Carls Café

Michael Carl
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Jan 13, 2022 • 35min

#78 Gertrud R. Traud - Gehen wir schaffen, statt zu arbeiten!

Diese Woche in der Zukunft: Eins vorweg: Hier sprechen zwei Optimisten miteinander über Arbeit. Vor uns liegt erheblicher Gestaltungsspielraum. Die Arbeitswelt wird sich grundlegend verändern, vorrangig getrieben von demografischen Faktoren. Dahinter scheint ein neues Bild von sinnvoller Arbeit auf, bei der wir etwas schaffen. So sagt es Getrud R. Traud, Chefvolkswirtin der Landesbank Hessen-Thüringen, im Gespräch mit Michael Carl. Aus Gertruds Sicht ist die Demografie ein dramatisch unterschätzter Faktor. Oder hat hier irgendjemand Debatten über die Rente im jüngsten Bundestagswahlkampf wahrgenommen? Gertrud sieht deutlichen Handlungsbedarf: Wir müssen jetzt anfangen, einen neuen Generationenvertrag zu entwerfen. Ein paar Justierungen an den üblichen Stellschrauben (etwas weniger Rente, etwas höherer Beitrag, etwas länger arbeiten) wird es nicht mehr tun. Gertrud sagt: Es ist Zeit für vermeintlich unangenehme Wahrheiten: Natürlich werden wir alle länger arbeiten. Natürlich wird niemand mit 65+ als Dachdecker auf dem First oder als Bergmann unter Tage arbeiten. Also werden wir lernen, mehrere, ganz unterschiedliche Berufe im Laufe unseres Lebens auszuüben. Die Konsequenzen werden wir auf allen Ebenen der Arbeitswelt spüren: Wer sich heute schon schwertut, neue Mitarbeiter:innen zu finden – es wird nicht leichter werden. Was eigentlich bringt die 28jährige Ausbilderin dem nächsten Azubi bei – der mit 50 anfängt? Und, ganz schlicht: Es gibt Berufe, die einfach keiner machen will. Dafür wird dann auch schlicht niemand bereitstehen. Wir unterschätzen immer noch, zu welchen Umwälzungen das zwischen Unternehmen und Mitarbeiter:innen führen wird. Wer gibt hier eigentlich Arbeit und wer nimmt sie? Unsere üblichen Begriffe wie Arbeitgeber und Arbeitnehmer:in suggerieren immer noch, das Unternehmen wäre in der mächtigeren Position …Eine Konsequenz: Die Wertigkeit vieler Berufe wird sich verändern. Pflege ist nur das augenfälligste Beispiel. Handwerk insgesamt wird wertvoller – und damit erheblich teurer. Wir werden lernen, das gut zu finden. Automatisierung wird hier zusätzlich helfen. Und: Fachkräfte werden beginnen, die Unternehmen, für die sie künftig tätig sein wollen, selbst zu casten. Zu Gast in dieser Woche:Gertrud R. Traud, Chefvolkswirtin der Landesbank Hessen-Thüringen
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Jan 6, 2022 • 38min

#77 Daniela Bohlinger – Nachhaltigkeit ist kein Trend

Diese Woche in der Zukunft: Die Party geht gerade erst los. So sagt es Daniela Bohlinger im Gespräch mit Michael Carl. Daniela ist Head of Sustainability Design bei BMW und „Professor at practice“ an der Universität Umea in Schweden. Seit vielen Jahren treibt sie das Thema in der Industrie und sagt: Nachhaltigkeit ist ein iterativer Prozess. Er hat kein Ende. Danielas These: Nachhaltigkeit ist kein Trend, sondern eine Lebensversicherung. Die Herausforderung von Nachhaltigkeit ist nicht, einen Trend rechtzeitig zu erkennen und auf ihn aufzuspringen. Nachhaltigkeit ist kein Nokia-Problem. Vielmehr geht es um eine grundlegende Transformation des Unternehmens und seiner Kultur, geht um den Dreiklang wirtschaftlicher, sozialer und ökologischer Nachhaltigkeit. Wer da Nachhaltigkeit nur ans Firmentor schreibt, verfehlt das Thema.Danielas Einschätzung ist deutlich: Wer sich nicht klar auf Nachhaltigkeit ausrichtet, hat eine begrenzte Lebensdauer. Das kann zwar durchaus noch eine Weile gehen. Aber es ist eben endlich. Wir können nicht mehr sagen: Wir lassen die Tür zu, dann kommt Nachhaltigkeit nicht hinein. Natürlich: Kunden fragen inzwischen aktiv nach Sustainability. Aber selbst wenn die Kunden es nicht verlangen würden, dass ein Unternehmen sich nachhaltig aufstellt, bleibt die Anforderung bestehen. Allein um relevant zu bleiben, für und die Mitarbeiter:innen, ist es nötig, sich nachhaltig aufzustellen. Was Daniela dabei wichtig ist: Nachhaltigkeit ist kein Verzichts-Kurs. Auch wenn sie lange Auseinandersetzungen mit Einkäufern führt, die darauf aus sind, immer wieder dieselben Materialien zu beschaffen. Nachhaltigkeit bedeutet nicht, Teile minderer Qualität oder nicht in ausreichender Menge zu beschaffen. Nachhaltig wäre es eher, darüber nachzudenken, ob das Teil überhaupt notwendig ist. So führt Nachhaltigkeit zu Innovation. Zu Gast in dieser Woche:Daniela Bohlinger, Head of Sustainability Design bei BMW, Professor at practice für Sustainability, Universität Umea, Schweden.
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Jan 2, 2022 • 35min

Review 2021: Enno Park – Warum Technologie uns menschlicher macht

Diese Woche in der Zukunft: Technologie macht uns menschlicher. Und das ist gut so. Sagt der Autor, Denker und Cyborg Enno Park. Die Geschichte des Menschen ist eine Geschichte der Technikentwicklung; ohne Technik könnten wir nicht sein, was wir heute sind. Wie zutiefst menschlich Technik ist, sehen wir schon bei vermeintlich einfachen Geräten wie einem Ofen. Kochen mit einem Ofen lagert einen Teil der Verdauungsprozesse aus dem Menschen aus. Damit haben wir es uns ermöglicht, uns anders zu ernähren, anders zu leben, ein anderes Sozialverhalten zu entwickeln, andere Berufe, Krankheiten, etc. So zu sein, wie wir heute zivilisiert leben. Technik ist die Natur des Menschen. Enno Park ist ein Cyborg. Medizinisch gesehen vollständig gehörlos, kann er mit zwei Implantaten ungefähr genauso gut hören wie ein durchschnittlich hörender Mensch. Bonusfunktion: Enno braucht keine Kopfhörer. Er holt sich Musik und den Ton von Videokonferenzen direkt auf die Ohren. Für Enno fühlen sich die Implantate längst an wie Körperteile, die Technologie ist Teil seiner Identität. Seine These: Für diese Identität ist es überhaupt nicht wichtig, ob die Technologie fest im Körper integriert ist. Das Smartphone ist ebenso längst zu einem Körperteil geworden. Wie ein zusätzliches Sinnesorgan hilft es uns, die extra Schicht – genannt: Internet – wahrzunehmen, die wir über die Welt gelegt haben. Wie wird uns Technologie in den kommenden Jahren beeinflussen? Was kommt auf uns zu? Was ergibt die – Achtung: sehr deutsches Wort – Technologiefolgenabschätzung? Enno Park sagt: Wir können das nicht sinnvoll abschätzen, aber wir müssen es tun. Aus seiner Sicht sind es vor allem die Entwicklungen rund um Systeme künstlicher Intelligenz und Biotechnologie, die auf absehbare Zeit prägen werden, wie sich unser Leben entwickelt. Und das ist im Kern eine positive Nachricht, weil wir ohne technologischen Schub keine Chance hätten, ernsthaft der größten aktuellen Krise zu begegnen und die Erderhitzung auf nicht viel mehr als 1,5 Grad zu beschränken. Allein die Herausforderung der Klimakrise führt Enno Park zu der Forderung: Wir sind aufgefordert, Technologie jetzt zu nutzen. Und wir sind aufgefordert, ihren Einsatz auch politisch durchzusetzen, wo immer das Handeln des Einzelnen nicht hinreicht. Das aktuelle Buch von Enno Park heißt „Sozioinformatik: Ein neuer Blick auf Informatik und Gesellschaft“; er hat es gemeinsam mit Katharina Zweig, Tobias Krafft und Anita Klingel veröffentlicht. Zu Gast in dieser Woche:Enno Park, Autor, Denker, Informatiker. Zahlreiche Veröffentlichungen zu Technikkultur und der Mensch-Maschine-Beziehung. www.ennopark.de, @ennopark
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Jan 1, 2022 • 31min

Review 2021: Micha Pallesche – Digitale Bildung ist möglich!

Diese Woche in der Zukunft: Wie kann denn zeitgemäße und digitale Bildung funktionieren? Micha Pallesche hat das als Rektor der Ernst-Reuter Gemeinschaftsschule in Karlsruhe bereits vorgemacht und den Lehrbetrieb seiner Schule grundlegend verändert. Er hat gezeigt: Digitalisierung in der Schule bedeutet weit mehr, als Lehrer mit Tablets auszustatten. Völlig zurecht wurde die Gemeinschaftsschule 2017 als „Smart School“ ausgezeichnet – und damit seine Leistung, ein Bildungssystem zu reformieren. Im Gespräch mit Michael Carl beschreibt der Medienpädagoge diesen Prozess und gibt Einblicke in den Alltag einer zukunftsweisenden Schule.Zu Gast in dieser Woche: Micha Pallesche, Rektor der Ernst-Reuter Gemeinschaftsschule in Karlsruhe, die unter seiner Führung 2007 den Ehrentitel „Smart School“ erhielt, Medienpädagoge, Digitalvordenker
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Dec 31, 2021 • 38min

Review 2021: Kris Köhntopp – Das Metaversum

Diese Woche in der Zukunft: Das Metaversum kommt. Sagt Facebook und kündigt aktuell 10.000 neue Stellen in Europa an. Sagt so ziemlich jeder Tech-Gigant schon länger. Nur: Was ist das Metaversum? Eine Art Internet in 3D? Zoom-Konferenz mit virtuellem Anfassen? Die Rückkehr von Second Life?Der Tech-Blogger Kris Köhntopp – nach eigener Aussage seit 1987 im Internet und seit her nicht wieder draußen gewesen – sagt: Wir erleben gerade eine chaotische Phase, die für neue Technologien typisch ist. Zahlreiche große Akteure investieren, erforschen, versuchen Claims abzustecken und den Kuchen erst mal zu backen, bevor er dann gewinnbringend verteilt werden kann. Michael Carl und Kris Köhntopp nehmen die Idee eines Metaversum Stück für Stück auseinander. Was könnte ein Metaversum künftig ausmachen? Wer wird das attraktiv finden? Wer sieht hier völlig neue Geschäftsmodelle? Welche Rolle spielt Facebook, was hat das Bond-Auto in diesem Spiel zu suchen und was wir hier von Fortnite und Minecraft lernen können.Wer über das Metaversum mitreden will, braucht diese Folge. Wer dann immer noch mehr wissen möchte, wird hier im Blog von Kris fündig. Zu Gast in dieser Woche: Kris Köhntopp, Blogger „Die wunderbare Welt von Isotopp“, Ingenieur, Gamer
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Dec 30, 2021 • 34min

#73 Silvester mit Suchtpotenzial

Diese Woche in der Zukunft: Die traditionelle Silvesterfolge mit Ariane Müller, eine der beiden Köpfe und Stimmen von „Suchtpotenzial“. Silvester 2020 hat Ariane hier im Podcast prognostiziert: Zum Jahreswechsel 2021/22 werden wir zwei ausverkaufte Shows im Roxy in Ulm spielen, mit großer Band und gewaltiger Party. Die Prognose steht, jetzt allerdings für ein weiteres Jahr später. Im Rückblick kann man sich schon fragen: Haben wir das wirklich geglaubt? Und was ist in der Zwischenzeit passiert, dass wir zu diesem Jahreswechsel definitiv keine zwei ausverkauften Shows von „Suchtpotenzial“ sehen werden?Die zweite Prognose von Ariane aus dem Vorjahr saß besser. Es wird eklig werden im Kulturbetrieb, ein Verdrängungswettbewerb wird die Landschaft prägen und vielfach werden ihn die alten großen Namen gewinnen. Die Rückkehr der Dinos. Ein Jahr später stehen wir da, haben „Wetten dass“ und „TV total“ im Fernsehen und Abba und Adele in den Charts. Das haben wir jetzt davon.„Suchtpotenzial“ hätte 2021 eine ausverkaufte Tour spielen sollen. Hätte. Ariane berichtet über ein Jahr, in dem Ariane und Julia von „Suchtpotenzial“ jede Lücke mit Kreativität füllen wollten – so dass sie sich im Sommer, als sie wieder spielen durften, bereits reichlich ausgepowert fühlten. Sie schildert, wie sie mit permanenter Unsicherheit umgehen („Kann ich in drei Wochen hier eine Show moderieren? Mmh, im Kalender steht ein Auftritt in Berlin. Ob der stattfindet? Weiß keiner.) und wie auch im Pessimismus eine konstruktive Chance liegt. Solange der eigene Plan B immer noch hält, kommen wir durch die Krise. Zu Gast in dieser Woche:Ariane Müller, (@aaarianeee), gemeinsam mit Julia Gamez Martin (@JuliaGamezMusic) steht sie als Duo „Suchtpotenzial“ (@alkopopsuchti) auf der Bühne. 
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Dec 29, 2021 • 36min

Review 2021: Martin Hirsch – Neue Gesundheit durch KI

Diese Woche in der Zukunft: Martin Hirsch, Professor für Künstliche Intelligenz in der Medizin und Miterfinder der Diagnose-Software ADA, beschreibt im Gespräch mit Michael Carl, wie KI die Medizin heute schon unterstützt und was Künstliche Intelligenz in zehn Jahren leisten wird. Er ist sich sicher: Künstliche Intelligenz wird unsere Haltung zu Medizin von Grund auf verändern – weg vom Fokus auf die Krankheit und hin zum Erhalt unserer Gesundheit. Personalisierte Prävention ist hier das Stichwort. Wenn Sie neugierig sind: Testen Sie ruhig mal die KI basierte Diagnose-Software ADA, gibt es in jedem App-Store, und berichten Sie uns Ihre Erfahrungen.Zu Gast dieser Woche: Martin Hirsch, Professor für Künstliche Intelligenz an der Universität Marburg, Co-Founder und Chief Scientific Advisor bei ADA Health
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Dec 28, 2021 • 35min

Review 2021: Reinhard Steurer – Das Scheitern der Klimapolitik

Diese Woche in der Zukunft:Ein Gespräch über die Unmöglichkeit einer angemessenen Klimapolitik. Reinhard Steurer ist Professor für Klimapolitik an der traditionsreichen Universität für Bodenkultur in Wien und eine der sehr präsenten Stimmen auf Twitter, die sich für eine andere, deutlich aktivere Klimapolitik einsetzen. Über die heutige Klimapolitik in Europa fällt er ein klares Urteil: Zu wenig, zu spät, reicht nicht. Reicht nicht für das Überleben unserer Zivilisation. Michael Carl und Reinhard Steurer sprechen über die Zukunftsfähigkeit von uns europäischen Gesellschaften. Trotz eines überwältigenden wissenschaftlichen Konsenses sind wir nicht zu einer sachlich angemessenen Antwort auf die Klimakrise in der Lage. Ein Faktor dabei: Die Klimakrise nötigt uns, von lieb gewonnen Gewohnheiten und alltäglichen Selbstverständlichkeiten Abschied zu nehmen. Gleichzeitig ist sie noch so wenig greifbar und komplex. Ihre zerstörerischen Auswirkungen zeigen sich erst später und sie lassen sich nie auf nur einen Faktor zurückführen. Kurzum: Die Klimakrise ist besonders gut dafür geeignet, verdrängt zu werden. Und das können wir.  Einer der Faktoren hinter unserer gesellschaftlichen Unfähigkeit zu einer angemessenen Klimapolitik ist unsere Sprache, denn Sprache konstruiert und verfestigt Realität. Solange wir von Klimawandel sprechen, werden wir immer an ein relativ gängiges, immer wieder vorkommendes Phänomen denken. Solange wir von Umweltschutz sprechen, können wir uns heldenhaft fühlen, Müll aus dem Wald zu holen. Solange wir von Temperaturrekorden sprechen – und diese in der Zeitung noch mit Fotos planschender Kinder bebildern –, werden wir stets an eine positive Entwicklung denken. Der Test: Setzen wir „Klimanotstand“, „Zivilisationsschutz“ und „nie dagewesen Höchststände“ in die Sätze ein, erzeugen wir ein anderes Bild von Realität.  Reinhard Steuer legt Eckpunkte einer sachlich angemessenen, ideologisch unaufgeregten Klimapolitik vor. Diese Eckpunkte decken sich mit den Aussagen von Sara Schurmann, Katja Diehl und Doreen Rietentiet hier im Podcast. Erneuerbare Energien, keine neuen Verbrennungsmotoren, Stopp von Kurzstreckenflügen – und weiterhin Strom aus Kohle? „Ein Wahnsinn!“ Bemerkenswert ist die Einschätzung von Reinhard Steurer zu unseren Chancen auf einen Erhalt unserer Zivilisation. Aus der Politik selbst, so seine klare Einschätzung, wird der Wandel nicht kommen können. Es braucht gesellschaftliche Mehrheiten, Bewegungen wie FFF – und Wahlergebnisse.  Zu Gast dieser Woche:Reinhard Steurer, Universität für Bodenkultur Wien, Professor für Klimapolitik. Auf Twitter: @ReiSteurer 05
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Dec 27, 2021 • 36min

Review 2021: Patrick Kramer – Biohacking: Mehr als 100% Mensch

Diese Woche in der Zukunft: Halten wir fest: Kleine Implantate, die unseren Schlüsselbund und unsere Geldbörse ersetzen, sind bereits Gegenwart und werden von immer mehr Menschen in der Haut getragen. Auch Michael Carl hat seit mehreren Jahren einen in seiner linken Hand und darf sich offiziell Cyborg nennen – was er allerdings nur selten tut, Stichwort „albern“. Er spricht dazu diese Woche mit Biohacker Patrick Kramer und über das neue Verhältnis von Mensch und Maschine, technische Schnittstellen in unserem Gehirn und warum uns die „Verschmelzung“ mit Maschinen letztlich sogar menschlicher macht. Als Bonus hören Sie exklusiv das Gedicht, das Michael Carl in seinem Implantat gespeichert hat.Zu Gast in dieser Woche: Patrick Kramer, Experte für digitale und biologische Transformation, Biohacker, Speaker und Gründer und Chief Cyborg Officer bei Digiwell – Upgraded Humans! Podcast: UPGRADED HUMANS - Zukunft des Menschseins
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Dec 26, 2021 • 26min

Review 2021: Katja Diehl – Mobilität mit #autokorrektur

Diese Woche in der Zukunft: Die Mobilität der Zukunft beginnt, wenn ich nicht mehr auf mein eigenes Auto angewiesen bin. Die Mobilitätsexpertin Katja Diehl („She drives mobility“) setzt sich für eine Mobilität ein, die flexibler, gerechter und nachhaltiger ist – und die zu lebenswerteren Städten führt. Mit Michael Carl spricht sie darüber, warum wir trotzdem an einer Mobilität festhalten, die auf private Autos setzt. Ein Grund ist die intransparente Verteilung der Kosten. Man vergleiche alleine die Kosten für einen Anwohnerparkausweis (30 € im Jahr zum Beispiel in Hamburg) mit der anteiligen Miete für das Kinderzimmer in der Wohnung. Deutlich mehr als Faktor 100. Hinzu kommen Dienstwagenprivileg, Dieselbesteuerung, das Ignorieren der Folgekosten der Mobilität. Allen Rufen nach einer neuen Mobilität zum Trotz rechnen wir uns die bisherigen Formen von Verkehr immer noch schön.Katja Diehl ist eher skeptisch, wenn es um Hyperloop und Flugtaxi geht. eMobility hält sie im Wesentlichen für einen Wechsel der Antriebsart, der abgesehen von der lokalen Emission kein wesentliches Problem löst. Sie plädiert für adaptive Lösungen, die jeweils im konkreten Umfeld gefunden werden. Teils sind es auch Maßnahmen der Stadtentwicklung, die eine neue Form der Mobilität hervorbringen, wie die Rückkehr zu den Super-Blocks in Barcelona. Große Blocks im Viertel – und wer nicht drin wohnt, muss außen herum fahren. Ein System das längst Nachahmer findet.Zu Gast dieser Woche: Katja Diehl, Mobilitätsexpetin, Podcast „She drives mobility”, Buch: Autokorrektur – Mobilität für eine lebenswerte Welt

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