

Überblick-Supervision
Tina Heitmann & Henning Schnieder
Die Supervisoren Tina Heitmann und Henning Schnieder sprechen monatlich mit Gästen aus Wissenschaft und Praxis zu Themen rund um Supervision und Beratung.
Die Beiträge leben vom dynamischen Gespräch, in dem die Wortbeiträge jeweils in der Verantwortung der Sprechenden liegen. Wir wünschen uns einen möglichst offenen Diskurs und laden herzlich dazu ein, dass sich auch die Zuhörenden durch Kommentare zu den Episoden, oder per Mail, daran beteiligen. Die Beiträge der Zuhörenden werden in der weiteren Gestaltung des Podcastes diskursiv berücksichtigt.
Die Beiträge leben vom dynamischen Gespräch, in dem die Wortbeiträge jeweils in der Verantwortung der Sprechenden liegen. Wir wünschen uns einen möglichst offenen Diskurs und laden herzlich dazu ein, dass sich auch die Zuhörenden durch Kommentare zu den Episoden, oder per Mail, daran beteiligen. Die Beiträge der Zuhörenden werden in der weiteren Gestaltung des Podcastes diskursiv berücksichtigt.
Episodes
Mentioned books

Apr 3, 2024 • 1h 34min
Lehr- und Lernprozess
Pioniere der Supervision: Louis Lowy
Louis Lowy hat Supervision als Lehr- und Lernort verstanden – übrigens nicht einseitig, sondern wechselseitig. Sein lernorientiertes Konzept ist eng verknüpft mit der Akademisierung der Sozialen Arbeit in den 1960er und 70er Jahren und wurde als Praxisreflexion in der akademischen Ausbildung von Sozialarbeitenden implementiert. Für ihn ist Soziale Arbeit eine Handlungswissenschaft, in der es darum geht Menschen bei der Alltagsbewältigung zu begleiten und Supervision ein agogischer Lehr- und Lernprozess für die professionelle Sozialarbeit, insbesondere in Bezug auf die Auseinandersetzung mit der beruflichen Rolle und dem Klientensystem. Wenngleich Lowy der festen Überzeugung war, dass Supervision als Möglichkeitsraum auf andere Professionen übertragbar ist. Für ihn war Supervision vor allem Persönlichkeitsbildung, die es braucht um im eigenen beruflichen Handlungsfeld auch handlungsfähig zu sein.
Zu verfolgende übergeordnete Ziele bei Professionellen durch Supervision waren für ihn 1) agogisches Handeln 2) partnerschaftliches Handeln 3) reflektiertes Handeln 4) wertegebundenes Handeln 4) einflussnehmendes Handeln. Dazu braucht es aus seiner Sicht 1) kognitives Lernen 2) affektives Lernen 3) verhaltensmotorisches Lernen (üben) 4) integriertes Lernen, in dem die drei Ebenen verbunden werden (in: Lowy 1977 „Supervision: ein agogischer Lehr- und Lernprozeß“).
Da Henning und Tina ebenso wie die Expertin zum Thema, Heidrun Stenzel, sowohl aus der Sozialarbeit kommen, Supervision in Weiterbildungen gelernt haben, als auch als Supervisoren arbeiten und auch in der Ausbildung von Supervisoren tätig sind, sprechen sie in dieser Folge aus den jeweils unterschiedlichen Perspektiven. Im Gespräch vermischen sich manchmal die Ebenen, das bitten wir zu entschuldigen.///
Literatur: Lorrie Greenhouse Gardella "Louis Lowy - Sozialarbeit unter extremen Bedingungen - Lehren aus dem Holocaust" /// Louis Lowy mit Theresa Bock (1974) "Lehrplanentwicklung für Sozialarbeiter und Sozialpädagogen" ///
Wir sind per Mail über kontakt@ueberblick-podcast zu erreichen, oder bei Instagramm unter ueberblick_podcast.
/// Heidrun Stenzel: https://www.herwig-stenzel.de/ueber_uns_stenzel.html ///
Offene Fragen an die Community: Wird Supervision noch als Lehr- und Lernprozess verstanden? Wie geht Supervision mit ihren Wurzeln, ihren Vorfahren um? Welche Form der Erinnerungskultur möchte sie pflegen, um damit professionelle Identität zu bilden? Welchen Raum/Ort welche Würdigung stellt sie den vorausgehenden Generationen und ihrem Wissen zur Verfügung? Auf welche Art stellt sie sich selbstkritisch dem Prozess von Kontinuität und Veränderung?

Mar 6, 2024 • 1h 14min
Unabhängigkeit
Pioniere der Supervision: Cora Baltussen
Die Wurzeln der Supervision in Deutschland sind bedeutsam für die Entwicklung und Professionalisierung des berufsbezogenen Beratungsformats.
Wir setzen uns daher im Themenschwerpunkt "Pioniere der Supervision" damit auseinander, wer zur Etablierung des Formats beigetragen hat, wie das im Kontext der gesellschaftlichen Zusammenhänge der Zeit zu verstehen ist und welche Bedeutung diese Beiträge heute noch haben. Darüber wird sichtbar wie sich vergangene und aktuelle Diskurse und Entwicklungslinien nachvollziehen lassen. Wesentlichen Einfluss hatte bspw. Cora Baltussen, eine niederländische Sozialarbeiterin, die in den 1960er Jahren massgeblich vor allem Einzesupervision in der Ausbildung von Sozialarbeitenden und später in der Ausbildung der ersten Supervisoren beteiligt war. Darüber sprechen wir mit Dr. Volker Walpuski, der sich in seiner Dissertation intensiv mit der Rolle Baltussens in der ersten Entwicklungsphase von Supervision beschäftigt hat. Seine Arbeit wurde als Buch unter dem Titel "Zwischen Restauration und Inneren Reformen - Cora Baltussens transnational kontextualisiertes Leben und Wirken als Beitrag zur Entwicklung der Supervision in der Bundesrepublik Deutschland in den 1960er Jahren" veröffentlicht.
Wie immer liegt die Verantwortung für die jeweiligen Wortbeiträge bei den Sprechenden. Um Resonanz im Sinne einer diskursorientierten demokratischen Gemeinschaft wird ausdrücklich gebeten (per Mail: kontakt@ueberblick-podcast.de; oder Instagram: https://www.instagram.com/ueberblick_podcast/).

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Feb 7, 2024 • 1h 24min
Positionierung
Robert Erlinghagen, Politikwissenschaftler und erfahrener Supervisor und Berater. Dr. Annette Mulkau, Vorstandsvorsitzende der DGSv und erfahrene Supervisiorin und Hochschulprofessorin. Sie sprechen über die Positionierung des Fachverbands, Abgrenzung von Supervision gegenüber Coaching und Qualitätsanforderungen für Weiterbildungen. Es geht auch um demokratische Haltung, gesellschaftliche Verantwortung und Zukunftsthemen wie Klima und Organisationsberatung.

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Dec 6, 2023 • 34min
Rückblick
Jahresrückblick auf Entstehung, Lernkurve und technische Entwicklung des Formats. Gesprächsführung, Redeanteile und Atmosphäre für Teilnehmende stehen im Fokus. Diskussionen über Scham, Gruppenprozesse, Habitus und Machtreflexion. Hörerfeedback, Praxisbezug und geplante Themen für 2024 wie Supervisionsgeschichte und Geschlechtervielfalt werden angesprochen.

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Nov 1, 2023 • 1h 15min
Kinderschutz
Dr. Elke Nowotny, Diplom-Psychologin und erfahrene Kinderschutztherapeutin, berichtet aus jahrzehntlicher Praxis in Kinderschutzzentren. Sie spricht über komplexe Beratungsprozesse, die Rolle von Beziehung und Transparenz zu Herkunftseltern. Themen sind Teamkultur, Supervision für Fachkräfte und schwierige Abwägungen zwischen Schutz und familiärem Verbleib.

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Oct 4, 2023 • 1h 29min
Habitus
Dr. Regina Heimann, Habitusforscherin und Supervisorin, verbindet Forschung und Praxis. Sie erklärt Habitus knapp und anschaulich. Gespräche drehen sich um Barrieren beim Hochschulzugang, soziale Ausgrenzung durch Sprache und Kleidung sowie Hysteresis beim Feldwechsel. Praxisnahe Tipps zu habitussensibler Supervision und der Rolle von Mentorinnen und Mentoren runden das Gespräch ab.

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Sep 6, 2023 • 1h 13min
Körper
Prof. Dr. Heike Friesel-Wark, Sozialarbeiterin, Suchttherapeutin und Professorin für Beratung, forscht zur Relevanz des Körpers in der Sozialen Arbeit. Sie spricht über den Körper als kommunikative Brücke, Nähe und Distanz, Traumaangst bei Berührungen sowie die Delegation körperlicher Zuständigkeit. Außerdem geht es um Kleidung, Habitus und wie leibliche Reaktionen in Supervisionen genutzt werden können.

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Aug 9, 2023 • 2h 33min
Sonderfolge: Beratungsformate
Kurzbeiträge zu Suchtberatung, Mädchenberatung, Schulberatung, Paarberatung und Opferberatung werden vorgestellt. Themen sind Zugangswege, Haltung in Beratung, Schweigepflicht und Dreiecksmandate. Diskussionen behandeln Intersektionalität, Machtverhältnisse, Schutzräume und Finanzierungsfragen. Studierende reflektieren didaktische Formate und Praxisbezüge.

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Jul 5, 2023 • 1h 5min
Interkulturalität
Jimena Mjia-Gil, Dozentin mit Hintergrund in Volkswirtschaft, Linguistik und Sozialer Arbeit, forscht zu Trans- und Interkulturalität sowie Rassismuskritik. Sie spricht über Interkulturalität als Alltagsrealität. Es geht um Kulturbegriffe, Kulturalisierung als simplifizierende Erklärung und wie Macht, Othering und Ressourcenzugänge zusammenhängen. Außerdem: Schuld versus Verantwortung und wie Supervision nachhaltig wirken kann.

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Jun 7, 2023 • 1h 11min
Geschlechterdiskurs
Miriam Bredemann, promovierte Sozialwissenschaftlerin und Supervisorin mit Schwerpunkt Geschlecht, erläutert ihre diskursanalytische Forschung. Sie spricht über wie supervisorische Milieus traditionelle Geschlechterbilder reproduzieren. Es geht um konfessionelle Einflüsse, blinde Flecken wie Intersektionalität und konkrete Praxisbeispiele für geschlechtersensible Supervision.


