

ÄrzteTag
Ärzte Zeitung
ÄrzteTag - der Podcast der "Ärzte Zeitung". Wir blicken kommentierend und persönlich auf den Tag, wichtige Ereignisse und Meilensteine. Wir laden Gäste ein, mit denen wir über aktuelle Ereignisse aus Medizin, Gesundheitspolitik, Versorgungsforschung und dem ärztlichen Berufsalltag reden.
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Sep 12, 2022 • 19min
Professorin Ulrike Bingel über Placebos und die Macht der Erwartung
Professorin Ulrike Bingel über die Wirkung und Anwendung von Placebo-Tabletten
Placebo-Tabletten wirken selbst dann, wenn die Patientinnen und Patienten wissen, dass das keine „echten“ Medikamente sind. Das ist für chronische Schmerzen, für Fatigue oder depressive Verstimmungen nachgewiesen worden. Es braucht aber gar keine bunten Placebos. Der Placebo-Effekt lässt sich auch ohne Scheinmedikamente nutzen, nämlich indem eine entsprechende Erwartungshaltung erzeugt wird, erläutert Professorin Ulrike Bingel im „ÄrzteTag“-Podcast. Und das gelte nicht nur für Schmerzsyndrome. Es gibt kein System des Körpers, für das keine Placebo-Effekte beschrieben worden sind.
Worum es geht, sind Erwartungen an und Erfahrungen mit Therapien und Therapeuten. Wir sprechen dabei nicht über psychologische Effekte oder gar „Einbildung“, sondern objektiv nachgewiesene physiologische Effekte. Gelingt es, die Mechanismen „Erwartung“ und „Lernen“ personalisiert zu steuern, lässt sich jede spezifische Therapie modulieren – zum Guten wie zum Schlechten. Auch darüber spricht Ulrike Bingel. Nocebo-Effekte gelte es natürlich möglichst zu vermeiden, also negative Erwartungen an eine Therapiemaßnahme. Diese könnten ebenso wirkmächtig sein wie Placebo-Wirkungen: „Da hole ich mal was aus dem Giftschrank!“ – das klingt gar nicht gut! (Dauer: 19:10 Minuten)

Sep 8, 2022 • 13min
Angehende Ärztin Alina Walbrun: „Stell dich als Studentin mit der Pflege gut!“
Angehende Ärztin Alina Walbrun über ihr Studium der Humanmedizin.
„Ich glaube, es ist zu viel, ich weiß gar nicht, wie ich das schaffen kann“: Diese Sorgen begleiten viele angehende Medizinstudenten und bereits Studierende. Dabei ist es genau dieser Gedanke, der jeden im Studium zusammenschweißt, sagt die angehende Ärztin Alina Walbrun im „Ärztetag“-Podcast. Auch spricht sie darüber, wieso sie jedem Abiturienten raten würde, das Studium auszuprobieren, auch ohne einen NC von 1,0.
Zurzeit ist Alina Walbrun Studentin der Humanmedizin und Doktorandin der Handchirurgie, Plastischen und Ästhetischen Chirurgie am Klinikum der Universität in München. Neben ihrem Studium ist sie Medizin-Influencerin: Ihren knapp 123.000 Followern berichtet sie auf der Plattform TikTok direkt aus ihrem Medizinstudium. Unter anderem gibt sie persönliche Tipps, wie es auch andere durch das Medizinstudium schaffen können. Und nicht nur das ist Inhalt des Podcasts: Alina Walbrun kommt zudem darauf zu sprechen, wieso es besonders wichtig ist, sich mit der Pflege gut zu stellen. (Dauer: 13:06 Minuten)

Sep 2, 2022 • 22min
Vergabe-Chaos beim Medizinstudium in Frankfurt: Betroffene berichten
Informationen vom 1. September wurden im Nachhinein eingearbeitet
Die Goethe-Universität Frankfurt hat zu viele Zulassungen zum Medizinstudium erteilt und diese dann zurückgezogen. Sie hat ihr Bedauern ausgedrückt. Im „ÄrzteTag“-Podcast kommen die Betroffenen Linda Reimann und Nina Schmitz zu Wort.
Nina Schmitz hat 12 andere Angebote für Medizinstudienplätze verloren, Linda Reimann hat einen zugesicherten Platz in Ungarn aufgegeben. Es habe ihnen den Boden unter den Füßen weggezogen – so beschreiben beide den Moment, als sie den Rücknahmebescheid bekommen haben. Welche Lösungen sie sich vorstellen können und was sie schon für ihre Medizinstudienplätze getan haben, berichten sie in dieser Epsiode.
Redaktioneller Hinweis: Das Gespräch mit Linda Reimann und Nina Schmitz haben wir am Dienstag, 30. August, mittags aufgezeichnet. Da es nach der Aufnahme weitere Entwicklungen rund um das Frankfurter Vergabe-Chaos gab, haben wir die neuen Informationen am 1. September ergänzt. Im Podcast weisen wir auf die Stellen, die wir neu eingesprochen haben, hin.

Aug 29, 2022 • 18min
Tierärztin zu „One Health“: „Der Austausch mit Humanmedizinern ist wahnsinnig wichtig“
Die Veterinärmedizinerin und Fachtierärztin für Milchhygiene leitet das Institut für Lebensmittelqualität und -sicherheit an der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover.
Das Konzept „One Health“ bedeutet, die Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt als eng verbunden zu denken. Dabei ist auch die Zusammenarbeit von Veterinär- und Humanmedizinern wichtig. Doch wie sieht diese Zusammenarbeit aus Sicht einer Veterinärmedizinerin aus? „Der Austausch ist wahnsinnig wichtig“, sagt Professor Madeleine Plötz im „ÄrzteTag“-Podcast.
Sie ist Veterinärmedizinerin, Fachtierärztin für Milchhygiene und leitet das Institut für Lebensmittelqualität und –sicherheit an der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo). Sie berichtet etwa vom Projekt PAC-CAMPY im Forschungsnetz Zoonotische Infektionskrankheiten. Hier erforscht das Institut für Lebensmittelqualität und –sicherheit gemeinsam mit anderen Forschungseinrichtungen, etwa der Charité in Berlin, Campylobacter-Infektionen, wie sie vermieden und wie behandelt werden können. Auch von Alternativen zu Antiobiotika erzählt Plötz im „ÄrzteTag“-Podcast. (Dauer: 18:11 Minuten)

Aug 23, 2022 • 14min
Wie reagieren Sie bei Behandlungsfehlern in Ihrer Praxis, Dr. Wunder?
Ein Hausarzt über Fehler im Praxisalltag
In der Medizin ist es wichtig, transparent mit Fehlern umzugehen und aus ihnen zu lernen: Das sagt unter anderem das Aktionsbündnis Patientensicherheit. Dabei sind Behandlungsfehler – zum Beispiel Seitenverwechslungen oder Medikamentenverwechslungen – nicht nur ein Thema für Stationsärzte. Etwa ein Drittel der Vorwürfe zu Behandlungsfehlern kommen aus dem ambulanten Sektor, das ergab eine Auswertung des Medizinischen Dienst Bund, die im Juni veröffentlicht wurde.
Im „ÄrzteTag“-Podcast erzählt Dr. Armin Wunder, niedergelassener Hausarzt aus Frankfurt, wie er in der Praxis mit Fehlern umgeht. An konkreten Beispielen aus seinem Alltag erklärt er, wie man es schafft, sachlich über unerwünschte Ereignisse zu sprechen – im Team und mit den Patienten. (Dauer: 13:31 Minuten)

Aug 22, 2022 • 23min
Warum kommen zukünftige Ärzte nicht um One Health herum, Claire Pleimelding?
Die Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland spricht sich für interprofessionelle Lehre aus
One Health bedeutet, die Gesundheit von Mensch und Tier sowie Umwelt eng verbunden zu denken. Die Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland (bmvd) hat dazu, in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband der Veterinärmedizinstudierenden Deutschland (bvvd), ein Positionspapier veröffentlicht. Darin fordert sie mehr interprofessionelle Lehre zum Thema One Health und schlägt ein nationales One Health-Gremium vor.
Claire Pleimelding von der bvmd geht soweit zu sagen, dass sie als zukünftige Ärztin in der Klinik, in der Praxis oder in der Forschung nicht um One Health herumkommt. Wie One Health in der Lehre bereits umgesetzt wird, erklärt sie in dieser Episode des „ÄrzteTag“-Podcasts. (Dauer: 23:29 Minuten)

Aug 17, 2022 • 12min
Was macht die Corona-Pandemie mit Kindern, Prof. Holtmann?
Ein Gespräch über Resilienz, Schulen und Erziehung
Zu behaupten, die Corona-Pandemie sei eine Herausforderung, ist eine sehr euphemistische Aussage: Manche Menschen leiden erheblich – nicht nur unter der Erkrankung COVID-19, sondern viele eher unter den Folgen der Pandemiemaßnahmen. Waren Schulschließungen auch für Politiker eine der schwierigsten Entscheidungen, ist heute noch nicht vollständig klar, wie sinnvoll die Maßnahme für das Infektionsgeschehen war. Und für die Kinder? Was macht es mit den jungen Menschen plötzlich ohne präsente Lehrer und anderen Kindern zu sein?
Prof. Martin Holtmann ist ärztlicher Direktor der LWL-Uniklinik Hamm, einer Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik, und hat eine klare Meinung: Die meisten werden dauerhaft nicht psychisch beeinträchtigt sein – es wird keine „verlorene Generation“ geben. In diese Episode des „ÄrzteTag“-Podcasts erklärt der studierte Humanmediziner und Theologe, wie er zu dieser Sichtweise kommt.
Holtmann beschreibt auch, was hinter dem Trendwort Resilienz steckt und wie Erwachsene Kindern diese ins Leben mitgeben können. Außerdem erzählt er, wieso mehr Sozialarbeiter in Schulen gehören und wieso das auch den Lehrern nutzt. Und wenn man dem ärztlichen Direktor einen Zauberstab in die Hand geben könnte, was würde er dann für Kinder tun? (Dauer: 11:49 Minuten)

Aug 12, 2022 • 16min
Wie wichtig ist Medizinstudierenden die Nachhaltigkeit von Kliniken, Herr Cittadino?
Ein PJler in der Charité und bei den Hausärzten im Spritzenhaus in Baiersbronn im Schwarzwald berichtet.
Für zukünftige Ärztinnen und Ärzte ist der Klimawandel ein wichtiges Thema. Aber achten Medizinstudierende tatsächlich auf Nachhaltigkeit, wenn sie ihren zukünftigen Arbeitsplatz auswählen? Jonas Cittadino von der Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland (BVMD) sagt: Nicht nur die Medizinstudierenden, die sich bereits für das Thema engagierten, seien „Feuer und Flamme“ für die Idee, dass auch Krankenhäuser ihren Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten, sondern auch die meisten anderen Medizinstudierenden. Allerdings sei vielen Kommilitonen das Konzept „Green Hospital“ – Krankenhäuser mit reduziertem Umwelteinfluss – nicht bekannt. Worauf die Medizinstudierenden konkret achten, verrät Cittadino im „ÄrzteTag“-Podcast.
Und: Cittadino selbst ist im Praktischen Jahr, also kurz vor dem Abschluss seines Studiums. Er absolviert das PJ in der Charité in Berlin und ist derzeit in der Hausarztpraxis im Spritzenhaus in Baiersbronn im Schwarzwald. Gerade in der Niederlassung hätten Ärzte die Möglichkeit, ihre Praxis nachhaltig zu gestalten, sagt er. (Dauer: 15:42 Minuten)

Aug 8, 2022 • 48min
Die dunkle und die helle Seite der Digitalisierung
Dermatologe Dr. Ralph von Kiedrowski über den fehlenden Mehrwert der TI in Praxen.
Auch fünf Jahre nach dem Start bringt die Telematikinfrastruktur (TI) mit ihren Anwendungen wie Stammdatenabgleich, eAU oder E-Rezept für Praxen keinen Mehrwert. Warum er das so sieht und der Berufsverband Deutscher Dermatologen (BVDD) deshalb nach wie vor den Anschluss an die TI äußerst kritisch sieht, erläutert dessen Präsident, der Dermatologe Dr. Ralph von Kiedrowski im „ÄrzteTag“-Podcast. Der Dermatologe aus Selters im Westerwald führt selbst eine komplett durchdigitalisierte Praxis ohne Papier und mit Online-Sprechstunde via OnlineDoctor – aber ohne TI-Anschluss. Dabei seien die Ideen, die von der gematik kommen, gar nicht so schlecht, sagt er.
Für von Kiedrowski hat die Digitalisierung zwei Seiten: Die dunkle Seite ist eine Digitalisierung von oben, mit Zwangsanschluss, die helle Seite sind dagegen innovative Anwendungen für Praxen und Patienten, die den Alltag erleichtern. Der BVDD-Präsident beschreibt im Gespräch, welche Anwendungen für Dermatologen besonders nützlich sind und was der Berufsverband unternimmt, um innovativen Start-ups eine Chance zu geben. Doch auch die helle Seite der Digitalisierung hat für von Kiedrowski ihre Grenzen, die er im Gespräch näher definiert. (Dauer: 48:03 Minuten)

Aug 5, 2022 • 12min
Husemann: „Bei Tele-AU haben manche KollegInnen hausärztlich pragmatisch gehandelt“
Über die Rückkehr der telefonischen Krankschreibung
Die Entscheidung des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA), die telefonische Krankmeldung zu reaktivieren, wird von Hausärztinnen und Hausärzten angesichts der Corona-Sommerwelle mit Erleichterung begrüßt. Es fehlten allerdings noch ergänzende Beschlüsse für die Abrechnung der Beratung und des postalischen Versands der AU-Bescheinigung, moniert Jana Husemann, Vorsitzende des Hausärzteverbands in Hamburg, im „ÄrzteTag“-Podcast.
In den Wochen nach dem Auslaufen der Regelung Ende Mai hätten sich die Praxen mit einem verstärkten Angebot von zeitlich getrennten Infektsprechstunden, mit Videosprechstunden oder auch mit der räumlichen Trennung von Patienten mit Infekten in der Praxis durchgehangelt, berichtet Husemann.
Gerüchteweise hätten manche Kolleginnen und Kollegen auch „hausärztlich-pragmatisch gehandelt“ und insgeheim doch weiter mit der Tele-AU gearbeitet, vermutet die Hausärztin. Sie würde es sehr begrüßen, wenn die Befristung der Möglichkeit der Tele-AU auf den 30. November aufgehoben und die Leistung endgültig in die Regelversorgung übernommen würde.
Im Podcast spricht sie sich aber auch für eine Erweiterung der Möglichkeit auf andere leichte Erkrankungen aus – und sie äußert noch einen weitergehenden Wunsch für die Delegation der Leistung… (Dauer: 12:21 Minuten)


