Chefgespräch | Der True-Success-Podcast

Varinia Bernau, Konrad Fischer
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Sep 24, 2021 • 60min

Ifo-Chef Fuest: „Anhänger der Marktwirtschaft hatten es immer schwer“

WirtschaftsWoche Chefgespräch In Deutschland geht eine Ära zu Ende. Nach 16 Jahren Angela Merkel werden die Schalthebel der Regierungsmacht neu besetzt und damit auch die Rahmenbedingungen für die Wirtschaft frisch eingestellt. Ein Ruck muss durch den Standort Deutschland gehen, da sind sich alle einig. Doch wie der genau aussehen soll, darüber wird heftig gestritten. Es geht um mehr oder weniger Markt, mehr oder weniger Umverteilung, mehr Freiheit oder mehr Verbote. In den politischen Schützengräben stehen sich vermeintliche Neoliberale und vermeintliche Sozialisten gegenüber und drohen dem Gegner mit Folterwerkzeugen. Aber keiner weiß so ganz genau, wie sein wilder Instrumentenmix am Ende auf die Volkswirtschaft wirkt. Womit wir bei meinem heutigen Gast sind. Er stand in jungen Jahren mehr auf Börsen- statt auf Bierspiele, erzählt gerne Winston-Churchill-Witze und bezeichnet sich als Hofnarren. Nach Stationen in Köln, Oxford und Mannheim leitet Starökonom Clemens Fuest heute das Leibniz Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München, besser bekannt unter dem Namen Ifo-Institut. Daneben sitzt er im wissenschaftlichen Beirat des Bundesfinanzministeriums. Fuest hat mir erzählt, wie er die 16 Jahre Merkel im Rückblick sieht, warum das von Olaf Scholz versprochene stabile Renteneintrittsalter „Quatsch“ ist, Armin Laschet kein klares Profil hat und ihn ein Verbot des Verbrennungsmotors an die Planwirtschaft erinnert. Und Fuest skizziert auch sein persönliches Sofortprogramm, wenn er Kanzler werden würde. Zehntausende hoch Qualifizierte verlassen jährlich das Land – um die Karriere zu beschleunigen, Spitzenforschung zu betreiben oder der Steuer wegen. Am meisten profitiert, wer den Exit gut vorbereitet. https://www.wiwo.de/my/politik/deutschland/goodbye-deutschland-anleitung-zum-auswandern/27638760.html (wiwo+) Wenn Sie mir Feedback geben möchten, Lob, Kritik oder Anregungen loswerden wollen oder eine Frage haben, erreichen Sie mich unter balzli@wiwo.de
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Sep 17, 2021 • 1h 7min

Viessmann-Chef: „Die Politik schenkt denjenigen Gehör, die am lautesten sind“

WirtschaftsWoche Chefgespräch Mitten im Wahlkampf wollte niemand zur Zielscheibe für Fridays for Future werden. Doch inzwischen dämmert vielen die Erkenntnis, dass die Klimaziele nicht zu schaffen sind – falls es in dem bisherigen Tempo weitergeht. Die Wende benötigt Unmengen von grünem Strom und Wasserstoff. Beides gibt es in absehbarer Zeit noch nicht, die Erzeugung von erneuerbaren Energie stößt auf zu viel Widerstand und zu viel Bürokratie. Noch produziert Deutschland also viel zu viel CO2 – und das nicht nur im Verkehr, sondern auch im größtenteils unsanierten Gebäudebereich. 45% des CO2-Ausstoßes stammen allein aus dem Wärmesektor, alte Öl-Heizungen gehören zu den großen Klimakillern. Womit wir bei meinem heutigen Gast wären. Er liebt Motocross und schreibt gerne Briefe an fiktive Töchter. Er glaubt, dass der Mittelstand in Berlin zu wenig gehört wird und freut sich, wenn seine Angestellten die Kunden in Klima-Workshops durch die Wüste laufen lassen. Max Viessmann ist der Spross der gleichnamigen Heizungsdynastie und führt als Co-CEO eine Unternehmungsgruppe mit 2,8 Milliarden Umsatz und über 12.000 Mitarbeitern. Er erzählt mir, dass die Stärke des Mittelstands in der Veränderungsfähigkeit liegt, wie er mit seinem Vater zusammenarbeitet – und kritisiert, dass die Politik „denjenigen Gehör schenkt, die am lautesten sind“. Hier geht es zu unserer aktuellen Titelgeschichte: Die Bundesrepublik steht vor einer Richtungswahl: Noch mehr Umverteilung – oder Leistungsanreize? So oder so aber bleibt Deutschland ein Hochsteuerstandort. Viele versprochene Steuerentlastungen sind zu gering, und selbst deren Finanzierung ist unklar. https://www.wiwo.de/my/politik/deutschland/steuern-runter-wers-glaubt-lohnt-sich-leistung-nie-mehr/27616658.html (wiwo+) Wenn Sie mir Feedback geben möchten, Lob, Kritik oder Anregungen loswerden wollen oder eine Frage haben, erreichen Sie mich unter balzli@wiwo.de
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Sep 10, 2021 • 59min

Hugo-Boss-Chef Grieder: „Ich bin nicht so ein Modemensch“

WirtschaftsWoche Chefgespräch Teure Stoffe sind das Kerngeschäft meines Gastes – und das ist in der Coronakrise nicht leichter geworden. Sie hat den Dresscode für Männer nachhaltig verschoben. Schon vor der Pandemie galten Anzüge, Krawatten und rahmengenähte Budapester als Insignien einer abtretenden Generation. Die Herde der Silicon Valley-Jünger trug als Erkennungsmerkmal viel lieber weiße Turnschuhe. Und dann kam Corona und die Kleidungs-Koordinaten für den Mann gerieten erst recht ins Rutschen. Keine Geschäftsreisen mehr, keine Sitzungen mehr, nur noch Homeoffice. Plötzlich liegt der Griff zur Jogginghose selbst für den gestandenen Manager näher als der Gang zum Herrenausstatter. Bequem statt Boss. Das weiß auch Daniel Grieder. Er ist in Washington geboren, verkaufte mit 14 Jahren Wunderseife aus Brasilien, war Azubi in einem Warenhaus und scheuchte als Hauptmann der Schweizer Armee Soldaten durch den Schlamm. Statt Golf zu spielen, steht er lieber in der Boxengasse der Formel 1 rum oder verbringt in Monaco ein Yacht-Wochenende mit Designerlegende Tommy Hilfiger, dessen Modelabel er bis vor kurzem als CEO geführt hat. Jetzt soll Grieder die deutsche Anzugfabrik Hugo Boss entstauben und deren Prokuristenuniformen wieder an die Weltspitze führen – inklusive neuer Frauenlinie. Er hat mir erzählt, was Karl Lagerfeld falsch gemacht hat, welche Frauen Hugo Boss tragen sollen, was seine Söhne zu seinem Jobwechsel sagten – und wie er eine europäische Plattform für Premiummarken aufbauen will. Spoiler: Das Vorbild heißt LVMH. Zum neuen E-Mobility-Podcast „High Voltage“ kommen Sie hier: https://www.wiwo.de/podcast/high-voltage/ Hier geht es zu unserer aktuellen Titelgeschichte: Die Preise für Immobilien steigen weiter, das Angebot ist knapp, und Kredite sind noch günstig. Bei immer mehr Interessenten macht sich Torschlusspanik breit. Doch nur wenn Käufer klug finanzieren und häufige Fehler vermeiden, kann sich der Traum vom Eigenheim erfüllen. https://www.wiwo.de/my/finanzen/immobilien/der-traum-vom-eigenheim-torschlusspanik-auf-dem-immobilienmarkt/27595256.html (wiwo+) Wenn Sie mir Feedback geben möchten, Lob, Kritik oder Anregungen loswerden wollen oder eine Frage haben, erreichen Sie mich unter balzli@wiwo.de
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Sep 3, 2021 • 56min

Schaeffler-Chef Rosenfeld: „Ich glaube, dass Musiker die besseren Manager sind“

WirtschaftsWoche Chefgespräch Die deutsche Autoindustrie steckt in der größten Transformation ihrer Geschichte. Die jüngst verschärften Klimaziele beschleunigen den Totalumbau gar noch. Egal ob VW, Daimler oder BMW, alle werfen nun immer neue Elektro-Modelle auf den Markt. Die Autobauer sind in den Angriffsmodus übergangen, die Schockstarre nach dem Tesla-Aufstieg scheint überwunden. Vom Untergang redet heute keiner mehr – außer bei den Zulieferern. Nicht alle schaffen die Wende. Manche erhalten jetzt gar Staatshilfe, obwohl sie keine Strategie haben. Vermutlich werden am Ende nur die ganz Großen überleben. Und hier kommt Klaus Rosenfeld ins Spiel. Er gibt beim Triathlon den harten Hund, trinkt gerne Tee mit Wladimir Putin und seine Feinde nennen ihn den Kardinal Richelieu der deutschen Wirtschaft. Er stieg schon im zarten Alter von 35 Jahren zum Finanzvorstand der Dresdner Bank auf und wechselte mitten in der Finanzkrise als CFO zum hochverschuldeten Pleitekandidaten Schaeffler. Dort arbeitet er noch immer, inzwischen als CEO eines der größten Familienunternehmen der Welt mit über 12 Milliarden Umsatz und rund 80.000 Mitarbeitern. Im Podcast erzählt er mir, was der Automobilzulieferer Schaeffler tut, um beim Thema E-Mobilität aufzuholen, wie er mit der chinesischen Konkurrenz umgeht und was sein größter Traum mit einer Stradivari zu tun hat. Hier geht es zu unserer aktuellen Titelgeschichte: Die deutsche Industrie hat den Tesla-Schock überwunden und eine Jahrhunderttransformation Richtung nachhaltige Mobilität eingeleitet. Doch nicht alle werden es schaffen. https://www.wiwo.de/my/unternehmen/auto/iaa-2021-muenchen-das-comeback-von-autoland/27572354.html (wiwo+) Wenn Sie mir Feedback geben möchten, Lob, Kritik oder Anregungen loswerden wollen oder eine Frage haben, erreichen Sie mich unter balzli@wiwo.de
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Aug 27, 2021 • 1h 6min

GetYourGuide-Chef Reck: „Wir werden von TripAdvisor und Tui kopiert“

WirtschaftsWoche Chefgespräch Es ist schon 30 Jahre her, aber ich erinnere mich noch genau. Mit Freunden machten wir in Costa Rica einen Ausflug auf eine Insel. Das Motorboot hatte sehr viel Patina, die Schwimmwesten Placebo-Charakter und mindestens zweimal machte ich in Gedanken mein Testament. Damals kam der Tipp für das Abenteuer vom Vermieter unseres Bungalows. Heute liefern das Apps, die auf die Buchung von Ausflügen spezialisiert sind – und die schlimmsten Angebote aussortieren. Johannes Reck stammt aus einer risikoaversen Juristendynastie, wollte mal Hirnforscher in der Schweiz werden, zettelt gerne Streit mit Google an und hätte als Bundeskanzler in der Coronakrise am liebsten die Handydaten aller Deutschen überwacht. Reck ist Mitgründer und CEO von GetYourGuide, einer Buchungsplattform für Reiseerlebnisse, die inzwischen mehr als eine Milliarde Euro wert ist. Der Corona-Lockdown traf die Firma wie eine Frontalkollision, trotzdem hat sie überlebt. Prominente Investoren wie Softbank oder der Singapurer Staatsfonds Temasek glauben an Recks Truppe – und den Geldregen eines Börsengangs. Falls er denn rechtzeitig kommt. Denn Konkurrenten wie Tripadvisor, Tui oder Google holen schnell auf und kopieren gerade das Geschäftsmodell von GetYourGuide. Reck hat mir erzählt, warum er glaubt, technologisch besser zu sein, welche politischen Fragen er kürzlich mit Armin Laschet diskutiert hat – und wie er dank seines Vaters schon als Teenager die Nähe zur Macht erlebte. Spoiler: Es hat etwas mit Helmut Kohl und der Telekom zu tun. Hier geht es zu unserer aktuellen Titelgeschichte: Kryptowährungen polarisieren die Finanzwelt. Dabei bieten Investments in den Megatrend enorme Chancen – sofern es Anleger richtig machen. https://www.wiwo.de/my/finanzen/geldanlage/verheissungsvolle-kryptowaehrungen-sind-bitcoin-und-co-das-neue-gold/27550410.html (wiwo+) Wenn Sie mir Feedback geben möchten, Lob, Kritik oder Anregungen loswerden wollen oder eine Frage haben, erreichen Sie mich unter balzli@wiwo.de
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Aug 20, 2021 • 1h 2min

Infineon-Chef Ploss: „Ein Nerd bin ich nicht“

WirtschaftsWoche Chefgespräch Perfekte Lieferketten und volle Regale sind die Symbole des globalisierten Kapitalismus. Mangelwirtschaft kannten wir bis vor kurzem nur noch aus TV-Dokumentationen über den real existierenden Sozialismus. Da standen etwa die Menschen in der DDR endlos Schlange vor leeren Einkaufshallen oder freuten sich über den fahrbaren Plastikbomber Trabant, den sie zehn Jahre zuvor bestellt hatten. Doch seit Ausbruch der Coronakrise ist das Gespenst der Mangelwirtschaft wieder allgegenwärtig. Zuerst stornierte die Weltwirtschaft letztes Jahr reihenweise Aufträge. Jetzt bestellen plötzlich alle gleichzeitig. Die Folgen sind bekannt: Rohstoffpreise explodieren, die Logistik ist überfordert und für systemrelevante Bauteile stehen jetzt die Industriemanager Schlange. Vor allem Chips für Autos, Kreditkarten oder Kaffeemaschinen sind das große Problem. Reinhard Ploss amüsiert sich gerne mit Modellbau-Flugzeugen und findet, dass die Deutschen im internationalen Standortwettbewerb den Datenschutz nicht so eng sehen sollten. Er gehört heute zu den Schlüsselfiguren im globalen Chip-Monopoly. Seit beinahe zehn Jahren ist er CEO des deutschen Halbleiter-Herstellers und Dax-Konzern Infineon. Im Podcast erzählt er mir, warum sein Sohn sein bester Kommunikationsberater ist, die Preise für Chips steigen werden – und was er von den Fördermilliarden für neue Halbleiterfabriken hält. Hier geht es zu unserer aktuellen Titelgeschichte: https://www.wiwo.de/my/politik/konjunktur/notenbanken-die-neue-weltmacht/27532146.html (wiwo+) Wenn Sie mir Feedback geben möchten, Lob, Kritik oder Anregungen loswerden wollen oder eine Frage haben, erreichen Sie mich unter balzli@wiwo.de
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Aug 13, 2021 • 1h 1min

Creditplus-Chefin Rudack: „Mit zwölf habe ich Marx gelesen und fand den Kommunismus ganz toll“

WirtschaftsWoche Chefgespräch Tja, die Deutschen sparten noch nie so viel wie in der Corona-Krise. Der Lockdown legte weite Teile des Konsums lahm, ließ die Sparquote ansteigen – und bremste den Bedarf an Konsumentenkrediten. Der Kaufrausch auf Pump war plötzlich nur noch ein Räuschchen. Dennoch ist das Geschäft für Verbraucherschützer ein rotes Tuch. Sie fordern gründlichere Prüfungen der Bonität, die Banken wollen dagegen die Kredite noch schneller vergeben können. Womit wir bei meinem heutigen Gast wären. Sie hat türkische Wurzeln, wäre am liebsten Pilotin oder Physikerin geworden, finanziert ihre Familien-Reisen mit Börsengewinnen und will gerne die Beste sein. Belgin Rudack gehört zu den wenigen Frauen im deutschen Banking, die es bis in die Chefetage geschafft haben. Sie ist die Vorstandsvorsitzende der Konsumentenkreditbank CreditPlus, einer Tochter des französischen Finanzkonzern Crédit Agricole. Im Podcast erzählt sie mir, wie ihr Vater sie von der Schwärmerei für den Kommunismus heilte, was sie mit Elon Musk und Jeff Bezos gemeinsam hat und wie sie sich als Frau in einer Männer-Domäne durchsetzt. Hier geht es zu unserer aktuellen Titelgeschichte: Klimaschutz wird zum globalen Milliardengeschäft. Wer in die Unternehmen mit den innovativsten Technologien investiert, sichert sich hohe Renditechancen. Eine exklusive Auswahl. https://www.wiwo.de/my/finanzen/geldanlage/-anlagechance-klimaschutz-die-20-besten-aktien-fuers-gruene-gewissen/27505238.html (€) Wenn Sie mir Feedback geben möchten, Lob, Kritik oder Anregungen loswerden wollen oder eine Frage haben, erreichen Sie mich unter balzli@wiwo.de
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Aug 6, 2021 • 1h 2min

Ex-EU-Kommissions-Präsident Juncker: „Wir müssen unser Verhältnis zu Russland und China neu sortieren“

WirtschaftsWoche Chefgespräch Die Briten sind ausgestiegen, die Schweizer wollen nicht einsteigen und der Rest macht gemeinsam Schulden, um sich nach der Coronakrise mit einem 750 Milliarden Euro schweren Wiederaufbau-Paket zu sanieren. Die Europäische Union polarisiert wie selten zuvor. Den einen ist sie zu mächtig, zu undurchsichtig und zu teuer, den anderen gilt sie als zahnlos und handlungsunfähig. Brüsseler Bürokraten sind für manche die Erfinder absurder Regulierungen, während die anderen wissen, dass meist Lobbyisten aus den Mitgliedsstaaten dafür verantwortlich sind. Und einer dritten Gruppe fehlt in Europa schlicht die Liebe füreinander. Der ehemalige Luxemburger Premier Jean-Claude Juncker war von 2014 bis 2019 Chef der EU-Kommission. Er ließ seinen Hund mit einem deutschen Kanzler kämpfen, nennt einen Regierungschef auch mal Diktator und hält Angela Merkel für ein Gesamtkunstwerk. Im Podcast erzählt er mir, warum die EU nicht härter gegen Viktor Orbán vorgeht, womit er Donald Trump verblüffte und wie er die langen Nächte rund um den Brexit erlebte. Hier geht es zu unserer aktuellen Titelgeschichte: Tim Cook hat in zehn Jahren als Apple-Chef mit beispielloser Härte eine gigantische Geldmaschine geformt. Nur die Kartellbehörden könnten den Quasimonopolisten noch ausbremsen – und China. https://www.wiwo.de/my/unternehmen/it/apple-die-raubtier-kapitalisten/27484692.html (€) Wenn Sie mir Feedback geben möchten, Lob, Kritik oder Anregungen loswerden wollen oder eine Frage haben, erreichen Sie mich unter balzli@wiwo.de
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Jul 30, 2021 • 1h 5min

Siemens-Chef Busch: „Ich habe keine Angst um unser China-Geschäft“

WirtschaftsWoche Chefgespräch Dieser Konzern gehört zu Deutschland, wie das Bier zu Bayern. Für Ingenieure ist er sowas wie der Vatikan, der Chef gilt als Papst der Homo Fabers. Bis vergangenen Februar stand Joe Kaeser an der Spitze von Siemens. Er zerlegte den Konzern, liebte den großen Auftritt, twitterte was das Zeugs hielt und attestierte seinem Nachfolger viel Hubraum im Hirn. Roland Busch ist der neue CEO von Siemens und der Gegenentwurf seines Vorgängers. Er ist ein waschechter Physiker, gilt als Aktenfresser, spielt lieber Gitarre als zu twittern, heiratet gerne um sieben Uhr morgens und würde nie Fridays for Future in den Aufsichtsrat holen wollen. Busch will jährlich bis zu sieben Prozent Wachstum schaffen und Siemens zu einer Art Software-Company umbauen. Er erzählt mir, warum er nicht glaubt, zwischen China und den USA wählen zu müssen, was ihn von Joe Kaeser unterscheidet und wieso noch ambitioniertere Klimaziele das System überfordern könnten. Wenn Sie mir Feedback geben möchten, Lob, Kritik oder Anregungen loswerden wollen oder eine Frage haben, erreichen Sie mich unter balzli@wiwo.de
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Jul 23, 2021 • 1h 3min

Würth-Chefs Bettina Würth und Robert Friedmann: „Wir müssen irgendwie miteinander auskommen“

WirtschaftsWoche Chefgespräch Keine Frage, das Leben von Unternehmerfamilien schreibt die besten Geschichten. Hinter den Kulissen milliardenschwerer Imperien spielen sich mitunter filmreife Dramen ab. Es geht um Egos, Eifersucht, Intrigen, viel Geld oder schlicht um die Sorge, sein Lebenswerk zu verlieren. Übermächtige Patrons, die nächste Generation und familienfremde Manager bilden mitunter eine explosive Mischung. Doch manch knorriger Patriarch erzeugt durch viel Reibung am Ende doch noch genügend positive Energie. Bettina Würth ist die Tochter von Reinhold Würth, der aus einer Zwei-Mann-Schraubenhandlung den Weltmarktführer für Befestigungstechnik mit über 14 Milliarden Euro Umsatz aufbaute. Nach einer Rebellionsphase im Münchner Latzhosen-Exil stieg Bettina Würth beim Vater in der Firma ein und leitet heute den Vorsitz des Beirats. Robert Friedmann hatte schon immer eine Schwäche für Familienunternehmen, schaute früher am liebsten von Lindau aus über den Bodensee Richtung Schweiz und stellt bei Pressekonferenzen gerne mal Feuerlöscher auf den Tisch. Seit 2005 ist er Sprecher der Konzernleitung. Wir sprechen in dieser Folge darüber, wie sie den Konzern gemeinsam in die Zukunft führen möchten. Ich erfahre, dass Bettina Würth ihren Kollegen zunächst etwas „geschleckt“ fand, sich daraus aber ein geschwisterliches Verhältnis entwickelte, warum sie die Frauenquote für „absolut doof“ hält und wie Robert Friedmann als Außenstehender unter dem Unternehmens-Übervater arbeitet. Unsere aktuelle Titelgeschichte: Um neue Klimaziele zu erfüllen, braucht das Land viel mehr grüne Energie. Doch Bürokratie und Proteste blockieren den Ausbau. Strom wird zum Luxusgut – und der Industrie droht der Blackout. Denn steigende Strompreise belasten die Wirtschaft – und sind ein Alarmzeichen für die politisch verschleppte Energiewende. Ohne einen entschlossenen Ausbau der Erneuerbaren, der Netze und Trassen wird Ökoenergie zu einer Mangelware. Deutschland riskiert seine Deindustrialisierung. https://www.wiwo.de/my/politik/deutschland/low-voltage-mangelware-oekostrom/27442692.html (€) Wenn Sie mir Feedback geben möchten, Lob, Kritik oder Anregungen loswerden wollen oder eine Frage haben, erreichen Sie mich unter balzli@wiwo.de

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