

ÄrzteTag
Ärzte Zeitung
ÄrzteTag - der Podcast der "Ärzte Zeitung". Wir blicken kommentierend und persönlich auf den Tag, wichtige Ereignisse und Meilensteine. Wir laden Gäste ein, mit denen wir über aktuelle Ereignisse aus Medizin, Gesundheitspolitik, Versorgungsforschung und dem ärztlichen Berufsalltag reden.
Episodes
Mentioned books

Aug 27, 2020 • 12min
Was tun, wenn Ärzte die Maskenpflicht unterlaufen, Dr. Pinkowski?
Blankoatteste aus dem Internet
Im Zuge der steigenden Zahlen an nachgewiesenen Infektionen mit dem SARS-CoV-2-Virus hat sich in den letzten Tagen auch die politische Debatte um die Maskenpflicht deutlich verschärft. Gleichzeitig, so scheint es, wächst die Ablehnung unter Maskengegnern, zu denen durchaus auch einige Ärzte zählen. Zuletzt fielen in diesem Zusammenhang polizeilichen Warnungen auf, dass einzelne Reisende auf ärztliche Blankoatteste aus dem Internet zurückgreifen, um sich der Maskenpflicht etwa im öffentlichen Nahverkehr zu entziehen. Hierzu betonte die Bundespolizei, dass solche selbstausgefüllten Atteste nicht von der Maskenpflicht befreiten – das Vorlegen sogar strafbar sein könne. Und aus dem Gesundheitsministerium hieß es zu den falschen Attesten: „Wenn das nicht medizinisch indiziert ist, dann ist das schlicht nicht zulässig.“
Der Chef der Landesärztekammer Hessen, Dr. Edgar Pinkowski warnt seine Kolleginnen und Kollegen vor dem Ausstellen von Gefälligkeitsattesten. Im Podcast spricht er über mögliche berufsrechtliche Konsequenzen – und warum das nicht ausschließt, dass man den Nutzen von Masken dennoch auch kritisch sehen kann.

Aug 26, 2020 • 27min
Wann wird Datenschutz zum Hemmschuh, Professor Gerlach?
Warum bei der ePA nicht nur Risiken im Fokus sein sollten
Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit hat kürzlich die Konzeption der elektronischen Patientenakte kritisiert, weil sie in Teilen der Datenschutzgrundverordnung widerspreche. Er kündigte an, die Kassen hier aufsichtsrechtlich an die Kandare zu nehmen. Professor Ferdinand Gerlach, der Vorsitzende des Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen, widerspricht dieser Ansicht und kritisiert seinerseits: Der Datenschutzbehörde fehle die nötige Balance. Im Podcast erläutert er, warum Datenschutz und Datensicherheit zwar einen hohen Stellenwert einnehmen müssen, aber keinesfalls zum Hemmschuh einer Digitalisierung im Gesundheitswesen werden dürfen und was wir aus den Fehlern von Frankreich lernen können. Außerdem erklärt er, warum keine ePA auch keine Lösung, sondern vielmehr eine Gefahr für Patienten bedeuten würde – und was es mit der digitalen Aldi-Tüte auf sich hat.

Aug 25, 2020 • 19min
Wo sehen Sie Datenschutzlücken bei der ePA, Professor Kelber?
Und was müsste verbessert werden?
Über die elektronische Patientenakte, kurz ePA, wird seit einigen Tagen heftig gestritten. Genauer gesagt, über den Datenschutz in der Akte im speziellen und im sogenannten Patientendatenschutzgesetz im allgemeinen.
Hier hat der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI) Professor Ulrich Kelber angedroht, falls das Patientendatenschutzgesetz mit den Vorgaben zur ePA so kommt, wie es bisher beschlossen ist, dann würde er den Krankenkassen eine aufsichtsrechtliche Anweisung geben. Und zwar sollen sie dann die Versicherten explizit davor warnen, dass die ePA nicht vollständig konform mit der EU-Datenschutzgrundverordnung, kurz DSGVO, ist. Wo genau setzt seine Kritik am Datenschutz an? Wie könnten die Lücken geschlossen werden? Und kann die ePA dann überhaupt noch pünktlich im nächsten Jahr an den Start gehen? Das erläutert Deutschlands oberster Datenschützer, Professor Ulrich Kelber, im Podcast-Gespräch.

Aug 24, 2020 • 25min
Wie Musik Demenzkranken helfen kann
- und was dabei zu beachten ist
Gemeinsames Singen – ob professionell, als Hobby oder einfach so – tut gut. Es hat positive Auswirkungen auf die psychische wie auch physische Gesundheit. So wird etwa die Sauerstoffversorgung verbessert, das Immunsystem aktiviert und vermehrt das Bindungshormon Oxytocin ausgeschüttet – was Angst und Stress abbauen hilft. Diesen Schluss lassen inzwischen etliche Untersuchungen zu. Und Musik lässt sich auch therapeutisch nutzen, etwa bei Patienten mit Demenz. Professor Lutz Neugebauer, Vorsitzender der Deutschen Musiktherapeutischen Gesellschaft, hat viele Erfahrung, wenn es darum geht, wie sich das Potenzial von Musik therapeutisch nutzen lässt. Nach Forschungsarbeiten an der Universität Witten/Herdecke leitet er inzwischen in Witten das Nordoff Robbins Zentrum, das sich unter anderen älteren Menschen widmet, die nach Schlaganfällen oder durch Demenz ihre sprachlichen Fähigkeiten ganz oder teilweise verloren haben. Im Podcast erzählt er, wie Musik und Singen speziell bei Demenzkranken am besten eingesetzt werden kann, um tatsächlich therapeutisch zu wirken – und auch, wo dabei mitunter die Hürden der Bürokratie mitunter lauern.

Aug 21, 2020 • 29min
Was die Schönheit des Handwerks Herzchirurgie ausmacht
– eine Herzchirurgin erzählt
Das Herz in beide Hände zu nehmen, ist für Dr. Dilek Gürsoy nicht einfach eine Redewendung, wenn es um Courage geht. Wann immer sie einen Brustkorb öffnet zum Beginn einer Herzoperation und wenn sie mit einem ersten erfahrenen Blick sieht, ob es dem Herzen bisher gut oder schlecht ergangen ist, erfüllt sie Ehrfurcht und Demut, ist sie fasziniert "von der Schönheit des Handwerks der Herzchirurgie", wie sie selbst sagt. Ihre Leidenschaft für den Arztberuf und hier vor allem die Herzchirurgie hat die Medizinerin aus Neuss schon früh entdeckt. Zielstrebig hat die Tochter türkischer Gastarbeiter sich ihr auftuende Chancen stets mit beiden Händen ergriffen und sich als eine von wenigen Frauen in diesem – auch als Königsdisziplin bezeichneten – Medizinbereich etabliert. Sie implantierte als erste Frau in Europa ein Kunstherz und wurde als Medizinerin des Jahres 2019 geehrt. Im Podcast erzählt sie über ihren nicht immer einfachen Weg und ihre Erfahrungen in der Herzchirurgie – und welche besondere Leidenschaft sie noch pflegt.

Aug 20, 2020 • 10min
Die Lust der Medizinstudenten auf die Allgemeinmedizin
Inga Petruschke vom Uniklinikum Jena über ihre Umfrage
Seit gut einem halben Jahr liegt ein Entwurf für die Reform der Ärztlichen Approbationsordnung (ÄApprO) vor. Ein Kern darin ist die Aufwertung der ambulanten Fächer und der Allgemeinmedizin im Studium. Neben der Aufteilung der Examina auf vier Prüfungen soll das Praktische Jahr (PJ) in Quartale unterteilt werden – mit einem zusätzlichen Pflichtteil in der ambulanten Versorgung.
Von den Studierendenvertretern hat es rasch Kritik an dem Entwurf gehagelt. Doch wie viele Medizinstudenten hätten überhaupt Interesse an der ambulanten Versorgung oder der Allgemeinmedizin? Das hat die Internistin Dr. Inga Petruschke unter Studenten an der Uni Jena untersucht (ZfA 2020; 96 (5): 220–224). Petruschke ist Lehrkoordinatorin am Institut für Allgemeinmedizin des Uniklinikums Jena.
In dieser „ÄrzteTag“-Episode spricht sie über die Ergebnisse und Hintergründe. Und wir versuchen, ihre Befunde mit den Ergebnissen anderer Umfragen unter Medizinstudenten einzuordnen.
Foto: Anna Schroll / UKJ

Aug 19, 2020 • 12min
Wie funktioniert eine “Corona-Psycho-Therapie to go“?
Chefarzt Sven Steffes-Hollander erläutert das Konzept der Heiligenfeld Klinik
Corona – oder besser gesagt: der Pandemie-bedingte Lockdown – löst bei einigen Menschen ein Stimmungstief aus, ja, bei manchen sogar Ängste und gar Depressionen: Das hört man immer wieder. In nur zwei Wochen will die private Heiligenfeld Klinik in Berlin beziehungsweise auch am Standort Bad Kissingen SARS-CoV-2-bedingte psychische Leiden angehen – sogar lösen.
Chefarzt Sven Steffes-Holländer erklärt das Konzept dahinter und gibt einen Überblick über den Tagesablauf der Patienten. Außerdem erläutert er, wieso alleine gut gemeinte Kurse zur Stressbewältigung in Unternehmen nicht helfen, wie es Betriebe besser machen können – und warum gerade Ärzte ihre Kurzzeittherapien in Anspruch nehmen. Und Steffes-Holländer verrät, wieso das Corona-Schnellprogramm gar nicht so sehr auf psychische Leiden durch COVID-19 abzielt.

Aug 18, 2020 • 21min
Wie arbeitet eigentlich der Deutsche Ethikrat, Frau Professor Buyx?
Fragen an die neue Vorsitzende des Ethikrats
Die Corona-Krise fordert unsere Gesellschaft seit März in einer gänzlich ungewohnten Art und Weise heraus. Das neue SARS-CoV-2- Virus und die daraus resultierende Erkrankung COVID-19 zeigen besonders deutlich, wie viel wir eigentlich nicht wissen. Und bei vielen Aspekten ergeben sich nicht nur wissenschaftliche, wirtschaftlich und soziale, sondern zudem weitreichende ethische Fragen – nicht nur für Angehörige von Gesundheitsberufen. Hier kommt mitunter auch der Deutsche Ethikrat ins Spiel. So wurde er um eine Stellungnahme zum Thema Immunitätsausweis von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn gebeten. Das war im Mai.
In dieser Zeit hat sich der Deutsche Ethikrat auch gerade neu formiert: Unter anderem ist die 42-jährige Ärztin Alena Buyx, Professorin für Ethik der Medizin und Gesundheitstechnologien an der TU München, zur neuen Vorsitzenden gewählt worden. Im Podcast erläutert Frau Buyx, warum es wie "Pudding an die Wand zu nageln" ist, wenn es darum geht, eine Antwort zum Thema Immunitätsausweis zu finden, wie knifflig es mitunter ist, Wissenschaft in den Medien zu erklären und wie der Ethikrat sich dieser Herausforderung stellt. Außerdem geht sie darauf ein, welche Aufgaben und Ziele das 24-köpfige Gremium sich für seine aktuelle Amtsperiode bisher gesetzt hat.

Aug 17, 2020 • 17min
Wie Kinderärzte sich den sicheren Schulstart in Coronazeiten vorstellen
und warum Masken nur ein Teil des Konzepts sein können
Das Thema Corona-Infektionsrisiken durch und bei Kindern hat nach den Sommerferien wieder an neuer Brisanz gewonnen, da immer mehr Bundesländer zu einem mehr oder minder normalen Schulalltag zurückkehren. Die Konzepte sind dazu sind allerdings – unserem föderalen System entsprechend – kunterbunt. Auch in den medizinischen Fachgesellschaften gibt es divergierende Meinungen und Ansätze, wie Unterricht und bestmöglicher Infektionsschutz vereinbar sind. Das zeigen etwa die beiden jüngst publizierten Stellungnahmen einmal diverser pädiatrischer Gesellschaften und dann von den Deutschen Virologen. Im Podcastgespräch erläutert Dr. Thomas Fischbach, Präsident des Berufsverbands der Kinder-und Jugendärzte (BVKJ) die jüngsten Vorschläge der Kinderärzte, wie das Infektionsgeschehen an Schulen am besten im Griff zu halten ist – und warum es illusorisch ist zu glauben, dass man alle SARS-CoV-2-Infektionen verhindern könne.

Aug 12, 2020 • 28min
Was Ärzte bei Hitze für ihre Patienten alles tun können
und gleichzeitig zum Klimaschutz beitragen
Das Thermometer steigt und steigt. Sommerwetter mit Temperaturen weit über 30 Grad – das macht Patienten wie Ärzten und ihren Mitarbeitern in den Praxen zu schaffen. Bei welchen Patienten gilt es dann besonders aufmerksam zu sein, um gesundheitliche Folgen zu vermeiden? Wie können sich Praxen wappnen, um ihre Räumlichkeiten kühl und patientenfreundlich zu halten? Dr. Ralph Krolewski, niedergelassener Arzt in Gummersbach und Sprecher der AG Klimawandel und Gesundheit der DEGAM ist Spezialist auf diesem Gebiet. Im Podcast erläutert er, wie er seine eigene Praxis und die Patientenbetreuung hitze-optimiert hat und warum es für die Zukunft wichtig ist, sich diesem Thema noch intensiver zu widmen.


