ÄrzteTag

Ärzte Zeitung
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Jul 2, 2020 • 20min

Was taugt die nationale Diabetes-Strategie, DDG-Chefin Kellerer?

Die Deutsche Diabetes Gesellschaft gibt eine Einschätzung Am Freitag soll der Bundestag die nationale Diabetes-Strategie verabschieden. Nach zähem Ringen um die Richtung, haben sich die Regierungskoalitions-Politiker geeinigt, doch wie bewertet die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) den Plan? DDG-Präsidentin Prof. Monika Kellerer findet die Strategie als Aufschlag in Ordnung, fordert aber, dass jetzt wirksame Maßnahmen folgen müssen: „Sonst ist die Diabetes-Strategie das Papier nicht wert, auf dem sie steht“. In dieser Episode erklärt sie, welche Maßnahmen ihr fehlen, warum sie die mangelnde Datenauswertung aus den Disease-Management-Programmen für einen Skandal hält und warum eine Leitlinien-gerechte Therapie in eine Nationale Diabetes-Strategie eingehen muss. „Sonst können wir und andere Fachgesellschaften auch aufhören“, pocht sie auf die Integration.
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Jul 1, 2020 • 15min

Wie gelingt digitale Kommunikation in der Medizin?

und warum brauchen Ärzte eine gemeinsame Plattform Allenthalben ist zu hören und zu lesen, dass die Corona-Krise dem deutschen Gesundheitswesen einen Digitalisierungsschub verpasst hat. Tatsächlich scheint in Sachen Videosprechstunde der Dornröschenschlaf in vielen Praxen vorbei zu sein. An anderen Stellen herrscht nach wie vor ein Flickenteppich an digitalen Einzellösungen, scheinen Prozesse des Daten- und Informationsaustauschs zwischen den verschiedenen Bereichen der Medizin – öffentlicher Gesundheitsdienst, Kliniken, Praxen – festgefahren. Die Bundesärztekammer (BÄK) hat daher einen 12-Punkte-Katalog mit den aus ihrer Sicht wichtigsten Punkten erstellt, an denen die Digitalisierung in der Medizin zeitnah forciert werden muss.Im Gespräch erläutert Privatdozent Dr. Peter Bobbert vom ev. Krankenhaus Hubertus in Berlin und einer der Vorsitzenden des BÄK-Ausschusses Digitalisierung, wo er noch Nachholbedarf sieht, wieso der elektronische Arztausweis jetzt unbedingt kommen muss und warum ihm gerade eine einheitliche Plattform, über die sich alle Ärzte austauschen könnten, so wichtig erscheint.
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Jun 30, 2020 • 10min

Wie die richtige Architektur Corona verhindert

... und wie ein nicht-Pandemie-gerechter Wohnungsbau COVID-19 befeuert Architektur erfreut oft unser Auge: Ob verspielte Experimente wie das Hundertwasser-Haus in Wien, manchmal steril wirkende Bauhaus-Bunker oder imposante gotische Kathedralen – es gibt die unterschiedlichsten Konstruktionen für die verschiedensten Zwecke. Doch Architektur kann auch regelrecht krank machen: Senioren vereinsamen in großen Wohnungen, manche Klinik wirkt eher abschreckend statt zur Genesung anregend und das Beispiel Tönnies zeigt, dass (Innen-)Architektur eine Rolle bei Pandemien spielen kann. Die Wohnsituation für die oft ausländischen Mitarbeiter im Fleischbetrieb sollen katastrophal gewesen sein: Ein Bett im Mini-Dreibettzimmer soll laut Bericht der "Welt" 320 Euro pro Monat gekostet haben. Möglichst viele Menschen auf engsten Raum packen: Das scheint das Ziel gewesen zu sein, um Kosten zu sparen – auf Kosten des Infektionsschutzes. Ein Extrembeispiel, aber dennoch spielt Architektur eine entscheidende Rolle dabei, Pandemien einzudämmen. Wie gestaltet man denn nun konkret Wohnraum, Arbeitsplätze und öffentlichen Raum Pandemie-gerecht? Stephan Schütz vom Architekturbüro gmp hat viele Großprojekte in mehreren Ländern entworfen, darunter auch ein Krankenhaus. Er berichtet, wie wir künftig kontaktloser leben können – und dennoch mehr Kontakt zueinander haben könnten.
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Jun 29, 2020 • 20min

Studien lesen in der Krise – wenn Ärzte von der Wissenschaft abgeschnitten sind

Dr. Siw Waffenschmidt vom EbM-Netzwerk über den Zugang zu Wissen In der Coronavirus-Pandemie mussten auch Bibliotheken ihre Pforten schließen. Für Forscher und Ärzte, die nicht an Unikliniken arbeiten, war das teils mit erheblichen Einschnitten verbunden, sagt Dr. Siw Waffenschmidt in dieser „ÄrzteTag“-Episode. Denn so sind sie nicht mehr an viele wissenschaftliche Veröffentlichungen wie Studiendaten oder Buchkapitel gekommen. Die Crux: Viele öffentliche Bibliotheken dürfen ihre Bestände nicht digital anbieten. Ein Zugang ist nur vor Ort oder über eine aufwändige Fernleihe möglich. Ein Unding, meint Waffenschmidt. Die Forscherin vom Deutschen Netzwerk Evidenz-basierte Medizin (DNEbM) und Abteilungsleiterin Informationsmanagement am IQWiG in Köln fordert: Nicht nur Universitätsmitarbeiter sollten digital Zugriff auf Forschungswissen haben. Auch außeruniversitäre Einrichtungen, Ärztinnen und Ärzte in Praxen oder kleinen Krankenhäusern, aber auch Privatleute sollten Zugang zu wissenschaftlichen Publikationen erhalten. Gemeinsam mit zwei Kolleginnen hat sie für das DNEbM eine entsprechende Stellungnahme veröffentlicht. Im „ÄrzteTag“ redet sie über Nationallizenzen, das Projekt DEAL und eine Utopie, wie Forschungswissen für alle Menschen zugänglich sein könnte. Foto: Ralf Baumgarten / IQWiG
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Jun 26, 2020 • 24min

Geht die Digitalisierung an den Gesundheitsämtern vorbei, Frau Dr. Teichert?

Und wie gut sind die Gesundheitsämter auf Cluster wie in Gütersloh vorbereitet? Im Landkreis Gütersloh haben sich wegen eines Ausbruchs in einem Schlachtbetrieb binnen kürzester Zeit viele Hunderte Menschen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infiziert. Der Cluster gilt als der momentan größte Ausbruch mindestens hierzulande. Doch wie sind die Gesundheitsämter auf solche neuen Ausbrüche in dieser Größenordnung vorbereitet? "Alleine können sie es nicht bewältigen", sagt die Vorsitzende des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte im Öffentlichen Gesundheitsdienst (BVÖGD), Dr. Ute Teichert, in dieser "ÄrzteTag"-Episode. Um solche Ausbrüche früher erkennen zu können, sollen nun auch Tests von asymptomatischen Personen helfen. Erstmals kommen alles Gesundheitsämter in Deutschland flächendeckend auf diese Weise in Kontakt mit dem KV-System. Ein Novum, auf dem man aufbauen sollte, sagt Teichert. Und sie spricht über DEMIS, SORMAS, und wie die Gesundheitsämter digitalisiert werden sollten. Foto: picture alliance / Eventpress
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Jun 25, 2020 • 11min

Dr. Ruth Hecker: "Ärzte und Pflegekräfte sind zweite Opfer bei Behandlungsfehlern!"

Wie Fehlermeldesysteme in Praxis und Klinik helfen können Die Medizinischen Dienste der Krankenkassen (MDK) haben heute (25. Juni) ihre Behandlungsfehlerstatistik für 2019 vorlegt: Von rund 14.500 Gutachten lag bei jedem vierten Fall ein Fehler vor. Rund 3000 Fehler führten direkt zu Schäden. "Das ist nur die Spitze des Eisbergs", sagt die Anästhesistin Dr. Ruth Hecker in dieser Episode vom "ÄrzteTag"-Podcast. Sie ist die Vorstandsvorsitzende des Aktionsbündnisses Patientensicherheit (APS). Man müsse sehr viel mehr Fehler vermuten, nur gebe es dazu schlicht keine Daten. "Jeder Schaden ist einer zu viel", sagt Hecker, die am Uniklinikum Essen Chief Patient Safety Officer ist. Und auch Ärzte und Pflegekräfte sind unmittelbar betroffen: "Sie sind die zweiten Opfer". Viele junge Kolleginnen und Kollegen würden aus dem ärztlichen Beruf ausscheiden, weil sie nach einem Fehler "nicht aufgefangen worden sind". Helfen können Fehlermeldesysteme und eine Sicherheitskultur. Doch dafür, so Hecker, müsse auch die Politik umdenken.
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Jun 24, 2020 • 14min

Wie regeln wir denn jetzt die ärztliche Sterbehilfe, Prof. Wiesing?

Medizinethiker schlagen ein Gesetz zum assistierten Suizid vor Ende Februar hat das Bundesverfassungsgericht das Verbot der geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung gekippt: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will jetzt regulatorisch nachbessern. Der Tübinger Medizinethiker und -historiker Prof. Urban Wiesing ist sich sicher: Der Staat darf den Schutz vor voreiligen, unvernünftigen und unüberlegten Suizid-Entscheidungen ausüben, aber der Staat hat kein Recht, die Suizidentscheidung seiner Bürger generell abzulehnen. Wiesing ist Mitglied der Ethikkommission des Weltärztebundes und hat mit drei Kollegen kürzlich der Politik einen Vorschlag zur Neuregelung der Sterbehilfe unterbreitet. Er will Ärzte mit ins Boot bei der Hilfe zur Selbsttötung nehmen – heraus aus der legalen Grauzone. Was sein Gesetz besser macht als der bisherige Paragraf 217 StGB, warum die Ärztekammern beim Thema Sterbehilfe keine gute Figur machen und wieso es eine Art Konsil für jeden einzelnen Fall geben sollte, hören Sie im Podcast. Und er sagt, warum die Kirchen noch nicht in einer pluralistischen Gesellschaft angekommen sind.
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Jun 23, 2020 • 20min

Neue Therapieerkenntnisse zu COVID-19

und warum die aktuelle Leitlinie dennoch nur von kurzer Halbwertszeit sein wird COVID-19 ist als Erkrankung erst seit einem halben Jahr bekannt. Zu der Erkenntnis, dass es dabei in etwa fünf bis acht Prozent der Fälle zu einer schweren Pneumonie kommen kann, bei der Patienten eine intensivmedizinische Behandlung brauchen, sind inzwischen, viele weitere medizinische Details zum Erkrankungsbild bekannt geworden. Führende medizinische Fachgesellschaften haben daher in der vergangenen Woche gemeinsam neue Empfehlungen in einer S1-Leitlinie unter dem Titel „Empfehlungen zur intensivmedizinischen Therapie von Patienten mit COVID-19“ publiziert, die Ärzten bei der zielgerichteten Behandlung schwer erkrankter Patienten helfen soll. Welche aktuellen Erkenntnisse darin eingeflossen sind, erläutert im Podcast einer der Hauptautoren der Leitlinie, Professor Gernot Marx. Er ist Direktor der Klinik für Operative Intensivmedizin und Intermediate Care des Aachener Universitätsklinikums und künftiger Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin – kurz DIVI.
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Jun 22, 2020 • 15min

Sexarbeit: Das älteste Gewerbe der Welt in der Krise

Warum die Corona-Pandemie die Stigmatisierung fördert Das älteste Gewerbe der Welt scheint einer der ganz großen Verlierer der Corona-Krise zu werden, weil Prostituierte nicht arbeiten dürfen, Bordelle weiter geschlossen bleiben. Erst jüngst berichtete die Deutsche Aids-Hilfe zum Internationalen Hurentag, dass der Zugang zu Soforthilfeprogrammen und Sozialleistungen für viele Prostituierte nach wie vor erschwert ist. Über die städtische Beratungsstelle CASA blanca – das Centrum für HIV und sexuell übertragbare Krankheiten in Altona, die auch von vielen SexarbeiterInnen aufgesucht wird – hat die Medizinerin Dr. Johanna Claass viel Erfahrung sammeln können. Im Podcast erläutert sie, welche Hilfe sozialer wie medizinischer Art für die Berufsgruppe der SexarbeiterInnen aktuell besonders nötig erscheint und warum es keinen Unterschied macht, wo Hygieneregeln eingehalten werden.
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Jun 19, 2020 • 13min

Notärztin mit Empathie und Energie

Wie Doc Caro in den sozialen Kanälen aktiv ist Die Corona-Pandemie ist auch nach inzwischen fast einem halben Jahr nach wie vor ein Schreckgespenst, das uns gezeigt hat, wie fragil selbst moderne Gesundheitssysteme mitunter sein können. Und doch hat die Krise auch eine Welle von Hilfsbereitschaft erzeugt und Kreativität an den unterschiedlichsten Stellen geweckt. Mit an vorderster Front aktiv und nicht erst seit Corona kreativ ist Dr. Carola Holzner, leitende Notärztin der Stadt Mühlheim an der Ruhr und leitende Oberärztin der zentralen Notaufnahme Nord am Universitätsklinikum Essen. Als Doc Caro zeigt die zweifache Mutter zudem schon seit vielen Jahren in den sozialen Medien, was Notärztin sein, so tagein tagaus bedeutet – sei es mit gesanglichen Einlagen zum Konflikt, was Notfallsanitäter und was Notärzte dürfen, oder mit medizinischen Erklärvideos oder sei es, um zu appellieren, warum das Coronavirus uns alle angeht. Im Podcast erzählt sie, wie sie die Corona-Krise als Notärztin erlebt hat, welche Vorteile die Digitalisierung in ihren Beruf bringt und wie sie Notfallmedizin und Familie trotz des hohen Arbeitspensums unter einen Hut bringt.

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