Archivradio – Geschichte im Original

SWR
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Mar 27, 2023 • 5min

Eröffnung der Sauerland-Autobahn | 25.10.1971

Diese Nord-Süd-Verbindung verkürzt nicht nur den Weg von Dortmund nach Frankfurt um eine ganze Stunde, sondern bildet eine neue transkontinentale Achse im europäischen Fernstraßennetz. Bundesverkehrsminister Leber umriss ihre Bedeutung so:
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Mar 22, 2023 • 12min

Eklat um Zuwanderungsgesetz – CDU-Politiker Peter Müller bekennt: "Politisches Theater" | 22.3.2002

Regeln für legale Zuwanderung schaffen Am Ende ihrer ersten Amtszeit wollte die rot-grüne Bundesregierung unter Gerhard Schröder im Jahr 2002 noch ein großes Vorhaben durchbringen, nämlich das von ihr lange geplante Zuwanderungsgesetz. Bis dahin gab  es Menschen von außerhalb der EU kaum legale Möglichkeiten, in Deutschland Fuß zu fassen – außer über einen Status als Geflüchtete. Die Wirtschaft wiederum klagt damals stark über einen Fachkräftemangel, vor allem im IT-Sektor. Das neue Zuwanderungsgesetz soll nun qualifizierten ausländischen Fachkräften den Weg nach Deutschland erleichtern und überhaupt Regeln für eine legale Zuwanderung schaffen. SPD denkt sich verfassungswidrigen Verfahrenstrick aus Im Bundestag hat Rot-Grün eine Mehrheit, im Bundesrat allerdings nicht. Das entscheidende Bundesland ist Brandenburg. Dort gibt es eine Landesregierung aus SPD und CDU. Der eine Koalitionspartner dafür, der andere dagegen – das läuft normalerweise auf eine Enthaltung hinaus. Damit würde das Gesetz aber scheitern. Also denkt sich die SPD einen – wie das Verfassungsgericht später feststellen wird – verfassungswidrigen Verfahrenstrick aus. Dieser sorgt im ersten Schritt für erhebliche Unruhe im Bundesrat und im zweiten für eine interessante Diskussion über Schauspielerei und Inszenierungen in der Politik. Zunächst der Bericht vom 22. März 2002. "Kalkulierte Ausbrüche": Peter Müller philosophiert über Politik als "legitimes Theater" Tatsächlich: Einer der CDU-Politiker, der Saarländische Ministerpräsident Peter Müller, räumte zwei Tage später ein, dass die zur Schau getragene Empörung seiner Parteifreunde nicht spontan kam, sondern verabredet war. Den Anlass für diese offenen Worte gibt ihm eine Veranstaltung im Saarbrücker Staatstheater. Dort ist er eingeladen, über das Thema Politik und Theater zu reden. Hier die entscheidende Passage aus jener Rede, in der Peter Müller auf die Bundesratsabstimmung Bezug nimmt und erzählt, wie die Union ihren Auftritt vorbereitet hat. Die neuen Zuwanderungsregeln waren auch im Bundestagswahlkampf nochmal ein großes Wahlkampfthema, doch entgegen der Hoffnung der Union wurde die Schröder-Regierung dafür nicht abgestraft, sondern wiedergewählt. Zuwanderungsgesetz nach Verfahrenstrick erneut eingebracht: 2005 tritt es in Kraft Allerdings konnte das Zuwanderungsgesetz nicht, wie geplant, zum 1. Januar 2003 in Kraft treten. Das Bundesverfassungsgericht erklärte das Gesetz für nichtig – weil das Verfahren im Bundesrat nach seiner Auffassung verfassungswidrig war. Die Stimmen aus Brandenburg hätten eben nicht als Zustimmung gewertet werden dürfen. Also blieb der rot-grünen Regierung nichts anderes übrig, als das Gesetz 2003 noch einmal einzubringen. Inzwischen hatten sich die Mehrheitsverhältnisse in den Ländern wieder verschoben. So konnte das Zuwanderungsgesetz mit zwei Jahren Verspätung 2005 in Kraft treten. Peter Müller wechselte 2011 nach 12 Jahren als Ministerpräsident des Saarlands als Richter ans Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe.
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Mar 22, 2023 • 5min

Hindenburg zur Räumung der ersten Besatzungszone | 21.3.1926

Deutschland erhebt keine Ansprüche mehr auf Elsass-Lothringen Nach dem Ersten Weltkrieg sollte das Rheinland eigentlich bis 1935 von den Alliierten besetzt bleiben. Doch Außenminister Gustav Stresemann erzielt im Vertrag von Locarno einen Kompromiss. Deutschland erkennt die Westgrenze zu Frankreich und Belgien an – erhebt also auch keine Ansprüche mehr auf Elsass-Lothringen. Dafür endet die Besatzung früher. Die erste Besatzungszone wird 1926 geräumt. In ihr lag auch Köln. Empfang der Stadt Köln In der Nacht zum 1. Februar findet dort die erste einer ganzen Reihe von Befreiungsfeiern statt, die auch im Rundfunk übertragen wurden. Sie ist allerdings nicht erhalten. Es existiert aber eine Rede von Reichspräsident Paul von Hindenburg. Er hat sie einige Wochen später am 21. März bei einem Empfang der Stadt Köln gehalten. Im Bild: Reichspräsident Paul von Hindenburg in Köln am 21. März 1926; rechts mit Zylinder der Oberbürgermeister von Köln, Konrad Adenauer
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Mar 19, 2023 • 8min

Saddam Hussein ist gefasst | 14.12.2003

Von US-Soldaten aufgespürt: Iraks Diktator hatte sich in Erdloch verschanzt Nach der Eroberung Bagdads und dem Sturz Saddam Husseins durch US-amerikanische und britische Truppen versteckte sich der irakische Diktator im Untergrund. Erst neun Monate später, am 13. Dezember 2003, wird er in der Nähe seiner Heimatstadt Tikrit gefunden. Nach Darstellung der Ermittler hatte er sich in einem gemauerten Erdloch verschanzt, hatte 750.000 US-Dollar in bar und ergab sich den US-Soldaten kampflos. Der erste der folgenden beiden Beiträge schildert die Situation im Irak, der zweite die Reaktion von US-Präsident George W. Bush. Ein halbes Jahr später wird Saddam Hussein der irakischen Justiz übergeben. Ein weiteres Jahr später beginnt der Prozess gegen ihn. Nach einem Jahr wird Saddam Hussein zum Tod durch den Strang verurteilt und am 5. November 2006 hingerichtet.
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Mar 19, 2023 • 32min

Beginn des Irak-Kriegs | 20.3.2003

USA greifen den Irak an – die Begründungen erweisen sich als falsch Am 20. März 2003 greifen die USA unter Präsident George W. Bush den Irak an. Großbritannien wird sich kurz darauf anschließen. Die offiziellen Begründungen lauten: Der Irak unterstütze den internationalen Terrorismus und das Terrornetzwerk al-Qaida. Und der Irak habe Massenvernichtungswaffen. Beides hielten die meisten unabhängigen Fachleute damals schon für falsch, was sich später auch bestätigen sollte. Deutschland, Frankreich und Russland lehnen den Krieg ab Die Bundesregierung lehnte den Krieg zusammen mit Frankreich und Russland ab. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hatte damit im vorangegangenen Bundestagswahlkampf auch Punkte in der Bevölkerung gemacht. Das Verhältnis zum US-Präsidenten hatte darunter ziemlich gelitten, doch die USA hat es nicht vom Krieg abgehalten. Sondersendungen am Tag des Angriffs In vielen Radiosendern laufen an jenem Tag Sondersendungen mit Berichten aus aller Welt. Wir hören Berichte über die Reden von US-Präsident Bush, von Iraks Diktator Saddam Hussein und US-Verteidungsminister Donald Rumsfeld. Und wir hören die kritische Stellungnahme von Bundeskanzler Gerhard Schröder und noch kritischere Reaktionen aus der deutschen Bevölkerung. Los geht es mit einem ersten Live-Gespräch um 4:30 Uhr mit ARD-Reporter Stephan Kloss, der die Situation in der Hauptstadt Bagdad schildert.
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Mar 10, 2023 • 2min

Bayern-Trainer Giovanni Trapattoni platzt der Kragen: "Ich habe fertig!" | 10.3.1998

Juventus Turin, Inter Mailand, FC Bayern München – Giovanni Trapattoni hat in seiner Karriere viele Spitzenvereine trainiert. "Was erlaube Strunz?!" – Trapattonis Wutrede nach Niederlage gegen Schalke In Erinnerung geblieben ist er jedoch vor allem wegen eines Ausrasters am 10. März 1998, dessen Sätze immer wieder gerne zitiert werden: "Spieler schwach wie eine Flasche leer." – "Was erlaube Strunz?!" – "Ich habe fertig!". Vorausgegangen war eine 0:1-Niederlage der Bayern gegen Schalke 04.
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Mar 9, 2023 • 4min

Frieden mit Russland: Ansprache im Preußischen Abgeordnetenhaus | 3./8.3.1918

Friedensvertrag von Brest-Litowsk 1918 Am 3. März 1918 kommt es zum Friedensschluss mit Russland. Der Präsident des Preußischen Abgeordnetenhauses Hans von Schwerin-Löwitz erklärt, man könne sich nun auf die Westfront konzentrieren. Er spricht vom „Endsieg“ und verliest ein Glückwunschtelegramm an den Kaiser. Hans von Schwerin-Löwitz spricht im Abgeordnetenhaus Am 3. März 1918 ist der Friedensvertrag zwischen dem Reich mit seinen Verbündeten und der russischen Regierung unterzeichnet worden. "Dass er eine weittragende weltgeschichtliche Bedeutung, ganz besonders für das Königreich Preußen, besitzt, darüber kann ein Zweifel wohl nicht bestehen". Der Vertrag bedeute einen strategischen Vorteil, weil man sich jetzt auf die Westfront konzentrieren könne und die gefährdeten Ostgrenzen des Königreiches Preußen gesichert seien. Hans von Schwerin-Löwitz verliest sein Glückwunschtelegramm an den Kaiser: "Aus Anlass des gestern an unserer Ostgrenze vollzogenen siegreichen Friedensschlusses mit Russland, den wir in erster Linie den unvergänglichen Ruhmestaten unseres Heeres und seiner großen Führer verdanken, wollen Eure Majestät auch die ehrerbietigsten Glückwünsche des preußischen Abgeordnetenhauses zu dieser neuen Sicherung unserer Ostgrenzen, der neuen Wahrung des Deutschtums in den benachbarten deutschen Ordensländern, huldvoll entgegennehmen. Gott der Herr wolle Eurer Majestät vergönnt sein lassen, unserem Volke zu diesem Teilfrieden bald einen gleich siegreichen allgemeinen deutschen Frieden mit allen unseren Feinden bereiten zu können." Er gedenkt der unvergleichlichen Heldentaten der deutschen Truppen als weitere Etappe zum Frieden. Den Waffen an der Westfront "wird mit Gottes Hilfe der volle Endsieg bald nicht mehr fehlen". Aufnahmedatum: 8.3.1918 (Nachaufnahme der Rede)Quelle: Deutsches Rundfunkarchiv (DRA)
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Mar 6, 2023 • 41min

Pressekonferenz: Peter Lorenz ist frei | 5.3.1975 | RAF

Der Berliner Pfarrer Heinrich Albertz am 3. März 1975 kurz vor Abflug in der offenen Tür eines Flugzeugs. Neben ihm Gabriele Kröcher-Tiedemann, eine der fünf für den CDU-Politiker Peter Lorenz freigepressten Terroristen. Lorenz wurde später von seinen Entführern freigelassen und Albertz kehrte wohlbehalten zurück. Pressekonferenz von Peter Lorenz im Schöneberger Rathaus, Raum 195. Der von Mitgliedern der RAF einführte Vizepräsident im Berliner Abgeordnetenhaus ist erst seit 13 Stunden in Freiheit, 150 Journalisten warten auf ihn. Als Lorenz eintritt, empfängt ihn die Presse mit Applaus. Ein Kameragewitter bricht los. Lorenz bittet die knappe Zeit zu entschuldigen. Er habe nur drei Stunden geschlafen und in den Tagen zuvor "wie Sie sich denken, nicht regelmäßig." Der Spitzenkandidat der CDU im Landtag war drei Tage vor der Wahl entführt worden. Diese Aktualität und seine Prominenz waren laut Lorenz für die Entführer entscheidend, ihn auszuwählen. Er warnt davor, dass sich das jederzeit mit anderen Personen an anderen Orten wiederholen könne. Nach sieben Minuten beginnen die Fragen der Journalisten. Übernahme vermutlich von ARD TagesschauReporter: Hans-Dieter JenneArchiv des Deutschlandradio
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Mar 6, 2023 • 5min

Entführung von Peter Lorenz | 3.3.1975 | RAF

Peter Lorenz, CDU-Spitzenkandidat für das Amt des Regierenden Bürgermeisters Peter Lorenz, Spitzenkandidat der CDU für das Amt des Regierenden Bürgermeisters in Berlin, war von Mitgliedern der RAF entführt worden. Die "Bewegung 2. Juni" forderte die Freilassung von RAF-Häftlingen. Alle vier Partien kamen binnen weniger Tage zum Konsens, darauf einzugehen. Innenminister Werner Maihofer: Man habe einvernehmlich "die Rettung des Lebens von Peter Lorenz über Gesichtspunkte der Staatsraison gestellt". Diese Entscheidung sei nicht Ausdruck einer Schwäche des Rechtsstaates. Bundesjustizminister Vogel schildert die Rechtslage so: "Die Erpresser haben die Freilassung von Straf- bzw. Untersuchungsgefangenen verlangt. Das ist eine strafbare Handlung." Der Austausch der Gefangenen gegen den Entführten Peter Lorenz sei nur deswegen rechtlich möglich, weil hier das geschützte Interesse (das Leben der Geisel) das beeinträchtige Interesse (der Strafanspruch des Staates und die Integrität des Rechtsanspruchs) eindeutig überwiege. Entgegen kursierenden Gerüchten gebe es keine Grundentscheidung für alle ähnlich gelagerten Fälle der Zukunft. Der Krisenstab, den Maihofer leitet, knüpfe augenblicklich Regierungskontakte mit Ländern, die bereit sein könnten, die Häftlinge aufzunehmen. Die SPD wehrt sich dagegen, in die Nähe von Terroristen gerückt zu werden. Freilassung von Peter Lorenz Am 5.3.1975 kommt Peter Lorenz frei und gibt umgehend eine Pressekonferenz. "Bewegung 2. Juni": Todestag von Benno Ohnesorg Der Name der "Bewegung 2. Juni" bezieht sich auf das Datum des Todes von von Benno Ohnesorg. Er war am 2. Juni 1967 bei einer Demonstration in West-Berlin von einem Polizisten erschossen worden.
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Feb 28, 2023 • 4min

Klima-Pionier Hermann Flohn: Wie die Forschung den menschengemachten Klimawandel erkannte | 28.2.1994

Hermann Flohns Hinweis auf menschengemachten Klimawandel 1941 Hermann Flohn (1912 - 1997) gehörte auf dem Gebiet zu den Pionieren. Er hat die Möglichkeit eines menschengemachten Klimawandels bereits in seiner Habilitation 1941 beschrieben, in seinem Aufsatz "Die Tätigkeit des Menschen als Klimafaktor" für die Zeitschrift für Erdkunde. Doch bis das Thema in der Politik Gehör fand, war es ein weiter Weg.

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