

Die Leichtigkeit der Kunst - Kunstpodcast
Claudia Linzel
Kunstpodcast aus Ausstellungen, Ateliers und Sammlungen – über Prozesse, Entscheidungen, Kunstgeschichte und Gegenwart. Verständliche Gespräche, die die Relevanz von Kunst im Alltag greifbar machen.
Episodes
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Sep 5, 2025 • 1h 11min
Before the Wind – mit Dr. Christiane Ruhmann | Kunstpodcast Die Leichtigkeit der Kunst
Was bewegt uns – im Innersten?
Was, wenn Wind nicht nur ein Naturphänomen, sondern eine künstlerische Erfahrung ist?
Die Ausstellung „Before the Wind“ im Diözesanmuseum Paderborn geht dieser Frage mit zeitgenössischer Kunst, jahrhundertealten Objekten und poetischer Choreografie nach – und macht das Unsichtbare erfahrbar: durch Wind, Klang und Licht.
In dieser Podcastfolge begegnet ihr einer Ausstellung, die unsere Vorstellung von Kontrolle, Erinnerung und Wandel hinterfragt – sinnlich, körperlich und gesellschaftlich relevant.
Die Künstlerinnen Claudia Brieske und Franziska Baumann verweben ihre Werke mit sakraler Kunst und schaffen eine neue Verbindung von Spiritualität, Raum und Klang. Im Zentrum steht der Wind – als Impuls, als Widerstand, als Bewegung.
Gemeinsam mit Dr. Christiane Ruhmann, Kuratorin der Ausstellung, geht es um Spiritualität ohne Dogma, um körperliche und geistige Bewegung – und um die Frage, wie das Unsichtbare spürbar wird.
Themen dieser Folge
Der Wind als Metapher für Wandel, Zufall und Widerstand
Der Wind als Bild für Geist, Inspiration und Transformation
Klanginstallationen und immersive Kunstwerke
Spiritualität und Erinnerung im Dialog mit Gegenwartskunst
Maria und Maria Magdalena – zwei überzeitliche Frauenfiguren
Die Arbeit der Künstlerinnen Claudia Brieske und Franziska Baumann
Kuratorische Perspektiven von Dr. Christiane Ruhmann
Körpererfahrung, Störung, Erinnerung – und das Moment des Unvorhersehbaren
Ausstellung, Termine, Ort und Veranstaltungshinweise:
Titel der Ausstellung: Before the WindOrt: Diözesanmuseum PaderbornLaufzeit: bis 29. September 2025
Termine & Veranstaltungen:Öffentliche Führungen:– So, 7. September 2025, 14:30–15:30 Uhr– So, 14. September 2025, 14:30–15:30 Uhr
Konzert „Before the Wind – das Konzert“:– Sa, 20. September 2025, 16:30 & 19:30 Uhr– So, 21. September 2025, 19:00 Uhr
Gast
Dr. Christiane Ruhmann, Kuratorin des Diözesanmuseums Paderborn
Links zur Folge
Diözesanmuseum Paderborn
Claudia Brieske
Franziska Baumann
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Sep 2, 2025 • 1h 29min
Das halbe Leben – Arbeit in Kunst und Geschichte im Museum unter Tage
Das halbe Leben – Formen der Arbeit in Kunst und Geschichte im Museum unter Tage in Bochum im Kunstpodcast Die Leichtigkeit der Kunst
Arbeit ist allgegenwärtig. Sie strukturiert Tage, Biografien und Gesellschaften – und bleibt doch in vielen ihrer Formen unsichtbar. Die Ausstellung Das halbe Leben. Formen der Arbeit in Kunst und Geschichte im Museum unter Tage in Bochum setzt genau hier an. Sie richtet den Blick auf Arbeit als körperliche Praxis, als soziale Ordnung, als historische Erzählung und als fortlaufenden Aushandlungsprozess.
Im Gespräch treffen kunsthistorische, kuratorische und gesellschaftliche Perspektiven aufeinander. Prof. Dr. Markus Heinzelmann, Dr. Soi Agelidis und Dr. Karl-Ludwig Elvers sprechen über die Frage, was Arbeit sichtbar macht – und was aus dem Blick gerät. Es geht um Tätigkeiten, die anerkannt werden, und um jene, die selbstverständlich erscheinen: Sorgearbeit, emotionale Arbeit, unsichtbare Routinen. Die Folge folgt dabei keinem Leistungsnarrativ, sondern öffnet einen Raum für Beobachtung, Differenzierung und historische Tiefenschärfe.
Das halbe Leben im Museum unter Tage
Die Ausstellung ist im Museum unter Tage angesiedelt – einem Ort, der selbst aus der Geschichte der Arbeit hervorgegangen ist. Unterhalb der Erde, fern von repräsentativen Museumsarchitekturen, entfaltet sich ein Ausstellungsparcours, der Arbeit nicht illustriert, sondern in ihren Ambivalenzen zeigt. Historische Objekte, künstlerische Positionen und dokumentarische Spuren stehen gleichberechtigt nebeneinander.
Das halbe Leben verweist dabei auf eine doppelte Realität: Arbeit als Lebensgrundlage – und Arbeit als das, was oft mehr Raum einnimmt, als sichtbar anerkannt wird. Die Ausstellung fragt nach den Grenzen zwischen Erwerbsarbeit, Fürsorge, künstlerischer Praxis und gesellschaftlicher Erwartung.
Arbeit, Körper, Geschichte
Ein Schwerpunkt der Folge liegt auf der Verbindung von Arbeit und Körper. Historische Formen von Arbeit sind ebenso Thema wie zeitgenössische Bedingungen. Begriffe wie Erschöpfung, Reparatur, Wiederholung und Anpassung ziehen sich durch das Gespräch. Es geht um Arbeitsrealitäten, die Spuren hinterlassen – körperlich, psychisch, sozial.
Dabei werden auch globale Perspektiven berührt: etwa das Phänomen Karōshi, der Tod durch Überarbeitung, oder historische Rollenzuschreibungen, die bestimmte Formen von Arbeit abwerten oder romantisieren. Die Gesprächspartner ordnen diese Aspekte ein, ohne sie zu dramatisieren – als Teil einer langen Geschichte von Leistungsanforderung und gesellschaftlicher Normierung.
Künstlerische Positionen als Denkangebote
Die Ausstellung versammelt künstlerische Arbeiten, die Arbeit nicht erklären, sondern erfahrbar machen. Werke von Yeesookyung, Andreas Gursky, Moritz Riesenbeck und weiteren Künstler:innen eröffnen unterschiedliche Zugänge: von globalen Produktionsketten über repetitive Arbeitsabläufe bis hin zu Momenten der Störung und Unterbrechung.
Im Gespräch wird deutlich, wie Kunst hier als Denkraum fungiert. Nicht als Illustration sozialer Themen, sondern als Medium, das Zusammenhänge sichtbar macht, ohne sie zu schließen. Arbeit erscheint als Prozess – fragmentiert, widersprüchlich, historisch gewachsen.
Müßiggang, Unterbrechung, andere Zeitmodelle
Ein wiederkehrender Gedanke der Folge ist der Blick auf Gegenmodelle zur permanenten Produktivität. Müßiggang wird nicht als Verweigerung gelesen, sondern als produktive Unterbrechung. Als Möglichkeit, Zeit anders zu denken und Arbeit neu zu verorten.
Diese Perspektive verbindet historische Beispiele mit gegenwärtigen Debatten: über Überforderung, Selbstoptimierung und den Wunsch nach anderen Rhythmen. Das halbe Leben zeigt Arbeit damit nicht als abgeschlossene Kategorie, sondern als gesellschaftliches Feld in Bewegung.
Begleitprogramm und Diskurs
Die Ausstellung ist eingebettet in die Gesprächsreihe „S(ch)ichtwechsel – der SpardaTalk“, die das Thema Arbeit aus unterschiedlichen Blickwinkeln weiterführt. Talks, Gespräche und Screenings erweitern den Ausstellungsraum in den öffentlichen Diskurs – als Einladung zur gemeinsamen Auseinandersetzung.
Themen dieser FolgeArbeit · Das halbe Leben · Museum unter Tage · Kunst und Geschichte · Sorgearbeit · Unsichtbare Arbeit · Karōshi · Müßiggang · Körper · Ökonomie
GästeProf. Dr. Markus HeinzelmannDr. Soi AgelidisDr. Karl-Ludwig Elvers
AusstellungDas halbe Leben. Formen der Arbeit in Kunst und GeschichteMuseum unter Tage, Bochum22. Mai – 26. Oktober 2025
Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda-Bank West
Diese Episode entstand in Zusammenarbeit mit der Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda-Bank West.Die Stiftung engagiert sich für kulturelle Teilhabe, Bildung und soziale Verantwortung. Sie unterstützt Projekte, die künstlerische Entwicklung ermöglichen, Orientierung geben und gesellschaftliche Zusammenhänge stärken – langfristig, verlässlich und mit Blick auf nachhaltige Strukturen.
Weitere Gespräche aus der Zusammenarbeit mit der Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda-Bank West:
Alle Folgen der Zusammenarbeit mit der Sparda-Stiftung
Links & Credits
Museum unter Tage · Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda-Bank West
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Von „Das halbe Leben“ zu „New Talents Ruhr“Eine weitere Perspektive auf Entwicklung und Begleitung eröffnet New Talents Ruhr mit Blick auf Mentoring und künstlerische Wege.
Diese Episode ist als persönliches Gespräch vor Ort entstanden. Letzte redaktionelle Überarbeitung: Februar 2026.

Aug 29, 2025 • 54min
Film ab! – Feminismus und Region im Film | Lotte Ruf
Lotte Ruf, Film ab! und die Leichtigkeit der Kunst x Genau! Westfalen!
Filme prägen Bilder von Orten, Menschen und Haltungen. Sie schaffen Narrative, die bleiben – leise oder laut, realistisch oder poetisch. Wenn eine Region beginnt, sich selbst zu erzählen, entstehen neue Perspektiven: jenseits von Klischees, vertrauten Genres und erwartbaren Zuschreibungen.
Diese Folge richtet den Blick auf Film als kulturelle Praxis. Es geht um regionale Erzählungen, um feministische Produktionsweisen und um die Frage, wie Herkunft, Haltung und Ästhetik zusammenwirken, wenn Geschichten für Kino, Fernsehen und Streaming entstehen.
Lotte Ruf
Produzentin, Grimme-Preisträgerin und Mitgründerin von Goldstoff Filme. Im Gespräch wird deutlich, wie Film aus einer Region heraus entstehen kann – selbstbewusst, humorvoll und historisch fundiert.
Film & Identität
Film ist mehr als Unterhaltung. Er formt kollektive Vorstellungen davon, wie Orte aussehen, wie Menschen handeln und welche Geschichten erzählenswert sind. In dieser Folge erscheint Film als Medium, das Identität sichtbar macht – nicht durch Abbildung, sondern durch Auswahl, Tonfall und Perspektive.
Westfalen dient dabei als konkreter Ausgangspunkt. Nicht als festes Bild, sondern als offener Raum für Erzählungen zwischen Geschichte und Gegenwart.
Blicke, Wege, Prägungen
Lotte Ruf spricht über ihren Weg in die Filmproduktion, über frühe Einflüsse und über die Entscheidung, Geschichten aus der Region heraus zu entwickeln. Herkunft wird dabei nicht als Begrenzung verstanden, sondern als Ressource: für Stoffe, Figuren und Haltungen.
Deutlich wird eine Arbeitsweise, die auf Zusammenarbeit, Vertrauen und langfristige Entwicklung setzt. Filmproduktion erscheint hier als kollektiver Prozess – getragen von Haltung und Verantwortung.
Serien, Stoffe, Handschriften
Im Gespräch geht es um Serien wie Haus Kummerveldt und Die Baronesse. Beide Formate verbinden historische Stoffe mit zeitgenössischen Fragen und einer eigenständigen Bildsprache.
Filmische Erzählungen bewegen sich hier zwischen Märchen, Geschichte und Gegenwart. Burgen, Nebel und Landschaften werden nicht dekorativ eingesetzt, sondern als Teil der Narration. Regionale Motive erhalten Bedeutung durch Perspektive und Kontext.
Feministische Filmproduktion
Ein zentraler Aspekt des Gesprächs ist feministische Filmproduktion. Es geht um Arbeitsstrukturen, um Sichtbarkeit hinter der Kamera und um die Frage, wie Geschichten erzählt werden, wenn Machtverhältnisse reflektiert werden.
Feminismus erscheint hier nicht als Thema, sondern als Praxis: in Entscheidungsprozessen, in Stoffentwicklung und in der Zusammenarbeit mit Autor:innen, Regisseur:innen und Teams.
Regionale Bilder, globale Plattformen
Film entsteht heute in einem Spannungsfeld zwischen regionaler Verankerung und internationaler Auswertung. Streaming-Plattformen, Festivals und Preise verändern Produktionsbedingungen ebenso wie Sehgewohnheiten.
Lotte Ruf beschreibt, wie regionale Geschichten Anschlussfähigkeit gewinnen können, ohne ihre Eigenheit zu verlieren. Herkunft wird zur Stärke – nicht zur Folklore.
Warum Westfalen?
Westfalen fungiert in dieser Folge als Erzählraum, nicht als Marke. Die Region bietet Stoffe, Atmosphären und historische Tiefenschichten, die filmisch neu befragt werden können.
Die Frage, wie Regionen sich selbst erzählen, wird damit zu einer größeren gesellschaftlichen Frage: Wer spricht? Aus welcher Perspektive? Und mit welcher Verantwortung?
Themen dieser Folge
Filmproduktion · Regionale Erzählungen · Feminismus im Film · Serie · Herkunft · Identität · Westfalen
Weitere Folgen der Reihe Genau! WestfalenGespräche aus der Kategorie LWL x Die Leichtigkeit der KunstNeu hier? – Einstieg in den Kunstpodcast
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Goldstoff Filme1250 Jahre WestfalenLWL-Kulturstiftung
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Genau! Westfalen! ist eine Gesprächsreihe über Identität.Ausgangspunkt ist das Jubiläum 1250 Jahre Westfalen, welches Anlass für eine größere Frage bietet:Was prägt Menschen, Regionen und Gemeinschaften?
Identität entsteht aus vielen Bereichen: aus Geschichte und Alltag, aus Arbeit, Sprache und Humor, aus Kultur, Sport, Ernährung, Musik, Film und Literatur. Die Reihe nähert sich diesen Prägungen über konkrete Erfahrungen und unterschiedliche Perspektiven – ruhig, beobachtend, offen.
Die Reihe „Genau! Westfalen!“ im Themenjahr 1250 Jahre Westfalen wurde gefördert von der LWL-Kulturstiftung und LWL-Kulturabteilung.
Diese Episode ist als persönliches Gespräch vor Ort entstanden.Letzte redaktionelle Überarbeitung: Januar 2026.
Zitat aus dem Podcast „Film ab! mit Lotte Ruf

Aug 22, 2025 • 0sec
Die Kunst der Nachlassverwaltung mit Dr. Loretta Würtenberger | Kunstpodcast Die Leichtigkeit der Kunst
Die Kunst der Nachlassverwaltung – ein Gespräch mit Dr. Loretta Würtenberger
Ein barockes Gut in Brandenburg. Ein Skulpturenpark mit zeitgenössischer Kunst.Und eine Frage, die selten laut gestellt wird:Was bleibt von einem künstlerischen Leben, wenn es zu Ende geht?
Dieses Gespräch nähert sich dem Thema Nachlassverwaltung ohne Schwere – und ohne Vereinfachung. Es geht um Übergänge, um Verantwortung und um die Bedingungen, unter denen Kunst weitergetragen wird: im Werk, in Archiven, in Verträgen, in Beziehungen. Und in den Entscheidungen, die oft lange vor dem eigentlichen Übergang beginnen.
Über das Gespräch
Dr. Loretta Würtenberger arbeitet an einer Schnittstelle, an der vieles zusammenkommt: Kunst, Recht, Vertrauen und langfristiges Denken. Als Kunsthistorikerin und Juristin sowie Mitgründerin des Institute for Artists & Estates begleitet sie Künstler:innen und ihre Nachlässe mit Struktur, Weitsicht und einer großen Aufmerksamkeit für individuelle Situationen.
Im Gespräch wird deutlich, dass Nachlassverwaltung weit mehr ist als eine juristische Aufgabe. Sie beginnt häufig in Gesprächen: darüber, was bewahrt werden soll, was offenbleiben darf und wer künftig Verantwortung trägt. Es geht um Werkzusammenhänge, um Archive, um Rechte – ebenso wie um menschliche Konstellationen, Erwartungen und Grenzen.
Die Perspektive, die Loretta Würtenberger einbringt, verbindet Nähe zum Werk mit rechtlicher Präzision. Dadurch entsteht ein Verständnis von Nachlassarbeit, das nicht abschließt, sondern vorbereitet. Ordnung erscheint hier nicht als Einschränkung, sondern als Voraussetzung dafür, dass Kunst auch in Zukunft lesbar, zeigbar und anschlussfähig bleibt.
Schlossgut Schwante – ein Ort für Übergänge
Ein zentraler Bezugspunkt des Gesprächs ist Schlossgut Schwante in Brandenburg. Der Ort steht exemplarisch für eine Haltung, in der Kunst, Leben und Öffentlichkeit nicht strikt voneinander getrennt werden. Der Skulpturenpark öffnet zeitgenössische Positionen für Besucher:innen und macht Kunst im Gehen, Verweilen und Wiederkommen erfahrbar.
Im Gespräch wird spürbar, dass ein solcher Ort Verantwortung auf mehreren Ebenen trägt: für Werke im Außenraum, für ihre Pflege und Sichtbarkeit, für den Umgang mit Natur und Zeit. Kunst ist hier kein abgeschlossenes Objekt, sondern Teil eines größeren Zusammenhangs – abhängig von Aufmerksamkeit, Pflege und langfristigem Denken.
Gerade im Zusammenhang mit Nachlassfragen wird dieser Ort zu einem praktischen Beispiel: Kunst braucht Räume, Strukturen und Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Nicht als Besitz, sondern als Aufgabe.
Nachlassverwaltung als Haltung
Dieses Gespräch mit Loretta Würtenberger erzählt von Nachlassverwaltung als einer Praxis, die Klarheit schafft, ohne festzuschreiben. Es geht um Fürsorge, um Vertrauen und um das Bewusstsein, dass Entscheidungen Wirkung entfalten – oft über Generationen hinweg.
Nachlass erscheint hier nicht als Abschluss, sondern als Übergang. Als Prozess, der Offenheit braucht und zugleich Struktur. Wer frühzeitig ordnet, nimmt dem Werk nichts – sondern ermöglicht erst, dass es weitergetragen wird.
Kein Fazit, kein Appell.Eher ein Innehalten. Und ein Weiterdenken.
Schlossgut Schwante – Architektur, Geschichte und ein offener Park
Ein zentraler Teil des Gesprächs mit Loretta Würtenberger führt nach Brandenburg auf das Schlossgut Schwante.Das Anwesen entstand zwischen 1741 und 1743, vermutlich nach Entwürfen von Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff, einem der prägenden Architekten des preußischen Klassizismus. Nördlich von Berlin gehört Schwante zu den wenigen erhaltenen Ensembles dieser Zeit, bei denen Schloss und Park in ihrer ursprünglichen Anlage bewahrt geblieben sind.
Im Gespräch wird deutlich, dass Schwante kein musealer Rückzugsort ist. Das Haus war über Jahrzehnte Dorfzentrum, Kindergarten, Verwaltung, Krankenhaus – ein Ort des Alltags. Diese Geschichte ist bis heute sichtbar: in erhaltenen Beschriftungen, restaurierten Fresken des 18. Jahrhunderts und in der bewussten Entscheidung, Spuren früherer Nutzungen nicht zu tilgen.
Der Park folgt der Idee des englischen Landschaftsparks. Wege, Wiesen und Blickachsen sind so angelegt, dass sich beim Gehen immer neue Perspektiven eröffnen. Kunst und Natur stehen hier gleichberechtigt nebeneinander.
Der Skulpturenpark – Kunst, Natur und Öffentlichkeit
Aus dem Wunsch, diesen Ort zu teilen, entstand der Skulpturenpark.Er ist öffentlich zugänglich und zeigt zeitgenössische Positionen in einer Landschaft, die nicht dominiert, sondern mitträgt.
Im Gespräch mit Loretta Würtenberger werden konkrete Werke und Künstler:innen benannt:Skulpturen von Ulrich Rückriem, spiegelnde Arbeiten von Jorinde Voigt, frühere Positionen von Maria Loboda. Am Eingang markiert ein Fahnenmast den politischen Anspruch des Ortes – jährlich bespielt von wechselnden künstlerischen Statements, unter anderem von Esra Gülmen.
Kunst erscheint hier nicht als Setzung, sondern als Einladung: zum Gehen, zum Verweilen, zum gemeinsamen Erleben. Auch Kinder, Familien und Nachbar:innen sind Teil dieses Ortes. Alltag, Spiel und Kunst greifen ineinander.
Die Gesprächsatmosphäre ist dabei ruhig und offen. Es wird erzählt, erinnert, gelacht – ohne Pathos, mit großer Genauigkeit. Architektur, Sammlung und Leben erscheinen als miteinander verwoben.
Eine erweiternde Perspektive
Am Rand des Gesprächs öffnet sich eine weitere Ebene: das gemeinsame Buchprojekt von Loretta Würtenberger und Hubertus Graf Zedtwitz, Eine Sprache der Liebe (Verlag Matthes & Seitz Berlin). Das Buch widmet sich der jahrtausendealten Beziehung zwischen Mensch und Pferd – als kulturellem, historischem und emotionalem Gefüge.
Das Buch lässt sich als Ausdruck einer Haltung lesen: aufmerksam, verantwortungsvoll, zugewandt. Es geht um Beziehung, um Sprache jenseits des Funktionalen und um die Frage, wie Nähe gestaltet werden kann, ohne zu vereinnahmen. Eine Perspektive, die auch im Nachdenken über Kunst, Verantwortung und Weitergabe mitschwingt.
Themen:
Künstlernachlässe · Verantwortung · Institute for Artists & Estates · Schlossgut Schwante · Skulpturenpark · Öffentlichkeit
Hören:Website · Spotify · Apple Podcasts · YouTube
Links & Credits:Institute for Artists & Estates · Schlossgut Schwante
Anknüpfende Gespräche finden sich im Bereich: Kunstmarkt

Aug 1, 2025 • 1h 15min
Franziska Stünkel – Coexist, Nahschuss und 15 Jahre Sommer.Frische.Kunst. in Bad Gastein
Franziska Stünkel, Fotokünstlerin und Filmregisseurin, und Andrea von Goetz, Initiatorin der Sommerfrische Kunst, beleuchten die spannende Koexistenz von Kunst und Tradition in Bad Gastein. Stünkel spricht über ihre Langzeitserie 'Coexist', die unterschiedliche Kulturen entdeckt. Sie diskutieren auch die Herausforderungen im Film 'Nahschuss', der persönliche Geschichten unter politischem Druck erzählt. Zudem erhalten wir Einblicke in 15 Jahre Sommerfrische Kunst und deren Entwicklung durch kreative Begegnungen, die die Sichtbarkeit von Kunst fördern.

Jul 25, 2025 • 45min
Geschmackssache – Wie Küche zur Kultur wird | Großer Kiepenkerl
Großer Kiepenkerl und die Leichtigkeit der Kunst x Genau! Westfalen!
Diese Episode ist Teil der Reihe „Genau! Westfalen!“ im Themenjahr 1250 Jahre Westfalen, gefördert von der LWL-Kulturstiftung und der LWL-Kulturabteilung.
Küche ist mehr als Versorgung. Sie prägt Biografien, Rituale und Zugehörigkeit. Gerichte tragen Erinnerungen, erzählen von Herkunft und verändern sich mit den Menschen, die sie kochen und weitergeben. In Gasthäusern verdichten sich diese Erfahrungen – als Alltagspraxis und als kultureller Raum.
Die Folge Geschmackssache x Großer Kiepenkerl richtet den Blick auf Esskultur als Teil gesellschaftlicher Identität. Es geht um Küche als gelebte Tradition, um Wandel und um die Frage, wie Essen Gemeinschaft stiftet – heute ebenso wie über Generationen hinweg.
Zu Gast sind Wilma und Regina Gräfin von Westphalen, Gastgeberinnen des Gasthauses Großer Kiepenkerl in Münster. Mutter und Tochter sprechen über westfälische Küche, Verantwortung in der Gastronomie und darüber, warum bestimmte Speisen ein Gefühl von Zuhause auslösen.
Geschmack und Identität
Wer einen Gastraum betritt, begegnet nicht allein Speisekarten und Rezepten. Es sind Haltungen, Routinen und Erwartungen, die den Ort prägen. Küche wird hier als Ausdruck von Identität sichtbar – zwischen Tradition und Gegenwart.
Der Große Kiepenkerl steht dabei für eine Küche, die sich ihrer Herkunft bewusst ist und zugleich offen bleibt für Veränderung.
Blicke, Wege, Prägungen
Im Gespräch erzählen Wilma und Regina Gräfin von Westphalen von familiären Prägungen, von Intuition in der Küche und von Entscheidungen, die Gastronomie heute verlangt. Essen erscheint als biografische Erzählung – weitergegeben, angepasst, neu gelesen.
Deutlich wird ein Verständnis von Gastlichkeit, das Verantwortung einschließt: für Produkte, für Menschen, für Atmosphäre.
Küche als kulturelle Praxis
Esskultur ist mehr als Geschmack. Sie verbindet Handwerk, Zeit und Gemeinschaft. Im Großen Kiepenkerl wird Küche als Alltagspraxis sichtbar, die Werte transportiert – leise, selbstverständlich, wirksam.
Regionale Zutaten, vertraute Gerichte und neue Impulse stehen dabei nicht im Widerspruch, sondern im Dialog.
Wandel, Haltung, Verantwortung
Ein zentraler Punkt des Gesprächs ist der Wandel. Essgewohnheiten verändern sich, Erwartungen ebenso. Fragen nach Nachhaltigkeit, nach zeitgemäßer Küche und nach gesellschaftlicher Verantwortung gehören heute zur gastronomischen Praxis.
Küche wird hier zu einem Ort, an dem Werte verhandelt werden – nicht theoretisch, sondern im Tun.
Warum Westfalen?
Westfalen bildet den konkreten Rahmen dieser Folge. Die Stadt, ihre Geschichte und ihre Alltagskultur prägen den Ort ebenso wie die Menschen, die ihn tragen. Das Restaurant Großer Kiepenkerl wird so zur Bühne und bietet Raum für größere Fragen zum Thema Identität, Gemeinschaft, Zusammenhalt und Identität.
Themen dieser Folge
Großer Kiepenkerl · Esskultur · Identität · Küche als Kultur · Gastlichkeit · Gemeinschaft · Wandel
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Weitere Folgen der Reihe Genau! Westfalen
Gespräche aus der Kategorie LWL x Die Leichtigkeit der Kunst
Neu hier? – Einstieg in den Kunstpodcast
Links & Credits
Großer Kiepenkerl 1250 Jahre WestfalenLWL-Kulturstiftung
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Website · Spotify · Apple Podcasts · YouTube
Diese Episode ist als persönliches Gespräch vor Ort entstanden.Letzte redaktionelle Überarbeitung: Januar 2026.
Wilma und Regina von Westpfahlen und Claudia Linzel im Gespräch über den Großen Kiepenkerl, 1250 Jahre Westfalen sowie Geschmack und Identität für den Podcast Die Leichtigkeit der Kunst x Genau! Westfalen!

Jul 22, 2025 • 58min
Udo Lindenberg in der LUDWIGGALERIE – Zwischen Faust, Freiheit und Farben
Udo Lindenberg – Sänger, Maler, Grenzgänger, Ikone. In der LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen ist sein Werk erstmals in dieser Tiefe zu sehen. In dieser Folge erzählt Museumsdirektorin Dr. Christine Vogt, wie sie das Udoversum kuratiert hat – mit Raum für Musik, Malerei, Selbstinszenierung und Verantwortung. Vom „schnellen Stricher“ bis zum gesellschaftspolitischen Kommentator: Ein Gespräch über Bilder, Biografien und die Kraft der Kunst.
Themen dieser Folge:
Bild, Bühne, Biografie – wie Kunst und Musik bei Udo ineinandergreifen
Die „Menschenfamilie“ als künstlerische Utopie
Über Bildwitz, Gesellschaftskritik und den „Pakt“ mit sich selbst
Die kuratorische Handschrift von Christine Vogt
Schloss Oberhausen als Raum für Popkultur und Kunstreflexion
Ausstellung, Termin und Ort:Titel: Udo Lindenberg – Kometenhaft panisch. Likörelle, Udogramme, nackte Akte & viel mehrOrt: LUDWIGGALERIE Schloss OberhausenLaufzeit: 29. Juni – 28. September 2025
Gast:Dr. Christine Vogt, Direktorin der LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen, Kuratorin der Ausstellung
Podcast hören:„Die Leichtigkeit der Kunst“ ist kostenlos auf allen Plattformen verfügbar:
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Tipp: Jetzt abonnieren und keine Folge mehr verpassen!
Links zur Folge:www.ludwiggalerie.dewww.broststiftung.ruhr
Öffentliche Führungen:Jeden Sonn- und Feiertag um 11:30 Uhr
Alle Termine und Führungen zur Ausstellung findet ihr direkt auf den Websites der LUDWIGGALERIE.
Begleite den Podcast:
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Fragen oder Anregungen?Mail an: claudia@dieleichtigkeitderkunst.de

Jul 18, 2025 • 51min
Sean Scully. Stories | Bucerius Kunst Forum | Kunstpodcast | 2025
Sean Scully – Abstraktion und Erinnerung mit Dr. Kathrin Baumstark
Eine Leerstelle, die sichtbar wird
Abstrakte Malerei wird häufig als formale Sprache gelesen.Und doch bleibt oft offen, wie sich Linien, Farben und Flächen heute als Träger von Erfahrung, Erinnerung und Zeit lesen lassen.
Diese Folge setzt genau hier an:bei den Bildern selbst, bei ihren Entstehungsbedingungen und bei der Frage, wie abstrakte Malerei im musealen Raum erzählt werden kann – ohne Deutung, ohne Überformung.
Dr. Kathrin Baumstark
Direktorin des Bucerius Kunst Forum.Sie arbeitet kuratorisch an der Schnittstelle von moderner und zeitgenössischer Kunst und beschäftigt sich mit der Frage, wie abstrakte Werke heute gezeigt werden können, ohne ihre Offenheit zu verlieren.
Im Mittelpunkt ihrer Arbeit stehen Ausstellungen, die Raum für Wahrnehmung lassen und den Dialog zwischen Werk, Biografie und Gegenwart ermöglichen.
Bucerius Kunst Forum
Das Gespräch ist im Bucerius Kunst Forum in Hamburg entstanden.Das Ausstellungshaus zeigt internationale monografische und thematische Ausstellungen und versteht sich als Ort des konzentrierten Sehens.
Ausstellungen, Kataloge und Gespräche sind dabei eng miteinander verbunden und bilden gemeinsam einen erweiterten Resonanzraum für Kunst und Öffentlichkeit.
Ausgangspunkt des Gesprächs ist die Retrospektive „Sean Scully. Stories“, die zentrale Werkgruppen aus mehreren Jahrzehnten zusammenführt.
Thema der Folge
Im Mittelpunkt steht Sean Scully und sein malerisches und auch fotografisches Werk:Abstrakte Malerei als Erfahrungsraum, als Träger von Erinnerung, Verlust und biografischer Prägung – betrachtet aus kuratorischer und institutioneller Perspektive.
Sean Scully Stories im Kontext der Ausstellung
Das Gespräch nähert sich Sean Scully nicht über kunsthistorische Zuschreibungen, sondern über seine malerische Praxis.Besprochen werden Werkgruppen wie Wall of Light und die Doric Paintings, ihre Entwicklung über Jahrzehnte hinweg und ihre Bedeutung innerhalb der Ausstellung.
Im Fokus stehen Entscheidungen im Bild: Rhythmen, Verdichtungen, Unterbrechungen.Es geht um Materialität, um Farbe, um Wiederholung – und um die Frage, wie abstrakte Malerei persönliche Erfahrung sichtbar machen kann, ohne sie abzubilden.
Der Ausstellungskatalog als vertiefende Ebene
Eine besondere Rolle spielt der Ausstellungskatalog zu Sean Scully. Stories.Er basiert auf einem ausführlichen Langinterview zwischen Kathrin Baumstark und Sean Scully und eröffnet persönliche Einblicke in Biografie, Arbeitsweise und Haltung des Künstlers.
Der Katalog fungiert dabei nicht als Begleitmaterial, sondern als eigenständige Erweiterung der Ausstellung.Im Podcast wird dieser Dialog aufgegriffen und in den institutionellen Kontext der Ausstellung eingeordnet – als Verbindung von Werk, Gespräch und Raum.
Warum dieses Thema jetzt
Abstrakte Malerei wird oft als zeitlos betrachtet.Gleichzeitig stellt sich heute neu die Frage, wie solche Werke gelesen werden können – in einer Gegenwart, die von Brüchen, Verlusten und Unsicherheiten geprägt ist.
Das Gespräch mit Kathrin Baumstark setzt an diesem Punkt an:Wie kann ein Museum abstrakte Kunst zeigen, ohne sie zu erklären?Welche Rolle spielen kuratorische Entscheidungen dabei, Offenheit zu bewahren?Und wie lässt sich Abstraktion als menschliche, erfahrungsbasierte Sprache ernst nehmen?
Die Folge bleibt nah an der Ausstellungspraxis und am Werk selbst.
Zur Folge
Diese Episode nähert sich Sean Scully aus der Perspektive der Ausstellung.Sie beschreibt, wie abstrakte Malerei im musealen Kontext verhandelt wird – zwischen Werk, Biografie und Gegenwart.
Ohne Interpretation. Ohne Pathos. Mit offenem Blick.
Themen
Sean Scully · Abstrakte Malerei · Ausstellung · Zeitgenössische Kunst · Erinnerung · Museumspraxis · Bucerius Kunst Forum · Kuratorische Praxis
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Henri Cartier-Bresson | Bucerius Kunst Forum
Lee Miller | Bucerius Kunst Forum Hamburg
Geniale Frauen | Bucerius Kunst Forum Hamburg
Georges Braque | Bucerius Kunst Forum Hamburg
200 Jahre Fotografie
Links & Credits
Bucerius Kunst Forum, HamburgPlaylist von Sean Scully zur Ausstellung Stories auf Spotify
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Diese Episode ist als persönliches Gespräch vor Ort entstanden.Im direkten Gegenüber, ohne digitale Distanz, entwickelt sich ein Austausch, der Gesten, Pausen und Zwischentöne ebenso zulässt wie kuratorische Einordnung und institutionelle Perspektiven.
Diese Episode entstand in Kooperation mit dem Bucerius Kunst Forum.
Letzte redaktionelle Überarbeitung: Januar 2026.
Aus dem Podcast Die Leichtigkeit der Kunst
Gesprächssituation für den Podcast Die Leichtigkeit der Kunst

Jul 11, 2025 • 1h 39min
Marina Abramović Institute im Dialog mit Joseph Beuys
Marina Abramović und MAI im Dialog mit Joseph Beuys
Eine lebendige Beziehung zum Archiv
Archive werden häufig als Orte des Bewahrens verstanden.Diese Folge setzt einen anderen Akzent.
Im Zentrum steht ein künstlerisches Archiv, das aktiviert wird: das Werk und die Sammlung von Joseph Beuys im Museum Schloss Moyland.Ausgangspunkt ist eine Residency, die das Marina Abramović Institute gemeinsam mit dem Museum initiiert hat. Internationale Performance-Künstler:innen arbeiten vor Ort – im direkten Bezug auf das Beuys-Archiv.
Nicht erklärend, nicht kommentierend, sondern im zeitgenössischen Vollzug.
Der Ort des Gesprächs
Das Gespräch entsteht im Museum Schloss Moyland.Das Haus beherbergt eine der weltweit umfangreichsten Sammlungen zu Joseph Beuys und versteht sich als Forschungs- und Arbeitsort.
Die Residency nutzt diesen Ort nicht als Kulisse, sondern als Arbeitsumfeld.Archive, Räume und Wege des Hauses werden Teil der künstlerischen Recherche.
Die Residency
Die Zusammenarbeit zwischen Museum Schloss Moyland und dem Marina Abramović Institute bringt 13 internationale Performance-Künstler:innen zusammen. Sie arbeiten über mehrere Wochen hinweg vor Ort.
Ausgangspunkt sind keine festgelegten Themen oder Ergebnisse.Im Fokus stehen Prozesse: Lesen, Beobachten, körperliche Erfahrung, Austausch.
Die künstlerischen Arbeiten entstehen im Spannungsfeld zwischen Archivmaterial, räumlicher Präsenz und individueller Praxis.
Performance und Archiv
Im Gespräch wird deutlich, wie sich Performancekunst und Archivarbeit begegnen.Nicht als Gegensatz, sondern als fortlaufende Beziehung.
Das Archiv liefert Material, Geschichte und Kontext.Die Performance reagiert darauf mit Zeit, Körper und Handlung.
Thematisiert werden Fragen nach Verantwortung, Weitergabe und künstlerischer Freiheit – ohne diese zu definieren oder festzuschreiben.
Kuratorische Entscheidungen
Ein Teil des Gesprächs widmet sich der kuratorischen Struktur der Residency.Besprochen werden Auswahlprozesse, Arbeitsbedingungen und der bewusste Verzicht auf Vorgaben.
Die Beteiligten beschreiben, wie Räume geöffnet werden – für individuelle Recherchen ebenso wie für kollektive Momente.Nicht als Programm, sondern als Rahmen.
Ein Eindruck der Prozesse
Die Folge gibt Einblick in den Alltag der Residency:Arbeitsphasen, Gespräche, Pausen, körperliche und geistige Bewegungen.
Die entstehenden Arbeiten werden nicht erklärt.Stattdessen wird nachvollziehbar, unter welchen Bedingungen sie entstehen.
Archiv, Performance und Institution erscheinen als miteinander verbundene Praxis.
Kein Abschluss
Diese Folge zieht keine Schlüsse.Sie beschreibt eine künstlerische Konstellation, in der Archivarbeit, Performancekunst und institutionelle Verantwortung zusammenkommen.
Was daraus entsteht, bleibt offen – und genau darin liegt die Qualität dieses Dialogs.
Zur Folge
Gesprächspartner:innen
Dr. Antje-Britt Mählmann, Direktorin Museum Schloss Moyland
Serge le Borgne, Künstlerischer Leiter Marina Abramović Institute
Cristiana Cott Negoescu, Performance-Künstlerin (Residency)
Maria Stamenkovic Herranz, Performance-Künstlerin (Residency)
OrtMuseum Schloss Moyland, Bedburg-Hau
Ausstellung / ProjektMarina Abramović und MAI im Dialog mit Joseph Beuys14. Juli – 26. Oktober 2025
Themen
Joseph Beuys · Marina Abramović · Marina Abramović Institute · Performancekunst · Archiv · Residency · Ausstellungspraxis · Institution · Verantwortung · Zeitgenössische Praxis
Weiterhören – Gespräche im Kontext von Joseph Beuys
Joseph Beuys in der Sammlung der Kunstmuseen Krefeld
Weitere Episoden zum Thema Archiv
ZADIK
Kunstverein München
Links zur Folge
Museum Schloss Moyland
Marina Abramović Institute (MAI)
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Letzte redaktionelle Überarbeitung: Januar 2026.
Aufnahmesituation für den Podcast Die Leichtigkeit der Kunst
Zitat von Dr. Antje-Britt Mählmann aus der Podcastfolge Die Leichtigkeit der Kunst.

Jul 4, 2025 • 1h 22min
Abstraktion & Ambition - Paris 1955 im Emil Schumacher Museum | Kunstpodcast Die Leichtigkeit der Kunst
Abstraktion & Ambition – Paris 1955 im Emil Schumacher Museum
Kunstpodcast Die Leichtigkeit der Kunst
Ein Moment, der nachwirkt
Manche Ausstellungen verschwinden nicht, weil sie unbedeutend waren.Sondern weil sich die Erzählungen verschieben.
1955 zeigte der Cercle Volney in Paris die AusstellungPeintures et sculptures non figuratives en Allemagne d’aujourd’hui.Ein kurzer Moment internationaler Aufmerksamkeit für abstrakte Kunst aus Deutschland –und doch einer, der für viele der beteiligten Künstler:innen prägend blieb.
Diese Folge kehrt zu diesem Moment zurück.
Der Ort heute
Das Gespräch entsteht im Emil Schumacher Museum in Hagen.Ein Haus, das sich seit Jahren mit dem Informel, mit Abstraktion und mit Fragen von Sichtbarkeit und Erinnerung beschäftigt.
Von hier aus richtet sich der Blick zurück nach Paris –und zugleich nach vorn, auf das, was Ausstellungen bewahren oder verlieren können.
Paris 1955 neu betrachtet
Gemeinsam mit Dr. Anne-Kathrin Hinz und Rouven Lotz nähert sich das Gespräch der historischen Ausstellung Schritt für Schritt.
Es geht um Konstellationen, um Auswahlprozesse, um internationale Erwartungen.Um abstrakte Kunst als Möglichkeit – und als Risiko.Und um die Frage, wie sehr Karrieren, Wahrnehmung und kunsthistorische Linien von einzelnen Momenten abhängen können.
Beziehungen, Netzwerke, Türen
Im Gespräch wird deutlich, welche Rolle persönliche Kontakte, institutionelle Nähe und internationale Netzwerke spielten.Auch Emil Schumacher taucht hier als Figur auf – nicht isoliert, sondern eingebettet in Beziehungen, Gespräche, Einladungen.
Paris 1955 erscheint weniger als singuläres Ereignis, sondern als Knotenpunkt.
Was sich daran ablesen lässt
Fast beiläufig öffnet sich der Blick auf größere Zusammenhänge.Abstraktion als Ausdruck von Aufbruch.Kunst als Möglichkeit internationaler Verständigung.Und Ausstellungen als Orte, an denen gesellschaftliche Erwartungen sichtbar werden.
Nicht alles davon bleibt.Nicht alles wird erinnert.
Kein Rückblick im klassischen Sinn
Diese Folge rekonstruiert nicht, um abzuschließen.Sie fragt, was bleibt –und wer heute darüber entscheidet, welche Geschichten weitergetragen werden.
Zur Folge
Gesprächspartner:innen:Dr. Anne-Kathrin Hinz, Kunsthistorikerin, Kuratorin, Forschungsstelle Informelle Kunst, Universität BonnRouven Lotz, Direktor Emil Schumacher Museum
Ort:Emil Schumacher Museum, Hagen
Ausstellung:Paris 1955 – Deutsche Abstrakte im Zentrum der ModerneEmil Schumacher Museum, Hagen, 2025
Themen
Paris 1955 · Abstraktion · Informel · Netzwerke · Erinnerung · Internationale Kunstgeschichte · Verantwortung von Ausstellungen · Deutsche Nachkriegskunst
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Links & Credits:
Emil Schumacher Museum
Kunsthistorisches Institut der Universität Bonn
Letzte redaktionelle Überarbeitung: Januar 2026.


