

Die Leichtigkeit der Kunst - Kunstpodcast
Claudia Linzel
Kunstpodcast aus Ausstellungen, Ateliers und Sammlungen – über Prozesse, Entscheidungen, Kunstgeschichte und Gegenwart. Verständliche Gespräche, die die Relevanz von Kunst im Alltag greifbar machen.
Episodes
Mentioned books

Sep 17, 2021 • 1h 4min
Karin Kneffel: Nagel einen Pudding an die Wand
Karin Kneffel – Nagel einen Pudding an die Wand
Ein Ateliergespräch über Malerei, Kontrolle und Wirklichkeit
Ein Atelier in Düsseldorf. Ruhiges Licht. Große Leinwände. Und ein Gespräch, das sich Zeit nimmt.
Diese Folge führt mitten hinein in die Arbeitswelt von Karin Kneffel – eine Künstlerin, deren Malerei gleichermaßen präzise wie irritierend wirkt. Bekannt für ihre großformatigen Darstellungen von Früchten, Interieurs, Tieren und Spiegelungen, entstehen Bilder, die vertraut erscheinen und zugleich Distanz schaffen.
Der Titel der Folge verweist augenzwinkernd auf eine bekannte Redewendung. Im Gespräch selbst geht es weniger um Provokation als um Konzentration: um das genaue Sehen, das geduldige Arbeiten und die Frage, wie Wirklichkeit im Bild entsteht.
Malerei als Prozess
Karin Kneffel spricht offen über ihren Arbeitsalltag im Atelier. Über das langsame Entstehen eines Bildes, über Entscheidungen, die revidiert werden, über Motive, die über Jahre hinweg immer wiederkehren. Malerei erscheint hier nicht als spontaner Ausdruck, sondern als präziser Prozess – kontrolliert, bewusst, körperlich.
Dabei wird deutlich: Jedes Bild ist Ergebnis zahlreicher Zwischenschritte. Skizzen, fotografische Vorlagen, Übertragungen, Korrekturen. Nichts entsteht zufällig, und doch bleibt Raum für Verschiebung und Überraschung.
Nähe und Distanz im Bild
Ein zentrales Thema des Gesprächs ist das Verhältnis von Nähe und Distanz. Kneffels Bilder wirken oft hyperrealistisch, fast greifbar – und entziehen sich zugleich einer eindeutigen Lesart. Früchte scheinen monumental, Tiere erscheinen ruhig und zugleich fremd, Spiegelungen brechen den Blick.
Im Gespräch geht es darum, wie diese Spannung bewusst erzeugt wird. Nicht, um zu irritieren, sondern um Wahrnehmung zu schärfen. Was sehen wir wirklich? Und was glauben wir zu sehen?
Motiv, Wiederholung und Verantwortung
Karin Kneffel spricht über die Verantwortung gegenüber dem eigenen Werk. Über das Weiterarbeiten an Motiven, ohne sich zu wiederholen. Über die Entscheidung, bestimmte Themen über Jahre hinweg zu verfolgen – und andere konsequent liegen zu lassen.
Malerei erscheint hier als langfristige Praxis, nicht als schnelle Reaktion. Ein Arbeiten gegen den Zeitdruck. Gegen Erwartungen. Für Genauigkeit.
Das Atelier als Denkraum
Das Gespräch findet im Atelier statt – nicht zufällig. Immer wieder wird deutlich, wie sehr dieser Ort Teil des Denkens ist. Der Raum, die Materialien, die Stille. Das Atelier ist hier kein romantischer Rückzugsort, sondern ein präzise organisierter Arbeitsraum, in dem Entscheidungen vorbereitet, überprüft und umgesetzt werden.
Eine Folge über Haltung
Diese Episode ist kein klassisches Künstlerinnenporträt. Sie nähert sich Karin Kneffels Arbeit über Sprache, Beobachtung und Prozess. Es geht um Haltung, um Konzentration, um die Ernsthaftigkeit des Tuns – ohne Pathos, ohne Erklärgesten.
Ein Gespräch für alle, die sich für Malerei interessieren.Und für jene, die verstehen möchten, wie Bilder entstehen – jenseits von Oberfläche und Effekt.
Themen dieser Folge
Karin Kneffel und zeitgenössische Malerei
Atelierarbeit und künstlerischer Prozess
Bildwirklichkeit, Kontrolle und Wahrnehmung
Wiederholung, Präzision und Verantwortung
Malerei als langfristige Praxis
Weiterführende Links
Mehr zu Karin KneffelAktuelle Arbeiten, Ausstellungen und weiterführende Informationen finden sich auf der offiziellen Website von Karin Kneffel.
→ Zur Website von Karin Kneffel
Weitere Gespräche mit Künstler:innenWer Karin Kneffels Arbeitsweise interessiert, findet im Podcast weitere Ateliergespräche und Begegnungen mit Künstler:innen, in denen es um Prozesse, Entscheidungen und die langsame Entstehung von Bildern geht – nah am Werk, nah an der Praxis.
→ Weitere Künstler:innengespräche entdecken
Karin Kneffel im Gespräch – weitere PerspektivenWeitere Folgen vertiefen einzelne Aspekte ihrer künstlerischen Praxis und eröffnen zusätzliche Blickwinkel auf Motive, Malerei und Haltung.
→ Weitere Gespräche mit Karin Kneffel anhören
Gesprächssituation während der Podcastaufnahme mit Karin Kneffel in ihrem Atelier, Düsseldorf 2021, Foto: Leon Kneffel

Sep 15, 2021 • 32min
Prof. Dr. Walter Smerling: Diversity United Part 2
Da war ja noch ein Versprechen offen… In meiner Folge Diversity United kam mein überaus geschätzter Gesprächspartner Kai Diekmann so sehr über gleichnamige Ausstellung ins Schwärmen, dass er mich just mit dem „geistigen Mentor“ Prof. Dr. Walter Smerling, in Verbindung brachte. Prof. Dr. Walter Smerling ist ziemlich vielseitig unterwegs. Wenn ich recht informiert bin ist er Autor, Fernsehjournalist, Direktor des Museums Küppersmühle für moderne Kunst im Duisburger Innenhafen, Vorsitzender der Stiftung Kunst und Kultur in Bonn, Träger des Landesverdienstordens NRW, Ausstellungsmacher und meinen Wurzeln so nah: ein waschechter Rheinländer.
Diversity United ist eine Ausstellung, die das vielfältige Gesicht Europas zeigt, dabei etablierte und junge Künstler*innen präsentiert und für einen europäischen Dialog eintritt. Es geht um Freiheit, Würde und Respekt, um Konflikt und Dialog sowie um politische und persönliche Identitäten.
Doch erleben wir nun zusammen mit Prof. Dr. Walter Smerling Diversity United – unmittelbar und grenzenlos.

Sep 10, 2021 • 37min
Ugur Ulusoy: Nicht Farblos
Nicht Farblos. So ganz und gar nicht farblos. Weder die Gemälde hier an der Atelierwand noch der Mann, der mir gegenübersitzt und den ich euch gleich näher vorstellen möchte. Beziehungsweise, das macht er selber.
Ich sitze hier zwischen großformatigen Farbfeuerwerken, die doch an der ein oder anderen Stelle Schattenseiten erkennen lassen. Und sie sind nicht reglementiert auf die Wand, sondern sie greifen über auf Boden und Decke. Ich habe das Gefühl, dass ich Teil von ihnen bin und irgendwie meinen Moment hier in ihre Geschichte einbringen darf. Aber auch das kläre ich gleich.
Ursprünglich hat mein Gegenüber Architektur studiert, vermutlich spielen Gebäude deswegen eine größere Rolle als der Mensch.
Ich bin mir auch noch nicht ganz sicher, ob ich euch die Bilder als abstrakt, surreal oder figurativ beschreiben soll… vielleicht spielt das auch einfach keine Rolle. Finden wir es doch heraus und lassen Ugur Ulusoy selbst zu Wort kommen.

Sep 3, 2021 • 54min
Heinz Mack – ZERO, Licht und die Logik der Kunst | Kunstpodcast Die Leichtigkeit der Kunst
„Die Kunstwelt ist eine Welt der Einzelgänger. Ihr Terrain ist mit einer Wüste vergleichbar – ohne Wegweiser, ohne Rückzugswege.“
Mit diesen Worten beschreibt Heinz Mack das Leben als Künstler. Ein Bild, das sofort eine Landschaft entstehen lässt: weit, offen, ohne klare Orientierung. Eine Landschaft, in der Fehler dazugehören und Spuren immer wieder neu entstehen.
Heinz Mack gehört zu den prägenden Künstlerpersönlichkeiten der europäischen Nachkriegsmoderne. Gemeinsam mit Otto Piene gründete er Ende der 1950er Jahre die ZERO-Bewegung – eine künstlerische Initiative, die einen radikalen Neubeginn wagte.
Im Zentrum seines Werkes steht das Licht. Nicht als Effekt, sondern als künstlerisches Material.
In seinem Atelier in Mönchengladbach blickt Heinz Mack auf ein Leben zurück, das von Experimenten, internationalen Begegnungen und einer großen Neugier auf die Möglichkeiten der Kunst geprägt ist.
Das Gespräch verbindet persönliche Erinnerungen mit kunsthistorischen Perspektiven und führt durch Jahrzehnte der Kunstgeschichte.
Heinz Mack und die ZERO-Bewegung
Ende der 1950er Jahre gründeten Heinz Mack und Otto Piene in Düsseldorf die ZERO-Bewegung. Ihr Ziel war ein künstlerischer Neubeginn nach den Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs.
ZERO wurde schnell zu einem internationalen Netzwerk von Künstlerinnen und Künstlern, die mit Licht, Bewegung und Raum experimentierten.
Im Gespräch erzählt Heinz Mack, wie diese Bewegung entstanden ist – aus Gesprächen, Ausstellungen und dem Wunsch, neue Wege zu gehen.
Licht als künstlerisches Prinzip
Licht zieht sich wie ein roter Faden durch das Werk von Heinz Mack.
Seine Reliefs, Skulpturen und Installationen reflektieren Licht und verändern Raum und Wahrnehmung. Oberflächen beginnen zu flimmern, Bewegung wird sichtbar.
Besonders eindrucksvoll sind seine Arbeiten in der Wüste, in denen Licht und Landschaft miteinander in Beziehung treten.
Kunst, Freiheit und Verantwortung
Neben Erinnerungen an Projekte und Ausstellungen spricht Heinz Mack auch über Verantwortung.
Welche Rolle kann Kunst in einer Gesellschaft spielen?Welche Freiheit braucht künstlerisches Arbeiten?Und welche Haltung entsteht aus einem Leben in der Kunst?
Das Gespräch zeigt einen Künstler, der den Blick immer wieder neu ausrichtet – auf Licht, Raum und die Möglichkeiten der Kunst.
Atelier in Mönchengladbach – ein Gespräch über Zeit und Kunst
Das Gespräch mit Heinz Mack findet in seinem Atelier in Mönchengladbach statt. Ein Ort, an dem sich Jahrzehnte künstlerischer Arbeit bündeln.
Zwischen Modellen, Skulpturen und Entwürfen entsteht ein Gespräch über Kunstgeschichte, persönliche Erfahrungen und die Frage, wie sich eine künstlerische Haltung über viele Jahrzehnte hinweg entwickelt.
Heinz Mack spricht über die frühen Jahre seiner Arbeit, über Begegnungen mit Künstlerinnen und Künstlern aus verschiedenen Ländern und über die Bedeutung von Austausch innerhalb der Kunstwelt.
Dabei wird deutlich, wie stark seine Arbeit von Neugier und Experiment geprägt ist. Viele seiner Werke entstehen aus der Verbindung von präziser Konstruktion und offenen Momenten, in denen sich Material, Licht und Raum neu zueinander verhalten.
Gerade diese Offenheit macht seine Arbeiten bis heute aktuell.
Das Gespräch zeigt einen Künstler, der über Jahrzehnte hinweg neue Wege gesucht hat – in der Skulptur, in der Malerei und in großen Projekten im öffentlichen Raum.
Themen dieser Folge
Ateliergespräch mit Heinz Mack in Mönchengladbach · Kindheit und Neubeginn · die frühen Jahre der ZERO-Bewegung · Zusammenarbeit mit Otto Piene · Licht als künstlerisches Material · internationale Ausstellungen und Begegnungen · Verantwortung und Freiheit in der Kunst · Heinz Mack als Zeitzeuge der Moderne
Links & Credits
Heinz Mack StudioZERO Foundation
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Der Kunstpodcast Die Leichtigkeit der Kunst erscheint seit 2020 kostenfrei auf allen gängigen Plattformen:
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Weitere Gespräche mit prägenden Persönlichkeiten der Kunst finden sich in der Reihe Visionäre in der Kunst. Dort erzählen Künstlerinnen und Künstler von ihren Erfahrungen, ihren Arbeitsweisen und ihren Perspektiven auf Kunst und Gesellschaft.
Auch in der Kategorie Künstler:innengespräche versammelt der Podcast Begegnungen mit Künstlerinnen und Künstlern der Gegenwart – über Materialien, Wahrnehmung, künstlerische Entscheidungen und den Alltag der Kunst.

Aug 25, 2021 • 48min
Münchner Kammerspiele: Behind the Scenes
Mit dieser Folge betreten wir ein völlig neues Terrain. Sozusagen eine neue Bühne. Und Bühne ist auch schon das richtige Stichwort. Von der bildenden Kunst schweifen wir ab zu der darstellenden Kunst. Genauer gesagt, bzw. gesprochen besuchen wir die Münchner Kammerspiele. Und ganz ehrlich, in dem Bau von Max Littmann und Richard Riemerschmid sieht es so ganz und gar nicht nach Kammer aus. Sondern eher nach einem wunderschönen, durch und durch detailverliebten Jugendstilhaus. Durch ein rundes Portal an der Maximilianstraße schreite ich ein, lasse mich von dem Interieur, besonders von dem opulenten Treppenaufgang verzaubern. So fasziniert gelange ich zu den Brettern die, die Welt bedeuten. Mehdi Moradpour begleitet mich heute – und zwar nicht als versteckter Souffleur, sondern als Autor, Dolmetscher und Dramaturg der Münchner Kammerspiele.

Aug 22, 2021 • 1h 1min
Jan Philipp Scheibe: Die blaue Stunde
Für den Licht- und Performancekünstler Jan-Philip Scheibe ist die Natur wichtiger Inspirationspartner. Seine Ideen setzen sich für Umweltschutz und den Blick auf die Wichtigkeit unseres Umfeldes ein. Mit seinen Installationen und Performances bringt er Licht ins Dunkel – dabei geht er durchaus augenzwinkernd, auch philosophisch, mit klarer Message doch nie belehrend vor. Die blaue Stunde ist sein Domizil, hier findet er Impulse, Inspiration, trägt sein Licht auf den Schultern durch die Welt und schenkt dem Betrachter – ganz ohne Absicht – erhellende Momente. Er möchte den Beobachter einladen, Kunst auf sich wirken zu lassen. Auch er versinkt gerne in den Prozess der Beobachtung – sich selbst reflektierend, Rat von anderen annehmend und sich neuen Herausforderungen stellend. Ein spannender Podcast über die Rückkehr in die heimatliche Referenzlandschaft, erste Erfahrungen mit Elektroinstallationen und den sicheren Aufenthalt im Wald als langjähriger Großstädter.

Aug 18, 2021 • 57min
Jakob Schwerdtfeger: Kunst Comedy
Wer oder was kommt heraus, wenn man folgende Leidenschaften in einen Topf schmeißt: Kunstgeschichte, Comedy und Rap?
Ihr ahnt es: Jakob Schwerdtfeger.
Mit gekonnter Ironie und genüsslichem Biss verzaubert er all jene, die nichts von angestaubten Ansichten halten. Das Blatt vor dem Mund ist ihm eine Unbekannte, nicht aber das Blatt vor Adams Apfel. Er blickt hinter die Kulissen der Kunstwelt und lässt Kleine wie große Kunstfreunde gleichermaßen daran teilhaben. Achso – sollte mal keinen Kunstfreund erwischen, dann ist eins gewiss: spätestens nach 5Minuten fulminatem Schwerdtfeger Feuerwerk ist auch der größte Kunstmuffel im Bilde über Alexey von Jawlensky, Angelika Kauffmann und Eadweard Muybridge.

Aug 13, 2021 • 1h 11min
Franziska Sprengel, Marie Kube und Daniel Friedt: Junge Kunstfreunde im Sprengel
Echte Fründe stonn zesamme… das ist kölsch und bedeutet: Echte Freunde stehen zusammen. Das ist nicht ausschließlich lokal gesehen, sondern sollte gerne global betrachtet werden.
Doch bevor wir in die weite Welt abschweifen, freue ich mich besonders, dass ich heute gleich 3 – junge – Freunde und Freundinnen aus 3 Bundesländern einen darf.
Aber was hat Freundschaft mit Kunst zu tun?
Hmmm… Pablo Picasso malte einst „Die Freundschaft“, Max Ernst verewigte das Gefühl des Zusammengehörens im „Rendezvous der Freunde“ und Friedrich Overbeck, symbolisierte mit Italia und Germania die Freundschaft zwischen Italien und Deutschland. Jetzt schweif ich schon wieder in die Ferne…. Und spanne euch – liebe Hörende – ganz schön auf die Folter.
Heute treffe ich mich mit den jungen Freunden und Freundinnen der Kunst aus Hannover, Münster und Berlin im Sprengel Museum.
Was sich hinter den jungen Freunden und Freundinnen verbirgt, wie sie sich gemeinsam stärken und im Einzelnen agieren, das erfahren wir am besten von Franziska Sprengel, Marie Kube und Daniel Friedt persönlich.
In diesen Städten gibt es junge Freundeskreise in Museen der Bildenden Kunst: Berlin, Bielefeld, Bremen, Chemnitz, Dresden, Düsseldorf, Essen, Frankfurt am Main, Freiburg, Emden, Hamburg, Hannover, Kassel, Köln, Leipzig, Mannheim, Mönchengladbach, München, Münster, Nürnberg, Schwerin, Stuttgart, Wolfsburg, Würzburg. Klickt hier zum Bundesverband der Fördervereine.

Aug 10, 2021 • 41min
Fabio Scaturro: Auf leisen Sohlen
Ich möchte euch eine Szene beschreiben… Stellt euch vor… Es ist mitten in der Nacht, mystischr Nebelschwaden legen sich auf die Straßen und tauchen das Umfeld in einen nahezu schwarz-weißen Kontrast, plötzlich gleißendes Scheinwerferlicht blendet in den Augen. Und wir sehen nur noch das Heck eines dunklen und zu schnell fahrenden Transporters und fragen uns… Ja… genau. Was fragen wir uns eigentlich? Spüren wir Unmut oder gar Angst? Verrinnt die Situation achtlos im Strudel der Alltäglichkeit oder spüren wir ihr nach? Überlegen wir womöglich, wer oder was in dem Transporter zu solch später Stunde verborgen sein könnte? Möchten wir unsichtbar stiller Beobachter sein oder in das Geschehen eingreifen, mehr herausfinden? Denken wir an Feind oder Helfer? Suchen oder meiden wir die Herausforderung? … Ich weiß es nicht.
Ich wünsche mir nun ein Gespräch mit einem Freund, der mir hilft Antwort zu finden. Ich wünsche mir jemanden, der mir mit Erfahrung im Blick und gesellschaftskritischem Fokus Rat schenkt.
Ich habe großes Glück, denn mir zur Seite sitzt Fabio Scaturro, ein Fotograf, dessen geheimnisvolle schwarz-weiß Szenen in mir ein Gefühl des absoluten Hineingesogen werdens erzeugen.
Seine Fotografien wirken wie filmografische Stummfilmstandbilder aus der Ära der großen Krimis der 60er Jahre, beispielsweise wie der Komissar mit Erik Ode in der Hauptrolle. Irgendwie dramatisch verstörend gleichzeitig auch emotional ergreifend.

Aug 6, 2021 • 52min
Lena Winter: Messe in St Agnes
Kennt ihr das Gefühl, es tut sich was… es bewegt sich was… ein neuer Weg öffnet sich?
Und dieser Weg birgt die Chance, etwas zu bewegen?
Mein Weg führt mich heute erneut in die KÖNIG GALERIE nach Berlin.
Sicherlich ist die Galerie Johann Königs bereits vielen Menschen als sehr visionär und zukunftsweisend, fast schon wagemutig, bekannt… Zukünftig wird – so erstaunlich es im ersten Moment klingt – in der ehemaligen Kirche und heutigen Heimat der Galerie wieder eine Messe gefeiert, mit dem sehr treffenden Titel „MISA – Messe in St Agnes“ – eine Kunstmesse in einer Galerie.
Nun sind wir sehr gespannt, wie sich Messe und Galerie, Primarymarket und Secondarymarket unter einer Kuppel einen lassen. Auch sind wir sehr neugierig, welche Wege und Chancen die KÖNIG GALERIE mit ihrem neuen Format in der Welt der Kunst ebnen wird.
Wir freuen uns über das erneute Vertrauen der KÖNIG GALERIE und unterhalten uns über die Messe in St Agnes mit Lena Winter, Direktorin der KÖNIG GALERIE über Chancen, Wege und Messen.


