem Jahr das Cargo-Geschäft der Lufthansa mit beinahe drei Milliarden Umsatz und über 4000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Der Job gilt als das perfekte Sprungbrett in den Konzernvorstand.
Von Boxberg hat mir erzählt, was ihr Vater mit ihrem Studium zu tun hat, warum sich Genderstereotype gerade verstärken, wie viel Personal Lufthansa Cargo noch abbauen muss – und was sie von Amazons Airline hält.
Unsere aktuelle Titelgeschichte:
Wie bedrohlich ist die Inflation, steigen die Zinsen, sind Dividendenpapiere wirklich alternativlos? Ein Gespräch mit fünf Top-Börsenprofis über ihre Aktienfavoriten für das kommende Jahr, die heikle Kombination aus Nachhaltigkeit und Rohstoffknappheit – und den besonderen Reiz von Technologiewerten, Bitcoin, Gold und CO2-Zertifikaten.
https://www.wiwo.de/my/finanzen/boerse/top-investoren-am-runden-tisch-die-aktien-der-boersenprofis/27769378.html (wiwo+)
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Oct 29, 2021 • 44min
Simba-Dickie-Chef Florian Sieber: „Wir produzieren auch noch Dampf-Loks“
WirtschaftsWoche Chefgespräch
Im Corona-Zeitalter entdecken die Deutschen das Spielzeug wieder. Die Freizeitgestaltung fernab von Mattscheibe und Handy feiert ein Comeback. Das Wettrüsten in deutschen Kinderzimmern läuft auf Hochtouren. Selbst traditionelle Marken, die einst vor dem Ruin standen, boomen wieder.
Womit wir bei meinem heutigen Gast wären. Sein erstes Spielzeug war ein Igel von Steiff, ein Praktikum in Norditalien prägte seinen Führungsstil und er ist überzeugt, dass die Politik zu wenig für den Mittelstand tut. Florian Sieber kontrolliert seit kurzem Deutschlands großen Spielwarenhersteller Simba-Dickie und hat nebenbei die Modelleisenbahn-Ikone Märklin saniert.
Sieber erzählt, wie ihn das Lieferkettenchaos trifft, wann er seine Preise erhöht, warum Frankreich als Produktionsstandort besser ist – und er gut verlieren kann.
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Oct 22, 2021 • 1h 2min
DuMont-Chef Christoph Bauer: „Das kommt mir vor wie bei Al Capone“
WirtschaftsWoche Chefgespräch
Er liest am Morgen die Neue Zürcher Zeitung, tritt im Karneval gerne als Superman Clark Kent auf und hält die Tageszeitung für die Formel 1 des Journalismus: Christoph Bauer ist ein Deutscher mit Schweizer Pass, der am liebsten familiengeführte Medienunternehmen radikal ausbaut, umbaut oder gesundschrumpft. Nach Stationen bei Bertelsmann, NZZ, Ringier und AZ Medien führt er heute als CEO die über 400 Jahre alte Kölner Dumont-Gruppe, die sich nach einer existenziellen Krise im Zeitungsgeschäft auf den Großraum Köln zurückgezogen hat.
Doch die Herausforderungen im Mediengeschäft bleiben groß. Facebook, Apple, Google & Co sind die neuen Supermächte der globalen Informationsgesellschaft. Kaum einer kommt an ihnen vorbei, kaum einer informiert sich nicht über sie. Die US-Digital-Giganten haben auch in Deutschland das klassische Verlagsgeschäft nachhaltig mitverändert. Die Renditen schrumpfen, die Abhängigkeiten nehmen zu. Mancher flüchtet sich jetzt in eine lokale Nische.
Bauer hat mir erzählt, wie erschreckend nahe die Dumont-Gruppe bei seinem Amtsantritt am Abgrund stand, warum er als Patriarchen-Versteher gilt, weshalb digitale Geschäftsfelder und nicht die Konsolidierung alter Geschäftsmodelle die Rettung sind, was es mit seinen Karneval-Kostümen auf sich hat – und warum er einen Jazzclub eröffnen will.
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Oct 15, 2021 • 59min
Global-Digital-Women-Chefin Tijen Onaran: „Es braucht eine gesunde Form der Selbstüberschätzung“
WirtschaftsWoche Chefgespräch
Es gibt kaum ein Thema, das die Deutschen derart umtreibt und manche derart in Wallung bringt, wie das Wort Diversity. Die hochemotionalen Diskussionen drehen sich um Gleichberechtigung, Frauenquoten, identitätspolitische Debatten, den Krieg um die Gendersterne und mitunter hilflose Unternehmen, die nicht wissen, wie sie damit umgehen sollen. Womit wir bei meinem heutigen Gast wären. Sie besitzt türkische Wurzeln, macht lieber Kampfsport als Ballett, hat extreme Höhenangst, versuchte sich mal auf dem FDP-Ticket in der Politik und gilt heute als Diversity-Flüsterin deutscher CEOs. Tijen Onaran vernetzt am liebsten Frauen, macht sie sichtbar und investiert unter anderem mit Comedy-Star Carolin Kebekus in ihre Start-ups. Sie ist die Gründerin der Beratungs- und Netzwerkfirma Global Digital Woman – und sendet gefühlt auf allen Social Media-Kanälen gleichzeitig.
Im Podcast erzählt sie mir, warum Diversity nicht immer, aber meistens ein Treiber für Innovation sein kann – und weshalb die Meinungsvielfalt in der Debatte häufig unter „fast fundamentalistischen“ Menschen leidet.
Dax-Konzerne sind vom chinesischen Markt abhängig wie nie. Jetzt zwingt Peking sie zu immer mehr Wertschöpfung im Inland – und reguliert die Wirtschaft mit ungekannter Härte. Dahinter steht ein Plan.
https://www.wiwo.de/my/politik/ausland/pekings-harter-kurs-die-china-falle/27704550.html (wiwo+)
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Oct 8, 2021 • 47min
RWE-Chef Krebber: „Wir brauchen in Deutschland ungefähr 20 bis 30 Gigawatt Gaskraftwerke“
WirtschaftsWoche Chefgespräch
Alle reden über Klimaschutz, aber kaum einer weiß, was er für die Wirtschaft wirklich bedeutet. Das wird teuer, aber im Wahlkampf wollte das niemand laut sagen, beklagt sich etwa die Wirtschaftsweise Veronika Grimm. Und sie hat recht. Seit die abtretende Regierung nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts die Klimaziele verschärft hat, warnen Experten davor, dass es im bisherigen Schneckentempo nicht weitergehen kann. Die neuen Ziele produzieren einen massiven Zusatzbedarf an grünem Strom und das bedingt einen massiv beschleunigten Ausbau der erneuerbaren Energien. Sonst gehen die kohlebetriebenen CO2-Schleudern nicht vom Netz. Womit wir bei meinem heutigen Gast wären. Er besitzt eine ideale Figur für Badminton, landet nach dem Spielen mit seinen Kindern gerne im Krankenhaus, kauft Werke irischer Künstler online ein und wird gerade von einem aktivistischen Investor belagert. Nach seiner Karriere bei McKinsey und der Commerzbank führt Markus Krebber heute als CEO den Stromgiganten RWE, der im Jahr 2040 klimaneutral Energie produzieren will und bis dahin zu den Lieblingsfeinden von Fridays for Future gehört.
Krebber hat mir erzählt, warum die Strompreise explodieren, Deutschland viel mehr Gaskraftwerke braucht als alle denken, seine Kohlekraftwerke nicht zu verkaufen sind – und er mit einem Diesel an die französische Küste in den Familienurlaub fährt.
Kein Paradies, nirgends, nicht vor 95 Jahren, aber auch nicht heute – für Joseph Schumpeter war klar: Nachhaltig erfolgreich ist (nur), wer die Nachhaltigkeit seines Erfolgs dauernd in Zweifel zieht. Und ihn durch stete Innovation sichert.
https://www.wiwo.de/my/erfolg/trends/nachhaltiger-erfolg-der-ewige-sturm-des-wandels-/27677926.html (wiwo+)
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Oct 1, 2021 • 50min
Alexander Sixt: „Mein Vater hält nicht viel von Erziehung“
WirtschaftsWoche Chefgespräch
Kaum ein Thema treibt die Menschen derart um wie ihre Mobilität. Kaum ein Thema ist so emotional. Die Deutschen lieben oder verachten die rollenden Statussymbole, sie verlieren im Stau die Nerven, regen sich über steigende Benzinpreise auf, suchen verzweifelt nach Ladesäulen, empören sich über den C02-Ausstoß von SUVs, hetzen in den Sozialen Medien gegen das Tempolimit, verfluchen die Lastenfahrräder oder die Unzuverlässigkeit der Deutschen Bahn. Und manche hoffen, dass der ganze Stress bald vorbei ist, weil sich die Republik künftig nur noch mit Flugtaxis fortbewegt oder von autonom fahrenden E-Autos durch die Welt chauffieren lässt. Womit wir bei meinem heutigen Gast wären. Er provozierte in der Schule seine Lehrer, bezeichnet den kleinen Bruder als seinen besten Freund, fährt mit dem Rennrad gerne über große Berge und behauptet von sich, er sei kein Pendant, sondern nur strukturiert. Alexander Sixt hat zusammen mit seinem Bruder vor wenigen Monaten die Führung des milliardenschweren Mietwagen-Imperiums Sixt übernommen. Unter den Augen des Vaters und Aufsichtsrats-Chefs Erich Sixt wollen die Co-CEOs eine Mobilitätsplattform bauen, die künftig vielleicht auch Flotten autonomer Autos betreibt.
Sixt erzählt mir, warum „das Auto das am schlechtesten ausgenutzte Asset der Welt“ ist, wie die Arbeit der Brüder unter dem Übervater funktioniert und wie Sixt mit autonom fahrenden Taxis Europa erobern möchte.
Massiv steigende Preise für Gas, Öl und Strom belasten Industrie und Verbraucher. Wie eine neue Regierung gegensteuern müsste – und Anleger an dem Trend verdienen.
https://www.wiwo.de/my/unternehmen/energie/energiepreise-wird-energie-zum-luxusgut/27662514.html (wiwo+)
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