

ÄrzteTag
Ärzte Zeitung
ÄrzteTag - der Podcast der "Ärzte Zeitung". Wir blicken kommentierend und persönlich auf den Tag, wichtige Ereignisse und Meilensteine. Wir laden Gäste ein, mit denen wir über aktuelle Ereignisse aus Medizin, Gesundheitspolitik, Versorgungsforschung und dem ärztlichen Berufsalltag reden.
Episodes
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Mar 9, 2021 • 19min
Warum gibt es zu wenige Schmerztherapeuten, Dr. Horlemann?
Was gegen die Lücke getan werden kann
Das Thema Schmerzen ist brisant wie eh und je. Denn in Deutschland leiden rund 23 Millionen Menschen an chronischen Schmerzen, 3,4 Millionen sind schwerstgradig schmerzkrank. Es gibt allerdings nur etwa 1.200 ambulant tätige, ausgebildete Schmerztherapeuten. Die Lücke ist offensichtlich.
Im Podcast-Gespräch erläutert der Schmerzmediziner Dr. Johannes Horlemann, wie diese Lücke geschlossen werden könnte und was aus dem Facharzt für Schmerzmedizin geworden ist. Denn er ist nicht nur niedergelassener Arzt in Kevelaer, sondern auch Präsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin und kennt damit die praktische Seite als Arzt ebenso wie gesundheitspolitischen Hürden. Außerdem berichtet er, warum der neue Curriculum Ärztliche Psychotherapie, das in diesem Jahr beim Deutschen Schmerz- und Palliativtag erstmals angeboten wird, so wichtig ist für die umfassende Betreuung von Schmerzpatienten.

Mar 7, 2021 • 23min
Ticken Frauen tatsächlich anders als Männer?
Ein Gespräch zum Weltfrauentag über Frauen und Medizin
Den Internationalen Frauentag – auch Weltfrauentag genannt – gibt es seit über 100 Jahren. Und seit genau 100 Jahren auch stets am 8. März. In vielen Ländern ist dieser Tag inzwischen ein gesetzlicher Feiertag. Zweifellos hat sich seit den Anfängen, die in der Arbeiterinnenbewegung des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts wurzeln, weltweit auch bereits viel verändert für mehr Gleichberechtigung und weniger Diskriminierung von Frauen. Das Motto der UN für 2021 – „Women in leadership: Achieving an equal future in a COVID-19 world“ – zeigt dennoch auf, dass auf dem Weg zur Gleichstellung noch Hürden vorhanden sind, vielleicht sogar neue durch die Pandemie hinzugekommen sind.
Auch in der Medizin ist Frau von einem Idealzustand noch weit entfernt. So hat eine Erhebung des Deutschen Ärztinnenbundes 2019 ergeben, dass in den wichtigsten klinischen Fächern nur 13 Prozent der Führungspositionen mit Frauen besetzt sind. Es sind somit überwiegend auch Männer, die prägen, welche medizinischen Fragen wissenschaftlich untersucht werden und wie Behandlungen erfolgen. Seit vielen Jahren auf unterschiedlichste Weise aktiv, um speziell im Gesundheitssektor Verbesserungen für Frauen zu erreichen, ist Professor Bettina Pfleiderer, ehemalige Präsidentin des Weltärztinnenbundes. Im Podcast erzählt sie, warum der 8. März nicht nur ein Grund zum Feiern ist und ob Frauen tatsächlich anders ticken als Männer. Denn sie forscht am Universitätsklinikum Münster auch zu „Gender & Cognition“.

Mar 5, 2021 • 15min
Veranstaltungen trotz Pandemie – wie kann das klappen, Dr. Kainzinger?
Ein Gespräch über Schnelltests und sinnige Hygienekonzepte
Dr. Florian Kainzinger ist gerade ein gefragter Mann: Der Gesundheitsökonom arbeitet an vielen Hygienekonzepten, um öffentliche Präsenzveranstaltungen während der Corona-Pandemie möglich zu machen. In der heutigen „ÄrzteTag“-Episode erklärt er, auf welchen Ideen gute Hygienekonzepte fußen, welche Fallstricke es beim Testen auf SARS-CoV-2 gibt und bis wann wir wohl noch mit Corona-Hygienekonzepten leben werden müssen.
Außerdem erzählt der Geschäftsführer von Think.Health, wann Antigentests täglich wiederholt werden müssen. Und wir schauen uns an dem konkreten Beispiel des diesjährigen Hauptstadtkongresses an, was Kongressbesucher vor Ort erwarten können und müssen, um eine sichere Teilnahme zu ermöglichen. Und was passiert, wenn ein Besucher positiv auf SARS-CoV-2 getestet wird?

Mar 1, 2021 • 20min
Darmkrebsvorsorge – noch zu wenig genutzt?
Ein Gespräch zum Darmkrebsmonat März
Jedes Jahr im März rückt das Thema Darmkrebs öffentlich mehr in den Vordergrund. Denn Karzinome, vor allem des Dickdarms, gehören nach wie vor zu den häufigsten Krebsarten in Deutschland. Das Screening auf Darmkrebs in Deutschland hat sich dabei in jüngster Zeit verändert, etwa mit der aktiven Einladung von Krankenversicherten zur Vorsorgeuntersuchung und mit neuen Stuhltests auf okkultes Blut.
Nun hat jedoch die COVID-19-Pandemie zu einem deutlichen Einbruch der Zahl von Vorsorgeuntersuchungen geführt. Was das für die Patienten bedeuten könnte und wie sich die Krebsvorsorge weiter verbessern ließe, erläutert im Podcast der Vorstandsvorsitzende der Stiftung LebensBlicke Professor Jürgen Riemann aus Ludwigshafen. Die Stiftung LebensBlicke setzt sich seit 1998 für Informationen der Öffentlichkeit und für die Prävention von Darmkrebserkrankungen ein.

Feb 26, 2021 • 29min
Täterinnen – die dunkle Seite von Frauen
Warum das Thema oft tabuisiert wird
Mord ist Männersache – so lassen sich zumindest Kriminalstatistiken deuten. Im deutschsprachigen Raum geht man zum Beispiel davon aus, dass nur etwa 12 bis 15 Prozent der Gewaltkriminalität auf das Konto von Frauen geht, bei Sexualdelikten ist der Anteil noch viel geringer im einstelligen Bereich. Und doch gibt es auch Amokläuferinnen, Sexualtäterinnen, Terroristinnen, Raub- und Massenmörderinnen. Literatur und Tagesmedien übernehmen ihre mitunter verstörenden Geschichten dann gerne mit leichtem Grauen, gerade wenn es um Gift- oder Kindsmord geht.
Dass allerdings vor Gericht oft ganz besondere persönliche Geschichten zutage kommen, weiß die Wiener Medizinerin und Psychologin Dr. Sigrun Roßmanith. Sie arbeitet seit über 40 Jahren als Psychiaterin und Psychotherapeutin und ist seit 25 Jahren auch als forensische Psychiaterin aktiv, wobei sie unter anderem als beeidete und gerichtlich zertifizierte Sachverständige tätig ist. Ob Frauen tatsächlich anders morden und Verbrechen anders begehen als Männer, das erzählt sie in dieser Podcast-Episode. Zugleich betont sie, dass Frauen zwar deutlich häufiger als Männer Opfer von Gewalttaten und Sexualverbrechen sind – die dunkle Seite als Täterinnen dennoch nicht tabuisiert werden darf.

Feb 24, 2021 • 19min
Was läuft in Sachen Corona in Rendsburg-Eckernförde besser, Dr. Schwemer?
Lehren für den ÖGD aus der Pandemie
Die Gesundheitsämter spielen in der Pandemiebekämpfung eine zentrale Rolle und nicht in allen Regionen konnten sie die in sie gesteckten Erwartungen erfüllen. Der Fachdienst Gesundheit im Kreis Rendsburg-Eckernförde – mitten in Schleswig-Holstein – hat in der Pandemiebekämpfung allerdings schon mehrfach Sonderwege beschritten. Welche das sind, was sie bewirken und welche Gedanken man sich im Kreis schon jetzt für den Fachdienst Gesundheit für die Zeit nach der Pandemie macht, darüber spricht im Podcast, Dr. Rolf-Oliver Schwemer, der als Jurist und CDU-Politiker immerhin schon seit gut zwölf Jahren Landrat des Kreises Rendsburg-Eckernförde ist.

Feb 23, 2021 • 15min
Ernährungsberatung braucht mehr Gewicht !
Wie Hausärzte hier aktiv werden können – und sollten
Die Ernährung spielt für die Menschen eine immer wichtigere Rolle – nicht nur weil sie gerne kochen und es schmeckt, sondern weil uns zunehmend bewusst wird, welche Auswirkungen die Ernährung auf unsere Gesundheit hat. Viele Medien haben diesen Trend längst aufgegriffen, klären auf und geben Tipps. Als eine der Expertinnen im Team der NDR-Fernsehserie „Die ErnährungsDocs“ analysiert zum Beispiel Dr. Silja Schäfer regelmäßig die Ernährung von Patienten mit schweren gesundheitlichen Problemen und gibt Empfehlungen für eine Umstellung.
Im Podcast-Gespräch erläutert Schäfer, die als niedergelassene Fachärztin für Allgemeinmedizin in einer Kieler Gemeinschaftspraxis arbeitet, warum das Thema Ernährung auch in der Hausarztpraxis mehr Gewicht bekommen sollte und warum sie dennoch Patienten nicht mit ihrer Beratung zwangsbeglückt.

Feb 22, 2021 • 14min
Corona-Prämie für Pfleger – warum nicht auch für MFA?
Warum zwei MFA Spahn Kurzsichtigkeit vorwerfen
Wenn davon geredet wird, dass die Corona-Pandemie die Arztpraxen vor enorme organisatorische Herausforderungen gestellt hat, dann wird leicht vergessen, dass neben den Ärzten vor allem die Medizinischen Fachangestellten (kurz MFA) einen wichtigen Anteil daran hatten, dass der Laden weiter lief. Dass Patienten weiter Termine und Überweisungen erhielten, die Corona-Abstriche ordentlich gemacht und ans Labor geschickt wurden, und, und und.
Und diese Berufsgruppe war gerade im vergangenen Jahr auch besonderen Infektionsrisiken ausgesetzt, wie nicht zuletzt aktuelle Kassenzahlen belegen. So gab es im vierten Quartal 2020 nach der Berufsgruppe der Alten- und Krankenpflegekräfte die meisten Fälle an Arbeitsunfähigkeit wegen COVID-19 in der Berufsgruppe der MFA. Laut AOK hatten diese bis zum Oktober sogar an Platz 1 gelegen. Und doch wird diese Berufsgruppe von der Politik bei den Corona-Prämien außen vor gelassen. So auch aktuell, wo eine erneute Prämie für Pflegekräfte geplant wird. Im Podcast machen zwei engagierte MFA, die seit vielen Jahren in einer Hausarztpraxis tätig sind, ihrem Ärger Luft, dass sie offenbar von der Bundesregierung übersehen werden. Und sie verdeutlichen, was ihre Berufsgruppe dazu beigetragen hat, dass Patienten die Pandemie hindurch gut versorgt wurden.

Feb 19, 2021 • 38min
Warum kommt die Digitalisierung in Arztpraxen nicht voran?
Wie Ärzte auf den Geschmack kommen könnten
Ständig werde „eine neue E-Health-Sau durchs Dorf getrieben“, polterte Anfang Februar Gilbert Mohr, als aus dem Gesundheitsministerium in Berlin der Entwurf zu einer neuen Verordnung zur Interoperabilität bekannt wurde. Der Leiter der Stabsstelle E-Health der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KVNo) beklagte, viele der Anwendungen in der Telematikinfrastruktur (TI), die eigentlich schon längst Routine sein sollten, liefen noch immer nicht rund. Notfalldatenmanagement? E-Medikationsplan? KIM-Dienste, gedacht zur schnellen „Kommunikation im Medizinwesen“? Die Nutzerzahlen bewegten sich nach wie vor in sehr überschaubaren Bereichen.
In der heutigen Podcast-Episode erläutert der E-Health-Veteran, der maßgeblich bei der Entwicklung von Vorläuferdiensten wie D2D und KV Connect zur innerärztlichen Kommunikation beteiligt war, woran es hängt, dass die Nutzerzahlen der neuen Dienste nicht durch die Decke gehen, und was die Ärzte noch brauchen, um die medizinischen Dienste der TI für sich und für Patienten gewinnbringend zu nutzen.

Feb 17, 2021 • 46min
„Die gesamte ambulante Medizin wird von der Reform profitieren“
Ferdinand Gerlach und Martin Scherer im Gespräch
Die neue Approbationsordnung für Ärzte (ÄApprO) soll das Medizinstudium fit machen für die Versorgung von morgen. Mit einem Referentenwurf plant Gesundheitsminister Jens Spahn einen großen Wurf. Doch nicht nur aus vielen Verbänden und Fachgesellschaften kommt Kritik daran. Auch die Kultus- und Wissenschaftsminister der Länder bringen sich gegen die Reform in Stellung. Ihre Befürchtung: zusätzliche Kosten in dreistelliger Millionenhöhe pro Jahr. Die Bundesländer könnten die Novelle im Bundesrat stoppen.
Ihre Berechnungen könnten könnten schlicht zu hoch sein, sagen Professor Ferdinand Gerlach, der Vorsitzende der Deutschen Stiftung für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DESAM), und Professor Martin Scherer, der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Familienmedizin (DEGAM). Sie befürchten, dass vielmehr „eine ganz notwendige Reform auf den letzten Metern aufgehalten werden soll“.
Dabei gehe es bei der neuen ÄApprO um „die medizinische Versorgung und Zukunft unseres Landes“. Auch manche Kritik anderer Fächer können sie nicht nachvollziehen. „Der gesamte ambulante Bereich wird für die Ausbildung geöffnet.“ So etwa auch die Kinder- und Jugendmedizin: „Die Pädiatrie wird von dieser Reform ganz maßgeblich profitieren.“ So werde erstmals die ambulante Pädiatrie in der Ausbildung abgebildet.
Ohnehin hinke Deutschland bei der Medizinerausbildung internationalen Standards hinterher, die Reform, mit der der Masterplan Medizinstudium 2020 umgesetzt werden soll, sei überfällig.
Foto: [M] Gerlach: Stiftung Gesundheitswissen | Scherer: Schnack


