Die Leichtigkeit der Kunst - Kunstpodcast

Claudia Linzel
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Dec 2, 2022 • 1h 24min

Kunstmuseum Basel – Zerrissene Moderne & Expressionismus | Kunstpodcast Die Leichtigkeit der Kunst

Kunstmuseum Basel – Zerrissene Moderne, Expressionismus und Sammlungsgeschichte Basel ist eine Stadt, in der Kunst nicht als Ausnahme wirkt, sondern als Teil des öffentlichen Lebens. In dieser Folge führt der Weg ins Kunstmuseum Basel – und damit in eine Sammlung, die die Klassische Moderne und den Expressionismus in besonderer Dichte erzählt. Zu Gast ist Dr. Anita Haldemann, Kuratorin am Kunstmuseum Basel und Direktorin des Kupferstichkabinetts. Im Gespräch geht es um Sammlungsgeschichte, um die Rolle einzelner Akteur:innen in politisch unruhigen Zeiten – und um die Frage, wie Museen Verantwortung übernehmen, wenn Geschichte im Bestand weiterwirkt. Als spontanes Special folgt im Anschluss ein zweiter Teil mit Dr. Jasper Warzecha, Assistenz-Kurator der Ausstellung „Zerrissene Moderne“, der die Basler Ankäufe sogenannter „entarteter“ Kunst kunsthistorisch und institutionell einordnet. Kunstmuseum Basel: Moderne sammeln heißt Entscheidungen treffen Eine Sammlung wie die des Kunstmuseums Basel ist das Ergebnis von Entscheidungen: Ankäufe, Schenkungen, Mut, Beziehungen, Timing – und manchmal auch Widerspruch. Dr. Anita Haldemann spricht über die Entwicklung des Hauses und darüber, wie Basel über Jahrzehnte eine Sammlung aufgebaut hat, die heute als selbstverständlich gilt. Gerade in Bezug auf die Moderne wird deutlich, wie sehr Museen nicht nur bewahren, sondern Kulturgeschichte aktiv mitformen. Im Gespräch tauchen dabei zentrale Namen der Moderne auf – unter anderem Oskar Kokoschka, Max Liebermann und Marc Chagall – als Teil einer Sammlungsgeschichte, die nicht glatt ist, sondern geprägt von politischen Brüchen, von Exil, von Verfolgung und von späteren Neubewertungen. Expressionismus und Klassische Moderne: Basel als Ort der Verdichtung Diese Folge ist besonders spannend für alle, die sich für Expressionismus interessieren, weil sie das Thema nicht über Stilbegriffe abhandelt, sondern über Sammlung, Institution und Zeitgeschichte. Der Expressionismus erscheint hier als Teil einer europäischen Moderne, die in Deutschland, Frankreich, der Schweiz und darüber hinaus verhandelt wurde – und die im Museum bis heute sichtbar bleibt: als Bild, als Papierarbeit, als Sammlungsentscheidung. Curt Glaser: Sammlung, Verlust, Exil – und die Frage nach Verantwortung Ein zentraler Strang dieser Episode ist Curt Glaser. Curt Glaser war Kunsthistoriker, Direktor der Berliner Kunstbibliothek, Sammler und eine prägende Figur des kulturellen Lebens der Weimarer Republik. Nach 1933 wurde er als Jude aus dem Amt gedrängt, verfolgt und zur Flucht gezwungen. Seine Sammlung wurde unter Druck aufgelöst – ein Vorgang, der bis heute Fragen nach Verlust, Kontext und Verantwortung auslöst. Dass Curt Glaser in dieser Folge vorkommt, ist kein historischer Exkurs. Es ist der Punkt, an dem Sammlungsgeschichte plötzlich eine menschliche Dimension bekommt: Was geschieht mit Kunst, wenn Menschen entrechtet werden? Wie wirken solche Geschichten in Museumsbeständen fort? Und wie spricht man heute darüber – präzise, ohne Vereinfachung? In diesem Zusammenhang wird auch Dr. Judith Rauser erwähnt, Ko-Kuratorin der Ausstellung zu Curt Glaser. Kupferstichkabinett: Papier, Präzision und der Blick hinter das Bild Als Direktorin des Kupferstichkabinetts bringt Dr. Anita Haldemann eine Perspektive ein, die man in Gesprächen über große Museen selten so konzentriert hört: die Welt der Zeichnung, Druckgrafik und Papierarbeiten. Gerade hier wird spürbar, wie viel Moderne in Linien, Serien, Studien und Experimenten steckt – und wie nah man Künstler:innen über Papier kommen kann, ohne sie zu romantisieren. Dr. Anita Haldemann Dr. Anita Haldemann ist stellvertretende Direktorin und Leiterin Kunst & Wissenschaft am Kunstmuseum Basel sowie Direktorin des Kupferstichkabinetts Special: Dr. Jasper Warzecha über „Zerrissene Moderne“ Im zweiten Teil der Episode beleuchtet Dr. Jasper Warzecha die Sammlungsgeschichte der Basler Ankäufe sogenannter „entarteter“ Kunst. Dieser Teil ist präzise, konzentriert und historisch relevant: Es geht um Begriffe, um politische Gewalt, um museale Entscheidungen – und um die Frage, wie ein Museum heute mit dieser Geschichte umgeht. Ergänzend werden in der Folge auch Dr. Eva Reifert (Kuratorin „Zerrissene Moderne“) sowie Dr. Tessa Rosebrock (Ko-Kuratorin) erwähnt. Warum diese Folge heute so aktuell klingt Diese Episode zeigt, wie eng Moderne, Museumspolitik und Zeitgeschichte miteinander verbunden sind – und wie viel Gegenwart in einer Sammlung steckt, wenn man bereit ist, genauer hinzusehen. Gäste Dr. Anita Haldemann – Kuratorin Kunstmuseum Basel, Direktorin KupferstichkabinettDr. Jasper Warzecha – Assistenz-Kurator „Zerrissene Moderne“ (Special) Links & Credits Kunstmuseums Basel Hören ︎ Kunstpodcast auf Spotify hören Die Leichtigkeit der Kunst auf Spotify hören ︎ Kunstpodcast bei Apple Podcasts Die Leichtigkeit der Kunst auf Apple Podcasts hören ︎ Kunstpodcast auf YouTube Die Leichtigkeit der Kunst auf YouTube hören Weiterhören Ernst Ludwig Kirchner und seine Rahmen – Wiederentdeckt & WiedervereintEin starker Anschluss, weil Expressionismus hier über Material, Präsentation und Werkzusammenhang weitergedacht wird.
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Nov 25, 2022 • 52min

Galerie Kellermann, Hella Sinnhuber, Bernd Caspar Dietrch: Orange the world

Orange ist eine Farbe aus Rot und Gelb, die für Licht und Wärme, für Geselligkeit und Neugier, für Selbstvertrauen und Lebensfreude – eben für die Leichtigkeit des Seins und auch für die Leichtigkeit der Kunst steht. Doch leider wird diese Leichtigkeit vielen Frauen und Mädchen genommen: Studien der UN zufolge muss jede dritte Frau weltweit, geschlechtsspezifische Gewalt erleben. Daher haben die Vereinten Nationen den 25. November zum „Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen“, den sogenannten „ORANGEDAY“, erkoren. Die Initiative geht weiter: bis zum 10. Dezember, dem „Internationalen Tag der Menschenrechte“ finden Jahr für Jahr die „Orange Days“ statt, an denen weltweit Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen gesetzt werden. Auch mein oder besser meine heutigen Gesprächspart­­­nerInnen, das Galeristenpaar Bärbel und Matthias Kellermann sowie der Künstler Bernd Caspar Dietrich mit seiner Frau Hella Sinnhuber, möchten ein sichtbares Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen setzen: Mit der in diesem Jahr bereits zum dritten Mal stattfindenden Ausstellung #ORANGETHEWORLD. 25% aller Verkäufe aus dieser Ausstellung werden direkt an ausgewählte Frauenhäuser weitergeleitet, doch auch darüber hinaus finden bemerkenswerte Aktionen in der Galerie statt. Welche? Das erfahren wir natürlich im Verlauf des Gesprächs. Mit dem vielleicht „unerwarteten“ Inhalt dieser Folge setzt – dank der Initiative der Galerie Kellermann – auch die Leichtigkeit der Kunst ein deutliches Zeichen gegen geschlechtsspezifische Gewalt in unserer Gesellschaft. Mit dem treffenden Zitat von Bernd und Hella „Kunst schauen wir uns gerne an – wir schauen genau hin – während wir beim Thema häusliche Gewalt gerne wegschauen“ möchte ich euch, liebe Hörende, gerne anstiften: Lasst uns alle handlungsfähige Verbündete gegen Gewalt sein. Anstiften konnten wir auch Herbert Reul, Innenminister von NRW, der sich als Schirmherr dieser Aktion selbstverständlich auch die Zeit genommen hat, um uns vorab ein paar persönliche Gedanken zu seinem Engagement gegen Gewalt an Frauen und Mädchen zu schenken. Hilfetelefon: 08000 116 016 Herzlichen Dank an die Galerie Kellermann für diese besondere Zusammenarbeit. Für die Vermittlung dieser Zusammenarbeit bedanke ich mich bei Stephanie Jancke.
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Nov 18, 2022 • 45min

Philipp Messner: Magisch magnetisch

Über Magnetismus haben wir sicherlich alle schon etwas im Physikunterricht gelernt. Wir wissen, dass es sich um Polaritäten handelt, dass sich Material anzieht oder abstößt. Möglicherweise haben wir auch schon mal gehört, dass alte Tonbänder oder Videokassetten durch magnetische Speicherung funktionieren… Und ein bisschen was „magisches“ steckt doch auch in dem Wort Magnetismus… Als durch und durch großartig empfinde ich die doppelsinnigen Werke meines heutigen Gesprächspartners Philipp Messner, seinen südtiroler Charme, seine Liebe zur Natur, seine mehrdimensionalen Betrachtungen und sein Spiel mit der menschlichen Wahrnehmung und zwar – treu dem Sinne des Magnetismus folgend – ganz und gar verbindend und überhaupt nicht trennend. Folgen wir also mit dieser Folge seiner  „Spur“.
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Nov 11, 2022 • 60min

Prof. Dr. Hermann Parzinger: Wer suchet, der findet

Es heißt so schön „wer suchet, der findet“ Doch finden wir immer genau das, wonach wir auf der Suche sind… oder entdecken wir dabei manchmal sogar längst Vergessenes oder gar gar nicht Erahntes? Ist es womöglich sinnvoll, sich beim Suchen auch etwas treiben zu lassen? Den Blick für mögliche Neuentdeckungen in alle Richtungen geöffnet zu lassen? Ein Beispiel – ich geb‘s gern zu… auf der Suche bzw schon fast auf der Grabung nach dem ein oder anderen vermissten Stück in meinem Kleiderschrank, freue ich mich stets über das Wiederfinden vergessener Schätze – und dann genieße ich den Moment des Rekonstruierens, zu welchem Anlass ich das gute Stück gekauft habe, wen ich kennenlernen durfte, welche Gespräche ich dabei geführt habe und was mir dieser Moment für mein Heute geschenkt hat. Dieser unerwartete und ganz unbedeutende Augenblick macht mich meist ein Stück weit glücklich. Klingt ein bisschen banal und lustig? Stimmt;-) Und jetzt wird es ganz vermessen, wisst ihr, dass ich mich dabei meist wie eine kleine Neuzeit-Archäologin fühle… Doch bevor es, bei den großen Fragen der Archäologie hier weiter wenig wissenschaftlich und sehr unfundiert zugeht, ziehen wir uns lieber einen wunderbaren Experten zu Rate… und fragen ganz einfach ihn: Geht der Archäologe immer streng nach Plan vor oder findet er meist etwas anderes als erwartet und… muss er sich dazu erstmal weiße Flecken auf der durchaus nicht ausschließlich preußischen Landkarte suchen? Bevor ihr weiter im Dunkeln tappt, wer uns heute mit Wissen und Anekdoten zur Seite steht und so ganz und gar nicht verflucht wirkt, verrate ich euch nun ein paar Stichpunkte.. Im März 59 in München geboren, mit 18 durch die Sahara gereist, mit 26 promoviert, mit 31 habilitiert, spricht 10 Sprachen und hat in Ljubjana studiert. Er ist erster Gewinner des Leibnizpreises und Träger des Orden pour le Mérite, er ist Judoka, Skifahrer, ein international renommierter Prähistoriker und Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Herzlich willkommen Prof. Dr. Hermann Parzinger.  
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Nov 4, 2022 • 50min

Angela Stief: Albertina Modern

Fangt ihr bei dem Gedanken an Wien auch sofort an zu träumen? Die Naschkatzen unter uns träumen von Kaffeehäusern mit köstlicher Sachertorte. Die Literaten sinnieren über Stefan Zweigs und Arthur Schnitzlers Oeuvre. Die Philosophen und Psychologen reflektieren über Franz Bretano und Sigmund Freud. Die Architekturbegeisterten denken an Otto Wagner und den Jugendstil. Und die Kunstfreunde unter uns schwärmen von Albrecht Dürers Hasen und natürlich der berühmten Sammlung Essl. Apropos Sammlung Essl… was prägt eigentlich die moderne Kunstgeschichte der letzten, sagen wir, 80 Jahre? Welche – nationalen wie internationalen Werke seit 1945 – verleihen den Museen in Österreich einen Ruf von Weltrang? Um dies herauszufinden, reisen wir am besten an einen Ort, der altehrwürdigen Glanz mit modernster Glorie eint. Der die Kunst im Allgemeinen und im Besonderen die der Moderne versteht. Der den Dialog zwischen großen und auch im Schatten stehenden Positionen fördert. Reisen wir in die Albertina Modern, Wiens neuem Museum für moderne und zeitgenössische Kunst. Ganz besonders freue ich mich, für dieses spannende Gespräch Angela Stief an meiner Seite zu wissen. Angela ist Direktorin der Albertina Modern und auch Chefkuratorin für die Kunst der Gegenwart.
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Oct 26, 2022 • 1h 24min

Armin Smailovic: Atlas der Angst

Woran denkt ihr spontan, wenn ich sage: „Atlas der Angst“ Die Schmerzgepeinigten denken möglicherweise an den obersten kleinen, kaum tastbaren Halswirbel, der gerne mal für unangenehme, körperweite Verspannungen sorgt. Die Mythologen denken vermutlich an den Titan Atlas, der aufgrund einer Niederlage gegen Zeus gezwungen war, das Himmelsgewölbe auf seinen Schultern zu tragen. Und die Fernwehgetriebenen sehen sicherlich sofort eine herausfordernde Wanderung durch das Atlasgebirge in Marokko vor ihrem inneren Auge. Ein Atlas der Angst ist also eine Topografie von selbstdefinierten Orten, die mit Kummer und Sorgen verbunden sind. Woran denken wir noch bei Orten der Angst? An Kriegs-und Krisengebieten? An Deutschland, denken wir auch an unsere Heimat? Welche Ängste treiben uns hier – in dieser vermeintlich sicheren Gegend – an und welche Konsequenzen resultieren daraus? Sind wir geprägt von der Angst um Krieg, Energiekrise, Verlust von Menschen und Gesundheit oder sind es eher ganz kleine, persönliche Sorgen und Nöte, die uns erschauern lassen? Und kann man versuchen, lähmender Angst Macht zu nehmen, indem man sie mit einer positiv aufgeladenen Situation verbindet? Ich freue mich sehr, dass ich mich mit diesen Fragen heute an Armin Smailovic einem der gefragtesten Dokumentarfotografen sowie Autor und Co-Regisseur des Thalia Theaters in Hamburg wenden darf. Auf äußerst sensible und doch eindringliche Weise stehen in seinem Fokus Konfliktgebiete sowie soziale und politische Themen der Gesellschaft. Eine seiner ersten Reportagen führten ihn in den Kroatienkrieg.  Und zusammen mit dem Autor Dirk Gieselmann hat er sich auf eine feinfühlige Reise quer durch Deutschland begeben, um herauszufinden, wovor sich die Menschen in dieser Republik fürchten. Unternehmen wir zusammen mit Armin eine Reise, die uns hoffentlich nicht das Fürchten lehrt, sondern in das Licht führt. Lassen uns dabei begleiten vom Sound of Silence und überlegen, ob die Aussage: I counted my remaining life in Seconds vielleicht doch Grund zur Hoffnung bedeutet. Gerne möchte ich an dieser Stelle darauf aufmerksam machen, dass Armin Smailovic den Verein Desideria Care als Juror für den Fotowettbewerb Demenz neu sehen unterstützt hat. Diese Folge ist zugunsten von Desideria Care e.V. – Demenz menschlich begleiten Der Verein Desideria Care unterstützt die Angehörigen von Menschen mit Demenz und trägt zu einem Bewusstseinswandel zum Thema Demenz in der Gesellschaft bei. Desideria Care ist ein von Desirée von Bohlen und Halbach 2017 gegründeter, gemeinnütziger und eingetragener Verein mit Sitz in München. Der Verein finanziert sich über Stiftungsgelder, Spenden und Mitgliedsbeiträge.
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Oct 25, 2022 • 46min

André Kuper: Engagement und Demokratie

In dieser Episode geht es ausnahmsweise nicht um Kunst, sondern um Demokratie. Wer erfahren möchte, was ein Landtagspräsident genau macht, wann man eine gelbe Karte im Landtag bekommt, wie schwierig es ist, Familie und Berufsalltag als Politiker unter einen Hut zu bringen und vor allem, wie zugewandt und interessiert Politiker und Schüler miteinander agieren, dem sei dieses Podcast-Special wärmstens empfohlen. Denn Landtagspräsident André Kuper folgte der Einladung von Siebtklässlern eines Gymnasiums in NRW sowie ihrer engagierten Politiklehrerin, um gemeinsam einen feinfühligen und zugewandten Podcast zum Thema Engagement und Demokratie auf leicht verständliche Art und auf Augenhöhe zu produzieren. Für Demokratie einzutreten und sich zu engagieren ist wichtig. „Demokratie ist nicht selbstverständlich“, betont André Kuper. Ich schätze mich ausgesprochen glücklich und fühle mich sehr geehrt, dass ich den wunderbaren Beteiligten dieses tollen Projekts mit Rat, Tat und Equipment zur Seite stehen durfte, um dieses Podcast-Special auf die Beine zu stellen.  
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Oct 21, 2022 • 1h 14min

Miriam Krohne, Artcurial: Aux Champs-Élysées

Was mag der wohl schönste Platz in Paris sein? Der Place des Vosges mit seiner Parkanlage samt Fontäne, Boulespielern und den ihn umsäumenden, prachtvollen arkadengeprägten Stadtpalaises? Oder Montemarte, das im Norden von Paris auf einem Hügel liegende Künstlerviertel? Hier lebten und wirkten im 19. und 20. Jahrhundert viele gefeierte Künstler wie Pablo Picasso, Henri Toulouse-Lautrec und Vincent Van Gogh. Oder gar die Avenue du Glamour, die Champs-Élysées? Deren prachtvolle Atmosphäre schon Chansonnier Joe Dassin in seinem „Aux Champs-Élysées“ verewigt hat. Deren Bild von alten Platanen, noblen Boutiquen, vergnüglichen Cabarets und natürlich köstlichem Champagner & süßen Macarons geprägt ist. Vermutlich trägt jede und jeder von uns, seine kleine besonders lieb gewonnene Erinnerung an ein Stück Paris im Herzen und der einer schönste Platz in Paris wird wohl gar nicht zu definieren sein… Und wenn ich weiter sinniere. Dann … Oh lala… komme ich aus dem Schwärmen des la vie est belle wohl nicht mehr heraus. Zelebrieren wir doch einfach hier ein Stück Kulinarik, Kultur und Kunst à la française und zwar trés facile. Angezogen von französischem Flair unternehme ich einen Abstecher in die Münchner Galeriestraße. In direkter Nachbarstadt zum Haus der Kunst, der Residenz, dem Hofgarten und dem Odeonsplatz befinden sich die deutschen Galerieräume des französischen Auktionshauses Artcurial. Bei Croissant, Café au Lait und tatsächlich auch einem Blick auf Boulespieler bin ich Gast der äußerst charmanten Miriam Krohne, Direktorin von Artcurial Deutschland. Und was Artcurial so besonders macht, finden wir nun heraus. Herzlichen Dank auch an die PR Agentur Nickl PR für diese tolle Zusammenarbeit.  
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Oct 14, 2022 • 1h 13min

Dr. Jörg Garbrecht, Alexander Tutsek Stiftung

Keine Sorge, ich stimme hier weder ein Klagelied an, noch nehme ich euch mit auf einen literarischen Gang aufs Land…  Mit dieser Folge möchte ich euch – vielleicht doch im Sinne Hölderlins – einladen, aufnahmebereit einen Raum ohne Limitierungen und Zwänge zu betreten. Einen Raum, in dem das Elementare genauso eine Rolle spielt, wie die Sphären des Humanen. In dem Emotionen und Sexualität, spirituellen Dimensionen auf Augenhöhe begegnen. In diesem Raum – nennen wir ihn Black Box – stoßen wir auf Bilder unversehrter Natur und dystopische Orte. Am großen Tisch aus Glas sprechen wir im friedlichen Austausch über Fragilität, Freiheit und Tristesse. Skulpturen lassen uns über Genderrollen, subtile Mechanismen der Macht und den unendlichen Raum des Universums nachdenken. Doch warum nehme ich euch mit in diese „wahrhafte“ Black Box, betone, dass wir ins Offene, ins Wide open gehen werden, wo doch jeder weiß, dass ein Raum sehr wohl über zumindest statische Grenzen verfügt…. Schaffen wir es eigentlich, in völliger Transparenz und ohne gesellschaftlich getrübte Linse auf ungewöhnliche Situationen zu blicken?  Und benötigen wir für eine geöffnete Wahrnehmung eine helfende Hand? Stellen wir diese Fragen kurz zur Seite und lassen wir uns für diesen Moment treiben – und zwar im Fahrwasser von Dr. Jörg Garbrecht, Direktor der Alexander Tutsek Stiftung in München. Und welche Antriebe sich hinter der Alexander Tutsek Stiftung verbergen, das erfahren wir gleich genauer. Also, ihr Lieben:  Kommt mit mir ins Offene. It’s wide open. Herzlichen Dank auch an die PR Agentur Nickl PR für diese tolle Zusammenarbeit.
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Oct 7, 2022 • 1h 16min

Audrey Hörmann, Katharina Bosse, Michael Heicks, Kunsthalle Bielefeld: Kunst im öffentlichen Raum

Könnt ihr euch noch an eure erste, wirklich prägende Erfahrung mit Kunst im öffentlichen Raum erinnern? Bei mir ist sie noch ziemlich präsent… Ich war etwa 6 oder 7 Jahre alt und habe meine große Schwester in Köln besucht.Auf dem Programm stand ein Besuch im Museum Ludwig und ein Kinobesuch, inklusive Popkorn … Zugegeben – auf das Museum habe ich mich damals nicht ganz so sehr gefreut, wie auf Film und Süßigkeiten… Das Wetter war großartig und auf dem Weg entlang durch den Rheingarten Richtung Hohenzollernbrücke kamen wir an einem riesengroßen faszinierenden – wie ich damals vermutete – Wasserspielplatz aus Bronze, Steinquadern und natürlich Pflastersteinen vorbei. Da ich eine wirklich wunderbare große Schwester habe, hat sie mich stundenlang im Spiel versunken diesen für mich etwas seltsam wirkenden Wasserspielplatz genießen lassen. Kino und Kunst habe ich darüber scheinbar total vergessen… Halt Stopp! Denn der vermeintliche Wasserspielplatz, bzw die wunderschöne Brunnenanlage stammt von dem Künstler Eduardo Paolozzi, einem schottischen Grafiker und Maler, und fand zwischen 1984 und 1986 seinen Platz neben der Kölner Philharmonie und dem Museum Ludwig. Hier haben Architekten, Stadtplaner und Künstler also ein wunderbares Beispiel geschaffen, wie nah und persönlich erlebbar auch schon für Kinder Kunst im öffentlichen Raum sein kann. Das Kunst im öffentlichen Raum für jeden eine ganz besondere und ganz individuelle Erfahrung sein kann, ist nichts neues, doch spannend ist es, die unterschiedlichen Betrachtungen einmal näher kennenzulernen. Daher möchte ich euch heute eine ganz besondere Episode präsentieren. In schöner Zusammenarbeit mit der Kunsthalle Bielefeld haben wir in 9 Kurzgesprächen mit Menschen aus dem Bielefelder Stadtleben gesprochen, für die der Skulpturenpark der Bielefelder Kunsthalle, auf welche Weise auch immer, eine ganz besondere Bedeutung hat. Ganz gespannt bin ich auf den Blick der Fotografin Katharina Bosse auf den Denker von Auguste Rodin,  die Worte des Intendanten Michael Heicks über das Werk Axis von Richard Serra, die Ansicht der Sammlerin Audrey Hörmann auf die Komposition von Otto Freundlich, den Impuls des Pastors Lars Hofnagel auf Ulrich Rückriems Dolomit, auf die Erklärung der Mathematikerin Milena Damrau auf HRZL#7 von Sol LeWitt und auf das genussvolle Betrachten der Konditormeisterin Lea Nüsgen beim Blick in den Park.    

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