

ÄrzteTag
Ärzte Zeitung
ÄrzteTag - der Podcast der "Ärzte Zeitung". Wir blicken kommentierend und persönlich auf den Tag, wichtige Ereignisse und Meilensteine. Wir laden Gäste ein, mit denen wir über aktuelle Ereignisse aus Medizin, Gesundheitspolitik, Versorgungsforschung und dem ärztlichen Berufsalltag reden.
Episodes
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May 4, 2021 • 14min
Was tun, wenn ein Patient um assistierten Suizid bittet?
Warum das Streichen eines Satzes in der Berufsordnung das Problem nicht löst
Offen über das Sterben zu sprechen, gehört für Dr. Ivo Grebe, der seit über 30 Jahren als hausärztlicher Internist tätig ist, ohne Frage zu den ärztlichen Aufgaben, genauso wie die Sterbebegleitung. Da gelte es auch, die jungen Kolleginnen und Kollegen besser an das Thema heranzuführen. Aber der ärztlich assistierte Suizid ist nach Meinung Grebes, der auch Mitglied im Vorstand des Berufsverbands Deutscher Inrternistinnen und Internisten ist, ein zu komplexes und wichtiges Thema, als dass es auf einem digitalen Ärztetag abschließend geklärt werden könnte. Gerade auch wegen der Vergangenheit, die dieses Land habe – Stichwort Euthanasie im Dritten Reich, die auch mit ärztlicher Hilfe umgesetzt wurde. „Da fehlen mir die persönliche Diskussion und auch die Zwischentöne“, sagt er, die bekomme man im digitalen Diskurs nicht mit.
Fest steht für ihn: „Das Streichen eines einzigen Satzes in der Berufsordnung reicht nicht aus, um diese wichtige Frage befriedigend für die Ärzte zu beantworten.“ Die Ärzte bräuchten auch eine Handreichung, wie sie anschließend mit dieser Aufgabe umgehen könnten. „Mir persönlich würde es wirklich schwer fallen, wenn ein Patient, den ich seit 20, 25 Jahren betreue, vor mir steht und mich um Suizidbeihilfe bittet“, gesteht er. „Das ist eine große Belastung.“
Im Podcast erläutert er aber auch, warum es so wichtig ist, sich ebenso mit der Frage der Tötung auf Verlangen differenziert auseinanderzusetzen.

May 3, 2021 • 18min
„Fehlende Corona-Zweitimpfdosen in den Praxen wären der GAU!“
KBV-Vize Dr. Stephan Hofmeister
Unsicherheiten bei den Impfstoff-Lieferungen sind nicht nur ein Ärgernis für die Praxisorganisation, sondern könnten auch die Corona-Impfkampagne ausbremsen. „Wir brauchen schlicht Impfstoff, ausreichend Impfstoff, und wir sind noch lange nicht am Limit“, sagt der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) Dr. Stephan Hofmeister in dieser „ÄrzteTag“-Episode.
Das bedeutet für ihn, dass die Vertragsärzte bei den Lieferungen nicht einfach die „Reste“ bekommen dürfen, sondern verlässliche Zusagen brauchen. An den Impfzentren will Hofmeister sich nicht „abarbeiten“, aber ihre Rolle werde sich rasch verändern. Ebenso wie die Priorisierung, die längst aufgeweicht sei. Bei der Ausstellung von „Impfzertifikaten“ für den E-Impfpass definiert Hofmeister einen „Rubikon“.
Foto: Michael Kappeler / dpa

Apr 30, 2021 • 12min
„Impfen in den Mai“ – eine beschwingte Corona-Aktion
Wie ein Landesimpfzentrum die Impfkampagne ankurbelt
Etwas ganz Besonderes hat sich das Team des Landesimpfzentrums in Grafschaft-Gelsdorf im Kreis Ahrweiler/Rheinland-Pfalz für die Nacht zum 1. Mai ausgedacht. Von 8 Uhr morgens am 30. April bis 2 Uhr am 1. Mai läuft dort das „Impfen in den Mai“ als Sonderaktion. 1800 Dosen des BioNTech-Impfstoffs Comirnaty sollen dort während der Aktion verimpft werden.
Statt Tanz in den Mai, der in diesem Jahr schon zum zweiten Mal hintereinander wegen der Corona-Pandemie ausfällt, soll mit der Aktion die Impfkampagne vorangebracht werden, erläutert Zentrumskoordinator Fabian Schneider vom Landesimpfzentrum im „ÄrzteTag“-Podcast. Schneider schwingt auch selbst sonst gerne das Tanzbein beim Tanz in den Mai. 65 Freiwillige sind an der Aktion beteiligt, darunter 16 Ärzte und 16 MFA aus der Region. Auch das rheinländische Brauchtum soll in der Aktion zur Geltung kommen, Live-Musik wird es aber auch in den Abendstunden nicht geben.
Die Kreisverwaltung und das Impfzentrum haben an alles gedacht: Für die direkte Fahrt zum Impfzentrum und zum Wohnort zurück gilt eine Ausnahme der nächtlichen Ausgangsbeschränkung. Betroffene müssen bei etwaigen Kontrollen nur ihre Terminbenachrichtigungen vorzeigen.

Apr 28, 2021 • 15min
Mediziner fürs Klima: „Wir müssen viel politischer und öffentlicher werden“
Eckhard von Hirschhausen darüber, was Corona mit der Umwelt
„Jane Goodall, die berühmte Schimpansenforscherin, fragte mich vor drei Jahren bei einem Interview, warum die Menschen ihr eigenes Zuhause zerstören würden, wo sie doch eigentlich die schlaueste Kreatur auf diesem Planeten sind. Das war die Initialzündung, die ich brauchte, um mich auf die Suche zu machen, wie wir es klüger und vor allem gesünder hinbekommen können“, erklärt Dr. Eckart von Hirschhausen im Podcast den Beginn seines Klimaengagements.
Außerdem berichtet er von seinem neuen Buch „Mensch, Erde! Wir könnten es so schön haben“ und beschreibt, wie er durch Stiftungsarbeit und Demonstrationen für mehr Klima- und Gesundheitsschutz kämpft.
Von Hirschhausen klärt außerdem über Zusammenhänge auf. So kommt er darauf zu sprechen, was Corona mit Verdrängung von Lebensraum zu tun hat und warum es Zeit für erneuerbare Energien ist.
Foto: Henning Kaiser / dpa

Apr 27, 2021 • 41min
Streitgespräch II: „Die Corona-Warn-App ist ein stumpfes Schwert!“
SVR-Vorsitzender Ferdinand Gerlach und BfDI Ulrich Kelber
Ein Streitgespräch zwischen dem Vorsitzenden des Sachverständigenrat Gesundheit (SVR), Professor Ferdinand Gerlach, und dem Bundesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI), Professor Ulrich Kelber? Spätestens im zweiten Teil ihres Gesprächs über Digitalisierung und Datennutzung im Gesundheitswesen wird klar: So fern sind beide gar nichts auseinander.
Etwa bei der Corona-Warn-App (CWA) hatten beide der Politik vorgeschlagen, manches anderes zu machen. Gerlach etwa sagt, „dass die Corona-Warn-App ein stumpfes Schwert ist“. Und Kelber kritisiert, die „Entscheidung der Politik, bei der Corona-Warn-App nur auf freiwillige Einwilligung zu setzen.“ Im zweiten Teil des Gesprächs reden sie darüber, welche Grundlagen es für die Datennutzung braucht – und wie die E-Patientenakte der Zukunft aussehen müsste.

Apr 26, 2021 • 41min
Streitgespräch: „Wir verlangen Digitalisierung mit Gehirnschmalz!“
SVR-Vorsitzender Ferdinand Gerlach und BfDI Ulrich Kelber
Datenschutz neu definiert und eine elektronische Patientenakte (ePA) für alle Bundesbürger qua Geburt. Das fordert der Sachverständigenrat Gesundheit (SVR) in seinem Gutachten „Digitalisierung für Gesundheit“. Danach sollten in einer ePA künftig deutlich mehr Gesundheitsdaten gespeichert werden, als bislang geplant. Versicherte müssten nicht zustimmen, sondern könnten einer ePA widersprechen. Datenschutz, so der SVR, müsse „Teil von Lebens- und Gesundheitsschutz“ werden.
Kaum war das Gutachten veröffentlicht, trat der Bundesbeauftragter für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI), Professor Ulrich Kelber, auf den Plan. Er kritisierte, dass der SVR „das Recht auf informationelle Selbstbestimmung einschränken will, um an Forschungsdaten zu kommen“.
Worin aber genau liegen die Widersprüche zwischen den Vorstellungen des SVR und den Datenschutz-Erfordernissen des BfDI? Besteht die Kontroverse womöglich aus Missverständnissen? Wir haben Ferdinand Gerlach und Ulrich Kelber zum Streitgespräch gebeten – pandemiekonform mit Abstand (einer aus Frankfurt, einer aus Bonn) und digitalisiert als Podcast-Gespräch.
Foto: [M] Gerlach: Wolfgang Kumm / dpa | Kelber: Bernd von Jutrczenka / dpa

Apr 23, 2021 • 14min
Bringt die 3. Corona-Welle Intensivstationen an den Rand des Zusammenbruchs?
Von Alarmismus-Vorwürfen und erschöpftem Klinikpersonal
Intensivmediziner schlagen seit Wochen regelmäßig Alarm. Anfang April hieß es zum Beispiel: Wenn die Zahl der Corona-Neuinfektionen nicht sinke, sei in etwa zehn Tagen die reguläre Kapazität von Intensivbetten erschöpft. Das ist Gott sei Dank nicht eingetreten. Auch die Impfungen gegen SARS-CoV-2 nehmen deutlich an Fahrt auf. Eine merkliche Entspannung in der Pandemielage ist allerdings auch nicht zu verzeichnen – die letzten Tage gab es wieder jeweils deutlich über 20.000 neu gemeldete Corona-Infektionen, die Zahl der belegten Intensivbetten hat erneut die 5000er Marke überschritten.
Mit zu den intensiv mahnenden Stimmen gehört Professor Gernot Marx, der seit Anfang diesen Jahres Präsident der deutschen interdisziplinären Vereinigung für Intensiv-und Notfallmedizin (DIVI) ist. Als Direktor an der Uniklinik Aachen im Bereich Intensivmedizin ist er zudem täglich mit der Lage auf einer großen Intensivstation hautnah konfrontiert. Im Podcast-Gespräch spricht er darüber, warum die dritte Corona-Welle anders und nochmals kritischer ist als die Wellen zuvor, was er seinen Kritikern, "Alarmismus" zu betreiben, entgegenhält – und über erschöpftes Klinikpersonal. Er erklärt zudem, warum eine gefürchtete Triagesituation auf deutschen Intensivstationen nicht eintreten wird.

Apr 22, 2021 • 24min
„Anstatt zu quotieren, sollten wir lieber attraktive Arbeitsbedingungen schaffen!“
BDI-Präsidentin Christine Neumann-Grutzeck über die ersten Monate ihrer Amtszeit
Corona ist das alles beherrschende Thema. Doch die meisten Versorgungsprobleme bestanden bereits vor der Pandemie, sagt die Hamburger Internistin Christine Neumann-Grutzeck. „Nicht umsonst wurden die Pflegekosten aus den DRG ausgegliedert.“
Mitten in der Pandemie hat sie ihr Amt als Präsidentin des Berufsverbandes Deutscher Internisten (BDI) angetreten. Im „ÄrzteTag“-Podcast zieht sie eine erste Zwischenbilanz und erläutert, warum es falsch wäre, die ärztliche Ausbildung an Versorgungsengpässen auszurichten.
Aber auch, warum Klimaschutz und Globalisierung einen neuen Blick auf die Infektionsmedizin erfordern. „Gerade die Corona-Pandemie hat uns ja noch einmal gezeigt, welchen Einfluss eine einzelne Infektionskrankheit weltweit auf unser Leben haben kann.“
Berufspolitisch treibt nicht nur den BDI derzeit aber noch ein großes Thema um: die Gleichberechtigung von Frauen in der Medizin. Christine Neumann-Grutzeck spricht darüber, wie sich Ärztinnen berufspolitisch besser positionieren können. Und warum der BDI mit seiner Umbenamung in „Berufsverband Deutscher Internistinnen und Internisten“ ein Zeichen setzen will.
Foto: privat

Apr 21, 2021 • 20min
Wie die Arztpraxis „grüner“ wird
Die Gynäkologin Almut Eberhard von „Health for Future“ in Hamburg
Auf Ökostrom umstellen, Verpackungsmüll vermeiden oder Hausbesuche mit dem Lastenrad – die Gruppe „Health for Future“-Hamburg hat in ihrem Handbuch „Grüne Praxen“ eine Reihe praktischer Hinweise für mehr Nachhaltigkeit im Praxisalltag zusammengestellt.
Gynäkologin Almut Eberhard berichtet darüber, was das Ziel der Gruppe ist und welches Potenzial in puncto Nachhaltigkeit in den über 100.000 Arztpraxen Deutschlands schlummert. Die Gynäkologin nennt konkrete Beispiele aus dem Handbuch und geht auch darauf ein, was sie selbst in den Praxisalltag integriert. So bittet sie zum Beispiel ihre Patientinnen eigene Handtücher zur Ultraschalluntersuchung mitzubringen.
Foto: privat

Apr 20, 2021 • 19min
„Ich hoffe sehr, dass die Priorisierung bei der Coronaimpfung fällt!“
Dr. Ellen Lundershausen, Thüringens Ärztekammerpräsidentin, im Gespräch
Wenn der Autor dieser Zeilen in die Erfurter HNO-Praxis käme, in der Dr. Ellen Lundershausen tätig ist, würde er zunächst keine Corona-Vakzine erhalten – weil er noch nicht an der Reihe ist. Im „ÄrzteTag“-Podcast erklärt die Präsidentin der Landesärztekammer Thüringen allerdings, warum sie sehr wohl hofft, dass bald die Impfpriorisierung fällt.
Denn ihr ist wichtig: „Wir müssen impfen, impfen, impfen!“. Das sei im Moment „das Einzige, was uns helfen kann“. Corona-Impfstoffe dürften nicht in Kühlschränken versauern, jetzt müsse „alles verimpft werden, was das ist“. Notfalls müsse man am Abend „auf die Straße gehen und es jedem anbieten, der es wolle“.
Foto: Illian / Springer Medizin


