

Archivradio – Geschichte im Original
SWR
Historische Aufnahmen und Radioberichte von den ersten Tonaufzeichnungen bis (fast) heute. Das Archivradio der ARD macht Geschichte hör- und die Stimmung vergangener Jahrzehnte fühlbar. Präsentiert von: Gábor Paál, Lukas Meyer-Blankenburg, Maximilian Schönherr und Christoph König. Ein Podcast von SWR, BR, HR, MDR und WDR. https://archivradio.de | Übersicht über alle Beiträge: http://x.swr.de/s/archivradiokatalog
Episodes
Mentioned books

May 2, 2021 • 4min
Das Kanzleramt in Berlin wird eröffnet | 2.5.2001
Das Kanzleramt in Berlin – die meisten kennen das Gebäude aus den Fernsehnachrichten, viele sind in Berlin aber auch schon daran vorbeigeschlendert.
Am 2. Mai 2001 zog Gerhard Schröder dort ein, der erste Kanzler der Berliner Republik. Das Gebäude selbst war in seinen Ausmaßen aber eher geprägt von den Ideen seines Vorgängers Helmut Kohl. Im Bericht von der Eröffnung spiegeln sich die Vorstellungen des alten und des neuen Kanzlers.

Apr 30, 2021 • 3min
Der letzte Trabi rollt in Zwickau vom Band – Ende einer Ära | 30.4.1991
Der Trabant war das Auto der DDR. Trabant – heute klingt der Name fast schon befremdlich. Doch Trabant heißt "Begleiter" – das Pendant zum russischen Wort "Sputnik". Das war kein Zufall: 1957 schickten die Sowjets mit Sputnik 1 den ersten Satelliten ins All, 1958 rollte in Zwickau der erste Trabant vom Band.
Jedes zweite Auto in der DDR war ein Trabi – bis 1991. Am 30. April 1991 endete die Produktion des kleinen zweitürigen Zweitakters. Ein großer Einschnitt für die Menschen in Zwickau.

Apr 29, 2021 • 23min
Laika – Die erste Hündin im All | 4.11.1957
Am 4. November 1957 berichtet der Südwestfunk von Laika, der ersten Hündin im All. Damals ist noch nicht klar, dass sie die Erde nicht mehr lebend wiedersehen wird.
Die UdSSR haben einen weiteren Erfolg erzielt. Sie haben die ersten Machtproben im Weltraum gewonnen. Doch in Deutschland ist längst nicht jeder vom Weltraumfieber erfasst.

Apr 18, 2021 • 17min
Franz Josef Strauß wird Kanzlerkandidat der Union | 2.7.1979
1979 war es die Bundestagsfraktion, die entschied, dass der CSU-Vorsitzende Franz Josef Strauß Kanzlerkandidat werden solle. Dem gingen wochenlange Querelen voraus.
Der CDU-Vorsitzende Helmut Kohl stand damit selbst gar nicht zur Debatte. Da er seine schlechten Umfragewerte kannte, hatte er den niedersächsischen Ministerpräsidenten vorgeschlagen. Aber der passte der CSU genauso wenig wie Kohl.
Streit zwischen den "Schwesterparteien" CDU und CSU
Gleichzeitig stand eine Spaltung der Union im Raum, wegen der Differenzen zwischen CDU und CSU, zwischen Strauß und Kohl, drohte die CSU immer wieder mit einer Trennung und damit, als eigene Partei bundesweit anzutreten.
Am 2. Juli 1979 entschieden die Vorstände der beiden Parteien, dass die Bundestagsfraktion geheim über den Kanzlerkandidaten abstimmen solle. Das hat sie in der folgenden Nacht dann auch getan – nach einer sechsstündigen heftigen Debatte.
Franz Josef Strauß verliert 1980 gegen Helmut Schmidt
Strauß tritt 1980 an und verliert die Wahl gegen Helmut Schmidt von der SPD. Für den CDU-Vorsitzenden Helmut Kohl ist das gut – als es zwei Jahre später zum Regierungswechsel kommt, stellt niemand mehr seinen Anspruch, Bundeskanzler zu werden, infrage.

Mar 3, 2021 • 32min
Die Tonbandmitschnitte des ersten Frankfurter Auschwitz-Prozesses 1963 bis 1965 | Archivradio-Gespräch
Zeugenaussagen im Strafprozess 1963 bis 1965
Die "Auschwitz-Tonbänder" sind der übrig gebliebene Teil der Tonbandmitschnitte vom 1. Auschwitz-Strafprozess 1963 bis 1965. Das Gericht hat Aufnahmen vor allem von Zeugenaussagen angefertigt, um später Unentschiedenheiten beim Erstellen des Gerichtsprotokolls auszuräumen. Denn die Zeugen waren Überlebende des Vernichtungsterrors und sprachen leise, manche in gebrochenem Deutsch.
Warum ausgerechnet diese zwei Regalmeter an Bändern von einem fast 200 Tage dauernden Marathonprozess übrig blieben, kann auch der Experte für dieses Tonmaterial im Hessischen Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Johann Zilien, nicht erklären.
Der Prozess begann am 20. Dezember 1963. Die Urteilsverkündung begann am 19. August 1965 und dauerte zwei Tage.
1960er geprägt von Verdrängung und Wirtschaftswunder
Die Gerichtsverhandlungen fanden Mitte der 1960er-Jahre statt, in einer Zeit des Wirtschaftswunders und der Verdrängung der nationalsozialistischen Vergangenheit.
Konnte der Prozess nur in einem SPD-regierten Bundesland, eben Hessen, stattfinden? Schließlich hatte der damals noch junge CDU-Abgeordnete und spätere Bundeskanzler Helmut Kohl eine Zeitlang die Auseinandersetzung über Auschwitz aus den Rheinland-Pfälzischen Schulbüchern verbannen lassen. Ein beträchtlicher Teil der bundesdeutschen Justiz war damals noch mit ehemaligen Nationalsozialisten besetzt.
Generalstaatsanwalt Fritz Bauer rettete die Tondokumente
In dem Interview spielt der Initiator des Auschwitz-Prozesses, der hessische Generalstaatsanwalt Fritz Bauer, eine zentrale Rolle. Bauer hat die O-Töne gerettet, das Deutsche Rundfunkarchiv digitalisierte sie. Das Fritz Bauer Institut veröffentlichte die Dokumente im Internet. Die Originalbänder lagern gut gekühlt im Keller des Hauptstaatsarchivs.
SWR2 Archivradio-Gespräch vom 20. März 2014 über die Tonbänder, den Prozess und das Thema Medizin.

Feb 21, 2021 • 5min
Rabbinerin Elisa Klapheck über ihren Werdegang und das Judentum in Deutschland | 8.11.2006
Bea Wyler bleibt als Rabbinerin in Deutschland nicht allein. Auch die in Düsseldorf aufgewachsene Feministin und Journalistin Elisa Klapheck lässt sich in den USA zur Rabbinerin ausbilden. Seit 2009 leitet sie in Frankfurt am Main den "Egalitären Minjan" der dortigen jüdischen Gemeinde.
Der Minjan beschreibt die Mindestzahl von 10 Personen, die für einen regulären Gottesdienst nötig sind. Anders als in den orthodox-konservativen Gemeinden werden im Egalitären Minjan dabei nicht nur die Männer, sondern auch die Frauen gezählt, und sie sind auch sonst im Gottesdienst gleichgestellt.
Bevor Elisa Klapheck nach Frankfurt kam, war sie Rabbinerin in den Niederlanden und schrieb ein Buch darüber, wie sie als jemand, der sich in ihrer Jugend wenig für Religion und das Judentum interessiert, Rabbinerin wurde.
In einem Telefoninterview am 8. November 2006 in der Sendung SWR1 Thema heute spricht sie über ihren Werdegang.

Feb 21, 2021 • 12min
Ralph Giordano zum Tod von Ignatz Bubis | 13.8.1999
Ignatz Bubis ragte unter den Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland heraus. Doch kurz vor seinem Tod äußerte er sich sehr resigniert: Er habe weniger erreicht, als er sich vorgenommen hatte.
Bubis starb am 13. August 1999. Zunächst ein Ausschnitt aus seinem letzten Interview, anschließend ein Gespräch mit dem Schriftsteller Ralph Giordano – eine Stunde, nachdem Bubis‘ Tod bekannt wurde.

Feb 20, 2021 • 3min
Bea Wyler: Erste Rabbinerin der Nachkriegsgeschichte | 1.8.1995
Bea Wyler tritt am 1. August 1995 ihr Amt in den jüdischen Gemeinden in Oldenburg und Braunschweig als Rabbinerin an. Seit Ende des Zweiten Weltkriegs hatte es in Deutschland keine Rabbinerin mehr gegeben. Entsprechend groß war das öffentliche Interesse bei ihrem Amtsantritt.
Ihre Ausbildung machte Bea Wyler in London und New York. Sie war sich von Anfang an bewusst, dass sie von orthodoxen Juden in Deutschland nicht unbedingt mit offenen Armen empfangen werden würde, wie sie der NDR-Reporterin Margrit Denert verriet.
Auch der damalige Vorsitzende des Zentralrats fremdelt mit der neuen Situation.

Feb 20, 2021 • 7min
Ignatz Bubis mag sich nicht an Rabbinerin gewöhnen | 17.7.1995
Am 1. August 1995 wurde Bea Wyler als Rabbinerin in die jüdischen Gemeinden in Oldenburg und Braunschweig berufen. Doch bereits vor ihrem Amtsantritt wurde Kritik daran laut, dass eine Frau die geistliche Führung der Gemeinden übernehmen sollte.
Ignatz Bubis, Vorsitzender des Zentralrats der Juden, erklärte, er werde an keinem Gottesdienst teilnehmen, der von einer Frau geleitet wird.
Im Interview mit SDR1-Moderator Volker Diepes erläutert er seine Haltung.

Feb 20, 2021 • 6min
Theaterskandal um Fassbinder-Stück "Der Müll, die Stadt und der Tod" | 31.10.1985
Als das Frankfurter Kammerspiel die Inszenierung von Rainer Werner Fassbinders Theaterstück "Der Müll, die Stadt und der Tod" plant, besetzen Demonstranten am 31.10.1985 die Bühne und verhindern die Aufführung. Vor allem Mitglieder der jüdischen Gemeinde in Frankfurt protestieren gegen das Stück.
Sie empfinden das Stück als antisemitisch, da im Mittelpunkt ein als "reicher Jude" bezeichneter Immobilienspekulant steht. Viele sehen in dieser Figur eine Anspielung auf den damaligen Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde Ignatz Bubis. Bubis selbst ist ebenfalls unter den Demonstranten. Daniel Cohn-Bendit, Mitglied der Grünen und ebenfalls Jude, zeigt Sympathie für die Demonstranten, hält ein Verbot des Stückes aber für falsch.


