detektor.fm | Podcasts

detektor.fm – Das Podcast-Radio
undefined
Aug 29, 2025 • 28min

Spektrum der Wissenschaft – Der Podcast | Computer und KI: Retter der Mathematik?

Könnten Computer und Programme wie der Beweisprüfer Lean die Mathematik retten? Diese Frage stellen sich Forschende weltweit angesichts einer immer komplexer werdenden Disziplin. Denn die Mathematik steht heute vor einem grundlegenden Problem: Sie ist so stark spezialisiert und kompliziert geworden, dass oft nur noch wenige Expertinnen und Experten weltweit in der Lage sind, bestimmte Beweise vollständig nachzuvollziehen. Das erschwert die unabhängige Überprüfung und erhöht die Gefahr, dass Fehler unentdeckt bleiben. Lean — die Lösung? Gleichzeitig wächst die Zahl neuer Arbeiten rasant, sodass niemand mehr den Überblick behalten kann. Genau hier setzen Computer mit Programmen wie Lean an. Diese sogenannten Beweisprüfer helfen, die Mathematik in eine formale Sprache zu übersetzen, die Maschinen dann Schritt für Schritt überprüfen können. Die Hoffnung ist neben der Vermeidung von Fehlern auch, dass die Ergebnisse so wieder für alle Fachleute nachvollziehbar werden. Seit den 2010er Jahren wächst die „Formalisierungs-Community“, die neben Lean auch mit Projekten wie „Mathlib“ bereits Millionen Zeilen mathematischer Definitionen und Sätze in Code überführt hat. Zudem ermöglichen digitale Plattformen eine neue Form der Zusammenarbeit: Forschende, Studierende und Interessierte weltweit können gleichzeitig an Teilaufgaben arbeiten und so gemeinsam selbst komplizierteste Beweise prüfen. Ein aktuelles Beispiel: Eine Gruppe von deutschen Schülerinnen und Schülern beschäftigte sich intensiv mit dem berühmten Banach-Tarski-Paradoxon und entschlüsselte es mit einem Computer. Programme wie Lean und die Kraft der künstlichen Intelligenz sollen solche Prozesse in Zukunft noch beschleunigen. Damit könnte die Mathematik nicht nur zuverlässiger, sondern auch kollaborativer und zugänglicher werden — und sich von einem einsamen Expertenspiel zurück in einen echten Teamsport verwandeln. „Die Mathematik als Disziplin ist super fragmentiert“, sagt Manon Bischoff. Sie ist Redakteurin für Mathe und Physik bei Spektrum der Wissenschaft. Im Gespräch mit detektor.fm-Moderator Marc Zimmer erklärt sie, worin eines der größten Probleme der modernen Mathematik besteht und wie Computer und KI in Zukunft helfen sollen, es zu lösen.
undefined
Aug 29, 2025 • 55min

Antritt | Interview: Wie war das Transcontinental Race, Martin Moritz?

In dieser Ausgabe vom „Antritt“ spricht Martin Moritz über seine Erfahrungen beim Transcontinental Race 2025, bei dem er am Ende sensationell Zweiter geworden ist. Das Transcontinental Race Einmal quer durch Europa: Das Transcontinental Race zählt zu den härtesten Radrennen der Welt. In diesem Jahr ging es von Santiago de Compostela an der spanischen Atlantikküste bis ins rumänische Konstanza am Schwarzen Meer. Fast 5000 Kilometer, auf denen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer komplett auf sich allein gestellt sind. Das Transcontinental Race ist ein sogenanntes Unsupported-Rennen: Von der Routenplanung über Verpflegung und Reparaturen muss alles selbst organisiert werden. Warum macht man so was? Martin Moritz spielt eigentlich American Football und kommt dann durch eine Knieverletzung zum Radfahren. Irgendwann reist er als Fan zur Tour de France, fährt selbst Alpenpässe und fühlt sich in den Bergen immer mehr zum Radsport hingezogen. Seine Touren werden länger und eines Tages merkt er: Er hat nach langen Ausfahrten mehr Energie als andere. Die Sache mit der Fähre Die Organisatoren hatten sich für das Transcontinental Race in diesem Jahr eine Besonderheit ausgedacht. Teil der Route war eine Überfahrt mit der Fähre von Bari in Italien nach Durrës in Albanien – verpasst man die Fähre, kann ein ganzer Tag verloren gehen. Auch für Martin Moritz ist sie ein zusätzlicher Stressfaktor und gleichzeitig faszinierend. Er schaut sich die Fähre am Sonntagabend aus, glaubt während des Rennens nicht mehr daran, diese Fähre noch rechtzeitig zu erreichen und denkt zwischenzeitlich auch ans Aufgeben. Es ist der emotionale Support seiner Freundin, der Moritz durchhalten lässt. All in or nothing Das Motto von Martin Moritz ist „All in or nothing“. So ähnlich tickt aber auch der 23-jährige Franzose Victor Bosoni: Denn die beiden sind die Einzigen, die es rechtzeitig auf die Fähre schaffen. Zu diesem Zeitpunkt ist schon so gut wie klar, dass Bosoni und Moritz den Sieg unter sich ausmachen. Ab jetzt zählt nur noch, wer schneller fährt und mit weniger Schlaf auskommt. Am Ende hat Victor Bosoni die Nase vorn: Nach 10 Tagen, 16 Stunden und 38 Minuten geht er als jüngster Sieger in die Geschichte des Transcontinental Race ein. Nur sieben Stunden später ist auch Martin Moritz am Ziel – für ein Ultracycling-Rennen ein ziemlich knappes Finish. Antritt bei Steady und Apple Rückenwind geben In unserer eigenen „Antritt“-Community bei Steady könnt ihr die Folge immer schon früher hören. Schaut doch mal bei Steady vorbei, wenn ihr uns unterstützen wollt. Schon 2,50 Euro pro Monat geben uns ordentlich Rückenwind! Übrigens: Auch bei Apple Podcasts Abonnements könnt ihr unseren Fahrradpodcast regelmäßig unterstützen und Episoden früher hören. Passend zu unseren Folgen könnt ihr hier unsere Spotify-Playlist hören:
undefined
Aug 29, 2025 • 31min

brand eins-Podcast | Overtourism ist eine Chance. Overtourismus stellt die Sinnfrage.

Wie entwickelt sich das Tourismusmarketing, Harald Pechlaner?  Sommer, Sonne, Urlaub. Was für die einen eine Zeit der Erholung und Eintauchen in Neues bedeutet, stellt für die anderen Einschränkungen und manchmal Fremdfühlen in der eigenen Stadt oder Region dar: In den vergangenen Monaten hat es immer wieder Berichte über Proteste von Einheimischen in Touristenhochburgen gegeben. Durch Digitalisierung und soziale Netzwerke wird das Phänomen des Overtourism verstärkt. Doch wie groß ist der Einfluss von Social Media wirklich? Häufig führen Reiseunternehmen selbst Befragungen durch. Bei einer Umfrage von HolidayCheck gaben zum Beispiel knapp 70 Prozent der befragten Unter-27-Jährigen an, vor dem Reiseantritt gezielt Orte für Postings in den sozialen Medien zu suchen. Warum ist das so? „Zum einen natürlich durch die zunehmende Digitalisierung, durch die technologischen Entwicklungen, und zum anderen durch einen Vertrauensverlust“, sagt Harald Pechlaner.  Er forscht als Leiter des Lehrstuhls für Tourismus an der Katholischen Universität Eichstätt Ingolstadt sowie am privaten Forschungszentrum Eurac Research. Er ist überzeugt, dass es durch die multiplen Krisen der Gegenwart und durch die Art, wie auf Social Media kommuniziert werde, zu einem Vertrauensverlust in Institutionen, aber auch in das gesellschaftliche Miteinander komme. Und das sei der Moment, wo die Forschenden beobachten, dass die Personalisierung über Social Media dazu beitragen könne, wieder Vertrauen zu schaffen, insbesondere durch Influencerinnen und Influencer mit einer persönlichen Ansprache und Glaubwürdigkeit. Das wirke sich dann auch nachweislich auf die Urlaubsplanung von breiten Bevölkerungskreisen aus. Daher entwickle sich das Social-Media-Marketing bzw. das Tourismus-Marketing generell gerade entscheidend weiter. „Traditionelles Tourismusmarketing gibt es eigentlich gar nicht mehr“, so Harald Pechlaner. Overtourism als Chance Das digitale Marketing habe im Grunde übernommen, und es brauche ganz andere Strategien und Tools, um die Zielgruppen zu erreichen, sagt Pechlaner. Selbst der Begriff der „Zielgruppe“ stehe zur Diskussion. Es gehe um eine neue, eine andere Form von Marketing. Gleichzeitig sei wichtig, eine andere Form von Vertrauen aufzubauen und „die persönliche Note“ zu stärken, also ein auf den Reisenden zugeschnittenes Angebot. Und da kämen dann die Reise-Influencerinnen und Influencer ins Spiel. Wie sich das Tourismus-Marketing verändert und warum er Overtourism als Chance für einen neuen und vor allem auch nachhaltigen Tourismus begreift, darüber spricht Harald Pechlaner in dieser letzten Folge zum Schwerpunkt Tourismus des „brand eins Podcasts“ mit detektor.fm-Moderator Christian Bollert. 
undefined
Aug 29, 2025 • 4min

Was läuft heute? | Mickey 17

Mickey 17 Der vom Leben gebeutelte Mickey fängt als „Expendable“ auf einer Weltraummission an. Seine Aufgabe: alle gefährlichen und potenziell tödlichen Dinge erledigen. Stirbt Mickey, wird er einfach geklont und sein Bewusstsein in den neuen Körper implantiert. Doch bei einer Mission wird Mickey versehentlich für tot erklärt und geklont. Er und sein Doppelgänger müssen nun ums Überleben kämpfen, denn das Klonen von lebendigen Menschen ist streng verboten. Verrückter Sci-Fi-Spaß des „Parasite“-Regisseurs Die Idee hinter diesem verrückten Film stammt vom koreanischen Regisseur Bong Joon-ho, der 2019 mit seinem Film „Parasite“ einen modernen Klassiker geschaffen hat. „Mickey 17“ geht zwar auch auf gesellschaftliche Fragen und Probleme ein, ist aber vor allem eine Komödie. Neben Robert Pattinson sind auch Mark Ruffalo, Toni Collette und Steven Yun Teil der Besetzung. Die verrückte Science-Fiction-Komödie „Mickey 17“ gibt es ab heute bei WOW. Was läuft heute? Wir bringen Licht in den Streaming-Dschungel. In „Was läuft heute?“ klicken wir uns durch Mediatheken und Streaminganbieter — damit ihr es nicht tun müsst. Unsere Empfehlungen findet ihr täglich überall dort, wo es Podcasts gibt.
undefined
Aug 28, 2025 • 14min

Forschungsquartett | Erobert Künstliche Intelligenz die Musik?

Songs aus der Maschine Künstliche Intelligenz ist in der Musik angekommen. Genau wie in vielen anderen Bereichen wird auch in der Musikbranche viel mit KI experimentiert. Sie kann dabei helfen, Texte zu schreiben, Melodien schaffen oder die Produktion vereinfachen. Eine Möglichkeit, KI in der Branche zu nutzen, ist das sogenannte „prompting“. Dabei gibt man einem KI-Modell wie beispielsweise Suno AI bestimmte Komponenten wie Thema, Tempo oder Stimmung, um Musik zu generieren. „Prompting ist eine sehr hilfreiche Technologie, womit man einen sehr schnellen Zugang zu KI und einen sehr schnellen Zugang zu Musik hat“, erklärt KI-Experte und Musiker Prof. Ali Nikrang. Vertragen sich Klassische Musik und KI? Für den KI-Experten und Musiker Ali Nikrang bietet Künstliche Intelligenz jedoch mehr Möglichkeiten als nur das Prompting. Deswegen hat er 2019 die Forschungssoftware „Ricercar“ entwickelt. Das Programm dient zum Experimentieren und verbindet klassische Musik mit Künstlicher Intelligenz. „Ricercar“ entwickelt eigenständig Melodien, kann jedoch durch verschiedene Inputs geleitet werden. So kann dem Programm beispielsweise gesagt werden, dass es sich an Werken bestimmter Künstlerinnen oder Künstler orientieren soll. Das Endprodukt ist somit ein Gemeinschaftswerk von künstlicher und menschlicher Intelligenz. „Wenn ich der KI genau sagen kann, was ich möchte, dann habe ich es mit keinem kreativen System zu tun. Dann kann ich das genauso auch selber machen. Wir brauchen Systeme, die uns laut der Definition von Kreativität auch überraschen können“, so Nikrang. Erobert Künstliche Intelligenz die Musik? Diese Frage beantworten detektor.fm-Moderatorin Karolin Breitschädel und ihre Kollegin Alina Metz im „Forschungsquartett“. Welche Möglichkeiten KI innerhalb der Branche bietet, hat KI-Experte und Musiker Prof. Ali Nikrang erklärt. Er ist Professor für Künstliche Intelligenz und Musikalische Kreation an der Hochschule für Musik und Theater in München und forscht am Ars Electronica Futurelab in Linz.
undefined
Aug 28, 2025 • 4min

Was läuft heute? | Rheingold

Rheingold Der Film „Rheingold“ basiert auf dem autobiografischen Roman „Xatar — Alles oder Nix“. Fatih Akin, der Regisseur des Films, hat sich intensiv mit Xatar ausgetauscht, bevor er angefangen hat zu drehen. Nachdem sie sich über die Filmrechte einig wurden, sind die beiden sogar Freunde geworden. Xatar wurde 1981 als Giwar Hajabi im kurdischen Teil vom Iran geboren. Seine Eltern sind in den Irak geflohen und über Frankreich später nach Deutschland gekommen. Xatars Vater ist irgendwann abgehauen und hat seine Familie im Stich gelassen — das hat seine ohnehin schon schwierige Kindheit nicht gerade einfacher gemacht. Xatar wächst im Ghetto auf und fängt an zu dealen. Später gerät er an ein Kartell, für das er Lieferungen ausführt. Doch eines Tages geht etwas schief und er kann seine Schulden nicht begleichen. Der einzige Ausweg, den er sieht, ist ein Goldraub. Rapper mit Street Credibility Allerdings geht auch besagter Goldraub schief — und Xatar wandert in den Knast. Der Weg dahin ist mit einer Flucht verbunden, die filmreif ist. Schon vor dem Raub hat Xatar gerappt, im Gefängnis verfolgt er seine Musikkarriere weiter. Der Aufenthalt dort war für ihn natürlich schlimm, doch als Rapper geben ihm Raubüberfall und Gefängnis zweifelsohne eine gewisse Street Credibility. Nach fünf Jahren im Gefängnis ist Xatar ein erfolgreicher Rapper geworden, und auch bei seinem Label „Alles oder Nix“ lief es lange ziemlich gut. Mittlerweile ist Xatar verstorben: Er wurde im Mai 2025 tot in seiner Wohnung aufgefunden, die genaue Todesursache ist bis heute ungeklärt. Fatih Akins Film „Rheingold“ über den Rapper könnt ihr euch jetzt bei RTL+ ansehen. Was läuft heute? Wir bringen Licht in den Streaming-Dschungel. In „Was läuft heute?“ klicken wir uns durch Mediatheken und Streaminganbieter — damit ihr es nicht tun müsst. Unsere Empfehlungen findet ihr täglich überall dort, wo es Podcasts gibt.
undefined
Aug 27, 2025 • 33min

Geschichten aus der Mathematik | Curt Herzstark und der erste echte Taschenrechner

Curt Herzstark und die Curta Sie sieht aus wie eine Pfeffermühle, wiegt nicht mehr als ein Smartphone und passt bequem in eine Hand: Die Curta, benannt nach ihrem Erfinder Curt Herzstark, ist der kleinste mechanische Taschenrechner der Welt. Als sie nach dem Zweiten Weltkrieg auf den Markt kommt, gilt sie als Sensation. Schließlich versuchen Ingenieurinnen und Ingenieure schon seit Jahrhunderten, eine handliche Rechenmaschine zu entwickeln — und scheitern immer wieder. Die Modelle sind fehleranfällig, umständlich zu bedienen oder schlicht zu schwer und zu groß, um sie im Alltag zu transportieren. Mit der Curta ändert sich alles. Plötzlich ist ein echter Taschenrechner verfügbar, der nicht nur klein und leicht, sondern auch außergewöhnlich leistungsfähig ist. Mit der Curta lassen sich problemlos mehrstellige Zahlen multiplizieren; wer ein bisschen Übung hat, kann sogar Wurzeln ziehen oder Kubikwerte berechnen. Kein Wunder, dass die Nachfrage groß ist. Mehr als 140.000 Mal verkauft sich die Curta nach dem Zweiten Weltkrieg, bevor sie in den 1970er Jahren von den ersten digitalen Taschenrechnern abgelöst wird. „Kein Geschenk für den Führer“ Wie man die Curta bedient, ist bis heute leicht zu verstehen: mit mechanischen Schiebern Zahlen eingeben, einmal die Kurbel drehen, schon erscheint das Ergebnis. Kaum vorstellbar, unter welchen Bedingungen die feine Mechanik erdacht wurde, die diese Rechenleistung möglich macht. Der Wiener Ingenieur Curt Herzstark, dessen Vater Jude war, wird 1943 von den Nazis verhaftet und ins Konzentrationslager Buchenwald deportiert. Die SS weiß von seinen Plänen, eine kleine Rechenmaschine zu entwickeln, und zwingt Herzstark, im Lager weiter an seiner Erfindung zu arbeiten. Die Nazis wollen den Taschenrechner Adolf Hitler zum Geschenk machen. Dazu kommt es nicht: Im April 1945 wird das KZ Buchenwald von amerikanischen Truppen befreit. Herzstark überlebt und erinnert später in einer Autobiografie „Kein Geschenk für den Führer“ an die Entstehungsgeschichte seiner berühmten Erfindung. Was wollten die Nazis mit einem Taschenrechner, wie hat Curt Herzstark später auf seine Zeit im KZ zurückgeschaut, und wie funktioniert die Curta eigentlich genau? Darüber spricht detektor.fm-Moderatorin Karolin Breitschädel in dieser Folge von „Geschichten aus der Mathematik“ mit Manon Bischoff, Mathe-Redakteurin bei Spektrum der Wissenschaft, und dem Mathematiker Demian Nahuel Goos. „Geschichten aus der Mathematik“ ist ein detektor.fm-Podcast in Kooperation mit Spektrum der Wissenschaft. Die Idee für diesen Podcast hat Demian Nahuel Goos am MIP.labor entwickelt, der Ideenwerkstatt für Wissenschaftsjournalismus zu Mathematik, Informatik und Physik an der Freien Universität Berlin, ermöglicht durch die Klaus Tschira Stiftung.
undefined
Aug 27, 2025 • 4min

Was läuft heute? | Russlands Seemacht – Die Strategie der fünf Meere

Russlands Seemacht — Die Strategie der fünf Meere Grob gesagt geht es bei der „Strategie der fünf Meere“ für Russland darum, eine strategische Einflusssphäre rund um die Ostsee, das Schwarze Meer, das Kaspische Meer und um das Asowsche und Weiße Meer zu schaffen. Die Dokumentation „Russlands Seemacht — Die Strategie der fünf Meere“ zeigt aber auch, dass die politische Doktrin noch deutlich komplizierter ist. Mit Archivmaterial und Interviews mit internationalen Sicherheitsexpertinnen und -experten sowie russischen Oppositionellen gibt die Doku einen tiefen Einblick in die langfristige geopolitische Strategie Russlands. Ein Plan aus dem Zarenreich Die Idee zur Doktrin kommt nicht direkt von Putin. Sie geht zurück bis auf das Zarenreich. Auch von der Sowjetunion wurden die Pläne weiterverfolgt. Dementsprechend sind die Pläne nicht nur dafür gedacht, zentrale Handelsrouten besser kontrollieren zu können, sondern auch, um die Energieversorgung Russlands zu sichern. Der Plan hat zudem nationalistische und imperialistische Motive, in denen es vor allem darum geht, regionale Machtverhältnisse zu verschieben. Wenn ihr die internationale Politik von Wladimir Putin besser verstehen wollt, könnt ihr „Russlands Seemacht — Die Strategie der fünf Meere“ jetzt in der Arte-Mediathek schauen. Was läuft heute? Wir bringen Licht in den Streaming-Dschungel. In „Was läuft heute?“ klicken wir uns durch Mediatheken und Streaminganbieter — damit ihr es nicht tun müsst. Unsere Empfehlungen findet ihr täglich überall dort, wo es Podcasts gibt.
undefined
Aug 26, 2025 • 32min

Kunst und Leben – Der Monopol Podcast | Galerien in Berlin

Die verschiedenen Kriege in dieser Welt, die wirtschaftliche und auch die politische Lage lassen einen nicht gerade aufatmen. Viele Menschen leben in ständiger Anspannung und Sorge um die Zukunft. Auch um die Kunst und diejenigen, die sie fördern, machen diese Themen keinen Bogen. Es ist eine schwierige Phase, findet die Galeristin Tanja Wagner von der gleichnamigen Galerie — weniger wegen der Konkurrenz, sondern vielmehr wegen der weltpolitischen Lage. Die verunsichere viele Menschen und halte auch Menschen davon ab, sich an Kunst zu erfreuen und sie zu kaufen, erzählt sie im Podcast. Und Pay Matthis Karstens von der Galerie Judin fügt hinzu, diese Entwicklung habe schon während der Pandemie begonnen. Außerdem habe sich auch mit der Digitalisierung der Markt verändert. Boom in den Nullerjahren In den frühen 2000er Jahren boomte der Kunstmarkt in Berlin. Damals entwickelte sich alles wahnsinnig schnell: schnelles Wachstum, schnelle Internationalisierung. „Da kommen natürlich auch die Erwartungen her, dass man einfach stetig wächst und irgendwas Neues liefert“, sagt Tanja Wagner. Seit der globalen Finanzkrise von 2008 sei diese Entwicklung immer wieder gestoppt worden. „Berlin bröckelt im internationalen Ansehen“, findet Pay Matthis Karstens. Berlin sei zwar eine Megastadt der Kunstproduktion und der Kreativen, dennoch: Diejenigen, die sie dann auch fördern, durch Ankäufe oder Schenkungen, sind rar. Gemeinsam mit der US-amerikanischen Megagalerie PACE wollen sie deshalb in Zukunft ihren Kunstraum Die Tankstelle bespielen. Die Hoffnung ist, dass das die entsprechenden Interessenten in die Stadt bringt. Und Tanja Wagner feiert in diesem Jahr das 15. Jubiläum ihrer Galerie mit der Ausstellung „Why We Do What We Do“. Auch ein Moment, um Revue passieren zu lassen und Ideen für die Zukunft zu sammeln. Denn auch wenn beide nicht wissen, was die Zukunft bringt, die Relevanz von Kunst, darüber sind sich Tanja Wagner und Pay Matthis Karstens einig, bleibt. In dieser Folge von „Kunst und Leben“, dem Podcast in Kooperation mit dem Monopol-Magazin, spricht Elke Buhr, Chefredakteurin des Monopol-Magazins, mit Tanja Wagner von der gleichnamigen Galerie und Pay Matthis Karstens von der Galerie Judin. Sie erzählen von Dynamiken im (Berliner) Kunstmarkt und wie sie darauf reagieren.
undefined
Aug 26, 2025 • 25min

Mission Energiewende: Der Klima-Podcast | Klimavorbild: Hamburgs grüner Bunker

Ein Betonkoloss wird grün Versiegelte Flächen, Hitzestress, Starkregen: Städte stehen unter Druck, sich an den Klimawandel anzupassen. In Hamburg zeigt ein ehemaliger Flakbunker, wie kreative Stadtbegrünung dabei helfen kann. Auf den 58 Meter hohen Mauern des Bunkers am Heiligengeistfeld wachsen heute mehr als 4.700 Bäume und 16.000 Stauden. Wo einst Geschütze standen, sorgen Pflanzen nun für Verdunstungskühlung, Regenrückhalt und Biodiversität. Klimaanpassung auf dem Dach Die Bepflanzung wirkt lokal wie eine natürliche Klimaanlage: Sie kühlt die Umgebung, speichert Wasser und entlastet die Infrastruktur der Stadt bei Starkregen. Ein eigens entwickeltes Bewässerungssystem nutzt Regenwasser und verteilt es in einem Kaskadensystem über mehrere Ebenen. Damit wird der Bunker nicht nur zum Wahrzeichen, sondern auch zu einem Reallabor für klimaangepasstes Bauen. Zwischen Erinnerung und neuer Nutzung Der Grüne Bunker ist mehr als nur eine Dachbegrünung. Er verbindet Gedenktafeln und Erinnerungsräume mit Urban Gardening, einem Dachgarten und kultureller Nutzung. Damit entsteht ein ungewöhnlicher Ort, an dem NS-Geschichte, Klimaanpassung und städtisches Leben zusammenfinden. Im Spannungsfeld zwischen Erinnerung und kommerzieller Nutzung zeigt der Bunker, dass selbst Orte mit schwieriger Vergangenheit Teil einer nachhaltigen Zukunft werden können. In dieser Folge von „Mission Energiewende“ spricht Moderatorin Ina Lebedjew mit detektor.fm-Redakteur Niklas Metzinger über das Projekt. Marco Schmidt von der TU Berlin ordnet ein, welche konkreten Effekte die Begrünung auf das lokale Klima hat, und erklärt anhand des Grünen Bunkers die Relevanz des natürlichen Wasserkreislaufs.

The AI-powered Podcast Player

Save insights by tapping your headphones, chat with episodes, discover the best highlights - and more!
App store bannerPlay store banner
Get the app