Archivradio – Geschichte im Original

SWR
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Feb 26, 2022 • 9min

Belarus benutzt Flüchtlinge an Polens Grenze für politische Zwecke | 21.10. bis 8.11.2021 | #jetztschonhistorisch

Im Herbst 2021 lässt Belarus Tausende von Flüchtlingen an die Grenze zu Polen bringen – die zugleich Außengrenze der EU ist. Aus Sicht der EU benutzt Belarus die Flüchtlinge, um Druck auf die Europäische Union auszuüben. Die nämlich erkennt den belarusischen Machthaber Lukaschenko nicht als Staatschef an und hat nach der Niederschlagung der Opposition Sanktionen gegen ihn verhängt. Während die Geflüchteten – die meisten aus Syrien und Afghanistan – in den Wäldern campieren und immer wieder versuchen, mit belarusischer Hilfe über die Grenze zu kommen, verstärkt Polen den Grenzschutz und erklärt den Ausnahmezustand im Grenzgebiet. Auch die Presse darf dort nicht mehr hin. Polen-Korrespondent Jan Pallokat nahm deshalb über Social Media und Telefon Kontakt zu dort lebenden Menschen auf. Die Zahl der Flüchtlinge nimmt anschließend weiter zu. Sie kommen verstärkt auch in größeren Gruppen von teilweise mehreren hundert Personen. Polen versetzt zusätzlich zu Armee und Grenzschutz sogenannte „Territorialverteidigungsgruppen“ – eine Art Freiwilligenarmee – in Alarmbereitschaft.
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Feb 10, 2022 • 31min

Mandelas berühmte Rede nach seiner Freilassung | 11.2.1990

Er streckt erst eine, dann beide Fäuste in die Luft. „Ich stehe hier nicht als Prophet, sondern als euer bescheidener Diener.“ So beginnt er seine Rede. Die Apartheid habe keine Zukunft, erklärt er und appelliert an die weißen Mitbürger, sich am Aufbau eines neuen Südafrikas zu beteiligen. Doch bevor er seine Rede beginnen kann, wird er zunächst zwei Minuten lang begeisternd begrüßt.
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Feb 7, 2022 • 7min

DDR gründet "Stasi" | 8.2.1950

5 Jahre nach dem Krieg schafft die DDR ein "Ministerium für Staatssicherheit". Das beschließt die provisorische Volkskammer am 8. Februar 1950. DDR-Innenminister Karl Steinhoff begründet die Gründung der – wie sie bald heißen wird – Stasi mit vorausgegangenen Sabotageakten gegen volkseigene Betriebe.
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Jan 27, 2022 • 55min

Frank Lynder – Deutscher Journalist der britischen Geheimsender im Zweiten Weltkrieg | 2.3.1979

Frank Lynder war ein deutscher Journalist, geboren 1916 in Bremen. 1938 wanderte Lynder nach London aus. Während des Zweiten Weltkriegs arbeitete er für britische Geheimsender, deutschsprachige Radiopropaganda wie den Kurzwellensender Atlantik oder den Sender Gustav Siegfried I. Mit dem Radioprogramm wollten Lynder und seine Kollegen, darunter der berühmte BBC-Kommentator Sefton Delmer (im Bild oben), aktiv das Nazi-Regime in Deutschland schwächen. Sie informierten Wehrmachtsoldaten über die Stärke der alliierten Streitkräfte und streuten Gerüchte, die das Vertrauen der Deutschen in ihre Führung schwächen sollten. Im Interview 1979 erklärt Frank Lynder, wie die Arbeit bei den britischen Geheimsendern funktionierte. Quelle: DRA Frankfurt, Archiv-Nr. 5900044 Im Bild: Sefton Delmer
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Jan 27, 2022 • 6min

Deutscher Kurzwellensender Atlantik – Anleitung zur U-Boot-Aufgabe | 29.4.1945

Das britische Kriegsministerium betrieb von einer Station im Südosten Englands aus vom 5. Februar 1943 bis Kriegsende 1945 den antideutschen Propagandasender "Deutscher Kurzwellensender Atlantik". Mit dem deutschsprachigen Radioprogramm sollte die Kampfmoral der deutschen Armee, vor allem der Marine, geschwächt werden. Das Programm war eine Mischung aus Berichten über die Fronterfolge der Alliierten, Falschnachrichten und vor allem Unterhaltung mit Swing-Musik. Aus urheberrechtlichen Gründen haben wir die Musik aus dieser Sendung vom 29. April 1945 herausgeschnitten.
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Jan 27, 2022 • 1h 40min

Soldatensender West – Radiopropaganda gegen die Nazis | 29.4.1945

Während des Zweiten Weltkriegs betrieben die Briten mehrere geheime, deutschsprachige Radiosender. Sie sollten bei den Soldaten der deutschen Streitkräfte antideutsche Propaganda verbreiten. Einer der Sender war der Soldatensender West. Wie hier in der Sendung vom 29. April 1945 ging es vor allem darum, die Soldaten mit Swing-Musik und Unterhaltung zu locken und sie mit Falschnachrichten und Berichten über die Erfolge der Alliierten zur Kapitulation zu bewegen. Die ursprüngliche Aufnahme ist mehr als vier Stunden lang. Im Sinne der Hörbarkeit und aus urheberrechtlichen Gründen haben wir die Musik herausgeschnitten. Quelle: DRA Frankfurt, Archivnummern 2833942 bis 2833944 / Imperial War Museum London IWM Im Bild: Folke Bernadotte, Graf von Wisborg
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Jan 22, 2022 • 5min

Brandt will "gleichberechtigte Beziehungen" mit DDR | 23.1.1970

Willy Brandt schreibt Brief an Willi Stoph Bundeskanzler Willy Brandt schreibt am 22.1.1970 einen Brief an den Regierungschef der DDR, Willi Stoph. Er bietet darin Gespräche über gegenseitigen Gewaltverzicht und „gleichberechtigte Beziehungen“ an. Das ist schon deshalb bemerkenswert, weil die Bundesrepublik die DDR nicht als eigenständigen Staat anerkennt. Der Brief ist somit ein weiterer Schritt in Brandts Entspannungspolitik. Regierungssprecher Conrad Ahlers liest auf der Bundespressekonferenz vor Was Brandt in seinem Brief genau geschrieben hat, wird erst am folgenden Tag auf einer Pressekonferenz von Regierungssprecher Conrad Ahlers vorgelesen.
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Jan 22, 2022 • 3min

Brexit, Tag 1 – Großbritannien hat die EU verlassen | 1.1.2021 | #jetztschonhistorisch

Am 1. Januar 2021 ist der Brexit Realität. Vorausgegangen war eine 11-monatige Übergangsphase, in der das Vereinigte Königreich nicht mehr der EU angehörte, aber in vielerlei Hinsicht so behandelt wurde. Viel war spekuliert worden, was denn dann passieren würde, zumal der Austritt auch noch mitten in der Corona-Krise erfolgte. Im Dezember 2020 waren wegen der Pandemie die Grenzen geschlossen, viele Auslandsflüge gestrichen, der Euro-Tunnel zu. Kilometerlange Lkw-Schlangen hatten sich gebildet, doch kurz vor dem Jahreswechsel wurden die Maßnahmen wieder gelockert. Bis Weihnachten war zudem unklar, ob es einen harten Brexit geben würde, doch dann einigten sich die EU und London doch noch in letzter Minute auf ein Abkommen. So ist es am Neujahrstag an den Grenzen vergleichsweise ruhig, und Premier Boris Johnson zeigt sich zufrieden.
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Jan 22, 2022 • 7min

Festakt zum EWG-Beitritt Großbritanniens | 22.1.1972

Beide Male scheitert der Beitritt am Veto Frankreichs, konkret Charles de Gaulles. Der meint: Großbritannien unterscheide sich zu sehr vom Kontinent. Er fürchtet auch, dass die USA über Großbritannien zu viel Einfluss nehmen könnten. Erst als de Gaulle 1969 zurücktritt, ist für Großbritannien der Weg frei. Am 22. Januar 1972 unterzeichnet Premier Edward Heath den Beitrittsvertrag in Brüssel. Aber die Beitritts-Gegner aus seinem Heimatland sind ebenfalls gekommen und laden zu Gegenveranstaltungen ein.
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Jan 15, 2022 • 6min

Adenauer zu Synagogenschändung in Köln | 16.1.1960

In den Weihnachtstagen 1959 wurden die Kölner Synagoge und das Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus mit Hakenkreuzen beschmiert und demoliert. Zwei junge Männer wurden festgenommen. Doch die Tat provozierte Trittbrettfahrer. In den folgenden Wochen mehrten sich antisemitische Vorkommnisse. Nach den Weihnachtsferien nimmt Bundeskanzler Konrad Adenauer Stellung zu den, wie er sie bezeichnet, "Flegeleien" und fordert eine "Tracht Prügel" für die antisemitischen "Lümmel".

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