

Das Klima
Florian Freistetter, Claudia Frick
Die Klimakrise ist umfassend und global. Sie hat Auswirkungen auf alle und alles und wird ohne Zweifel unser Handeln und unseren Alltag in den nächsten Jahrzehnten in sämtlichen Bereichen bestimmen. Darum ist es nötig, dass möglichst viele Menschen über das Klima und die Wissenschaft hinter der Klimakrise Bescheid wissen. Der Weltklimarat IPCC veröffentlicht regelmäßig sogenannte “Sachstandsberichte” die das jeweils aktuelle Wissen zur Klimakrise zusammenfassen. Diese tausenden Seiten sind schwere Lektüre, die wir euch mit diesem Podcast ersparen wollen. Das gleiche gilt für die vielen anderen neuen Erkenntnisse der Klimaforschung. In jeder Folge wird aktuelle Forschung rund um die Klimakrise so vermittelt, dass sie auch ohne Studium der Klimawissenschaft verständlich sind.
Ein Podcast von Florian Freistetter (Astronom und Autor) und Claudia Frick (Meteorologin und Professorin für Wissenschaftskommunikation).
Wer den Podcast unterstützen will, kann das gerne tun: https://steadyhq.com/de/dasklima/ und https://www.paypal.me/florianfreistetter.
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Episodes
Mentioned books

Jul 22, 2024 • 54min
DK117 - Endboss Klimakrise: Mit Games dem Klimaschutz helfen (Teil 1)
Und: Was ist eigentlich ein Klimaspiel?
DK117 - Endboss Klimakrise: Mit Games dem Klimaschutz helfen (Teil 1)
Und: Was ist eigentlich ein Klimaspiel?
"Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lasen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung.
In Folge 117 wird gespielt! Wir haben einen Experten für Klimaforschung und Videospiele zu Gast und schauen uns an, wie sich das Medium der Spiele für die Klimakommunikation eignet. Was muss ein Spiel haben, damit es ein “Klimaspiel” ist und was nützt das überhaupt? Jan Steinhauser vom IIASA erklärt uns die Wissenschaft der Klimaspielforschung.
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Jan Steinhauser zu Gast
Zu Gast ist in dieser Folge Jan Steinhauser vom International Institute for Applied Systems Analysis (IIASA). Dort beschäftigt er sich unter anderem mit Klimakommunikation uns Videospielen.
Endboss Klimakrise
Wir starten mit einer Übersichtsarbeit zum Thema Klimaengagement und Videospiele: “A framework for climate change engagement through video games” und besprechen die Kategorien, die ein Spiel haben muss oder kann um (junge) Menschen für den Klimaschutz zu interessieren.
Und weil das alles sehr theoretisch ist, werfen wir dann noch einen Blick auf “Game-based Climate Change Engagement: Analyzing the Potential of Entertainment and Serious Games”, wo reale Spiele untersucht werden.
Jan selbst erforscht zur Zeit nachhaltige Ernäherung in Videospielen und entwickelt auch selbst ein Spiel um Bewusstsein für Klima- und Biodiversitätskrise zu schaffen.
Klimaspiele Onlinestream
Jan und Claudia werden am 1. August 2024 ab 18.30 live auf Twitch ein paar Klimaspiele vorstellen: Hier gehts lang.
Hinweis zur Werbung und Unterstützung
Ein kleiner Hinweis: In “Das Klima” gibt es keine Werbung. Wenn ihr Werbung hört, dann liegt das nicht an uns; dann hat jemand unerlaubt und ohne unser Wissen den Podcast-Feed kopiert und Werbung eingefügt. Wir machen keine Werbung - aber man kann uns gerne was spenden, geht auch bei PayPal.
Kontakt und weitere Projekte
Wenn ihr Fragen oder Feedback habt, dann schickt uns einfach eine Email an podcast@dasklima.fm. Alle Folgen und alle Shownotes findet ihr unter https://dasklima.fm.
Florian könnt ihr in seinem Podcast “Sternengeschichten” zuhören, zum Beispiel hier: https://sternengeschichten.podigee.io/ oder bei Spotify - und überall sonst wo es Podcasts gibt. Außerdem ist er auch noch regelmäßig im Science Busters Podcast und bei WRINT Wissenschaft”-Podcast zu hören (den es ebenfalls bei Spotify gibt). Mit der Astronomin Ruth Grützbauch veröffentlicht er den Podcast “Das Universum”.
Claudia forscht und lehrt an der TH Köln rund um Wissenschaftskommunikation und Bibliotheken und plaudert im Twitch-Stream “Forschungstrom” ab und an über Wissenschaft.
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Jul 8, 2024 • 40min
DK116 - Dumme Politik als Folge der Klimakrise
Und: Klimapolitik ist keine “grüne Politik”!
DK116 - Dumme Politik als Folge der Klimakrise
Und: Klimapolitik ist keine “grüne Politik”
"Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lasen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung.
In Folge 116 geht es um Politik und Klima. Allerdings nicht darum, wie die Politik sich um die Krise (nicht) kümmert. Sondern um die Auswirkungen der Klimakrise auf die Politik. Wir diskutieren, ob extreme Wetterereignisse als Weckruf für politische Maßnahmen dienen und wie sich Hitze auf die kognitive Leistung von Politiker:innen auswirkt. Spoiler: Nein und nicht gut.
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Das Renaturierungsgesetz der EU und Österreichs Beitrag
Wir starten mit einem kurzen Ausflug in die österreichische Innenpolitik, die kürzlich große europäische Auswirkungen hatte. Das Renaturierungsgesetz wurde beschlossen, aber nur weil Leonore Gewessler zugestimmt hat. Die österreichische Klimaministerin der Grünen hat das aber ohne Zustimmung der Volkspartei getan und jetzt gibt es Ärger…
Extremwetter und politische Reaktionen
Danach widmen wir uns der Frage, ob extreme Wetterereignisse wie Stürme, Überflutungen und Waldbrände die Umweltpolitik beeinflussen. Eine aktuelle Studie (“Extreme weather events do not increase political parties' environmental attention”, die 260.000 Pressemitteilungen von 68 Parteien aus 9 Ländern über einen Zeitraum von 10 Jahren untersucht, zeigt: Extreme Wetterereignisse erhöhen nicht die politische Aufmerksamkeit für Umweltfragen. Selbst schwerwiegende Ereignisse wie die Überflutungen in Deutschland im Frühjahr 2016, die Todesopfer forderten und erhebliche Sachschäden verursachten, führten nicht zu einer signifikanten Zunahme umweltbezogener Pressemitteilungen. Nur die Grünen reagierten kurzfristig, bei allen anderen Parteien hat sich nichts geändert.
Diese Ergebnisse sind besorgniserregend, da sie darauf hinweisen, dass selbst in einer Region wie Europa, wo Klimathemen medial präsent sind, extreme Wetterereignisse nicht zu nachhaltigen politischen Veränderungen führen. Die Klimakrise wird immer noch primär als "grünes" Thema betrachtet, obwohl sie alle politischen Parteien betrifft und ein globales Problem darstellt.
Hitze macht dumme Politik
Ein weiterer spannende Arbeit untersucht die Auswirkung von Hitze auf die Sprache und kognitive Leistung von Politiker:innen (“The effect of temperature on language complexity: Evidence from seven million parliamentary speeches”.7,4 Millionen Parlamentsreden aus 8 Ländern wurden analysiert. Das Ergebnis zeigt, dass hohe Temperaturen die Komplexität der Sprache verringern. Besonders an heißen Tagen verwenden Politiker:innen kürzere und einfachere Wörter. Dieser Effekt ist bei älteren Politiker:innen stärker ausgeprägt und tritt schon bei moderaten Temperaturen auf.
(Infos zum Lesbarkeitsindex gibt es hier).
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Claudia forscht und lehrt an der TH Köln rund um Wissenschaftskommunikation und Bibliotheken und plaudert im Twitch-Stream “Forschungstrom” ab und an über Wissenschaft.
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Jun 24, 2024 • 42min
DK115 - Verwüstung und Saharastaub: Was bringt die Klimakrise?
Und: Kommt nach Extremwetter jetzt auch noch Extremstaub?
DK115 - Verwüstung und Saharastaub: Was bringt die Klimakrise?
Und: Was will die Sahara im Norden?
"Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lasen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung.
In Folge 115 wird es staubig. Die Klimakrise macht die Welt wärmer. Eine wärmere Welt heißt mehr Wüsten und mehr Wüsten heißt mehr Staub in der Luft. Oder doch nicht? Die Forschung probiert das rauszukriegen, aber die Sache ist nicht so einfach, wie man denken würde. Was ein bisschen einfacher ist: Herauszufinden, was mit der Sahara in Zukunft passieren wird - die wandert nämlich nach Norden.
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Mehr Staub durch die Klimakrise?
Staub in der Luft kennt man vor allem von Silvester. Oder vom Tagebau. Aber es ist auch so immer jede Menge Staub in unserer Atmosphäre und der kommt vor allem aus Nordafrika. Eine offene Frage der Forschung ist aber: Bringt die Klimakrise mehr Staub? Und diese Frage muss leider auch weiterhin offen bleiben, denn es gibt zwar aktuelle Arbeiten dazu (“Can global warming bring more dust?”), aber leider keine brauchbaren Ergebnisse. Wir wissen zwar, dass die mittlere globale Staubmenge seit 1980 an steigt und wir wissen, dass wo der Staub auf welche Art produziert wird:
Aber unsere Modelle können nicht gut vorhersagen, wieviel Staub in Zukunft entstehen wird.
Die Zukunft der Sahara
Wenn wir die Menge an Staub nicht vorhersagen können, wie schaut es dann mit der Zukunft der Sahara aus? Auch dazu gibt es Forschung: “Northward Shifts of the Sahara Desert in Response to Twenty-First-Century Climate Change. Das Ergebnis: Die Sahara wandert nach Norden, im Süden wird die Wüste weniger.
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Jun 10, 2024 • 55min
DK114 - Fußball, Tour de France und Olympia: Wie funktioniert Sport in der Klimakrise?
Und: Warum olympische Spiele in Zukunft in Glasgow und Sapporo stattfinden
DK114 - Fußball, Tour de France und Olympia: Wie funktioniert Sport in der Klimakrise?
Und: Warum olympische Spiele in Zukunft in Glasgow und Sapporo stattfinden
"Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lasen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung.
In Folge 114 wird es sportlich. Fußball-EM, Tour de France, Olympische Spiele in Paris: Im Sommer gibt es Sport. Im Sommer gibt es aber auch Hitze, Extremwetter und den Rest der Auswirkungen der Klimakrise. Was das für Folgen hat und wie der Sport der Zukunft aussehen wird, besprechen wir in dieser Folge. Wenn wir nichts tun, sieht es auf jeden Fall eher schlecht aus für Großereignisse der sportlichen Art. Aber immerhin kann man Sport auch zum Zweck der Klimaforschung nutzen.
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Sport und Klima
Sport ist relevant für die Menschen und die Wirtschaft. Sport kann für Wissenschaftskommunikation genutzt werden (und hier kann man sich ein Beispiel dafür ansehen. Sport erzeugt natürlich auch CO2 und beeinflusst das Klima. Wir reden aber über die umgekehrte Wirkung: Was macht die Klimakrise mit der Ausübung des Sports? Im Baseball wird es zum Beispiel mehr Homeruns geben (wirklich!). Beim Tennis gab es 2020 große Probleme durch Waldbrände in Australien. Und bei der Tour de France muss der Asphalt gekühlt werden…
Die letzten Sommerspiele?
Wenn es heiß ist, kann Sport gefährlich werden. In der Arbeit “The last Summer Olympics? Climate change, health, and work outdoors” hat man untersucht, wo in Zukunft überhaupt noch Sommerspiele durchgeführt werden können. Denn wenn die Kühlgrenztemperatur zu groß wird, wird Sport lebensgefährlich. Und in Zukunft wird man nur noch in wenigen Städten der Welt Bedingungen für sportliche Großereignisse haben. Und zwar in Belfast, Dublin, Edinburgh, and Glasgow. Tja. Bei den Winterspielen sieht es nicht besser aus (“Climate change and the future of the Olympic Winter Games: athlete and coach perspectives”). Da gibt es außer Sapporo in Japan kaum noch Alternativen.
Weniger Fouls, aber auch weniger Gelaufe
Wer bei Hitze Fußball spielt, spielt schlechter. Eine Arbeit zur Fußball-WM 2018 hat aber gezeigt, dass es auch auf das Training ankommt: Nur wer dauerhaft keinen Hitzestress hat, landet am Ende ganz oben in der Tabelle. Eine chinesische Arbeit hat gezeigt, dass bei Hitze nicht nur die gelaufene Distanz und die Anzahl der Pässe sinkt, sondern auch die Zahl der Fouls. Das gilt auch für Fußball im Regen, aber nicht so stark.
Die drei Vs im Breitensport
Auch im Breitensport muss man sich in Zukunft ein bisschen besser vorbereiten. Und drauf achten dass man vorhydriert, vorcremt und vorkühlt. Eine Übersicht über die Gefahren und Maßnahmen kann man in dieser Arbeit lesen: “Sport and climate change—how will climate change affect sport?”.
Forschung bei der Flandern-Rundfahrt
Sport kann auch für die Forschung verwendet werden. In Belgien hat man sich Jahrzehnte an Bildmaterial der Flandern-Rundfahrt angesehen - war aber nicht an den Radlern interessiert, sondern an der Vegetation entlang der Strecke. Die Bäume fangen nämlich dank des Klimawandels immer früher an zu blühen, was man mit Daten dieser Art sehr gut nachweisen kann (“Using archived television video footage to quantify phenology responses to climate change”).
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May 27, 2024 • 56min
DK113 - Hochwasser in Deutschland: Klima, Forschung und Politik
Und: Können wir in Zukunft nicht mehr an den Flüssen leben?
DK113 - Hochwasser in Deutschland: Klima, Forschung und Politik
Und: Können wir in Zukunft nicht mehr an den Flüssen leben?
"Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lasen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung.
In Folge 113 reden wir über das Jahr 2021 und das Hochwasser in Deutschland. Es war eine der größten Katastrophen dieser Art in letzter Zeit mit erschreckend vielen Todesopfern. Wie das alles zustande gekommen ist und was das mit der Klimakrise zu tun hat; ob das in Zukunft noch schlimmer wird und was man dagegen tun kann: Darüber gibt es Forschung und Peter Knippertz hat genau auf diesem Gebiet gearbeitet. Deswegen ist er auch heute unser Gast und erzählt uns, wie man Hochwasserkatastrophen erforscht und was wir aus dieser Forschung lernen sollen.
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Das Hochwasser 2021 in Deutschland
Im Sommer 2021 gab es in Deutschland (und anderswo) ein enormes Hochwasser . In Deutschland starben 188 Menschen; die meisten davon im Landkreis Ahrweiler und es war auch die über die Ufer getretene Ahr, die die meisten Probleme verursacht hat.
Peter Knippertz, Professor für Meteorologie und Leiter der Arbeitsgruppe "Atmosphärische Dynamik” am Karlsruher Institut für Technologie hat das Hochwasser mit Kolleg:innen erforscht und zwei Artikel dazu veröffentlicht: “A multi-disciplinary analysis of the exceptional flood event of July 2021 in central Europe – Part 1: Event description and analysis” und “A multi-disciplinary analysis of the exceptional flood event of July 2021 in central Europe – Part 2: Historical context and relation to climate change.".
Wir lernen, welche Disziplinen da beteiligt sind und dass es ein Center for Disaster Management and Risk Reduction Technology gibt, dass sich quasi live mit solchen Katastrophen beschäftigt.
War die Klimakrise schuld am Hochwasser?
Die Frage, die sich sofort stellt ist natürlich: War die Klimakrise schuld an allem? Damit beschäftigt sich die Attributionsforschung, über die wir schon in Folge 24 und Folge 25 des Podcast gesprochen haben. In diesem Fall ist aber damit zu rechnen, dass sich solche Hochwasserereignisse in Zukunft dank der Klimakrise öfter ereignen und gravierender ausfallen.
Unser Eingriff in die Landschaft
Ein Grund für die schweren Folgen solcher Hochwasser sind auch die menschlichen Eingriffe in die Landschaft. Wir verändern die Wälder, die einen Teil des Wassers speichern würden, bevor es in die Flüsse fließt; wir versiegeln den Boden und wir bauen Häuser dort, wo sie von Hochwasser betroffen sein können. Das zu ändern ist schwierig und auch ein schwieriges politisches Thema. Für den Tagebau kann man Menschen leicht umsiedeln, für den Klimaschutz eher nicht. Man sollte ab und zu mal in die Hochwasserrisikokarten (für Deutschland und für Österreich) schauen…
Meteorologie und KI
Peter erzählt uns am Ende auch noch ein wenig über die Zukunft seiner Forschung und hier wird die KI eine wichtige Rolle spielen.
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May 13, 2024 • 53min
DK112 - Das Leben mit dem Tagebau
Und: Das Loch, der Wald und der See
DK112 - Das Leben mit dem Tagebau
Und: Das Loch, der Wald und der See
"Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lasen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung.
Während allerorts über Windräder und ihren Einfluss auf das Landschaftsbild geredet wird, prägen Tagebaue das Braunkohlerevier in Nordrhein-Westfalen und das Leben der Menschen, Flora und Fauna vor Ort. Claudia nimmt euch mit an den Rand des Tagebaus Hambach, direkt neben das Forum :terra nova. Sie hat außerdem jemanden dabei, aber es ist nicht Florian. Setzt euch also zu Claudia und Caleb an die Tagebaukante und erfahrt ein wenig mehr über das, was war, was ist und was in Zukunft sein wird mit der Region und dem Tagebau.
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Was ist das Rheinische Braunkohlerevier?
Das Rheinische Braunkohlerevier umfasst heute drei Tagebaue: Inden im Westen, Garzweiler im Norden und Hambach im Zentrum. Sie erstrecken sich über mehrere Kreise: Kreis Düren, Rhein-Erft-Kreis, Rhein-Kreis-Neuss und Kreis Heinsberg. Betrieben werden sie alle von RWE. Claudia und Caleb erzählen, was sie in die Region verschlagen hat.
Der Tagebau Hambach
Neben den reinen Daten und Fakten rund um den Tagebau Hambach, die man in vielen Quellen mit leicht anderen Zahlen nachlesen kann, z.B. beim BUND, geben Caleb und Claudia auch ihre aktuellen Eindrücke wieder - an einem sonnigen Samstag im April mit Blick auf viele Menschen, die [Terra Nova}(https://www.bedburg.de/Tourismus-Kultur-und-Freizeit/Bedburg-entdecken/Sehenswuerdigkeiten/-terra-nova.htm) und andere Aussichtspunkte am Tagebau Hambach als Ausflugsziel nutzen.
Caleb und Claudia sprechen auch kurz über den Indemann, eine an Minecraft erinnernde Sehenswürdigkeit am Tagebau Inden. Denn nicht nur der Hambacher Tagebau macht etwas aus sich.
Die Grenzen des Tagebaus Hambach in alle vier Himmelsrichtungen sehen ganz unterschiedlich aus: Während im Norden ein Berg mit neuem Wald entsteht, waren im Süden die letzten Reste des sogenannten Hambacher Forstes lange sehr hart umkämpft. Viel ist nicht vom Wald geblieben. Natürlich ist nicht nur Flora und Fauna zurückgedrängt worden, sondern auch die Bevölkerung mit ihren Ortschaften. Im Tagebau Garzweiler wich zuletzt Lützerath den Baggern im Jahr 2022. Im Westen des Tagebaus Hambach liegt Jülich mit seinem Forschungszentrum und am östlichen Ende sitzen Caleb und Claudia.
Was kommt nach dem Loch?
Viel wird gesprochen vom Strukturwandel in der Region. Nicht ganz so rosig liest sich das Potenzial, wenn man auf die Strukturdaten schaut, aber natürlich gibt es mehr in der Region als Braunkohletagebau und das wird immer mehr.
Nur was wird konkret aus dem Tagebau? Man kann viel lesen über die Rekultivierung am Tagebau Hambach, von RWE, aber auch vom Land und vom BUND. Seen sollen entstehen. In jedem der drei Tagebaue einer. Das sieht dann planerisch in etwa so aus.
Abbildung: https://www.lanuv.nrw.de/umwelt/wasser/grundwasser/folgen-des-braunkohleabbaus/tagebauseen
Wann das so aussehen wird, ist eine gute Frage. Die beste Schätzung für Inden liegt bei etwa 20 Jahren nach Ende des Braunkohleabbaus. Die schlechteste Schätzung für Hambach bei etwa 60 Jahren. Dass es einige Probleme und Herausforderungen gibt bei diesen Plänen, kann man sich unter den Bedingungen der Klimakrise fast denken. Miterleben wird Claudia den Hambacher See wohl eher nicht mehr.
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Apr 29, 2024 • 59min
DK111 - Der Einfluss der Sterne auf das Klima
Und: Nein, es geht nicht um Astrologie!
DK111 - Der Einfluss der Sterne auf das Klima
Und: Nein, es geht nicht um Astrologie!
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In der Folge mit der Schnapszahl geht es um den Einfluss der Sterne auf das Klima. Trotzdem reden wir natürlich nicht über Astrologie, sondern über Himmelsmechanik. Wir diskutieren, wie der Vorbeiflug naher Sterne die Dynamik des Sonnensystems beeinflussen kann; welchen Einfluss die Bewegung des Mars auf das Klima der Erde hat und wieso die Klimakrise die Erforschung der Meteoriten bedroht.
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Climate: The Movie
Der Film Film “Climate: The Movie” ist Quatsch, wie man hier nachlesen kann. Dort wird unter anderem behauptet, dass das Klima nur von der Sonnenaktivität beeinflusst wird. Das ist Unsinn, wir reden aber in dieser Folge dennoch über Astronomie und Klimaforschung.
Der Einfluss der Sterne auf das Klima
Wir wissen, dass die aktuelle Klimakrise menschengemacht ist. Wir wissen ebenso, dass das Klima in der Vergangenheit der Erde durchaus auch von astronomischen Phänomenen bestimmt wird, allerdings auf sehr viel längeren Zeitskalen. Wir können das durch Computersimulationen erforschen, kriegen aber Probleme, wenn wir das mit der Realität abgleichen wollen. Denn die Dynamik des Sonnensystems ist chaotisch und wir können nicht beliebig weit in die Vergangenheit blicken. Wo die Grenzen liegen, hat die Arbeit “Passing Stars as an Important Driver of Paleoclimate and the Solar System's Orbital Evolution” untersucht. Je mehr Störungen im System existieren, desto kürzer ist die Zeit, innerhalb derer wir sinnvolle Aussagen über die Realität machen können. Und, das ist die neue Erkenntnis, wenn wir die Störungen inkludieren, die nahe Sterne auf das Sonnensystem ausüben, dann sinkt dieser Zeitraum auf circa 50 Millionen Jahre.
HD 7977 und das Klima
Der Stern HD 7977 könnte vor circa 2,8 Millionen Jahren in vielleicht nur 4000 AE Abstand an der Sonne vorbeigeflogen sein. In dem Fall wäre die Vorhersagezeit noch kürzer und aufgrund der chaotischen Vorgänge bei so einer nahen Begegnung wäre das auch eine prinzipielle Grenze für Vorhersagen.
Der Einfluss des Mars auf das Klima der Erde
Die Umlaufbahnen der Planeten verändern sich im Laufe der Zeit periodisch. Wenn die Periode der Veränderungen in einem kleinen, ganzzahligen Verhältnis stehen, kann das überproportionale Störungen verursachen. So etwas nennt man “Resonanz” und eine besondere Resonanz ist die “g4-g3-Resonanz” zwischen Mars und Erde. Es geht dabei um die Geschwindigkeit, mit der sich die sonnennächsten Punkte der jeweiligen Umlaufbahnen um die Sonne herum bewegen und die stehen bei Erde und Mars in einer Resonanz. Das führt zu Veränderungen in der Erdbahn und die führt zu einer Veränderung in der Temperatur, die bis zu 1,75 Grad betragen kann. Es dauert aber auch circa 2,4 Millionen Jahre zwischen den Extremen. Dass das auch tatsächlich passiert, hat man jetzt in geologischen Daten zeigen können: “Deep-sea hiatus record reveals orbital pacing by 2.4 Myr eccentricity grand cycles”.
Keine Meteoriten in der Antarktis
Meteoriten sind eine wichtige Informationsquelle und wir finden sie vor allem in der Antarktis. Wenn dort jetzt aber dank der Klimakrise das Eis taut, könnten auch die Meteoriten verloren gehen, wie eine aktuelle Arbeit festgestellt hat: “Antarctic meteorites threatened by climate warming”.
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Apr 15, 2024 • 1h 22min
DK110 - Queer sein in der Klimakrise: Betroffenheit trifft Aktivismus
Und: Wieso wir mehr Sichtbarkeit und Gehör für queere Lebensrealitäten und Menschen brauchen
DK110 - Queer sein in der Klimakrise: Betroffenheit trifft Aktivismus
Und: Wieso wir mehr Sichtbarkeit und Gehör für queere Lebensrealitäten und Menschen brauchen
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Die Klimakrise betrifft uns alle und sie betrifft uns alle unterschiedlich. Wie sich die Klimakrise auf queere Menschen auswirkt und warum wir mehr Sichtbarkeit für die Lebensrealitäten der LGBTQIA+ Community brauchen, um ihrer besonderen Betroffenheit entgegenzuwirken, ist Gegenstand von Forschung und ein besonderes Anliegen von Claudia. Letztlich läuft es darauf hinaus, dass queere Menschen aktiv in die Lösungsfindung einbezogen werden müssen - außerhalb und innerhalb der Wissenschaft. Die Forschung zeigt auch, dass queere Menschen eine besondere Rolle im Klimaaktivismus spielen können. Ihre Stimmen zu verstärken ist also nicht nur im Interesse der Menschlichkeit, sondern auch im Interesse des Klimas.
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Was bedeutet queer?
Wir sprechen von queeren Menschen und meinen damit die Mitgliedern der LGBTQIA+ Community, auch wenn diese Gleichsetzung nicht unkontrovers ist, denn der Begriff queer ist durchaus politisch. Es geht genauer gesagt um Menschen, deren Geschlechtsidentität nicht-cis ist, also auch um Menschen deren Geschlechtsidentität jenseits, außerhalb oder zwischen dem oft als binär dargestellten Bild männlich und weiblich liegt, und/oder um Menschen deren romantische und/oder sexuelle Orientierung nicht-hetero und/oder nicht-allo ist.
Queere Lebensrealitäten werden im IPCC-Bericht nur an sehr wenigen Stellen erwähnt und das meist, wenn es um deren besondere Betroffenheit von den Folgen der Klimakrise geht. Claudia, die selbst queer ist, beleuchtet queer sein in der Klimakrise daher genauer und will es nicht bei bei den negativen Auswirkungen beruhen lassen, denn queere Menschen können viel tun im Klimaaktivismus, wenn man sie denn willkommen heißt, lässt und fördert.
Klimakrise und Diskriminierung
Noch 2022 wurde im Artikel Out and Proud in the Field: Eco-Queers for Climate Adaptation festgehalten, dass die LGBTQIA+ Community in wissenschaftlichen und politischen Veröffentlichungen wie UN-Berichten nur am Rande erwähnt wird, was auf die Anfälligkeit und Verwundbarkeit dieser Bevölkerungsgruppen hinweist. Claudia konnte das von den IPCC nochmal bestätigen. Auch Queer and present danger: Understanding the disparate impacts of disasters on LGBTQ+ communities stellt fest, dass unter anderem aufgrund von noch immer vorhandener alltäglicher gesellschaftlicher Diskriminierung, queere Menschen in Katastrophenfällen aber auch unter sich langsam verschärfenden Bedingungen, stärker von den Folgen der Klimakrise betroffen sein werden. Die Betroffenheit kann dabei innerhalb der Community sehr unterschiedlich aussehen.
Bestehende Diskriminierungen abzuschaffen und Verständnis für queere Beziehungen, Familien, Identitäten und Bedürfnisse herzustellen, sind daher von hoher Priorität. Wer noch nie vom Konzept der “Chosen Family” gehört hat und nicht weiß, wie zentral diese Struktur im Leben queerer Menschen sein kann, schafft auch keine Anerkennung dafür in Notfallplänen. Wer nicht weiß, welche bürokratischen Prozesse hinter einer Transition stecken, wird nicht wissen, wie mit einem Ergänzungsausweis oder unterschiedlichen Identitäten auf unterschiedlichen Dokumenten umzugehen ist. Besonders brisant wird es, wenn die Notfallversorgung im Katastrophenfall zu nicht zu vernachlässigbaren Teilen durch Organisationen mit religiösem Bezug erbracht wird. Es gibt jedoch einiges, was getan werden kann, um die Lage zu verbessern. Auch hierzu wurde schon einiges geschrieben. Es muss aber auch endlich etwas getan werden.
Verschenktes Potenzial und queere Aktivismus-Expertise
Im Artikel Have We Left Behind the Rainbow Warriors? The Climate Emergency and Its Impact on Global Queer People and Their Communities wird beschrieben, dass Klimabewegungen eine bedeutende Anzahl queerer Mitglieder aufweisen und es dennoch eine Entkopplung zwischen klimapolitischen und queerpolitischen Bewegungen gibt. Das verwundert und wirft die Frage auf, ob und wie das verändert werden kann. Queere Menschen haben eine klare Einstellung zur Klimakrise, wie Queering Climate Change: Exploring the Influence of LGBTQ+ Identity on Climate Change Belief and Risk Perceptions herauasgefunden hat. Das Potenzial darf man nicht verschenken.
Auch in der Forschung ist bei der Einbindung queerer Perspektiven noch Luft nach oben. So beschreibt Have Rainbow, Will Collect Data: How Citizen and Community Science Engages Queer Volunteers wie die Einbindung queerer Menschen im Kontext von Citizen Science funktionieren kann. There is no climate justice without LGBTQIA+ liberation fast schließlich zusammen, was getan werden kann, um Klimabewegungen, aber auch Forschung, zu einem Safer Space für die LGBTQIA+ Community zu machen.
Claudia schließt mit einem Zitat von Jessie Oehrlein. Sie ist Assistenzprofessorin für Mathematik an der Fitchburg State University (MA, USA): “It’s easy to think of ace and aro identities as being about absence or lack of certain kinds of attraction […], but it’s been helpful for me to think with other aces and aros about joy and what kinds of relationships, communities and worlds we imagine and could work for. And that’s where I see the most integration of my queerness into my academic identities. It’s a joy to be in a framework and community that recognizes that important relationships can exist in many forms, whether or not that matches expectations or labels.” Auch queere Forschende brauchen mehr Sichtbarkeit und mehr Gehör. Nur so können wir gemeinsam die Klimakrise und ihre Folgen für alle abmildern.
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Florian könnt ihr in seinem Podcast “Sternengeschichten” zuhören, zum Beispiel hier: https://sternengeschichten.podigee.io/ oder bei Spotify - und überall sonst wo es Podcasts gibt. Außerdem ist er auch noch regelmäßig im Science Busters Podcast und bei WRINT Wissenschaft”-Podcast zu hören (den es ebenfalls bei Spotify gibt). Mit der Astronomin Ruth Grützbauch veröffentlicht er den Podcast “Das Universum”.
Claudia forscht und lehrt an der TH Köln rund um Wissenschaftskommunikation und Bibliotheken und plaudert im Twitch-Stream “Forschungstrom” ab und an über Wissenschaft.
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Apr 1, 2024 • 57min
DK109 - 671 tolle Dinge die man gegen die Klimakrise unternehmen kann
Und: Warum wir uns öfter erzählen müssen, das wir in der Mehrheit sind
DK109 - 671 tolle Dinge die man gegen die Klimakrise unternehmen kann
Und: Warum wir uns öfter erzählen müssen, das wir in der Mehrheit sind
"Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lasen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung.
Es gibt jede Menge Dinge, die man gegen die Klimakrise unternehmen kann. Über tausend solcher Maßnahmen hat die Wissenschaft untersucht und kommt zu dem Ergebnis: Die meisten davon sind enorm hilfreich, wenn man sie denn umsetzt. Und die Politik kann sich nicht mal auf mangelnde Unterstützung aus der Bevölkerung ausreden. Denn eine weitere aktuelle Studie zeigt: Für fast alle Maßnahmen gibt es Rückhalt aus und Mehrheiten in der Gesellschaft (bis auf die Sache mit dem Tempolimit…)
Wer den Podcast unterstützen will, kann das gerne tun: https://steadyhq.com/de/dasklima/ und https://www.paypal.me/florianfreistetter.
Der Nationale Energie- und Klimaplan
Österreich hat einen Nationalen Energie- und Klimaplan (NEKP) in dem drin steht, was man tun will, um die Klimaziele der EU zu erreichen. Das Problem: Der Plan wurde erstens nicht bei der EU eingereicht, weil die ÖVP etwas dagegen hat. Und zweitens reichen die Maßnahmen im Plan nicht aus. Deswegen konnten alle die das wollten, den Plan kommentieren und zusätzliche Maßnahmen vorschlagen. Diese Vorschläge hat die Wissenschaft nun ausgewertet und den Bericht “Nationaler Energie- und Klimaplan (NEKP) für Österreich - Wissenschaftliche Bewertung der in der Konsultation 2023 vorgeschlagenen Maßnahmen”.
In einer großen Tabelle kann man sich alle Vorschläge ansehen und im Bericht erfährt man dann, was davon sinnvoll ist und was nicht.
Die Pressekonferenz des CCCA dazu kann man hier ansehen.
Und hier ist der Artikel über die Windkraftabstimmung im Waldviertel.
Wer will Klimaschutz?
Die Behauptung, dass die Bevölkerung keinen Klimaschutz will, ist falsch. Auch das wurde untersucht und die Ergebnisse kann man im Bericht “Erste Einblicke in die Ergebnisse Gesellschaftliche Akzeptanz von Klimaschutzmaßnahmen” nachlesen. So gut wie alle Maßnahmen haben eine Mehrheit in der Gesellschaft. Bis auf Tempolimit und Verbrennerverbot, aber das wird schon noch.
Das gilt übrigens auch für andere Länder in Europa.
Die pluralistische Ignoranz
In einem lesenswerten Interview erklärt der Verhaltensökonom Armin Falk, dass es eine große Bereitschaft für mehr Klimaschutz gibt. Aber die Mehrheit, die dafür ist, denkt, sie wäre in der Minderheit. Und deswegen müssen wir uns darüber klar werden, dass wir tatsächlich die Mehrheit sind, wenn wir mehr Verhaltenswirksamkeit wollen!
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Mar 18, 2024 • 1h 15min
DK108 - Schlechte Nachrichten: Sehr viel Erwärmung in der Warteschleife
Und: James Hansen regt sich auf!
DK108 - Schlechte Nachrichten: Sehr viel Erwärmung in der Warteschleife
Und: James Hansen regt sich auf!
"Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lasen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung.
In Folge 108 gibt es schlechte Neuigkeiten. Claudia hat sich eine Arbeit von James Hansen und Kolleg:innen angesehen, die herausgefunden haben, dass die Klimasensitivität bis jetzt unter Umständen zu konservativ berechnet wurde. Soll heißen: Es könnte in Zukunft sehr viel heißer werden, als wir bisher gedacht haben. Außerdem geht es um das Kippen der AMOC und über die seltsamen persönlichen Streitigkeiten, die Hansen in seinem Fachartikel aufarbeitet.
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Schlechte Nachrichten
Es ist nicht überraschend, dass es schlechte Nachrichten gibt, wenn es um die Klimakrise geht. Aber derzeit häufen sie sich ein wenig, wie man auch bei Lars Fischer nachlesen kann.
Global Warming in der Warteschleife
Der berühmte Klimaforscher James Hansen hat mit Kolleg:innen eine Arbeit geschrieben: “Global warming in the pipeline”. Die Thematik ist sehr komplex, die Resultate sind aber alarmierend. Anscheinend wurde die Klimasensitivität bisher unterschätzt. Das bedeutet: Es könnte in Zukunft NOCH wärmer werden, als wir bisher gedacht haben. Tja.
AMOC kippt
Auch nicht gut: Es gibt Hinweise, dass die Meeresströmung zu der auch der Golfstrom gehört, dabei ist zu kippen. Das zeigt eine neue Arbeit: “Physics-based early warning signal shows that AMOC is on tipping course”, die sich reale Vorwarnsignale angesehen hat. Was das bedeutet hat Stefan Rahmstorf sehr gut erklärt.
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