ÄrzteTag

Ärzte Zeitung
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Aug 4, 2022 • 33min

Wie lässt sich Praxis-EDV besser verzahnen, Frau Professor Thun?

Über die praktische Seite der Interoperabilität Wie erreicht man, dass Computer, die mit unterschiedlicher Software arbeiten, miteinander kommunizieren können? Man führt eine gemeinsame „Sprache“ ein. „Ein Blutdruck ist ein Blutdruck – und überall gleich zu kodieren“, sagt dazu Medizininformatikerin Professor Sylvia Thun, Direktorin der Core Unit E-Health und Interoperabilität am Berlin Institute of Health der Stiftung Charité, im „ÄrzteTag“-Podcast. Sylvia Thun ist Leiterin des an der gematik angesiedelten Expertengremiums Interop-Council, das die Probleme bei der Digitalisierung im Gesundheitswesen unter anderem durch Angleichung von Standards und Etablierung einheitlicher Kodierungen für medizinische Begriffe aus dem Weg räumen soll. Sechs Monate nach dessen Gründung gibt sie im Podcast Einblicke in den Maschinenraum der Digitalisierung. Thun, die für ihre Aktivitäten im Bereich der Interoperabilität das Bundesverdienstkreuz erhalten hat, sieht die Saat für die Digitalisierung gelegt – unter anderem mit Standards wie HL7 FHIR, Snomed und – schon lange etabliert – ICD-10. Im Podcast erläutert sie, warum Digitalisierung zu Beginn oft Zeit kostet, aber auch warum diese Mühe am Ende lohnt. Außerdem geht es um die Herausforderungen für kleine Anbieter von Praxisverwaltungssystemen und darum, warum ein Kodiersystem besser von Patientinnen und Patienten her gedacht werden sollte und nicht von der Abrechnung.
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Aug 2, 2022 • 8min

Dermatologe von Kiedrowski: „Auch Fachärzte können Warnstreik“

Wie das GKV-Finanzstabilisierungsgesetz Hautärzte beschäftigt Wenn die Neupatienten in Facharztpraxen in Zukunft wieder in die Morbiditätsorientierte Gesamtvergütung, also ins Budget, zurückgeführt werden, dann wird sich „die Versorgung massiv verschlechtern“: Das ist zumindest die Befürchtung von Dr. Ralph von Kiedrowski, dem Präsidenten des Berufsverbands Deutscher Dermatologen (BVDD), angesichts der Pläne des Bundesgesundheitsministers Karl Lauterbach (SPD) im Kabinettsentwurf zum GKV-Finanzstabilisierungsgesetz. Im aktuellen „ÄrzteTag“-Podcast erläutert der Dermatologe aus Selters im Westerwald, warum er die im Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) gerade erst vor ein paar Jahren beschlossene Neupatienten-Regelung für einen Erfolg hält, welche Ausweich-Möglichkeiten den Dermatologen noch bleiben und wie die Fachärzte in den kommenden Monaten ihre Stimme erheben wollen, um die Pläne zur Re-Budgetierung doch noch zu verhindern. Dabei scheut sich der BVDD-Präsident auch nicht, das Wort „Warnstreik“ in den Mund zu nehmen. (Dauer: 7:43 Minuten)
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Aug 1, 2022 • 23min

Kriedel: „gematik muss Klarheit zu Konnektoren schaffen“

Ärzte fragen gespannt: Muss der Austausch wirklich sein? In Sachen Konnektortausch schlagen die Wellen der Diskussion aktuell hoch: Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat nach einem Beitrag des Computermagazins „c‘t“ Auskunft von der gematik verlangt, ob es eine neue Faktenlage gibt, die es erlauben könnte, doch noch um diesen Austausch der Konnektoren in den Praxen herumzukommen. Die Antworten der gematik haben die KBV noch nicht endgültig überzeugt, wie KBV-Vorstand Dr. Thomas Kriedel im „ÄrzteTag“-Podcast erläutert. In der Gesellschafterversammlung am Dienstag (2. August) wolle die Körperschaft auf einen Prüfauftrag für die gematik drängen, um Klärung zu schaffen, ob es möglich sein könnte, eine günstigere Lösung für eine Verlängerung der Laufzeit der alten Konnektoren zu finden. Nach wie vor sei die KBV nicht zufrieden mit dem Schiedsamtsspruch, der Ärztinnen und Ärzten eine Zuzahlung von fast 500 Euro aufbürde. Welche Lösungen sich der KBV-Vorstand vorstellen könnte, um zumindest die Zuzahlung aus der Welt zu schaffen, und was er sich von dem Prüfauftrag erhofft, dazu nimmt Kriedel im „ÄrzteTag“ ausführlich Stellung. Die gematik müsse schnell für Klarheit sorgen, denn schon im Herbst liefen die ersten Zertifikate von Konnektoren aus, die Praxen würden dann von der Telematikinfrastruktur (TI) abgehängt, wenn sie die Geräte nicht austauschen lassen oder die Zertifikate verlängert würden. Bei der TI sei man mittlerweile bei einem „Point of no return“ angekommen, findet Kriedel. Ein Anschluss an die Telematikinfrastruktur habe mittlerweile für die Praxen hohe Relevanz für die Versorgung der Patienten. (Dauer: 22:30 Minuten)
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Jul 28, 2022 • 20min

Warum ist die Hepatitis-C-Therapie eine große Erfolgsgeschichte, Professor Wedemeyer?

Ein Gespräch über neue Erkenntnisse bei Hepatitis C Der Fortschritt in der Behandlung von Patienten mit chronischer Hepatitis C ist eine in der Medizin fast einmalige Erfolgsgeschichte. Daran erinnert Professor Heiner Wedemeyer, Direktor der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie an der Medizinischen Hochschule Hannover, im „ÄrzteTag“-Podcast aus Anlass des Welt-Hepatitis-Tages am 28. Juli. „Wir können die Virus-Hepatitis-C mittlerweile mit nebenwirkungsfreien Tabletten innerhalb von acht bis zwölf Wochen heilen“, betont Wedemeyer. Die Wirkstoffe, die direkt antiviral-wirkenden Medikamente (DAA), sind ab 2014 eingeführt und bis 2018 optimiert worden. „Und dann stellte sich die große Frage: Sind die sehr positiven Berichte von den Phase-III-Studien auch wirklich ins richtige Leben übertragbar? Wie lässt sich das prospektiv in Deutschland überprüfen?“ Als Antwort gründete man das Deutsche Hepatitis-C-Register. Welche Erkenntnisse die Medizin daraus ziehen konnte und wie oft kommt Leberzellkrebs nach einer Hepatitis vorkommt, erläutert Professor Wedemayer Podcast.
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Jul 28, 2022 • 30min

Andreas Storm zum Gesetzentwurf zu Kassenfinanzen: „Flickschusterei“

Der DAK-Chef über das Lauterbach-Gesetz Die Empörung über den Kabinettsentwurf zum GKV-Finanzstabilisierungsgesetz ist Andreas Storm, dem Vorstandsvorsitzenden der Ersatzkasse DAK-Gesundheit, schnell anzuhören: Gleich mehrfach spricht er im aktuellen „ÄrzteTag“-Podcast von einem „einmaligen Vorgang“. Zum Beispiel, dass bis Ende Mai des kommenden Jahres eine Folgegesetzgebung angekündigt wird, die die strukturellen Finanzprobleme lösen soll – das Ziel, das eigentlich das GKV-Finanzstabilisierungsgesetz in diesem Jahr sollte. Ebenso sei es ein einmaliger Vorgang, dass der Gesundheitsfonds im 2023 einen Kredit aufnehmen solle, der von den Krankenkassen in den kommenden Jahren sukzessive zurückgezahlt werden soll – in einer Zeit in der absehbar die Belastungen der Krankenkassen ansteigen, so Storm. Der DAK-Chef kritisiert angesichts einer möglicherweise bevorstehenden Rezession auch, dass die Reserven der Krankenkassen komplett aufgezehrt werden sollen, was Krankenkassen, deren Finanzsituation ohnehin prekär ist, im kommenden Jahr in große Schwierigkeiten bringen könnte. Storm macht auch mehrere Vorschläge für Maßnahmen, die den Krankenkassen strukturell helfen könnten, die Finanznot zu lindern, die aber von der Bundesregierung jetzt offenbar zurückgestellt worden seien. Im Podcast-Gespräch geht Storm auch auf den Knackpunkt der Honorarverhandlungen für Vertragsärztinnen und Vertragsärzte ein: einen geringen Spielraum der Krankenkassen aufgrund der Finanzsituation, aber einen hohen Druck auf Seiten der Ärzteschaft, deren Kosten durch Inflation und Gehaltserhöhungen beim Personal stark stiegen. (Dauer: 30:21 Minuten)
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Jul 27, 2022 • 10min

Von Gierke: Arzneimittel und Hitze – bei Patienten besteht Aufklärungsbedarf

Allianz Klimawandel und Gesundheit zum Hitzeschutz Die aktuelle Hitzeperiode hat erneut verdeutlicht, welchen Einfluss der Klimawandel bereits heute auf die Menschen in Deutschland hat. Von Hitzestress sind diverse Gruppen betroffen, wie ältere Menschen, Schwangere, sozial Isolierte oder Menschen in ungünstigen Wohnverhältnissen. Hausärztinnen und Hausärzte haben zu all diesen Gruppen engen Kontakt. Sie wissen häufig, welche ihrer Patienten von der Hitze besonders beeinflusst sein könnten. Daher sollten Hausärzte bei diesen Risikopatienten das Thema Hitzeschutz vor und während der heißen Tage proaktiv ansprechen, rät Friederike von Gierke im „ÄrzteTag“-Podcast. Sie leitet das Projekt „Transformative Arztpraxen“ von der Deutschen Allianz Klimawandel und Gesundheit (KLUG). Außerdem sagt sie, dass vielen Patienten die Gesundheitskompetenz dazu fehle, dass Hitze einen Einfluss auf den Medikationsplan haben kann. Auch hier bestehe Aufklärungsbedarf. Eine Hilfestellung für Ärzte könne die Heidelberger Hitze-Tabelle bieten.
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Jul 25, 2022 • 15min

Mit welchen Patienten sollten Ärzte über den Klimawandel sprechen, Frau von Gierke?

Die Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit gibt Denkanstöße Die Mehrheit der Gesellschaft hat die Klimakrise und die Umweltkrise als Problem verstanden. Doch über die enge Verknüpfung zwischen Klima und Gesundheit herrscht bei vielen Menschen noch Unwissenheit, sagt Friederike von Gierke von der Deutschen Allianz Klimawandel und Gesundheit (KLUG) im „ÄrzteTag“-Podcast. Hier seien Ärztinnen und Ärzte gefragt. Von Gierke ist Leiterin des Projekts „Transformative Arztpraxen“. Im ersten Teil des Podcast-Gesprächs gibt sie Denkanstöße, wie das Thema Klimawandel Einzug ins Arzt-Patienten-Gespräch halten kann. Anhand eines Beispiels klärt sie über die zwei Phasen der „klimasensiblen Gesundheitsberatung“ auf. (Dauer: 15:11 Minuten)
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Jul 20, 2022 • 15min

Wie werden Transplantationen geplant, Dr. Tuffs?

Die Managerin des interdisziplinären Transplantionszentrums an der Medizinischen Hochschule Hannover im Gespräch Um die Organisation von Transplantationen der Niere, Pankreas, Leber, Herz und Lunge kümmert sich an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) das Eurotransplant-Verbindungsbüro. Es ist auch dafür zuständig ist, dass die Patientendaten final im Register der internationalen Organvermittlungsstelle Eurotransplant aufgenommen werden. Dr. Annette Tuffs ist Managerin des interdisziplinären Transplantationszentrums an der MHH. Im „ÄrzteTag“-Podcast fasst sie zusammen, was passiert, wenn Eurotransplant anruft und wenn die MHH jemand aufnimmt, der ein Organ benötigt. Außerdem erklärt sie ihre Sicht auf den Allokationsskandal. (Dauer: 14:37 Minuten)
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Jul 11, 2022 • 18min

Was kosten Lauterbachs Budgetpläne die Fachärzte, Frau Steiniger?

BvDU-Präsidentin Catrin Steiniger über das GKV-Stabilisierungsgesetz Die GKV-Pläne von Bundesgesundheitsminister Professor Karl Lauterbach haben bei Ärztinnen und Ärzten eine Welle der Kritik ausgelöst. Vor allem, dass die Neupatienten – die erstmals oder nach acht Quartalen Pause in die Praxis kommen – in Zukunft wieder unter den Budgetdeckel kommen sollen, schmeckt besonders den Fachärzten nicht, ebensowenig die Begründung dafür – dass viele der dokumentierten Neupatienten gar keine seien. Im „ÄrzteTag“-Podcast erläutert die Präsidentin des Berufsverbands der Deutschen Urologen (BvDU) Catrin Steiniger, wieso die Fachärzte in diesem Vorschlag Lauterbachs einen Vertrauensbruch sehen – immerhin sei der heutige Bundesgesundheitsminister in der alten großen Koalition eine treibende Kraft für die Entbudgetierung der TSVG-Fälle gewesen. Das Ziel der Ausdeckelung aller Leistungen sei nun wieder weit weg gerückt, so Steiniger, zum Ärger der Ärzte, denen in den vergangenen 30 Jahren viele Milliarden Euro für erbrachte Leistungen nicht bezahlt worden seien. Steiniger, die in Lübbenau im Spreewald als Urologin praktiziert, fürchtet nun, dass viele Fachärzte sich gezwungen sehen könnten, bei Umsetzung der Beschlüsse Personal abzubauen. Doch würde die jetzt angestrebte Regelung Vertragsärzte Möglichkeiten geben, Neupatienten in andere TSVG-Fallarten „umzuleiten“, um die Verluste zu begrenzen? Werden die Ärzte in Zukunft nur noch zögerlich neue Patienten aufzunehmen und wie wollen die Fachärzte auf die Gesetzesinitiative reagieren? Antworten der BvDU-Präsidentin auf diese Fragen hören Sie im Podcast-Gespräch. (Dauer: 18:21 Minuten)
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Jul 8, 2022 • 15min

Wie kontrollieren Sie, ob ein Patient Anspruch auf einen Bürgertest hat, Dr. Claus?

Hausärzte kritisieren den Aufwand, den Anspruch auf Coronatests zu prüfen und zu dokumentieren Sollen die Hausärztinnen und Hausärzte den Anspruch ihrer Patienten auf einen Bürgertest zuerst überprüfen und dann dokumentieren? Ärzte seien die „Gelackmeierten“ der neuen Testverordnung, weil sie den Aufwand hätten, schimpfte vor ein paar Tagen Ulrich Weigeldt, Chef des Hausärzteverbands. Doch zugleich bemüht sich der Verband in vielen Landesverbänden, so pragmatisch wie möglich mit der geänderten Verordnung umzugehen: Im „ÄrzteTag“-Podcast erläutert Dr. Christoph Claus, Hausarzt in Nordhessen und Vorstandsmitglied im Hausärzteverband des Landes, wie er dabei vorgeht, wenn ein Patient oder eine Patientin nach einem Bürgertest fragt, weil er oder sie zum Beispiel eine Angehörige im Pflegeheim besuchen will. Der Verband habe einen Vordruck entwickelt, der es den Ärzten mit möglichst wenig Arbeitsaufwand ermöglicht, die Anforderungen der Testverordnung zu erfüllen, berichtet Claus. Für Patienten, die laut Testverordnung gar keinen Anspruch auf einen Antigenschnelltest mehr haben, gibt es eine Abrechnungsempfehlung nach GOÄ für den Test und die erforderliche Beratung. Symptomatische Patienten erhalten in der Regel einen PCR-Test, wenn sie das wünschen, wie er betont. Auch Claus hält im Gespräch mit Kritik an der Verordnung nicht hinterm Berg. Er wünscht sich im Sinne der Hausärzte „pragmatische Lösungen“.

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