Die Leichtigkeit der Kunst - Kunstpodcast

Claudia Linzel
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Nov 12, 2021 • 54min

Beate Passow: Sag mir wo...

Das ist der Refrain des Liedes „Sag mir wo die Blumen sind“, den Marlene Dietrich 1962 aufgeführt hat. Eine Frau, die fern jeder Konvention ihren Weg gegangen ist und dem damals  zeitpolitischen Handeln mit ihren Liedern einen Spiegel vorgesetzt hat. Übersetze ich „Sag mir wo die Blumen blühn und Wann wird man je verstehn“ ins Jetzt kommen mir unweigerlich, Gedanken zu einem Aufruf für einen achtsameren Umgang mit unserer Umwelt in den Sinn. Singe ich das Lied in Gedanken weiter, komme ich zu der Zeile „sag mir wo die Mädchen sind“ … an der Stelle reicht nur ein verzweifelter Blick nach Afghanistan, um zu verstehen… Ziemlich zum Schluss heißt es in dem Lied, „sag mir wo die Gräber sind“ und es wachsen traurige Bilder der Erinnerung an Bergamo in meinem Kopf… Geschichte wiederholt sich… man muss nur hinsehen, um zu verstehen und um die Gegenwart zu bewältigen. Heute darf ich mich mit einer Frau und Künstlerin unterhalten, die ich im vergangenen Oktober während  des Denkraums Deutschland in der Pinakothek der Moderne kennenlernen durfte. Das Thema des politisch-künstlerischen Austauschs lautete Feminin. Besonders ins Herz geschlossen habe ich dort eine eher kleine Arbeit, in der Mitte des Raumes. Sie trägt den bezeichnenden Titel „Burka-Barbie“. Gestaltet von der Münchner Künst lerin Beate Passow – meiner heutigen Gesprächspartnerin.
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Nov 9, 2021 • 59min

Meilensteine im Maarwegstudio2

„All die vielen Meilensteine, die Erfahrungen sind deine und sie machen dich zu dem, was du heut bist“ Apropos Meilenstein – so langsam habt ihr mich wahrscheinlich durchschaut… meine Gespräche leite ich ja wahnsinnig gerne mit einem Zitat aus einem Songtext ein… Doch so treffend wie heute – und ja, ihr könnt mein Lächeln förmlich hören – hat es vermutlich noch nie gepasst. Ein bisschen zappeln lasse ich euch noch… schließt mal die Augen und denkt an ein altes, cognacfarbenes Ledersofa, streicht mit den Fingerkuppen darüber, spürt die Wärme des Lichts aus einer orangen Bogenlampe, taucht ein in die bunte Atmosphäre der 70er Jahre und hört mental folgenden Song… with the Lords of the boards you’re come again around. Ahhh das ist kein Song der 70er – denkt ihr jetzt, der ist aus den 90ern und von den Guano Apes! Genau! Heute darf ich zu Gast sein in den geschichtsträchtigen Aufnahme-Räumen von Wolfgang Stackman Stach. Der Produzent meines absoluten Abfeierhits der 90er Jahre – und ja die Lyrics und der Beat haben mir damals das Gefühl geschenkt, absolut groß zu sein, vielleicht sogar ein bisschen gefährlich, unfassbar wild – und ja… auch wie ein Engel in Richtung Sonne zu fliegen. Doch, wie schafft es ein Song, dass so eine kleine Frau wie ich es bin, sich so groß, frei und wild zu fühlen…  Das finden wir heute mal raus – Zusammen mit Wolfgang … und sicherlich wird er uns noch so einiges mehr zum Thema Meilensteine der Musik – hier in seinem Recording-Studio im unfassbar coolem 70ies Flair -verraten. Als Highlight begrüße ich ebenfalls den Singer und Songwriter Bastian Korn – freut euch jetzt schon auf einen Bonus-Track… Bastian und Wolfgang produzieren gerade ein Album zusammen und den beiden darf ich dabei mal einen kleinen Moment hier im Kölner Maarwegstudio2 über die Schulter spinxen und schauen, wie Songwriting und Produzieren so zusammenhängen. Herzlichen Dank, dass ich in dem legendären Studio Besucher sein darf… und mit diesem Special eine Brücke schlage, von der bildenden zu der darstellenden Kunst.  
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Nov 5, 2021 • 51min

Marion Fink: Sans Souci

Ihre Schwächen folgten ihr bis in den letzten Winkel ihrer Existenz… Ihr Lieben, jetzt wird es tatsächlich ein bisschen persönlich, fast schon intim. Vor ziemlich genau einem Jahr stand ich in einer Galerie vor einem Bild mit genau diesen Worten. Ich habe mich fast schon ein bisschen ertappt gefühlt, denn tatsächlich finde ich es sehr wichtig, die eigenen – natürlich nur sehr wenigen – Schwächen genauso zu achten und zuzugeben wie die unfassbar zahlreichen Stärken, die wir alle so mitbringen und immer wieder gerne präsentieren. Eigentlich finde ich es sogar ganz schön, die eigene Schwäche näher kennenzulernen und daraus vielleicht sogar mal eine Stärke zu formulieren. Dann habe ich gedacht: Wer mag denn in dieser Zeit noch an Schwäche denken, wo es doch eigentlich meist um höher, schneller, weiter und vor allem um das mehr & besser geht? Ich verrate es euch: Die Künstlerin, die mich – ganz ohne es zu ahnen – so tief erwischt hat, heißt Marion Fink. Und ich bin unendlich dankbar, dass wir uns nun – genau ein Jahr später nach meinem Kauf ihres Bildes hier in ihrem Potsdamer Atelier persönlich kennenlernen und nun tiefer in ihre Werke und ihre Ansichten eintauchen. Ich freu mich so sehr auf dich, liebe Marion.  
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Oct 29, 2021 • 1h 7min

Michael Wesely: Past and Present

Neulich, da bekam ich Post aus Berlin. Naja eigentlich bekam ich sie über Instagram. Nicht sonderlich ungewöhnlich oder gar Thema für einen Podcast denkt ihr jetzt. Doch die Nachricht hat mich gefesselt, denn sie enthielt lediglich einen Film. Einen Film mit dem Titel: Fotografie ist… Licht + Raum + Zeit. Auch bei 1713 Tagen Belichtung. Wie ist das denn möglich? Meine Kamera hat eine Belichtung von vielleicht 1 Minute oder so… aber 1713 Tage? Wie kann das denn möglich sein? Und kommt da nicht ein völlig verwackeltes im klassischen Sinne unnützes Bild heraus? Eins, das man vielleicht aussortieren würde? Ich habe den Film zu Ende betrachtet. Und ja, es stimmt… ein Teil des Motivs ist schemenhaft unscharf. Der Teil des Motivs, der vergänglich ist. Doch das wirkt weder störend noch nach „ausmusternd“, sondern es wird eine ganz besondere Magie erzeugt. Eine Magie, die Vergangenheit und Gegenwart eint, eine Magie, die Unsichtbares sichtbar macht und die starre Konstruktionen lebendig werden lässt. Vielleicht erinnert ihr euch an der Stelle nun an die Bilder des Aufbaus des Postdamer Platzes aus den 90ern oder die des  Umbaus des MoMas in den Nullern. Der Fotograf dieser Bilder ist Michael Wesely. Und ich bin sehr glücklich, dass mir Michael mit der Zusendung seines Films ein so große Freude bereitet hat und wir nun hier in seinem Atelier zusammensitzen und uns über deine Art der Fotografie unterhalten.
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Oct 22, 2021 • 52min

Armin Scheid: Cosmic Dancer

Is it strange to dance so soon? I danced myself right out the womb Is it strange to dance so late I danced myself into the tomb … cosmic dancer… egal ob von Nik Cave, David Bowie oder Valerie June interpretiert… schon mit den ersten Taktschlägen träume ich mich fort in eine bunte Reise voller Rhythmik, Sinnlichkeit und ja auch Sehnsucht … eine wunderschöne Vorstellung ins Leben hinein und wieder hinaus zu tanzen… Ich habe mich immer wieder gefragt, wie ein Bild zu diesem Song aussehen könnte… ich stell es mir expressiv und von vielen Tönen durchwirkt vor… wie ein Tanz durch einen leuchtenden Farbtunnel. Und nun habe ich es gefunden. In Köln. Gemalt von einem sehr feinsinnigen und mir jetzt schon sehr ans Herz gewachsenem Künstler. Wenn ich sein Werk beschreiben sollte, dann denke ich … An Farbkraft – und Einsparung An Flora & Fauna – und Architektur… An Vitalität und Fragilität An Figurativ und Abstrakt An sanfte Spuren und strahlendes Licht Und immer auch an eine ganz besondere Perspektive Herzlich Willkommen Armin Scheid. Danke, dass Armin sich auf diese unkonventionelle Damenwahl eingelassen hat und wir nun gemeinsam mit ihm eine berauschende Interpretation von Cosmic Dancer kennenlernen dürfen – darüber hinaus bin ich auch ganz gespannt mehr über Elementarteilchen und Energizer zu erfahren. Für die Unterstützung dieser Folge geht mein herzlicher Dank an SINGULART
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Oct 15, 2021 • 56min

Jenny Brosinski: Someone's idea is going to my own mind

„Someone’s idea is going to my own mind“ eine Aussage, die nicht von mir stammt und dessen Sinn ich dennoch so tief nachempfinden kann und für den ich auch sehr dankbar bin. Zum Beispiel Someone’s idea jemanden zu connecten. Natürlich mit dem guten Wissen, die beiden „Minds“ werden sehr gut zueinander passen. Und die beiden werden sicherlich etwas spannendes eigenes aus dieser Idea gestalten. Wie ihr wisst, bin ich großer Fan des Netzwerkens. So sagte mir ein lieber Freund, der sich selbstverständlich stets für gute Kunst einsetzt: Hätte ich einen Wunsch frei, dann würde ich mich wirklich wahnsinnig über ein Gespräch mit dir und… Jenny Brosinski freuen. Ich möchte seiner Idea folgen und bin so glücklich, dass ich mich nun mit Jenny Brosinski, hier in ihrem Berliner Atelier, Sonntag früh um 08.00 unterhalten darf. Achso… stellt sich ja noch die Frage, von wem das Zitat „Someone’s idea is going to my own mind“ stammt… Das ist der Titel eines der Werke von Jenny Brosinski. Und jetzt legen wir los und gestalten unsere Folge. Ich bin schon ganz gespannt, Jenny ein Stück weit kennenzulernen.
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Oct 8, 2021 • 1h

Joseph Beuys – Sammlung und Museumspraxis

Gespräch mit Dr. Magdalena Holzhey | Kunstmuseen Krefeld Joseph Beuys – Kunstmuseen Krefeld Eine Leerstelle, die sichtbar wird Joseph Beuys ist allgegenwärtig – in Zitaten, Bildern, Debatten.Und doch bleibt oft offen, wie seine Arbeiten heute gelesen, gezeigt und verantwortet werden.Diese Folge setzt genau hier an: bei der Sammlung, beim Museum, bei der Frage, wie ein Werk im Jetzt präsent bleibt. Dr. Magdalena HolzheyKustodin der Kunstmuseen Krefeld.Sie arbeitet nah an der Sammlung, am Objekt und an der Frage, wie sich historische Werke in gegenwärtige Kontexte einordnen lassen – ohne sie festzuschreiben. Kunstmuseen Krefeld Das Gespräch ist in den Kunstmuseen Krefeld entstanden.Die Institution bewahrt zentrale Arbeiten von Joseph Beuys und gehört zu den wichtigen Sammlungsorten seines Werks.Hier wird Beuys nicht als Ikone verhandelt, sondern aus der Sammlung heraus betrachtet. Thema der Folge Im Mittelpunkt steht Joseph Beuys im musealen Kontext:Sammlung, Präsentation und Einordnung eines Werks, das bis heute gesellschaftliche, politische und institutionelle Fragen berührt. Warum dieses Thema jetzt Die Folge entstand aus der Beobachtung, dass Beuys häufig über Begriffe verhandelt wird – erweiterter Kunstbegriff, soziale Plastik, politische Haltung.Das Gespräch mit Dr. Magdalena Holzhey setzt früher an: bei konkreten Arbeiten, bei Objekten, bei dem, was in der Sammlung sichtbar ist. Thematisiert werden Werke wie die Honigpumpe, der Fettstuhl oder der Filzhut – nicht als Symbole, sondern als Teil eines künstlerischen Zusammenhangs.Es geht um Materialien, um Entscheidungen, um Kontexte der Entstehung und um die Frage, wie diese Arbeiten heute gelesen werden können, ohne sie zu aktualisieren oder zu vereinfachen. Auch Beuys’ politische Aktivitäten werden angesprochen – sachlich, historisch verortet, ohne Zuschreibungen.Das Gespräch bleibt nah an der Sammlung und an der institutionellen Praxis der Kunstmuseen Krefeld. Zur Folge Diese Episode nähert sich Joseph Beuys aus der Perspektive der Sammlung.Sie beschreibt, wie museale Arbeit funktioniert – zwischen Bewahren, Zeigen und Einordnen.Ohne Erklärung des Werks. Ohne Bewertung. Mit offenem Blick. Themen Joseph Beuys · Kunstmuseen Krefeld · Sammlung · Museumspraxis · Material · Zeitgeschichte · Kunst und Politik · Ausstellungspraxis Weiterhören Marina Abramović Institute im Dialog mit Joseph Beuys – Schloss MoylandDie Bar in den Kunstmuseen Krefeld Links & Credits Kunstmuseen Krefeld Hören Website · Spotify · Apple Podcasts · YouTube Diese Episode ist als persönliches Gespräch vor Ort entstanden. Letzte redaktionelle Überarbeitung: Januar 2026.
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Oct 1, 2021 • 1h 14min

Martin Schoeller: Close Up - Nahaufnahme

Geht es bei einer Nahaufnahme eigentlich rein um die formale Darstellung eines Objektes in einem bestimmten Maßstab? Oder geht es mehr um die Nähe? Beispielsweise um einen nahen Bezug zwischen Aufnehmendem, Portraitiertem und Betrachter aufzubauen? Wenn ich mir vorstelle, dass der, die oder das Portraitierte nicht ein materielles, lebloses Objekt sondern ein Mensch ist, dann wird doch immer auch ein Stück weit ein Einblick der Seele über die Nahaufnahme präsentiert… Nun bin ich wirklich kein Spezialist – weder für die Nahaufnahme noch für den tiefen Einblick in die Seele meines Gegenübers. Doch ich habe das große Glück, dass sich mein heutiger Gast wirklich sehr gut mit Close ups auskennt. Und wenn ich in seine Portraits eintauche, dann spüre ich sofort, mit welch feinsinniger Empathie, er auch den wahren Geist seiner „Modells“ spürt und versteht darzustellen. Herzlich willkommen Martin Schoeller. Ich bin so unfassbar stolz, dass ich – einen der bekanntesten und gefragtesten Fotografen der Welt – während seines Besuchs zur Eröffnung von Survivors im Fotomuseum Aan het Vrijthof in Maastricht kennenlernen darf. Vor seiner Kamera standen schon Barack Obama, Angelina Jolie, George Clooney, Brad Pitt und Angela Merkel. Doch ich habe die Vermutung, dass es ihm nicht um die Darstellung bekannter Persönlichkeiten geht, sondern darum den Blick des Betrachters auf das Klare und Liebevolle eines Menschen zu richten. Er portraitiert mit Sorgfalt und Aufmerksamkeit Menschen ohne festen Wohnsitz, genauso wie Drag Queens, Bodybuilderinnen und Menschen, die unschuldig der Verurteilung zum Tode sehr nahe waren. Er schenkt diesen Menschen den richtigen Blick und eine leise doch sehr starke Stimme. Das vermeintlich vordergründig Fragile bleibt zwar sichtbar, doch gleichzeitig tritt eine sanfte, gar starke Schönheit in den Fokus. Und aus einer Randgruppe entsteht durch seine Serien ein wunderbares Gefühl von so wichtiger Integrität. Doch jetzt verrat ich ja schon fast zu viel….  
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Sep 24, 2021 • 1h 7min

Christina Végh, Kunsthalle Bielefeld: Nicole Eisenman - Köpfe. Küsse. Kämpfe.

„Es gibt keinen Erfolg ohne Frauen“ Das ist kein Zitat von mir, sondern eins von Kurt Tucholsky. Und ich muss ehrlich zugeben, „Ich finde es großartig!“ und mehr als passend für diese Folge. Denn ich bin in Bielefeld. In der Kunsthalle Bielefeld. Und neben Rodins Denker und Beckmanns Mutter mit Kind ist hier eine Frau für den Erfolg verantwortlich. Seit Februar 2020 steht die Kunsthalle Bielefeld unter der Federführung von Christina Végh. Eine Schweizerin, die mit Charme und Engagement Spannungsfelder in der Bielefelder Kulturszene aufbauen wird. Ganz aktuell mit der Ausstellung „KÖPFE. KÜSSE. KÄMPFE.“ mit 80 Werken der in Frankreich geborenen und in New York lebenden Künstlerin Nicole Eisenman. Die Ausstellung ist ein Kooperationsprojekt mit dem Kunstmuseum Den Haag, der Fondation Vincent van Gogh Arles und dem Aargauer Kunsthaus. Doch nun schenken wir das Wort Christina Végh.
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Sep 21, 2021 • 1h 4min

Korbinian Ludwig Hess: Die Kunst des Fuss fassens

Jetzt wundert ihr euch bestimmt. Welche Brücke schlägt ein Podcast über Kunst zu der Herstellung von Schuhen? Natürlich könnte ich euch ein bisschen privat erzählen, dass ich mich – als Frau oft unvernünftig und sündig verhalte, wenn ich schönes Schuhwerk entdecke. Ich könnte auch eine Brücke zur Gründung des Podcasts schlagen und das Thema „Fuß fassen“ behandeln. Oder aber ich nehme euch mit zu einem Meister der Herstellung von Schuhen. Nicht irgendeine produzierte Massenware, sondern maßgefertigte Einzelstücke. Liebevolle Begleiter, die Geschichten erzählen werden. Wir hören die Geschichte von Korbinian Ludwig Hess, einem Münchner in Berlin, der die Kunst versteht lebenslange Lieblingsstücke zu fertigen. Und wie das geschieht erzählt uns Korbinian selbst.  

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