ÄrzteTag

Ärzte Zeitung
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Feb 16, 2021 • 12min

Sepsis früh erkennen – achten Sie auf diese Red Flags!

Die Anästhesistin Ruth Hecker vom APS e.V. im Gespräch Alle sieben bis acht Minuten stirbt in der Bundesrepublik rechnerisch ein Mensch an den Folgen einer Sepsis. Viele Tausende Fälle ließen sich vermeiden, würden Betroffene, aber auch Gesundheitsberufe die Alarmzeichen früher erkennen. Das Aktionsbündnis Patientensicherheit (APS) hat deswegen mit anderen die neue Kampagne „Deutschland erkennt Sepsis“ ins Leben gerufen. Aber auch Gesundheitsberufe könnten eine Sepsis schneller erkennen. Dafür sollten sie einige Red Flags im Hinterkopf behalten, wie die APS-Vorsitzende und Anästhesistin Dr. Ruth Hecker im „ÄrzteTag“-Podcast sagt. Spezielle Scores, etwa qSOFA, könnten rasch das Risiko zeigen. Aber auch in der stationären Versorgung gibt es laut Hecker noch Nachholbedarf. Foto: Werner Popp / APS (Archiv)
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Feb 15, 2021 • 17min

Hauen und Stechen um die Corona-Vakzine?

Warum es gar nicht so einfach ist mit der Impfpriorisierung Der Andrang auf die Impfzentren ist groß, doch die Corona-Vakzine ist derzeit – noch – knapp. Die neue, modifizierte Impfverordnung regelt zwar in einer mehrstufigen Priorisierung, wer zuerst geimpft wird und wer noch warten muss. Doch das ficht den einen oder andere offenbar nicht an. Und so mehren sich Berichte über Bürgermeister, Landräte Feuerwehrchefs oder Klinikgeschäftsführer, die obwohl jung und gesund, vorzeitig an den gewünschten Piks gegen Corona kommen. Wichtige Berufsgruppen, wie Rettungskräfte, gehen mitunter leer aus. Der Kölner Anästhesie-Professor Frank Wappler, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI), ist darüber verärgert. In dieser Podcast-Episode spricht er über seine Erfahrungen mit der Impfpriorisierung in der Klinik und seine Meinung zu Impfvordränglern in eigenen Reihen – und welche Berufsgruppe tatsächlich ruhig noch etwas früher vor COVID-19 durch eine Impfung geschützt werden sollte.
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Feb 12, 2021 • 22min

Kinderpsyche und Corona-Krise: „Es wird keine 'lost generation' geben“

Warum manche Kinder mehr leiden als andere Über die Folgen der Corona-Pandemie, Lockdown und Homeschooling für Kinder und Jugendliche wurde zuletzt viel debattiert. Denn die vergangenen 12 Monate zeigen offenbar zunehmend Schleifspuren – nicht nur an den Nerven von Erwachsenen. Familienministerin Franziska Giffey sprach in diesem Zusammenhang zuletzt von Bildungs- wie auch Bindungsstörungen als langfristige Folge. Und auch in den Corona-Diskussionen von Bund und Ländern stand und steht das Thema Schul- und Kitaöffnungen auch aus diesem Grund weit oben auf der Agenda. Doch was ist wirklich gesichert bekannt zu den Auswirkungen der Corona-Krise auf die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen? Im Podcast fasst Kinder- und Jugendpsychiater Professor Marcel Romanos die aktuellen Erkenntnisse zusammen. Der Direktor des Zentrums für Psychische Gesundheit (ZEP) am Universitätsklinikum Würzburg und Stellvertretende Präsident der Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie e.V. (DGKJP) erläutert zudem, bei welchen Kindern besonders hohe gesundheitliche Risiken drohen, warum diese dann leicht durchs Hilferaster fallen und welche Unterstützung hier nötig ist. Und er beruhigt auch: "Es wird „keine lost generation“ geben.
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Feb 10, 2021 • 24min

Warum beim Datenschutz in der Arztpraxis noch viel zu tun ist

Greift die IT-Sicherheitsrichtlinie zu kurz? Gesundheitsdaten sind besonders schützenswerte Daten. Entsprechend viel Aufmerksamkeit sollten Ärzte der IT-Sicherheit in ihrer Praxis zukommen lassen. Das ist nicht immer einfach. Der Gesetzgeber hat mit dem Digitale-Versorgung-Gesetz die Kassenärztliche Bundesvereinigung beauftragt, etwas Licht ins Dunkle zu bringen und eine IT-Sicherheitsrichtlinie für Praxen aufzusetzen. Diese soll Ärzten als Leitfaden dienen, die Praxis-IT auf ein angemessenen Schutzniveau zu bringen. Eigentlich sollte die IT-Sicherheitsrichtlinie bereits zum 30. Juni 2020 vorliegen, aufgrund von Unstimmigkeiten zu Finanzierungsfragen sowie zu konkreten Inhalten, aber auch wegen der Corona-Pandemie hat sich ihre Ausarbeitung verzögert. Seit Januar ist die IT-Sicherheitsrichtlinie nun aber in Kraft. Spätestens im April müssen Ärzte die ersten Anforderungen gemäß der Richtlinie erfüllen. Oder nicht? Der IT-Sicherheitsexperte Martin Tschirsich, der unter anderem für den Chaos Computer Club aktiv ist, mahnt Ärzte, sich zu sehr auf die IT-Sicherheitsrichtlinie zu fokussieren. Zahlreiche dort formulierten Anforderungen seien ohne bereits einzuhalten, weil sie sich beispielsweise aus der Datenschutzgrundverordnung oder dem Strafgesetzbuch ergeben. Er vermisst außerdem einen konkreten Leitfaden für Ärzte, der praktisch unterstützt.
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Feb 9, 2021 • 20min

Geschlecht ist mehr als Mann und Frau

Medizin auf dem Weg zur Vielfalt Durch die weit verbreitete Fehlannahme, es gebe nur die meist bei Geburt zugeteilten Geschlechter Mann und Frau gelten nach aktuellem ICD transidente Menschen als psychisch krank. Aktuell hat der europäische Gerichtshof für Menschenrechte den Beschwerden zweier rumänischer transweiblicher Personen stattgegeben, die die Notwendigkeit einer geschlechtsangleichenden Operation für den geänderten Geschlechtseintrag als unzulässig im Hinblick auf ihre Selbstbestimmung bewerteten. Die 11. Version des ICD-Katalogs enthält ebenfalls Änderungen für transidente Menschen. Dort soll „Transsexualität“ nicht mehr wie bisher unter den „psychischen Störungen“ gelistet werden. Warum trotz einiger Errungenschaften im Sinne der Gleichberechtigung eine Sensibilität für das Thema „Geschlechtsidentität“ nach wie vor besonders wichtig ist, berichtet Annette Güldenring eindrücklich im Podcast. Die Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie erklärt wichtige Begriffe, wie „Transsexualität“ „Transidentität“ und „non-binär“. Basierend auf ihren langjährigen klinischen Erfahrungen in der Transgender-Ambulanz beschreibt die Ärztin, vor welchen Herausforderungen Menschen, die sich nicht einem der zwei traditionellen Geschlechter oder dem ihnen bei Geburt zugewiesenen Geschlecht zuordnen wollen oder können, nach wie vor im Rechts- und Gesundheitssystem stehen. Güldenring appelliert, alle Menschen als geschlechtlich variante Individuen zu betrachten und ihnen respektvoll unter Wertschätzung ihres individuellen Geschlechtes zu begegnen. Die Basis dafür sei, sich kritisch mit dem Ordnungssystem der Zweigeschlechtlichkeit und den damit verbundenen Diskriminierungen auseinanderzusetzten und darüber hinaus zu denken. Dabei könnten auch Hausärztinnen und Hausärzte eine unterstützende Rolle spielen – zu fragen, wie der jeweilige Mensch angesprochen werden möchte, könnte dabei ein Anfang sein.
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Feb 8, 2021 • 24min

Was tun, wenn die Arbeit krank macht, Dr. Quantz?

und warum Stress nicht nur schlecht ist Sprüche über Arbeit gibt es eine Menge: Wer kennt nicht „Arbeit ist das halbe Leben“, „Je mehr Vergnügen du an deiner Arbeit du hast, umso besser wird sie bezahlt (Mark Twain) oder „Arbeite klug, nicht hart“, (Dr. House). Die Zitate verdeutlichen, welchen großen Anteil die Arbeit an unserem Leben einnimmt, was auch bedeutet, wir wollen und sollen fit bei der Arbeit sein und – die Arbeit darf uns ebenso wenig ihrerseits krank machen. Dass das nicht der Fall ist, zeigen jüngste Zahlen der DAK, wonach 2020 so viele Beschäftige wie noch nie wegen Rückenschmerzen im Job fehlten, psychische Störungen erreichten einen neuen Höchststand. Nach AOK-Zahlen haben sich wiederum Arbeitsausfälle wegen einer Burnout-Diagnose im letzten Jahrzehnt beinahe verdreifacht. Dr. Sandra Quantz, niedergelassene Allgemeinmedizinerin aus Hamburg setzt sich seit vielen Jahren mit dem Thema Gesundheit und Arbeit auseinander und hat dazu jüngst auch einen Ratgeber publiziert. Im Podcast erzählt sie, wie sie als Ärztin und Coach den Einzelnen unterstützen kann, sich den Jobherausforderungen zu stellen, ohne gesundheitlich zu leiden. Und warum Stress per se gar nicht so schlimm ist.
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Feb 5, 2021 • 17min

„Es muss mehr sichtbare Frauen geben!“

Gleichstellung in der Corona-Pandemie Frauen, die im Gesundheitssystem arbeiten, stehen durch die besondere Situation der Corona-Pandemie vor vielen Herausforderungen. Und oft sogar vor anderen, als ihre männlichen Kollegen. Über einige Studien der letzten Monate, die das deutlich machen, geht es auch in dieser Podcast-Folge. Darin berichtet Dr. Jana Husemann, Allgemeinmedizinerin und erste Vorsitzende des Hausärzteverbands Hamburg, wo es aus ihrer Sicht deutlichen Handlungsbedarf gibt und sie zeigt konkrete Möglichkeiten für Veränderungen auf. Sie geht zudem darauf ein, warum Medizinerinnen zu Beginn der Pandemie medial seltener zu Wort kamen als Mediziner und weshalb Frauen noch immer mehr Sorgearbeit leisten. Daneben erklärt die Mutter einer dreijährigen Tochter auch, zu was sie manchmal „nein“ sagt und warum es mehr sichtbare Frauen in Gremien und Führungspositionen geben muss.
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Feb 4, 2021 • 18min

Warum die Priorisierung bei der Corona-Impfung nicht stimmig ist

Die neue Impfverordnung in der Kritik Die neue Impfverordnung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn mit einer aktualisierten Priorisierung, wer wann welchen der drei derzeit zugelassenen Corona-Impfstoff erhalten soll, ist gerade publik geworden. Das ist nicht nur für Risikopatienten wie Diabetiker relevant, die in eine höhere Priorisierungsstufe vorgerückt sind. Auch innerhalb der Ärzteschaft war zuvor die Frage darüber entbrannt, wer in ihrer Berufsgruppe an besonders exponierter Stelle arbeitet und vorrangig eine Impfung erhalten sollte. Thema war dies zum Beispiel jüngst auch auf der Vertreterversammlung der KV Berlin. Warum auch die neuen modifizierten Vorgaben der Impfverordnung noch nicht ausreichend berücksichtigen, dass nicht nur Intensivmediziner in die Gruppe der höchsten Priorität gehören und ob die altersadaptierte Vergabepraxis Sinn macht, erläutert im Podcast der Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin Dr. Burkhard Ruppert.
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Feb 3, 2021 • 12min

Was Depression mit der Pupille zu tun hat

und wie Patienten dieses Wissen künftig helfen könnte Die Symptome einer Depression, wie gedrückte Stimmung und Antriebsminderung, sind meist nur subjektiv bestimmbar. Auch die Schweregradeinteilung erfolgt momentan nur anhand der Anzahl an Zusatzsymptomen, wie Schlafstörungen oder Appetitverlust. Dabei ist die Depression mit einer Lebenszeitprävalenz von 16-20 Prozent eine häufige Erkrankung in Deutschland. Eine Forschergruppe vom Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München um Professor Victor Spoormaker hat mithilfe einer Studie nach einem biologischen Marker für Differenzen der Depressionsschweregrade gesucht. Der Wissenschaftler erläutert im Podcast eindrücklich die Ziele und wesentlichen Erkenntnisse der Studie. Und macht Hoffnung – für zukünftige Diagnostik in der Psychiatrie und der Hausarztpraxis.
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Feb 2, 2021 • 11min

COVID-19-Patienten - Virus weg, aber lange noch nicht gesund

Wie schon auf Intensivstation die Reha starten kann Für Patienten nach einer schweren COVID-19-Erkrankung ist der Weg in die Normalität oft schwierig. Viele erholen sich nur langsam, leiden weiterhin unter einer eingeschränkten Lungenfunktion, verringerter Gehfähigkeit und erhöhter Müdigkeit. Mit zu den großen medizinischen Herausforderungen gehört auch, COVID-19-Patienten, die beatmet werden mussten, wieder überhaupt an das normale Atmen zu gewöhnen. An der Schön Klinik Bad Aibling Harthausen werden gezielt Patienten aufgenommen mit einem insgesamt schweren intensivmedizinischen Verlauf. Bei den Patienten ist zwar das Virus nicht mehr nachweisbar, aber sie müssen nun langsam von der Beatmung entwöhnt werden (prolongiertes Weaning) und brauchen häufig auch eine gezielte neurologische Rehabilitation infolge von COVID-19. Ein dazu erforderliches multidisziplinäres Behandlungskonzept mit einer frühen Mobilisation bereits auf der Intensivstation ist an den meisten Akutkliniken allerdings in der Regel nicht leistbar. Im Podcast-Gespräch erläutert Privatdozent Dr. Volker Huge, Chefarzt der Intensivmedizin, worauf es bei der Nachbetreuung dieser Patienten ankommt.

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