

ÄrzteTag
Ärzte Zeitung
ÄrzteTag - der Podcast der "Ärzte Zeitung". Wir blicken kommentierend und persönlich auf den Tag, wichtige Ereignisse und Meilensteine. Wir laden Gäste ein, mit denen wir über aktuelle Ereignisse aus Medizin, Gesundheitspolitik, Versorgungsforschung und dem ärztlichen Berufsalltag reden.
Episodes
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Aug 6, 2020 • 39min
„Das atomare Wettrüsten hat längst wieder begonnen!“
Der IPPNW-Vorsitzende Dr. Alex Rosen zum 75. Jahrestag Hiroshima
„Wir sind in einer gefährlichen Situation“, sagt der IPPNW-Vorsitzende und Kinderarzt Dr. Alex Rosen. 75 Jahre nach den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki sei die Gefahr für einen Atomkrieg nicht geringer geworden. Im Gegenteil: Denn weltweit gibt es Konflikte, an denen Atomwaffenstaaten beteiligt sind. Rosen sorgt sich, dass die mühsam mit dem Kalten Krieg aufgebaute Sicherheitsarchitektur „leichtfertig auf dem Müllhaufen der Geschichte landet“.
„Es gibt neun Staaten auf der Welt, die mit dem Leben auf diesem Planeten spielen“, sagt der Pädiater, der die Kindernotaufnahme an der Berliner Charité leitet, in dieser „ÄrzteTag“-Episode. „Unter dem Deckmantel der Modernisierung“ finde die weltweite Aufrüstung statt.
Obwohl Deutschland selbst keine Atomwaffen besitzt, macht sich die Bundesregierung für ihn „nicht nur mitschuldig, sondern begeht auch Vertragsbruch“. Denn in Büchel in der Eifel sind nach wie vor US-Atombomben stationiert. Die duldet die Bundesregierung nicht nur, deutsche Soldaten üben auch den Abwurf dieser Bomben.
„Der Atomwaffensperrvertrag ist zahnlos“, resümiert Rosen, „weil die Atomwaffenstaaten sich nicht an die vereinbarte Abrüstung halten“. Deswegen brauche es den Atomwaffenverbotsvertrag. Wie die IPPNW, die ICAN und andere damit Atomwaffen aus der Welt schaffen wollen, all das erzählt er im „ÄrzteTag“. Und was die Rentenkassen damit zu tun haben. Und ob und ab wann die IPPNW die Bundesregierung verklagen will.
Foto: Dr. Helmut Lohrer / IPPNW

Aug 4, 2020 • 19min
Wie Schwangeren zum Rauchstopp verholfen werden kann
Die Ökonomin Professor Katja Görlitz im Gespräch
Schwangerschaft ist ein ideales Mittel, um mit dem Rauchen aufzuhören. Das hat jüngst die Ökonomin Professor Katja Görlitz mit einem Kollegen anhand einer Auswertung der SOEP-Daten herausgefunden. Im zweiten Drittel der Schwangerschaft haben danach rund 75 Prozent der rauchenden Schwangeren den Glimmstängel weggelegt. Entscheidend war was erste Kind. Und der Effekt hält viele Jahre an, wie die Forscher zeigen konnten.
Wie lassen sich mit diesen Ergebnissen noch mehr werdende Mütter zum Rauchstopp ermutigen? Was können zum Beispiel Frauenärzte aus dieser Studie mitnehmen? Und wie könnten sich auch die werdenden Väter ermuntern lassen, das Rauchen aufzugeben? Darüber sprechen wir in dieser "ÄrzteTag"-Episode mit der Studienautorin Katja Görlitz, die an der Hochschule der Bundesagentur für Arbeit in Mannheim unterrichtet.
Foto: privat

Jul 31, 2020 • 26min
Wie Corona das Ketoazidose-Problem verschlimmert hat
PD Dr. Clemens Kamrath vom Uniklinikum Gießen über Kinder mit Typ-1-Diabetes
Zwischen Mitte März und Mitte Mai ist bundesweit bei 44 Prozent der Kinder und Jugendlichen mit einer Typ-1-Diabetes-Neumanifestation eine Ketoazidose aufgetreten. Das hat ein Forscherteam um den Kinder-Diabetologen Privatdozent Clemens Kamrath von der Uniklinik Gießen herausgefunden (JAMA 2020; online 20. Juli). Das ist fast doppelt so häufig gewesen wie in den Vergleichszeiträumen in den beiden Jahren zuvor.
In dieser „ÄrzteTag“-Episode sprechen wir mit dem stellvertretenden geschäftsführenden Oberarzt von der Abteilung für Allgemeine Pädiatrie und Neonatologie über die Ursachen und Folgen. Außerdem versuchen wir, Lehren für künftige Lockdowns zu ziehen. Und Kamrath erzählt, wie er mit Tele- und Video-Sprechstunde umgehen würde.
Foto: Lena Steinmüller

Jul 29, 2020 • 32min
„Amtsärzte und das KV-System sind der ganz entscheidende Faktor!“
Professor Reinhard Busse zur großen deutschen COVID-19-Studie
Jeder zweite in Deutschland stationär behandelte und beatmete COVID-19-Patient ist gestorben. Das hat eine Autorengruppe in der ersten großen deutschen Studie mit über 10.000 Krankenhauspatienten ermittelt. Sie decken mit ihrer Analyse repräsentativ ein Drittel aller stationären Corona-Fälle hierzulande ab.
Die Ergebnisse könnten Gesundheitspolitikern helfen, die Versorgung für eine künftige Pandemie oder eine zweite Corona-Welle zu planen, sagt Professor Reinhard Busse von der TU Berlin in dieser "ÄrzteTag"-Episode.
Mit dem Letztautor der Studie und Gesundheitsökonomen sprechen wir über die Konsequenzen der Daten. Wir sprechen darüber, ob unsere Intensivbetten und Klinikkapazitäten ausreichen für einen Anstieg der Fallzahlen. Und wir überlegen, warum Deutschland bislang in der Corona-Pandemie so viel besser abgeschnitten hat als zahlreiche andere Länder.
Foto: Fotostand / Suhr / picture alliance

Jul 24, 2020 • 17min
Darum fällt die Sommerpause dieses Jahr aus
Ein Rückblick auf sechs Monate Corona, den ÄrzteTag – und ein Ausblick
Seit über sieben Monaten gibt es die „Ärzte Zeitung“ auch zu hören – im „ÄrzteTag“-Podcast. In bereits 153 Episoden haben wir mit zig Gästen über Aktuelles und Themen der Zeit gesprochen. Etwa mit Josef Schuster, Eckhard Nagel, Monika Kellerer, Axel Rahmel, Urban Wiesing, Katharina Schüller, Generalstabsarzt Stephan Schoeps. Auch Susanne Johna war zu Gast, Doris Pfeiffer, Peter Bobbert, Jörg Debatin, Jens Spahn, Andrew Ullmann, Ferdinand Gerlach oder Gerda Hasselfeldt. Aber auch Personen wie der Architekt Stephan Schütz und Ärzte direkt aus der Versorgung, wie zuletzt der Ingolstädter Hausarzt Anton Böhm.
Zeit für eine kleine dreiwöchige Sommerpause und einer „Verschnaufpause“ für die Ohren der Hörerinnen und Hörer und die Stimmen unserer Gäste: Vom 27. Juli bis 16. August gehen wir nur sporadisch auf Sendung. Aber fest steht jetzt schon: Es wird in dieser Zeit einige Highlight-Episoden geben.
In dieser Sommerausgabe reden Chefredakteur Wolfgang van den Bergh und Nachrichtenchef Denis Nößler über sechs Corona-Monate und den Ausblick ins gesundheitspolitische Geschehen der kommenden Wochen und Monate.
Foto: picture alliance / M.i.S.-Sportpressefoto

Jul 23, 2020 • 9min
Die Triage und das Strafrecht
Elisa Hoven, Professorin für Strafrecht, erläutert die strafrechtliche Situation rund um die Triage
Es ist keine angenehme Vorstellung für Ärzte, aber in Zeiten der Coronavirus-Pandemie durchaus denkbar: Es gibt nur noch einen Beatmungsplatz, aber zwei COVID-19-Patienten, die diesen benötigen. Wie sollen Ärzte nun entscheiden?
In dieser Episode des "ÄrzteTag"-Podcasts erläutert Elisa Hoven, Professorin für Strafrecht an der Universität Leipzig, die strafrechtliche Situation rund um die Triage. Außerdem spricht sie über den Tatbestand Tötung durch Unterlassen, und wie sich aus rechtlicher Perspektive die Situation verändert, wenn bereits der Beatmungsplatz belegt ist, aber ein neuer Patient behandelt werden soll.

Jul 22, 2020 • 23min
Wie kann Homeoffice Ärzte entlasten, DAK-Chef Storm?
Andreas Storm über die positiven Effekte von Homeoffice – und die Tele-AU
In der Corona-Krise hat nicht nur die Digitalisierung einen Boom erlebt, auch aufs Homeoffice gab es – aus Gründen – einen regelrechten Run. Die DAK-Gesundheit hat mit zwei repräsentativen Umfragen untersuchen lassen, wie sich die Einstellung der Bürger während Corona geändert hat. Fazit: Die Menschen lieben Homeoffice und sehen mehr Vor- als Nachteile. Sie fühlen sich weniger gestresst, produktiver, und sie loben die bessere Work-Life-Balance.
Was bedeutet das für die Gesundheitsprävention, die Betriebsmedizin und das betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM), wenn Homeoffice künftig einen größeren Stellenwert einnehmen wird? Darüber sprechen wir in dieser „ÄrzteTag“-Episode mit DAK-Chef Andreas Storm.
Und wir reden darüber, wie auch Ärzte und Pflegeberufe von den Vorteilen von Homeoffice und der Digitalisierung profitieren können.
Foto: Christoph Soeder / dpa

Jul 21, 2020 • 16min
Warum ab 60 die Schmerzen anders werden
Schmerz und Geriatrie im Fokus des Deutschen Schmerzkongresses
Schmerz ist eines der häufigsten geriatrischen Syndrome und dennoch wird es bei Patienten ab etwa 60 Jahren zunehmend schwierig mit der richtigen Diagnose. Daher steht dieses Thema neben dem Aspekt der individualisierte Therapie in diesem Jahr prominent auf der Agenda des Deutschen Schmerz- und Palliativtags. Dieser findet zwar in diesem Jahr komplett online statt – so wie viele andere Kongresse aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie auch. Das hat aber durchaus auch seine Vorteile, wie Dr. Johannes Horlemann, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin (DGS) und Leiter des Regionalen Schmerzzentrums Kevelaer im Gespräch erläutert. Dabei erzählt er außerdem, worauf es ihm bei der Therapie von älteren Patienten ankommt und wann bestimmte Analgetika trotz einer möglichen Erhöhung des Sturzrisikos durchaus Sinn machen können.

Jul 20, 2020 • 10min
Warum sollte jeder Urlauber in Quarantäne, Herr Böhm?
Dr. Anton Böhm, Allgemeinmediziner aus Ingolstadt, über Reiserückkehrer
Der Ingolstädter Hausarzt Dr. Anton Böhm warnt vor einer zweiten Corona-Welle durch Urlaubsheimkehrer. Er bezeichnet das Testen direkt nach der Ankunft im Heimatland als "Augenauswischerei". Denn ein Infizierter kann noch asymptomatisch sein. Der PCR-Test auf SARS-CoV-2 würde dann falsch-negativ ausfallen.
In einem offenen Brief an Bayern Ministerpräsidenten Markus Söder verlangt der Allgemeinmediziner, der auch Stadtrat ist, "dass alle Rückkehrer aus dem Urlaub oder arbeitsbedingtem Auslandsaufenthalt" mindestens fünf Tage in Quarantäne gehen. Erst danach sollte auf das Coronavirus getestet werden.
Böhm sagt: "Wir in unserem Hausarztzentrum in Ingolstadt werden uns ab sofort weigern, bei Irgendjemandem vor dem fünften Tag nach Verlassen des Risikogebiets eine solche nahezu sinnlose Untersuchung durchzuführen, geschweige denn zu bestätigen."

Jul 17, 2020 • 14min
Wie sieht die ärztliche Fortbildung nach Corona aus, Herr Mühlenfeld?
Der Bremer Hausarzt und IHF-Vorsitzende über Kompetenzen, Hotelrechnungen und Bars
Über 100 Fortbildungen für Ärzte und Medizinische Fachangestellte (MFA) veranstaltet das IHF, das Institut für hausärztliche Fortbildung im Deutschen Hausärzteverband, jedes Jahr. Doch im März kam der Lockdown und zig Präsenztermine mussten ausfallen.
In dieser Episode sprechen wir mit dem IHF-Vorsitzenden und Bremer Hausarzt Dr. Hans-Michael Mühlenfeld über die Stornokosten der Tagungshotels, über den schnellen Umstieg auf virtuelle, digitale Fortbildungsformate und darüber, wie sich die Akzeptanz gewandelt hat.
Wir reden auch über die practica, den großen Fortbildungskongress, der Ende Oktober in Bad Orb stattfinden soll. Wie werden die Teilnehmer dort geschützt? Und wird es das traditionelle berufspolitische Oktoberfest und die lauschigen Abende an der Bar geben können?


