

Hörsaal - Deutschlandfunk Nova
Deutschlandfunk Nova
Fragen der Zeit. Was Forscher*innen über unser Leben herausfinden. Einblicke in die Wissenschaft. Neue Folgen immer donnerstags und freitags.
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Jan 23, 2026 • 45min
Populismus als Waffe - Wie Big Tech Demokratie und Öffentlichkeit kaputtmacht
Martin Andree, Medienwissenschaftler an der Universität Köln, erklärt Plattformmacht und die Monopolisierung des Internets in klaren Worten. Er diskutiert die Allianz von Tech‑Konzernen und Populisten. Er beschreibt Sichtbarkeitsungleichheit, Traffic‑Manipulation und das Konzept der Digitalokratie. Abschließend skizziert er Handlungsmöglichkeiten jenseits reiner Regulierung.

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Jan 22, 2026 • 51min
Shoah - Was Überlebende unmittelbar danach erzählten
Franka Maubach ist Historikerin und Professorin für Neueste Geschichte an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Sie analysiert die 1946 geführten Interviews von David P. Boder mit Holocaust-Überlebenden. Maubach thematisiert die technische Gestaltung der Gespräche sowie die emotionale und sprachliche Tiefe der Berichte. Besonders spannend sind die Schilderungen über Entmenschlichung und die psychischen Belastungen der Überlebenden. Sie zeigt auch, wie die Überlebenden ihre Trauer und Wut in Sprache und Gesang verwandeln.

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Jan 16, 2026 • 51min
Psychologie - Stress macht aggressiv und großzügig
Tobias Kalenscher, Professor für Vergleichende Psychologie an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, erklärt, wie Stress unser Sozialverhalten beeinflusst. Interessant ist die Diskrepanz zwischen Aggressivität und Großzügigkeit, die Stress hervorrufen kann. Er diskutiert die Rolle von Hormonen wie Cortisol und Noradrenalin in sozialen Interaktionen. Studien zeigen, dass gestresste Menschen großzügiger gegenüber Freunden sind, während Noradrenalin diese Prosozialität verringert. Kalenscher verbindet seine Erkenntnisse zudem mit politischer Polarisierung und den Taktiken populistischer Autokraten.

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Jan 15, 2026 • 48min
Deutsch im Wandel - Wer wann wie sprach und spricht
Simon Kasper, Professor für Germanistische Sprachwissenschaft, erklärt den Wandel der deutschen Sprache in den letzten 60 Jahren. Er beschreibt, wie Regionaldialekte früher die Oberhand hatten, während heute soziale Faktoren und Medien das Sprechen beeinflussen. Kasper diskutiert die Entstehung einer überregionalen Schriftsprache, den Einfluss von Radio und Fernsehen auf die Standardsprache sowie die Entwicklung von Jugendsprachen wie Kiezdeutsch. Interessant sind auch die Beobachtungen zur Abnahme regionaler Prägung und die Entstehung neuer soziolektaler Formen.

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Jan 9, 2026 • 40min
Krise der Demokratie - Wie sich AfD-Wähler zurückgewinnen lassen
Andreas Voßkuhle, ehemaliger Präsident des Bundesverfassungsgerichts und Professor an der Universität Freiburg, diskutiert die Herausforderungen der Demokratie. Er erläutert, wie autoritäre Tendenzen und Populismus demokratische Strukturen bedrohen. Besonders kritisch ist der Verlust der 'stillen Mitte', den er als zentrale Herausforderung ansieht. Voßkuhle schlägt vor, dem entgegenzuwirken, indem man den handlungsfähigen Staat stärkt, glaubwürdig Veränderungen kommuniziert und lokale Begegnungsorte schafft, um das Vertrauen der Bürger zurückzugewinnen.

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Jan 8, 2026 • 48min
Making Class - Das Wissen schwer reicher Familien
Isabell Stamm, Soziologin an der Technischen Universität Berlin, erforscht, wie reiche Familien ihr Vermögen bewahren und an kommende Generationen weitergeben. Sie diskutiert Bourdieus Kapitalbegriffe als Grundlage ihrer Analyse. Auch beleuchtet sie die Veränderungen durch Privatisierung und Finanzialisierung. Interessant sind ihre Beobachtungen von exklusiven Events der Eigentumselite, die Einblicke in deren Selbstverständnis und Netzwerke geben. Stamm erklärt, wie Eigentumskompetenzen als kulturelles Kapital den sozialen Status regulieren und den Zusammenhalt stärken.

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Jan 2, 2026 • 43min
Aufarbeitung - Sexueller Missbrauch in der katholischen Kirche
David Rüschenschmidt, Historiker und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg, beleuchtet in seinem Vortrag die systematische Vertuschung sexuellen Missbrauchs im Bistum Münster. Er präsentiert erschreckende Zahlen und erklärt die lange Geschichte der Geheimhaltung. Zudem thematisiert er die Verantwortung der Gesellschaft und den Einfluss von kirchlichen Strukturen auf die Vertuschung. Rüschenschmidt fordert einen Kulturwandel und eine ernsthafte Auseinandersetzung mit den schrecklichen Schicksalen der Betroffenen.

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Jan 1, 2026 • 36min
Preparedness - Vorsorgen für die Katastrophe
Jonathan Voges, Privatdozent am Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam, diskutiert die Entwicklung des Begriffs "Preparedness" und dessen Einfluss auf die Krisenvorsorge. Er beschreibt einen Paradigmenwechsel von Prävention hin zu Vorbereitung. Besonders interessant sind seine Einblicke in Kriegsszenarien als Teil der Notfallplanung und die Rolle von historischen Ereignissen wie 9/11, die die Debatte prägen. Voges erläutert auch den All-Hazard-Ansatz und präsentiert Erkenntnisse zur europäischen Sicherheitsstrategie.

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Dec 26, 2025 • 46min
Perfektionismus - Warum das Streben nach dem Besten schaden kann
Barbara Cludius, Professorin für Klinische Psychologie an der Uni Bremen, beleuchtet die Herausforderungen des Perfektionismus. Sie erklärt, wie unrealistische Ziele und elterliche Erwartungen Perfektionismus fördern können. Cludius verknüpft dieses Streben mit psychischen Störungen wie Depressionen und Essstörungen. Zudem stellt sie Therapieansätze vor, darunter die kognitive Verhaltenstherapie und praktische Verhaltensübungen. Selbstmitgefühl wird als hilfreiche Strategie hervorgehoben, um den Druck des Perfektionismus zu mindern.

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Dec 25, 2025 • 48min
Zuversicht in schwierigen Zeiten - Wie wir heute noch hoffen können
Jonas Grethlein, Professor für Klassische Philologie an der Universität Heidelberg und Träger des Gottfried Wilhelm Leibniz-Preises 2024, erkundet die vielschichtige Natur der Hoffnung. Er beleuchtet, wie Hoffnung als emotionale Haltung unser Verhältnis zur Zukunft prägt und differenziert sie von Wünschen und Optimismus. Grethlein diskutiert historische Perspektiven der Hoffnung von der Antike bis heute und reflektiert über die Herausforderungen durch die Klimakrise. Er ermutigt zu kleinen, greifbaren Hoffnungen als Möglichkeit zur Motivation und Handlungsfähigkeit.


