
Hörsaal - Deutschlandfunk Nova Aufarbeitung - Sexueller Missbrauch in der katholischen Kirche
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Jan 2, 2026 David Rüschenschmidt, Historiker und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg, beleuchtet in seinem Vortrag die systematische Vertuschung sexuellen Missbrauchs im Bistum Münster. Er präsentiert erschreckende Zahlen und erklärt die lange Geschichte der Geheimhaltung. Zudem thematisiert er die Verantwortung der Gesellschaft und den Einfluss von kirchlichen Strukturen auf die Vertuschung. Rüschenschmidt fordert einen Kulturwandel und eine ernsthafte Auseinandersetzung mit den schrecklichen Schicksalen der Betroffenen.
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Episode notes
Nachwirkung Der Sittlichkeitsprozesse
- Die NS-Sittlichkeitsprozesse gegen Kleriker wirkten nach 1945 als Bremse für Aufklärung, weil Vorwürfe als antikirchliche Propaganda abgetan wurden.
- Diese kollektive Erfahrung verstärkte kirchliche Abwehrhaltungen gegenüber Anschuldigungen.
Sündige Selbstbehauptung Der Kirche
- Mit Säkularisierung und Pluralisierung verstärkte die Kirche ihren Anspruch auf moralische Deutungshoheit.
- Zum Schutz dieses Primats wurden Missbrauchsfälle systematisch verschwiegen und das Gemeinwohl der Kirche über Betroffenenschutz gestellt.
Versetzung Statt Konsequenz
- Der Täter Heinrich Werder wurde ins Bistum Freiburg versetzt, wobei seine Taten als Paragraf-175-Fall verharmlost wurden.
- Dies illustriert, wie konkreter Missbrauch gezielt verschleiert und verschoben wurde.

