ÄrzteTag

Ärzte Zeitung
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Oct 10, 2022 • 38min

Mitinitiator Hildebrandt: 50 bis 100 Gesundheitskioske bis Legislaturende reichen

Dr. Helmut Hildebrandt, Vorstandsvorsitzender von optimedis: Nicht jede Region braucht einen Gesundheitskiosk. Der Gesundheitskiosk in Hamburg-Billstedt/Horn hat zuletzt viele Schlagzeilen gemacht: Zuerst die höheren Weihen durch den Innovationsausschuss des Gemeinsamen Bundesausschusses mit der Empfehlung für die Regelversorgung, dann das Gesetzesvorhaben der Bundesregierung und schließlich der Paukenschlag des Ausstiegs der Ersatzkassen aus dem Projekt in Hamburg. Im „ÄrzteTag“-Podcast erläutert optimedis-Vorstand Dr. Helmut Hildebrandt, einer der Initiatoren des ersten Gesundheitskiosks in Hamburg, woran es liegt, dass das Vorzeigeprojekt plötzlich politisch umstritten ist. Er sieht einen entscheidenden Webfehler in dem Gesetzesvorhaben im Vergleich zum Gesundheitskiosk in Hamburg. Hildebrandt ruft im Gespräch das entscheidende Ziel des Kiosks in Erinnerung: die Gesundheit der Menschen in prekären Lebensverhältnissen zu verbessern, die eine erheblich niedrigere Lebenserwartung haben als Menschen in gut situierten Stadtteilen. Dabei hält er das vom Bundesgesundheitsministerium kommunizierte Ziel von 1000 Gesundheitskiosken für nicht erreichbar und auch nicht für nötig, da nicht jede Region einen Kiosk benötige. Bis Ende der Legislatur wären 50, 80 oder 100 solcher Projekte schon gut. Auch für ländliche Regionen hält Hildebrandt den Gesundheitskiosk für einen möglichen Ansatz, um die Versorgung zu verbessern – allerdings in anderer Form. Dies erläutert er im Gespräch. (Dauer: 37:38 Minuten)
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Oct 4, 2022 • 8min

Warum wird das Thema Klima für Gesundheitsämter immer wichtiger, Dr. Tinnemann?

Warum sich der ÖGD mit Mückenfallen und Kälteräumen beschäftigt Dieser Sommer war einer der heißesten seit der Wetteraufzeichnung. Mehrere Tage über 40 Grad und Nächte, in denen es keine Abkühlung gab. Wie wirken sich diese extremen Temperaturen auf die Bevölkerung aus? Das Gesundheitsamt Frankfurt hat eine Abteilung für Klima, Umwelt und Gesundheit gegründet, die aber in allen Bereichen des Gesundheitsamtes mitwirkt. Dabei arbeitet das Gesundheitsamt eng mit der Stadt und anderen Ämtern zusammen, wenn es um Radwege, öffentliche Brunnen oder die Überlegung geht, Kälteräume einzurichten. Zudem klärt das Gesundheitsamt mantramäßig die Bevölkerung auf allen Kanälen über richtiges Verhalten bei Hitze auf und gibt Informationen zur Hitzeentwicklung an Altenheime heraus, wie Dr. Peter Tinnemann, Leiter des Gesundheitsamtes Frankfurt, im „ÄrzteTag“-Podcast berichtet. Auch werde mit Mückenfallen aktuell untersucht, welche Mücken heimisch sind, um so rechtzeitig zu erkennen, ob Mücken, die Krankheiten übertragen können, sich im Rhein-Main-Gebiet ansiedeln.
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Sep 28, 2022 • 42min

Chancengleichheit im Medizinstudium? Arztkind und Arbeiterkind erzählen

Zwei Ärzte in Weiterbildung über ihre Erfahrungen Kinder aus Akademikerfamilien beginnen eher ein Studium als Kinder aus bildungsfernen Schichten. Gerade in der Medizin fällt auf: Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm! Denn in Deutschland hat jede und jeder vierte Medizinstudierende mindestens ein Elternteil, das Ärztin oder Arzt ist. Das sind Daten aus dem KBV Berufsmonitoring. Im „ÄrzteTag“-Podcast berichten zwei Ärzte in Weiterbildung, wie sie den Weg ins Medizinstudium erlebt haben und wie ihr familiärer Hintergrund sie geprägt hat. Dr. Caroline Rinkel erzählt, wie ihr Vater auf ihren Wunsch, Ärztin zu werden, reagiert hat. Er war bis zum Jahr 1998 Oberarzt in der Neurologie und Psychiatrie am Bundeswehrkrankenhaus in Ulm und arbeitete anschließend beim medizinischen Dienst Baden-Württemberg. Christian Kunze beschreibt im „ÄrzteTag“, warum es seiner Meinung nach keine Akademikerfamilie im Hintergrund braucht, um das Medizinstudium durchzustehen. Er wuchs in einer klassischen Arbeiterfamilie auf – seine Mutter ist gelernte Chemielaborantin, sein Vater Industrieelektriker. Hier geht es zum Hochschul-Bildungs-Report 2020: www.hochschulbildungsreport.de/sites/hsbr/files/hochschul-bildungs-report_abschlussbericht_2022.pdf
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Sep 26, 2022 • 10min

Mit Herzinsuffizienz-Screening bei Diabetes kann man nicht früh genug anfangen!

Herzinsuffizienz tritt häufig bei Diabetes mellitus auf - entscheidend ist eine frühe Diagnostik Jeder dritte Mensch mit Diabetes mellitus hat eine Herzinsuffizienz. Die gute Nachricht: Gegen das potenziell tödliche Wechselspiel der Krankheitsbilder gibt es neue wirksame Optionen. Die Deutschen Gesellschaften für Kardiologie (DGK) und Diabetes (DDG) haben deshalb in einem Positionspapier Empfehlungen zu Screening, Diagnostik und Therapie bei Diabetes und Herzinsuffizienz zusammengestellt. Im Gespräch mit der Ärzte Zeitung zu dem Papier ruft DGK-Sprecherin Privatdozentin Dr. Katharina Schütt vom Uniklinikum Aachen Kollegen dazu auf, Menschen mit Diabetes mellitus regelmäßig nach möglichen Symptomen von Herzinsuffizienz zu fragen. Und: Bei Menschen mit diagnostizierter Herzinsuffizienz sollte immer auch ein Diabetes abgeklärt werden, etwa durch Bestimmung des HbA1c. Bestätigt sich die Diagnose eine Herzschwäche vom HFrEF-Typ (Heart Failure with reduced Ejection Fraction), dann ist die lange Jahre empfohlene Stufentherapie obsolet, und es „sollte immer sofort eine medikamentöse Therapie mit vier Substanzen eingeleitet werden“, betont Schütt: ACE-Hemmer oder ARNI, Betablocker, Mineralokortikoidrezeptorantagonist (MRA) und SGLT2-Hemmer. Nach Studiendaten lassen sich damit Hospitalisierungen und Todesfälle vermeiden.
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Sep 20, 2022 • 9min

Faxen Sie in Ihrem Gesundheitsamt noch, Dr. Tinnemann?

Der Leiter des Frankfurter Gesundheitsamtes über Herausforderungen im ÖGD Die Coronavirus-Pandemie hat den Fokus auf die Gesundheitsämter gerichtet. Neben der Pandemiebekämpfung wurde auch die veraltete Ausstattung sichtbar. Dem Gesundheitsamt in Frankfurt, nach eigenen Angaben eines der modernsten in Deutschland, kann man zwar noch Faxe schicken, diese kommen aber digital an. Ein Fax-Gerät musste Dr. Peter Tinnemann, Leiter des Gesundheitsamtes Frankfurt, erst suchen. Auch sind schon Gelder aus dem Pakt für den Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) für Digitalisierung und Personal angekommen. Im „ÄrzteTag“-Podcast berichtet Tinnemann außerdem, dass die Personalsuche immer noch eine große Herausforderung darstelle, aber die Pandemie auch die gesellschaftliche Aufgabe der Gesundheitsämter in den Mittelpunkt gerückt habe, und gerade junge Ärzte deshalb interessiert seien, beim ÖGD zu arbeiten. Und auch für eventuelle neue Corona-Varianten im Herbst sei man gut aufgestellt, Pläne würden schon in der Schublade liegen. (Dauer: 9:26 Minuten)
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Sep 19, 2022 • 9min

Was hat Medizinrecht mit Monopoly zu tun, Dr. Unger?

Science Slam-Gewinner zu Recht im Medizinstudium Dr. Constantin Unger hat sich beim Science Slam auf dem DEGAM-Kongress gegen fünf Mitbewerberinnen und Mitbewerber durchgesetzt. Sein Vortrag „Medizinrecht für Studierende der Humanmedizin – GOÄ statt JVA“ erhielt vom Publikum den lautesten Beifall. Unger ist Arzt in Weiterbildung am Uniklinikum Erlangen an der Fakultät Allgemeinmedizin und am Klinikum Hallerwiese in Nürnberg in der Inneren Medizin. Im „ÄrzteTag“-Podcast erzählt er, was das Medizinrecht mit Monopoly zu tun hat. Zudem spricht er darüber, dass Medizinstudierenden aktuell nicht verpflichtet sind ein Modul Medizinrecht belegen. Dadurch hat Unger den Eindruck bekommen, dass rechtliche Fragen auf Station immer wieder mit viel Gefühl und Halbwissen gelöst würden. Dies veranlasste ihn dazu, das Wahlpflichtfach „Doc & Ordner – Recht im klinischen Alltag“ an der Universität Erlangen zu etablieren. Das Modul ist in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Medizinstrafrecht entstanden und soll auch im kommenden Semester an der Medizinischen Fakultät Erlangen angeboten werden.
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Sep 17, 2022 • 7min

Wie setzen Sie die partizipative Entscheidungsfindung um?

Eine Frage an sieben DEGAM-Besucher „Patientenzentrierte Versorgung“ ist das Motto des diesjährigen Kongress der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM). Patientenzentrierung bedeute auch, Patientinnen und Patienten auf Augenhöhe zu begegnen und sie in die Entscheidungsfindung einzuschließen, sagte Kongress-Präsident Professor Jean-François Chenot am Donnerstag in Greifswald. Wie kann das klappen? Inspiration dazu geben Kongressbesucher im „ÄrzteTag“-Podcast. Sie beantworten alle die selbe Frage: Wie setzen Sie bei sich in der Praxis die partizipative Entscheidungsfindung um?
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Sep 16, 2022 • 13min

Warum sollten junge Hausärzte international netzwerken, Dr. Dupont?

JADE-Vorstand Dr. Fabian Dupont über internationales Netzwerken Das European Young Family Doctors Movement (EYFDM) organisiert internationale Austauschprojekte für Ärztinnen und Ärzte. Interessierte können so den Praxisalltag in einem anderen europäischen Land erleben. „Das sind Einblicke, die einen sehr stark prägen“, erzählt Dr. Fabian Dupont im „ÄrzteTag“-Podcast. Er war bereits zum Praxisaustausch in Paris und London. Dupont ist Arzt in Weiterbildung und Mitglied bei der Jungen Allgemeinmedizin (JADE). Beim JADE-Treffen auf dem DEGAM-Kongress wurde er erneut in den Vorsitz des Netzwerks gewählt und vertritt den Bereich „Internationale Zusammenarbeit“.
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Sep 16, 2022 • 24min

Mangelnde Digitalisierung trägt zu Medikationsfehlern bei, Dr. Hecker?

Nicht mangelnder Datenschutz sei das Hauptproblem bei Medikationsfehlern Während der Pandemie sei das Risiko für Medikationsfehler gewachsen, heißt es auf der Homepage des Tages der Patientensicherheit – dieser ist am 17. September. Woran liegt das? Dr. Ruth Hecker, Vorsitzende des Aktionsbündnisses Patientensicherheit, führt das darauf zurück, dass weniger Begleitpersonen mit zum Arzt kommen konnten. Außerdem gab es Lieferschwierigkeiten für Medikamente und der Sommer war sehr heiß. In dieser extremen Form habe das viele Hausärzte überrascht, sagt die Fachärztin für Anästhesiologie und Chief Patient Safety Officer an der Universitätsmedizin Essen. Sie empfiehlt als Handreichung die Patienteninformation zum häuslichen Umgang mit Arzneimitteln. Auch, wenn man davon absieht, kommt es zu vermeidbaren Medikationsfehlern, die mit der mangelnden Digitalisierung im Gesundheitswesen zusammenhängen können. Wie genau und warum Datenschutz nur ein untergeordnetes Problem ist, erklärt Hecker in der aktuellen Episode des „ÄrzteTag“-Podcasts. (Dauer: 23:52 Minuten)
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Sep 14, 2022 • 21min

SpiFa-Chef zur Neupatientenregelung: „Hoffen, dass Politik zur Vernunft kommt“

Warum Karl Lauterbach für Heinrich nur noch „Krankenhausminister“ ist „Keine Termine für Neupatienten – Ihre Bundesregierung“ – mit Plakatentwürfen wie diesem will der Spitzenverband Fachärzte Deutschland (SpiFa) Ärzte anregen, ihre Patienten über die Gesetzespläne der Bundesregierung zur Stabilisierung der GKV-Finanzen und ihre Konsequenzen zu informieren. Die Entwürfe sind Teil der heute gestarteten Kampagne „#WartenBisDerArztKommt“. Stein des Anstoßes ist die geplante Streichung der mit dem Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) eingeführten Neupatientenregelung, die Vertragsärzten eine extrabudgetäre Vergütung der Behandlung von neuen Patienten oder solchen, die seit mindestens zwei Jahren nicht in der Praxis gewesen sind, eingebracht hat. Das Gesetz soll am 23. September in erster Lesung im Bundestag beraten werden. Die Erregung unter Ärzten aufgrund der Pläne sei groß, berichtet SpiFa-Chef Dr. Dirk Heinrich im „ÄrzteTag“-Podcast: Er habe es noch nie erlebt, dass so viele Kolleginnen und Kollegen aus Eigeninitiative an ihre Abgeordneten im Wahlkreis geschrieben hätten – ganz abgesehen von mittlerweile über 50.000 Unterschriften unter dem offenen Brief der Kassenärztlichen Bundesvereinigung an den Minister. Darin wird die Beibehaltung der Neupatientenregelung gefordert. Nach dem TSVG sei die Hoffnung der Ärzte groß gewesen, endlich auf dem Weg heraus aus der Budgetierung zu sein, über die nach wie vor jedes Jahr rund 1,5 Milliarden Euro unbezahlte Leistungen erbracht würden. Um so größer sei jetzt die Enttäuschung der Kolleginnen und Kollegen. „Wir hoffen, dass die Politik noch zur Vernunft kommt“, sagt Heinrich im Podcast. Im Gespräch erläutert er auch, welche Maßnahmen sich Fachärzte vorstellen können, falls die Politik nicht einlenkt. Nicht zuletzt formuliert der Fachärzte-Chef auch seine Wünsche an den oder die künftige(n) Vorsitzende(n) des Deutschen Hausärzteverbands, der oder die voraussichtlich am Freitag gewählt wird. (Dauer: 21:26 Minuten)

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