Archivradio – Geschichte im Original

SWR
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Sep 30, 2022 • 14min

Räumung für Stuttgart 21: Der "schwarze Donnerstag" | 30.9.2010

Protest gegen S21: Bäume im Stuttgarter Schlosspark sollen gefällt werden Im Jahr 2010 rücken die Bauarbeiten für das Bahnprojekt Stuttgart 21 immer näher. Im gleichen Maß wächst der Protest. S21-Gegner besetzen auch die Bäume im Stuttgarter Schlosspark, die ab dem 1. Oktober gefällt werden sollen. Und so eskaliert die Lage am 30. September – dem Tag, der als Schwarzer Donnerstag in die Geschichte der Stadt eingehen soll. Polizei setzt Schlagstöcke, Wasserwerfer und Pfefferspray ein Das Land hat sich Polizeiverstärkung aus anderen Bundesländern geholt. Schlagstöcke, Pfefferspray und Wasserwerfer kommen zum Einsatz, es gibt Schwerverletzte, ein Mann wird dauerhaft erblinden. Urteil: Polizeieinsatz war rechtswidrig Der Schwarze Donnerstag hatte juristische Folgen, nicht für mehr als 80 Demonstranten, gegen die Ermittlungen eingeleitet wurden, sondern auch für einige Polizisten und für den Polizeipräsidenten Siegfried Stumpf. Den Einsatz von Schlagstöcken und Pfeffersprays beurteilte das Amtsgericht Stuttgart in vielen Fällen als unverhältnismäßig. Im Jahr 2015 urteilte das Verwaltungsgericht Stuttgart, dass der Polizeieinsatz zur Räumung des Schlossgartens rechtswidrig war.
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Sep 27, 2022 • 4min

Bundeskanzler Adenauer kündigt "Wiedergutmachung" an | 27.9.1951

Bei seiner Regierungserklärung kündigt Bundeskanzler Konrad Adenauer ein Wiedergutmachungsabkommen mit Israel und die Rückerstattung jüdischen Eigentums an. 1952 schloss Adenauer das Abkommen mit Israel über dreieinhalb Milliarden Mark ab. Das Geld sollte Israel helfen, jüdische Flüchtlinge zu unterstützen. Zugleich stellte es eine Rückerstattung für jüdisches Vermögen dar. Adenauer hatte seine Absicht bereits im Jahr zuvor angekündigt. Er setzte sich gegen seine Koalitionspartner von FDP und CSU durch, die die Entschädigung von drei Milliarden Mark für zu hoch hielten.
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Sep 20, 2022 • 11min

George W. Bush kündigt Angriffe in Afghanistan an | 20.9.2001

al-Qaida ist verantwortlich für die Anschläge am 11. September 2001 Inzwischen ist klar: Für Terroranschläge vom 11. September 2001 sind Osama bin Laden und die Terrororganisation al-Qaida verantwortlich. Die operiert von Afghanistan aus, unter dem Schutz und der Duldung der Taliban-Regierung. Die US-Regierung fordert die Taliban auf, Osama bin Laden auszuliefern. Doch so weit gehen die Taliban nicht – sie bitten Osama bin Laden lediglich, freiwillig das Land zu verlassen. US-Präsident George W. Bush kündigt Zerschlagung des Terrornetzwerks an Das reicht US-Präsident George W. Bush nicht. Er kündigt am Abend des 20. September 2001 an, das Terrornetzwerk zu zerschlagen, und dass jeder Staat, der die Terroristen unterstützt, als Feind betrachtet wird. Bush betont zugleich, dass es sich dabei nicht um einen Angriff gegen den Islam handelt. Hintergrund ist eine zunehmend islamfeindliche Stimmung im eigenen Land seit den Terrorangriffen.
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Sep 13, 2022 • 39min

Die Barschel-Affäre – Ehrenwort und Rücktritt | 7. bis 25.9.1987

Hintergrund: Uwe Barschel war Ministerpräsident, einer der jüngsten, den die Bundesrepublik je hatte, mit 38 kam er ins Amt und war ein großer Hoffnungsträger der CDU. Im September 1987 hat er gute Chancen, wiedergewählt zu werden. 7.9.1987: Spiegel veröffentlicht ersten Artikel zu „Waterkant-Gate" Eine Woche vor der Landtagswahl in Schleswig-Holstein enthüllt der „Spiegel“ einen Artikel unter dem Titel „Waterkant-Gate – Spitzel gegen den Spitzenmann“. Tenor. Der Spitzenkandidat der SPD, Björn Enghom – Gegenspieler von Uwe Barschel – wurde bespitzelt, womöglich von der CDU. Engholm sollte mit fingierten Angaben fälschlich der Steuerhinterziehung bezichtigt werden. Die Angaben dazu könnten nur aus den CDU-geführten Finanzministerien in Bonn oder Kiel stammen. Der Bericht im Süddeutschen Rundfunk beginnt mit einem Interview mit Björn Engholm. 12.9.1987: Spiegel legt nach und veröffentlicht „Barschels schmutzige Tricks“ Eine Woche später bringt Spiegel Rainer Pfeiffer ins Spiel, einen Medienreferenten von Uwe Barschel. Der habe eine eidesstattliche Versicherung abgegeben: Er habe von Barschel persönlich den Auftrag bekommen, Engholm zu bespitzeln. Der Artikel ist deshalb brisant, weil der Spiegel zwar regulär am Montag erscheint – das wäre einen Tag nach der Wahl gewesen – aber die ersten gedruckten Exemplare schon am Samstag an einige Medien gehen und damit wichtige Inhalte dann schon in die Öffentlichkeit gelangen. Das war dann in diesem Fall einen Tag vor der Landtagswahl. Auch der NDR berichtet an diesem Samstag mittag und telefoniert mit Uwe Barschel - der die Beschuldigungen zurückweist. 13.9.1987: CDU verliert absolute Mehrheit – Interview mit Rainer Pfeiffer im NDR Die Enthüllungen zeigen Wirkung: Die CDU verliert bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein ihre absolute Mehrheit, stärkste Fraktion wird die SPD. Und es ist klar, dass dabei auch die Spiegel-Geschichte eine Rolle spielt. Nach Schließung der Wahllokale sendet der NDR ein Interview mit dem Belastungszeugen, Rainer Pfeiffer. 14.9.1987: Spiegel-Chef Böhme weist Kritik zurück Tags drauf erscheint im Spiegel dann auch die ganze Geschichte. Barschel kündigt einen Untersuchungsausschuss an. Die CDU kritisiert den Spiegel: Der habe die Geschichte bewusst am Tag vor der Landtagswahl lanciert, um die CDU bei der Wahl maximal zu schädigen. NDR-Redakteur Butz Peters interviewt dazu Spiegel-Chefredakteur Erich Böhme. 18.9.1987: Barschel gibt sein Ehrenwort Die Rücktrittsforderungen gegen Uwe Barschel werden immer lauter. Weitere vier Tage später gibt er die berühmte Pressekonferenz, auf der er beteuert: ... gebe ich den Bürgerinnen und Bürgern des Landes Schleswig-Holsteins (sic!) und der gesamten deutschen Öffentlichkeit mein Ehrenwort, ich wiederhole: ich gebe Ihnen mein Ehrenwort, dass die gegen mich erhobenen Vorwürfe haltlos sind. Quelle: Uwe Barschel, 18.9.1987 Am selben Vormittag ist die Affäre dann auch Thema im Bundestag in Bonn. Es stehen sich nun also die eidesstattliche Erklärungen Uwe Barschels und Rainer Pfeiffers gegenüber. Am 21. September bringt der Spiegel neue Details – ist sich aber bezüglich der Rolle von Uwe Barschel nicht mehr so sicher. Auf der politischen Ebene gehen die Koalitionsgespräche derweil weiter. Noch immer will die CDU mit Uwe Barschel eine Regierung mit der FDP und dem Südschleswigschen Wählerverband bilden. Am 25. September aber kündigt Uwe Barschel seinen Rücktritt an. Nach dem Rücktritt am 25.9.1987 Barschels Stellvertreter Henning Schwarz übernahm die Regierungsgeschäfte. Da er aber keine Regierungsmehrheit bilden konnte, kam es im Mai des kommenden Jahres zu Neuwahlen. Björn Engholm wurde Ministerpräsident, sogar Kanzlerkandidat der SPD, bis er auch er 1993 von allen Ämtern zurücktreten musste. Denn es kam heraus, dass er von seiner Bespitzelung durch Rainer Pfeiffer schon früher wusste als er im Untersuchungsausschuss behauptet hatte. Die weiteren Ermittlungen ergaben außerdem, dass der Kronzeuge der Spiegel-Enthüllungen – Rainer Pfeiffer – teilweise falsche Aussagen gemacht hat. Ob und wieviel Barschel also wirklich von der Bespitzelung Engholms wusste, ist bis heute nicht gesichert. Barschels tragisches Ende Barschel selbst hatte nach seinem Rücktritt noch die Hoffnung, sich entlasten zu können, doch dazu kam es nicht mehr. Am 11. Oktober, nach seinem Rücktritt. wird er tot im Genfer Hotel Beau Rivage aufgefunden. Zum Tod Uwe Barschels und den ersten Ermittlungen gibt es eine eigene Folge im SWR2 Archivradio.
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Sep 11, 2022 • 10min

Prügelstrafe an Schulen: Rheinland-Pfalz diskutiert über Abschaffung | 22.10.1969

Ohrfeigen, Kopfnüsse, Schläge auf die Finger – Das waren früher anerkannte pädagogische Erziehungsmethoden an Schulen. In der sowjetischen Besatzungszone und somit auch in DDR wurde die Prüfelstrafe bereits nach dem Krieg verboten, in westdeutschen Schulen war sie weiterhin erlaubt, bis in den 1960er Jahren langsam ein Umdenken stattfand. In mehreren Bundesländern wird das sogenannte „Züchtigungsverbot“ an Schulen eingeführt. Und so stellt der Südwestfunk am 22. Oktober 1969 die Frage: Warum darf an Rheinland-Pfälzischen Schulen noch geprügelt werden? Ab 1973 war die Prügelstrafe auch an allen Schulen der Bundesrepublik untersagt. Das Züchtigungsverbot wurde in der Regel zunächst in den Schulordnungen festgeschrieben, bevor es auch gesetzlich verankert wurde.
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Sep 10, 2022 • 5min

Erich Honecker auf Heimatbesuch im Saarland | 10.9.1987

Fünf Tage lang – vom 7. bis 11. September 1987 – besucht DDR-Staatschef Erich Honecker die Bundesrepublik. Zu den Momenten, die die Öffentlichkeit am meisten interessieren, gehören das Treffen mit Udo Lindenberg in Wuppertal sowie sein Besuch im Saarland, seiner Heimat. Zu dessen Ministerpräsidenten Oskar Lafontaine, der damals noch in der SPD war, hat Honecker einen guten Draht, wie im Bericht deutlich wird. Anschließend besucht er seine Heimatstadt, die kleine Gemeinde Wiebelskirchen, wo sich Passanten noch an den kleinen Erich erinnern können. Der Bericht beginnt jedoch zunächst in der ersten Station von Erich Honecker am 10. September – in Trier, der Geburtsstadt von Karl Marx.
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Sep 10, 2022 • 7min

Udo Lindenberg trifft Erich Honecker | 24.6./9.9.1987

Lindenberg unzufrieden: DDR-Auftritt 1983 nur vor regimetreuem Publikum Jahrelang bemüht sich Udo Lindenberg um einen Auftritt in der DDR. Im Frühjahr 1983 lässt er seinen Frust raus im Stück "Sonderzug nach Pankow", in dem er den Oberindianer Honni, gemeint war der DDR-Staatsratsvorsitzende Erich Honecker auffordert, sich doch mal locker zu machen. Im Oktober 1983 darf er dann tatsächlich spielen, aber nur vor ausgewähltem Publikum aus Funktionären und regimetreuen FDJlern. Das reicht Lindenberg nicht, er will vor richtigen Fans spielen. Er versucht es weiter. Lederjacke und Schalmei wechseln Besitzer Im Juni 1987 schickt er Honecker als Geschenk eine Lederjacke. Honecker bedankt sich dafür und schickt seinerseits eine Schalmei an Udo Lindenberg. Der wiederum äußert sich dazu am 24. Juni in einem Interview mit dem Südwestfunk. Lindenberg überreicht Honecker in Wuppertal eine Gitarre Keine drei Monate später, am 9. September 1987, treffen sich die beiden schließlich anlässlich einer Reise Honeckers in die Bundesrepublik vor dem Engelshaus in Wuppertal. Umringt von einer Riesenmenge an Schaulustigen, unter ihnen SDR-Reporter Ralph Martin. Tournee erst nach dem Fall der Mauer möglich Doch die Hoffnung war verführt – erst nach dem Fall der Mauer 1990 kann Udo Lindenberg in der DDR auf Tournee gehen.
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Sep 9, 2022 • 5min

Nach Mondlandung: Mainzer Forscher analysieren den Mondstaub | 22.10.1969

Nachdem im Juli 1969 erstmals Astronauten den Mond betreten haben, bringen sie auch Material von der Mondoberfläche zur Erde mit. Dieser Mondstaub wird nicht nur bei der Nasa in Houston analysiert, sondern vor allem in Mainz, am Max-Planck-Institut für Chemie (MPIC). Aus den 250 Gramm Mondstaub versuchen die Forscher, etwas über die Entstehung des Mondes herauszufinden – und ob Erde und Mond einen gemeinsamen Ursprung haben. Am 22. Oktober 1969 – drei Monate nach der Mondlandung – gibt Prof. Heinrich Wänke die ersten Auskünfte im Südwestfunk. Das Max-Planck-Institut zeigte den Mondstaub auch in einer öffentlichen Ausstellung. Der Andrang war groß. Weitere Infos des MPIC zu den Mondstaub-Untersuchungen in Mainz 1969 Weitere Aufnahmen:
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Sep 9, 2022 • 31min

Trauerfeier für Diana – und die späte Reaktion der Queen | 6.9.1997

Großer Trauerzug durch London nach dem Unfalltod der Prinzessin von Wales Eine Woche nach ihrem Tod findet in London eine große Trauerfeier für Prinzessin Diana statt. Auch im Süddeutschen Rundfunk und dem Südwestfunk gibt es an diesem 6. September 1997 Sondersendungen. Goodbye England's Rose Elton John spielt und singt für Lady Diana eine neugeschriebene Fassung seines Hits "Candle in the Wind". Queen hält nach langem Schweigen eine Rede am Vorabend der Trauerfeier Was für besondere Aufmerksamkeit sorgt: Nachdem das Königshaus zum Tod von Diana fast eine Woche lang geschwiegen hatte, äußert sich die Queen am Vorabend in einer Live-Rede. Damit beginnen auch die Berichte am nächsten Morgen, bevor am Vormittag und Mittag die Trauerfeier selbst ausführlich im Mittelpunkt steht. Eine Live-Reportage aus der Freiburger Innenstadt zeigt aber auch: Viele Bundesbürger finden das Ausmaß der Berichterstattung übertrieben.
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Sep 4, 2022 • 36min

Charles de Gaulle: Rede an die deutsche Jugend in Ludwigsburg | 9.9.1962

Am Ende seines einwöchigen Staatsbesuchs in der Bundesrepublik hält der französische Staatspräsident Charles de Gaulle im Schloss Ludwigsburg eine Rede an die deutsche Jugend.

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