

Meilensteine - Alben, die Geschichte machten
SWR1 Rheinland-Pfalz
Jede Woche stellt die SWR1 Musikredaktion ein Meisterwerk der Rock- und Popmusik vor.
Queen, Ed Sheeran, Adele, die Rolling Stones, die Beatles, Tina Turner, Bob Dylan uvm. – sie alle haben mit ihren Pop- und Rock-Alben Musikgeschichte geschrieben und längst den Status „Legenden“ erreicht. Wir holen sie wieder hervor, die größten Alben aller Zeiten. Die Platten, mit denen sich Künstler wie Creedance Clearwater Revival, die Eagles oder Fleetwood Mac unsterblich gemacht haben. Jeden Montag gibt es eine neue Folge.
Dabei schaut das Team der SWR1 Musikredaktion hinter die Kulissen. Was war los in der Zeit, als dieser Meilenstein der Musikgeschichte veröffentlicht wurde – bei den Musikern und in der Welt. Was macht gerade dieses Album so besonders? Was sind die Hintergründe und wie sind sie produziert worden, die Platten, die uns immer wieder über den Weg laufen? Welche jungen Künstler haben sie beeinflusst und von wem wurden sie selbst beeinflusst? Bei uns gibt’s die Geschichten hinter den Alben, die Geschichte machten.
Haben Sie Anregungen für die nächste Folge, Fragen oder Kritik? Sie erreichen die Redaktion per E-Mail unter meilensteine@swr.de.
Queen, Ed Sheeran, Adele, die Rolling Stones, die Beatles, Tina Turner, Bob Dylan uvm. – sie alle haben mit ihren Pop- und Rock-Alben Musikgeschichte geschrieben und längst den Status „Legenden“ erreicht. Wir holen sie wieder hervor, die größten Alben aller Zeiten. Die Platten, mit denen sich Künstler wie Creedance Clearwater Revival, die Eagles oder Fleetwood Mac unsterblich gemacht haben. Jeden Montag gibt es eine neue Folge.
Dabei schaut das Team der SWR1 Musikredaktion hinter die Kulissen. Was war los in der Zeit, als dieser Meilenstein der Musikgeschichte veröffentlicht wurde – bei den Musikern und in der Welt. Was macht gerade dieses Album so besonders? Was sind die Hintergründe und wie sind sie produziert worden, die Platten, die uns immer wieder über den Weg laufen? Welche jungen Künstler haben sie beeinflusst und von wem wurden sie selbst beeinflusst? Bei uns gibt’s die Geschichten hinter den Alben, die Geschichte machten.
Haben Sie Anregungen für die nächste Folge, Fragen oder Kritik? Sie erreichen die Redaktion per E-Mail unter meilensteine@swr.de.
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Apr 3, 2023 • 28min
Stevie Wonder – "Songs In The Key of Life"
Mehr als 130 Musiker haben an Stevie Wonders Album "Songs In The Key of Life" mitgewirkt. Unter anderem auch Michael Sembello, der später vor allem durch den Song "Maniac" bekannt wurde. Aber auch schon damalige Stars wie Herbie Hancock haben an der Platte mitgearbeitet.
Das besondere an dem Album ist für SWR1-Musikredakteurin Katharina Heinius vor allem die Vielfältigkeit des Albums "Songs In The Key of Life".
Es ist so, dass jeder Song eine eigene Geschichte erzählt und auch einen eigenen Sound mitbringt. Umso mehr ich dieses Album höre, umso mehr zieht es mich rein. Das ist das besondere an diesem Album
Quelle: Katharina Heinius, SWR1-Musikredakteurin über "Songs In The Key of Life"
Motowns teuerstes Album: "Songs In The Key of Life"
Für das Label Tamla (Motown), bei dem Stevie Wonder unter Vertrag war, wurde es das bis dahin teuerste Album. 13 Millionen US-Dollar soll alleine Stevie Wonder für das Album bekommen haben. Dieses Geld hat er nicht nur genommen, um seine Familie finanziell abzusichern, sondern eben auch, um sein Album sehr aufwendig zu produzieren. Rund zwei Jahre hat die Produktion gedauert, für die Stevie Wonder in vier verschiedenen Tonstudios unterwegs war.
Der Erfolg von "Songs In The Key of Life" lässt sich aber nicht nur an den millionenfachen Verkaufszahlen festmachen, sondern auch daran, dass es das erste Album wurde, dass es noch in der Verkaufswoche auf Platz 1 der amerikanischen Billboard-Charts geschafft hat. Darüber hinaus wurde das Album 1977 mit drei Grammys ausgezeichnet und Stevie Wonder selbst zusätzlich noch als bester Produzent in dem Jahr.
Stevie Wonder – Das musikalische Wunderkind
Stevie Wonders musikalisches Talent wurde schon früh in seiner Kindheit entdeckt. Bereits mit 10 Jahren bekam er einen Plattenvertrag als "Little Stevie Wonder". Als Stevie Wonder dann mit 26 Jahren sein Album "Songs In The Key of Life" veröffentlichte, war das schon sein 18. Album. Er hatte also bei der Veröffentlichung der Platte schon jede Menge Übung, könnte man sagen.
Stevie Wonder hat mit seiner Musik auch viele andere Künstler inspiriert. Seine Songs wurden häufig gecovert und auch neu interpretiert. Eine der bekanntesten Adaptionen von seinem Album "Songs In The Key of Life" ist einer der bekanntesten Hip Hop Songs der 90er Jahre. Rapper Coolio nahm sich damals den Song "Pastime Paradise" und verpackte ihn im Song "Gangstas Paradise" in die düstere amerikanische Ghettowelt.
Shownotes:
Youtube-Kanal von Stevie WonderRolling-Stone-Artikel zum AlbumUDiscover Artikel zum AlbumSWR1 Meilensteine-Folge zu "What's Going On"

Mar 27, 2023 • 42min
Pink Floyd – "Dark Side of the Moon" (Teil 2)
Vor 50 Jahren haben Pink Floyd das legendäre Album mit dem Prisma auf dem Plattencover rausgebracht und wir widmen diesem Meilenstein der Rockgeschichte gleich mal eine Doppelfolge. Wenn Sie den ersten Teil noch nicht gehört haben, am besten reinhören, bevor Sie hier weiterlesen, oder weiterhören.
"The Dark Side of the Moon" fehlt in quasi keiner der wichtigen Alben-Bestenlisten. Das Rolling Stone Magazin verändert seine "Top 500" Liste immer mal wieder, aber in den Top 100 findet "Dark Side of the Moon" immer wieder seinen Platz. Und nicht nur bei der Fachpresse ist das Album mit dem Prisma ein stetiges Thema, sondern auch bei den Fans.
"The Dark Side of the Moon" wird auch nach 50 Jahren noch verkauft
Das Album zählt zu den meistverkauften Platten aller Zeiten und auch nach 50 Jahren verkauft sich das Album noch mehrere tausend Mal pro Woche. Auch das spricht dafür, dass "Dark Side of the Moon" ein absoluter Klassiker ist.
"Dark Side of the Moon" eines der bekanntesten Plattencover der Welt
Ein Prisma vor einem schwarzen Hintergrund, das einen Lichtstrahl in seine einzelnen Farbbestandteile zersetzt. Kaum zu glauben, dass ein eigentlich so simples Plattencover zu einem der bekanntesten der Musikgeschichte geworden ist. Entworfen hat das keines der Bandmitglieder, sondern die Designagentur "Hipgnosis". Die Grafikagentur hat nicht nur das Plattencover für "The Dark Side of the Moon" entworfen, sondern unter anderem auch für "Electric Warrior" von T.Rex, "Argus" von Wishbone Ash, "Tug of War" von Paul McCartney, "Eye in the Sky" von The Alan Parsons Project und noch viele, viele mehr.
Roger Waters Antisemitismus-Debatte: Kann man die Kunst vom Künstler trennen?
Pink-Floyd-Gründungsmitglied Roger Waters hat sich in der Vergangenheit mehrfach antisemitisch geäußert worauf einige seiner Konzerte, auch in Deutschland abgesagt worden sind. Der Künstler selbst hat sich auch mit rechtlichen Mitteln versucht gegen die Absagen seiner Konzerte zu wehren. Damit einher geht für die Fans auch die Frage: Kann man in solchen Fällen die Kunst vom Künstler trennen und auch trotz problematischer Charaktere oder Äußerungen weiter unbeschwert die Musik eines Künstlers genießen, so lange diese inhaltlich unproblematisch ist?
Shownotes
Konzertabsagen von Roger WatersRoger Waters antisemitische AussagenDebatte um Roger Waters KlageKonzertabsage von Roger Waters in FrankfurtDas offizielle Buch zum 50. Jubiläum des Albums

Mar 20, 2023 • 1h 2min
Pink Floyd – „Dark Side of the Moon“
„The Dark Side of the Moon“ fehlt in quasi keiner der wichtigen Alben-Bestenlisten. Das Rolling Stone Magazin verändert seine „Top 500“ Liste immer mal wieder, aber in den Top 100 findet „Dark Side of the Moon“ immer wieder seinen Platz. Und nicht nur bei der Fachpresse ist das Album mit dem Prisma ein stetiges Thema, sondern auch bei den Fans.
„The Dark Side of the Moon“ wird auch nach 50 Jahren noch verkauft
Das Album zählt zu den meistverkauften Platten aller Zeiten – natürlich nicht nur wegen des weltberühmten Plattencovers. Und auch nach 50 Jahren verkauft sich das Album auch jetzt noch mehrere tausend Mal pro Woche. Auch das spricht dafür, dass „Dark Side of the Moon" ein absoluter Klassiker ist.
Die Idee zum Konzeptalbum „The Dark Side of the Moon“ und der dunklen Seite des menschlichen Daseins entstand bereits 1971 am Küchentisch von Pink-Floyd-Drummer Nick Mason. Dort erzählte Bassist und Sänger Roger Waters von der Idee zum Album, das zwei Jahre später zu einem der erfolgreichsten Alben der Musikgeschichte werden sollte. Beeinflusst wurden Roger Waters und Pink Floyd dazu vermutlich auch durch das Ausscheiden des ehemaligen Sängers Syd Barrett, der bereits 1968 nach diversen Drogeneskapaden die Band verlassen hatte.
Legenden schaffen Legenden
Aufgenommen wurde „The Dark Side of the Moon“ übrigens gleich doppelt legendär. Zum einen hat sich Pink Floyd für das Album in die legendären Abbey Road Studios eingemietet, in denen zuvor schon die Beatles ihre Songs eingespielt und produziert haben. Und zum anderen saß hinter den Reglern (der heute Prominente) Alan Parsons.
Ich habe jede einzelne Session (für das Album) mit ihnen gemacht. Das wollte ich mit niemandem teilen. Ich habe das komplette Album mit ihnen gemacht.
Quelle: Alan Parsons, im SWR1-Interview über „The Dark Side of the Moon“
Shownotes
Pink Floyd Projekt von Podcast-Gast Uwe SicksPink Floyd Project: „Another Brick In The Wall“Pink Floyd Project: „The Dark Side Of The Moon“ (Live auf Formentera) Onlineartikel zu "Dark Side of the Moon"Aktuelle Debatte zu Roger Waters

Mar 13, 2023 • 22min
Herbert Grönemeyer – "Ö"
Die Zeitung "Musikmarkt" hat das Album "Ö" in der deutschen Bestsellerliste des Jahres 1988 gleich hinter Michael Jacksons "Bad" auf Platz zwei geführt. Bis heute wurde "Ö" sieben Mal mit Gold ausgezeichnet.
Grönemeyers Durchbruch
Mit über 18 Millionen im Inland verkauften Tonträgern ist Herbert Grönemeyer der kommerziell erfolgreichste Musiker Deutschlands. Grönemeyers Durchbruch kam mit seinem ersten Album "Bochum". Es stellte sich die Frage: Wird er sich mit seinen kommenden Werken als großer Künstler in Deutschland etablieren können? Spätestens mit "Ö" lieferte er die Antwort: Das Album hatte direkt vier Single-Auskopplungen mit insgesamt neun sehr guten Songs.
Das war damals das Album, mit dem klar wurde, dass sich Herbert Grönemeyer als deutscher Rockstar endgültig etabliert hatte.
Quelle: SWR1 Musikredakteur Frank König
Als erste Single wurde "Was soll das" ausgewählt, aber auch "Vollmond", "Halt mich" und "Komet" entwickelten sich zu absoluten Klassikern im deutschsprachigen Raum.
Grönemeyers charakteristischer Stil
Grönemeyer hat einen ganz eigenen Weg gewählt mit deutscher Sprache umzugehen – er macht die Sprache noch kantiger, bellt die Worte geradezu stakkato mäßig heraus. An mancher Stelle sei es etwas schade, dass dieser Stakkato-Stil auf Kosten der Sprachverständlichkeit geht, so SWR1 Musikredakteur Christian Pfarr. Doch mit einem genauen Blick auf Grönemeyers Texte wird schnell klar, dass er ein begabter Lyriker ist, der es durch seinen charakteristischen Stil versteht eindrucksvolle Bilder zu entwerfen. Dass er sein ganz eigenes Ding durchgezogen hat, brachte ihm letztlich auch den heutigen Erfolg.
Eine Villa in Belgien – Produktion "Ö"
Grönemeyer nutze das damals noch hohe Produktionsetat und mietete mit seiner Band eine Villa in Belgien, die sie komplett selbst eingerichtet haben. Dort haben Sie laut eigener Aussage gemeinsam gehaust, mit viel Bier, Kicker und Studio im Wohnzimmer. Zu dieser Zeit wurden Grönemeyer und sein Bassist das erste Mal Vater.
Das ist die größte und intensivste und innigste Band-Platte, die wir hier gemacht haben.
Quelle: Herbert Grönemeyer im Interview
Drei Monate nahmen sie dort gemeinsam auf, diese Einheit spiegelt sich auch in den Songs wider. Die Band selbst war im Grunde schon eingespielt, denn Grönemeyers Produzent Edo Zanki selbst hatte mit eben dieser Band in den Siebzigern viel gespielt und hat sie schließlich an Grönemeyer weitergegeben, was fantastisch funktioniert hat. Das Interessante bei Grönemeyers Songs ist, dass er die Texte erst ganz zum Schluss auf die schon vorab aufgenommen Musik schreibt.
Es gibt also viele gute Gründe, dem Album das Prädikat "SWR1 Meilenstein der Musikgeschichte" zu verleihen. Ins Detail gehen wir in dieser Podcastfolge, die eine Wiederholung aus dem Jahr 2018 ist. Wir stellen die alten Folgen gerne wieder ins Netz, damit Sie ihre Meilensteine Sammlung Stück für Stück vervollständigen können.
Shownotes
Der Spiegel "Pop: Jacksons Nase vorn" Offizieller YouTube- Kanal von Herbert Grönemeyer

Mar 6, 2023 • 1h 5min
Internationaler Frauentag: Diese Frauen haben die Popmusik revolutioniert
Ma Rainey – Die Mother Of Blues
Für viele Menschen beginnt der Siegeszug des Blues mit Robert Johnson, dem "King of Delta Blues", der seine Seele an den Teufel verkauft haben soll, um besser Gitarre spielen zu können. Aber schon einige Jahre bevor sich Mythen um Robert Johnson entwickelten, war da Sängerin Ma Rainey, die Godmother of Blues, die für viele nachfolgende Künstler und Künstlerinnen eine wahre Inspiration war. Für Sängerin Bessie Smith war sie sogar eine leibhaftige Mentorin. Nach ihrem Tod wurde Ma Rainey für ihre Verdienste im Bluesbereich in die Blues Hall of Fame und die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen.
Trailer zum US-Drama "Ma Rainey's Black Bottom", mit Viola Davis in der Titelrolle
Sister Rosetta Tharpe – Die Erfinderin des Rock and Roll
In den Debatten, wer denn jetzt den Rock and Roll erfunden hat, taucht sie meistens leider gar nicht auf: Sister Rosetta Tharpe. Eine schwarze Musikerin, die in der Zeit der Rassengesetze durch die Südstaaten der USA tourte und trotz der schwierigen Bedingungen immer weiter machte und die Musikwelt begeisterte. Viele Musiker und Musikerinnen haben sich in der Vergangenheit immer wieder auf Sister Rosetta Tharpe berufen. Chuck Berry soll gesagt haben, dass "seine ganze Karriere nur eine sehr lange Imitation von Sister Rosetta Tharpe ist". Auch Künstler wie Elvis Presley, Johnny Cash und Tina Turner haben Sister Rosetta Tharpe als große Inspirationsquelle verehrt.
Die Frau, die den Hip Hop erfand: Sylvia Robinson
Der Hip Hop gilt als eine der Musikrichtungen, die von Beginn an sehr stark von Männern dominiert wurde. Erfunden hat das Genre allerdings Sylvia Robinson, die "Mother of Hip Hop". Nachdem sie selbst als Sängerin aktiv war ("Pillow Talk"), gründete sie das Label Sugarhill Records und veröffentlichte mit dem Song "Rapper‘s Delight" den ersten kommerziell erfolgreichen Rapsong. Auch wenn der Song in der Hip Hop Szene eher kritisch betrachtet wird, so hat er dem Hip Hop Genre doch den Weg in den Mainstream geebnet.
Annette Humpe – So hat sie die deutsche Musik geprägt
Was Annette Humpe für die deutsche Musiklandschaft getan hat, ist unvergleichlich. Als Sängerin und Songwriterin der Band Ideal hat sie die Neue Deutsche Welle maßgeblich mitgeprägt. Darüber hinaus war sie zusammen mit Sänger Adel Tawil auch Teil des erfolgreichen Popduos Ich + Ich.
Aber auch abseits der Bühne hat Annette Humpe die deutsche Poplandschaft mitgeprägt. Sie hat Songs geschrieben für Udo Lindenberg, Nena, die Prinzen und viele mehr. Aber sie hat nicht nur Musik geschrieben, sondern zum Beispiel auch Songs von Rio Reiser produziert.
Kate Bush hat die Zügel in der Hand
Sängerin Kate Bush ist dem jüngeren Publikum spätestens seit der Erfolgsserie "Stranger Things" ein Begriff. In dieser Serie wurde vor allem ihr Hit "Running Up That Hill" sehr prominent eingesetzt. Der Erfolg der Serie hat dafür gesorgt, dass auch der Song von Kate Bush mehr als 30 Jahre nach der Veröffentlichung ein Megaerfolg wurde: 2022 war der Song sogar erfolgreicher als bei der ursprünglichen Veröffentlichung.
Aber auch schon in den 80ern hat Kate Bush wahre Pionierarbeit geleistet. Während viele Künstlerinnen hauptsächlich auf der Bühne standen und Songs gesungen haben, die für sie geschrieben wurden, hatte Sängerin Kate Bush immer gerne selbst die sprichwörtlichen Zügel in der Hand und hat ihre eigenen Songs und Texte geschrieben. Damit hat sie auch Popstars wie Madonna beeinflusst, die sich durch die Vorreiterin Kate Bush bestärkt gefühlt haben, selbst die Kontrolle über ihre Kunst zu haben.
SWR1 Meilensteine-Podcast zum Internationalen Frauentag
Weil es über diese fünf wichtigen Frauen in der Musikgeschichte noch viel mehr zu erzählen gibt, hat SWR1 Musikredakteurin Katharina Heinius gemeinsam mit Sängerin Luci van Org eine SWR1 Meilensteine Sonderfolge zum internationalen Frauentag aufgenommen. Gemeinsam sprechen die beiden über die Verdienste dieser fünf legendären Frauen für die Pop- Rockmusik.
Shownotes
Trailer zum Film "Ma Raineys Black Bottom"Kurzdokumentation zum Film "Ma Raineys Black Bottom"Gitarrensolos von Rosetta TharpeKurzdokumentation über Sister Rosetta TharpeArtikel zum 60. Geburtstag von Kate BushOnlineartikel zu "Musik und Gender"Podcast zum internationalen Frauentag 2022

Feb 20, 2023 • 1h 3min
Madonna – "Ray Of Light"
Nach der Geburt ihres ersten Kindes begann Madonna mit den Produzenten Babyface und Patrick Leonard an "Ray Of Light" zu arbeiten. Nach gescheiterten Sessions mit den beiden verfolgte Madonna mit dem britischen Produzenten William Orbit eine neue musikalische Richtung, was zu einem wesentlich experimentelleren Sound für das Album führte. Orbit hat verstanden, dass sie ein elektronisch-futuristisches Album mit Einflüssen aus indischer und arabischer Musik machen möchte. Der Aufnahmeprozess war der längste in Madonnas Karriere, fast fünf Monate haben sie an dem Album gearbeitet.
Die reifste und best-klingendste Madonna aller Zeiten für mich persönlich.
Quelle: SWR1 Musikredakteur Stephan Fahrig
Von Kritikern gelobt
"Ray Of Light" gilt als ihr bestes Werk und wurde von Kritikern durchweg für die komplexe, innovative und experimentelle Produktion von Orbit und Madonnas Fähigkeiten als Sängerin und Songschreiberin gelobt. Hatte Madonna sich bislang christlicher Symbole bedient, kommen nun buddhistische und hinduistische Denkweisen dazu. Madonna erfindet sich vom Klang her neu, im Kontrast dazu stehen die intimen, sehr persönlichen Texte, mit denen sie Einblick in ihr Leben gestattet.
Madonna hat sich wieder mal neu erfunden, aber so radikal und anders wie noch nie zuvor.
Quelle: SWR1 Musikredakteur Frank König
Madonna nimmt Ihre Karriere selbst in die Hand
Anfang der Neunziger ist Madonna ein großen Schritt gegangen, persönlich und professionell. Sie hat ihr eigenes Musiklabel "Maverick Records" gegründet. Damit sendet Sie eine klare, starke Botschaft an das bislang von Männern-dominierte Musikbusiness.
Noch immer sagen Menschen, dass sie ohne Madonna nicht da wären, wo sie sind.
Quelle: SWR1 Musikredakteurin Clara Sondermann über Madonnas Rolle als Identifikationsfigur
Single-Auskopplungen
Aus dem Album wurden fünf Singles ausgekoppelt, darunter die internationalen Top-Five-Hits "Frozen" und "Ray of Light". Die Videos zu Ikonen der späten 90er. "Ray Of Light" wurde gleich mehrfach mit Platin belohnt und mit Grammys ausgezeichnet. Der größte Hit auf "Ray Of Light" ist Frozen.
Über das Vermächtnis von "Ray of Light", Madonnas Hinwendung zum Buddhismus und Hinduismus aus einer christlichen Prägung heraus und ihre vielen Gesichter, darüber sprechen wir unter anderem in dieser Podcastfolge.
Shownotes
Offizieller Youtube-Kanal von Madonna"Die Wiedergeburt der Madonna“ Kritik auf Laut.deOffizielle Homepage von Madonna

Feb 13, 2023 • 1h 1min
Ace of Base – "Happy Nation"
Anfang bis Mitte der 90er-Jahre war nicht nur der Grunge und der Stationrock ganz groß, sondern im Gegensatz dazu auch die Eurodance-Bewegung. Schnelle Beats und häufig die Kombination aus rappenden Männern und singenden Frauen. Ace Of Base passten irgendwie auch genau da rein und gleichzeitig auch nicht.
Ace of Base hatten zwar auch einige Eurodance Nummern auf ihrem Album "Happy Nation", aber die Songs dazwischen, die sind das eigentlich Spannende. Denn Ace Of Base haben die Sounds von Eurodance kombiniert mit den Dub-Sounds aus dem Reggae, was die Musik von Ace of Base auch so eingängig gemacht hat.
Ace of Base – ABBA des Eurodance
Häufig werden Ace of Base auch mit ABBA verglichen. Klar, einige Parallelen zu der Kultband gibt es zweifelsohne. Beide Gruppen kommen aus Schweden, in beiden vierköpfigen Bands gibt es jeweils zwei Frauen und zwei Männer und die Mitglieder sind auch persönlich miteinander verbandelt. Bei Ace of Base sind die Bandmitglieder allerdings Geschwister und keine Paare. Außerdem ist es auch bei Ace of Base wie bei ABBA: die Frauen liefern die Stimmen und die beiden Männer im Hintergrund schreiben die Musik für die Band.
Persönliche Beziehung zu Ace of Base
Als das Album "Happy Nation" 1993 rauskam, war auch SWR1-Musikredakteurin Katharina Heinius großer Fan der Platte, auch wenn sie damals wortwörtlich noch in ihren Kinderschuhen gesteckt hat.
"Happy Nation" und "The Sign"
Die Geschichte von "Happy Nation" ist nicht nur eine erfolgreiche, sondern auch eine gleichermaßen verrückte, denn das Album ist in verschiedenen Versionen erschienen. Einmal in der europäischen und einmal für den amerikanischen Markt – mit teilweise unterschiedlichen Songs.
Wie es dazu kam und was Arista Plattenboss Clive Davis, der schon vielen anderen Künstlern zu Welterfolg verholfen hat, damit zu tun hat, darüber sprechen wir unter anderem in dieser Podcastfolge.
Shownotes
Ace Of Base DokumentationOffizieller Youtube-Kanal von Ace Of BaseInterview mit Ulf EkbergHomepage von Ace Of BaseArtikel der Huffpost zur Nazivergangenheit von Ulf EkbergWeltkarte: Metalbands pro Einwohner

Feb 6, 2023 • 1h 13min
Nina Hagen Band – "Nina Hagen Band"
Das Album ist voller – damals unglaublich provokanter – weiblicher Selbstbeherrschung. Irgendwo zwischen Punkrock, Oper und Reggae angesiedelt. Eine ganze Generation von Mädchen und jungen Frauen hatten schon lange auf ein Album gewartet, dass ihnen eine Stimme gibt, selbstbewusst, selbstbestimmt und voller weiblicher Power.
Aus Nina Hagen wurde die deutsche Godmother of Punk!
Quelle: SWR1 Musikredakteur Frank König
Hintergrund - Die Card Blanche
Nachdem Hagens Stiefvater Liedermacher Wolf Biermann 1976 aus der DDR ausgebürgert worden war, setzte sie sich zunächst für seine Wiedereinreise ein, folgte ihm aber, nachdem ihr Antrag abgelehnt worden war. Er wurde zu ihrem Mentor und verschafft Nina schlussendlich auch ihren ersten Plattenvertrag bei CBS Records. Das war ein unglaublicher Freifahrtschein.
Ihr Weg führte Sie zuerst nach Hamburg, wo sie auf Udos Panikorchester traf bevor sie 1976 nach London ging. Hagen entdeckte während ihres Aufenthalts neue Musikstile und ließ sich vor allem vom Punk inspirieren. Sie traf sich mit Ari Up, der Leadsängerin der Band "The Slits" und gemeinsam schrieben sie den Song "Pank", der später auf dem Album erschien.
Gründung der "Nina Hagen Band"
Inspiriert von der Londoner Musikszene kehrte Hagen nach Berlin zurück und traf sich mit den Mitgliedern der Band Lokomotive Kreuzberg, Manfred Praeker, Herwig Mitteregger und Bernhard Potschka. Zu den drei Musikern gesellte sich anschließend Reinhold Heil und gemeinsam mit Hagen gründeten sie die "Nina Hagen Band". Im November 1977 unterschrieb die Band einen Vertrag mit CBS Records unter dem Management von Jim Rakete.
Das Debütalbum "Nina Hagen Band"
Die meisten Songs hatte Hagen bereits in der DDR geschrieben. Aufgenommen wurde das Debütalbum in den Hansa-Studios in Berlin. Dort wurden zu dieser Zeit große - auch internationale - Produktionen mit namenhaften Künstlern wie David Bowie oder Iggy Pop gemacht. Um es mit Nina Hagens Worten zu sagen "Sie wollte Quatsch machen und ein bisschen mit ihrer Stimme zaubern", was ihr auch gelungen ist. Das Album war ein kommerzieller Erfolg. In Deutschland erreichte es in der Spitze Platz elf. "Nina Hagen Band" wurde vom Bundesverband Musikindustrie mit Gold ausgezeichnet und hat sich über 250.000 Mal verkauft.
1978 war die Zeit in Deutschland reif für eine schillernde Lady, die Deutsch singt und nicht weniger eigensinnig ist als Udo Lindenberg.
Quelle: SWR1 Musikredakteur Stephan Fahrig
Feministische Souveränität
Nina Hagen präsentiert sich bunt, schrill, politisch und unterhaltend. Sie steht für die weibliche Selbstbestimmung und weibliches Selbstbewusstsein und für die Befreiung der Frau. In "Nina Hagen Band" werden Themen wie die Kritik am Konsum, Sex zu Dritt und die Begeisterung für die Natur behandelt. So etwas gab es in der deutschen Musik bis dato nicht.
Man kann jeden Song praktisch wie einen kleinen Film im Kopf ablaufen lassen. Jeder Song ist auch eine kleine Operette (…), die sie dramaturgisch mit ihrer Stimme ausführt.
Quelle: SWR1 Musikredakteurin Katharina Heinius
Im Podcast sprechen wir unter anderem auch über die Entwicklung des Punks, die frühe Geschichte von Nina Hagen in der DDR und ihren Werdegang bis hin zum Plattenvertrag und Produktion. Außerdem über weibliche Selbstbestimmung in der Musik mit Blick auf die Situation von Frauen in der Popmusik damals und heute. Auch der Vergleich mit Pink Floyd wird nicht gescheut...
Shownotes
Nina Hagen Band Konzertmitschnitt Rockpalast 1978Website zum Buch "She Bop: The Definitive History of Women in Popular Music" von Lucy O'BrianDas Album bei Laut.de

Jan 30, 2023 • 52min
Fury In The Slaughterhouse – "Mono" (mit Thorsten Wingenfelder)
Mit "Mono" klang die Band zum ersten Mal so, wie sie klingen sollte, erzählt Gitarrist und Songwriter Thorsten Wingenfelder im Podcast. In das fünfte Album der Band wurde ganz viel Liebe und Arbeit gesteckt. Zum Mixen und Mastern, also dem Feinschliff des Albums, ist die Band nach Amerika in ein neues bzw. umgebautes Studio gegangen und dort haben ganz viele verschiedene Faktoren zusammengetroffen und habe eine Magie erzeugt, die nicht reproduzierbar ist, erklärt Thorsten Wingenfelder. Plötzlich klang die Band "international".
Die Problematik mit dem Bandnamen
Im Podcast erklärt Thorsten Wingenfelder nicht nur die Entstehungsgeschichte des fünften Albums "Mono", sondern er erzählt auch, wie die Band Mitte der 80er zusammengefunden hat und wie der Bandname auf einer Party entstanden ist. Thorsten Wingenfelder selber hat auch eine sehr eindeutige Meinung zum Bandnamen:
Der Name ist totaler Scheiss!
Quelle: Thorsten Wingenfelder, Gitarrist über den Bandnamen "Fury In The Slaughterhouse"
Wolfgang Niedecken und Fury in the Slaughterhouse
Wie die damals noch junge Band sich in dem harten Musikgeschäft zurechtfindet, sich selbst treu bleibt, hat sie unter anderem auch von BAP-Gründer Wolfgang Niedecken gelernt. Die deutsche Musiklegende hat sich in den Anfangstagen der Band angenommen, ihr weitergeholfen und sie gefördert.
Mit den Jahren ist zwischen Wolfgang Niedecken und Fury in the Slaughterhouse eine enge Freundschaft mit familiären Zügen geworden, so beschreibt es Thorsten Wingenfelder.
Keith Richards, U2, die Beatles und Co.
Im Podcast sprechen wir unter anderem auch darüber, was Fury in The Slaughterhouse, Keith Richards, U2 und die Beatles gemeinsam haben.
Shownotes
Dokumentation “Won’t Forget These Days – 35 Jahre Fury In The Slaughterhouse” in der ARD MediathekAlbumreview zu “Mono” bei AllmusicSo hat man in den USA auf Fury In The Slaughterhouse und “Mono”geschautBandbiographie bei laut.de

Jan 23, 2023 • 53min
Steppenwolf – "Steppenwolf"
Als Steppenwolf 1968 ihr Debütalbum rausbrachten und damit zu den ganz frühen Namen in der Rock- und Hardrock-Szene gehörten, war in Deutschland noch nichts davon zu spüren. Bei uns waren die Charts zu diesem Zeitpunkt noch von Schlager- und Heimatliedern wie zum Beispiel "Heintje" geprägt.
Blues, Soul & Rock'n'Roll – Steppenwolf ist vielschichtig
Als in Amerika das selbstbetitelte Album von Steppenwolf rauskam prallten damit die Anfänge von Hardrock auf den vielleicht seichteren und blumigeren Sound der Hippie-Bewegung. Aber Steppenwolf sind mehr als nur Hardrock. Auf der Platte gibt es durchaus auch richtig soulige und bluesige Nummern, wie zum Beispiel den Opener "Sookie Sookie".
Die Geschichte von Steppenwolf
Gegründet wurde die Band 1968 von Joachim Fritz Krauledat, besser bekannt als John Kay. Als John Kay gerade 14 Jahre alt war, wanderte seine Familie von Hannover nach Toronto, Kanada aus. Benannt haben sich Steppenwolf nach dem gleichnamigen Buch von Hermann Hesse, das Sänger und Songschreiber John Kay bis zur Gründung der Band nie ganz gelesen hatte:
Wir waren reichlich beschäftigt mit allem [...]. Ich hab es bis Seite 64 geschafft und dann hab ich es doch nicht ganz durchgelesen.
Quelle: John Kay von Steppenwolf über das gleichnamige Buch von Hermann Hesse
Weltruhm erlangte die Band vor allem durch den Song "Born To Be Wild", der im Film "Easy Rider" als Titelsong genutzt wurde. Dass der Song perfekt zum Film passt, ist nur logisch, da die Idee zum Song auf einem Werbeplakat basiert, auf dem ein Motorrad und die Worte "Born To Ride" zu sehen ist.
"Steppenwolf" – Ein Debütalbum in Rekordgeschwindigkeit
Eingespielt hat die Band um Sänger John Kay das komplette Album in nur vier Tagen. Neben dem bekanntesten Song "Born To Be Wild" schaffte es auch der Song "Pusher" in den Road-Movie "Easy Rider".
Nur vier Jahre nach dem Welterfolg durch "Born To Be Wild" lösten sich Steppenwolf zum ersten Mal auf. Die Bandgeschichte ist im Allgemeinen geprägt durch mehrere Auflösungen und zig Besetzungswechsel. Insgesamt werden auf Wikipedia 42 ehemalige Bandmitglieder gelistet.
Auch heute gibt es die Band "Steppenwolf" noch. Von den Ursprungsmitgliedern der Band ist allerdings nur noch Sänger und Gründer John Kay mit dabei. Aus rechtlichen Gründen wurde die Gruppe auch in "John Kay & Steppenwolf" umbenannt.
Über die weiteren Verbindungen zwischen Steppenwolf, dem Kultfilm "Easy Rider", warum es tatsächlich Steppenwolf auf den Soundtrack von "Easy Rider" geschafft hat und nicht wie vorher geplant Crosby, Stills & Nash und warum Sänger John Kay selbst gar kein Motorrad fährt, sprechen wir im Podcast.
Shownotes:
Seite zum Easy Rider Buch von Peter Biskind "Easy Riders, Raging Bulls"Fan Website von Steppenwolf: Mit Videos und Songs zum AlbumThe Maue-Kay Foundation"Born To Be Wild" im Beat Club"Sookie Sookie" im Beat Club


