Meilensteine - Alben, die Geschichte machten

SWR1 Rheinland-Pfalz
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Jan 16, 2023 • 23min

Gerry Rafferty – "City To City"

Das Gerry Rafferty die Platte endlich veröffentlichen durfte, war ein richtiger Befreiungsschlag für den Künstler. Vorher war es ihm rechtlich nicht erlaubt, Musik zu veröffentlichen. Es gab noch rechtliche Streitigkeiten mit den Mitgliedern seiner vorherigen Band Stealers Wheel, mit denen er den Hit "Stuck In The Middle With You" rausgebracht hatte. Der Song kam 1973 raus und wurde als Teil des Quentin Tarantino Films "Reservoir Dogs" 1992 zum zweiten Mal zum Hit. Gerry Rafferty – Harmonien wie bei den Beatles Für den ehemaligen SWR1-Musikredakteur Christian Pfarr war Gerry Rafferty vor allem deshalb ein großartiger Komponist, weil er ein ganz besonderes Gespür für Melodien und Harmonien hatte. Das hatte Gerry Rafferty mit den Beatles gemein, findet Pfarr. Bei der nachfolgenden und New-Wave-Welle und Disko-Ära standen musikalisch ganz andere Schwerpunkte im Vordergrund als eine vielschichtige und ausgefeilte Harmonie. "Baker Street" sollte nicht veröffentlicht werden Das Raffertys größter Hit "Baker Street" überhaupt veröffentlicht wurde, der ihn finanziell unabhängig machte, war eigentlich auch gar nicht geplant. Die Plattenfirma wollte die Single ursprünglich gar nicht veröffentlichen, erst nachdem Rafferty und sein Produzent beim Label insistierten, durfte die Single veröffentlicht werden – Glück für Rafferty. Die legendäre Saxophon-Melodie aus dem Song "Baker Street" wurde übrigens von dem britischen Saxophonisten Raphael Ravenscroft gespielt. Später gab es auch noch Streit um die vermutlich berühmteste Saxophon-Melodie der Popgeschichte. Ob sie tatsächlich frei improvisiert war, wie der Saxophonist behauptet hat, oder ob es dazu noch eine andere Hintergrundgeschichte gibt, darüber sprechen wir im Podcast. Shownotes Review von "City To City" bei Allmusic.comReview von "City To City" im Rolling StoneArtikel in "The Atlantik" über das berühmte Saxophon im Song "Baker Street"
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Jan 10, 2023 • 35min

Fleetwood Mac – "Rumours"

Bei den meistverkauften Platten aller Zeiten ist Michael Jacksons "Thriller" aus dem Jahr 1982 inzwischen unangefochten auf Platz 1. Bis heute hält sich "Rumours" von Fleetwood Mac aber sehr sicher in den Top 10 der meistverkauften Alben weltweit. 2022 war ein trauriges Jahr für die Band Fleetwood Mac und auch für deren Fans. Sängerin, Keyboarderin und Songwriterin Christine McVie ist verstorben, von ihr stammt auch der sehr emotionale Song "Songbird" vom Album "Rumours". Fleetwood Mac und die Beziehungskisten "Rumours", also Gerüchte, gab es bei Fleetwood Mac auch immer um die Beziehungsverhältnisse innerhalb der Band. Als das Album "Rumours" entstanden ist, hatten sich gerade gefühlt alle Bandmitglieder voneinander und untereinander getrennt. Sängerin Stevie Nicks und Gitarrist Lindsey Buckingham stritten sich nahezu andauernd, das verheiratete Paar Christine und John McVie waren getrennt und auch Bandgründer und Namensgeber Mick Fleetwood war nicht mehr mit seiner Frau Jenny zusammen. Dass es da Spannungen innerhalb der Band gab, ist leicht nachzuvollziehen. Trennungsschmerz und Verarbeitung Wie Musiker so sind, verarbeiten sie ihre Emotionen und privaten Geschichten gerne in Songs, da sind Fleetwood Mac nicht anders. Vor allem Lindsey Buckingham verarbeitet in seinen Songs, die er zum Album beisteuert, die Trennung von Sängerin Stevie Nicks. Einmal im Song "Never Going Back Again" und dann noch im sehr erfolgreichen "You Can Go Your Own Way", den Exfrau Stevie Nicks dann auch noch an sich selbst gerichtet lauthals singen darf. Anders als Lindsey Buckingham, der kein sprichwörtliches gutes Haar mehr an der Ex-Partnerin Stevie Nicks lässt, blickt diese eher nach vorne und denkt positiv in ihrem Song "Dreams". Auch diese unterschiedlichen Wege innerhalb der Band, mit der Trennung umzugehen, hat wieder für Zunder und Streit innerhalb des Bandgefüges geführt. Macht der Streit bei Fleetwood Mac die gute Musik? Das ist, glaube ich, das Geheimnis dieses Albums, die Musik, die am Ende alle miteinander verbindet. Quelle: Katharina Heinius über "Rumours" von Fleetwood Mac Auch wenn es menschlich immer wieder Streit und Dramen bei Fleetwood Mac gab, hat die Musik sie doch immer zusammengeschweißt. Welcher der einzige Song des Albums ist, den die Band tatsächlich zusammen entwickelt hat und ob es ohne die menschlichen Spannungen innerhalb der Band auch zu so guter Musik gekommen wäre, darüber sprechen wir im Podcast zu "Rumours". Shownotes Artikel im Rolling Stone zum Album7 Dinge über "Rumours", die du noch nicht wusstestAutobiographie von Mick FleetwoodBiographie von Stevie Nicks (Englisch)Youtube-Channel von Fleetwood Mac
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Jan 2, 2023 • 26min

Eurythmics — "Sweet Dreams (Are Made of This)"

Zu Beginn ihrer Karriere mussten Dave Stewart und Annie Lennox einige herbe Enttäuschungen wegstecken. Sie waren verheiratet, hatten sich in einer Kneipe kennengelernt und zunächst die Punk-orientierte Band "The Tourist" gegründet. Doch die internen Spannungen wurden immer schlimmer, sodass schon 1980 – nach nur drei Jahren – die Band wieder aufgelöst wurde. Und das ist auch der Punkt, an dem Lennox und Stewart buchstäblich am Scheideweg standen und sich auch als Liebespaar trennten – mit dem Entschluss, beruflich weiter zusammenarbeiten zu wollen. Anfang der Achtziger ließen sich die beiden dann scheiden und gründeten die Band "Eurythmics". Der Weg war steinig Einerseits mussten sie damit kämpfen, als getrenntes Paar ständig im Studio sein zu müssen. Andererseits wollte sich noch immer kein Erfolg einstellen. Das erste Album nahmen sie in Deutschland auf – im legendären Kölner Studio von Konrad "Conny" Plank. Doch auch die zwei Single-Auskopplungen liefen genauso schlecht wie die LP an sich. Trotzdem gaben die beiden nicht auf. Das zweite Album "Sweet Dreams (Are Made of This)" nahmen sie unter sehr ungewöhnlichen Bedingungen im billig zusammengeschusterten Londoner Heim-Studio von Dave Stewart auf. Das Album ist absolut innovativ für die damalige Zeit. Einerseits stellenweise kalt und düster, distanziert, introvertiert, elektrisch und experimentell, andererseits Annie Lennox' gefühlvolle, warme Stimme.   1983 – DAS Jahr für Eurythmics!  Die unermüdliche Geduld zahlt sich aus. Nach fünf mühseligen Jahren sind die beiden plötzlich weltberühmt. Denn nicht nur "Love Is A Stranger" läuft gut – die nachfolgende Single läuft noch besser: "Sweet Dreams (Are Made of This)" schlägt weltweit ein. Andere werden berühmt und trennen sich. Wir trennten uns und wurden berühmt. Quelle: Annie Lennox über den ungewöhnlichen Weg ihres Erfolges Auch ihr Image hat Annie Lennox angepasst: Ihre vielfältigen Interessen zu Kunst, Musik und Literatur sollten sich auch in ihrer Persönlichkeit und ihrem Look widerspiegeln. Mit ihren kurzen orangen Haaren und dem androgyn-angehauchten Look im Anzug hat sie sich klar abgegrenzt. Die Geschichte hinter dem Erfolgshit Annie und Dave haben am Tag der Entstehung des Songs furchtbar gestritten und sie erklärte, dass sie nicht weiter mit ihm zusammenleben möchte. Gleichzeitig hatte sich Dave einen neuen Drum-Computer gekauft, mit dem er nicht zurechtkam. Er programmierte eine Tonfolge ein, ließ sie ablaufen und sie wurde rückwärts ausgespielt – er regte sich furchtbar auf, bis er erkannte, welches Potenzial darin steckt. Er rief Annie zurück, sie experimentierten herum und in 20 Minuten hatten die beiden Text und Melodie zusammen - das Stück war im Prinzip fertig. Ein schlechter Tag mit einem guten Ergebnis. Shownotes: Love Is a Stranger – Offizielles VideoEurythmics – Reunion 2023 – Es gibt GerüchteÜber Dave StewartÜber Annie Lennox
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Dec 26, 2022 • 50min

Weihnachtsspecial 2022

"The Dream of the Blue Turtles" von Sting Der Anfang in dieser Folge ist natürlich Chefsache. SWR1-Musikchef Bernd Rosinus hat eine seiner Lieblingsplatten mitgebracht, das erste Solo Album von The Police Frontmann Sting "The Dream of the Blue Turtles" aus dem Jahr 1985. Als die Platte rauskam, hat sie Bernd Rosinus total umgehauen. Auch, weil es was ganz anderes war als das, was The Police vorher gemacht haben. Ich war von der Platte, der Virtuosität, dem Sound und dem Songwriting wirklich geflashed! Quelle: Bernd Rosinus, SWR1 Musikchef über das Album "The Dream of the Blue Turtles" Das Besondere an "The Dream of the Blue Turtles" ist, dass Sting sich für die Platte ganz viele Jazzmusiker zusammengesucht hat, mit denen er dieses Album aufgenommen und produziert hat. Es ist ein Popalbum, dass der hohen Qualität der Jazzmusiker auch immer wieder den Raum gibt, um sich zu präsentieren und ihr Können zu zeigen. "The Age of Plastic" von The Buggles The Buggles, die Band kennen die meisten vermutlich vom Song "Video Killed The Radio Star", dem Song, der beim Start von MTV in Amerika 1981 als erstes Musikvideo über die Bildschirme in die Wohnzimmer flimmerte. Für SWR1-Musikredakteur und Moderator Dave Jörg haben die Buggles aber noch mehr zu bieten als nur diesen einen Megahit, auch wenn der Song auch für ihn schon etwas ganz Besonderes ist. Kennt jeder, läuft bis heute und alleine der Song ist ein kleines Pop-Kunstwerk! Quelle: Dave Jörg, über den Song "Video Killed The Radio Star" Auf dem Album, was tatsächlich schon Ende der 70er von Trevor Horn produziert wurde, der auch mit Bands wie Yazoo, Depeche Mode oder Erasure zusammengearbeitet hat, hören wir einen fantastischen Mix aus Progrock, New Wave, Neuer Deutscher Welle und auch ein bisschen Pink Floyd, findet Dave Jörg. "Brother To Brother" von Gino Vannelli Das SWR1-Musikredakteur Stephan Fahrig für diese Weihnachtsfolge gerade das Album rausgesucht hat, grenzt an sich schon an ein kleines Weihnachtswunder, denn eigentlich hatte er eine ganz andere Folge im Sinn, aber als sein Smartphone ihn dann mit einem Rückblick an ein persönliches Treffen mit Gino Vannelli vor einem Konzert in Frankfurt erinnerte, änderte er seine Meinung zu "Brother to Brother". Für Stephan Fahrig persönlich ist diese Platte ein Meilenstein, weil für ihn der Sound der Platte und von Gino Vannelli der beispielhafte Sound der 70er ist. "This Life" von Curtis Stigers Ganz ungewohnt für die SWR1 Meilensteine: ein neues Album. "This Life" von Curtis Stigers wurde erst 2022 veröffentlicht. Aber seit der Veröffentlichung im Februar 2022 begleitet dieses Album SWR1-Musikredakteurin Katharina Heinius und sie hat sich im wahrsten Sinne richtig reingehört in die Platte. "Buckingham Nicks" von Lindsey Buckingham und Stevie Nicks Bevor Fleetwood Mac zu der legendären Band wurden, als die wir sie heute kennen, waren es zwei verschiedene Gruppen. Zum einen Fleetwood Mac und zum anderen das Duo aus Gitarrist Lindsey Buckingham und Stevie Nicks. Wie diese beiden Bands zu den legendären Fleetwood Mac wurden, das erklären wir in der Spezialfolge zu den "Sound City Studios". Für SWR1-Musikredakteur und Meilensteine-Gastgeber Frank König ist aber auch das Debütalbum von "Buckingham Nicks" bereits ein Meilenstein der Musikgeschichte.
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Dec 19, 2022 • 50min

Whitney Houston – "Whitney"

Schon als Kind wurde bei Whitney Houston die unglaubliche Stimme und ihr phänomenales Gesangstalent erkannt. Ihre ersten Gesangsaufnahmen machte sie im Alter von 14 Jahren und einige Zeit später sagte Starproduzent Clive Davis schon "Ich mach dich zum Star". Whitney Houston und Starproduzent Clive Davis Und wenn Clive Davis das prophezeit, dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass genau das auch passiert. Neben Sängerin Whitney Houston hat Davis auch andere Künstler entdeckt und gefördert, darunter große Namen wie Pink Floyd, Aerosmith, Patti Smith, Alicia Keys, Bruce Springsteen und noch viele mehr. Clive Davis hat in seiner Karriere mehr als 300 Nummer eins Singles produziert und mehrere Grammys gewonnen. Whitney Houstons Verbindung zu ihrer Mutter Auch Whitney Houstons Mutter Sissi hat einen großen Teil zur Karriere ihrer Tochter beigetragen und sie von Kindesbeinen an gefördert und auch gefordert. Was dafür gesorgt hat, dass Mutter und Tochter zwar eine sehr enge Bindung zueinander hatten, diese aber durch den enormen Druck auch nicht immer ganz einfach war. So eine Stimme, das ist zum einen ein Naturtalent, wie es Whitney Houston ist, aber zum anderen steckt da auch ganz, ganz viel Arbeit dahinter. Quelle: SWR-Redakteurin Michelle Habermehl im SWR1-Meilensteine-Podcast über Whitney Houston Eine tragische Erfolgsgeschichte Das die Geschichte von Sängerin Whitney Houston verfilmt wird, war auch nur eine Frage der Zeit, denn die Geschichte von Whitney Houston ist nicht nur unglaublich bewegend und tragisch, sondern auch eine der erfolgreichsten der Musikgeschichte. Das Album "Whitney" hat sich mehr als 20 Millionen mal verkauft und damit war Whitney Houston die erste weibliche Künstlerin an der Spitze der US-Albumcharts. "I Wanna Dance With Somebody" Whitney Houston kommt ins Kino Das Whitney Houston ein bewegtes Leben hatte, dass 2012 ein tragisches Ende fand, ist bekannt. Die letzten Jahre ihrer Karriere waren offenkundig geprägt von Skandalen und sich immer wiederholenden Drogenproblemen. Jetzt wird die dramatische Geschichte der Karriere der Popdiva im Kino erzählt, in dem Film "I Wanna Dance With Somebody". Shownotes: Albumreview auf Allmusic.comTrailer zum Biopic über Whitney Houston “I Wanna Dance With Somebody”Offizielle Website von Whitney HoustonErinnerungen an Whitney Houston im Rolling Stone
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Dec 12, 2022 • 1h 10min

Deep Purple – "Made In Japan"

Mit Livealben können Bands zeigen, dass sie nicht nur im Tonstudio hinter verschlossenen Türen gute Musik produzieren können, sondern dass die Dynamik und das Zusammenspiel aller Bandmitglieder auch auf der Bühne bestens funktioniert – bei Deep Purple stimmt all das. Die Band schafft auf der Bühne das, was andere Musiker und Bands nicht einmal im Studio schaffen. Ritchie Blackmore: "Ich höre nur meine Fehler!" Für Deep Purple selber kam der Wunsch eines Livealbums von Seiten der Plattenfirma zu keinem guten Zeitpunkt, die Band hatte innerhalb der letzten vier Jahre sechs Alben veröffentlicht und war einigermaßen ausgebrannt. Schlussendlich haben sie sich dann überreden lassen das Livealbum aufzunehmen. Das besondere dabei ist vor allem, dass es sehr "livehaftig" ist, wie Henni Nachtsheim im Podcast erzählt. Man fühlt sich wirklich mitgenommen, weil man der Band die Spielfreude anhört und die Songs nicht einfach nur runtergespielt werden, sondern wirklich zelebriert werden. Und auch wenn viele Menschen dieses Livealbum als eines der besten überhaupt feiern, hat Gitarrist Ritchie Blackmore in einem Interview erzählt, dass er selber bei dem Album immer nur seine eigenen Fehler hört. Ich liebe das (Album), weil das so anarchisch ist! Quelle: Henni Nachtsheim im SWR1-Meilensteine-Podcast über "Made In Japan" Henni Nachtsheim und seine Verbindung zu Deep Purple Comedian, Autor und Musiker Henni Nachtsheim hat selber eine ganz besondere Verbindung zu Deep Purple. Als Mitglied der Kultband "Rodgau Monotones" hat er in den 80ern als Vorband von Deep Purple und Meat Loaf gespielt. Dabei haben die Musiker sich aber nicht nur die Bühne geteilt, sondern sind auch gemeinsam in die Fußballschuhe geschlüpft und haben zusammen mit den legendären Rockstars gekickt. Mit auf dem Platz standen damals auch Ian Gillan, Ritchie Blackmore und Ian Paice. Shownotes Albumreview bei Allmusic.comDeutschsprachige Albumreview bei PowermetalWelturaufführung von "Highway Star" im Beat ClubDokumentation über “Made in Japan” auf dem Youtube Kanal von Deep PurpleHomepage von Comedian Henni NachtsheimHomepage des Comedy-Duos “Badesalz”Homepage der Band “Rodgau Monotones”
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Dec 5, 2022 • 58min

Lou Reed – "Transformer"

Neben David Bowie war vor allem auch Mick Ronson für das Album von Lou Reed verantwortlich, der auch bei Bowie selbst in der Band gespielt hat und auch dessen Musik produziert hat. Das erklärt auch, warum der Sound von "Transformer" so "Bowiesque" ist. Andy Warhol und Velvet Underground Lou Reed selber war vor seiner Solokarriere auch Gründungsmitglied, Sänger, Songwriter und Gitarrist von Velvet Underground. Die Band gilt bis heute als Wegbereiter für das erst später entstandene Genre: Punk! Die Band wurde vor allem von Pop-Art-Künstler Andy Warhol gefördert, der auch das ikonische Plattencover mit der Banane von Velvet Underground gestaltete. Das erste Soloalbum von Andy Warhol war kein kommerzieller Erfolg, erst mit dem zweiten Album "Transformer" gelang ihm der Durchbruch, was vor allem am Erfolg der Single "Walk On The Wild Side" lag. In dem Song singt Lou Reed auch über Jacky, Holly und Co. – wer oder was diese Personen waren, darüber sprechen wir unter anderem in dieser Podcastfolge. Sänger Andreas Kümmert zu Gast im SWR1-Meilensteine Podcast Andreas Kümmert ist Sänger, Gitarrist und Songwriter aus Gemünden am Main. Seit seinem Sieg bei der TV-Castingshow The Voice of Germany 2013 ist Andreas Kümmert vor allem im deutschsprachigen Raum bekannt. Shownotes Die Geschichte hinter dem Song “Walk On The Wild Side”Albumreview zu “Transformer” bei Allmusic.comDie Trident Studios bei FacebookBuchtipp: “Glam” von Poptheoretiker Simon ReynoldsInterview mit Lou Reed im Rolling StoneNachruf auf Lou ReedWebsite von Studiogast und Sänger Andreas Kümmert
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Nov 28, 2022 • 1h 17min

Michael Jackson – "Thriller"

"Thriller" ist das sechste Studioalbum des "King of Pop" und mit genau diesem Album hat Michael Jackson sich selbst auf den Thron der Popmusik gesetzt. In Deutschland war Jacksons Erfolg bis dahin eher mäßig. Mit seinem Vorgänger Album "Off the Wall" schaffte er es zwar in die Top 100 der deutschen Albumcharts aber mehr dann nicht. "Thriller" von Michael Jackson bricht Rekorde Mit "Thriller" wurde Michael Jackson dann unumkehrbar zum Superstar. "Thriller" ist das meistverkaufte Album aller Zeiten mit rund 70 Millionen Einheiten. Aber nicht nur die Fans feiern das Album bis heute. Bei der Grammy-Verleihung 1984 war Michael Jackson mit dem Album oder Songs des Albums insgesamt 12 Mal nominiert und konnte acht der begehrten Trophäen tatsächlich gewinnen – Rekord! "Thriller" ist ein Monster! Quelle: Stephan Fahrig, SWR1-Musikredakteur über "Thriller" "Beat It" und "Billie Jean" – MTV hilft Michael Jackson Besonders wichtig war für den Erfolg des Albums auch der damals noch neue Musik-Fernsehsender MTV. Auf dem liefen die legendären Musikvideos zu "Billie Jean" und auch "Beat It" rauf und runter und haben die Songs immer populärer gemacht. Und auch das Musikvideo zum Titelsong "Thriller" selbst ist ja viel mehr als nur ein einfaches Musikvideo, sondern viel mehr ein aufwendig gestalteter Musik-Kurzfilm mit mehr als einer Milliarde Aufrufen bei Youtube, wenn man die Originalversion und die modernisierte hochauflösende 4K-Version zusammenzählt. Die Transformation von Michael Jackson Mit Thriller beginnt bei Michael Jackson auch die Transformation zum "globalen Menschen". Absolute Dinge wie schwarz und weiß oder binäre Sexualität lehnt er ab und er beginnt immer mehr sich zu verwandeln. Auf dem Cover von Thriller beginnt das schon damit, dass er nicht mehr den schwarzen Afro trägt, mit dem man ihn bis daher kannte. Das ist der Versuch die Grenzen von schwarz und weiß zu überwinden – nicht nur musikalisch! Quelle: Stephan Fahrig im Meilensteine Podcast über Michael Jackson und "Thriller" Über die verrückten Geschichten hinter dem Album "Thriller", was die Band Toto damit zu tun hat und was das Album mit Rheinland-Pfalz zu tun hat, darüber sprechen wir unter anderem im Podcast. Shownotes Interview mit Oprah Winfrey im Rückblick Musikvideo zu "Thriller"Musikvideo zu "Beat It" Musikvideo zu "Billie Jean" Kurzbiographie zum Kultregisseur John LandisRolling Stone Artikel zu "Thriller""Die 80er – der Musikpodcast"SWR1-Meilensteine zu "TOTO IV"
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Nov 21, 2022 • 51min

The Beatles – "Revolver"

Die Beatles werden zu Soundfetischisten Das "Revolver" Album der Beatles hat langsam die Zeit eingeläutet, in denen die Beatles sich von ihren Livekonzerten ab und mehr der Studioarbeit zugewandt haben. Es wurde mehr mit Aufnahmetechniken rumprobiert und die Band hat die Soundtechniker in den Abbey Road Studios dazu gedrängt, ihre Ideen irgendwie zu realisieren. Beim Song "Tomorrow Never Knows" wurden Soundelemente rückwärts abgespielt, bei "I'm Only Sleeping" wird sogar das Gitarrensolo des Songs rückwärts komponiert und eingespielt und dann auf der Aufnahme umgedreht, für einen ganz besonders einlullenden und schläfrigen Effekt. Revolution durch einen Studiofehler Auf die Idee, diese Technik zu nutzen, kam die Band durch den Fehler eines Studiotechnikers, der ein Tonband aus Versehen verkehrt herum einlegte und es rückwärts abspielte. Die Band war zu dem Zeitpunkt im Studio und erkannte sofort ihre Chance, genau diesen Effekt bewusste einzusetzen. Darüber hinaus hat die Band bei diesem Album auch sehr intensiv mit der sogenannten Double-Tracking-Technik herumprobiert, also einem technischen Verfahren, bei dem automatisch und leicht zeitversetzt Tonspuren aufgezeichnet werden können, die den Klang einfach weiter verdichten und noch intensiver klingen lassen. Die Beatles werden rockiger Außerdem werden die Beatles auf "Revolver" auch zunehmend etwas rockiger, wie man zum Beispiel auch am Eröffnungsstück "Taxman" hört, in dem sich George Harrison über die enormen Steuern aufregt, die die Band in England zahlen musste. Auf "Revolver" werden die Beatles aber nicht nur rockiger, sondern sie sind auch unglaublich vielfältig. Neben rockigen Songs gibt es auch ganz viel psychodelische Klänge, Songs mit Streichern und mit Yellow Submarine sogar ein Kinderlied, in dem Schlagzeuger Ringo Starr die Hauptstimme übernimmt. Fantastische Geschichten hinter den Songs Neben vielen tollen Experimenten haben die Beatles natürlich auch auf ihrem Album "Revolver" wieder viele tolle Geschichten zu erzählen. Auch die Geschichten hinter den Songs sind dabei faszinierend. Was die Geschichte hinter dem Song "Eleanor Rigby" mit den Kennenlernen von John Lennon, Paul McCartney, ein Friedhof und Hitchcocks "Psycho" damit zu tun hat, darüber sprechen wir im Podcast. Shownotes Teaser auf die Titelgeschichte des Rolling Stone im November 2022Die komplette Graphic Novel zum Album-Cover von Klaus VoormannTrailer zur 2022er Special Edition von "Revolver"Das neue von Klaus Voormann gestaltete Video zu "I’m Only Sleeping"
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Nov 14, 2022 • 1h 8min

Pearl Jam – "Ten"

"Ten" ist nicht nur das Debütalbum der Grunge und Alternative Rockband Pearl Jam, es ist mit mehr als 15 Millionen verkauften Einheiten auch bis heute das mit Abstand meistverkaufte Album der Band. Nirvana, Grunge und Alternative Rock der 90er Jahre Mit ihrer Platte haben Eddie Vedder und Co. 1991 einfach einen Nerv getroffen. Die junge Generation von Musikfans hatte die Nase voll von großkotzigem Stadionrock á la Van Halen, Mötley Crüe etc. Die Teenager fühlten sich abgehängt, verlassen und waren auf der Suche nach Musik mit einer Botschaft und emotionalem Tiefgang. Damit hätte das Timing von Pearl Jam nicht besser sein können. Anfang der 90er Jahre brachten neben Ihnen auch andere großartige Alben hervor, die genau wie Pearl Jam diese Bedürfnisse befriedigten. Das waren zum Beispiel Nirvana mit ihrem Album "Nevermind" oder auch R.E.M mit "Out Of Time". Pearl Jam und die tragische Gründungsgeschichte Das die Band Pearl Jam überhaupt zustande kam grenzt nahezu an ein Wunder. Die eigentliche Band aus der Pearl Jam erst noch entstehen sollte, saß in Seattle, während Schulabbrecher und Surffanatiker Eddie Vedder nachts an einer Tankstelle im 2.500 km entfernten San Diego jobbte. Wie diese Musiker zusammengefunden haben, was die Red Hot Chilli Peppers damit zu tun haben, wie sich die Bedeutung ihres größten Hits "Alive" im Laufe der Jahre verändert hat und was Pearl Jam an ihrem Debütalbum überhaupt nicht mögen – darüber sprechen wir im Meilensteine Podcast zu "Ten". Shownotes Website von Studiogast Marc HofmannSonderfolge zum Roman von Marcs Podcast „Pop und Pubertät – 1001 Alben“Offizieller Youtube Kanal von Pearl JamArtikel zur Entstehung von Pearl JamPearl Jam im deutschen Rolling Stone MagazinDer Gesang von Eddie Vedder in „Black“ analysiert von einer Gesangslehrerin und OpernsängerinSWR1 Meilensteine Podcast zu "Nevermind" von Nirvana

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