

Archivradio – Geschichte im Original
SWR
Historische Aufnahmen und Radioberichte von den ersten Tonaufzeichnungen bis (fast) heute. Das Archivradio der ARD macht Geschichte hör- und die Stimmung vergangener Jahrzehnte fühlbar. Präsentiert von: Gábor Paál, Lukas Meyer-Blankenburg, Maximilian Schönherr und Christoph König. Ein Podcast von SWR, BR, HR, MDR und WDR. https://archivradio.de | Übersicht über alle Beiträge: http://x.swr.de/s/archivradiokatalog
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Jan 13, 2022 • 6min
Physiker warnen vor Klimaerwärmung | 8.1.1986
Medien und Öffentlichkeit nehmen Klimaerwärmung lange nicht wahr
Die Möglichkeit, dass der Mensch das Klima aufheizt, wird seit Mitte der 1980er-Jahre zunehmend Thema in den Medien.
Klimaerwärmung: bis in die späten 1970er eine eher theoretische Gefahr
In der Forschung wurde diese Gefahr schon Jahrzehnte vorher diskutiert. Es war bereits lange bekannt, dass CO₂ und andere Gase grundsätzlich eine Treibhauswirkung haben. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts gab es auch Messungen über den CO₂-Anstieg in der Atmosphäre. Doch bis in die späten 1970er-Jahre war die Klimaerwärmung eine vor allem theoretische Gefahr. Erst von da an gibt es erste Daten, die darauf hindeuten, dass der Klimawandel tatsächlich real ist. Doch auch dies bleibt noch einige Jahre vor allem ein Thema für die Fachwelt.
Physiker Jochen Fricke im Interview
Es dauert bis Mitte der 1980er-Jahre, bis das Thema in den Medien breiter aufgegriffen wird – so wie in diesem Interview mit dem Physiker Jochen Fricke vom Januar 1986.
Quelle: Südwestfunk, Archiv-Nr. W0692387Im Bild: Jochen Fricke im Jahr 2004

Jan 12, 2022 • 13min
Lothar Späth tritt nach "Traumschiff-Affäre" zurück | 13.1.1991
Baden-Württemberg: Lothar Späth stolpert über die "Segeltörn-Affäre"
Am 13. Januar 1991 tritt Lothar Späth zurück. Es ist nach Hans Filbinger der zweite Rücktritt eines baden-württembergischen Ministerpräsidenten – wenn auch die Gründe völlig andere sind. Bei Filbinger war es die Nazi-Vergangenheit, bei Lothar Späth waren es vor allem von befreundeten Unternehmen bezahlte Privatreisen in seiner Amtszeit.
Der beliebte Ministerpräsident der CDU wehrte sich – vergebens
Späth war an sich in der Bevölkerung beliebt, holte regelmäßig für die CDU im Land die absolute Mehrheit. Doch die durch Presserecherchen zutage getretenen Vorwürfe machen ihm zu schaffen.
Am Tag vor seinem Rücktritt versucht Lothar Späth, sich noch einmal zu wehren:
"Der Späth lässt sich nicht kaufen. Der Späth ist kein Playboy. Der Späth ist nicht bestechlich. Der Späth hat noch eine Menge Urlaub gut aus den letzten zwölfeinhalb Jahren. Und ich weiß wenige Politiker, die so wenig ihren Urlaub in Anspruch nehmen wie ich, und die noch große Teile ihres Urlaubs benutzen, um zu arbeiten. Man kann mir alles vorwerfen! Aber dass ich meinen 16-Stunden-Tage in zwölfeinhalb Jahren allzu oft unterbrochen hätte für Bequemlichkeit und schönes Leben, kann wirklich niemand sagen. Und deshalb meine ich, ich habe Anspruch, in dieser Frage fair behandelt zu werden. Und mehr will ich nicht."
Doch auch dieser Stellungnahme schafft es Lothar Späth nicht, sich im Amt zu halten – am Abend des folgenden Tages tritt er zurück:
"Was ich nicht will – und das ist der Grund meiner Entscheidung: Ich möchte dieses Amt, dieses Land und die Aufgabe der Regierung nicht verletzen."
Quelle: Lothar Späth bei seinem Rücktritt 1991
Georg Weisenberger, Reporter beim Süddeutschen Rundfunk, zieht eine Bilanz zu Lothar Späth und seiner Amtszeit.

Jan 9, 2022 • 3min
Auch Schäuble hängt mit drin | 10.1.2000 | CDU-Spendenaffäre (4)
Kaum sind die Weihnachtsferien vorbei, kommt der nächste Knall. Am 10. Januar 2000 gibt CDU-Chef Wolfgang Schäuble zu, als früherer Generalsekretär auch eine Spende des Waffenhändlers Karlheinz Schreiber entgegengenommen zu haben.

Dec 30, 2021 • 3min
Schlechtes Zeugnis für DDR-Atomkraftwerke | 16.1.1990 | Kernenergie
DDR: Atomkraftwerke Lubmin und Rheinsberg schon über 30 Jahre alt
Wie sicher sind die Kernkraftwerke der DDR? Nach dem Fall der Mauer rückt diese Frage schnell nach oben auf der Tagesordnung von Bundesumweltminister Klaus Töpfer. Die DDR verfügt über zwei Atomkraftwerke, eines in Lubmin bei Greifswald, eins in Rheinsberg nördlich von Berlin. Beide sind zu dem Zeitpunkt schon über 30 Jahre alt. Ein drittes, Standal, befindet seit 15 Jahren im Bau. Seit etwa 1987 gab es daher Überlegungen, mit dem Westen zu kooperieren, um höhere Sicherheitsstandards zu erreichen.
Für den SWF hat Korrespondent Thomas Jung die Delegation begleitet.
Atomkraftwerke werden 1990 abgeschaltet, Baustelle Stendal wird aufgelöst
Als Klaus Töpfer und seine Fachleute die Kraftwerke besichtigen, ist schnell klar: da müsste soviel saniert werden, das lohnt sich nicht. Noch im selben Jahr werden die DDR-Kraftwerke abgeschaltet und auch die Baustelle in Stendal wird aufgelöst.
Quelle: W0983466

Dec 21, 2021 • 4min
Merkel und Schäuble: Kohl soll Spender nennen! | 22.12.1999 | CDU-Spendenaffäre (3)
Helmut Kohl will die Namen der Spender nach wie vor nicht nennen, er habe ihnen schließlich sein Ehrenwort gegeben. Das bringt die CDU zunehmend in Bedrängnis, sie beginnt, sich von ihrem Ehrenvorsitzenden abzusetzen.
Aufsehen erregt ein Artikel von Generalsekretärin Angela Merkel, die in der FAZ deutliche Worte findet. Die von Kohl verantworteten Vorgänge haben der Partei Schaden zugefügt, schreibt sie. Die CDU müsse sich auf eine Zukunft ohne Kohl einstellen. Sie müsse sich wie jemand in der Pubertät von zu Hause lösen und eigene Wege gehen.
Am selben Tag, dem 22. Dezember 1999, trifft sich das CDU-Präsidium und fordert Kohl geschlossen auf, Klartext zu reden.

Dec 14, 2021 • 21min
Der Eichmann-Prozess beginnt in Jerusalem | 11.4.1961
Am 11. April 1961 beginnt in Jerusalem der Prozess gegen den ehemaligen SS-Obersturmbannführer Adolf Eichmann.
Adolf Eichmann – mitverantwortlich für die Ermordung von 6 Millionen Juden
Adolf Eichmann hat maßgeblich den millionenfachen Mord an den Juden im Nazi-Regime organisiert. Nach dem Krieg floh er über Österreich und Italien nach Argentinien. 1960 gelang es dem israelischen Geheimdienst Mossad, Adolf Eichmann in Argentinien zu finden und nach Jerusalem zu entführen, wo ihm schließlich der Prozess gemacht wird.
Berichterstattung in der Bundesrepublik und in der DDR im Vergleich
Wir hören vom Prozessauftakt zwei Berichte: einen aus der Bundesrepublik, einen aus dem DDR-Rundfunk. Zunächst die Reportage des ARD-Hörfunkkorrespondenten Hans-Joachim Netzer mitsamt der vorangehenden Ansage.
Zum Vergleich der Bericht von Kurt Goldstein im Rundfunk der DDR. Kurt Goldstein, der Reporter, ist selbst ein Holocaust-Überlebender, wie er in seinem Bericht auch deutlich macht, als er sagt, die Verlesung der Anklage hätte bei ihm die Bilder aus seiner Zeit in Auschwitz wachgerufen.

Dec 14, 2021 • 21min
Generalstaatsanwalt Fritz Bauer fordert Aufarbeitung der Nazi-Verbrechen | 25.3.1961
1963 begannen die Frankfurter Auschwitz-Prozesse. Initiiert wurden sie vom Hessischen Generalstaatsanwalt Fritz Bauer. Dieser war als Jude während der NS-Diktatur nach Dänemark emigriert.
In einem Interview erklärte Staatsanwalt Fritz Bauer, der bereits den ersten Auschwitz-Prozess vorbereitete, dass deutsche Gerichte die Verbrechen der Nazizeit intensiv aufarbeiten müssten.
Das Interview stand unter dem Eindruck des zeitgleich laufenden Prozesses gegen Adolf Eichmann in Israel.
Quelle: Deutschlandradio (Archiv)

Dec 14, 2021 • 5min
Eichmann-Prozess in Vorbereitung – Interview mit Richter Moshe Landau | 29.9.1960
Großes Medieninteresse am Eichmann-Prozess
Als in Israel der Prozess gegen Adolf Eichmann näher rückt, ist das internationale Medieninteresse riesig. Und es stellen sich Fragen: Wie soll die Berichterstattung ablaufen? Unter welchen Bedingungen wird die Presse arbeiten können?
Neues Gerichtsgebäude und keine Militärzensur
Dazu äußert sich im folgenden Interview der Vorsitzende Richter Moshe Landau. Es werde keine Militärzensur geben, verspricht Landau. Es werde ein neues Gerichtsgebäude extra für den Prozess errichtet. Die Pressevertreter würden in einem Pressecamp untergebracht werden.
Moshe Landau (1912 - 2011) stammte aus Danzig und war 1933 nach Palästina ausgewandert. Die Fragen stellte der in Israel lebende Journalist Mosheh Ya’akov Ben-Gavriel.
Im Bild: Die drei Richter Fitzhah Raulh, Moshe Landau und Benjamin Halevi (von links) am 13. April 1961

Dec 14, 2021 • 6min
Israel gibt Festnahme Adolf Eichmanns bekannt | 23.5.1960
Am 23. Mai 1960 gibt Israels Premierminister David Ben-Gurion die Verhaftung Adolf Eichmanns bekannt. Der israelische Geheimdienst Mossad hatte den Organisator des Massenmords an den Juden in Argentinien aufgespürt, entführt und nach Israel gebracht.
Die Sendung "Zeit im Funk" gibt einen Überblick über Adolf Eichmanns beruflichen Werdegang.
Quelle: "Die Zeit im Funk", Deutschlandradio. Moderator: Jürgen Graf

Dec 11, 2021 • 14min
Erster deutscher Atomreaktor in Garching | 30.10.1957 | Kernenergie
Er sieht aus wie ein geköpftes Ei: Der erste Atomreaktor der Bundesrepublik in Garching bei München.
Der Reporter Ernst von Khuon gibt sich alle Mühe, den Anblick zu beschreiben, als er wenige Tage vor der Inbetriebnahme im Oktober 1957 den Reaktor besichtigt. Mit dem Direktor des Laboratoriums für technische Physik an der technischen Hochschule in München, Heinz Maier-Leibnitz, geht er auch auf die Technik ein – und die mögliche Strahlenbelastung im Abwasser.
Quelle: W0098715


