

AstroGeo - Geschichten aus Astronomie und Geologie
Karl Urban und Franziska Konitzer
Im AstroGeo Podcast erzählen sich die Wissenschaftsjournalisten Franziskia Konitzer und Karl Urban regelmäßig Geschichten, die ihnen entweder die Steine unseres kosmischen Vorgartens eingeflüstert – oder die sie in den Tiefen und Untiefen des Universums aufgestöbert haben. Es sind wahre Geschichten aus Astronomie und Astrophysik, Geologie und Geowissenschaften.
Episodes
Mentioned books

Sep 21, 2022 • 23min
Saturn-Ringe und ein verlorener Mond
Für AstroGeo recherchieren wir regelmäßig eine ganze Geschichte. Nur wenn du uns finanziell unterstützt, bleibt der Podcast weiter kostenfrei. Danke!
Im Jahr 1610 beobachtete Galileo Galilei als erster Mensch die Ringe des Saturn durch ein Teleskop. Er wusste zwar nicht genau, was das für seitliche Ausbuchtungen am runden Planeten sind und notiert sich diese „Ohren“ in seinem Notizbuch. Später erkannten Astronomen die Gestalt der Ringe, aber erst in den 1970er und 1980er Jahren haben Raumsonden vom Ringplaneten atemberaubende Fotos zurück geschickt.
Vor ziemlich genau fünf Jahren ging die letzte Saturnmission erfolgreich zu Ende: Cassini-Huygens versank am 17. September 2017 in der dichten Atmosphäre des Saturn. Der Orbiter Cassini umkreiste mehrere Jahre lang den Planeten und seine Monde und die Landeeinheit Huygens setzte sogar auf dem Saturnmond Titan auf.
Eine Unmenge an Daten hat Cassini zur Erde zurück geschickt. Bis heute läuft die Auswertung und ist für viele Überraschungen gut. In dieser Folge vom AstroGeo-Podcast erzählt Yvonne Maier, wie Forschende nun anhand der Cassini-Daten ausgerechnet haben, wie es dazu gekommen ist, dass die Rotationsachse des Saturns knapp 30 Grad geneigt ist und warum er so ein beeindruckendes Ringsystem hat – und was ein verschwundener Mond damit zu tun haben könnte.
Weiterführende Links
WP: SaturnWP: Galileo GalileoWP: SaturnringeWP: Cassini-Huygens
Bei den Weltraumreportern
Leben fernab erdähnlicher Planeten
Quellen
Wisdom, Jack et al.: Loss of a satellite could explain Saturn’s obliquity and young rings, Science (2022)

Sep 7, 2022 • 58min
Als die Erde zu Eis erstarrte
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Die Vereisung fing an den Polen an. Eisschollen ballten sich zu Packeis und überspannten bald den arktischen und antarktischen Ozean. Auch Kontinente in der Nähe der Pole wurden von Eis überzogen, während von den großen Gebirgen hinab Gletscher immer tiefer in die Täler vordrangen. Es war der Beginn einer Eiszeit, die eigentlich zur Erde dazugehören: Alle paar Jahrtausende gab es in jüngerer geologischer Vergangenheit solche Phasen. Unsere Vorfahren erlebten und überlebten vor 23.000 Jahren den Höhepunkt der letzten Eiszeit. Aber diese war ganz anders.
Karl erzählt die Geschichte einer der extremsten Phasen der Erdgeschichte: Vor 650 Millionen Jahren froren nicht nur Teile der Kontinente zu, sondern die Erde gefror komplett. Alle Landmassen und Ozeane waren zwischen den Polen und dem Äquator von Eis bedeckt. Der Blaue Planet war weiß geworden. Diese Phase dauerte in zwei Episoden unvorstellbare 67 Millionen Jahre an. Die Theorie hielten die meisten Geologinnen und Geologen zuerst für so extrem, dass es fast 40 Jahre dauerte, bis die Fachwelt die Idee von Schneeball Erde akzeptierte. Denn es fand sich mitterlweile eine Erklärung, wie die zum Schneeball gefrorene Erde auftauen konnte.
Episodenbild: NASA
Links
WP: SvalbardWP: Brian HarlandWP: Fridtjof NansenWP: Schneeball ErdeWP: PräkambriumWP: Kambrische ExplosionWP: DiamiktitWP: KarbonateWP: Cap CarbonateWP: AktualismusWP: Alfred WegenerWP: Joseph KirschvinkWP: Paul HoffmanWP: CryogeniumWP: Daniel Schrag
Quellen
Buch: Gabrielle Walker, Snowball Earth, Bloomsbury Pub (2003)Kirschvink, Joseph: Late Proterozoic low-latitude global glaciation: the snowball Earth (1992)Hoffman, Paul et al.: Snowball Earth climate dynamics and Cryogenian geology-geobiology (2017)

Aug 24, 2022 • 49min
Es sind nie Aliens – oder?
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„It’s never aliens!“ – Es stimmt schon, dass es bislang für mysteriöse Signale aus dem All meistens profane Erklärungen gab. Aber wie sollen wir potenzielle Außerirdische finden, wenn wir nicht nach ihnen suchen?
Da ein Besuch vor Ort nicht im Rahmen unseres Möglichen liegt, gibt es seit einigen Jahrzehnten SETI: Search for Extraterrestrial Intelligence. Und derzeit läuft das größte SETI-Vorhaben aller Zeiten: Das Breakthrough Listen-Projekt hat zehn Jahre Zeit und 100 Millionen US-Dollar zur Verfügung, um nachzuhören und nachzusehen, ob nicht doch Außerirdische durchs All funken oder gar Laserpulse senden. Und tatsächlich gab es vor ein paar Jahren dieses eine interessante Signal, das praktischerweise von unserem allernächsten Stern zu stammen schien – von Proxima Centauri.
Franzi erzählt einem skeptischen Karl die Geschichte dieses so vielversprechenden Signals namens BLC1, davon, mit welchen Schwierigkeiten Alienjägerinnen und -jäger heutzutage zu kämpfen haben und nach was man überhaupt sucht, wenn man dafür ein gigantisch großes Radioteleskop zur Verfügung hat.
Episodenbild: CC-BY 2.0 Xenu / Flickr
Weiterführende Links
WP: ContactWP: Breakthrough ListenWP: Yuri MilnerWP: Parkes-TeleskopWP: BLC1WP: Das Wow-SignalBR24: Australisches Teleskop empfängt mysteriöse SignaleSpektrum.de: Mysteriöses Alien-Signal leider doch nicht mysteriösAstroGeo Blog: Wow! oder nicht Wow?Deutschlandfunk: Megakonstellationen bedrohen die Astronomie
Bei Riffreporter
Was wäre, wenn wir tatsächlich Aliens finden würden? – Teil einsWas wäre, wenn wir Außerirdische finden würden? Teil zweiUFOs – Warum wir sie ernst nehmen solltenUSA: Woher kommt die Faszination für Ufos und Aliens?
Quellen
Big Ear Memorial WebsiteSheikh et al: Analysis of the Breakthrough Listen signal of interest blc1 with a technosignature verification framework (2021)

Aug 10, 2022 • 45min
Das Rennen der Steine
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Das Death Valley ist ein Ort der Extreme: Zwischen Nevada und Kalifornien gelegen, handelt es sich um einen der trockensten und heißesten Orte der Erde. Goldsucher, die das Tal auf dem Weg nach Westen kreuzten, gaben ihm seinen Namen. Später, im Jahr 1913, maß das US-Wetterbüro hier die höchste jemals gemessene Temperatur von 56,7 Grad Celsius.
Das wohl größte geologische Rätsel des Death Valley wurde erst etwas später entdeckt: Seit 1948 reisten Forschende immer wieder in ein kleines Seitental. Es ist ein Hochplateau, das 1132 Meter über dem Meeresspiegel liegt. In dieser flachen Ebene geht etwas Merkwürdiges vor sich: Es gibt Steine, die sich wie von Geisterhand bewegen. Nie hatte ein Mensch gesehen, wie sie sich bewegten oder warum – doch die Wanderung der Brocken ist durch Schleifspuren im feinen Staub sichtbar.
In dieser Folge erzählt Karl die Geschichte des kleinen Seitentals im Death Valley, das den Namen Racetrack Playa trägt. Das Rennen der Steine geht dort bis heute weiter – es nahm vor wenigen Jahren allerdings eine interessante Wendung.
Episodenbild: CC-BY 2.0 John Fowler
Weiterführende Links
WP: Death ValleyWP: Endorheisches BeckenWP: Racetrack Playa
Quellen
Norris et al.: Sliding Rocks on Racetrack Playa, Death Valley National Park: First Observation of Rocks in Motion (2014)Nature.com: Wandering stones‘ of Death Valley explained

Jul 27, 2022 • 37min
Die verlorenen Mondspiegel
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Bei den Mondlandungen in den 1960er- und 1970er-Jahren ging es um Vieles – die Wissenschaft war da, ehrlich gesagt, eher eine Randnotiz. Und die Apollo-Astronauten haben als Abschiedsgruß auch noch eine ganze Menge Müll zurückgelassen. Allerdings haben Sie auch etwas durch und durch Nützliches auf dem Mond abgestellt. Es war leicht zu tragen und unkompliziert in der Installation: Spiegel. Auch zwei sowjetische Mondfahrzeuge hatten Spiegel an Bord.
Franzi erzählt, warum die lunaren Retroreflektoren auch noch fünfzig Jahre nach dem Ansturm auf den Mond praktisch sind: Dieses „Lunar Laser Ranging“ ist längst nicht nur dafür gut, um die Abstand zu unserem Begleiter hochgenau zu vermessen.
Episodenbild: NASA
Weiterführende Links
WP: Lunar Laser RangingWP: Lunar Retroranging Reflecor ExperimentUniversität Hannover, Institut für Erdmessung: Lunar Laser RangingWP: Lunokhod 1WP: Lunokhod 2 (englisch)WP: Lunar Reconnaissance OrbiterNASA: NASA Long-Lived Mars Opportunity Rover Sets Off-World Driving RecordWP: Geodätisches Observatorium WettzellWP: Allgemeine RelativitätstheorieWP: Gravitationskonstante
Quellen
NASA: Catalogue of Manmade Material on the MoonLROC: Lunokhod 1 RevisitedNew York Times: After 17 Years, a Glimpse of a Lunar PurchasearXiV: Laser Ranging to the Lost Lunokhod 1 Reflector

Jul 13, 2022 • 59min
Planet der Frühstücksflocken
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Am 1. Januar 1801 entdeckt der italienische Astronom Giuseppe Piazzi einen neuen Planeten – jedenfalls glaubt er das. Mehrere Jahre hatten Astronomen schon nach dem Himmelskörper gesucht, der sich zwischen den Bahnen von Mars und Jupiter verstecken soll. Die Freude über den Fund ist allerdings nicht von Dauer: Bald stellt sich heraus, dass er nur einer von vielen kleinen Asteroiden ist, die auf ähnlichen Bahnen um die Sonne kreisen. Ceres verschwindet in Folge für fast 200 Jahre aus dem Rampenlicht, bevor er strahlend zurückkehrt.
Karl erzählt die Geschichte von Ceres, dessen Ansehen in den letzten zwei Jahrzehnten eine enorme Wende erfahren hat. Er wurde genauer beobachtet und bekam Sondenbesuch. Der größte Körper des Asteroidengürtels ist nicht nur zum Zwergplaneten aufgestiegen, sondern entpuppte sich auch geologisch als einer der erstaunlichsten Körper des Sonnensystems.
Beitragsbild: NASA/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDA
Bilder
Die Grafik zeigt den inneren Aufbau von Ceres: eine steinige, salzhaltige Kruste, darunter ein fast vollständig gefrorener Ozean mit einigen flüssigkeitsgefüllten Rissen mit Salzwasser, zuletzt ein steiniger Kern.Alternativ: Grafik des angeschnittenen Ceres, unter der grauen Oberfläche eine hellblaue, darunter eine türkise Schicht und ein grauer Kern (NASA/JPL-Caltech/UCAL/MPS/DLR/IDA)
Der Krater Occator ist 90 Kilometer groß. Die hellen Flecken bestehen aus Salzen, darunter Karbonate und Schwefelverbindungen wie Gips (NASA/JPL-Caltech/UCAL/MPS/DLR/IDA)
Occator ist der größte Krater auf Ceres und verfügt über die auffälligsten hellen Flecken (NASA/JPL-Caltech/UCAL/MPS/DLR/IDA)
Ahuna Mons ist der höchste Berg auf Ceres: er erhebt sich fünf Kilometer über dem mittleren Höhenniveau (NASA/JPL-Caltech/UCAL/MPS/DLR/IDA)
Im April 2015 fotografiert die Raumsonde Dawn viele Krater und weiße Flecken auf Ceres (NASA/JPL-Caltech/UCAL/MPS/DLR/IDA)
Weiterführende Links
WP: ZerealienWP: Titius-Bode-ReiheWP: HimmelspolizeyWP: Ceres (Gottheit)WP: Ceres (Zwergplanet)WP: Vesta (Asteroid)WP: AsteroidWP: PlanetWP: Kohlige ChondriteWP: TonmineraleWP: KarbonateWP: Dawn (Raumsonde)WP: HalkiWP: PekoWP: OccatorWP: EggeNASA: Cerealia FaculaeNASA: Vinalia FaculaeWP: Ahuna MonsWP: KerwanWP: Frost line
Bei den Weltraumreportern
Dossier. Asteroiden und kosmische UrgesteineAsteroiden: Längst keine langweiligen Kartoffeln mehrAbwehr: Kein leichtes Spiel mit AsteroidenRyugu: Der Erdbahnkreuzer
Quellen
Rivkin et al: The surface composition of Ceres: Discovery of carbonates and iron-rich clays (2006)Nathues et al.: Evolution of Occator Crater on (1) Ceres (2017)NASA Discovers „Lonely Mountain“ on Ceres Likely a Salty-Mud CryovolcanoNASA: Mystery solved: Bright areas on Ceres come from salty water belowDe Sousa et al.: Dynamical origin of the Dwarf Planet Ceres (2022)

Jun 29, 2022 • 36min
Der gefräßige Zwerg
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Das Jahr 1917 war eine Zeit, als man sich noch nicht mal sicher war, dass es andere Galaxien als unsere eigene gibt. Es war eine Zeit, als unsere Vorfahren mitten im Ersten Weltkrieg steckten, und „Exoplanetenjägerin“ noch keine anerkannte Berufsbezeichnung war: Es war eine Zeit, zu der der Astronom Adriaan van Maanen sein Teleskop gen Himmel richtete und etwas entdeckte, was als Van Maanens Stern bekannt werden sollte.
Diesen ganz besonderen Stern hat er zwar definitiv entdeckt. Aber was sich in der Atmosphäre dieses Sterns wirklich versteckte, zeigte sich erst viel später.
Franzi erzählt die Geschichte von Adriaan van Maanen und seinem Stern. Es ist eine Geschichte über einen Pechvogel der Astronomie und über die Zukunft unseres eigenen Sonnensystems.
Episodenbild: NASA/JPL-Caltech
Weiterführende Links
WP: Van Maanens SternWP: Adriaan van Maanen (englisch)bild der wissenschaft: Weiße Zwerge mit Planetentrümmernspektrum.de: Weißer Zwerg vertilgte wohl Exomondspektrum.de: Der Asteroid und der Weiße ZwergSterne und Weltraum: Ein Weißer Zwerg zerreißt seine Kleinplanetenspektrum.de: Sternleiche hat ihren Planeten nicht geschreddert
Quellen
Interview mit Ben Zuckerman, 11. Mai 2022arXiV: Recognition of the First Observational Evidence of an Extrasolar Planetary SystemNASA: Overlooked treasure: The first evidence of exoplanets

May 18, 2022 • 57min
Warum hat die Welt Inge Lehmann vergessen?
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Geologinnen und Geologen schauen sich gerne Steine an, und das nicht nur, wenn sie glitzern und funkeln. Denn Steine verraten etwas über das Erdinnere, in dem viele von ihnen entstanden sind. Die geologische Sammelwut im Namen der Forschung hat aber ihre Grenze: Die meisten Steine, die wir finden, stammen aus der Erdkruste, der vergleichsweise dünnen äußersten Schicht des Planeten. Nur sehr selten sind Gesteine aus tieferen Schichten. Wer bis in den Kern blicken möchte, muss dagegen lernen, die Signale der Erdbebenwellen zu verstehen.
In dieser Episode erzählt Karl die Geschichte eines Menschen, dem es erstmalig gelang, bis hinab in den inneren Kern der Erde zu blicken. Es ist die Geschichte der dänischen Mathematikerin, Geodätin und Seismologin Inge Lehmann. Fast gleich alt wie die Physiker Albert Einstein oder Niels Bohr, forschte sie in und trotz einer wissenschaftlichen Welt, in der Frauen keine Rolle spielen durften.
Episodenbild: The Royal Library, National Libary of Denmark and University of Copenhagen University Library
Links
WP: Erdkruste
WP: Tiefenbohrung Kola-Halbinsel
WP: Erdmantel
WP: Erdkern
WP: Peridotit
WP: Inge Lehmann
WP: Seismologie
Lotte Kaa Andersen
WP: Hanna Adler (dänisch)
WP: Niels Bohr
WP: Mathematischer Tripos
WP: Niels Erik Nørlund
WP: Seismometer
WP: Murchison-Erdbeben 1929
WP: Seismische Wellen
WP: Beno Gutenberg
WP: Harold Jeffreys
WP: Maurice „Doc“ Ewing
WP: Lamont–Doherty Earth Observatory
Stele für Inge Lehmann vor der Universität Kopenhagen (englisch)
Google Street View: Stele für Inge Lehmann
Quellen
Buch: Lotte Kaa Andersen, Den inderste kerne, Gutkind-Verlag (2021)
I. Lehmann: P‘ (1936)

May 4, 2022 • 45min
Die ersten Gravitationswellen zerfielen zu Staub
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Hundert Jahre lang hat die Suche nach Gravitationswellen gedauert: jene Kräuselungen in der Raumzeit, die das Universum zum Tschilpen und Brummen bringen. Auch am Südpol hatten Forscherinnen und Forscher danach gesucht, analysierten jahrelang ihre Daten und konnten so schließlich im Jahr 2014 verkünden: Gefunden! Und, was ziemlich praktisch war: Jene Gravitationswellen wären ein Beleg dafür, dass sich der Urknall und die anschließende kosmische Inflation genauso abgespielt haben, wie man sich das standardmäßig vorstellt. Dieser Beleg wäre damit gleich mit erbracht worden.
Doch statt dem Happy End gab es Pleiten, Pech und Pannen: Das Gravitationswellensignal zerfiel nur wenig später zu Staub. Franzi erzählt die Geschichte von BICEP2, der Jagd nach primordialen Gravitationswellen und was das alles mit einem sich exponentiell schnell aufblähenden Universum und interstellarem Staub zu tun hat.
Episodenbild: ESA/Planck Collaboration. Acknowledgment: M.-A. Miville-Deschênes, CNRS – Institut d’Astrophysique Spatiale, Université Paris-XI, Orsay, France
Links
WP: BICEPWP: GravitationswelleDeutschlandfunk: Teleskop am Ende der WeltWelt der Physik: Staub statt GravitationswellenWelt der Physik: Planck und die kosmische MikrowellenhintergrundstrahlungSpektrum.de: Das andere kosmische Hintergrundrauschen
Bei den Weltraumreportern
„Eine Entdeckung, die die Welt erschütterte“
Quellen
YouTube: BICEP2 Press Conference, 18.03.2014Losing the Nobel Prize – Brian Keating

Apr 20, 2022 • 57min
Der erste Exo-Ozean
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Die Erde ist der blaue Planet, dabei ist sie verglichen mit vielen anderen Welten überraschend trocken. Nur 0,2 Prozent der Masse der Erde bestehen aus Wasser. Besonders Monde jenseits der Marsbahn besitzen häufig eine dicke Kruste auf Eis. Dazu gehören die Jupitermonde Europa, Ganymed und Kallisto, der Saturnmond Enceladus oder der Neptunmond Triton. Was sich unter dem Eis befindet, war lange völlig unklar.
Karl erzählt in dieser Folge, wie der erste Ozean außerhalb der Erde auf Europa am Jupiter entdeckt wurde. Europa ist den Astronomen schon seit über 400 Jahren bekannt. Dennoch brauchte es Jahrhunderte des wissenschaftlichen Fortschritts, viele Jahre von Beobachtungen und mehrere Raumsonden, unter die Eisschicht zu blicken. Unter mehreren Kilometern Eis könnte es von Leben wimmeln.
Episodenbild: NASA/JPL-Caltech/SETI Institute
Bilder
Grafik: NASA/JPL-Caltech/Michael Carroll
Grafik: NASA/JPL-Caltech
Foto: NASA / JPL-Caltech / SETI Institute
Weiterführende Links
WP: Galileo Galilei
WP: Astrologie
WP: Cosimo de Medici
WP: Galileische Monde
WP: Jupiter
WP: Jupitermonde
Nachruf: Vasily Ivanowitch Moroz (Paywall)
WP: Voyager 1
WP: Voyager 2
WP: Io
WP: Galileo (Raumsonde)
NASA: NIMS Instrument Galileo
WP: Radio Science Subsystem
WP: Trägheitsmoment
WP: Margaret Kivelson
NASA: Galileo Magnetometer
WP: Juno
WP: Juice
WP: Europa Clipper
WP: Enceladus
Quellen
Buch: Kevin Hand: Alien Oceans (2020)
Buch: Dava Sobel, The Planets (2006)


