Archivradio – Geschichte im Original

SWR
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Apr 6, 2023 • 13min

Kundgebung "gegen den Atomtod" | 23.3.1958 | Kernenergie

Initiative der Opposition: Treffen in der Frankfurter Kongresshalle Parallel zur Bundestagsdebatte über die atomare Aufrüstung im März 1958 findet in der Frankfurter Kongresshalle eine Kundgebung gegen den Atomtod statt. Initiiert von einem Bündnis aus den Oppositionsparteien SPD und FDP, aus Gewerkschaften und Kirchen. Die Kundgebung ist Teil einer großen Kampagne, die sich durch das Frühjahr zieht, mit Mahnwachen und Gottesdiensten und sogenannten Friedensstreiks, die Atomwaffen-Gegner in einigen Unternehmen organisieren. Die Kundgebung gegen den Atomtod fand am 23. März statt, somit am Samstag, bevor der Bundestag am Montag das Thema abschließend diskutierte. Redner*innen Prof. Walter Weizel, PhysikerHelene Wessel (SPD)Stefan Andres, SchriftstellerProf. Heinrich Vogel, TheologeProf. Eugen Kogon, PublizistErich Ollenhauer (SPD; im Bild)
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Apr 6, 2023 • 4min

"Göttinger Manifest": Ja zur Kernenergie, nein zu Atomwaffen – Carl Friedrich von Weizsäcker im Interview | 30.4.1957 | Kernenergie

Am 12. April 1957 veröffentlicht der Ausschuss Kernphysik der Deutschen Physikalischen Gesellschaft eine Erklärung, die für Aufsehen sorgt. Die Wissenschaftler sprechen sich in diesem "Göttinger Manifest" gegen eine atomare Aufrüstung und eine Stationierung von Atomwaffen aus. Carl Friedrich von Weizsäcker initiiert Göttinger Manifest Initiiert hat das Ganze Carl Friedrich von Weizsäcker, zu den Mitunterzeichnern gehören die Nobelpreisträger Otto Hahn, Max Born und Werner Heisenberg. Sie hatten im Vorfeld erfolglos versucht, durch Gespräche die Bundesregierung von ihrem Plan abzubringen, die Bundesrepublik mit Atomwaffen auszustatten. So sehr die Physiker Atomwaffen ablehnen, so sehr plädieren sie jedoch im gleichen Atemzug für eine friedliche Nutzung der Kernenergie. Konrad Adenauer und Franz Josef Strauß reagieren verärgert Als die Erklärung veröffentlicht ist, reagieren Konrad Adenauer und sein Verteidigungsminister Franz Josef Strauß ziemlich verärgert und werfen den Physikern politische Ignoranz vor. Die Wissenschaftler schweigen daraufhin erst einmal. Carl Friedrich von Weizsäcker erläutert seinen Standpunkt Nach gut zwei Wochen schließlich erklärt Carl Friedrich von Weizsäcker in einem langen Vortrag in Bonn, welche Überlegungen hinter der Erklärung stehen. Am folgenden Tag fasst er sie in einem Interview zusammen. Im Bild: Carl Friedrich von Weizsäcker (rechts), Otto Hahn (links) und Walther Gerlach (Mitte) treffen am 17. April 1957 im Bonner Palais Schaumburg ein, um mit Bundeskanzler Konrad Adenauer die von ihm scharf kritisierte "Göttinger Erklärung" zu diskutieren
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Apr 6, 2023 • 14min

Queen weiht erstes Atomkraftwerk des Westens in Calder Hall ein | 17.10.1956

Technischer Wettstreit in Sachen Kernenergie Am 17. Oktober 1956 geht im englischen Lake District das Kernkraftwerk Calder Hall ans Netz. Im Archiv des Südwestfunks ist die Aufnahme mit „Erstes Atomkraftwerk der Welt“ beschriftet, doch tatsächlich ging bereits vier Monate zuvor in der Sowjetunion bereits das Kernkraftwerk Obninsk in Betrieb. Bei der Kernenergie gab es also wie auch in der Raumfahrt einen technischen Wettlauf zwischen Ost und West. Vorreiter im Westen ist Großbritannien. Die junge Königin Elizabeth II höchstpersönlich ist dabei, als das Kraftwerk ans Netz geht. Franz Josef Strauß will unbedingt dabei sein Deutschland ist vertreten durch Franz Josef Strauß (CSU); der ist mittlerweile eigentlich Verteidigungsminister. Seine Amtszeit als Atomminister sollte also schon zu Ende sein. Aber das Spektakel in England wollte er sich nicht entgehen lassen; deshalb hat er seine Ministerurkunde als Atomminister behalten, obwohl sein Nachfolger bereits im Amt ist. Diese Verwicklungen erklärt er recht vergnügt am Schluss des Beitrags selbst. Reporter ist der Wissenschaftskorrespondent des SWF, Ernst von Khuon.
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Apr 6, 2023 • 21min

In Karlsruhe entsteht erster Forschungsreaktor – Stimmung in der Stadt | 19.7.1956 | Kernenergie

Bundeskanzler Konrad Adenauer entscheidet für Karlsruhe und gegen München 1956 ist entschieden: In Karlsruhe soll der erste atomare Forschungsreaktor der Bundesrepublik entstehen. Physik-Nobelpreisträger Werner Heisenberg hatte sich für München stark gemacht, denn er ist mit seiner Forschungsgruppe aus Göttingen dorthin gezogen. Doch Kanzler Konrad Adenauer entscheidet zugunsten von Karlsruhe. Eine Rolle spielen dabei auch sicherheitspolitische Erwägungen. München liegt Adenauer zu nahe an der aus Moskau kontrollierten Tschechoslowakei. Zur Vertragsunterzeichnung schickt der Kanzler seinen Atomminister Franz Josef Strauß (1915 - 1988) nach Karlsruhe. Wir hören zunächst den Bericht vom Festakt, anschließend eine Umfrage, die die Stimmung der Karlsruher widerspiegelt. Wegen Hochwassergefahr am Rhein: Leopoldshafen statt Maxau Die Bauarbeiten in Karlsruhe beginnen zunächst am Rhein bei Maxau. Doch nach einem Jahr ist klar: Das ist wegen der Hochwassergefährdung dann doch zu unsicher. Das Kernforschungszentrum entsteht schließlich weiter vom Fluss entfernt, bei Leopoldshafen. Der Reaktor geht wegen dieser und anderer Verzögerungen erst 1961 in Betrieb und wird deshalb nicht der erste Reaktor in der Bundesrepublik – das wird der in Garching, zu dessen Inbetriebnahme wir im SWR2 Archivradio eine eigene Aufnahme haben. Das Kernforschungszentrum Karlsruhe wird später in Forschungszentrum Karlsruhe umbenannt und fusioniert 2009 mit der Universität zum heutigen Karlsruhe Institute of Technology KIT. +++++ Im Bild: Mitglieder des Atom-Ausschusses des Bundestags besichtigen am 17. Januar 1958 das Karlsruher Reaktorgelände bei Leopoldshafen. Rechts Baudirektor Sommer, daneben (mit dunklem Hut) der Vorsitzende des Ausschusses, Dr. Thomas Dehler (FDP)
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Apr 6, 2023 • 12min

"Atom für den Frieden" – Genfer Konferenz propagiert friedliche Nutzung der Atomenergie | 20.8.1955 | Kernenergie

Konferenz "Atom für den Frieden" in Genf Dort, wo sonst der Genfer Automobilsalon stattfindet, treffen sich Fachleute 1955 zu einer Konferenz unter dem Motto „Atom für den Frieden“. Anstoß ist die Atomrede des US-Präsidenten Dwight D. Eisenhower "Atoms for Peace", in der er die Gründung einer internationalen Atomenergie-Organisation angeregt hat. Unter Federführung der Vereinten Nationen findet die Konferenz vom 8. bis zum 20. August 1955 statt. Südwestfunk-Reporter Ernst von Khuon zeigt sich von dem, was er hört, äußerst beeindruckt. Hier sein Abschlussbericht vom letzten Konferenztag. Quelle: W0255823
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Apr 6, 2023 • 3min

Atombombe auf Nagasaki – Fliegeroberst Cheshire erinnert sich | 9.8.1945 / 1959 | Kernenergie

US-Luftwaffe: Abwurf der Plutoniumbombe "Fat Man" 1945 auf Nagasaki Drei Tage nach dem Atombombenabwurf auf Hiroshima flogen drei US-Militärflugzeuge Richtung Nagasaki, morgens kurz nach vier Uhr. Eins der Flugzeuge trug eine weitere Bombe, die Plutoniumbombe "Fat Man". Ein zweites enthielt wissenschaftliche Instrumente. Das dritte war ein Begleitflugzeug mit weiteren Soldaten. Unter ihnen der englische Fliegeroberst Leonard Cheshire. Zehntausende Tote beim Angriff auf Nagasaki Cheshire sprach Deutsch. Jahre später, 1959, erzählt er im Rahmen eines Radiofeatures mit dem Titel "Die Drohung" vom Einsatz über Nagasaki. Die Bombe tötete 22.000 Menschen direkt, zehntausende starben innerhalb der nächsten Monate an den Folgen.
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Apr 6, 2023 • 29min

Stasi entführt und erpresst West-Journalisten des RIAS | 6.4.1955 | Entführt nach Ostberlin

1955 werden Fälle bekannt, in denen die Stasi Journalisten aus West- nach Ostberlin verschleppt oder erpresst. Giftpralinenanschlag auf Lisa Stein scheitert Ende März 1955 etwa versucht der Stasi-Agent Gerhard Beck, die RIAS-Mitarbeiterin Lisa Stein zu entführen. Der RIAS war der Rundfunk im amerikanischen Sektor. Beck kannte Lisa Stein und gab ihr in einem Café eine mit Scopolamin vergiftete Praline, die sie betäuben sollte. Der Anschlag misslang, weil das Gift nicht sofort wirkte. Am 2. April – beim Versuch, einen anderen RIAS-Mitarbeiter zu entführen – wird Gerhard Beck verhaftet. Am 6. April berichtet der RIAS ausführlich über diesen und andere Fälle. Die Sendung beginnt mit einem Appell von RIAS-Programmdirektor Eberhard Schütz . DDR-Rundfunk reagiert Tags darauf erfolgt die Antwort des DDR-Rundfunks – in Form einer Glosse, die die Empörung in Westberlin ins Lächerliche zieht. Der Kommentator greift dabei auch den Fall des erfolgreich von der Stasi entführten Journalisten Karl Wilhelm Fricke auf. Dann geht er auf die anderen Fälle von entführten und erpressten Journalisten ein. Quelle: Deutschlandradio DZ097060
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Apr 1, 2023 • 11min

BGH: Comics sind nicht per se jugendgefährdend | 10.8.1955

Fördert der Comic-Schund das Analphabetentum? Comics sind Schund, gefährden die sittliche Entwicklung von Jugendlichen und fördern das Analphabetentum! Das war in den 1950er-Jahren die vorherrschende Auffassung unter Erziehungsfachleuten. Müssen sie also verboten werden? Bundesgerichtshof fällt Urteil über "Bildstreifenhefte" Der Streit darüber eskaliert bis zum Bundesgerichtshof. Dieser kommt zu einem Urteil, das – wie es in der folgenden Sendung heißt – von "Eltern und Jugenderziehern noch lebhaft erörtert werden wird". Demnach sind "Bildstreifenhefte" nicht per se und nicht "offensichtlich" jugendgefährdend, vielmehr komme es auf den Inhalt an! Aus der Residenz des Rechts "Aus der Residenz des Rechts" heißt diese traditionsreiche Sendung, die der Süddeutsche Rundfunk jahrzehntelang im Programm hatte und in der immer wieder – wie hier – Bundesrichter ihre Urteile im Radio erläuterten.
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Mar 31, 2023 • 2min

Die ersten SWF-Nachrichten: Ausgangsbeschränkungen und Lebensmittelknappheit | 31.3.1946

Am 31.3.1946 startet das Programm des Südwestfunks. So klangen die ersten Nachrichten. Sie sind im Original nicht mehr erhalten, sondern wurden später nachgesprochen. Thema sind Lebensmittelknappheit und Ausgangsbeschränkungen. Im Bild: Der Südwestfunk 1946 im Hotel Kaiserin Elisabeth in Baden-Baden
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Mar 29, 2023 • 1h 8min

Historisches Fußballspiel – Saarland gegen Deutschland | 28.3.1954

Die Gastgeber verlieren zwar mit 1:3, aber das Spiel stärkt das Selbstbewusstsein der Saarländer und geht als Meilenstein in die Regionalgeschichte ein. Reporter: Charly Scholz und Rudi MichelArchiv des Saarländischen Rundfunks

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