

ÄrzteTag
Ärzte Zeitung
ÄrzteTag - der Podcast der "Ärzte Zeitung". Wir blicken kommentierend und persönlich auf den Tag, wichtige Ereignisse und Meilensteine. Wir laden Gäste ein, mit denen wir über aktuelle Ereignisse aus Medizin, Gesundheitspolitik, Versorgungsforschung und dem ärztlichen Berufsalltag reden.
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May 12, 2022 • 17min
„Persönlich bleiben – digital werden“: Wie kriegen die Hausärzte das hin, Dr. Beier?
Hausärzte-Landeschef über Digitalisierung und Weiterentwicklung der Hausarztzentrierten Versorgung.
Digitalisierung, Weiterentwicklung der Hausarztzentrierten Versorgung, Folgen der Pandemie für die Praxen, Vorbereitung des Deutschen Ärztetages in Bremen: Die Delegierten des Bayerischen Hausärztetags, der mit dem Nachwuchstag an diesem Donnerstag eingeläutet wird und dann bis Samstag in Erlangen läuft, haben sich einiges vorgenommen. Im „ÄrzteTag“-Podcast erläutert Hausärzte-Landeschef Dr. Markus Beier, wie viel nach zwei Jahren Pandemie in den Praxen aufzuarbeiten ist und wie wichtig es ist, dass sich die Hausärzte wieder in Präsenz treffen.
„Persönlich bleiben- digital werden“ lautet das Motto des Bayerischen Hausärztetages. Beier führt im Gespräch aus, wie die Hausärzte sich ein digitalisiertes Gesundheitswesen vorstellen und welche Rolle die Allgemeinmediziner als persönliche Ansprechpartner für die Patienten weiter einnehmen können, assistiert von einer zunehmend digitalen Technik, die die Arbeit erleichtern kann.
Auch die Nachwuchsarbeit hat sich der Verband auf die Fahnen geschrieben: Der Nachwuchstag ziehe jedes Mal um die 200 Medizinstudentinnen und -studenten sowie Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung an, so Beier. Gerade in Bayern mit großen ländlichen Gebieten gelte es, die Allgemeinmedizin an vielen Stellen zu fördern, sei es mit weiteren Lehrstühlen für Allgemeinmedizin, mit der überfälligen Reform der Approbationsordnung und mit Initiativen, die zeigen, wie vielfältig das Landarztleben sein kann.

May 5, 2022 • 23min
Wie hilft der Verein peri Opfern einer Zwangsehe, Frau Serap Çileli?
Engagement für das Recht junger Muslima auf Selbstbestimmung.
Sie leben in Sorge vor einer Zwangsheirat mit einem Mann, den sie nicht lieben, sie werden gedemütigt, verachtet, körperlich misshandelt: Junge, meist muslimische Frauen mit Migrationshintergrund, werden mitten in Deutschland Opfer eines immer noch streng patriarchalischen Rollenverständnisses, ohne Chance auf Selbstbestimmung, ohne Chance, ihrem sozialen Umfeld zu entkommen.
Serap Çileli, die einst selbst Betroffene einer Zwangsheirat war, hat vor 14 Jahren nach vielen leidvollen Erfahrungen den Verein peri gegründet. Sie will diesen Frauen helfen – mit professionellen ehrenamtlichen Mitarbeitern, die kreativ bemüht sind, Lösungen im Einzelfall zu entwickeln. Immer häufiger bitten auch junge, oft schwule Männer den Verein um Hilfe. Sie sind einer Wertewelt ausgesetzt, in der Homosexualität verachtet und mit Gewalt bestraft wird.
Im „ÄrzteTag“-Podcast gibt Serap Çileli einen Einblick in ihre erfolgreiche, zuweilen aber auch frustrierende Arbeit. Dabei wird deutlich, warum peri im vergangenen Jahr für besondere Verdienste um das Schicksal dieser hilfsbedürftigen Menschen mit dem 1. Platz des Springer Charity Awards ausgezeichnet wurde.

Apr 28, 2022 • 22min
BDI-Präsidentin zum Ärztemangel: Lauterbach muss in Reformmodus schalten
Christine Neumann-Grutzeck über Perspektiven für junge Ärzte
Die Pandemie ist nicht vorbei. Dennoch müssen wir langsam aus dem Krisenmodus heraus, sagt Christine Neumann-Grutzeck. Vor allem junge Ärztinnen und Ärzte brauchen dringend die Perspektive, dass sich ihre Arbeitsbedingungen nach zwei Jahren Pandemie verbessern, so die Präsidentin des Berufsverbandes Deutscher Internistinnen und Internisten e.V. (BDI). „Wir müssen den jungen Ärztinnen und Ärzten akut den Druck nehmen, um sie in der Versorgung zu halten. Damit sie uns nicht alle verloren gehen – und vor allem nicht noch als Ärztinnen und Ärzte verloren gehen.“
Dazu sei es notwendig, schnell die Krankenhausplanung und -finanzierung anzugehen. Aber auch die vielen anderen großen Baustellen müssten vom Gesundheitsminister endlich angepackt werden – etwa die Digitalisierung, die intersektorale Versorgung, der Versorgungsmangel – stationär wie ambulant. Denn der Ärztemangel und Druck betreffe ja nicht nur die Kliniken. „Jetzt müsste Lauterbach mal langsam vom Krisenmodus in den Modus der Reformen und Zukunftsvisionen umschalten.“ Von einem ärztlichen Gesundheitsminister haben sich die Ärztinnen und Ärzte mehr erwartet, wie sie deutlich sagt.
Doch auch die Medizinerinnen und Mediziner selbst haben einiges zu tun: Getreu dem Motto des diesjährigen DGIM-Kongresses „Die Grenzen der Medizin“, spricht die BDI-Präsidentin darüber, welche Grenzen Ärztinnen und Ärzte in der Versorgung und auch beim Thema Gendergerechtigkeit selbst noch überwinden müssen – aber auch darüber, was sie bereits geleistet haben.

Apr 21, 2022 • 20min
Krebsaktivistin: Ärzte wollen keine aufgeklärten Patienten
Wie Selbsthilfegruppen die Gesundheitskompetenz von Patienten beeinflussen
Karen Abel erkrankte vor vier Jahren im Alter von 47 Jahren an metastasierendem Lungenkrebs. 2019 gründete sie ihren Podcast „Let’s talk about cancer“ und wenig später die Selbsthilfegruppe „Lung Power Women“. Als „Mutivatorin“ möchte sie jungen Betroffenen Mut machen. Sie will sie motivieren, sich gegen die Stigmatisierung ihrer Erkrankung einzusetzen.
Wie viele andere Krebsaktivistinnen beschäftigt sich Abel seit Jahren mit ihrem Krankheitsbild. „Ich war besser informiert als mein Lungenarzt, das wurde nicht gern gesehen. Ich musste den Arzt wechseln, weil er mich nicht mehr weiter behandeln wollte“, berichtet sie im „ÄrzteTag“-Podcast. „Ärzte wollen den aufgeklärten Patienten gar nicht.“ Was erwartet Abel von Ärztinnen und Ärzten im Umgang mit informierten Patienten? Und welche bereits etablierten Strukturen in der Versorgung von Krebspatienten hält sie für sinnvoll? (Dauer: 20:25 Minuten

Apr 19, 2022 • 16min
„Kontrollkoloskopien – in den Praxen fehlt die passende Kommunikation“
Professorin Haug über Kontrollkoloskopien und die passende Kommunikation und Versorgung
Es häufen sich die Hinweise, dass bei den Kontrollkoloskopien in Deutschland eine Fehlversorgung vorliegt. Die empfohlenen Zeitabstände werden oft nicht eingehalten. Das Problem: Menschen mit niedrige Risiko einer Darmkrebserkrankung werden zu oft zu Kontrollkoloskopien eingeladen und Menschen mit höherem Risiko zu selten oder gar nicht. Diesen Zusammenhang hat die Epidemiologin und Professorin Ulrike Haug vom Leipnitz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie in Bremen aufgedeckt und in einer Studie beschrieben.
Im „ÄrzteTag“-Podcast erklärt sie, wie es zu diesem Befund kommen konnte, welche Folgen er für die Patientinnen und Patienten hat und was Ärztinnen und Ärzte tun können, um ihre Patienten mit Kontrollkoloskopien weder über- noch unterzuversorgen.

Apr 13, 2022 • 25min
Telemedizin bei Hämophilie – ist das auch bei einer Gentherapie sinnvoll, Dr. Mondorf?
Über die Zukunft des Selbstmanagements von Hämophiliepatienten mit telemedizinischer Betreuung
Bei Hämophilie-Patienten hat die Betreuung auch während der Lockdowns in der Pandemie weitgehend lückenlos funktioniert. Das liegt auch an dem nahezu flächendeckenden Einsatz von Telemonitoring, über das Apotheken, Patienten und Ärzte eng miteinander vernetzt sind. Über die Erfahrungen während der Pandemie und die Vorteile einer telemedizinischen Betreuung berichtet der Hämostaseologe Dr. Wolfgang Mondorf im „ÄrzteTag“-Podcast zum Welthämophilietag.
Mondorf, niedergelassen in Frankfurt am Main, ist Vorsitzender des Vereins zur Förderung der Telemedizin in der Hämostaseologie und hat bereits vor 15 Jahren das erste Projekt zum Selbstmanagement von Hämophiliepatienten mit telemedizinischer Betreuung initiiert. Mondorf blickt zurück auf die Therapiefortschritte durch die langwirksamen Faktorpräparate, die mittlerweile dazu geführt hätten, dass er seine Patienten teilweise nur noch einmal im Quartal oder noch seltener sehen muss.
Derweil steht der nächste Therapiefortschritt quasi unmittelbar bevor: Gentherapie für Hämophilie-Patienten. Der Hämostaseologe erläutert, wie die telemedizinische Anbindung für die Therapiebegleitung und die Überprüfung des Erfolgs der neuen Therapieform genutzt werden kann.

Apr 12, 2022 • 23min
Arzt im Einsatz an der Ukraine-Grenze: „Unser Wohlstand verpflichtet uns zur Hilfe“
Dr. Wjahat Waraich hilft an der polnisch-ukrainischen Grenze
Zwei Wochen nach Kriegsbeginn in der Ukraine reiste Dr. Wjahat Waraich für die Hilfsorganisation „Humanity First“ an die polnisch-ukrainische Grenze. Bei minus zehn Grad kamen Flüchtlinge in dem kleinen Dorf Medyka an. Waraich sicherte gemeinsam mit seinem Team die Erstversorgung der Ankommenden. Im „ÄrzteTag“-Podcast erzählt der Gynäkologe und Impfarzt, von seinen Erfahrungen vor Ort.
Waraich arbeitet bereits seit 2013 mit „Humanity First“ zusammen und flog mehrfach zu humanitären Einsätzen nach Bénin, São Tomé und Príncipe und Pakistan – so nah an einem Krieg, wie jetzt in der Ukraine, ist er jedoch bisher nie gewesen. Waraich erzählt, wie sich der Einsatz in Polen von den anderen unterschied und appelliert an die Ärzteschaft, mit ihren verfügbaren Mitteln zu helfen. „Wir können uns nicht vor unserer Verantwortung wegducken“, meint der Arzt aus Hannover.

Apr 8, 2022 • 13min
Warum sind die neuen Parkinson-Therapieansätze eine Revolution, Prof. Höglinger?
Therapieansätze, Diagnostik und frühe Anzeichen von Parkinson Syndromen in der Hausarztpraxis
Bisher konzentrieren sich Ärzte bei der Therapie von Parkinson-Syndromen auf die Symptome. Doch jetzt gibt es Therapieansätze, die in die Pathogenese eingreifen. „Unter dem Strich bin ich relativ optimistisch, dass wir die Krankheit soweit verstehen, dass wir wissen, wo wir den Hebel ansetzen müssen“, sagt Professor Günther Höglinger von der Medizinischen Hochschule Hannover und Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Parkinson und Bewegungsstörungen im Podcast. Solche neuen Therapieansätze könnten bereits klinisch getestet werden. „Eine Revolution in unserem Vorgehen zur Therapie bei Parkinson“, betont Höglinger.
Auch Ansätze bei der Diagnostik hin zu Biomarkern und frühe Anzeichen für Parkinson Syndrome in der Hausarztpraxis stellt Höglinger in der Episode des „ÄrzteTag“-Podcasts zum Parkinson-Welttag vor. (Dauer: 13:09 Minuten)

Apr 8, 2022 • 49min
Haben Sie dem Konnektortausch gerne zugestimmt, Herr Dr. Kriedel?
KBV-Vorstand über Finanzierungsvereinbarung und den Ablauf des Konnektoraustauschs
Eines der strittigsten Themen rund um die Telematikinfrastruktur zurzeit ist der Austausch der Konnektoren in Praxen, Kliniken und später vielleicht auch noch in den Apotheken. Es werde „Elektroschrott“ in die Praxen gestellt, hört man von Kritikern – für hunderte Millionen Euro. Doch was wäre geschehen, wenn die Gesellschafter der gematik dem Austausch der Geräte nach fünf Jahren Laufzeit nicht zugestimmt hätten? Diese Frage habe sich auch die KBV gestellt – und schließlich zugestimmt, berichtet der für die Telematikinfrastruktur (TI) zuständige KBV-Vorstand Dr. Thomas Kriedel im „ÄrzteTag“-Podcast.
Kriedel erläutert in dem Gespräch nicht nur die Gründe für das Abstimmungsverhalten der KBV und der anderen Gesellschafter. Er gibt auch Auskunft über das Procedere des Austauschs der Geräte in den Praxen und über den Stand der Verhandlungen über die Finanzierungsvereinbarung. Den Ärzten sollten keine Kosten entstehen, betont er. Nicht zuletzt geht es in dem Gespräch um die weitere Entwicklung der elektronischen AU-Bescheinigung (eAU) und des E-Rezepts. Kriedels Appell an die Ärzte: Nicht mehr abwarten, sondern sich rechtzeitig bis Juni alle erforderlichen Komponenten besorgen!

Apr 6, 2022 • 36min
Worauf achten Sie bei Patienten aus der Ukraine besonders, Dr. Löw?
Hausarzt-Internist über die Erstanamnese von Patienten, die aus der Ukraine geflüchtet sind
Wenn ein Patient oder eine Patientin aus der Ukraine in die Praxis kommt, dann sollte die Erstanamnese einen anderen Verlauf nehmen als bei anderen Patienten. Bei Hausarzt-Internist Dr. Peter Löw, der in Treuchtlingen im Altmühltal in einer Berufsausübungsgemeinschaft mit seiner Frau niedergelassen ist, kommen zum Standardablauf einer Erstanamnese einige Fragen und auch Untersuchungen hinzu. Welche das sind, erläutert Löw im „ÄrzteTag“-Podcast.
Als erstes, so Löw im Gespräch, sollte bei der Anamnese ein guter Dolmetscher anwesend oder zumindest per Smartphone zugeschaltet sein. Er hat sich ein Netz von Übersetzern aufgebaut, die in der Regel schnell greifbar sind. Im Podcast berichtet Löw weiter, welche möglichen Infektionskrankheiten er besonders im Blick hat und wie er vorgeht, um den Impfstatus aufzufrischen – nicht nur gegen SARS-CoV-2. Nicht zuletzt beschreibt der Hausarzt, über welchen Weg er geflüchtete Patienten abrechnet.


