Archivradio – Geschichte im Original

SWR
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Feb 20, 2021 • 29min

Israelitische Feierstunde im Süddeutschen Rundfunk | 14.5.1964

Analog zu den Kirchen bekamen auch die jüdischen Landesverbände feste Sendezeiten im Rundfunk eingeräumt – insbesondere zu den jüdischen Feiertagen. Die erste dieser Sendungen wurde unter dem etwas irreführenden Titel "Jüdische Osterandacht" im ehemaligen Süddeutschen Rundfunk im April 1949 ausgestrahlt. Diese Sendung wurde allerdings nicht archiviert. Die älteste noch erhaltene Aufnahme stammt aus dem Jahr 1964. Gestaltet hat sie der württembergische Landesrabbiner Fritz Bloch. Eine "Israelitische Feierstunde zum Wochenfest" Schawuot.
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Feb 20, 2021 • 12min

Proteste in Berlin gegen Theateraufführung mit Werner Krauß | 8.12.1950

Im Dezember 1950 gastierte das Wiener Burgtheater in Berlin. Studierende sowie Angehörige der jüdischen Gemeinde protestierten gegen die Aufführung, denn zu den Schauspielern gehörte Werner Krauß, von dem bekannt war, dass er im „Dritten Reich“ mit dem Nazi-Regime sympathisiert hatte. Im antisemitischten Film "Jud Süß" hatte er gleich mehrere Rollen gespielt. Die Demonstration wurde schließlich von der Polizei aufgelöst, das Stück im Theater am Kurfürstendamm aufgeführt.
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Jan 25, 2021 • 9min

Ägyptens Diktator Husni Mubarak tritt zurück | 10. bis 12.2.2011

Nach 18 Tagen Protest tritt Husni Mubarak zurück In den 18 Tagen des Protests in Kairo und anderswo im Land sterben mehr als 300 Menschen. Gleichzeitig hat Präsident Husni Mubarak jegliche Unterstützung verloren. Zunächst ist es nur ein Gerücht am 10. Februar, am Nachmittag des 11. Februar dann die Gewissheit: Mubarak ist offiziell zurückgetreten. Das gab sein Stellvertreter Omar Suleiman bekannt. Am nächsten Tag dann: keine Demonstration. Dafür: das große Aufräumen. Weder Mursi noch Al-Sisi bringen Ägypten die ersehnte Freiheit Das Ende der Herrschaft Mubarak brachte den Ägyptern am Ende doch nicht die ersehnte Freiheit. Bei den Wahlen ging zunächst die islamistische Muslim-Bruderschaft als Sieger hervor. Präsident wurde Mohammed Mursi. Nach erneuten Massenprotesten 2013 wurde er von der Armee abgesetzt. Militärratschef Al-Sisi übernahm die Macht und ließ sich 2014 offiziell zum Präsidenten ernennen. Sein Regierungsstil gilt als mindestens ebenso diktatorisch und autokratisch wie der des gestürzten Präsidenten Mubarak.
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Jan 25, 2021 • 19min

Revolution in Ägypten – Die ersten zwei Wochen | 25.1. bis 4.2.2011

Ägyptische Sicherheitskräfte halten sich drei Tage lang zurück Was Anfang Januar 2011 in Tunesien begonnen hat, schwappt nun auch auf Ägypten über, wo Präsident Husni Mubarak seit 30 Jahren das Land regiert. In Kairo kommt es zunächst zu vereinzelten Demonstrationszügen, die aber ab dem 25. Januar eine Dimension annehmen, die ARD-Korrespondentin Esther Saoub bis dahin noch nicht gekannt hat. Drei Tage lang sehen die Sicherheitskräfte den Demonstrationen zu, aber am 28. Januar hält die Armee dagegen. "Marsch der Millionen" Weitere drei Tage später kündigen die Demonstranten einen "Marsch der Millionen" an. Es kommen zwei Millionen, und sie marschieren auch nicht im engeren Sinn, sie feiern fast schon, so schildert es SWR-Korrespondent Martin Durm, der sich mitten in die Menge begibt und per Telefon berichtet. Reporter*innen fühlen sich nicht mehr sicher Die Armee lässt die Demonstranten gewähren, doch in den nächsten Tagen schlägt die Stimmung immer wieder um. Am 3. Februar fühlen sich auch die Reporterinnen und Reporter nicht mehr sicher. SWR1 führt am Abend mit Korrespondentin Esther Saoub. Nach diesem ersten Gespräch hat sich für Esther Saoub die Lage schon wieder verändert. Doch diese Nacht scheint den entscheidenden Wendepunkt zu bringen. Am 4. Februar: wieder eine Demonstration, aber unter völlig anderen Vorzeichen. Diktator Husni Mubarak tritt zurück Eine weitere Woche später erreichen die Demonstrationen ihr Ziel, den Sturz des Präsident. Diese Berichte hören Sie in der nächsten Folge unter dem Titel: Ägyptens Diktator Mubarak tritt zurück.
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Jan 17, 2021 • 8min

„Jüdische Vermächtnisse“ und Kohls Ehre | 18.1.2000 | CDU-Spendenaffäre (5)

Mitte Januar kommt ein weiterer Skandal ans Licht: Die CDU Hessen hatte in den 1980er-Jahren illegale Parteispenden ins Ausland transferiert. Wenn die Partei die Spenden wieder zurückholte, waren diese als angebliche jüdische Vermächtnisse deklariert worden. Das wurde nicht nur von den in Deutschland lebenden Juden als höchst geschmacklos empfunden. Durch diese immer neuen Skandale kommt die CDU nicht zur Ruhe. Am 18. Januar 2000 trifft sich der Vorstand der Bundes-CDU. Es geht dabei um die Zukunft des Noch-Ehrenvorsitzenden Helmut Kohl und des amtierenden CDU-Chefs Wolfgang Schäuble, nachdem inzwischen bekannt ist, dass auch er in die Spendenaffäre verstrickt ist. Knapp einen Monat später tritt auch Wolfgang Schäuble als Partei- und Fraktionschef zurück. Seine Nachfolgerin als Parteichefin wird Angela Merkel. Als Fraktionschef folgt ihm Friedrich Merz. Helmut Kohl wiederum fühlt sich von seiner Partei im Stich gelassen. Er lässt den Ehrenvorsitz nicht ruhen, sondern legt ihn noch am selben Tag nieder. Um seine Ehre aber kämpft er weiter. Das betont er gleich am folgenden Tag bei einem Auftritt vor der Handelskammer in Hamburg.
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Jan 15, 2021 • 7min

Tunesiens Präsident Ben Ali flieht aus dem Land | 14.1.2011

Es ist der Wendepunkt in Tunesien. Nach knapp einer Woche der Konfrontation zwischen den wütenden Demonstranten und der Armee lenkt Präsident Ben Ali zunächst ein und kündigt im Fernsehen einen Wandel an: Ein Ende der Gewalt, Pressefreiheit und er werde bei den nächsten Wahlen nicht mehr kandidieren. Alexander Göbel schildert die Reaktionen auf diese Rede. Am folgenden Tag erfahren die Tunesier, dass ihr Präsident das Land verlassen hat. Er hinterlässt ein Machtvakuum, es kommt zu Chaos in Tunis und zu Schießereien. Bald wird auch bekannt, wohin Präsident Ben-Ali geflohen ist, nämlich nach Saudi-Arabien. Unterdessen wird Ben Alis Palast in Tunis geplündert und das Volk reibt sich die Augen, wie sein Präsident gelebt hat. Das schildert der Bericht von Marc Dugge vom 17. Januar. Am selben Tag berichtet Ägypten-Korrespondentin Esther Saoub, wie die Proteststimmung beginnt, von Tunesien nun auch auf andere Länder Nordafrikas überzuschwappen.
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Jan 15, 2021 • 7min

Der "Arabische Frühling" beginnt in Tunesien mit der Bestattung von Mohamed Bouazizi | 7.1.2011

Der sogenannte Arabische Frühling beginnt Anfang 2011 in Tunesien. Der Initialfunke ist die Selbsttötung eines verzweifelten Gemüsehändlers. Viele Tunesier identifizieren sich mit ihm, sehen in ihm das Opfer eines korrupten Systems, in dem ein Diktator – Präsident Ben Ali – seine Macht zur persönlichen Bereicherung nutzt und sein Volk unterdrückt. Kleinere Proteste gab es schon in den vorangegangenen Wochen, doch vom 7. Januar 2011 an eskaliert die Lage zunehmend. Es ist der Tag der Bestattung des jungen Mannes. Innerhalb der nächsten Tage spitzt sich die Lage weiter zu. Für den ARD-Hörfunk berichtet Nordafrika-Korrespondent Alexander Göbel Im Bild: Proteste in Tunis am 26. Januar 2011
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Jan 11, 2021 • 3min

Gerald Ford begnadigt Richard Nixon | 8.9.1974

Richard Nixon tritt wegen Watergate-Affäre zurück Die Watergate-Affäre zwingt US-Präsident Richard Nixon zum Rücktritt. Es ging zunächst um Einbrüche in der Parteizentrale der Demokratischen Partei, die von Nixons Mitarbeitern in Auftrag gegeben wurden. Sie hatten Dokumente fotografiert und versucht, Abhörwanzen zu installieren. Das war 1972. US-Präsident Gerald Ford begnadigt seinen Vorgänger Richard Nixon Im Zusammenhang mit der Aufklärung – die Nixon zu verhindern versuchte – kamen zahlreiche weitere Vergehen ans Tageslicht, in die das Weiße Haus verwickelt wurde. Ein Amtsenthebungsverfahren wurde eingeleitet, am 9. August 1974 trat Nixon zurück. Strafrechtlich wird er aber nicht belangt, denn sein Nachfolger Gerald Ford begnadigt ihn einen Monat später. Zu hören ist zunächst die Erklärung Fords, anschließend schildert USA-Korrespondent Hans Kirchmann die Reaktionen auf diese Entscheidung. Im Bild: Präsident Gerald Ford unterzeichnet ein Dokument, in dem er dem früheren Präsidenten Richard Nixon "eine vollständige, freie und absolute Begnadigung" für alle "Straftaten gegen die Vereinigten Staaten" während seiner Präsidentschaft gewährt. Ford unterzeichnete das Papier am 8. September 1974 in seinem Büro im Weißen Haus.
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Dec 31, 2020 • 18min

Churchill 1946: "Lasst Europa entstehen!" | 19.9.1946

Zur allgemeinen Überraschung sagt Churchill, dass der Anfang dafür eine Partnerschaft zwischen den Erzfeinden Deutschland und Frankreich sein müsse. "Es gibt kein Wiederaufleben Europas ohne ein geistig großes Frankreich und ein geistig großes Deutschland." Großbritannien in der Rolle des Freundes Großbritannien sieht Churchill dabei in der Rolle eines Freundes, nicht eines Mitglieds dieser europäischen Organisation. Churchill hält die Rede am 19. September 1946 vor der Akademischen Jugend in Zürich.
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Dec 31, 2020 • 2min

Winston Churchill: "Lasst uns den Frieden gewinnen!" | 11.11.1918

Am Ende des Ersten Weltkriegs war Winston Churchill Munitionsminister im britischen Kabinett. In einer Rede am 11. November 1918 – kurz nach der deutschen Kapitulation – sagt er, es sei jetzt viel zu tun. Die Schlachtfelder müssten aufgeräumt werden, die auf den Krieg eingestellte Industrie müsse sich wieder umstellen. Die Soldaten, die noch auf der ganzen Welt im Einsatz seien, müssen zurückkommen. Quelle: Archiv des Bayrischen Rundfunks

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