ÄrzteTag

Ärzte Zeitung
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Jul 16, 2020 • 26min

Vermischen sich im Herbst die Corona-Pandemie und die Grippewelle?

Ein Blick in die Glaskugel Die Südhalbkugel ist gerade ein Schaukasten für uns: Während wir noch zumeist warme Sommertage genießen, herrscht auf der anderen Hemisphäre bereits Winter – Einige fürchten das Zusammentreffen der Coronavirus-Pandemie mit einer Influenzawelle zu einem perfekten Sturm, wie man im Englischen sagt. Gemeinsam DEGAM-Vizepräsidentin Prof. Eva Hummers, auch Direktorin des Instituts für Allgemeinmedizin der Universitätsmedizin Göttingen, klären wir, warum Viren gern fliegen und Straßenbahn fahren, welche die Schwächen der Grippeimpfung sind und ob es einen Appell an Ärzte braucht, sich selbst impfen zu lassen. Außerdem erzählt Hummers, warum es keinen Königsweg bei Praxismanagement in Pandemiezeiten gibt. Trotzdem: ein Recall kann für Praxen sinnvoll sein. Die große Fantasie und Flexibilität, die Ärzte im Frühjahr gezeigt haben, sei ein großer Pluspunkt hierzulande gewesen, um recht glimpflich bisher durch die Pandemie gekommen zu sein, so die DEGAM-Vizechefin. Und: Das vor Ort organisieren funktioniert in Deutschland.
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Jul 15, 2020 • 27min

Virologe zum Streit über Corona-Maßnahmen: „Das ist Kindergartenniveau!“

Jonas Schmidt-Chanasit vom Bernhard-Nocht-Institut in Hamburg Deutschland hat in der Corona-Krise vieles richtig gemacht, sagt der Virologe Professor Jonas Schmidt-Chanasit. Besonders beeindruckt den Forscher vom Hamburger Bernhard-Nocht-Institut, das Vertrauen der Bürger in die Wissenschaft: „Ich fand das einfach toll, dass so viele Menschen der Wissenschaft vertraut haben“, sagt er in dieser „ÄrzteTag“-Episode. Er warnt aber, dass das Bild kippen könnte. Denn im Moment werde über die Corona-Maßnahmen auf „Kindergartenniveau“ gestrichen, finde eine Lagerbildung statt. „Diese Spaltung ist hoch problematisch.“ Und selbst er als Virologe sagt: „Der alleinige Blick durch die virologisch-epidemiologische Brille war von Anfang an falsch.“ Mehr und mehr würden jetzt die Nebenwirkungen des Lockdowns sichtbar, die „für viele dramatisch spürbar sind“. Es brauche einen „ganzheitlichen“ Blick. Auch die Grundrechte dürften nicht so einfach unter die Räder kommen. Statt nur auf einzelne Forscher zu hören oder mit ihnen prominent in der Öffentlichkeit aufzutreten, sollte künftig ein diverses Expertengremium die Politik beraten, fordert er. Dort sollten aus seiner Sicht auch andere Experten, auch Pädagogen beispielsweise eingebunden sein. An der Rolle der Leopoldina in dieser Krise, der nationalen Akademie der Wissenschaften, lässt er kein gutes Haar: „Das war sehr eingeengt, die Zusammensetzung war alles andere als ausgewogen.“ Und auch an dem SPD-Politiker Karl Lauterbach äußert er Kritik – und wirft ihm „ganz klar eine Falschbehauptung“ vor.
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Jul 14, 2020 • 14min

Wie sich nach Corona das Medizinstudium ändern könnte

Im Gespräch mit Christian Wolfram vom Hartmannbund In der Corona-Pandemie war auch für die Medizinstudierenden in Deutschland vieles anders. In manchen Unikliniken war Lehre am Krankenbett tabu, in anderen Regionen hingegen wurden die angehenden Mediziner dankend als helfende Hände eingebunden. In der „ÄrzteTag“-Episode reden wir mit Christian Wolfram über das „Corona-Sommersemester“. Der Student der Humanmedizin an der Uni Leipzig ist Vorsitzender des Ausschusses Medizinstudierende im Hartmannbund. Je nach Fakultät haben seine Kommilitonen ganz unterschiedliche Erfahrungen gemacht, sagt er. Für ihn ist aber klar: Nach Corona muss sich das Medizinstudium ändern. Nicht nur digitaler muss es werden. Was sich aus seiner und der Sicht seiner Kommilitonen ändern muss, das erzählt im „ÄrzteTag“.
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Jul 13, 2020 • 18min

"60 Prozent brauchen die Corona-App" – Wie aussagekräftig ist dieser Wert?

Die Statistikerin Katharina Schüller über die Grenzen von Modellen Etwa 60 Prozent aller Smartphone-Nutzer müssten die Corona-Warn-App einsetzen, dann bekämen wir die Pandemie in den Griff. Diese Zahl wird oft kolportiert, nur stimmt dieser Grenzwert auch? Darüber reden wir in dieser "ÄrzteTag"-Episode mit der Münchner Statistikerin Katharina Schüller. Sie ist Mitautorin der "Unstatistik des Monats" und hat sich jüngst auch mit der Entstehung dieses Grenzwertes auseinandergesetzt. Und welche Aussagekraft haben Modellierungen überhaupt? Katharina Schüller hat im Gespräch eine Checkliste zum kritischen Lesen von Studien. Und sie hat vier Fragen formuliert, die jeder Datenforscher sich vor einer Studie stellen sollte. Bei der Interpretation aber, bei den maßgeblichen Entscheidungskriterien, "da kann mir keine Statistik der Welt helfen", sagt sie.
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Jul 10, 2020 • 11min

Warum wirbt die zweitgrößte Krankenkasse nicht mehr auf Facebook, Herr Bock?

Barmer-Marketingchef Christian Bock über Solidarität und Rassismus Die Barmer, Deutschlands zweitgrößte gesetzliche Krankenkasse, hat die komplette Werbung auf Facebook und Instagram gestoppt. Der Marketingchef der Kasse, Christian Bock, erklärt in dieser Episode vom "ÄrzteTag", warum die BARMER sich dazu entschieden hat. Und was das mit Rassismus, "Fake News", Mobbing und Hassbotschaften zu tun hat. Er redet darüber, warum Solidarität als Grundfeste einer Krankenkasse diesen Schritt geradezu geboten hat. Und an welcher Stelle die Kasse wiederum politisch neutral bleiben muss.
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Jul 9, 2020 • 31min

„Wir müssen die Kindermedizin vom Primat der Ökonomie befreien!“

DGKJ-Vorstand Professor Dominik Schneider über Schalke 04 und seine Kinderklinik Die Kinder- und Jugendmedizin in Deutschland leidet: Viele Krankenhäuser sind baufällig, die Abteilungen halten sich oft nur mit Spenden über Wasser. Wegen der komplexen Fälle ist das Fach für die Kliniken ein Defizitgeschäft, die DRG-Erlöse sind nicht kostendeckend. Und immer wieder müssen Häuser wegen eines Mangels an spezialisierten Pflegekräften Betten blockieren – was zu bedrohlichen Engpässen führen kann. In dieser "ÄrzteTag"-Episode reden wir mit Professor Dominik Schneider über die Krise der Kinder- und Jugendmedizin. Der Direktor der Direktor der Kinderklinik am Klinikum Dortmund ist auch im Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin. Er sagt, dass er Fan von Borussia Dortmund ist, erklärt uns, was seine baufällige Klinik mit der Bürgschaft für Schalke 04 zu tun hat. Und wir reden darüber, warum er die DRG abzuschaffen für "nicht zielführend" hält. Foto: privat
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Jul 8, 2020 • 32min

"Söders Corona-Testkonzept ist kein Konzept!"

Der Münchner Hausarzt Dr. Hannes Blankenfeld über Massentests und Schutzmasken In Bayern soll sich jeder auf eine Coronavirus-Infektion testen lassen dürfen – auf Kosten des Steuerzahlers. So hat es jüngst die Landesregierung beschlossen. Die Tests soll die KV gewährleisten, doch just hat sie mangels Auslastung Testzentren geschlossen. Nun müssen die niedergelassenen Hausärzte ran. Angeblich haben die mit den Tests keinen Aufwand. "Da kann ich nur lachen!", sagt Dr. Hannes Blankenfeld in dieser "ÄrzteTag"-Episode. Denn das kommt zum Praxisalltag noch hinzu. Und wenn es durch viele Sommerurlaube wieder neue Cluster gibt, würden die Praxen mit Menschen überflutet, die sich testen lassen wollen. "Söders Testskonzept ist kein Konzept", sagt er. Warum? Das erzählt er im "ÄrzteTag" – und schlägt Alternativen vor. Gemeinsam mit anderen Kollegen hat Blankenfeld sich an Politiker im Freistaat gewandt und eine Petition gestartet. Sie fordern: "Redet mit uns!" Foto: Hannes Blankenfeld
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Jul 7, 2020 • 14min

Herzinfarkt im Corona-Lockdown: "Die Patienten sind sehr spät ins Krankenhaus gekommen"

Der Kardiologe Professor Armin Imhof über eine Studie am Uniklinikum Ulm In der Zeit des Corona-Lockdowns ab Mitte März ist die Zahl der Krankenhauseinweisungen deutlich gesunken. Diese Befunde etwa des Wissenschaftlichen Instituts der Ortskrankenkassen (WIdO) hat auch eine Forschergruppe aus Ulm um den Kardiologen Professor Armin Imhof erhärtet. In den 31 Tagen nach dem 21. März wurden an der dortigen Notaufnahme und Intensivmedizin 22 Prozent weniger Patienten mit akuten Herz-Kreislauf-Erkrankungen behandelt, als in vergleichbaren Vorjahreszeiträumen (Clin Res Cardiol 2020; online 3. Juni). Besonders auffällig bei den Patienten mit akutem Koronarsyndrom (ACS) war der Rückgang beim Nicht-ST-Hebungsinfarkt (NSTEMI). Unterschiede gab es auch anamnestisch: So hatten während Corona mehr als doppelt so viele Patienten eine TIA oder einen Schlaganfall in der Vorgeschichte der diastolische Blutdruck war im Mittel höher (85 vs. 77 mmHg). Bei STEMI-Patienten fanden die Ulmer Ärzte deutliche Unterschiede bei den Plasmakonzentrationen von Troponin T und der Kreatininkinase. Das Troponin war im Mittel signifikant sogar mehr als dreimal höher als im Vergleichszeitraum. In dieser "ÄrzteTag"-Episode sprechen wir mit Armin Imhof über die möglichen Ursachen dieser Unterschiede und ihre klinische Bedeutung. Foto: Uniklinikum Ulm
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Jul 6, 2020 • 17min

Mit der Luftwaffe gegen das Coronavirus?

Wo und wie die Bundeswehr in der Pandemie hilft In Zusammenhang mit der Eindämmung der Corona-Pandemie ist auch die Bundeswehr im Einsatz. So sieht man neuerdings bei Pressekonferenzen zu aktuellen SARS-CoV-2-Hotspots immer mal wieder einen Bundeswehrangehörigen mit auf dem Podium. Und sie ist nicht nur in Krisenregionen mit COVID-19-Ausbrüchen aktiv. Sie taucht mitunter auch an Stellen auf, an denen man eigentlich nicht direkt an sie denken würde. Im Podcast-Gespräch erzählt Generalstabsarzt Dr. Stephan Schoeps, stellvertretender Inspekteur des Sanitätsdienstes der Bundeswehr, wie die Bundeswehr ihre Aufgaben in der Corona-Krise versteht und wo sie bislang bereits aktiv geworden ist.
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Jul 3, 2020 • 13min

Studenten in psychischer Not

Was psychotherapeutische Beratungsstellen an der Uni leisten Berufsgruppen wie Ärzte und Pfleger haben während der Corona-Krise besondere Aufmerksamkeit erhalten, ebenso Familien mit Klein- und Schulkindern im Heimarbeitsstress, Senioren in Pflegeheimen, die vereinsamt sind, weil kein Besuch möglich war. Vergleichsweise wenig an die Öffentlichkeit gedrungen sind hingegen die Sorgen und Nöte der Studierenden. Dabei ist für viele nicht nur einfach der normale Unibetrieb weggebrochen, wichtige Auslandsaufenhalte konnten nicht stattfinden oder Prüfungen. Auch finanziell waren der Lockdown sowie die anhaltende Kurzarbeit in vielen Branchen für sie häufig ein Fiasko. Denn als Aushilfskräfte waren sie meist als erste ihren Job los, der ihnen das Studium oft erst finanziert. Hat sich das auch vielleicht bei den psychotherapeutischen Beratungsstellen der Universitäten bemerkbar gemacht? Darüber berichtet im Podcast Dr. Jana Gutermann, Psychotherapeutin und Leiterin der psychotherapeutischen Beratungsstelle an der Goethe-Universität in Frankfurt.

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