Meilensteine - Alben, die Geschichte machten

SWR1 Rheinland-Pfalz
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Nov 7, 2022 • 57min

Johnny Cash – "American IV: The Man Comes Around"

Vor seinem Tod hat Johnny Cash zusammen mit Produzentenlegende Rick Rubin noch seine "American Recordings" Serie aufgenommen, eine sechsteilige Albumreihe. Innerhalb von 16 Jahren wurden die sechs Alben nach und nach veröffentlicht. Bevor alle Teile der Reihe veröffentlicht werden konnten verstarb Johnny Cash. "American IV – The Man Comes Around" war der letzte Teil der Reihe, der noch zu Lebzeiten von Johnny Cash veröffentlicht wurde. Johnny Cash covert Beatles, Sting, die Eagles und Co. Auf "American IV" gibt es neben drei eigenen Songs von Johnny Cash vor allem auch ganz viele verschiedene Coversongs von großen Künstlern. Johnny Cash gibt jedem Song dabei seine ganz eigene Seele. Egal ob der Song ursprünglich von den Beatles, Sting, den Eagles, Simon & Garfunkel oder auch Depeche Mode ist – Johnny Cash macht jeden Song zu seinem eigenen. Das Genie hinter den Reglern: Rick Rubin Rick Rubin ist einer der erfolgreichsten und bekanntesten amerikanischen Musikproduzenten der letzten Jahrzehnte. Für seine Arbeit ist Rick Rubin 2006 und 2008 mit dem Grammy als "Bester Produzent des Jahres" ausgezeichnet. Neben Johnny Cash produzierte Rick Rubin auch viele andere Meilensteine-Alben von Bands wie U2, Metallica, Ed Sheeran, Linkin Park, Tom Petty, Adele, Rage Against The Machine und viele, viele mehr. "American IV: The Man Comes Around": Das letzte Album von Johnny Cash "The Man Comes Around" ist das vierte der insgesamt sechsteiligen Albumreihe "The American Recordings". Allerdings ist es der letzte Teil der Reihe, dessen Veröffentlichung Johnny Cash selbst noch miterlebt hat. Auch bei den Aufnahmen zum vierten Teil der Reihe war Johnny Cash wohl schon klar, dass er selbst wohl nicht mehr lange leben wird. Auf dem Album setzt er sich mit seinem Leben, seinem Vermächtnis, Religion und dem Tod auseinander. Shownotes Review zu "American IV: The Man Comes Around" auf allmusic.comMusikvideo zu "Hurt"Review zu "American IV: The Man Comes Around" Review im Rolling StoneInterview mit Trent Raznor zum Song "Hurt" und Johnny CashDie Autobiographie von Johnny CashSWR1-Meilensteine Podcast zu "Number Of The Beast" von Iron MaidenSWR1-Meilensteine Podcast zu "The Wall" von Pink Floyd
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Oct 31, 2022 • 1h 2min

Rage Against The Machine – "Rage Against The Machine"

Bemerkenswert ist bei Rage Against The Machine vor allem, dass sie mit ihrer Mischung aus Rap, Rock, Metal und Funk eine musikalische Mischung kreieren, die es so vorher noch nie gegeben hat. Ab Mitte der 80er-Jahre gab es immer mal wieder kurze Kollaborationen von Rap und Rockgruppen für einzelne Songs, wie zum Beispiel die Rapper von Run DMC zusammen mit den Rockern von Aerosmith im Song "Walk This Way" oder auch die Rapper von Public Enemy, die zusammen mit der Metalband Anthrax den Song "Bring The Noise" aufgenommen haben. Dabei waren Rap und Rock gefühlt dennoch stets voneinander getrennt. Rage Against the Machine verschmelzen Rap, Rock, Metal, Funk Bei Rage Against the Machine sind alle diese Elemente verschmolzen in einer Band bzw. in einer Musikrichtung: Crossover oder auch des Öfteren Rap-Metal genannt. Dabei stehen bei Rage Against the Machine auch die Texte stark im Vordergrund, die geprägt sind durch starke und radikale politische Botschaften. De la Rochas Texte bedienen sich auch stark an dem sprachlichen Duktus Aufständischer, immer wieder wird beispielsweise die erhobene Faust thematisiert, wie zum Beispiel auch im Song "Bombtrack", dem Opener des Albums. Dass Rage Against The Machine überhaupt so politisch sind, liegt auch an der Sozialisierung von Sänger Zack de la Rocha und Gitarrist Tom Morello, die beide aus sehr politisch engagierten Familien kommen. Tom Morellos Gitarrenspiel ist einmalig Neben den politischen Texten und der Stimme von Zack de la Rocha macht auch das Gitarrenspiel den besonderen Sound von Rage Against the Machine aus. Tom Morello spielt nicht nur einfach die Saiten seiner Gitarre, sondern er kreiert Sound mit allem, was an seinem Instrument ist. Er ersetzt durch seine Effekte klassischer 80er-Jahre Synthie-Sounds und hat unter anderem auch eine Technik entwickelt, mit der er wie ein DJ auf seiner Gitarre "scratchen" kann, ein Soundelement, dass wir vorher nur aus dem Hip Hop oder Rap kannten. Rage Against The Machine die Innovatoren der 90er Mit ihren Texten haben Rage Against The Machine in den 90ern geschafft, große Teile der Jugend wieder zu politisieren und durch ihren Sound, die Verschmelzung verschiedener Genre und ihre Spieltechniken haben sie unter anderem auch den Anstoß gegeben für ein vollkommen neues Musikgenre, dass Ende der 90er seinen Siegeszug feierte und Bands wie zum Beispiel Linkin Park und Limp Bizkit hervorbrachten: Nu Metal. Der spezielle Sound von Rage Against The Machine jedoch, ist bis heute einzigartig geblieben. Shownotes: Kurzdokumentation über Rage Against The MachineInterview mit Tom MorelloTom Morello erklärt sein EquipmentWas ist die Sendero Luminoso?SWR1-Meilensteine zu “Nevermind” von NirvanaSWR1-Meilensteine zu “OK Computer” von Radiohead
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Oct 24, 2022 • 50min

Shania Twain – "Come On Over"

Das ist natürlich nicht die einzige Besonderheit des Albums. Die Platte gibt es nämlich in zwei unterschiedlichen Versionen. Die erste Version von "Come On Over" kam im November 1997 raus und war eher ein klassisches Country Album. Da Country aber vor allem in den USA beheimatet ist, dachte man sich, es braucht noch eine Version des Albums für den Rest der Welt, also arbeitete man an etwas poppigeren Varianten der Songs und brachte das Album 1999 noch mal raus, als "International Version" und mit der erreichte Shania Twain dann auch den Rest der Welt. Shania Twain – ein sympathischer Rockstar ohne Allüren Und so locker und charmant sich Shania Twain in ihren Songs gibt, so entspannt und bodenständig ist sie auch in der Realität. SWR1-Musikredakteur Stephan Fahrig hat Shania Twain vor einigen Jahren für ein Interview in Hamburg getroffen und beschreibt die kanadische Sängerin so: Im Interview war sie sehr aufmerksam, sehr freundlich, nett, aufgeschlossen [...], also sie war offen eigentlich für alles. Sie ist und war [...] ein sehr angenehmer Rockstar ohne Allüren. Quelle: Stephan Fahrig, Musikredakteur im Meilensteine-Podcast Geschrieben hat Shania Twain das Album gemeinsam mit ihrem damaligen Ehemann John "Mutt" Lange, der als Produzent schon mit Stars wie Bryan Adams oder auch Billy Ocean zusammengearbeitet hat. Die beiden haben so intensiv zusammen an dem Album gearbeitet, dass es eigentlich schon fast kein Solo Album mehr von Shania Twain ist, sondern eigentlich vom Duo Twain/Lange gesprochen werden müsste. Warum die beiden für ihre Zusammenarbeit stark kritisiert worden sind, und welche Stars noch so an dem Album mitgewirkt haben, das hört ihr in unserer Podcastfolge zu Shania Twains Rekordalbum "Come On Over". Shownotes: Review zu "Come On Over" bei AllmusicReview zu "Come On Over" im Rolling StoneYoutube-Kanal von Shania TwainArtikel über Shania Twain und ihr Leben im SternDokumentation über Shania Twain auf Netflix
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Oct 17, 2022 • 31min

Meat Loaf – "Bat Out Of Hell"

Eines der erfolgreichsten Alben aller Zeiten Damit ist "Bat Out of Hell" nicht nur das erfolgreichste Album von Meat Loaf, sondern auch eines der erfolgreichsten Alben aller Zeiten. Hinter dem Soundtrack zum Film Bodyguard landet es in der Liste der meistverkauften Platten auf Platz fünf. In dieser Woche feiert das Album sein 45. Jubiläum. Dabei verkaufte sich "Bat Out of Hell" bei seiner Veröffentlichung im Oktober 1977 gar nicht so gut, sondern hat erst nach und nach die Rockfans überzeugt. Inspirationsquelle: Bruce Springsteen Geschrieben und produziert hat das Album Komponist Jim Steinman. Der sich an vielen Stellen von "Bat Out of Hell" vom Boss Bruce Springsteen höchstpersönlich hat inspirieren lassen. Bei der reinen Inspiration ist es übrigens nicht geblieben. Für das Album hat sich Jim Steinman auch Schlagzeuger Max Weinberg und Keyboarder Roy Bittan aus Springsteens legendärer E Street Band geholt. Meat Loaf: Sänger oder Schauspieler? Mit seiner Musik hat Meat Loaf Millionen Menschen berührt. Dabei hat er sich selbst nie wirklich als Sänger gesehen, sondern immer eher als Schauspieler. Auch in der Musik war das so. Er spielte die Lieder viel mehr, als dass er ihnen nur seine Stimme gab. Ich muss eine Seele erschaffen, ein Universum für ein Lied Quelle: Meat Loaf Seine große Leidenschaft war der Film und die Schauspielerei. Mehr als 60 Mal stand der Grammy-Gewinner dafür vor der Kamera. Darunter auch in Klassikern wie "Wayne's World" von Mike Myers oder im Film "Fight Club" an der Seite von Hollywoodlegende Brad Pitt. Seine bekannteste Rolle ist aber vermutlich die des Eddie aus dem Film "Rocky Horror Picture Show". Die traurige Nachricht: Meat Loaf ist tot Am 22. Januar 2022 war kaum eine Nachricht präsenter in den Medien als der Tod des beliebten Sängers und Schauspielers. Meat Loaf starb im Alter von 74 Jahren in einem Krankenhaus in Nashville. In den sozialen Netzwerken haben sich Tausende Fans, Freunde und Kollegen von Marvin Lee Aday, wie Meat Loaf mit bürgerlichem Namen hieß, verabschiedet. Wenn sie wissen wollen, was das Album "Bat Out of Hell" mit alten Autos oder auch Alfred Hitchcock zu tun hat – auch darüber sprechen wir in dieser Folge der SWR1 Meilensteine. Die Podcastfolge zum Album "Bat Out of Hell" ist eine Wiederholung und wurde vor dem Tod von Meat Loaf aufgezeichnet. Links zum Podcast: Review bei Allmusic.comInfos zu Jim Steinman's Musical "Neverland"Die Story zum Album von Jim SteinmanYoutube-Kanal von Meat Loaf mit viel Live MaterialEin Nachruf aus dem Rolling Stone
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Oct 7, 2022 • 26min

R.E.M. – "Automatic for the People"

"Automatic for the People" hat sich zwar nicht ganz so gut verkauft wie ihr Durchbruchsalbum, wurde aber dennoch mit Gold- und Platinauszeichnungen überschüttet und hat den Stand der Band – auch international – gefestigt. Nach "Out Of Time" kommt "Automatic for the People" – zwei Sensationsalben Beeindruckend ist dabei vor allem, dass "Automatic for the People" nur ein Jahr nach "Out Of Time" rauskam, auf dem die Band einen ziemlichen Stilbruch vollzogen hatte. Von einer Alternative Rockband zu einer eher poppigen Band. Mit "Automatic for the People" sollte dann der Kurs wieder ein bisschen Richtung Ursprung und Alternative Rock korrigiert werden – so der Plan der Band. Aber wie so oft bei R.E.M., hatte das Album seine eigene Dynamik entwickelt und es wurde ein großartiges Album, aber keine Rockplatte. R.E.M. zeigen sich nicht mehr als "Shiny Happy People" Thematisch gesehen ist "Automatic for the People" deutlich düsterer als der Vorgänger. Während "Out Of Time" noch Songs wie "Shiny Happy People" hatte, geht’s auf dem neuen Album eher um harte und finstere Themen, wie zum Beispiel den Tod. Klanglich jedoch haben R.E.M. es geschafft, hier ein Album zu machen, das wirklich zeitlos klingt. Was Kurt Cobain, ein Nachtwächter, Nirvana und 56 "Yeahs" mit dem Album zu tun haben, das erfahren Sie in unserem Podcast.
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Sep 30, 2022 • 1h 7min

INXS – "Kick"

1977 startet die Band zunächst mit dem Namen "Farriss Brothers", ab 1979 nennen sie sich INXS. In Australien gelten sie als ausgezeichnete Live-Band, spielen in sogenannten Pub Gigs in Kneipen. 1982 schaffen sie es mit der Single "The One Thing" dank MTV in die US-Top 30 und spielen als Vorband von Queen. Mit "Kick" hatten sich INXS vorgenommen, international durchzustarten mit einer Mischung aus Rock, Funk und Soul und einem Album, auf dem jeder Song eine Hitsingle hätte sein können - am Ende waren es fünf an der Zahl - der größte Hit, "Need You Tonight" erreichte in den USA Platz 1 der Single-Charts. Das Geheimnis: Funk, verwoben mit Rock Dabei weigert sich das Plattenlabel Atlantic Records zunächst, die Platte, die in Sydney und Paris aufgenommen wird, zu veröffentlichen. Erst eine erfolgreiche Collegeradio-Tour führt dazu, dass die Platte schließlich doch erscheint. Ein Erfolsgeheimnis von INXS ist, dass sie Funk mit Rock verweben und so einen treibenden Groove generieren. Dabei nutzen sie alle zur Verfügung stehenden musikalischen Mittel: Exzessiven Drum Computer, Schlagzeug, dominante E-Gitarren, Saxophon. Typisches Stilmittel im Sound dieses INXS-Albums sind die Spannung erzeugenden Pausen, wie besonders in "Need You Tonight" und "Never Tear Us Apart". Texten und komponieren funktionieren beim Album "Kick" kongenial: Musikalisches Mastermind war Andrew Farriss, Michael Hutchence dagegen konnte singen und texten. Für das Album haben die Brüder erstmals Musik und Texte alleine produziert, ohne die Hilfe des Labels oder anderer Autoren. Warum dieses Album so bedeutend war, worin die Raffinessen in Gesang und Komposition und die Nähe zu Queen bestehen – und viele andere Hintergründe zu "Kick" – darüber sprechen wir in dieser Folge des SWR1 Meilensteine Podcasts. Links zum Podcast 10 Dinge, die man über INXS nicht weißDie offizielle AutobiographieClassic Rock Review zum 30stenRolling Stone Review zum 30stenYouTube Channel von INXS
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Sep 26, 2022 • 1h 10min

The Verve – "Urban Hymns"

In seiner Funktion als Titelsong zu dem oben genannten Teenie-Drama wurde der Song und Albumopener "Bitter Sweet Symphony" ein Jahr nach der Veröffentlichung des Albums auch noch für zwei Grammys nominiert. Chris Martin von Coldplay ist großer The Verve Fan und bezeichnete den Song "Bitter Sweet Symphony" als einen der besten Songs, die jemals geschrieben worden sind. Bitter Sweet Symphony – eine komplizierte Geschichte Dabei ist die Geschichte hinter dem Song wirklich kompliziert – nicht musikalisch, sondern rechtlich. Richard Ashcroft und The Verve sollen sich dafür bei den Rolling Stones "bedient" haben und mussten die Rechte an dem Song an Mick Jagger und Keith Richards abtreten. Erst im Jahr 2019 bekamen The Verve die Rechte am Song zurück. Damit geht auch einher, dass der Erfolg des Songs "Bitter Sweet Symphony" offiziell nicht the Verve zugeschrieben wird. Urban Hymns – Das Ende des Britpop? Nichtsdestotrotz ist "Urban Hymns" – das eigentlich nach dem großen Hype des Britpop entstand – das erfolgreichste Album der Band. Unter den Fans der Platte gibt es neben oben erwähntem Chris Martin auch noch andere prominente Musiker: Bono von U2 wünschte sich zum Beispiel den Song "Lucky Man" selbst geschrieben zu haben. Dabei gab es bei der Albumproduktion diverse Schwierigkeiten. Gitarrist Nick McCabe hatte die Band verlassen und wurde bereits vor der Albumproduktion durch Simon Tong ersetzt. Während der Produktion zu "Urban Hymns" stellte die Band fest, dass es mit dem neuen Gitarristen irgendwie nicht wirklich klappen wollte. Darum kam Nick McCabe wieder zurück zur Band. Und gemeinsam als Band schaffen sie nicht nur ein großartiges Album mit Song-Schwergewichten wie "Lucky Man", "The Drugs Don't Work" und "Bitter Sweet Symphony", sie bringen damit auch die Ära des Britpop zu einem würdigen Ende. Wie sie das schaffen, hört ihr in dieser Folge des Meilensteine-Podcasts zu "Urban Hymns". Alternative Tracklist des Albums Im Podcast zeigt sich SWR1-Redakteur Thomas Ibrahim nicht wirklich zufrieden mit der Entscheidung der Zusammenstellung und Reihenfolge der Titel auf dem Album. Hier haben wir euch das Album nochmal so zusammengestellt, wie Thomas es für sinnvoller halten würde: Bitter Sweet Symphony (05:58) Weeping Willow[1] (04:49) Catching the Butterfly (06:26) Rolling People (07:01) Space and Time (05:36) The Drugs Don’t Work (05:05) Sonnet (04:21) One Day (05:03) Lucky Man (04:53) Die folgenden Songs würde Thomas Ibrahim komplett vom Album werfen, da sie für ihn persönlich nicht mehr als sogenannte "Filler" sind, also Songs die nicht mehr sind als Füllmaterial:Neon Wilderness (02:37) This Time (03:50) Velvet Morning (04:57) Come On (07:35) Deep Freeze (Hidden Track – 02:14) Links zum Podcast Rolling-Stone-Artikel über Richard Ashcroft und The VerveInterview mit Nick McCabeAlbum Review zu "Urban Hymns"Meilenstein Podcast zu "Aja" von Steely DanMeilenstein Podcast zu "OK Computer" von Radiohead
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Sep 19, 2022 • 54min

Dire Straits – "Love Over Gold"

Dire Straits – Liebe ist wertvoller als Gold In Deutschland war Anfang der 80er die Neue Deutsche Welle auf ihrem Höhepunkt. Darüber hinaus wollte die (Musik)welt Anfang der 80er Jahre vor allem radiotauglichen, kurzweiligen Synthiepop von Yazoo, Euryhthmics und Co. Die Dire Straits und Mark Knopfler hingegen machten mit ihrer Musik quasi das komplette Gegenteil davon. Auf ihrem vierten Album "Love Over Gold" feiert die Band große Rocknummern in Überlänge. Alleine der Opener des Albums "Telegraph Road" nimmt sich über 14 Minuten Zeit um sich in epischer Länge auszubreiten. Mark Knopfler und Co. – Die Dire Straits auf dem Weg nach ganz oben! Die Dire Straits haben sich bis zu ihrem vierten Album "Love Over Gold" stetig weiterentwickelt – nicht nur musikalisch. Sie haben es tatsächlich auch geschafft, dass jedes Album noch erfolgreicher wurde als der Vorgänger. So wurden Mark Knopfler und Co. vom Geheimtipp immer mehr zu einer festen Größe im Rockgeschäft. Und mit dem nächsten Album "Brothers In Arms" aus dem Jahr 1985 erreichte die Band dann endgültig Legendenstatus. Die Band hatte es aber nicht nur geschafft sich international durch- und festzusetzen, sondern sie waren auch im Umbruch. Mark Knopflers Bruder David Knopfler – ebenfalls Gitarrist bei den Dire Straits – war schon seit längerer Zeit unzufrieden damit, dass sein Bruder ausschließlich im Rampenlicht stand und verließ die Band. Anstatt einen neuen Gitarristen als Ersatz für David Knopfler zu finden, wurde ein Keyboarder in die Band geholt, was selbstverständlich den Sound der Band veränderte. Warum dieses Album für die Entwicklung der Dire Straits so wichtig war, was Tina Turner mit dem Album zu tun hat und noch viele andere Hintergründe zu "Love Over Gold" – darüber sprechen wir in dieser Folge des SWR1 Meilensteine Podcasts. Links zum Podcast Review zu "Love Over Gold" bei Allmusic"Love Over Gold" Review von David Fricke im Rolling StoneInterview mit Mark Knopfler bei Classic RockSWR1 Meilenstein Podcast zu "All Things Must Pass"
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Sep 5, 2022 • 1h 20min

Steely Dan – "Aja"

Bevor es die Band Steely Dan überhaupt gab, haben Walter Becker und Donald Fagen, die sich am College kennenlernten, schon für andere Musiker Songs geschrieben. Als Songwriter arbeiteten sie bei einer Plattenfirma und zogen für ihre Arbeit aus ihrer Heimat New York nach Los Angeles, vermissten aber stets ihre Heimat New York, was sie auch in einigen ihrer Songs thematisieren. Weil es den beiden aber nicht mehr ausreicht für andere Künstler Songs zu schreiben, bewerben sie sich 1971 auf eine Zeitungsanzeige bei einer Band und Steely Dan wird gegründet. Nach einigen Jahren Bandgeschichte und einigen Konzerten wurde das Bandprojekt Steely Dan ab 1975 nur noch von Walter Becker und Donald Fagen fortgeführt. Steely Dan holten sich Legenden ins Studio Für ihr sechstes Studioalbum "Aja", hatten die beiden Masterminds Walter Becker und Donald Fagen vom Label ein sehr hohes Budget bewilligt bekommen, das die beiden auch ausnutzten. Mit dem Geld holten Steely Dan sich diverse Studio-Musiker-Legenden dazu, um das Album einzuspielen und auch zu produzieren. Darunter waren auch gleich mehrere Schlagzeuger wie zum Beispiel auch Steve Gadd, der schon mit Künstlern wie Paul McCartney, Ringo Starr, Peter Gabriel von Genesis oder auch Simon and Garfunkel zusammengearbeitet hatte. Auch Timothy B. Schmit, der später Teil der Eagles wurde, war bei den Aufnahmen mit dabei. Steely Dan erschaffen Welten Das besondere an der Musik und den Texten von Steely Dan ist die Mischung aus Rock, Pop, Blues, Funk und auch Jazz. In ihren Liedern erschaffen die beiden Songwriter ganze Welten, bzw. Filmszenen und erzählen Geschichten, in die man quasi eintauchen kann. Auf dem Album "Aja" gibt es zum Beispiel die Geschichte des namenlosen Verlierers im Song "Deacon Blues" oder auch die Geschichte des Models "Peg" aus dem gleichnamigen Song. "Aja" von Steely Dan: Ein Album sucht das Momentum In den Songs auf "Aja" haben Walter Becker und Donald Fagen stets nach dem bestimmten Momentum im Song gesucht, dass sie versucht haben mit der Vielzahl an Studiomusikern, die sie dafür engagiert haben zu erzeugen. Im Podcast sprechen wir über die Hintergründe und den Weg, wie sie genau das geschafft haben. 1977: Ein bewegendes Jahr Das Jahr 1977 war ein sehr bewegendes und ereignisreiches Jahr. Elvis stirbt mit 42 Jahren an Herzversagen, das Flugzeug Landshut wird entführt und später in Mogadischu befreit und im Kino flitzen Luke Skywalker, Darth Vader und Han Solo in "Star Wars" zum ersten Mal über die Leinwand. Links zum Podcast Artikel zum 40. Jubiläum von "Aja" (Engl.)Review bei Allmusic zu "Aja" (Engl.)Rolling Stone Review zu “Aja”Essay zur Aufnahme in die National Recording Registry (Engl.)Steely Dan Dictionary (Engl.)Ausschnitt aus der “Classic Albums”-Folge zu “Aja”
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Aug 29, 2022 • 22min

Herbert Grönemeyer – "Mensch"

20 Jahre "Mensch" von Herbert Grönemeyer Das Album "Mensch" von Herbert Grönemeyer ist nach Verkaufszahlen nicht nur sein erfolgreichstes Album, sondern in Deutschland auch das zweitmeistverkaufte Album aller Zeiten nach dem Soundtrack zum Film "Dirty Dancing" und damit gleichzeitig auch das erfolgreichste deutschsprachige Album. "Mensch" ist Grönemeyers Rückkehr zur Musik Das Album "Mensch" ist aber nicht nur das erfolgreichste Album von Herbert Grönemeyer, sondern für ihn persönlich auch eines der wichtigsten. Es ist das erste Album, das nach dem Tod seiner Frau Anna und seinem Bruder Wilhelm entstanden ist. Für Grönemeyer selbst ist das Album eine Art Trauerbewältigung. Trauer ist auch ein zentrales Thema des Albums. Ich hatte nach den Schicksalsschlägen im November 1998 vor allem Angst, ich verliere den zweiten Schatz, den ich in mir trage, Musik zu machen. Diese Platte überhaupt fertiggestellt zu haben, ist für mich deshalb ein Anlass zu enormer Zufriedenheit. Quelle: Herbert Grönemeyer im Interview mit dem WDR (2002) Mit dem Leitthema Trauer ist das Album "Mensch" sicherlich kein emotionales Leichtgewicht. Auch wer die Hintergrundgeschichte zum Album nicht kennt und die Platte ganz unvoreingenommen hört, bekommt mit, was hier los ist. Man merkt, dass hier jemand mit seelischen Qualen ringt und diese durch die Musik sublimiert. Quelle: SWR1-Musikredakteur Christian Pfarr über das Album "Mensch" Links zum Podcast Album Review auf Laut.deYoutube-Kanal von Herbert GrönemeyerInterview mit Herbert Grönemeyer (2002)

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