Archivradio – Geschichte im Original

SWR
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Jan 16, 2023 • 2min

Svetozar Boroevic hält Ansprache an die Kameraden der Isonzo-Armee | 16.1.1916

Svetozar Boroevic begrüßt die Soldaten als "alte Kriegskameraden" aus den Feldzügen in Galizien und in den Karpaten. "Solange es Kulturmenschen geben wird" wird man die Soldaten als "Muster von Vaterlandsliebe, Gehorsam und Pflichtgefühl" preisen. Die Italiener konzentrierten ihre Angriffe auf Österreich-Ungarn vor allem im Tal des Isonzo-Flusses nördlich von Triest. Es war eine der wenigen Stellen an der Grenze der beiden Länder, die nicht durch das Hochgebirge führten, aber es war schwierig, auf dem Gelände Truppen aufzustellen und zu manövrieren.  Die schweren Gefechte an der Isonzo-Front brachten nur geringfügige Geländegewinne, kosteten aber viele Menschenleben: Die Italiener verloren schätzungsweise 230.000, die Österreicher 165.000 Soldaten. Im März 1916 hatten die Italiener mit fünf Isonzo-Schlachten, die unter extremsten Bedingungen geführt wurden, nur geringe Erfolge gegen die österreichisch-ungarischen Truppen erzielt. Die Trentino-Offensive der k. u. k.-Armee und weitere Angriffe am Isonzo im Mai und Oktober 1916 untergruben die Moral der italienischen Armee. Quelle: Deutsches Rundfunkarchiv (DRA)
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Jan 15, 2023 • 6min

Ansturm auf Stasi-Zentrale in Ostberlin | 15.1.1990

Nach der Stürmung der Stasi-Gebäude in Erfurt, in Leipzig, Suhl und Rostock ist am 15. Januar 1990 auch die Zentrale in Ostberlin dran. Es ist der Höhepunkt der Proteste. Wütende Bürgerinnen und Bürger stürmen die Zentrale in der Normannenstraße. Die Besetzung eskaliert.
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Jan 12, 2023 • 11min

Die Gründung der "Grünen" | 12./13.1.1980

Auch wenn sich in der grünen Bewegung viele ehemalige 1968er fanden, waren in der Partei anfangs auch tief-konservative Politiker vertreten. So wie Herbert Gruhl, der ein Buch mit dem Titel "Ein Planet wird geplündert" geschrieben hatte. Bis 1978 war er Mitglied der CDU, dann trat er dort aus und gründete am darauffolgenden Tag die neue Partei "Grüne Aktion Zukunft", GAZ. Die wiederum schloss sich mit anderen Aktionsbündnissen und grünen Listen zu den „Grünen“ zusammen. Das geschah am 12. und 13. Januar 1980 in Karlsruhe auf dem Gründungsparteitag, der von Herbert Gruhl eröffnet worden war. Herbert Gruhl eröffnete den Parteitag Herbert Gruhl eröffnete als erster Redner den Parteitag. Er entschuldigte sich zunächst bei den im Saal befindlichen Mitgliedern für die hoffnungslos überfüllte Stadthalle in Karlsruhe. Die Zahl der Parteimitglieder hätte sich in den letzten Wochen vervierfacht auf 10.400. Und die Gegner, so Gruhl, schauten nun gespannt nach Karlsruhe: "'Die Zeit' schrieb in dieser Woche: Die FDP in Baden-Württemberg setzt darauf, dass die Grünen sich schon selber noch auseinanderdiskutieren werden und fragt hoffnungsvoll, ob sich die Blätter bald verfärben und damit den Abfall vom Stamm und den politischen Herbst der Bewegung ankündigen. 'Die Zeit' sagt weiter: Die FDP in Bonn hofft ebenfalls darauf, dass die Gründung einer grünen Bundespartei die Zerrissenheit dieser Bewegung sichtbar macht und manche potenziellen Wähler abschreckt. Wir haben es heute und morgen in der Hand, unsere Gegner zu enttäuschen." Wirtschafts- und Arbeitswelt, Friedens- und Außenpolitik, Umwelt und Natur – das, so Gruhl, seien die Schwerpunkte grüner Politik. Er schließt mit den Worten "Liebe Freunde, niemand kann unseren Erfolg noch verhindern, es sei denn wir selbst." Quelle: Süddeutscher Rundfunk. Original-Mitschnitt vom 12. Januar 1980
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Jan 10, 2023 • 3min

Apple-Chef Steve Jobs stellt das iPhone vor | 9.1.2007

Im Januar 2007 stellt Steve Jobs das neueste Gerät seiner Firma Apple vor, das sogenannte iPhone. Ein internetfähiges Handy, das man ausschließlich über einen Touch-Screen steuert, das Fotos machen und Musik abspielen kann. Fachleute zeigen sich aber noch verhalten, viele schätzen es eher als Hype ein, von einer Revolution könne man nicht sprechen. Ein halbes Jahr später beginnt der Verkauf des iPhones.
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Jan 5, 2023 • 53min

Robert Schuman plädiert für Europa-Armee | 5.1.1955

Schon in den 1950er-Jahren gab es Pläne für eine gemeinsame europäische Verteidigung. Frankreich, das heute zu den stärksten Befürwortern eines solchen Projekts gehört, war damals aber dagegen und ließ die Pläne scheitern. Dem französischen Parlament war die Militarisierung Deutschlands nicht geheuer. Das führte zu Verstimmungen und war ein Dämpfer für die deutsch-französische Annäherung. Robert Schuman hält Rede im Ludwigsburger Schloss Der Europapolitiker Robert Schuman versucht mit einer Rede im Ludwigsburger Schloss die Wogen zu glätten. Schuman hatte zu dem Zeitpunkt kein politisches Amt, aber er war vorher immerhin schon französischer Ministerpräsident und Außenminister und hatte in diesen Ämtern viele deutsch-französische bzw. europäische Gemeinschaftsprojekte forciert. Anders als viele seiner französischen Landsleute hatte Schuman keine Befürchtungen, dass Deutschland im europäischen Verbund zu mächtig werden würde. Er war ein ausdrücklicher Befürworter einer Europa-Armee – vor allem aus Sorge vor den Entwicklungen in der Sowjetunion. Schuman plädiert in dieser Rede am 5. Januar 1955 auch für das Ziel einer Wiedervereinigung Deutschlands. Rede von Robert Schuman gehalten auf Einladung des Deutsch-Französischen Instituts über das Thema "Die neue Phase der europäischen Idee". Ordenssaal, Schloss Ludwigsburg, ausgestrahlt am 21.1.1955.
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Jan 1, 2023 • 16min

Saarland wieder Teil der Bundesrepublik: Konrad Adenauer zur "Kleinen Wiedervereinigung" | 1.1.1957

Adenauer: Hoffnung auf Lösung auch für Ostdeutschland Am 1. Januar 1957 ist das Saarland wieder Teil der Bundesrepublik Deutschland. Zur Feierstunde im Staatstheater Saarbrücken spricht auch Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU). Er äußert die Hoffnung, dass nun auch eine Lösung für Ostdeutschland möglich sein könnte. Quelle: Archiv des Saarländischen Rundfunks Im Bild: Bundeskanzler Konrad Adenauer (2.v.l.) schreitet am 1. Januar 1957 auf dem Bahnhofsvorplatz in Saarbrücken die Front der Polizeihundertschaft ab, hinter Adenauer der Ministerpräsident der Saarregierung, Hubert Ney
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Jan 1, 2023 • 3min

Neujahrsansprache 1918 an die Eisenbahner | 1.1.1918 / 27.4.1918

Paul von Breitenbach (1850-1930) war von 1906 bis 1918 preußischer Minister der öffentlichen Arbeiten und Chef des Reichsamtes für Verwaltung der Reichsbahn. "Gewaltiges Ringen und Kämpfen der Völker lässt noch immer die Welt erdröhnen. Auch dieser Jahreswende fehlt der Friede auf Erden" / Gegen einen Frieden, der nicht die Zukunft Deutschlands sichert / "Die Kämpfer an der Front kämpfen für solchen Frieden" / Ihre Zukunft steht und fällt mit den Leistungen der Eisenbahn, dem "geflügelten Rade" / Der vaterländische Sinn fordert alle sittliche und körperliche Kraft / "Ich weiß und vertraue fest, dass auch das neue Jahr die Beamten und Arbeiter der preußischsächsischen Staatseisenbahn wie der Reichseisenbahn auf den gleichen Standpunkt äußerster Pflichterfüllung und Hingabe an das Vaterland hinführt. Den Frieden fördert, wer in solcher Gesinnung verharrt". Bedeutung der Eisenbahn Ohne die Eisenbahn ist der moderne Krieg, wie er sich in den zerstörerischen Schlachten des Ersten Weltkrieges an allen Fronten zeigte, nicht vorstellbar. Erst durch die Bahn war es möglich Kriegs- und "Menschen"-Material in bislang unbekannten Dimensionen an die Fronten zu liefern. In der Zeit des Ersten Weltkriegs waren nur Studioaufnahmen keine Liveaufnahmen möglich. Jedes Wort musste unmittelbar vor einem großen Trichter erzeugt werden, der richtige Abstand musste eingehalten werden. Ein regelmäßiger Rundfunkbetrieb in Deutschland fand erst ab 29.10.1923 statt. Aufnahmedatum: 27.4.1918 (nachgesprochen)Quelle: Deutsches Rundfunkarchiv (DRA)
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Dec 31, 2022 • 18min

Zwei Studenten "befreien" Helgoland | 1.1.1951

Die Ausgangslage: Helgoland nach dem Zweiten Weltkrieg Nach dem Krieg blieb Helgoland in der Hand der Briten. Nachdem die britische Luftwaffe die Militäranlagen der Nazis zerstört hatte, nutzte sie die Insel weiter für Bombenabwurfübungen – noch heute ist die Insel mit Abwurfkratern übersät. Die Bewohner Helgolands lebten auf dem Festland, vor allem in Cuxhafen. Zur gleichen Zeit wurde in Deutschland über eine Wiederbewaffnung diskutiert. Die Invasion Zwei Heidelberger Studenten, Georg von Hatzfeld und René Leudesdorf, waren dagegen und heckten deshalb einen Plan aus. Sie würden die Insel besetzen und ihre Rückgabe an Deutschland fordern. Gleichzeitig sollte es keine deutsche Wiederbewaffnung geben. Die Weihnachtszeit erschien ihnen ideal, da hat die Presse sonst nicht viel zu berichten. Am 20. Dezember 1950 fahren sie mit einem Kutter zur Insel und sehen die unzähligen Bombenkrater. Die Journalisten und Helgoländer, die sie begleiten, fahren bald zurück. Die beiden Studenten bleiben zeitweise alleine auf der Insel. Am 1. Januar 1951 berichtet einer der Helgoländer im Radio von den Ereignissen auf der Insel und den rauhen Bedingungen. Davon handelt die ersten Aufnahme. Die zweite stammt vom 5. Januar. Die Besatzung war da schon zu Ende. Die beiden Studenten wurden von den Briten abgeholt. Der Moderator spricht mit Hubertus Prinz zu Löwenstein. Er war bei der anfänglichen Besatzung zwar nicht dabei, sondern fuhr erst kurz vor Silvester auf die Insel. Löwenstein wird als "Spiritus rector" vorgestellt, doch ist unklar, inwieweit die Aktion auf seine Initiative zurückging. Hatzfeld und Löwenstein kannten sich zumindest von der Universität. In jedem Fall hat Löwenstein für die nötige internationale Publicity gesorgt. Löwenstein betont, dass die "Invasion" keineswegs nationalistisch motiviert war. Vielmehr ginge es um ein geeintes Europa. Die britische Besatzung von Helgoland sei völkerrechtswidrig. Wenn dieser Streit aber gelöst sei, stünde dem deutsch-britischen Verhältnis nichts im Wege. Dies sind die beiden Aufnahmen zur sogenannten Helgoland-Invasion, die in den Archiven der ARD enthalten sind. Wie es weiterging Im Februar 1951 entschied der britische Premierminister Clement Atlee, die Insel innerhalb eines Jahres an Deutschland zurückzugeben. So konnten ab März 1952 die Helgoländer wieder auf ihre Insel ziehen. Wie stark die Heidelberger Invasion diese Entscheidung tatsächlich beeinflusst hat, darüber gehen die Meinungen auseinander.
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Dec 31, 2022 • 4min

Gerhard Schröder bei der Einweihung des Transrapid in Schanghai | 31.12.2002

Deutschland schafft und liefert innovative Zukunftstechnologie für die ganze Welt. Das sollte die große Erzählung sein im Zusammenhang mit dem Transrapid, der von Siemens und Thyssenkrupp entwickelten Hochgeschwindigkeits-Schwebebahn. Der Durchbruch scheint Ende des Jahres 2002 erreicht. Der frisch wiedergewählte Bundeskanzler Gerhard Schröder reist eigens nach Schanghai, um an Silvester bei der Einweihungsfahrt der ersten 30 km langen Transrapidstrecke von der Schanghaier Innenstadt zum Flughafen Pudong dabei zu sein. Auch das gehört zur Erzählung: Schröder, der Innovationskanzler und der Transrapid, der Startschuss in eine neue Verkehrs-Ära. Beflügelt werden der Kanzler und seine Begleiter aus der Industrie auch von der Andeutung aus Peking, dass auf den ersten Transrapid bald ein zweiter Auftrag folgen könne. Doch zu früh gefreut. Mehr als diese eine Transrapidstrecke kam nie zustande, jedenfalls nicht im Regelbetriebe. Schon das Anschlussprojekt in China scheiterte an hohen Kosten und Protesten, und auch weitere Anläufe in anderen Ländern führten nie zu einem Abschluss.
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Dec 23, 2022 • 6min

Albert Einstein: Völkerversöhnung als große Chance des Rundfunks | 22.8.1930

Am 22. August 1930 spricht Albert Einstein auf der Funkausstellung in Berlin, die seit ihrem Beginn 1924 immer größer geworden ist. Eröffnet wird die 7. Funkausstellung von Reichsrundfunkkommissar Hans Bredow. Ihm ist es gelungen, Albert Einstein einzuladen und dazu zu bewegen, "aus seiner Studierstube" auf diese Veranstaltung zu kommen. Schließlich gehöre er der Allgemeinheit. Hans Bredow kündigt Einstein dem Publikum an. Einstein selbst spricht nach etwa anderthalb Minuten.

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