

Die Leichtigkeit der Kunst - Kunstpodcast
Claudia Linzel
Kunstpodcast aus Ausstellungen, Ateliers und Sammlungen – über Prozesse, Entscheidungen, Kunstgeschichte und Gegenwart. Verständliche Gespräche, die die Relevanz von Kunst im Alltag greifbar machen.
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Sep 30, 2022 • 1h 14min
Anke Buettner, Monacensia: Frauen der Boheme
Frauen der Boheme … bei diesem Titel denken wir sofort an faszinierend-romantische Bilder voller pulsierender Kreativität und Kunst, an Träumen, Schwärmen und Kreieren, an selbstbestimmtes Leben, persönliches Wachstum und experimenteller Selbstverwirklichung, und wir denken an sinnliche Verführung, außergewöhnliche Liebesbeziehungen und emotionale Dramen… ja Dramen trifft es wahrscheinlich ganz gut, denn Brüche und Ablehnungen, einsame Identitätssuche und existenzielle Ängste prägen das Leben der Bohemians ebenfalls und werfen einen selbstzerstörerischen Schatten auf das Leben als Kunstwerk.
Was waren die Prinzipien der Boheme? Was trieb sie an, mit solcher Kraft und Leidenschaft, gar irrational an ihrem intellektuellen Streben festzuhalten, um gegen die gesellschaftlichen Schranken und die bürgerliche Moral aufzubegehren? Für freiere Formen des Zusammenlebens, Selbstbestimmung über den eigenen Körper, Sexualität und Unabhängigkeit zu kämpfen? Welche Frauen ebneten unserem heute vermeintlich vertraut-modernem Denken den Weg? Gerade in der Zeit des fin de siecle, einer Zeit in der Frauen keinen Zugang zu Universitäten hatten und nicht wählen gehen durften?
Euch kommen diese Gedanken in diesem Rahmen bekannt vor? Ja genau, die Leichtigkeit der Kunst und das auf 5 Jahre angelegte Forschungsprojekt #femaleheritage finden erneut in der Hauptstadt der Boheme den Weg zueinander.
Ich freue mich wirklich sehr, abermals von der Monacensia in München eingeladen worden zu sein, um ein Teil des next steps von „Frauen in der Erinnerungskultur“ sein zu dürfen.
In diesem Jahr und bis Juli 2023 widmet sich das Team um Anke Buettner in der beeindruckend angelegten Ausstellung „Frei leben!“ den fast vergessenen Frauen der Boheme um die Hauptakteurinnen Franziska zu Reventlow, Emmy Hennings und Margarete Beutler.
Gemeinsam mit Laura Mokrohs, Sylvie Schütz und Anke Büttner holen wir das kulturelle Erbe von mutigen wie kämpferischen Frauen und ihren alternativen Lebensmodellen ein Stück weit ins kollektive Gedächtnis der Hörenden von die Leichtigkeit der Kunst zurück

Sep 23, 2022 • 55min
Christoph Pöggeler: Der Säulenheilige
Eine Säule ist grundsätzlich ein meist freistehendes Bauelement, mit der Funktion zu tragen oder zu stützen. Bekannt ist bzw verwendet wird sie seit der Antike. Wenn ich – natürlich ganz kurz ein bisschen ausholen darf, es gibt die toskanische, die dorische, die ionische, die korinthische und die komposite Säule. Den oberen Abschluss einer Säule nennt man Kapitell… Das Kapitell kommt aus dem lateinischen und bedeutet so viel wie Köpfchen und ist meist geprägt durch florale bzw. figurative Elemente. Oje… das klingt möglicherweise nach viel trockener Theorie…
Das Wort Säule spielt aber auch in unserem Leben, sozusagen in unserem Innersten eine ganz wichtige Rolle… denkt mal an die Wirbelsäule… unser Rückgrat, unsere menschliche Möglichkeit, Aufrecht zu stehen, Haltung zu wahren. Stark und fragil zugleich zu sein…
Denkt auch mal an die Liebe… welche Menschen sind feste Säulen eures Lebens? Halten euch, tragen euch, heben euch empor, geben euch das Gefühl, etwas ganz Besonderes, etwas Unumstößliches zu sein…? Wer gibt euch Bodenhaftung und von wem möchtet ihr – niemals -fallengelassen werden?
Und nun ganz banal, denkt auch mal an unsere Städte… wodurch sind Plätze und Kreuzungen häufig geprägt? Genau… durch die Litfaßsäule. Manchmal gehasst durch allzu laute Produktwerbung, manchmal geliebt durch spontane Hinweise auf spannende Veranstaltungen.
Ehrlich gesagt, ich weiß gar nicht, seit wann Litfaßsäulen im öffentlichen Raum eine tragende Rolle spielen… aber ich weiß, dass sie mich als Kind schon immer durch ihre bunten Farben und ihre runden, irgendwie gemütlichen wirkenden Körper fasziniert und wie magisch angezogen haben.
Warum erzähle ich euch nun so viel über Säulen? Über deren eigentliche Funktionen, über Kapitelle, über Haltung bewahren und komme auch auf Litfaßsäulen zu sprechen?
Habt ihr euren Blick vor einer Litfaßsäule schon einmal – ganz frech, wie ein Hans Guck in die Luft – nach oben gerichtet? Probiert es mal aus, vielleicht findet ihr dort einen Säulenheiligen!
Was ist denn nun schon wieder ein Säulenheiliger? Kommt der nicht ursprünglich auch aus der Antike?
Das klären wir heute – und zwar mit Christoph Pöggeler, Bildhauer, Maler und Grafiker aus Düsseldorf. Der mit seinen Säulenheiligen, Fundstücken und Seelenverkäufern Fragen nach alltäglichem Höhenflug, Bodenständigkeit und tiefem Fall hervorruft.
Herzlichen Dank an die Galerie Kellermann für die Unterstützung dieser Folge.
Für die Vermittlung dieser Zusammenarbeit bedanke ich mich bei Stephanie Jancke.

Sep 16, 2022 • 47min
Georg Weissbach: What can I do?
Ist euch folgender Moment auch vertraut… es fällt euch etwas längst vergessenes, ein bisschen aus der Zeit entrücktes, aber immer noch intaktes in die Hände und ihr fragt euch:
What can I do?
Zum Wegschmeißen irgendwie zu schade, zur Seite legen löst das Problem nicht, also am besten etwas Neues daraus gestalten… doch was….?
Ich hab da eine Idee, bzw nicht ich habe die Idee, sondern mein heutiger Gesprächspartner. Er übermalt seine Fundstücke einfach, schenkt ihnen einen neuen Sinn und ein neues Leben.
Ganz nach dem Motto: When nothing goes right – go left! Und weiter: Don’t stop until you are proud.
Jetzt höre ich auf mit dem Spiel mit den Worten und lasse meinen heutigen Gast, den bildenden Künstler Georg Weissbach aus Leipzig zu Wort kommen. … ach ja: You are amazing remember that …

Sep 9, 2022 • 50min
Michael Zink, Galerie Zink - Art as experience to share
Kennt ihr das Buch „Art as Experience“ des amerikanischen Philosophen John Dewey? In seinen Vorlesungen zum Thema „Philosophie der Kunst“, beschäftigte er sich in den 1930er Jahren mit den Fragen: Wie ist die Beziehung zwischen Kunst und Gesellschaft, Kunst und Gefühl und wie verhält sich die menschliche Erfahrung zur Kunst? Dewey betrachtet als einer der ersten die Kunst aus Sicht des Schöpfenden und nicht aus der des Betrachtenden; er wünscht, dass der Betrachter eine beständige Interaktion mit dem Kunstwerk eingehen sollte.
Doch wie mag dies im heute gelingen… in unserem meist hektischen Alltag, in einer Umgebung, die geprägt ist durch Druck und Reizüberflutung? Wo bzw wie lässt sich Kunst mit unserem Alltag verbinden?
Vielleicht benötigen wir – um Antworten zu finden -, einen Ort, der mit uns Kunst als Erfahrung teilt. Im erweiterten Sinne von Dewey also „Art as Experience to share“.
Mit der heutigen Folge reisen wir in ein wahres Kleinod. Ich nehme euch mit nach Waldkirchen in die Oberpfalz zu Michael Zink. In einem umgebauten Pastorenhaus befindet sich die Galerie Zink und auch die Petersberg-Appartments, in denen schon die ein oder anderen Kunstschaffenden eine Residency gefunden haben, um in aller Ruhe, Kraft und Haltung aus Erfahrungen, Kunst und Natur schöpfen zu können.
Herzlichen Dank auch an die PR Agentur Nickl PR für diese tolle Zusammenarbeit.

Sep 2, 2022 • 60min
Galerie Noir Blanche - Volker Marschall - Noir et Blanche
Noir et Blanche – Schwarz und Weiß – vermeintliche Gegensätze… vermeintlich? Einen stärkeren Kontrast als zwischen schwarz und weiß mag es doch gar nicht geben, oder?
Werfen wir doch mal einen Blick auf gleichnamige Schwarzweiß Aufnahme von Man Ray aus dem Jahr 1926. Eine Fotografie, auf der das liegende, weiße Gesicht der französischen Kabarett-Sängerin Kiki de Montparnasse neben einer aufrecht stehenden, dunklen Maske aus der Elfenbeinküste zu sehen ist. Konstruierte der Fotograf gar schwerelos frappierende Gegensätze oder wollte er möglicherweise kontrastreiche Beziehungspaare darstellen…?
Betrachtet man die Zeit der Entstehung dieses Bildes erkennt man gleich, dass Afrika als fremd und exotisch galt, genauso wie Sigmund Freud vor 100 Jahren die Frau und ihre Erotik betrachtete… Wollte Man Ray also mit dieser Fotografie eine Brücke zwischen dieser Fremdheitserfahrung seiner Zeit setzen?
Oder ist der, die oder das Fremde gar der Betrachter selbst? Weil er nicht Teil dieser Komposition ist?
Mit ganz viel Leichtigkeit kann ich diese Fragen nicht beantworten … ich habe das Gefühl, dass ich mich langsam in Richtung unbekanntes Gewässer bewege… und ich wünsche mir Unterstützung herbei…
In Düsseldorf treffe ich auf den Fotograf Volker Marshall, der mir in seiner Galerie noir blanche sicherlich einiges zu geschätzten Schwarzweissfotografien und -fotografen, Kontrastprogrammen und dem Wechsel vom Fotograf zum Galerist erzählen kann.
Ganz gespannt bin ich schon auf Volkers mal mehr mal weniger schwerelosen und kontrastreichen Geschichten.

Aug 26, 2022 • 1h 10min
Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger: Zurück in die Vergangenheit
Zurück in die Vergangenheit…
Moment! Marty McFly und Doc Brown reisen mit ihrem DeLorean doch zurück in die Zukunft… und landen in unserer heutigen Gegenwart… gut, eigentlich sind sie 2015 gelandet … also doch in der Vergangenheit…
Wenn ich mich richtig erinnere, dann gab es in den 80er Jahren auch eine Serie namens Zurück in die Vergangenheit… in dieser sprang der brillante Wissenschaftler Sam Beckett mit Hilfe eines sogenannten Quantensprung-Zeitbeschleunigers in unterschiedliche Zeitepochen… mit dem Ziel, gesellschaftliche und soziale Missstände mit Hilfe von Handlungen einzelner Personen zu beseitigen oder wenigstens abzumildern.
Und genau so einen Quantensprung in eine längst vergangene Zeit möchte ich heute mit euch unternehmen.
Stellt euch vor, wir steigen in den DeLorean ein. Doch mir zur Seite sitzen weder der verrückte wie geniale Doc Brown noch der brillante Wissenschaftler Sam Beckett, sondern die beeindruckende Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger, Archäologin und Kulturdezernentin des Landschaftsverbandes Westfalen Lippe.
Mit ihr zusammen reisen wir gleich ein paar Jahrtausende zurück und schauen mal, welche Fossilien und Co. unser Heute beeinflussen bzw. was wir daraus für eine starke Zukunft lernen.
Oh, da fällt mir doch glatt ein Zitat von Doc Brown ein: „Da ist schon wieder dieses Wort: stark. Warum ist in der Zukunft alles stark? Hängt das irgendwie mit der Veränderung in der Erde zusammen?”
Auf diese paläontologische Zeitreise mit Blick auf Veränderungen und in die Zukunft freue ich mich ganz besonders. Liebe Barbara, schön, dass du da bist. Bitte stell deinen Weg und die Steine die dir dort hoffentlich nicht in den Weg gerollt worden sind, einmal vor.

Aug 19, 2022 • 43min
Lui Wienerroither: Spontan sein! Wienerroither & Kohlbacher
Meine lieben Hörenden,
ich bin in Wien unterwegs, in der Stadt der Moderne und des Jugendstils. Ich laufe durch die Gassen und da fällt mir eine Galerie ins Auge. Mit dem schönen und irgendwie zu Wien passendem Namen Wienerroither & Kohlbacher. Ganz spontan trete ich ein, schau ob jemand da ist, der Freude hat, mit mir über Kunst zu sprechen. Ein Novum für mich und ein Überfall für meinen Gesprächspartner. Ganz glücklich schätze ich mich, dass Lui sich bereit erklärt hat, sich mit mir zu unterhalten, wir in seine und Ebis Galerie eintauchen… und mit ihm als Spezialist, Gustav Klimt, Egon Schiele und natürlich die Galerie näher kennenlernen.

Aug 12, 2022 • 1h 10min
Dana von Suffrin: Intelligente Indiskretion
„Es gibt keinen Doktor, der so gut ist wie das Lachen“ Diese wunderbar weisen Worte stammen von Samy Molcho. Samy Molcho ist ein israelischer Pantomime, Autor und Regisseur. Meine ebenfalls wunderbar weise Schwester hat mir zu meinem 15. Geburtstag sein Buch „Körpersprache“ geschenkt und damit sicherlich den Grundstein für meine Faszination zwischenmenschlicher bzw ganzheitlicher Kommunikation gelegt. Die Magie seiner Sprache ist aktueller denn je, als Beispiel „Mit Hass baut man keine Brücken“.
Wie schafft man es also heute in einer – wie mir manchmal schein – recht polarisierenden Gesellschaft, Brücken zwischen sehr sensiblen Themen zu bauen, ohne belehrend oder moralisierend zu wirken. Zum Beispiel: Vater und Tochter, Starrsinn und Freiheitsliebe, peniblen Ingenieursdenken und Kreativen, Vergangenheit und Gegenwart sowie die Verbindung von rumänisch-jüdischen Wurzeln und moderner-deutschjüdischer Geschichte?
Ich gebe es zu, bei der Wahl meiner Worte versuche ich in aller Sensibilität und nach bestem Wissen und Gewissen zu handeln. Folge vertrauensvoll erneut den Worten Samy Molchos „Der Körper ist der Handschuh der Seele, seine Sprache das Wort des Herzens“ und vermute, dass die Antwort in einer Symbiose aus klugen Gedanken gepaart mit detailverliebtem und ein wenig schwarzem Humor liegt und in liebevoller Kommunikation präsentiert wird.
Ich freue mich so sehr, dass ich mich heute mit Dr. Dana von Suffrin unterhalten darf. Historikerin und Autorin des Buchs „Otto“, des Hörspiels „Blut“, des Blogbeitrags „Jüdische Kinder hatte wir nie“ sowie der ersten Artist in Residency der Monacensia.
Ganz gespannt bin ich, mehr über Dana, ihren Weg in die Literatur, die sämtliche Abgründe sowie eine intelligente Indiskretion des 20.Jahrhunderts eint, zu erfahren.

Jul 29, 2022 • 44min
Karl Fritsch: Herr der Ringe
Hi.
Wisst ihr was… „Wir müssen nur entscheiden, was wir mit der Zeit anfangen wollen, die uns gegeben ist.“
Ich schätze mich ganz glücklich, dass ihr euch entschieden habt, eure Zeit dieser Episode zu schenken… und ich hoffe, ganz freiwillig, denn „Kein Mensch muss müssen“.
Na die Einleitung klingt ja nach einem amüsanten Versuch eine Brücke zwischen Herr der Ringe und der Ringparabel schlagen zu wollen… Dabei möchte ich euch heute gar nicht dazu anregen, über die Worte des Fantasyzauberers Gandalf oder Nathan dem Weisen näher nachzudenken…
Ich möchte euch mitnehmen zu einem echten Herrn der Ringe.
Einem für den Ringe der Macht keine Rolle spielen, der aber genau weiß, was Ringe mit dem Finger bzw mit den Tragenden machen…. Und ich glaube, in diesem Dialog geht es nicht nur um Liebe, Siegel oder Trauer, sondern um Kreativität und Kunst…
Kreativität und Kunst? Ja, ich nehme euch mit nach Neuseeland zu Karl Fritsch. Einem Künstler, der mit seinen wahrlich extraordinären Ringen die Regeln und Konventionen des Goldschmiedehandwerks ganz schön auf den Kopf stellt, die Träger und Trägerinnen um den Finger wickelt und tolerante Dialoge zwischen Ring und Finger schafft….
Und ob oder wie magisch Karls Ringe wirken, erfahren wir am besten von dem Künstler und Goldschmied selber…. Doch vorab möchten wir erst einmal wissen, wann, wo und wie fing denn Karls Weg in die Kunst bzw in das Handwerk an?
Herzlichen Dank auch an die PR Agentur Nickl PR für diese tolle Zusammenarbeit.

Jul 22, 2022 • 1h 11min
Carsten Fock: Wort und Bild
Landschaft
Sehe die vertrauten Farben
Erkenne Deinen Horizont
Spuren Deiner Hände
An verwischten Wolkenrändern
Alles hier bist Du
Wind und Wellen
Und am Morgen jede Stufe
Dieser Treppe zum Meer.
Meine heutige Podcastfolge beginne ich mit einem Gedicht. Ein romantisches Gedicht, zweifellos. Eines, das Bilder im Kopf entstehen lässt, das uns mitnimmt ans Meer. Wir können uns hineinfühlen, Wind und Wellen spüren und uns im Horizont verlieren. Und sicherlich gibt es für den einen oder anderen hinter dem Du eine ganz bestimmte Person.
Für zwei Menschen, die ich heute treffe, hat dieses Gedicht eine besondere Bedeutung. Die hier beschriebene Landschaft ist der kleine Ort Vejby an der Küste der dänischen Insel Seeland. Hier verbringt der Künstler Carsten Fock den zweiten Corona-Lockdown. Dabei entstehen über 100 Zeichnungen, die immer wieder Landschaft, Farben und Stimmungen einfangen. Fast meditativ setzt er sich dabei immer wieder mit dieser Landschaft auseinander, der Weite, dem Licht, dem Horizont. Und hier lernt er aus der Ferne seine Partnerin Eva-Maria Braun kennen. Das Gedicht schreibt sie etwa ein Jahr später, bei ihrem ersten gemeinsamen Aufenthalt in Vejby.
Bildende Kunst und Poesie schaffen Räume – für Gedanken, Emotionen, Stimmungen. Beiden geht es weniger um das Verstehen im eigentlichen Sinn, sondern vielmehr um das Sich-Einlassen, das tatsächliche Er-Leben. Sie laden ein zur Auseinandersetzung und Kommunikation, mit dem Werk und dabei auch immer mit sich selbst. Zwei Betrachter oder Leser werden das gleiche Kunstwerk oder Gedicht immer unterschiedlich wahrnehmen und empfinden. Finden sich zwei Menschen, die sich selbst ausdrücken in Bild und Wort, können Kunst und Poesie sich berühren und gegenseitig inspirieren.
Über die Wirkung von Kunst und Poesie, ihre besondere Verbindung und gegenseitiges Berühren spreche ich heute mit Carsten Fock und Eva-Maria Braun.
Doch zuerst möchten wir Eva-Marias und Carstens Geschichten in Kunst und Poesie kennenlernen.


