Die Leichtigkeit der Kunst - Kunstpodcast

Claudia Linzel
undefined
Mar 9, 2021 • 1h 10min

Pablo Picasso - Kunsthalle Bremen | Kunstpodcast

Pablo Picasso – Kunsthalle Bremen Was haben Pablo Picasso und Bremen miteinander zu tun?Diese Frage steht am Anfang der Folge – und führt mitten hinein in die Geschichte einer Sammlung, eines Galeristen und einer Institution. Die Kunsthalle Bremen besitzt eine umfangreiche Sammlung von Arbeiten Pablo Picasso auf Papier. Einen großen Teil dieses Bestands verdankt das Haus dem Bremer Kunsthändler Michael Hertz, der ab den frühen 1950er-Jahren eine zentrale Rolle beim Vertrieb von Picasso-Grafiken in Deutschland spielte. Im Gespräch mit Dr. Manuela Husemann, Kuratorin der Ausstellung Die Picasso-Connection. Der Künstler und sein Bremer Galerist, wird nachvollzogen, wie diese Verbindung entstand – und was sie über Sammlungsgeschichte, Kunstmarkt und Museumsarbeit in der Nachkriegszeit erzählt. Dr. Manuela Husemann – Weg in die Museumsarbeit Dr. Manuela Husemann berichtet im Gespräch von ihrem eigenen Weg an die Kunsthalle Bremen. Sie studierte Kunstgeschichte in Plymouth und promovierte an der University of East Anglia in Norwich. Nach Stationen in Stuttgart kam sie als wissenschaftliche Volontärin an die Kunsthalle Bremen und ist dort zum Zeitpunkt der Aufnahme  als wissenschaftliche Mitarbeiterin tätig gewesen. Ein Blick zurück führt in die Bremer Stadtgeschichte: Die Ausstellung zu den Bremer Stadtmusikanten, das Jubiläum, die Frage von Maß, Sockel, Haltung im öffentlichen Raum, verbunden mit dem Bildhauer Gerhard Marcks. Es entsteht ein warmes Verständnis dafür, wie sehr kuratorische Arbeit über das einzelne Objekt hinausreicht: in Stadt, Erinnerung, Gegenwart. Die Kunsthalle Bremen und ihre Sammlung auf Papier Die Kunsthalle Bremen geht auf den 1823 gegründeten Kunstverein zurück. Von Beginn an spielte das Sammeln von Arbeiten auf Papier eine wichtige Rolle. Heute umfasst der Bestand mehr als 200.000 Zeichnungen und Druckgrafiken. Im Gespräch wird erläutert, welche besonderen Bedingungen mit diesem Sammlungsschwerpunkt verbunden sind. Arbeiten auf Papier reagieren empfindlich auf Licht, Temperatur und Luftfeuchtigkeit. In der Ausstellungspraxis bedeutet das: gedimmtes Licht, begrenzte Präsentationszeiten und sogenannte Sperrzeiten, in denen Werke nach der Ausstellung wieder dunkel gelagert werden, um das Material zu schonen. Diese Rahmenbedingungen prägen, wann und wie Werke gezeigt werden können – und erklären, warum bestimmte Arbeiten nur zeitweise sichtbar sind. Michael Hertz und Daniel-Henry Kahnweiler Ein zentraler Teil der Folge „Picasso – Kunsthalle Bremen“ widmet sich Michael Hertz. Hertz eröffnete 1946 in Bremen einen Kunsthandel und lernte 1949 den Pariser Galeristen Daniel‑Henry Kahnweiler kennen, einen der wichtigsten Händler Picassos. Aus dieser Begegnung entwickelte sich eine enge Zusammenarbeit. 1951 erhielt Hertz die Exklusivrechte für den Vertrieb bestimmter Picasso-Grafiken aus dem Kahnweiler-Verlag in Deutschland. Diese Vereinbarung hatte weitreichende Folgen: Zahlreiche Museen und Sammlungen erwarben ihre Picasso-Grafiken über Hertz – darunter auch die Kunsthalle Bremen. Dr. Husemann beschreibt im Podcast „Picasso – Kunsthalle Bremen“, dass rund die Hälfte der Picasso-Grafiken der Kunsthalle direkt über Michael Hertz angekauft wurde. Die Nähe seiner Galerie zur Kunsthalle spielte dabei ebenso eine Rolle wie sein Verkaufsgeschick und sein Netzwerk. Begegnung mit Picasso und persönliche Zeugnisse Michael Hertz traf Picasso 1951 erstmals persönlich im Atelier in Paris. Über dieses Treffen berichten seine unveröffentlichten Memoiren Kunsthändlerjahre, aus denen im Katalog zur Ausstellung erstmals das vollständige Kapitel zu Picasso veröffentlicht wurde. Hertz schildert darin, dass Picasso sich weniger für seine Rolle als Kunsthändler interessierte, sondern starkes Interesse an Hertz’ Engagement in der Friedensbewegung zeigte. Hertz war bereits vor dem Zweiten Weltkrieg politisch aktiv; auch Picasso engagierte sich in der Friedensbewegung. Weitere Einblicke liefern die Erinnerungen von Françoise Gilot, die in ihren Memoiren Episoden aus Picassos Umgang mit Galeristen beschreibt – etwa Situationen, in denen Händler bewusst gegeneinander ausgespielt wurden. Preise, Markt und Museumsankäufe Ein weiterer Schwerpunkt des Gesprächs liegt auf der Preisentwicklung von Picasso-Grafiken. Anfang der 1950er-Jahre bewegten sich die Preise im dreistelligen D-Mark-Bereich. Bis 1970 stiegen sie auf fünfstellige Beträge pro Blatt. Diese Entwicklung hatte konkrete Folgen für Museen. Viele Häuser – darunter auch die Kunsthalle Bremen – beendeten ihre Ankäufe von Picasso-Grafiken, weil die Preise nicht mehr zu finanzieren waren. Die Folge beleuchtet diesen Prozess anhand konkreter Beispiele, etwa der Serie Suite 347 von 1970. Auch der Ankauf von Picassos Linolschnitten Ende der 1950er-Jahre wird thematisiert. Michael Hertz erkannte früh deren Bedeutung für den deutschen Markt. 1960 erwarb die Kunsthalle Bremen einen umfangreichen Satz dieser Arbeiten – ein Ankauf, der damals eine außergewöhnlich hohe Investition darstellte. Zur Folge Picasso – Kunsthalle Bremen Gesprächspartnerin: Dr. Manuela Husemann, KuratorinOrt: Kunsthalle BremenAusstellung: Die Picasso-Connection. Der Künstler und sein Bremer Galerist ThemenPicasso-Grafik · Sammlungsgeschichte · Michael Hertz · Kunstmarkt der Nachkriegszeit · Papier und Licht · Museumsankäufe · Netzwerke HörenWebsite · Spotify · Apple Podcasts · YouTube WeiterhörenWeitere Gespräche im Podcast über Kunst oder als Beitrag im Kunstblog zum Thema:Arbeiten auf Papier Pioniere und VisionäreWeggefährten von Pablo Picasso Links & CreditsKunsthalle Bremen  Letzte redaktionelle Überarbeitung: Februar 2026. Dr. Manuela Husemann, Gesprächspartnerin der Folge „Die Picasso Connection – Kunsthalle Bremen“
undefined
Mar 8, 2021 • 1h 11min

Antonia Gruber: gezeichnet vom Leben als Künstlerin

#gezeichnet – Vom Leben / als Künstlerin #gezeichnet – ein 3-teiliges Special zum Thema junge Künstlerinnen, die mit einfühlsamen Blick die meist verborgenen Zeichnungen ihrer Mitmenschen wahrnehmen und sich auf ästhetisch-empathische Weise mit der Visualisierung der These „Ich bin nur nicht so ganz, wie ihr mich haben wollt.“ auseinandersetzen. Ich schätze mich sehr glücklich, die Kölner Künstlerin Antonia Gruber zu begrüßen. Die Meisterschülerin von Prof. Ute Mahler und Ingo Taubhorn arbeitet mit verschiedenen Techniken und setzt sich dabei mit der Fragilität von Psyche und Physis auseinander. Sehr rabiat und auf magische Weise eint sie digitale mit analoger Fotografie, bearbeitet mit Rollstempeln und Strumpfhosen Texte zu eindringlichen skulpturalen Wandobjekten, schafft eine augenöffnende Symbiose aus Bipolarität und Polaroid und erlaubt sich großformatige Artvertisements in der Kölner Innenstadt aufzuhängen. Dafür wird sie preisgekrönt. Ganz aktuell als Gewinnerin des Reclaim Awards 2020.
undefined
Mar 8, 2021 • 1h 12min

Marion Sonnenberg: #gezeichnet - so schön kaputt

Neulich habe ich einen Song gehört. Er trägt den Titel „so schön kaputt“, ich glaube er ist von der Band SDP. Wenn ich recht informiert bin, steckt Vincent Weiß dahinter. However, mir geht es um den Impuls. Denn in diesem Song geht es um Fehler, Wunden und Narben, die uns im Laufe des Lebens ebenso zeichnen. Der Refrain lautet: „Wir sind vom Leben gezeichnet in den buntesten Farben. Und wir tragen sie mit Stolz, unsere Wunden und Narben.“ Tatsächlich bin auch ich an der ein oder anderen Stelle gezeichnet. Mal wurde ein Muttermal entfernt, mal hat mich ein großer Hund als recht lecker empfunden und ja, auch die 10cm lange Narbe an meinem Oberschenkel wurde schon das ein oder andere mal hinterfragt. Bisher habe ich darin nie einen Bezug zur Kunst erkannt… Und dann habe ich im Sommer die junge Fotografin Marion Sonnenberg kennengelernt. Marion handelt ganz im Sinne des französischen Filmregisseurs Robert Bresson: „Fotografie macht sichtbar, was vielleicht ohne dich nie wahrgenommen worden wäre“ und widmet sich in äußerst empathischer Fotografensprache den Menschen, deren Körper von Narben gezeichnet sind.  
undefined
Feb 22, 2021 • 53min

Tim Sommer: Art - Das Kunstmagazin

Liebe Zuhörer und Zuhörerinnen, wenn retrospektiv über die Tupfenskulpturen und psychedelischen Spiegelkabinette der japanischen Künstlerin Yayoi Kusama berichtet wird, wenn eine Brücke geschlagen wird zwischen dramatischem Street Style und klassischer Historienmalerei, wenn anspruchsvoll und angenehm die Bandbreite der vielseitigen Avantgarde Künstlerin Sophie Taeuber-Arp gewürdigt wird und wenn ein Gespräch mit dem queeren Kunst-Granddaddy Jürgen Klauke geführt wird, dann, ja genau dann handelt es sich um ART. Um das Kunst-Magazin des Verlags Gruner + Jahr.  
undefined
Feb 13, 2021 • 1h 11min

Sigmar Polke – „Leicht kann jeder“ | Anna-Polke-Stiftung

Sigmar Polke „Leicht kann jeder“ – mit Nelly Gawellek, Anna-Polke-Stiftung „Leicht kann jeder.“Ein kurzer Satz – und sofort steht etwas im Raum: ein Anspruch, ein Witz, eine Provokation. In dieser Podcastfolge führt genau dieses Zitat hinein in das Werk von Sigmar Polke – und in eine Haltung, die bis heute nachwirkt: präzise, spielerisch, widerständig, hochintelligent. Die Folge wurde in der Anna-Polke-Stiftung aufgezeichnet und erstmals veröffentlicht am 13. Februar 2021 – dem Tag, an dem Sigmar Polke 80 Jahre alt geworden wäre. Im Zentrum steht ein Gespräch (kein klassisches Interview) mit Nelly Gawellek. Sie spricht über Polkes Werk, seine Denkbewegungen, seine Bildstrategien – und über das, was Polke so selten macht: einfache Antworten geben. Sigmar Polke: Humor, Gesellschaft, Wirklichkeit Sigmar Polke zählt zu den wichtigsten Künstlern der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Deutschland. Seine Arbeiten kreisen um Fragen, die erstaunlich gegenwärtig bleiben: Wie entsteht Wirklichkeit? Wer bestimmt Bilder? Welche Rolle spielen Medien, Macht, Kapital, Politik – und wie tief sitzt das alles in unserem Alltag? Polke begegnet diesen Themen mit einem Ton, der sich schwer festnageln lässt. Da ist Humor, Ironie, manchmal ein fast beiläufiges Augenzwinkern. Gleichzeitig sind viele Werke von einer messerscharfen Beobachtung durchdrungen. Polke schaut genau hin – und er verschiebt den Blick. Oft so, dass man erst im zweiten Moment merkt, wie sehr das Bild bereits „arbeitet“. Im Gespräch wird deutlich: Polke ist kein Künstler der großen Thesen. Er ist eher jemand, der Systeme sichtbar macht – und dabei die Lust am Experiment nicht verliert. Rasterbilder, kapitalistischer Realismus, die schwarze Ecke Wer Sigmar Polke begegnet, begegnet schnell bestimmten Begriffen: Rasterbilder, kapitalistischer Realismus, ikonische Motive und kunsthistorische Referenzen. In dieser Folge geht es genau darum: Was steckt hinter diesen Begriffen – und warum reichen sie als Erklärung selten aus? Polkes Rasterbilder sind nicht nur ein Stil. Sie sind eine Art, über Bildproduktion nachzudenken. Über Reproduktion, über Medienlogik, über das Verhältnis von Oberfläche und Bedeutung. Polke nutzt Strukturen, Muster, Druckraster, Materialeffekte – und macht daraus eine Bildsprache, die gleichzeitig vertraut und irritierend wirkt. Auch die Referenz an die berühmte „schwarze Ecke“ taucht auf – und damit die Frage: Was passiert, wenn kunsthistorische Bilder plötzlich im Alltag zirkulieren? Wie verschieben sich Zuschreibungen? Und was bedeutet es, wenn ein Künstler sich sehr bewusst in diese Linien einschreibt – und sie zugleich unterläuft? Die Anna-Polke-Stiftung: Ort, Archiv, Verantwortung Aufgezeichnet wurde diese Folge in der Anna-Polke-Stiftung. Stiftungen wie diese übernehmen eine Aufgabe, die in der Öffentlichkeit oft unterschätzt wird: Sie sichern künstlerische Nachlässe, ordnen Materialien, ermöglichen Forschung, schützen Werke vor Vereinfachung und halten den Diskurs offen. Gerade bei einem Künstler wie Sigmar Polke ist das entscheidend. Denn Polkes Werk ist komplex, vielgestaltig und materialintensiv. Es lebt von Varianten, Brüchen, Experimenten – und von einem Denken, das sich ungern in eine lineare Erzählung pressen lässt. Die Stiftung sorgt dafür, dass dieses Werk langfristig zugänglich bleibt: für Wissenschaft, Ausstellungen, Publikationen und eine Öffentlichkeit, die Polke nicht auf einzelne Schlagworte reduzieren möchte. Nelly Gawellek: Gesprächspartnerin mit Nähe zum Werk Nelly Gawellek führt durch dieses Gespräch mit einer Haltung, die sofort trägt: präzise, klar, nah am Werk, ohne Überhöhung. Sie verbindet Hintergrundwissen mit einer Sprache, die nicht akademisch ausstellt, sondern öffnet. In der Folge geht es auch darum, wie man über Polke sprechen kann, ohne ihn zu glätten. Wie man Humor ernst nimmt. Wie man Ironie nicht als Ausrede missversteht. Und wie man die politischen Dimensionen eines Werks sichtbar hält, ohne es in eine eindeutige Botschaft zu verwandeln. Das macht das Gespräch so anschlussfähig: für kunstnahe Hörer:innen genauso wie für Menschen, die Polke bislang eher als „großen Namen“ kannten. Themen dieser Folge Sigmar Polke · „Leicht kann jeder“ als Denkfigur · Gespräch statt Interview · Humor und Widerstand · Rasterbilder und Medienlogik · kapitalistischer Realismus · Bildstrategien zwischen Politik und Alltag · Kunstgeschichte als Material · Anna-Polke-Stiftung als Ort der Werkpflege · Sprechen über Kunst ohne Vereinfachung GAST Nelly Gawellek – Anna-Polke-Stiftung Links & Credits Anna Polke-Stiftung HÖR-HINWEIS Der Kunstpodcast Die Leichtigkeit der Kunst erscheint seit 2020 kostenfrei auf allen gängigen Plattformen. Tipp: Abonnieren & in touch bleiben. ︎ Kunstpodcast auf Spotify hören Die Leichtigkeit der Kunst auf Spotify hören ︎ Kunstpodcast bei Apple Podcasts Die Leichtigkeit der Kunst auf Apple Podcasts hören ︎ Kunstpodcast auf YouTube Die Leichtigkeit der Kunst auf YouTube hören WEITERHÖREN Joseph Beuys / Institution / Gesellschaft  Museumsgespräche zu Sammlung & Ausstellung Episoden zu Nachlass und Archivarbeit Folgen zu Künstler:innen der Nachkriegsmoderne AUSSTELLUNGS- & FOLGENINFO Aufnahmeort: Anna-Polke-StiftungErstausstrahlung: 13. Februar 2021 Letzte redaktionelle Überarbeitung: Februar 2026.
undefined
Feb 8, 2021 • 57min

Yilmaz Dziewior, Museum Ludwig: Andy Warhol Now

Ich habe über die social Media Kanäle des Podcasts eine Umfrage gestartet… „Was fällt euch spontan zu Andy Warhol ein?“ Eine erste und häufige Reaktion lautete: Marylin Monroe, eine weitere war: Jacqueline „Jackie“ Kennedy, eine dritte lautete: Campell‘s Tomatosoup, die vierte hieß: Studio 54, feiern und Muse, die fünfte ruft die Stones Zunge auf den Plan und die sechste wie letzte schrieb: queer, schüchtern, Einwanderer, Fabrik Vermutlich hat jeder sein eigenes kleines und auch irgendwie vertrautes Puzzleteilchen, welches er mit dem ikonischen Künstler Andy Warhol verbindet. Möglicherweise finden wir kollektive Überschneidungen und staunen immer wieder über Neuentdeckungen. Doch so richtig nahbar wirkt der Mann mit den mal silbernen und mal blauen Haaren nicht. Es scheint als sei er in all seinem Facettenreichtum entrückt, gar auch ein Stückchen fremd. Wir stecken in einer Zeit, in der Migration und gesellschaftliche Diversität eine immer größere Rolle spielen – daher möchten wir den Mensch und den Künstler Andy Warhol – der vermutlich unbewusst Vorbild für viele ist und war, näher kennenlernen. Wer ist das also, der größte amerikanische Künstler, mit den Wurzeln in den Karpaten. Was verbinden wir heute mit ihn und wie hat er uns geprägt? Das erfahren wir heute. Und zwar von keinem geringeren als Yilmaz Dziewior, Leiter des Museums Ludwig in Köln. Er gewährt uns Einblicke in das Leben und die Ausstellung Andy Warhol Now. Lieber Yilmaz, herzlichen Dank, dass du dir Zeit für uns nimmst, um uns ein bisschen mehr in das schrille und melancholische Leben Andy Warhols zu begleiten. Lass uns ein Interview führen, in dem nebensächliche Banalitäten genauso willkommen sind, wie die informative Retrospektive und das ambivalente Lebensgefühl des Künstlers, der unsere bunte Gesellschaft immer noch prägt.    
undefined
Jan 25, 2021 • 1h 14min

Dr. Dr. Thomas Rusche: Alte Meister vs Kunst der Gegenwart

Tatsächlich war ich im letzten halben Jahr sehr viel unterwegs und habe viel über Kunst erfahren. Ich habe erfahren, wie ich ein Bild kaufe, was ich bei einer Auktion wissen muss, habe zeitgenössische Künstler wie Maler, Zeichner und Fotografen kennengelernt und Kuratorengespräche geführt. Ich gebs zu, die Alten Meister sind noch ein wenig zu kurz gekommen. Doch eins nach dem anderen – ein Weg entsteht im Gehen. Ich frag mich manchmal, wie kann ich denn Alte Meister und zeitgenössische Kunst einen? Stehen die Kunstrichtungen in Konkurrenz oder gibt es eine Möglichkeit, einen Dialog aufzubauen? Und tatsächlich, habe ich eine wunderbar charismatische Persönlichkeit getroffen, die mir mit Sicherheit Antwort schenken wird. Mir gegenüber sitzt Dr. Dr. Thomas Rusche, Philosoph, Theologe, Unternehmer und vor allem mein „erster“ Kunstsammler. Vielleicht  wird sich mit dieser Episode auch der ein oder andere Jungsammler motiviert fühlen, wagemutig und mit Freude die eigene Sammlung zu erweitern. Denn sicherlich erhalten wir den ein oder anderen „Insider-Tipp“, eine Kunstsammlung aufzubauen. Vielleicht nicht direkt mit 4.000 Werken, doch peu a peu. Von Herzen Dank an das Auktionshaus VAN HAM, die dieses wunderbare Gespräch ermöglicht haben.  
undefined
Jan 18, 2021 • 1h 23min

Mary Bauermeister: Jedes Schlechte birgt einen Schatz Teil 2

Das Gespräch mit Mary Bauermeister geht weiter. Doch es nimmt eine zarte Wendung. Statt gemeinsam mit ihrem Sohn Simon Stockhausen anekdotenreich über die Kunst der Vergangenheit zu sinnieren, lassen wir uns nun von Marys ethischem und anthropologischem Blick – immer noch gespickt mit humorvoll-liebenswürdigen Erinnerungen – verzaubern. Ihre klugen und zugewandten An- und Einsichten schenken Mut und Hoffnung, dass jede schwierige, gar schlechte Situation einen wundervollen und am Ende guttuenden Schatz birgt.  
undefined
Jan 11, 2021 • 26min

Sandra Loebich: Keramik

Keramik – ist das Kunst oder Handwerk? Mit dieser polarisierenden Frage fallen wir direkt – fast wie der berühmte Elefant im Porzellanladen – in das Atelier von Sandra Loebich, eine von Leidenschaft und Neugier geprägte Keramikerin in München. Zum Glück geht nichts zu Bruch, sondern mit viel Empathie und in aller Ruhe erklärt uns Sandra, wie sie in liebevoller Detailarbeit Formen und Muster aus Porzellan herausarbeitet. Ihr Antrieb ist dabei ihre unermüdliche Suche nach neuen Techniken und der Realisationen ihrer Impulse. Die findet sie auf Reisen genauso wie vor der eigenen Haustür. Das kann mal die leuchtende Farbvielfalt Südafrikas, die beeindruckenden Vorbilder Australiens, die reduzierten Formen Japans oder die täglichen Muster der heimischen Blüten und Gräser sein. Sie experimentiert gerne mit den Werkstoffen Ton und Porzellan, ist dabei fasziniert von den großen und facettenreichen Gegenständen, die Ton ermöglicht und verliebt in die transluzente und filigrane Anmut des weißen Goldes. Es gibt Tage, da fühlt es sich wunderschön an, allein an neuen Ideen zu arbeiten und Sachen zu bauen, für die sie förmlich brennt. Dann gibt es Tage, da erfüllt es sie, so lange verträumt der kleinen Buche in ihrem Innenhof beim Blätterspiel zu zusehen bis sie von spontanem Kaffeebesuch – natürlich aus ihren selbst gefertigten Bechern – aus dem Gedankenfluss geholt wird. Sandra träumt davon, ihre Exponate eines Tages in Galerien auszustellen und in kleinen Manufaktur-bewussten Läden zu verkaufen. Ein Leben für die Industriedrehscheibe kann sie sich nicht vorstellen. Auch wenn das Keramikhandwerk längst den Staub der 80er Jahre abgelegt hat und mehr denn je floriert, ist es als One-Man-Show oft herausfordernd. Für Sandra steht fest, sie möchte als Keramikerin das Handwerk verstehen, um ihre Kunst entfalten zu können.
undefined
Jan 11, 2021 • 38min

Dr. Eva Schurr, Sammlung Ludwig in Bamberg: Glanz des Barock

Unsere heutige Reise führt uns in den Süden Deutschlands. Genauer gesagt in das von der Regnitz umspülte, berühmte und wunderschöne Alte Rathaus in Bamberg. Es entpuppt sich als entzückendes Schatzkästchen barocker Kostbarkeiten. An einem besonders prunkvoll gedeckten Tisch – mit Duftgefäßen, einer Terrine in Truthahnform und einem Affenorchester,- dürfen wir Platz nehmen. Ich habe das Gefühl, als hätte ich eine Zeitreise in das kultivierte Leben des Barock unternommen. Mir gegenüber sitzt Dr. Eva Schurr, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Museen der Stadt Bamberg und Spezialistin für Porzellan und Fayence. Anlässlich des Jubiläums „25 Jahre Sammlung Ludwig in Bamberg“ findet im Alten Rathaus eine Sonderausstellung rund um die Tischkultur des 18. Jahrhunderts statt. Eine Tradition, die scheinbar ein bisschen in Vergessenheit geraten ist. Wir möchten von der genussvollen Leidenschaft für edles Porzellan früherer Zeiten vs. Heutiges schnell & spülmaschinentauglich angesteckt werden und werfen einen Blick auf einen Teil der 25 Geschichten von Sitten und Gebräuchen im 18. Jahrhundert, die zum Jubiläum präsentiert werden. Und ganz nebenbei sowie äußerst humorvoll erfahren wir auch, um was es sich bei einem Dröselkästchen und einem Bourdaloue handelt.

The AI-powered Podcast Player

Save insights by tapping your headphones, chat with episodes, discover the best highlights - and more!
App store bannerPlay store banner
Get the app